[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Plattenelementen
aus einer Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Lamellen, die in Form von Brettern
oder Kanthölzern ausgebildet sind und die durch Holzdübel miteinander verbunden werden,
welche in vorgebohrte, die nebeneinander angeordneten Lamellen durchsetzende Bohrlöcher
eingepresst werden.
[0002] Vorgefertigte Decken- und Wandelemente, die aus einer Mehrzahl von nebeneinander
angeordneten Lamellen in Form von Brettern oder Kanthölzern bestehen, sind in unter-schiedlichen
Ausführungsformen bekannt. Bei einer herkömmlichen Ausbildungsform werden die einzelnen
Lamellen dadurch miteinander verbunden, dass jeweils zwei nebeneinander liegende Lamellen
miteinander verklebt, vernagelt oder verschraubt werden. Diese Ausbildung ist relativ
aufwendig und es bestehen Nachteile bezüglich des Quell- oder Schwind-Verhalten des
Holzes der einzelnen Lamellen. Weiters sind Plattenelemente bekannt, bei denen Gewindestangen,
die sich jeweils über die Gesamtbreite des Plattenelements erstrecken, in vorgebohrte
Bohrlöcher eingedreht werden. Nachteile ergeben sich hier durch die starken Einschränkungen
der nachgeordneten Bearbeitungsmöglichkeiten, beispielsweise hinsichtlich der Sägbarkeit.
Plattenelemente dieser Art sind beispielsweise aus der
US 3,172,170 A und der
SU 1 784 723 A1 bekannt.
[0003] Weiters sind Plattenelemente bekannt, bei denen die Lamellen durch durchgehende Holzdübel
verbunden sind. Bei dem aus der
AT 003277 U1 bekannten Plattenelement sind die Holzdübel parallel zueinander ausgerichtet und
erstrecken sich rechtwinklig zur Längsrichtung der einzelnen Lamellen. Aus der
AT 410335 B ist ein Plattenelement bekannt, bei dem die die Lamellen verbindenden Holzdübel in
Winkeln ungleich 90° zur Längserstreckung der Lamellen eingebracht sind. Es sind jeweils
zwei Holzdübel vorhanden, die alle nebeneinander angeordneten Lamellen des Plattenelements
durchsetzen und die in entgegengesetzte Richtungen gegenüber der Oberflächennormalen
auf die Breitseiten der Lamellen geneigt sind. In Längsrichtung des Plattenelements
sind eine Mehrzahl von solchen Paaren von Holzdübeln vorhanden. Bei einem solchen
Plattenelement werden durch die Holzdübel durch Quellen oder Schwinden des Holzes
der einzelnen Lamellen bewirkte Breitenänderungen behindert bzw. verringert.
[0004] Herkömmlicherweise werden Plattenelemente, deren Lamellen durch Holzdübel miteinander
verbunden sind, dadurch hergestellt, dass auf einer horizontalen Unterlage die hochkant
ausgerichteten Lamellen aneinander angelegt werden und der so ausgebildete Stapel
zusammengepresst wird. In der Folge werden die Bohrungen für die Holzdübel mit einer
verfahrbaren Bohrvorrichtung vorgebohrt. Nach dem Vorbohren aller Bohrlöcher wird
eine Dübelvorrichtung herangefahren. Von dieser werden die Holzdübel nacheinander
in die Bohrlöcher eingepresst.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es ein Verfahren der eingangs genannten Art bereitzustellen,
durch welches eine effizientere Herstellung der Plattenelemente ermöglicht wird. Erfindungsgemäß
gelingt dies durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0006] Beim Verfahren gemäß der Erfindung werden die Plattenelemente im Durchlaufverfahren
hergestellt. Hierbei werden die aneinander angelegten und zusammengedrückten Lamellen
durch eine Bohrstation und durch eine Dübelstation transportiert. In der Bohrstation
werden die Bohrlöcher gebohrt und in der Dübelstation werden die Holzdübel in die
vorgebohrten Bohrlöcher eingepresst. Das Bohren und das Einpressen der Dübel erfolgt
getaktet. Zwischen den einzelnen Bohrschritten und den einzelnen Dübelschritten wird
jeweils ein Transportschritt durchgeführt. Für einen Teil der Bohr- und Dübelschritte,
vor-zugsweise für den Großteil der Bohr- und Dübelschritte, erfolgt das Bohren des
mindestens einen Bohrlochs in einem jeweiligen Bohrschritt zumindest teilweise gleichzeitig
mit dem Einpressen des mindestens einen Holzdübels in einem jeweiligen Dübelschritt,
d.h. der Zeitraum, über den ein jeweiliger der Bohrschritte durchgeführt wird, überlappt
zumindest teilweise mit dem Zeitraum, über den ein jeweiliger der Dübelschritte durchgeführt
wird (wobei die zusammengedrückten Lamellen stationär gehalten werden, bis die Bohrungen
eingebracht und die Dübel eingepresst sind). Vorteilhafterweise überlappen diese Zeiträume
zu mehr als 50%, vorzugsweise zu mehr als 80%. Vorteilhafterweise ist für mehr als
50% (also den Großteil) der durchzuführenden Bohr- und Dübelschritte vorgesehen, dass
die Bohr- und Dübelschritte zumindest teilweise gleichzeitig durchgeführt werden,
vorzugsweise ist dies für mehr als 80% der durchzuführenden Bohr- und Dübelschritte
vorgesehen. Besonders bevorzugt werden abgesehen von einem oder mehreren Bohrschritten,
welche vor dem ersten Dübelschritt durchgeführt werden, und abgesehen von einem oder
mehreren Dübelschritten, welche nach dem letzten Bohrschritt durchgeführt werden,
alle Bohrschritte und Dübelschritte zumindest teilweise gleichzeitig durchgeführt.
[0007] Für einen Teil der Bohrpositionen der zusammengedrückten Lamellen, vorzugsweise einen
Großteil der Bohrpositionen, stimmt somit eine jeweilige der Bohrpositionen mit einer
jeweiligen Dübelposition der zusammengedrückten Lamellen überein, an der das Einpressen
mindestens eines Holzdübels erfolgt. Der Abstand zwischen einer jeweiligen Bohrposition,
in der mindestens eines der Bohrlöcher vorgebohrt wird, und der jeweiligen Dübelposition,
in welcher in dieses mindestens eine vorgebohrte Bohrloch ein jeweiliger Holzdübel
eingepresst wird, ist somit ein ganzzahliges Vielfaches des Weges, der in einem Transportschritt
zurückgelegt wird, welcher zwischen zwei Bohrschritten bzw. zwischen zwei Dübelschritten
durchgeführt wird. Der Wert dieses ganzzahligen Vielfachen liegt vor-zugsweise im
Bereich von 2 bis 5.
[0008] Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine sehr effiziente Herstellung von Plattenelementen
ermöglicht. Die Anzahl der erforderlichen Arbeitsschritte kann hierbei verringert
werden.
[0009] Vorteilhafterweise werden in einem jeweiligen Bohrschritt zwei Bohrlöcher eingebohrt
und in einem jeweiligen Dübelschritt zwei Dübel in zwei vorgebohrte Bohrlöcher eingepresst.
Vorzugsweise sind die beiden im gleichen Bohrschritt eingebrachten Bohrungen in entgegengesetzte
Richtungen gegenüber einer rechtwinkelig zur Längsrichtung der Lamellen und rechtwinkelig
zur Ebene des Plattenelements ausgerichteten Ebene geneigt. Die eingebrachten Bohrlöcher
liegen hierbei vorzugsweise parallel zur Plattenebene.
[0010] Zum Zusammendrücken der Lamellen beim Bohren der Bohrlöcher und beim Einpressen der
Holzdübel sind vorzugsweise Andrückrollen vorhanden, welche an den voneinander weggerichteten
Seitenflächen der beiden randseitigen Lamellen anliegen. Der von den Druckrollen ausgeübte
Druck wird hierbei vorteilhafterweise beim Transportieren der aneinander angedrückten
Lamellen zur Bohrstation von einem zunächst niedrigeren Wert auf einen höheren Wert
erhöht, der an der Stelle der Bohrstation vorliegt.
[0011] Beim Transportieren der Lamellen zur Bohrstation liegen die unteren Schmalseiten
der hochkant ausgerichteten Lamellen auf einer Unterlage der Fördereinrichtung für
die Lamellen auf, welche beispielsweise von den Rollen eines Rollenförderers gebildet
wird. Grundsätzlich könnte auch ein Band- oder ein Kettenförderer eingesetzt werden.
Auf den oberen Schmalseiten der aneinander anliegenden und auf der Unterlage aufliegenden
Lamellen liegen vorteilhafterweise Druckrollen unter Druck auf. Der von diesen Druckrollen
ausgeübte Druck wird günstigerweise beim Transport der Lamellen zur Bohrstation von
einem zunächst niedrigeren Wert auf einen höheren Wert, der beim Bohren der Bohrlöcher
vorliegt, erhöht.
[0012] Der die Lamellen zusammendrückende Druck wird bis zur Stelle, an der sich die Dübelstation
befindet, günstigerweise beibehalten und in der Folge wiederum verringert.
[0013] Um Lamellen mit einer relativ großen Länge einfach bereitstellen zu können, können
die Lamellen aus zwei oder mehr durch Keilzinkverbindungen verbundenen Teilstücken
ausgebildet sein, welche sich jeweils über einen Abschnitt der Längsausdehnung einer
jeweiligen Lamelle erstrecken.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführungsform können die Lamellen aus Pappelholz ausgebildet
sein. Obwohl Pappelholz allgemein als minderwertig angesehen wird, kann mit solchen
Lamellen, insbesondere wenn Lamellen mit durch Keilzinkverbindungen verbundenen Teilstücken
eingesetzt werden, überraschenderweise ein hochwertiges Plattenelement hergestellt
werden, welches zudem kostengünstig ist.
[0015] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine Schrägsicht eines Teils eines mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Plattenelements;
Fig. 2 einen Teil einer Seitenansicht des Plattenelements (Blickrichtung A in Fig.
1);
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Anlage zur Herstellung von Plattenelementen
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, in Draufsicht;
Fig. 4 eine Seitenansicht eines Teils der Anlage von Fig. 3 (Blickrichtung B in Fig.
3);
Fig. 5 bis 11 schematische Darstellungen von Arbeitsschritten eines erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Herstellung von Plattenelementen.
[0016] In den Fig. 1 und 2 ist ein Ausführungsbeispiel für ein mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestelltes Plattenelement dargestellt. Ein solches Plattenelement kann
insbesondere als Wand- oder Deckenelement eines Gebäudes eingesetzt werden.
[0017] Das Plattenelement umfasst eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Lamellen
1. Die benachbarten Lamellen 1 liegen mit ihren Breitseiten aneinander an und die
Schmalseiten dieser Lamellen bilden insgesamt die Oberflächen 2a, 2b des Plattenelements.
Die Längsausdehnung der Lamellen 1 entspricht der Länge des Plattenelements und die
Breite der Lamellen 1 entspricht der Dicke d des Plattenelements. Die Breite b des
Plattenelements ergibt sich aus der Gesamtdicke des Lamellenstapels. Die aus Holz
bestehenden Lamellen 1 werden von Brettern bzw. Kanthölzern gebildet. Als Holz kann
beispielsweise Pappelholz eingesetzt werden. Auch andere Holzarten wie Fichte oder
Kiefer können eingesetzt werden.
[0018] Die nebeneinander angeordneten Lamellen 1 sind durch Holzdübel 3 miteinander verbunden,
die in Fig. 1 durch strichlierte Linien angedeutet sind. Diese Holzdübel 3 erstrecken
sich im Wesentlichen über die gesamte Breite b des Plattenelements, also durch alle
nebeneinander angeordneten Lamellen 1. Dabei schließen diese Holzdübel 3 zur Oberflächennormalen
4 auf die Breitseiten der Bretter 1 (in Fig. 1 durch eine strichlierte Linie eingezeichnet)
einen Winkel 5 ein, der günstigerweise mindestens 5°, vorzugsweise mindestens 10°
beträgt, wobei ein Winkel von 15° oder mehr besonders bevorzugt ist. Im Ausführungsbeispiel
von Fig. 1 sind in Längsrichtung des Plattenelements benachbarte Holzdübel 3 jeweils
in entgegengesetzte Richtungen gegenüber der Oberflächennormalen 4 geneigt, wie dies
bevorzugt ist.
[0019] Die Holzdübel 3 sind im Ausführungsbeispiel parallel zur Plattenebene (das ist die
parallel zu den großflächigen Oberflächen 2a, 2b liegende Hauptebene durch das Plattenelement,
welche das Plattenelement mittig durchsetzt) ausgerichtet.
[0020] Der Winkel 5 könnte auch auf die Ebene 8 bezogen werden, die rechtwinkelig zur Plattenebene
7 und rechtwinkelig zur Längserstreckung der Lamellen 1 ausgerichtet ist.
[0021] Im Ausführungsbeispiel überschneiden sich Endabschnitte der Holzdübel 3 in einer
Draufsicht auf das Plattenelement gesehen. Die in Längsrichtung der Lamellen 1 aufeinander
folgenden Holzdübel sind hierbei in der Höhe zueinander versetzt, d. h. in voneinander
beabstandeten, parallel zur Plattenebene 7 liegenden Ebenen angeordnet, wie dies aus
Fig. 2 ersichtlich ist.
[0022] Die nebeneinander liegenden Lamellen 1 liegen mit ihren Breitseiten aneinander an,
wobei die aneinander anliegenden Breitseiten vorzugsweise profiliert sind, beispielsweise
mit Nuten und Kämmen ausgebildet sind. Auch aneinander teilweise anliegende wellenförmige
Profilierungen sind denkbar und möglich. Durch solche Profilierungen kann der Verbund
zwischen den einzelnen Lamellen 1 verbessert werden. Weiters können durch diese Profilierungen
beispielsweise auch Durchtrittsöffnungen 6 in Längsrichtung des Plattenelements freigelassen
werden, durch welche akustische Verbesserungen erreicht werden können.
[0023] Die einzelnen Lamellen des Plattenelements können auch unterschiedliche Breiten (in
Richtung der Dicke d des Plattenelements gemessen) aufweisen, wodurch mindestens eine
der Oberflächen 2a, 2b eine profilierte Ausbildung erhält. Die Dicken (in Richtung
der Breite b des Plattenelements gemessen) der Lamellen 1 sind vorzugsweise gleich,
könnten sich aber auch unterscheiden.
[0024] Ein mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Plattenelement kann ein, insbesondere
tragendes, Decken- oder Wandelement bilden. Eine der Oberflächen 2a, 2b kann hierbei
direkt die Sichtseite darstellen. Auch Holz-Beton-Verbunddecken können ausgebildet
werden.
[0025] Die Holzdübel bestehen günstigerweise aus einem Hartholz, wie beispielsweise Buche.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel für eine Anlage zur Herstellung von Plattenelementen ist
in den Fig. 3 und 4 stark schematisiert dargestellt. Die Anlage umfasst eine Fördereinrichtung
9 zum Zuführen der aneinander anliegenden Lamellen zu einer ortsfesten Bohrstation
10 und zu einer ortsfesten Dübelstation 11. Ein hergestelltes Plattenelement wird
von der Fördereinrichtung 9 abgeführt.
[0027] Die Fördereinrichtung 9 kann wie schematisch dargestellt von einem Rollenförderer
gebildet werden, wobei die aneinander anliegenden Lamellen mit ihren unteren Schmalseiten
auf Förderrollen 12 aufliegen.
[0028] Die oberen und unteren Schmalseiten der Lamellen 1 liegen beim Transport mit der
Fördereinrichtung 9 in horizontalen Ebenen.
[0029] Oberhalb von einem Teil der Förderrollen 12 oder oberhalb von allen Förderrollen
12 sind Andrückrollen 13 vorgesehen, die auf den oberen Schmalseiten der Lamellen
unter Druck aufliegen. Seitliche Andrückrollen 14, 15 liegen an den aneinander wegweisenden
Breitseiten der beiden randseitigen Lamellen 1 an und drücken die Lamellen zusammen.
Der auf die Lamellen 1 ausgeübte Druck wird in die Förderrichtung 16 bis zum Erreichen
der Bohrstation 10 zunehmend erhöht.
[0030] Die Bohrstation 10 umfasst erste und zweite Bohraggregate 17, 18 mit Bohrern 19,
20. Diese sind entsprechend den gewünschten Winkeln der einzubringenden Holzdübel
gegenüber einer rechtwinklig zur Transportrichtung 16 stehenden Vertikalebene geneigt
und zwar in entgegengesetzte Richtungen gegenüber dieser Vertikalebene. Die Neigungswinkel
entsprechen den bereits im Zusammenhang mit den Holzdübeln 3 genannten Winkeln, liegen
also bei mindestens 5°, vorzugsweise mindestens 10°, besonders bevorzugt bei 15° oder
mehr. Die Winkel 21 der Achsen der Bohrer 19, 20 entsprechen den Winkeln 5 der einzubringenden
Holzdübel 3. Die Achsen der Bohrer 19, 20 liegen vorzugsweise horizontal.
[0031] Die Dübelstation 11 umfasst erste und zweite Dübelaggregate 22, 23 zum Eintreiben
von jeweiligen ersten und zweiten Dübeln 3 in die vorgebohrten Bohrlöcher. Die Achsen,
entlang von denen die Dübel 3 eingetrieben werden, weisen Winkel 26 gegenüber einer
rechtwinklig zur Transportrichtung 16 stehenden Vertikalebene auf, die somit den Winkeln
21 entsprechen. Weiters sind die Achsen des Bohrers 19 des Bohraggregats 17 und des
Dübelaggregats 22 in der gleichen Höhe angeordnet, sowie die Achsen des Bohrers 20
des Bohraggregats 18 und des Dübelaggregats 23 in der gleichen Höhen angeordnet.
[0032] Die Dübelaggregate 22, 23 weisen günstigerweise Magazine 24, 25 zum, vorzugsweise
automatisierten, Nachliefern von Dübeln 3 auf.
[0033] Die Bohrstation 10 und Dübelstation 11 sind vorzugsweise in einem Gehäuse 28 angeordnet,
wobei die Fördereinrichtung 9 durch Eintritts- und Austrittsöffnungen des Gehäuses
verläuft.
[0034] Ein von der Dübelstation 11 wegtransportiertes gebohrtes und gedübeltes Plattenelement
kann mittels einer Sägevorrichtung 27, insbesondere Kapsäge auf die gewünschte Länge
abgelängt werden. Die Sägevorrichtung 27 ist vorteilhafterweise ebenfalls im Gehäuse
28 angeordnet.
[0035] Die Arbeitsschritte bei der Herstellung eines Plattenelements werden im Folgenden
anhand der Fig. 5 bis 10 erläutert.
[0036] Fig. 5 zeigt das Zuführen der aneinander angelegten Lamellen 1 in die Förderrichtung
16. Die Fördereinrichtung 9 mit den Rollen 12 bis 15 ist lediglich durch strichlierte
Linien angedeutet.
[0037] Wenn die erste Bohrposition erreicht ist, wird die Fördereinrichtung 9 angehalten
und die ersten beiden Bohrungen werden mit den Bohraggregaten 17, 18 gebohrt, wobei
die Bohrer 19, 20 vorgefahren werden. Die vorgefahrene Stellung ist in Fig. 6 dargestellt.
Nach dem Zurückziehen der Bohrer 19, 20 erfolgt ein Transportschritt, bis die nächste
Bohrposition erreicht ist. In der Folge wird ein weiterer Bohrschritt durchgeführt,
bei dem zwei weitere Bohrlöcher gebohrt werden.
[0038] Fig. 7 zeigt den Zustand, in welchem am Ende eines Transportschritts die vierte Bohrposition
angefahren worden ist. Es sind also bereits drei Paare von Bohrlöchern 29, 30 gebohrt
worden und nach einem jeweiligen Bohren eines Paares von Bohrlöchern 29, 30 ist jeweils
ein Transportschritt durchgeführt worden, in welchem die Lamellen 1 zur nächsten Bohrposition
gefahren worden sind. Diese vierte Bohrposition entspricht gleichzeitig der ersten
Dübelposition. Es wird in der Folge ein Bohrschritt und ein Dübelschritt durchgeführt.
Beim Bohrschritt werden zwei weitere Bohrlöcher 29, 30 gebohrt. Beim Dübelschritt
werden die in die Dübelaggregate 22, 23 eingelegten Holzdübel 3 in vorgebohrte Bohrlöcher
29, 30 eingepresst. Der Zeitraum, in dem die beiden Bohrlöcher 29, 30 gebohrt werden,
und der Zeitraum, in dem die beiden Holzdübel 3 in zwei vorgebohrte Bohrlöcher 29,
30 eingepresst werden, überlappen sich zumindest teilweise, vorzugsweise großteils.
Im Ausführungsbeispiel beträgt die Überlappung 100%. Wenn beispielsweise das Vorbohren
der beiden Bohrlöcher 29, 30 fünfzehn Sekunden benötigt, so werden über diese fünfzehn
Sekunden auch die beiden Holzdübel 3 in die an der Dübelposition sich befindenden
vorgebohrten Bohrlöcher 29, 30 eingepresst. Es werden damit vier Arbeitsschritte (Einbringen
von zwei Bohrlöchern und Einpressen von zwei Holzdübeln) gleichzeitig ausgeführt.
In anderen Ausführungsbeispielen könnten sich diese Zeiträume auch nur teilweise überlappen.
[0039] Fig. 8 zeigt den Zustand, in welchem die nächsten beiden Bohrlöcher gebohrt worden
sind und die ersten beiden Holzdübel 3 eingepresst worden sind. In der Folge werden
sowohl die Bohraggregate 17, 18 als auch die Dübelaggregate 22, 23 zurückgezogen und
ein weiterer Transportschritt wird durchgeführt, bis die nächsten Bohr- und Dübelpositionen
erreicht sind, vgl. Fig. 9. In der Folge wird wiederum ein gemeinsamer Bohr- und Dübelschritt
durchgeführt, vgl. Fig. 10. Dies wird wiederholt, bis alle Bohrschritte durchgeführt
worden sind. In der Folge werden noch die restlichen Dübelschritte durchgeführt, bei
denen Holzdübel 3 in die verbleibenden Bohrlöcher eingepresst werden. Hierzu wird
jeweils ein Transportschritt und ein Dübelschritt durchgeführt, bis Holzdübel 3 in
die letzten Bohrlöcher eingepresst worden sind, vgl. Fig. 11. Die Dübelaggregate 22,
23 werden zurückgezogen und das fertig gestellte Plattenelement wird abtransportiert.
[0040] Falls die aneinander anliegenden zugeführten Lamellen 1 länger als ein herzustellendes
Plattenelement sind, insbesondere mindestens die Länge von zwei oder mehr herzustellenden
Plattenelementen aufweisen, werden die gebohrten und gedübelten Lamellenpakete an
den gewünschten Stellen mittels der Sägevorrichtung 27 durchtrennt. Es können somit
in einem Produktionsdurchlauf zwei oder mehr Plattenelemente hergestellt werden.
[0041] Unterschiedliche Modifikationen des beschriebenen Ausführungsbeispiels sind denkbar
und möglich, ohne den durch die Patentansprüche bestimmten Bereich der Erfindung zu
verlassen. Während beim beschriebenen Ausführungsbeispiel zwischen der Bohrstation
10 und der Dübelstation 11 drei Transportschritte liegen, nach welchen jeweils ein
Bohr- und/oder Dübelschritt durchgeführt wird, könnten auch mehr oder weniger (vorzugsweise
mindestens zwei) Transportschritte vorgesehen sein, bis die in einem Bohrschritt eingebrachten
Bohrungen die Dübelstation 11 erreichen. Grundsätzlich denkbar und möglich wäre es
auch, dass die Holzdübel 3 rechtwinkelig zur Förderrichtung 16 eingebracht werden,
sodass sie parallel zu Oberflächennormalen 4 liegen.
[0042] In einem jeweiligen Bohrschritt und in einem jeweiligen Dübelschritt könnten auch
mehr oder weniger als zwei Bohrungen eingebracht werden bzw. Holzdübel eingepresst
werden.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0043]
- 1
- Lamelle 2a, 2b Oberfläche
- 3
- Holzdübel
- 4
- Ober-flächennormale
- 5
- Winkel
- 6
- Durchtrittsöffnung
- 7
- Plattenebene
- 8
- Ebene
- 9
- Fördereinrichtung
- 10
- Bohrstation
- 11
- Dübelstation
- 12
- Förderrolle
- 13
- Andrückrolle
- 14
- seitliche Andrückrolle
- 15
- seitliche Andrückrolle
- 16
- Förderrichtung
- 17
- Bohraggregat
- 18
- Bohraggregat
- 19
- Bohrer
- 20
- Bohrer
- 21
- Winkel
- 22
- Dübelaggregat
- 23
- Dübelaggregat
- 24
- Magazin
- 25
- Magazin
- 26
- Winkel
- 27
- Sägevorrichtung
- 28
- Gehäuse
- 29
- Bohrloch
- 30
- Bohrloch
1. Verfahren zur Herstellung von Plattenelementen aus einer Mehrzahl von nebeneinander
angeordneten Lamellen (1), die in Form von Brettern oder Kanthölzern ausgebildet sind
und die durch Holzdübel (3) miteinander verbunden werden, welche in vorgebohrte, die
nebeneinander angeordneten Lamellen (1) durchsetzende Bohrlöcher (29, 30) eingepresst
werden, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung der Plattenelemente die aneinander angelegten und zusammengedrückten
Lamellen (1) durch eine Bohrstation (10) und durch eine Dübelstation (11) transportiert
werden, wobei in der Bohrstation (10) in einem jeweiligen Bohrschritt mindestens ein
Bohrloch (29, 30) durch die Lamellen (1) eingebracht wird und zwischen den einzelnen
Bohrschritten jeweils ein Transportschritt durchgeführt wird, in welchem die aneinander
anliegenden Lamellen (1) zur nächsten Bohrposition weitertransportiert werden, und
in der Dübelstation (11) in einem jeweiligen Dübelschritt mindestens ein Holzdübel
(3) in eines der eingebrachten Bohrlöcher (29, 30) eingepresst wird, und dass für
zumindest einen Teil der Bohrschritte und der Dübelschritte ein jeweiliger der Dübelschritte
zumindest teilweise im gleichen Zeitraum durchgeführt wird, in welchem ein jeweiliger
der Bohrschritte durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aneinander anliegenden Lamellen (1) auf einer Fördereinrichtung (9) in Form eines
Rollen-, Band- oder Kettenförderes durch die Bohr- und Dübelstation (10, 11) transportiert
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an die voneinander weggerichteten Breitseiten der beiden randseitigen Lamellen (1)
Andrückrollen (14, 15) zum Zusammendrücken der aneinander anliegenden Lamellen (1)
angedrückt sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der von den Andrückrollen (14, 15) auf die aneinander anliegenden Lamellen (1) ausgeübte
Druck bis zum Erreichen der Bohrstation (10) erhöht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Oberseite der aneinander anliegenden Lamellen (1) Andrückrollen (13) unter
Druck aufliegen.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der von den auf den Oberseiten der aneinander anliegenden Lamellen (1) aufliegenden
Andrückrollen (13) ausgeübte Druck bis zum Erreichen der Bohrstation (10 erhöht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in einem jeweiligen Bohrschritt mittels ersten und zweiten Bohrern (19, 20) erste
und zweite Bohrlöcher (29, 30) eingebracht werden und in einem jeweiligen Dübelschritt
mittels ersten und zweiten Dübelaggregaten (22, 23) erste und zweite Holzdübel (3)
in vorgebohrte Bohrlöcher (29, 30) eingepresst werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Bohrlöcher (29, 30) in Winkeln von mindestens 5° zu einer
Vertikalebene eingebracht werden, die rechtwinkelig zur Förderrichtung (16) der Lamellen
(1) steht.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Bohrlöcher (29, 30) in entgegengesetzten Richtungen gegenüber
dieser rechtwinkelig zur Förderrichtung (16) der Lamellen (1) stehenden Vertikalebene
geneigt sind.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten gleichzeitig in einem Bohrschritt eingebrachten Bohrlöcher
(29, 30) in der Höhe versetzt zueinander angeordnet sind.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Lamellen (1) aus zwei oder mehr Abschnitten ausgebildet werden,
die durch Keilzinkverbindungen miteinander verbunden sind.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (1) aus Pappelholz bestehen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass für den Großteil der Bohrschritte und der Dübelschritte ein jeweiliger der Dübeischritte
zumindest teilweise im gleichen Zeitraum durchgeführt wird, in welchem ein jeweiliger
der Bohrschritte durchgeführt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass für den Teil der Bohr- und Dübelschritte, die zumindest teilweise in gleichen Zeiträumen
durchgeführt werden, die Zeiträume, über welche die jeweiligen Dübelschritte durchgeführt
werden, zu mehr als 50% mit den Zeiträumen überlappen, über welche die jeweiligen
Bohrschritte durchgeführt werden.