(19)
(11) EP 2 409 923 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.01.2012  Patentblatt  2012/04

(21) Anmeldenummer: 11164191.6

(22) Anmeldetag:  28.04.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65C 9/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 22.07.2010 DE 102010038293

(71) Anmelder: Krones AG
93073 Neutraubling (DE)

(72) Erfinder:
  • Hafner, Dieter
    93051, Regensburg (DE)
  • Rattenberger, Stephan
    84152, Mengkofen (DE)

(74) Vertreter: Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser 
Anwaltssozietät Leopoldstrasse 4
80802 München
80802 München (DE)

   


(54) Spannvorrichtung


(57) Es wird eine Spannvorrichtung (1) zum lösbaren Andrücken einer Andrückwalze (3) an eine Förderwalze (2), insbesondere für eine Etikettiermaschine, beschrieben, die ein Ausweichen der Andrückwalze (3) bei übermäßigem Druck und ein schnelles gewolltes Zurückziehen der Andrückwalze gestattet. Zu diesem Zweck wird die Andrückwalze in einem bewegbaren Träger (5) gelagert, der eine Federangriffsfläche (10) aufweist, die durch ein Federelement (7) mit der radial zur Andrückwalze (3) wirkenden Andrückkraft beaufschlagt ist, und dass ein in wenigstens zwei Stellungen bewegbares Spannelement (11) vorgesehen ist, das in der ersten Stellung die Andrückkraft auf die Andrückwalze aufhebt und in der zweiten Stellung zulässt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Spannvorrichtung zum lösbaren Andrücken einer Andrückwalze an eine Förderwalze, insbesondere für eine Etikettiermaschine.

[0002] Etikettiermaschinen, wie sie beispielsweise der DE 20 2005 002 793 U1 zu entnehmen sind, verwenden ein Walzenpaar aus einer Förderwalze und einer Andrückwalze, zwischen denen ein Streifen- oder blattförmiges Etikett beispielsweise einer Schneideinrichtung oder einer Aufbringeinrichtung zugeführt wird. Die Andrückwalze ist in Richtung auf die Förderwalze zu und von ihr weg bewegbar, um einerseits ein Einfädeln der Etiketten zwischen die beiden Walzen zu gestatten und andererseits die Etiketten mit ausreichendem Förderdruck gegen die angetriebene Förderwalze zu pressen, um ein schlupffreies Fördern der Etiketten zu gewährleisten. Trotz aller Vorsicht kann es jedoch passieren, dass sich das Etikettenband um die Förderwalze wickelt und somit der Durchmesser der Walze rapide größer wird, wodurch entweder der Anpressdruck rapide ansteigt oder die Maschine verstopft. Ein weiteres Problem bei diesen bekannten Walzenpaarungen ist die Tatsache, dass ein Etikettenwechsel einen relativ hohen Zeitaufwand und besondere Umsicht erfordert.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spanneinrichtung bereitzustellen, die ein Ausweichen der Andrückwalze und ein schnelles Wechseln des Etikettes gestattet.

[0004] Die Aufgabe wird durch die Spannvorrichtung des Anspruchs 1 gelöst.

[0005] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird die Andrückkraft der Andrückwalze durch ein Federelement aufgebracht, das radial zur Andrückwalze wirkt, so dass die Andrückwalze bei einem Etikettenstau zwischen Andrückwalze und Förderwalze gegen das Federelement ausweichen kann. Das radial wirkende Federelement erlaubt weiterhin ein besonders einfaches Schnellspann-Element, mit dem durch einfaches Bewegen des Spannelementes die Federwirkung aufgehoben werden kann, so dass die Etiketten sehr einfach, schnell und unkompliziert zwischen Andrückwalze und Förderwalze eingefädelt werden können.

[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

[0007] Der Träger ist auf konstruktiv einfache Weise als in einer Schlittenführung verschiebbarer Schlitten ausgebildet, wodurch ein schnelles Ansprechen auf die gewünschten Bewegungszustände gesichert ist.

[0008] Das Federelement umfasst vorzugsweise eine oder eine Vielzahl von Druckfedern, die an einer Angriffsfläche direkt am Träger angreift oder angreifen. Dies kann aber auch ein anderes Federelement, wie z.B. eine Gasfeder oder eine Gasfederanordnung sein.

[0009] Um die Federwirkung aufzuheben, greift das Spannelement bevorzugt auf einer der Federangriffsfläche gegenüberliegenden Fläche am Träger an.

[0010] Ein mit einem nicht axial symmetrischen Querschnitt versehenes Spannelement eignet sich besonders als Schnellspanneinrichtung, da zum Ändern der Stellungen lediglich eine Verdrehung um die Längsachse des Spannelementes notwendig ist.

[0011] Das Spannelement ist durch ein Langloch im Träger derart geführt, dass sich der Träger relativ zum Spannelement, für eine Ausweichbewegung bei Ansammlung von Etiketten, bewegen kann.

[0012] Die Spannangriffsfläche weist bevorzugt einen Vorsprung auf, der sich mit dem Drehkreis des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts des Spannelementes überlappt, so dass die Federeinwirkung auch dann aufgehoben werden kann, wenn der Schlitten durch Ansammlung von Etiketten im Walzenspalt zurückgedrängt wurde.

[0013] Bevorzugt wird das Spannen und Entspannen durch zwei Stellungen des Spannelementes erreicht.

[0014] Eine besonders bevorzugte konstruktive Ausgestaltung des Schlittens und der Schlittenführung ist die C-Form mit gegenüberliegenden Schenkeln und einem diese verbindenden Steg.

[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung einer an einer Förderwalze angeordneten Spanneinrichtung,
Fig. 2
die Draufsicht auf Fig. 1, und
Fig. 3
den Schnitt A ― A aus Fig. 2.


[0016] Fig. 1 zeigt eine Spannvorrichtung 1 für eine Förderwalze 2, die im dargestellten Ausführungsbeispiel für eine Etikettiermaschine in einer Abfüllanlage für Lebensmittel gedacht ist und dort Etikettenbänder oder bereits abgetrennte Etiketten einer Schneideinrichtung oder einer Aufbringeinrichtung oder dgl. zuführt. Die Förderwalze 2 ist mit senkrechter Drehachse 2' fliegend gelagert und durch einen nicht gezeichneten Antrieb angetrieben. Es besteht somit zumindest an einem axialen Ende der Förderwalze 2 keine Verbindung zur Spanneinrichtung 1, so dass der Walzenspalt zwischen der Förderwalze 2 und der Spanneinrichtung 1 z.B. von oben zugänglich ist und Etiketten einfach eingefädelt werden können (siehe auch Fig. 2).

[0017] Die Spanneinrichtung 1 enthält eine Andrückwalze 3, die ebenfalls von üblicher Art, also beispielsweise mit einem Gummibelag versehen, sein kann. Die Andrückwalze 3 ist, über geeignete Lager 4 in einem Träger 5 in Form eines Schlittens gelagert, der in Richtung des Doppelpfeiles P bewegbar, insbesondere verschiebbar, in einer Führung 6 aufgenommen ist. Die Drehachsen 2' der Förderwalze 2 und 3' der Andrückwalze 3 verlaufen parallel zueinander und im Wesentlichen senkrecht.

[0018] Der Träger 5 hat bevorzugt einen C-förmigen Längsschnitt mit einem unteren und einem oberen Schenkel 5a, 5b und einem diese verbindenden, im Wesentlichen senkrechten Steg 5c. In den sich gegenüberliegenden Schenkeln 5a, 5b ist die Andrückrolle 3 drehbar gelagert.

[0019] Auch die Führung 6 hat einen im Wesentlichen C-förmigen Längsschnitt, der den Träger 5 umgreift. Die Schenkel 6a und 6b der Führung 6 bilden nach innen weisende Gleitflächen für den Träger 5.

[0020] Am Steg 6c der Führung 6 stützt sich ein Federelement 7 ab. Das Federelement 7 umfasst wenigstens eine Druck- oder Zugfeder, bevorzugt eine Vielzahl von Druckschraubenfedern 7a, die in Ausnehmungen 8 im Steg 6c zentriert und, bevorzugt durch Schrauben 9, vorspannbar sind. Das Federelement 7 könnte z.B. eine Gasfeder sein und wirkt auf eine Federangriffsfläche 10 an der dem Steg 6c zugewandten Außenseite des Steges 5c des Trägers 5 ein und drückt den Träger 5 mit der darin gelagerten Andrückwalze 3 mit einer vorbestimmten Andrückkraft gegen die Förderwalze 2. Zwischen der Federangriffsfläche 10 und der gegenüberliegenden Fläche des Steges 6c der Führung 6 befindet sich ein Spalt S, der ein Zurückweichen des Trägers 5 von der Förderwalze 2 gestattet, wenn sich zwischen der Andrückwalze 3 und der Förderwalze 2 Etiketten ansammeln sollten.

[0021] Die Spannvorrichtung 1 enthält weiterhin ein Spannelement 11, das mit einem Handgriff 12 versehen und für eine manuelle Bewegung des Trägers 5 ausgelegt ist, um die Wirkung des Federelementes 7 zum Anpressen der Andrückwalze 3 an die Förderwalze 2 aufzuheben bzw. in einer zweiten Stellung diese zuzulassen. Das Spannelement 11 weist einen nicht-axialsymmetrischen Querschnitt mit einer sich radial erstreckenden Ausnehmung 11 c auf und ist bevorzugt als Welle mit einem halbkreisförmigen Querschnitt ausgebildet. Das Spannelement 11 ist mit Lagerzapfen 11a bzw. 11 b und senkrechter Achse 11' in den Schenkeln 6a bzw. 6b der Führung 6 in Richtung des Pfeiles D drehbar gelagert. Dabei verläuft die Drehachse 11' parallel zu den Drehachsen 2' und 3'.

[0022] Das Spannelement 11 erstreckt sich durch jeweils ein Langloch 13a, 13b in den Schenkeln 5a bzw. 5b des Trägers 5. Diese Langlöcher 13a, 13b sind möglichst nahe am Steg 5c des Trägers 5 angeordnet, bevorzugt enden sie direkt am Steg 5c, so dass der Steg 5c einen Anschlag für die entsprechenden Lagerzapfen 11 a, 11 b des Spannelementes 11 zur Begrenzung der Maximalbewegung der Andrückwalze 3 gegen die Förderwalze 2 bilden. Die Langlöcher 13a und 13b sind jedoch in Richtung des Doppelpfeiles P länger als es dem Durchmesser der durch die Langlöcher reichenden Lagerzapfen 11 a, 11 b des Spannelementes 11 entspricht, so dass sich der Träger 5 in Richtung des Doppelpfeiles P relativ zum Spannelement 11 verschieben kann.

[0023] An der der Federangriffsfläche 10 gegenüberliegenden Fläche des Steges 5c befindet sich ein Vorsprung 14, der in den Bereich der Ausnehmung 11 c des Spannelementes 11 hineinragt, d.h. im Drehkreis des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts des Spannelementes liegt. Wird nun das Spannelement 11 in Richtung des Doppelpfeiles P verdreht, so greift der Querschnittsteil des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts des Spannelementes 11 am Vorsprung 14 an und drückt den Träger 5 unter Komprimierung des Federelementes 7 in Richtung auf den Steg 6c. Dadurch öffnet sich der Walzenspalt zwischen den beiden Walzen 2 und 3 zum Entfernen von Mehrfachetiketten oder zum Einfädeln eines neuen Etikettenbandes. Anschließend wird das Spannelement 11 wieder in eine Stellung verdreht, in der es dem Federelement 7 gestattet ist, den Träger 5 wieder mit der durch das Federelement 7 vorbestimmten Andrückkraft der Andrückwalze 3 an die Förderwalze 2 zu belasten. Bei Belastung der Andrückwalze 3 durch die vorbestimmte Andrückkraft berührt der Träger 5 das Spannelement 11 nicht.

[0024] In Abwandlung des beschriebenen und gezeichneten Ausführungsbeispiels kann das Spannelement auch mit einem Nocken oder dgl. versehen sein. Statt Schraubenfedern können andere Federn Verwendung finden. Auch der Träger und seine Führung können andere Längsschnitte aufweisen.


Ansprüche

1. Spannvorrichtung (1) zum lösbaren Andrücken einer Andrückwalze (3) an eine Förderwalze (2), insbesondere für eine Etikettiermaschine, wobei die Andrückwalze (3) in einem bewegbaren Träger (5) gelagert ist, der eine Federangriffsfläche (10) aufweist, die durch ein Federelement (7) mit der radial zur Förderwalze (2) wirkenden Andrückkraft beaufschlagt ist, und dass ein in wenigstens zwei Stellungen bewegbares Spannelement (11) vorgesehen ist, das in der ersten Stellung die Andrückkraft auf die Förderwalze (2) aufhebt und in der zweiten Stellung zulässt.
 
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (5) als Schlitten ausgebildet ist, der radial zur Förderwalze (2) bewegbar in einer Führung (6) gelagert ist.
 
3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (7) wenigstens eine Druck- oder Zugfeder umfasst.
 
4. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (7) zwischen der Führung (6) und dem Träger (5) angeordnet ist.
 
5. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) auf eine der Federangriffsfläche (10) entgegengesetzte Spannangriffsfläche (14) des Trägers (5) einwirkt.
 
6. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) einen nicht-axialsymmetrischen Querschnitt aufweist und drehbar gelagert ist.
 
7. Spannvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) als Spannwelle mit halbrundem Querschnitt ausgebildet ist.
 
8. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) außerhalb des Trägers (5) gelagert ist und in einem Langloch (13a, 13b) im Träger (5) aufgenommen ist.
 
9. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannangriffsfläche einen Vorsprung (14) aufweist, der in Richtung auf das Spannelement (11) vorsteht und sich mit dem Drehkreis des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts überlappt.
 
10. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Drehstellung des Spannelementes (11) das Federelement (7) den Träger (5) mit der Andrückwalze (3) gegen die Förderwalze (2) drückt und in einer zweiten Stellung das Spannelement (11) den Träger (5) gegen das Federelement (7) drückt und dadurch die Andrückwalze (3) von der Förderwalze (2) wegbewegt.
 
11. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (5) im Längsschnitt C-förmig mit zwei gegenüberliegenden Schenkeln (5a, 5b) und einem sie verbindenden Steg (5c) ausgebildet ist und in einer ebenfalls im Längsschnitt C-förmig mit zwei gegenüberliegenden Schenkeln (6a, 6b) und einem sie verbindenden Steg (6c) ausgebildeten Führung (6) aufgenommen ist, wobei das Federelement (7) zwischen den Stegen (5c, 6c) von Träger (5) und Führung (6) wirkt, wobei das Spannelement (11) in wenigstens einem Schenkel (6a, 6b) der Führung (6) drehbar gelagert ist, sich durch ein Langloch (13a, 13b) im Schenkel (5a, 5b) des Trägers (5) erstreckt und auf den Steg (5c) des Trägers (5), an der dem Federelement (7) gegenüberliegenden Seite wirkt und die Andrückwalze (3) an der dem Steg (5c) gegenüberliegenden Seite des Spannelementes (11) in den Schenkeln (5a, 5b) des Träges (5) gelagert ist.
 




Zeichnung








Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente