[0001] Die Erfindung betrifft ein Vorhangauftragswerk zur Beschichtung einer durch eine
Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung sich bewegenden Papier-, Karton-oder
anderen Faserstoffbahn mit wenigstens einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium,
aufweisend einen oberhalb der Faserstoffbahn angeordneten maschinenbreiten Vorhang-Auftragskopf
mit einer Auftragsmedium-Verteilkammer und einer Austrittsöffnung zur Abgabe des wenigstens
einen Auftragsmediums in Form eines ein- oder mehrschichtigen, im Wesentlichen der
Schwerkraft folgend auf die Faserstoffbahn herabfallenden Vorhangs sowie aufweisend
wenigstens eine zumindest unterhalb des Randes der Faserstoffbahn befindliche Auffangrinne
zum Auffangen von über den Rand der Faserstoffbahn austretendes Auftragsmedium bzw.
Teilen (MS) davon.
[0002] Eine gattungsgemäßes Vorhangauftragswerk (Curtain Coater) ist beispielsweise aus
der
DE- A1 10012344 für einschichtigen Auftrag oder der
DE- A1 103 59 117 für mehrschichtigen Auftrag bekannt. Bei diesen Auftragswerken weisen die Auftragsköpfe
Schlitzdüsen auf, die nach unten in Richtung auf die zu beschichtende Faserstoffbahn
zeigen und aus denen der Vorhang vorwiegend unter Einfluss der Schwerkraft herabfällt.
Neben Auffangrinnen oder Wannen zum Auffangen von Auftragsmedium, welches über den
Bahnrand fällt sind auch Auffangeinrichtungen für den Anfahrvorgang und das Beenden
der Beschichtungsvorgangs, sowie Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtungen vorhanden.
Aus der
EP- A1- 1 255 615 ist eine andere Ausführungsart des Vorhangauftragswerks bekannt, welches in Fachkreisen
als "Slide Die", also Gleitschicht- oder auch Kaskadendüse bezeichnet wird. Dieses
Auftragswerk enthält mindestens zwei Auftragsmediumskammern, aus denen das Medium
jeweils über einen Zufuhrspalt, der wiederum jeweils in eine schlitzförmige Austrittsöffnung
übergeht, auf eine Gleitfläche der Düse gelangt. Das aus den parallel hintereinander
angeordneten Austrittsöffnungen austretende Auftragsmedium legt sich dabei übereinander.
An einer Abrisskante oder auch als Ablöselinie zu bezeichnenden Kante der Düse löst
sich diese Mehrfachschicht ab und fällt als mehrschichtiger Vorhang herab entweder
zunächst auf eine zwischengeschaltete Leitplatte oder direkt auf das zu beschichtende
Substrat bzw. die Oberfläche der laufenden Faserstoffbahn.
[0003] Die vorstehend genannten Auffang- und Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtungen sind
auch hier vorhanden.
[0004] Beim Streichen - sowohl beim einschichtigen als auch mehrschichtigen Auftrag - mit
dem Vorhangauftragswerk (Curtain Coater) kann die Beschichtungsbreite gleich oder
auch kleiner als die Breite der Faserstoffbahn sein, was als Inboard-Fahrweise bezeichnet
wird.
[0005] Bei so genannter Overboard-Fahrweise ist dagegen die Vorhangbreite größer als die
Faserstoffbahnbreite. Insbesondere bei dieser Fahrweise und vor allem bei den heute
gefahrenen hohen Maschinengeschwindigkeiten, die größer als 1000m/min sind, kann es
aufgrund von Randabspritzungen zu Verschmutzungen der Faserstoffbahn mit sehr großer
Beeinträchtigung der Auftragsqualität und auch zu Verschmutzungen der die Faserstoffbahn
führenden Bauteile komme, die ihrerseits die laufende Faserstoffbahn beeinträchtigen
und deshalb in kurzen Intervallen aufwändig gereinigt werden müssen. Außerdem kommt
es zu Farbüberhöhungen. Allgemein beträgt die Dicke der mit Vorhang aufgetragenen
Strichschichten zwischen 5 und 50 Mikrometer. Es kann zu Randverdickungen führen,
die eine Höhe bis zu 100 Mikrometer oder höher erreichen. Diese örtlichen Ungleichmäßigkeiten
führen zu verschiedenen weiteren Problemen, wie:
- Beschädigung der Walzen von nachfolgenden Kalandern,
- ungleichmäßige Ränder und dadurch Ungleichmäßigkeit an der aufgewickelten Faserstoffbahnrolle
- starke Verschmutzung von nachfolgenden Leitwalzen, weil sich die Verdickungen nicht
wegtrocknen lassen.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Vorhangauftragswerk anzugeben, bei dem die
Nachteile des Standes der Technik nicht auftreten.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird mit einem Vorhang-Auftragswerk mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass jeder Auffangrinne eine Auffangplatte
zugeordnet ist, wobei die Auffangplatte mit einem Kühlfluid beaufschlagt ist. Das
Kühlfluid ist kälter als die Umgebungstemperatur, damit es die Oberflächentemperatur
der Auffangplatte unterhalb der Temperatur der Umgebung hält. Bevorzugt sollte das
Kühlmedium durch die Auffangplatte strömen.
[0008] Aufgrund dieser Ausbildung ist es möglich, dass sich die hinausfallenden bzw. in
unerwünschter Weise abspritzenden Auftragsmediumsteile zuerst an der gekühlten Auffangplatte
anlegen und von da aus in die Auffangrinne gelangen. Durch die Kühlung bildet sich
auf der Oberfläche der Auffangplatte Kondensationsflüssigkeit, so dass die Auftragsmediums-
bzw. die Farbspritzer dort nicht antrocknen. Von den im Wesentlichen senkrecht oder
auch schräg stehenden Wänden der Auffangplatte rutschen die Spritzer ab und fallen
in die darunter befindliche Auffangrinne. Hier werden diese gesammelt und werden in
einfacher Weise abgezogen.
[0009] Zur Kühlung der Auffangplatte ist diese vorzugsweise hohl ausgebildet und mit dem
Kühlfluid, beispielsweise Wasser, Öl, Alkohol oder speziellen Mischungen befüllt.
Denkbar sind auch in die Auffangplatte eingearbeitete Kühlkanäle, durch die das gewählte
Kühlfluid fließt.
[0010] Gewünschtenfalls kann auch die Auffangwanne gekühlt sein.
[0011] Eine zweckmäßige Ausbildung des Auftragswerks besteht darin, dass die Auffangplatte
mit ihrer Oberseite zur Faserstoffbahn einen Spalt bzw. Abstand von 0 bis 20mm, vorzugsweise
3 bis 5 mm aufweist. Mit ihrer Unterseite ragt dagegen die Auffangplatte in die Auffangrinne
zumindest teilweise hinein. Der genannte Spalt bzw. Abstand ist zwar wünschenswert,
damit die schnelllaufende Faserstoffbahn (das sind Geschwindigkeiten von größer als
ca. 1500 m/min) die Auffangplatte nicht tangieren kann und dadurch auch nicht beschädigt
wird oder gar abreißt. Bei langsamer laufenden oder auch schmalen Bahnen kann ein
Abstand von 0 mm, also ein direkter Kontakt zur Faserstoffbahn hingenommen werden.
[0012] Durch diesen schmalen Spalt fliegen die Abspritzungen bzw. Farbnebel. Deshalb ist
es zweckmäßig, wenn eine Blasdüse noch angeordnet ist, die mit einem Druckfluid, wie
Druckluft oder einer Flüssigkeit beaufschlagbar ist. Mit der Blasdüse werden diese
Partikel nach unten in die Auffangrinne überwiegend berührungslos geleitet, weshalb
sie nicht weiter umherfliegen und Verunreinigungen oder Qualitätsbeeinträchtigungen
in der Auftragsschicht hervorrufen können.
[0013] Es soll an dieser Stelle gesagt sein, dass die Auffangrinne einen beliebigen Querschnitt
aufweisen kann, der beispielsweise kegelförmig ausgebildet oder auch wannenartig erweitert
sein kann. Der Begriff Auffangrinne ist nicht einschränkend anzusehen, sondern steht
für beliebige Querschnittsformen. Auch diese Auffangrinne kann wie die Auffangplatte
mit einem Kühlfluid beaufschlagt sein.
[0014] Die Auffangrinne kann als separates Bauteil angeordnet sein. Einfacher auswechselbar
bzw. ein- und ausbaubar ist aber eine Bauform, bei der die Auffangplatte integraler
Bestandteil der ihr zugeordneten Auffangrinne ist. Die Auffangplatte ist nicht maschinenbreit
ausgeführt und befindet sich nur an mindestens einem Rand der Auftragszone, wohingegen
die Auffangrinne auch maschinenbreit sein kann.
[0015] Im Zusammenhang mit dem besagten Abstand der Auffangplatte zur Faserstoffbahn ist
anzumerken, dass das oben angegebene kleinere Maß zu wählen ist, wenn keine Blasdüse
vorhanden ist.
[0016] Ferner ist vorgesehen, dass die Auffangplatte in stromabwärtiger Richtung dem Vorhang-Auftragskopf
bzw. einer Auftrefflinie des Vorhanges auf der Faserstoffbahn in einem Abstand zwischen
40 und 100.mm nachgeordnet ist.
[0017] Dieser Abstand sollte allerdings nicht größer als 500 mm sein, weil sich sonst die
Spritzer bzw. Partikel des Auftragsmediums an unerwünschten Stellen doch anlegen und
antrocknen.
[0018] Außerdem ist es vorteilhaft, wenn die Auffangplatte zur Faserstoffbahn einen Winkel
zwischen 5° und 90°, bevorzugt aber 5° und 40° aufweist. Durch die Schrägstellung
können die aufzufangenden Mediumsteile besser von der Auffangfläche aufgenommen werden.
[0019] Nachzutragen ist, dass die Blasdüse bevorzugt eine schlitzartig ausgebildete Austrittsöffnung
aufweist und damit einen Flachstrahl erzeugt. Damit bildet sich zur ein relativ scharf
begrenzter Blasstrahls, der auf den Rand der Faserstoffbahn gerichtet ist, wodurch
Spritzer und Farbnebel vom Vorhangrand in Richtung der Auffangrinne abgeführt werden.
[0020] Im Übrigen ist vorgesehen, dass die Blasdüse derart gegen die Faserstoffbahn angestellt
ist, dass deren Blasstrahl auch auf die vom Vorhang abgewandte Rückseite der Auffangplatte
wirkt.
[0021] Damit wird erreicht, dass der abgegeben Vorhang unbeeinträchtigt vom Blasstrahl fallen
kann, also weder einreißt noch sich einschnürt. Die aus dem Stand der Technik bekannten
Einrichtungen zum Führen der Ränder des Vorhangs und auch die vor dem Vorhang angeordneten
Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtungen sind selbstverständlich auch beim erfindungsgemäßen
Vorhangauftragswerk anwendbar.
[0022] Vorteilhaft ist es, wenn die Auffangplatte und die Blasdüse unter einer vorhandenen
Start-/Stopp-Rinne angeordnet sind. Damit lassen sich Verschmutzungen der Blasdüse
und der gekühlten Auffangplatte beim Start oder Unterbrechungen des Streichvorgangs
vermeiden.
[0023] Die Erfindung betrifft auch eine Auffangeinrichtung für abgeschleudertes bzw. abgespritztes
Auftragsmedium während der Beschichtung einer sich durch eine Maschine zur Herstellung
und/oder Veredelung bewegenden Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn, die gekennzeichnet
ist durch die gemäß Anspruch 1 bis 12 angegebenen Merkmale
[0024] Diese Auffangeinrichtung lässt sich problemlos in bestehende Streichmaschinen einbauen.
Vorzugsweise ist die Auffangeinrichtung geeignet für neu konzipierte, aber auch bereits
bestehende Vorhangauftragswerke.
[0025] Die Auffangeinrichtung kann sowohl einer Randseite zugeordnet sein, als auch an beiden
Bahnrändern, also führer- und triebseitig. Die beidseitige Anordnung ist bevorzugt,
weil die Abspritzungen des Auftragsmediums bzw. Farbnebel gleichermaßen zu beiden
Seiten der heute oftmals mit mehr als 1500m/min schnell durch die Herstellungs- oder
Veredelungsmaschine laufenden Faserstoffbahn auftreten und deshalb dort auch aufgefangen
werden sollen.
[0026] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Figur 1:
- ein erfindungsgemäßes in der Seitenansicht schematisch dargestelltes Vorhang-Auftragwerk;
- Figur 2:
- das erfindungsgemäße Vorhangauftragswerk gemäß Figur 1 in schematischer, perspektivischer
Darstellung;
- Figur 3:
- das erfindungsgemäße Vorhangauftragswerk gemäß Figur 1 in Maschinenlängsrichtung dargestellt;
[0027] Es ist anzumerken, dass in den Beispielen gemäß den Figuren 1 bis 3 nur ein einschichtiger
Auftrag dargestellt ist. Es könnte aber auch ein mehrschichtiger Vorhang abgegeben
bzw. eine Mehrfach-Auftragsschicht erzeugt werden.
[0028] In den Figuren sind gleiche Bauteile bzw. Bezeichnungen mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0029] In den Figuren 2 und 3 ist nur eine Hälfte der Breite des Auftragswerkes und auch
der Faserstoffbahn dargestellt, die zweite Hälfte ist identisch ausgebildet.
[0030] In der
Figur 1 ist ein Vorhangauftragswerk 1 zur Beschichtung einer laufenden Papier-, Karton- oder
anderen Faserstoffbahn 2 mit einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium M gezeigt.
Es umfasst neben einigen anderen hier nicht mit dargestellten Einheiten, wie Start/Stopp-Auffangrinnen,
Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtungen, Messeinrichtungen, Zuführleitungen usw.
einen oberhalb der Faserstoffbahn 2 und von ihr beabstandet angeordneten Vorhang-Auftragskopf
3.
[0031] Dieser Auftragskopf 3 mit einer zum zu beschichtenden Substrat bzw. der laufenden
Faserstoffbahn gerichteten Schlitzdüse versehen. Die Vorrichtung wird vom Unternehmen
der Anmelderin als DF-Coater (Direct Fountain Coater) vertrieben und ist überdies
maschinenbreit ausgeführt ist. Der Auftragskopf 3 weist eine Auftragsmediumsverteilkammer
4 mit Zufuhrspalt auf, der in eine schlitzförmige Austrittsöffnung 5 mit einer Abrisskante
6 übergeht und von der aus das Auftragsmedium M in Form eines fallenden Vorhangs 7
auf die in Pfeilrichtung L laufende Faserstoffbahn 2 gelangt.
[0032] Auf der Oberfläche der Faserstoffbahn 2 legt sich der Vorhang 7 als Auftragsschicht
AS ab.
[0033] Wie aus Figur 1 zu entnehmen ist, weist das Vorhangauftragswerk 1 wenigstens eine
unterhalb des Randes 2a der Faserstoffbahn 2 befindliche Auffangrinne 8 zum Auffangen
von über den Rand 2a der Faserstoffbahn 2 austretendes oder abspritzendes Auftragsmedium
M bzw. Teilen davon auf.
[0034] Damit die austretenden bzw. abspritzenden Mediumsteile die Faserstoffbahn 2 und/oder
die die Faserstoffbahn führenden Walzen 9 und 10 oder weitere hier nicht dargestellte
Bauteile nicht verschmutzen, ist eine der Auffangrinne 8 zugeordnete, ebenfalls unterhalb
der Faserstoffbahn 2 angeordnete Auffangplatte 11 vorgesehen. Diese Auffangplatte
11 ist im Beispiel rechteckförmig und hohl ausgebildet. Im Hohlraum ist sie mit einem
Kühlfluid befüllt. Damit wird eine Kühlung derselben erreicht, wodurch sich auf der
Oberfläche der Auffangplatte 11 Kondenswasser bildet. Das hat zur Folge, dass die
aufgefangenen Auftragsmediums- bzw. Farbspritzer MS dort nicht antrocknen, aber dafür
nach unten in die darunter befindliche Auffangrinne 8 rutschen. Dort werden sie gesammelt
und abgezogen. Die Auffangplatte 11 ist im Übrigen zur Faserstoffbahn 2 bevorzugt
in einem Winkel α zwischen 5° und 40° angeordnet.
[0035] Dieser gekühlten Auffangplatte 11 ist im Beispiel eine Blasdüse 12 zugeordnet, die
die überschüssigen Auftragsmediumsteile bzw. Abspritzer oder Farbnebel MS zur Auffangplatte
11 leitet. Die Blasdüse 12 befindet sich oberhalb des Randes 2a der Faserstoffbahn
2 mit einer Ausströmrichtung auf Bereich des Randes 2a der Faserstoffbahn, bis hin
zur besagten Auffangplatte 11. Die Blasdüse ist mit Druckluft beaufschlagt und gibt
einen Blasstrahl 12b ab. Die Blaszone, die sich mit größer werdenden Abstand verbreitert,
ist gestrichelt eingezeichnet. Die Austrittsöffnung der Blasdüse 12 ist als Flachstrahldüse
ausgeführt, so dass der Blasstrahl 12b einen abgeflachten Querschnitt erzeugt.
[0036] In Figur 1 sieht man deutlich, dass die Auffangplatte 11 sich über der ihr zugeordneten
Auffangrinne 8 befindet, wobei die Auffangplatte 11 mit ihrer Oberseite 11a zur Faserstoffbahn
2 einen Abstand a von ca. 5 mm aufweist und mit ihrer Unterseite 11 b in die Auffangrinne
8 hineinragt.
[0037] Die Auffangplatte 11 ist in einem Abstand b in stromabwärtiger Richtung L der Faserstoffbahn
2 nach dem Vorhang 7 angeordnet. Der Abstand b reicht von der verlängerten Linie der
Abrisskante 6 der Austrittsöffnung 5 des Auftragskopfes 3 bis zur Vorderwand 11a der
aufgestellten Auffangplatte 11. Dieser Abstand b beträgt hier ca. 70mm mm.
[0038] In der Figur 1 sieht man auch, dass die Blasdüse 12 derart gegen die Faserstoffbahn
2 angestellt ist, dass deren Blasstrahl 12b bis auf die vom Vorhang 7 abgewandte Rückseite
11d der Auffangplatte 11 hin wirkt.
[0039] Um Verschmutzungen der Blasdüse 12 und der gekühlten Auffangplatte 11 beim Start
oder beim unterbrechen des Streichvorgangs zu vermeiden, sollte die Auffangplatte
11 und die Blasdüse unter einer vorhandenen Start-/Stopp-Rinne 17 angeordnet sein.
[0040] Figur 2 soll eine mögliche Ausführungsform zeigen, bei der die Blasdüse 12 über eine Halterung
13 mit der Auffangplatte 11 befestigt ist und dadurch gemeinsam ein-und ausbaubar
oder auch in ihrem Abstand b zum Vorhang verstellbar ist, wie der Doppelpfeil angibt.
Die Halterung weist einen Einschnitt bzw. Einkerbung 13a für die Faserstoffbahn 2
auf.
[0041] Diese Ausführung stellt eine einfach nachzurüstende Auffangeinrichtung 14 dar, die
nachtäglich problemlos in bestehende Herstellungsmaschinen oder Streichmaschinen einbaubar
ist.
[0042] Die Blasdüse 12 hat im Übrigen eine in der Figur 2 nicht sichtbare schlitzförmig
Austrittsöffnung 12a, wodurch man einen scharf abgegrenzten Flachstrahl erzeugt, der
wiederum einen sauberen spritzerfreien Rand 2a auf der Faserstoffbahn 2 erzeugt.
[0043] Angedeutet in Figur 2 ist mit Pfeilen auch die Zuführung des Kühlfluids 15 für die
Auffangplatte 11 sowie die Zuführung der Blasluft 16 in die Blasdüse 12.
[0044] In
Figur 3 ist der untere Teil des Vorhangauftragswerks 1 deutlicher dargestellt, wobei die
Bahnlaufrichtung senkrecht zur Bildebene verläuft. Man erkennt, dass die im Abstand
a zur Faserstoffbahn angeordnete Auffangplatte 11 zum überwiegenden Teil sogar über
den seitlichen Rand 2a der Bahn hinausragt. Das mit der Blasdüse 12 mittels Blasstrahl
12b abgeblasenen Mediums erzeugt einen spritzerfreien Rand, der in gestrichelten Linien
angegeben ist. Außerdem erkennt man, dass das am Rand aufgefangene Medium aus der
Auffangrinne 8 über einen Ablauf 18 abgezogen wird, wie mit Pfeilen dargestellt ist.
Das aufgefangene Medium kann entsorgt werden oder alternativ der Medienaufbereitung
wieder zugeführt werden.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Vorhangauftragswerk
- 2
- Faserstoffbahn
- 2a
- Rand der Faserstoffbahn
- 3
- Auftragskopf
- 4
- Auftragsmediumsverteilkammer
- 5
- Austrittsöffnung
- 6
- Abrisskante
- 7
- Vorhang
- 8
- Auffangrinne
- 9
- Walze
- 10
- Walze
- 11
- Auffangplatte
- 11a
- Oberseite
- 11b
- Unterseite
- 11c
- Vorderseite
- 11d
- Rückseite
- 12
- Blasdüse
- 12a
- Austrittsöffnung
- 12b
- Blasstrahl
- 13
- Halterung
- 13a
- Einkerbung
- 14
- Auffangeinrichtung
- 15
- Kühlfluid
- 16
- Blasluft
- 17
- Startrinne
- 18
- Ablauf
- α
- Winkel
- a
- Spalt bzw. Abstand
- b
- Abstand
- AS
- Auftragsschicht
- L
- Bewegungs- bzw. Laufrichtung
- M
- Auftragsmedium
- MS
- Mediumsteil
1. Vorhangauftragswerk (1) zur Beschichtung einer durch eine Maschine zur Herstellung
und/oder Veredelung sich bewegenden Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn (2)
mit wenigstens einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium (M), aufweisend einen oberhalb
der Faserstoffbahn (2) angeordneten maschinenbreiten Vorhang-Auftragskopf (3) mit
einer Auftragsmedium- Verteilkammer (4) und einer Austrittsöffnung (5) zur Abgabe
des wenigstens einen Auftragsmediums in Form eines ein- oder mehrschichtigen, im Wesentlichen
der Schwerkraft folgend auf die Faserstoffbahn (2) herabfallenden Vorhangs (7) sowie
aufweisend wenigstens eine zumindest unterhalb des Randes (2a) der Faserstoffbahn
(2) befindliche Auffangrinne (8) zum Auffangen von über den Rand (2a) der Faserstoffbahn
(2) austretendes Auftragsmedium bzw. Teilen (MS) davon,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Auffangrinne (8) eine sich ebenfalls unterhalb der Faserstoffbahn (2) befindliche
Auffangplatte (11) zugeordnet ist, wobei die Auffangplatte (11) mit einem Kühlfluid
(15) beaufschlagt ist.
2. Vorhangauftragswerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) sich im Wesentlichen nur unterhalb des Randes (2a) der Faserstoffbahn
(2) befindet.
3. Vorhangauftragswerk nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) hohl ausgebildet ist und mit dem Kühlfluid (15) befüllt ist.
4. Vorhangauftragswerk nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) Kanäle enthält, durch die das Kühlfluid (15) strömt.
5. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) als separates Bauteil angeordnet ist oder integraler Bestandteil
der Auffangrinne (8) ist.
6. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Auffangplatte (11) eine Blasdüse (12) zugeordnet ist, die mit einem Druckfluid
beaufschlagbar ist und in Richtung auf die Auffangplatte (11) bläst.
7. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) sich oberhalb der ihr zugeordneten Auffangrinne (8) befindet,
wobei die Auffangplatte (11) mit ihrer Oberseite (11a) zur Faserstoffbahn (2) einen
Spalt bzw. Abstand (a) von 0 bis 20mm, vorzugsweise 3 bis 5 mm aufweist und mit ihrer
Unterseite (11 b) in die Auffangrinne (8) zumindest teilweise hineinragt.
8. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) in einem Abstand (b) in stromabwärtiger Richtung der Faserstoffbahn
(2) dem Vorhang (7) bzw. einer Vorhang-Abrisskante (6) an der Austrittsöffnung (5)
des Auftragskopfes (3) nachgeordnet ist.
9. Vorhangauftragswerk nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Abstand (b) ca. 40 bis 100 mm beträgt.
10. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasdüse (12) einen vorzugsweise schlitzförmigen Ausströmquerschnitt aufweist
und damit einen Blasstrahl (12b) mit abgeflachtem Querschnitt erzeugt.
11. Vorhangauftragswerk nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blasdüse (12) derart gegen die Faserstoffbahn (2) angestellt ist, dass deren Blasstrahl
(12b) bis auf die vom Vorhang (7) abgewandte Rückseite (11d) der Auffangplatte (11)
wirkt.
12. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte (11) und die Blasdüse (12) unter einer vorhandenen Start-/Stopp-Rinne
(17) angeordnet sind.
13. Vorhangauftragswerk nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangplatte 11 zur Faserstoffbahn 2 in einem Winkel α zwischen 5° und 90°, vorzugsweise
5° bis 40° angeordnet ist.
14. Auffangeinrichtung (14) für vom Rand des Vorhangs (7) abgeschleudertes bzw. abgespritztes
Auftragsmedium (MS) während der Beschichtung einer sich durch eine Maschine zur Herstellung
und/oder Veredelung bewegenden Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn (2),
gekennzeichnet durch die gemäß Anspruch 1 bis 13 angegebenen Merkmale.