[0001] Die Erfindung betrifft einen Frachtgutträger, insbesondere zur Verwendung im Luftfrachtbereich,
mit einem Grundkörper zur Aufnahme von Transportgut.
[0002] Frachtgutträger der eingangs genannten Art, bspw. Container oder Paletten sind aus
dem Stand der Technik hinlänglich bekannt. Diese werden üblicherweise aus metallischen
Werkstoffen gebildet, wobei im Falle der Verwendung reiner Paletten diese auch aus
Holzwerkstoffen gebildet sein können.
[0003] Aus sowohl Kosten- wie auch Energieeffizienzgründen ist es erforderlich, das Eigengewicht
der zum Transport des Transportguts verwendeten Frachtgutträger so gering wie möglich
zu halten, da, insbesondere im Luftfrachtbereich in Abhängigkeit von den zum Einsatz
kommenden Frachtmaschinen, nur eine begrenzte Zuladung möglich ist. Bekannte Frachtgutträger,
bspw. Luftfrachtcontainer sind üblicherweise aus metallischen Werkstoffen gebildet
und weisen daher - insbesondere zur Bildung ausreichend stabiler Seitenwände - ein
hohes Eigengewicht auf, welches sich negativ auf den Kraftstoffverbrauch sowie die
mögliche Zuladung auswirkt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Frachtgutträger bereitzustellen,
der ein geringes Eigengewicht aufweist.
[0005] Die Erfindung löst die Aufgabe durch einen Frachtgutträger mit den Merkmalen des
Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0006] Kennzeichnend für den erfindungsgemäßen Frachtgutträger ist, dass der Grundkörper
aus Kunststoff gebildet ist. Als Grundkörper wird dabei im Rahmen der Erfindung ein
die Grundfläche aufweisender Träger verstanden, auf welchem das zu transportierende
Gut angeordnet werden kann. Die Herstellung des Grundkörpers aus Kunststoff ermöglicht
es, diesen bei ausreichender Festigkeit und Widerstandsfähigkeit besonders leicht
auszubilden sowie kostengünstig herzustellen. Als Kunststoff können dabei beliebige
Arten von Kunststoffen oder Kunststoffverbünde verwendet werden, die die geforderten
Einsatzzwecke erfüllen.
[0007] Zur Herstellung der Grundkörper können bspw. Thermo- oder Duroplaste verwendet werden,
welche mit geeigneten Herstellungsverfahren zur Bildung eines als Vollkörper ausgebildeten
Grundkörpers verwendet werden. Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
sind in dem zur Bildung des Grundkörpers verwendeten Kunststoff jedoch Verstärkungselemente
eingebettet. Die Verstärkungselemente erhöhen die Festigkeit des aus einem entsprechenden
Kunststoff gebildeten Grundkörpers und erlauben es, diesen aufgrund der durch die
Verstärkungselemente erreichten Festigkeitssteigerung mit einem geringeren Materialbedarf
an Kunststoff herzustellen. Die Verstärkungselemente sind dabei beliebig oder entsprechend
der zu erwartenden Lastverläufe vollständig oder teilweise in den Kunststoff eingebettet.
[0008] Die Auswahl der Verstärkungselemente ist grundsätzlich frei wählbar und richtet sich
in erster Linie nach den zu erreichenden Festigkeitseigenschaften für den Grundkörper.
Bspw. ist die Verwendung von Blechen denkbar, welche in den Kunststoff eingebettet
sind. Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die Verstärkungselemente
jedoch durch Fasern, Teilchen und/oder Hohlkörper gebildet. Derartige Verstärkungselemente,
bspw. Kohlefasern oder Nanoteilchen erhöhen die Festigkeitseigenschaften des Grundkörpers
in ergänzender Weise und erlauben es, das Gesamtgewicht des Hohlkörpers zusätzlich
zu reduzieren. Dabei können die Verstärkungselemente gerichtet oder ungerichtet im
Kunststoff eingebettet sein, so dass in ergänzender Weise eine Erhöhung der Strukturfestigkeit
erreicht wird, wodurch eine weitere Gewichtsreduzierung erzielt werden kann. Eine
einfache Einbettung der Verstärkungselemente in den Kunststoff im Rahmen des Herstellungsprozesses
erlaubt dabei, die entsprechend ausgebildeten Grundkörper besonders kostengünstig
herzustellen.
[0009] Die Formgebung des Grundkörpers richtet sich in Abhängigkeit von der Wahl des Kunststoffs
von den zu erwartenden Lastverläufen. Grundsätzlich ist zwar eine Ausbildung des Grundkörpers
als Vollkörper denkbar, jedoch wird bevorzugt eine Struktur des Grundkörpers gewählt,
bei dem dieser zwischen der Grundfläche und einer Unterseite Hohlräume aufweist. Nach
einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die Hohlkörper und/oder
Hohlräume am Grundkörper ausgeschäumt, bzw. sind mit Schaumstoffen ausgestattet. Der
sich hieraus ergebende Sandwichaufbau des Grundkörpers weist eine besonders hohe Stabilität
auf, wobei im Falle eines Aufschäumens des Grundkörpers dieser insgesamt in seiner
Ausgestaltung in ergänzender Weise mit einem geringen Materialbedarf an Kunststoff
hergestellt werden kann. Die Sandwichbauweise zeichnet sich darüber hinaus dadurch
aus, dass hierdurch eine besonders gute Isolierung erreicht wird, so dass für Temperatureinflüsse
empfindliches Transportgut auch gegen äußere Einflüsse geschützt, zuverlässig mit
entsprechend ausgebildeten Frachtgutträgern transportiert werden kann.
[0010] Die Ausbildung des Grundkörpers ist grundsätzlich frei wählbar, wobei dieser in seiner
einfachsten Ausgestaltung einstückig ausgebildet ist. Nach einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung ist der Grundkörper jedoch aus mindestens zwei Modulen
gebildet. Der modulare Aufbau des Grundkörpers ermöglicht es, diesen im Falle der
Nichtbenutzung zu demontieren und besonderes platzsparend zu lagern. Der modulare
Aufbau ermöglicht darüber hinaus - bei entsprechender Ausgestaltung der Module - die
Bildung von Frachtgutträgern unterschiedlicher Größe, wobei mehrere Module entsprechend
den sich durch das Transportgut ergebenden Anforderungen zu einem Grundkörper zusammengefügt
werden können. Darüber hinaus erlaubt der modulare Aufbau im Falle von Beschädigungen
des Grundkörpers einen selektiven Austausch beschädigter Module, so dass auf einen
Komplettaustausch des gesamten Grundkörpers verzichtet werden kann.
[0011] Die Verbindung der Module ist grundsätzlich frei wählbar, wobei auch eine dauerhafte
Verbindung, bspw. durch verschweißen oder verkleben denkbar ist. In diesem Fall erhöht
sich jedoch der Arbeitsaufwand im Falle eines Austauschs einzelner Module bzw. einer
Demontage des Grundkörpers. Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
sind die Module jedoch lösbar miteinander verbunden, insbesondere miteinander verschraubt
oder verklipst. Die Ausgestaltung der lösbaren Verbindung ist grundsätzlich frei wählbar,
wobei auch eine Kombination unterschiedlicher Verbindungsarten denkbar ist. Die lösbare
Verbindung ermöglicht eine einfache und kostengünstige Demontage des Grundkörpers,
wobei insbesondere die Verbindung durch miteinander Verklipsen der einzelnen Module
in besonderer Weise eine einfache Montage und Demontage ermöglicht. Daneben eignen
sich jedoch auch alternative formschlüssige Verbindungen, bspw. eine Ausgestaltung,
die eine Profilierung vorsieht, die ein Einschieben der Randbereiche der Module in
entsprechend ausgestaltete Öffnungen vorsieht, zur lösbaren Verbindung der Module.
In seiner einfachsten Ausgestaltung ist der Frachtgutträger durch den Grundkörper
gebildet. Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind an dem
Grundkörper jedoch Wandelemente und Deckenelemente zur Bildung eines Luftfrachtcontainers
angeordnet. Ein entsprechend ausgebildeter Container zeichnet sich aufgrund des erfindungsgemäßen
Grundkörpers durch sein besonders geringes Eigengewicht aus, so dass dieser, auch
aufgrund der hohen Festigkeit des Grundkörpers, eine höhere Zuladung ermöglicht. Die
Wand- und Deckenelemente können dabei ebenfalls modular aufgebaut sein und sind besonders
vorteilhafterweise über Klipsverbindungen miteinander sowie mit dem Grundkörper verbunden.
Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht einen einfachen Aufbau eines Luftfrachtcontainers
sowie dessen Demontage zum Zwecke einer platzsparenden Lagerung. Gleichzeitig bietet
die modulare Verbindung ferner die Möglichkeit einer einfachen und kostengünstigen
Reparatur beschädigter Module.
[0012] Zur Beladung des Luftfrachtcontainers weist dieser in der Regel eine verschließbare
Beladeöffnung auf. Hierzu eignet sich bspw. eine faserverstärkte Kunststoffplane oder
dergleichen. Besonders vorteilhafterweise ist die Beladeöffnung jedoch durch eine
gelenkig mit dem Luftfrachtcontainer verbundene Abdeckung verschließbar, wobei die
Abdeckung den Wandelementen entsprechend ausgebildet sein kann, bspw. eine Sandwich-Struktur
aufweist, die vorzugsweise für Zollzwecke verschließ- und versiegelbar ist.
[0013] Zur Anbindung der Abdeckung an den Luftfrachtcontainern kann diese auch umlaufend
mit einem Klettband versehen sein, welches neben einer zuverlässigen Verbindung ferner
zur Dichtigkeit beträgt, sowie geeignet ist, Schubkräfte zu übertragen.
[0014] Grundsätzlich genügt bereits die lösbare Verbindung der Wandelemente und/oder Deckenelemente
miteinander den Anforderungen an einen stabilen Aufbau eines Luftfrachtcontainers.
Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Wandelemente
und/oder Deckenelemente jedoch über eckseitig angeordnete Stützelemente miteinander
verbunden. Die Stützelemente, welche ebenfalls bevorzugt lösbar mit den Wandelementen
verbunden sind, erhöhen die Robustheit des Luftfrachtcontainers in besonderer Weise,
wobei insbesondere die exponierten Eckbereiche bzw. Verbindungsbereiche der Wand-
und/oder Deckenelemente miteinander besonders gut vor Beschädigungen geschützt sind.
[0015] Die Ausgestaltung der Wand- und/oder Deckenelemente kann dabei grundsätzlich in beliebiger
Weise erfolgen. Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind
die Wand- und/oder Deckenelemente jedoch aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet
und/oder weisen eine Schaum-Sandwichstruktur oder Wabenstruktur auf. Bei einer entsprechenden
Ausgestaltung der Wand- und/oder Deckenelemente kann das Gesamtgewicht des Luftfrachtcontainers
in ergänzender Weise reduziert werden, wobei gleichzeitig die Stabilität beibehalten
bzw. erhöht wird.
[0016] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind der Grundkörper, die Wandelemente,
die Deckenelemente und/oder die Stützelemente über Klettverbinder miteinander verbunden.
Diese Ausgestaltung der Erfindung, wozu bspw. Klettbänder verwendet werden können,
erlaubt es, die einzelnen Bauteile in besonders einfacher sowie kostengünstiger Weise
zuverlässig miteinander zu verbinden.
[0017] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen die Wand- und/oder Deckenelemente
eine hohe Beulensteifigkeit auf. Eine hohe Beulensteifigkeit kann grundsätzlich in
beliebiger Weise, bevorzugt durch eine Ausbildung der Außenbereiche als Schubmodule
erreicht werden. Hierdurch wird eine besonders gute Abschirmung des im Frachtgutcontainer
angeordneten Ladeguts vor äußeren Beschädigungen erreicht.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Luftfrachtcontainers aus einem Grundkörper und Wandund Deckenelementen;
- Fig. 2
- Eckbereiche des Luftfrachtcontainers von Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine Schnittansicht eines Teilbereichs des Luftfrachtcontainers von Fig. 1.
[0019] In Fig. 1 ist in einer Seitenansicht ein als Luftfrachtcontainer 1 ausgebildeter
Frachtgutträger dargestellt. Der Luftfrachtcontainer 1 weist einen in Sandwichbauweise
aufgebauten Grundkörper 4 auf, welcher aus Kunststoff und in den Hohlräumen angeordnetem
Strukturschaum gebildet ist. An den Grundkörper 4 schließen sich als Schubmodule ausgebildete
Wandelemente 5a, 5b, 5c an, welche in ihrem Randbereichen Verbindungselemente 2c ―
2g zur formschlüssigen Verbindung über Klipsverbindungen mit dem Grundkörper 4 sowie
zur Verbindung miteinander aufweisen. Diese ermöglicht eine einfache Montage und Demontage
des Luftfrachtcontainers 1, bspw. zum Zwecke der Lagerung oder im Falle einer erforderlichen
Reparatur von einzelnen Teilen des Luftfrachtcontainers 1 (vgl. Fig. 2).
[0020] An die Seitenwandelemente 5a, 5b schließen sich zwei Deckenelemente 6a, 6b, welche
ebenfalls umlaufend über entsprechend ausgestaltete Verbindungselemente 2a, 2b zur
Anordnung an den Wandelementen 5a, 5b verfügen. Zur Verstärkung der Eckbereiche des
Luftfrachtcontainers 1 weist dieser in den Ecken Stützelemente 3a, 3b, 3c, 3d, 3e,
3f auf, welche den Luftfrachtcontainer vor Beschädigungen, insbesondere der Eckbereiche
schützt.
[0021] In Fig. 3 ist eine Schnittansicht eines als Schubmodul ausgebildeten Wandelements
5b mit daran randseitig angeordneten Verbindungselementen 2a, 2g dargestellt. Das
Wandelement 5b weist einen Sandwichaufbau auf und ist umlaufend in einem abgeflachten
Bereich stoffschlüssig mit den Verbindungselementen 2a, 2g verbunden.
1. Frachtgutträger, insbesondere zur Verwendung im Luftfrachtbereich, mit einem Grundkörper
zur Aufnahme von Transportgut, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (4) aus Kunststoff gebildet ist.
2. Frachtgutträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den zur Bildung des Grundkörpers (4) verwendeten Kunststoff Verstärkungselemente
eingebettet sind.
3. Frachtgutträger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungselemente durch Fasern, Teilchen und/oder Hohlkörper gebildet sind.
4. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörper und/oder Hohlräume am Grundkörper (4) ausgeschäumt sind.
5. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (4) aus mindestens zwei Modulen gebildet ist.
6. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Module lösbar miteinander verbunden, insbesondere miteinander verklipst sind.
7. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Grundkörper (4) Wandelemente (5a, 5b, 5c) und Deckenelemente (6a, 6b) zur
Bildung eines Luftfrachtcontainers (1) angeordnet sind.
8. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (5a, 5b) und/oder Deckenelemente (6a, 6b) über eckseitig angeordnete
Stützelemente (3a, 3b, 3c, 3d, 3e) miteinander verbunden sind.
9. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (5a, 5b) und/oder Deckenelemente (6a, 6b) aus einem Faserverbundkunststoff,
Schaum-Sandwichstruktur und/oder Wabenstruktur gebildet sind.
10. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (5a, 5b) und/oder Deckenelemente (6a, 6b) eine hohe Beulensteifigkeit
aufweisen.
11. Frachtgutträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (4), die Wandelemente (5a, 5b), die Deckenelemente (6a, 6b) und/oder
die Stützelemente (3a, 3b, 3c, 3d, 3e) über Klettverbinder miteinander verbunden sind.