[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Spannvorrichtung zum lösbaren Andrücken einer
Andrückwalze an eine Förderwalze, insbesondere für eine Etikettiermaschine.
[0002] Etikettiermaschinen, wie sie beispielsweise der
DE 20 2005 002 793 U1 zu entnehmen sind, verwenden ein Walzenpaar aus einer Förderwalze und einer Andrückwalze,
zwischen denen ein Streifen- oder blattförmiges Etikett beispielsweise einer Schneideinrichtung
oder einer Aufbringeinrichtung zugeführt wird. Die Andrückwalze ist in Richtung auf
die Förderwalze zu und von ihr weg bewegbar, um einerseits ein Einfädeln der Etiketten
zwischen die beiden Walzen zu gestatten und andererseits die Etiketten mit ausreichendem
Förderdruck gegen die angetriebene Förderwalze zu pressen, um ein schlupffreies Fördern
der Etiketten zu gewährleisten. Trotz aller Vorsicht kann es jedoch passieren, dass
sich das Etikettenband um die Förderwalze wickelt und somit der Durchmesser der Walze
rapide größer wird, wodurch entweder der Anpressdruck rapide ansteigt oder die Maschine
verstopft. Ein weiteres Problem bei diesen bekannten Walzenpaarungen ist die Tatsache,
dass ein Etikettenwechsel einen relativ hohen Zeitaufwand und besondere Umsicht erfordert.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spanneinrichtung bereitzustellen,
die ein Ausweichen der Andrückwalze und ein schnelles Wechseln des Etikettes gestattet.
[0004] Die Aufgabe wird durch die Spannvorrichtung des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird die Andrückkraft der Andrückwalze durch
ein Federelement aufgebracht, das radial zur Andrückwalze wirkt, so dass die Andrückwalze
bei einem Etikettenstau zwischen Andrückwalze und Förderwalze gegen das Federelement
ausweichen kann. Das radial wirkende Federelement erlaubt weiterhin ein besonders
einfaches Schnellspann-Element, mit dem durch einfaches Bewegen des Spannelementes
die Federwirkung aufgehoben werden kann, so dass die Etiketten sehr einfach, schnell
und unkompliziert zwischen Andrückwalze und Förderwalze eingefädelt werden können.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Der Träger ist auf konstruktiv einfache Weise als in einer Schlittenführung verschiebbarer
Schlitten ausgebildet, wodurch ein schnelles Ansprechen auf die gewünschten Bewegungszustände
gesichert ist.
[0008] Das Federelement umfasst vorzugsweise eine oder eine Vielzahl von Druckfedern, die
an einer Angriffsfläche direkt am Träger angreift oder angreifen. Dies kann aber auch
ein anderes Federelement, wie z.B. eine Gasfeder oder eine Gasfederanordnung sein.
[0009] Um die Federwirkung aufzuheben, greift das Spannelement bevorzugt auf einer der Federangriffsfläche
gegenüberliegenden Fläche am Träger an.
[0010] Ein mit einem nicht axial symmetrischen Querschnitt versehenes Spannelement eignet
sich besonders als Schnellspanneinrichtung, da zum Ändern der Stellungen lediglich
eine Verdrehung um die Längsachse des Spannelementes notwendig ist.
[0011] Das Spannelement ist durch ein Langloch im Träger derart geführt, dass sich der Träger
relativ zum Spannelement, für eine Ausweichbewegung bei Ansammlung von Etiketten,
bewegen kann.
[0012] Die Spannangriffsfläche weist bevorzugt einen Vorsprung auf, der sich mit dem Drehkreis
des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts des Spannelementes überlappt, so dass die
Federeinwirkung auch dann aufgehoben werden kann, wenn der Schlitten durch Ansammlung
von Etiketten im Walzenspalt zurückgedrängt wurde.
[0013] Bevorzugt wird das Spannen und Entspannen durch zwei Stellungen des Spannelementes
erreicht.
[0014] Eine besonders bevorzugte konstruktive Ausgestaltung des Schlittens und der Schlittenführung
ist die C-Form mit gegenüberliegenden Schenkeln und einem diese verbindenden Steg.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer an einer Förderwalze angeordneten Spanneinrichtung,
- Fig. 2
- die Draufsicht auf Fig. 1, und
- Fig. 3
- den Schnitt A ― A aus Fig. 2.
[0016] Fig. 1 zeigt eine Spannvorrichtung 1 für eine Förderwalze 2, die im dargestellten
Ausführungsbeispiel für eine Etikettiermaschine in einer Abfüllanlage für Lebensmittel
gedacht ist und dort Etikettenbänder oder bereits abgetrennte Etiketten einer Schneideinrichtung
oder einer Aufbringeinrichtung oder dgl. zuführt. Die Förderwalze 2 ist mit senkrechter
Drehachse 2' fliegend gelagert und durch einen nicht gezeichneten Antrieb angetrieben.
Es besteht somit zumindest an einem axialen Ende der Förderwalze 2 keine Verbindung
zur Spanneinrichtung 1, so dass der Walzenspalt zwischen der Förderwalze 2 und der
Spanneinrichtung 1 z.B. von oben zugänglich ist und Etiketten einfach eingefädelt
werden können (siehe auch Fig. 2).
[0017] Die Spanneinrichtung 1 enthält eine Andrückwalze 3, die ebenfalls von üblicher Art,
also beispielsweise mit einem Gummibelag versehen, sein kann. Die Andrückwalze 3 ist,
über geeignete Lager 4 in einem Träger 5 in Form eines Schlittens gelagert, der in
Richtung des Doppelpfeiles P bewegbar, insbesondere verschiebbar, in einer Führung
6 aufgenommen ist. Die Drehachsen 2' der Förderwalze 2 und 3' der Andrückwalze 3 verlaufen
parallel zueinander und im Wesentlichen senkrecht.
[0018] Der Träger 5 hat bevorzugt einen C-förmigen Längsschnitt mit einem unteren und einem
oberen Schenkel 5a, 5b und einem diese verbindenden, im Wesentlichen senkrechten Steg
5c. In den sich gegenüberliegenden Schenkeln 5a, 5b ist die Andrückrolle 3 drehbar
gelagert.
[0019] Auch die Führung 6 hat einen im Wesentlichen C-förmigen Längsschnitt, der den Träger
5 umgreift. Die Schenkel 6a und 6b der Führung 6 bilden nach innen weisende Gleitflächen
für den Träger 5.
[0020] Am Steg 6c der Führung 6 stützt sich ein Federelement 7 ab. Das Federelement 7 umfasst
wenigstens eine Druck- oder Zugfeder, bevorzugt eine Vielzahl von Druckschraubenfedern
7a, die in Ausnehmungen 8 im Steg 6c zentriert und, bevorzugt durch Schrauben 9, vorspannbar
sind. Das Federelement 7 könnte z.B. eine Gasfeder sein und wirkt auf eine Federangriffsfläche
10 an der dem Steg 6c zugewandten Außenseite des Steges 5c des Trägers 5 ein und drückt
den Träger 5 mit der darin gelagerten Andrückwalze 3 mit einer vorbestimmten Andrückkraft
gegen die Förderwalze 2. Zwischen der Federangriffsfläche 10 und der gegenüberliegenden
Fläche des Steges 6c der Führung 6 befindet sich ein Spalt S, der ein Zurückweichen
des Trägers 5 von der Förderwalze 2 gestattet, wenn sich zwischen der Andrückwalze
3 und der Förderwalze 2 Etiketten ansammeln sollten.
[0021] Die Spannvorrichtung 1 enthält weiterhin ein Spannelement 11, das mit einem Handgriff
12 versehen und für eine manuelle Bewegung des Trägers 5 ausgelegt ist, um die Wirkung
des Federelementes 7 zum Anpressen der Andrückwalze 3 an die Förderwalze 2 aufzuheben
bzw. in einer zweiten Stellung diese zuzulassen. Das Spannelement 11 weist einen nicht-axialsymmetrischen
Querschnitt mit einer sich radial erstreckenden Ausnehmung 11 c auf und ist bevorzugt
als Welle mit einem halbkreisförmigen Querschnitt ausgebildet. Das Spannelement 11
ist mit Lagerzapfen 11a bzw. 11 b und senkrechter Achse 11' in den Schenkeln 6a bzw.
6b der Führung 6 in Richtung des Pfeiles D drehbar gelagert. Dabei verläuft die Drehachse
11' parallel zu den Drehachsen 2' und 3'.
[0022] Das Spannelement 11 erstreckt sich durch jeweils ein Langloch 13a, 13b in den Schenkeln
5a bzw. 5b des Trägers 5. Diese Langlöcher 13a, 13b sind möglichst nahe am Steg 5c
des Trägers 5 angeordnet, bevorzugt enden sie direkt am Steg 5c, so dass der Steg
5c einen Anschlag für die entsprechenden Lagerzapfen 11 a, 11 b des Spannelementes
11 zur Begrenzung der Maximalbewegung der Andrückwalze 3 gegen die Förderwalze 2 bilden.
Die Langlöcher 13a und 13b sind jedoch in Richtung des Doppelpfeiles P länger als
es dem Durchmesser der durch die Langlöcher reichenden Lagerzapfen 11 a, 11 b des
Spannelementes 11 entspricht, so dass sich der Träger 5 in Richtung des Doppelpfeiles
P relativ zum Spannelement 11 verschieben kann.
[0023] An der der Federangriffsfläche 10 gegenüberliegenden Fläche des Steges 5c befindet
sich ein Vorsprung 14, der in den Bereich der Ausnehmung 11 c des Spannelementes 11
hineinragt, d.h. im Drehkreis des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts des Spannelementes
liegt. Wird nun das Spannelement 11 in Richtung des Doppelpfeiles P verdreht, so greift
der Querschnittsteil des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts des Spannelementes
11 am Vorsprung 14 an und drückt den Träger 5 unter Komprimierung des Federelementes
7 in Richtung auf den Steg 6c. Dadurch öffnet sich der Walzenspalt zwischen den beiden
Walzen 2 und 3 zum Entfernen von Mehrfachetiketten oder zum Einfädeln eines neuen
Etikettenbandes. Anschließend wird das Spannelement 11 wieder in eine Stellung verdreht,
in der es dem Federelement 7 gestattet ist, den Träger 5 wieder mit der durch das
Federelement 7 vorbestimmten Andrückkraft der Andrückwalze 3 an die Förderwalze 2
zu belasten. Bei Belastung der Andrückwalze 3 durch die vorbestimmte Andrückkraft
berührt der Träger 5 das Spannelement 11 nicht.
[0024] In Abwandlung des beschriebenen und gezeichneten Ausführungsbeispiels kann das Spannelement
auch mit einem Nocken oder dgl. versehen sein. Statt Schraubenfedern können andere
Federn Verwendung finden. Auch der Träger und seine Führung können andere Längsschnitte
aufweisen.
1. Spannvorrichtung (1) zum lösbaren Andrücken einer Andrückwalze (3) an eine Förderwalze
(2), insbesondere für eine Etikettiermaschine, wobei die Andrückwalze (3) in einem
bewegbaren Träger (5) gelagert ist, der eine Federangriffsfläche (10) aufweist, die
durch ein Federelement (7) mit der radial zur Förderwalze (2) wirkenden Andrückkraft
beaufschlagt ist, und dass ein in wenigstens zwei Stellungen bewegbares Spannelement
(11) vorgesehen ist, das in der ersten Stellung die Andrückkraft auf die Förderwalze
(2) aufhebt und in der zweiten Stellung zulässt.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (5) als Schlitten ausgebildet ist, der radial zur Förderwalze (2) bewegbar
in einer Führung (6) gelagert ist.
3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (7) wenigstens eine Druck- oder Zugfeder umfasst.
4. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (7) zwischen der Führung (6) und dem Träger (5) angeordnet ist.
5. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) auf eine der Federangriffsfläche (10) entgegengesetzte Spannangriffsfläche
(14) des Trägers (5) einwirkt.
6. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) einen nicht-axialsymmetrischen Querschnitt aufweist und drehbar
gelagert ist.
7. Spannvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) als Spannwelle mit halbrundem Querschnitt ausgebildet ist.
8. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (11) außerhalb des Trägers (5) gelagert ist und in einem Langloch
(13a, 13b) im Träger (5) aufgenommen ist.
9. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannangriffsfläche einen Vorsprung (14) aufweist, der in Richtung auf das Spannelement
(11) vorsteht und sich mit dem Drehkreis des nicht-axialsymmetrischen Querschnitts
überlappt.
10. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Drehstellung des Spannelementes (11) das Federelement (7) den Träger
(5) mit der Andrückwalze (3) gegen die Förderwalze (2) drückt und in einer zweiten
Stellung das Spannelement (11) den Träger (5) gegen das Federelement (7) drückt und
dadurch die Andrückwalze (3) von der Förderwalze (2) wegbewegt.
11. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (5) im Längsschnitt C-förmig mit zwei gegenüberliegenden Schenkeln (5a,
5b) und einem sie verbindenden Steg (5c) ausgebildet ist und in einer ebenfalls im
Längsschnitt C-förmig mit zwei gegenüberliegenden Schenkeln (6a, 6b) und einem sie
verbindenden Steg (6c) ausgebildeten Führung (6) aufgenommen ist, wobei das Federelement
(7) zwischen den Stegen (5c, 6c) von Träger (5) und Führung (6) wirkt, wobei das Spannelement
(11) in wenigstens einem Schenkel (6a, 6b) der Führung (6) drehbar gelagert ist, sich
durch ein Langloch (13a, 13b) im Schenkel (5a, 5b) des Trägers (5) erstreckt und auf
den Steg (5c) des Trägers (5), an der dem Federelement (7) gegenüberliegenden Seite
wirkt und die Andrückwalze (3) an der dem Steg (5c) gegenüberliegenden Seite des Spannelementes
(11) in den Schenkeln (5a, 5b) des Träges (5) gelagert ist.