[0001] Die Erfindung betrifft eine Minenschutzverriegelung für eine Tür eines militärischen
Fahrzeugs mit einem bewegbaren Verriegelungselement, insbesondere einem Minenschutzriegel,
eine Tür für ein militärisches Fahrzeug mit einer Minenschutzverriegelung sowie ein
militärisches Fahrzeug mit einer Minenschutzverriegelung. Ein weiterer Erfindungsgegenstand
ist ein Verfahren zur Entriegelung einer Minenschutzverriegelung für eine Tür eines
militärischen Fahrzeugs, insbesondere nach einer Mineneinwirkung, mit einem bewegbaren
Verriegelungselement, insbesondere einem Minenschutzriegel.
[0002] Der Begriff "Tür" bezeichnet im Sinne der Erfindung ein bewegliches Verschlusselement
zum Verschließen einer Fahrzeugöffnung, die insbesondere für Personen geeignet ist,
insbesondere eine Flügeltür, Falttür, Schiebetür, Schwenktür, Rolltür, Drehtür, Klappe,
einen Deckel oder eine Luke.
[0003] Türen militärischer Fahrzeuge können neben einem Türschloss, welches beispielsweise
in bekannter Weise als Drehfalle ausgestaltet sein kann, über eine zusätzliche Minenschutzverriegelung
verfügen, die dazu dient, die Tür bei einem Unfall oder einer Blasteinwirkung, beispielsweise
verursacht durch eine Mine, gegen Aufspringen und Abfallen zu sichern. Das Türschloss
kann auch die Minenschutzverriegelung umfassen.
[0004] Bekannte Minenschutzverriegelungen weisen ein zumeist manuell bewegbares Verriegelungselement
auf, das üblicherweise als Minenschutzriegel ausgeführt ist. Zum Verriegeln der Minenschutzverriegelung
ist das Verriegelungselement von einer Offenstellung entlang einer verriegelnden Bewegungsrichtung
in eine Schließstellung bewegbar. Zum Öffnen wird der Riegel in die entgegengesetzte
Richtung bewegt.
[0005] Das Verriegeln und Entriegeln der Minenschutzverriegelung erfolgt beispielsweise
über einen Handgriff, der über eine Verriegelungsmechanik mit dem Verriegelungselement
gekoppelt ist. Eine derartige Minenschutzverriegelung ist aus der
DE 10 2008 039 509 A1 bekannt. Ferner offenbart auch die noch nicht veröffentlichte
EP-Anmeldung Nr. 11155050.5 eine Minenschutzverriegelung mit einem Handgriff sowohl an der Innen- als auch an
der Außenseite der Tür zum Verriegeln und Entriegeln der Minenschutzverriegelung.
[0006] Bei einer Blasteinwirkung, insbesondere einer Mineneinwirkung, wird das Verrieglungselement
oft deformiert, beispielsweise verbogen. Daher lässt sich die Minenschutzverriegelung
zur Rettung von Fahrzeuginsassen nach einer Mineneinwirkung nur schwer öffnen. Hierbei
besteht die Gefahr, dass das bewegbare Verriegelungselement derart deformiert ist,
dass es nicht manuell entriegelt werden kann, so dass eine ggf. verletzte Person das
Fahrzeug nicht schnell verlassen kann.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Minenschutzverriegelung für eine Tür eines militärischen
Fahrzeugs bereitzustellen, die die Türöffnung nach einer Mineneinwirkung auch bei
einem deformierten Verriegelungselement ermöglicht.
[0008] Bei einer eingangs genannten Minenschutzverriegelung wird die Aufgabe durch einen
Entriegelungsaktor zur Entriegelung des Verriegelungselements g e - löst.
[0009] Ein Entriegelungsaktor ist ein aktives Element, das insbesondere kinetische Energie
zur Entriegelung des Verriegelungselements freigeben kann. Der Entriegelungsaktor
kann entweder direkt oder über Zwischenelemente auf das Verriegelungselement oder
ein das Verriegelungselement haltende Halteelement einwirken. Infolgedessen muss das
Verriegelungselement nicht manuell über einen Handgriff geöffnet werden. Vielmehr
kann durch den Entriegelungsaktor eine große Kraft zur Entriegelung des Verriegelungselements
erzeugt werden. Somit wird eine Entriegelung der Minenschutzverriegelung auch bei
einem durch eine Mineneinwirkung deformierten Verriegelungselement ermöglicht, so
dass die Fahrzeugtür nach einer Mineneinwirkung geöffnet werden kann. Nach der Auslösung
des Entriegelungsaktors kann dieser bevorzugt selbsttätig das Verriegelungselement
entriegeln.
[0010] Bevorzugt weist der Entriegelungsaktor einen Energiespeicher auf, dessen Energie
zur Entriegelung des Verriegelungselements verwendbar ist. Der Energiespeicher kann
zur Speicherung von chemischer, elektrischer oder mechanischer Energie ausgestaltet
sein. In dem Entriegelungsaktor kann die gespeicherte Energie in kinetische Energie
zur Entriegelung des Verriegelungselements umgewandelt werden.
[0011] Ferner wird vorgeschlagen, dass der Entriegelungsaktor derart ausgestaltet ist, dass
er entgegen der verriegelnden Bewegungsrichtung des Verriegelungselements wirkt. Dabei
kann die verriegelnde Bewegungsrichtung translatorisch oder rotatorisch sein. Dadurch,
dass der Entriegelungsaktor das Verriegelungselement zum Entriegeln entgegen der verriegelnden
Bewegungsrichtung bewegt, kann die Minenschutzverriegelung gelöst werden.
[0012] Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Entriegelungsaktor derart ausgestaltet ist, dass
er das Verriegelungselement zieht oder drückt. Durch Ziehen oder Drükken kann die
von dem Entriegelungsaktor freigesetzte Bewegungsenergie auf das Verriegelungselement
geleitet werden. Dabei kann das Verriegelungselement aus einer Schließstellung entfernt
werden.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst die Minenschutzverriegelung eine manuelle
oder motorische Betätigungsvorrichtung für das Verriegelungselement, wobei der Entriegelungsaktor
im Kraftfluss zwischen dem Verriegelungselement und der Betätigungsvorrichtung angeordnet
ist. Die Betätigungsvorrichtung kann dabei als Handgriff, als Hebel oder als insbesondere
elektrischer, hydraulischer oder pneumatischer Antrieb ausgestaltet sein. Der im Kraftfluss
zwischen dem Verriegelungselement und der Betätigungsvorrichtung angeordnete Entriegelungsaktor
kann beim Verriegeln des Verriegelungselements, insbesondere in der verriegelnden
Bewegungsrichtung, bewegt werden. Alternativ kann der Entriegelungsaktor aber auch
derart im Kraftfluss angeordnet sein, dass er sich beim Verriegeln des Verriegelungselements
in einer Richtung quer zu der verriegelnden Bewegungsrichtung bewegt.
[0014] In einer konstruktiven Ausgestaltung ist der Entriegelungsaktor mit dem Verriegelungselement
über eine Verriegelungsmechanik gekoppelt. Bei der Kopplung durch eine Verriegelungsmechanik
kann der Entriegelungsaktor indirekt mit dem Verriegelungselement verbunden sein.
Beispielsweise können Gestänge, Schwenkhebel oder Koppelstangen zur Kopplung des Entriegelungsaktors
mit dem Verriegelungselement vorgesehen sein. Eine Verriegelungsmechanik bringt den
Vorteil mit sich, dass der Entriegelungsaktor entfernt von dem Verriegelungselement
und damit der entfernt von der Einwirkung des Minenblasts, angeordnet sein kann. Dadurch
kann die Verfügbarkeit des Entriegelungsaktors erhöht werden. Ferner kann über eine
Verriegelungsmechanik eine Umlenkung der durch den Entriegelungsaktor ausgeübten Bewegung
ermöglicht werden.
[0015] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Minenschutzverriegelung mehrere Verriegelungselemente
umfasst, wobei jeweils ein Entriegelungsaktor für ein Verriegelungselement vorgesehen
ist, oder wobei ein Entriegelungsaktor für mehrere, insbesondere für alle, Verriegelungselemente
vorgesehen ist. Dadurch, dass die Minenschutzverriegelung mehrere Verriegelungselemente
umfasst, kann der Schutz gegen eine Mineneinwirkung verbessert werden. Beispielsweise
können an einer Tür eines militärischen Fahrzeugs mehrere Verriegelungselemente an
unterschiedlichen Kanten der Tür angeordnet sein.
[0016] Jedes der Verriegelungselemente kann jeweils mit einem Entriegelungsaktor verbunden
sein, um eine Entriegelung nach einer Mineneinwirkung zu ermöglichen. In diesem Fall
kann die von einem Entriegelungsaktor freigegebene Bewegungsenergie im Wesentlichen
vollständig zur Entriegelung eines Verriegelungselements verwendet werden. Alternativ
kann ein Entriegelungsaktor für mehrere Verriegelungselemente vorgesehen sein. Dies
ist besonders vorteilhaft, wenn die Verriegelungselemente über eine Verriegelungsmechanik
gekoppelt sind. Dann kann der Entriegelungsaktor direkt mit der Verriegelungsmechanik
gekoppelt werden und somit über die Verriegelungsmechanik auf die Verriegelungselemente
einwirken. Eine Verriegelungsmechanik kann zudem eine translatorische Bewegung des
Entriegelungsaktors in eine rotatorische Bewegung des Verriegelungselements umsetzen.
[0017] Bevorzugt sind mehrere Entriegelungsaktoren derart ausgestaltet, dass sie in die
gleiche Richtung wirken. Dadurch, dass mehrere Entriegelungsaktoren zu Entriegelung
vorgesehen sind, kann sich die Wirkung der Entriegelungsaktoren addieren und eine
erhöhte Energiemenge zur Entriegelung freigegeben werden. Dabei können sowohl mehrere
Entriegelungsaktoren auf ein Verriegelungselement wirken, als auch mehrere Entriegelungsaktoren
derart über eine Verriegelungsmechanik gekoppelt sein, dass sie auf mehrere Verriegelungselemente
wirken. Insbesondere, wenn mehrere Verriegelungselemente zum Verriegeln in die gleiche
Bewegungsrichtung bewegt werden, ist es vorteilhaft, wenn mehrere Entriegelungsaktoren
in eine gleiche, der verriegelnden Bewegungsrichtung entgegengesetzte, Richtung wirken.
[0018] In einer konstruktiven Ausgestaltung umfasst der Entriegelungsaktor einen an sich
bekannten Gasgenerator. Mit einem Gasgenerator kann ein Gasdruck zur Entriegelung
des Verriegelungselements erzeugt werden. Dieser Gasdruck kann auf ein bewegliches
Element geleitet werden, welches zur Übertragung der Bewegungsenergie mit dem Verriegelungselement
gekoppelt sein kann.
[0019] In einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst der Entriegelungsaktor einen an sich bekannten
pyrotechnischen Aktor. In einem pyrotechnischen Aktor kann chemisch gebundene Energie
in Bewegungsenergie umgesetzt werden. Dabei kann in dem pyrotechnischen Aktor ein
Kolben nach außen gedrückt oder eingezogen werden. Andererseits kann bei der Freigabe
der chemisch gebundenen Energie auch eine gespannte Feder freigegeben werden, um eine
Bewegung auszulösen.
[0020] Ferner wird vorgeschlagen, dass der Entriegelungsaktor einen Kolbenzylinder umfasst.
In einem Kolbenzylinder kann die gespeicherte Energie in Bewegungsenergie umgewandelt
werden. Insbesondere ermöglicht ein Kolbenzylinder die Initiierung einer linearen
Bewegung. Der Kolbenzylinder des Entriegelungsaktors kann derart mit dem Verriegelungselement
gekoppelt sein, dass er das Verriegelungselement zieht oder drückt.
[0021] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist der Entriegelungsaktor elektrisch
und/oder mechanisch auslösbar. Der Entriegelungsaktor kann einen elektrischen und/oder
mechanischen Zünder zum Auslösen umfassen. Infolgedessen kann der Entriegelungsaktor
zum Entriegeln der Minenschutzverriegelung manuell oder elektrisch aktiviert werden.
[0022] Es ist ferner vorteilhaft, wenn ein Sensor zur Detektion einer Mineneinwirkung und
zur Freigabe des Entriegelungsaktors nach der Detektion einer Mineneinwirkung vorgesehen
ist. Bevor der Sensor eine Mineneinwirkung detektiert, kann der Entriegelungsaktor
gesperrt sein. Infolge einer Mineneinwirkung kann der Sensor eine Freigabe des Entriegelungsaktors
bewirken. Durch die Freigabe kann der Entriegelungsaktor in einen Zustand versetzt
werden, in dem er auslösbar ist. Der Sensor kann mit dem Entriegelungsaktor direkt
oder über eine Steuereinheit verbunden sein.
[0023] Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Sensor ein Schocksensor ist. Mit einem Schocksensor
können Blast- oder Mineneinwirkungen sowie Unfälle und ähnliche Vorkommnisse, die
eine Deformation des Verriegelungselements bewirken können, detektiert werden.
[0024] Ferner wird vorgeschlagen, dass eine Führung zum Führen der Bewegung des Verriegelungselements
in der Bewegungsrichtung vorgesehen ist. Das Verriegelungselement kann in einer Linearführung
entlang einer Bewegungsrichtung geführt sein. Die Führung kann sowohl die Bewegung
zum Verriegeln als auch die Bewegung zum Entriegeln führen.
[0025] In einer konstruktiven Ausgestaltung umfasst die Führung ein äußeres Führungselement
und ein inneres Führungselement. Dabei kann das innere Führungselement formschlüssig
mit dem Verriegelungselement verbunden sein. Das innere Führungselement kann in dem
äußeren Führungselement bewegbar gelagert sein. Das innere und das äußere Führungselement
können im Sinne eines Gleitlagers zueinander bewegbar ausgestaltet sein. Bei einer
anderen Ausgestaltung ist das innere Führungselement über einen Reibschluss mit dem
äußeren Führungselement verbunden. Hierbei kann eine Relativbewegung zwischen dem
äußeren und dem inneren Führungselement erst einsetzen, wenn das Verriegelungselement
verbogen ist.
[0026] Bevorzugt ist die Führung zum Entriegeln eines deformierten Verriegelungselements
derart ausgebildet, dass sie neben einer Bewegung des Verriegelungselements in der
Bewegungsrichtung auch eine Bewegung quer zur Bewegungsrichtung ermöglicht. Ein deformiertes
Verriegelungselement kann aufgrund einer Mineneinwirkung derart verbogen sein, dass
es zum Entriegeln nicht entgegen der verriegelnden Bewegungsrichtung durch die Führung
bewegt werden kann. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Führung zudem eine
Bewegung quer zur Bewegungsrichtung ermöglicht und das Verriegelungselement verkantet
durch die Führung bewegt werden kann.
[0027] In diesem Zusammenhang wird vorgeschlagen, dass das innere Führungselement quer zur
Bewegungsrichtung elastisch ausgebildet ist. Ein elastisches inneres Führungselement
ermöglicht es, ein verbogenes Verriegelungselement zum Entriegeln durch die Führung
zu bewegen. Dabei kann das Verriegelungselement durch den Entriegelungsaktor im Wesentlichen
entgegen der verriegelnden Bewegungsrichtung durch die Führung bewegt werden, während
durch die elastische Ausbildung des inneren Führungselements Verkantungen des Verriegelungselements
ermöglicht werden.
[0028] Bei einer anderen Ausgestaltung ist der Entriegelungsaktor derart angeordnet, dass
er auf ein das Verriegelungselement in der Verriegelungsstellung haltende Halteelement
wirkt. Somit kann das Verriegelungselement auch durch Bewegung des Halteelements entriegelt
werden. Das Halteelement kann am Fahrzeugtürrahmen oder an der Fahrzeugtür angeordnet
sein. Es ist ferner möglich, dass die Minenschutzverriegelung, insbesondere für jedes
Verriegelungselement, mindestens zwei Halteelemente aufweist, nämlich ein türseitiges
und ein rahmenseitiges Halteelement. Das Verriegelungselement kann in der Verriegelungsstellung
dann in beide Halteelemente eingreifen. Besonders bevorzugt wird das türseitige Halteelement
vom Entriegelungsaktor bewegt, so dass das Verriegelungselement freigegeben wird,
wenn die Tür, nach außen geöffnet wird.
[0029] In Bezug auf eine eingangs genannte Tür für ein militärisches Fahrzeug wird zur Lösung
der oben genannten Aufgabe vorgeschlagen, dass eine vorstehend beschriebene Minenschutzverriegelung
vorgesehen ist. Dadurch kann die Öffnung der Tür auch bei einem nach einer Mineneinwirkung
deformierten Verriegelungselement ermöglicht werden. Die bereits beschriebenen vorteilhaften
Ausgestaltungen der Minenschutzverriegelung können in entsprechender Weise auch bei
der erfindungsgemäßen Tür eingesetzt werden.
[0030] Bei einem eingangs genannten militärischen Fahrzeug wird die oben genannte Aufgabe
durch eine vorstehend beschriebene Minenschutzverriegelung gelöst. Dadurch wird die
Bergung der Fahrzeugbesatzung nach einer Mineneinwirkung auch bei einem deformierten
Verrieglungselement ermöglicht.
[0031] Bevorzugt ist der Entriegelungsaktor an einer Tür des Fahrzeugs angeordnet. Dabei
kann der Entriegelungsaktor im Bereich des Verriegelungselements, auf das er einwirkt,
angeordnet sein.
[0032] In einer alternativen Ausgestaltung ist der Entriegelungsaktor an einem türrahmenfesten
Fahrzeugteil angeordnet. Der Entriegelungsaktor kann insbesondere an der Fahrzeugwanne
oder der Fahrzeugkarosserie angeordnet sein.
[0033] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das militärische Fahrzeug
eine Auslösevorrichtung zum Auslösen des Entriegelungsaktors, die von innerhalb und/oder
außerhalb des Fahrzeugs bedienbar ist. Die Auslösevorrichtung kann als mechanischer
oder elektrischer Schalter oder auch als Sensor ausgestaltet sein. Mit einer innerhalb
des Fahrzeugs angeordneten Auslösevorrichtung kann die Fahrzeugbesatzung die Entriegelung
der Minenschutzverriegelung vornehmen. Bei einer außerhalb des Fahrzeugs angeordneten
Auslösevorrichtung ist es möglich, dass die Minenschutzverriegelung von Rettungskräften
zur Öffnung der Fahrzeugtür entriegelt werden kann.
[0034] Im Übrigen können die bei der oben beschriebenen Minenschutzverriegelung genannten
Weiterbildungen in entsprechender Weise auch bei dem erfindungsgemäßen militärischen
Fahrzeug eingesetzt werden.
[0035] In Bezug auf ein eingangs genanntes Verfahren wird zur Lösung der oben genannten
Aufgabe vorgeschlagen, dass ein Entriegelungsaktor das Verriegelungselement entriegelt.
Durch einen Entriegelungsaktor kann das Verriegelungselement auch im deformierten
Zustand nach einer Mineneinwirkung gelöst werden. Somit kann die Tür des militärischen
Fahrzeugs zur Rettung der Besatzung geöffnet werden.
[0036] Ferner wird vorgeschlagen, dass in dem Entriegelungsaktor gespeicherte Energie zum
Entriegeln freigegeben wird. Die freigegebene Energie kann in Bewegungsenergie zur
Entriegelung des Verriegelungselements umgewandelt werden.
[0037] Bevorzugt wird eine Mineneinwirkung mittels eines Sensors detektiert und der Entriegelungsaktor
daraufhin freigegeben. Durch eine Freigabe des Entriegelungsaktors mittels einer Detektion
der Mineneinwirkung kann sichergestellt werden, dass der Entriegelungsaktor nur nach
einer Mineneinwirkung ausgelöste werden kann. Insbesondere bei einem nicht wiederverwendbaren
Entriegelungsaktor kann es vorteilhaft sein, die ungewollte Auslösung des Entriegelungsaktors
durch eine Freigabe zu unterbinden. Ferner wird ein unbeabsichtigtes oder unbefugtes
Öffnen der Tür verhindert.
[0038] Besonders bevorzugt wird der Entriegelungsaktor durch eine Auslösevorrichtung, die
innerhalb und/oder außerhalb des Fahrzeugs angeordnet ist, ausgelöst. Nach der Freigabe
des Entriegelungsaktors kann der Entriegelungsaktor durch eine Auslösevorrichtung
ausgelöst werden.
[0039] Ferner können die in Bezug auf die erfindungsgemäße Minenschutzverriegelung beschriebenen
Weiterbildungen in entsprechender Weise auch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur
Entriegelung eingesetzt werden.
[0040] Der erfindungsgemäße Entriegelungsaktor kann besonders gut bei den in den bereits
genannten
DE 10 2008 039 509 A1 und
EP-Anmeldung Nr. 11155050.5 beschriebenen Minenschutzverriegelungen eingesetzt werden, so dass die dort beschriebenen
Ausgestaltungen hiermit vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung miteinbezogen
werden. Die betrifft insbesondere die dort beschriebenen Minenschutzverriegelungen
und die Verriegelungs- und Halteelemente.
[0041] Mögliche Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Fig. 1
bis 12 beschrieben.
[0042] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer dritten Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 4
- eine vierte Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer fünften Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 6
- eine schematische Schnittdarstellung der fünften Ausführung der Minenschutzverriegelung;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer sechsten Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 8
- eine vergrößerte Detaildarstellung der sechsten Ausführung der Minenschutzverriegelung;
- Fig. 9
- eine perspektivische Darstellung einer siebten Ausführung der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung;
- Fig. 10
- eine Detailaufnahme der perspektivischen Darstellung aus Fig. 9;
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung des Verriegelungselements der siebten Ausführung der
Minenschutzverriegelung im nicht deformierten Zustand;
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung des Verriegelungselements der siebten Ausführung der
Minenschutzverriegelung im deformierten Zustand; und
[0043] Die Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung die Innenseite einer Fahrzeugtür 1
eines nicht dargestellten militärischen Fahrzeugs mit abgenommener Innenverblendung.
Die Fahrzeugtür 1 weist türinnenseitig eine Minenschutzverriegelung zur Absicherung
der Tür gegen Herausfallen bei einer Mineneinwirkung auf.
[0044] Die Minenschutzverriegelung der Fahrzeugtür 1 weist drei Verriegelungselemente 2.1,
2.2, 2.3 auf, die als Minenschutzriegel ausgebildet sind und in einer verriegelnden
Bewegungsrichtung von einer Offenstellung in eine Schließstellung und umgekehrt überführt
werden können. Dabei ist die verriegelnde Bewegungsrichtung des Verriegelungselements
2.1 nach oben gerichtet, die verriegelnde Bewegungsrichtung des Verriegelungselements
2.2 nach rechts gerichtet und die verriegelnde Bewegungsrichtung des Verriegelungselements
2.3 nach unten gerichtet. Die Verriegelungselemente 2.1, 2.2, 2.3 sind in der Fig.
1 in ihrer Schließstellung abgebildet, in welcher sie in nicht dargestellte, am Fahrzeugrahmen
angeordnete Halteelemente eingreifen, um einen Schutz gegen eine Blasteinwirkung beispielsweise
einer Mine zu ermöglichen.
[0045] Um das Entriegeln der Minenschutzverriegelung auch nach einer Mineneinwirkung zu
ermöglichen, bei der die Verriegelungselemente 2.1, 2.2, 2.3 deformiert wurden, umfasst
die Fahrzeugtür 1 ferner drei Entriegelungsaktoren 3.1, 3.2, 3.3, die im Bereich der
Verriegelungselemente 2.1, 2.2, 2.3 angeordnet sind. Dabei sind die Entriegelungsaktoren
3.1, 3.2, 3.3 derart an der Fahrzeugtür 1 angebracht, dass sie zum Entriegeln der
Verriegelungselemente 2.1, 2.2, 2.3 entgegen der verriegelnden Bewegungsrichtung der
Verriegelungselemente 2.1, 2.2., 2.3 wirken können. Bei Aktivierung können die Entriegelungsaktoren
3.1, 3.2, 3.3 die Verriegelungselemente 2.1, 2.2, 2.3 aus der Schließstellung in die
Offenstellung ziehen. Dabei greifen die Entriegelungsaktoren 3.1, 3.2, 3.3 direkt
an den Verriegelungselementen 2.1, 2.2, 2.3 an.
[0046] Die in der Fig. 2 dargestellte, zweite Ausführung einer Minenschutzverriegelung unterscheidet
sich von der in der Fig. 1 gezeigten Ausführung dadurch, dass die Entriegelungsaktoren
3.4, 3.5, 3.6 nicht an der Fahrzeugtür 1, sondern an einem nicht dargestellten Fahrzeugtürrahmen
angeordnet sind. Auch in dieser Ausführung wirken die Entriegelungsaktoren 3.4, 3.5,
3.6 in einer translatorisch Bewegungsrichtung entgegen der verriegelnden Bewegungsrichtung
der Verriegelungselemente 2.4, 2.5, 2.6. Dennoch sind die Entriegelungsaktoren 3.4,
3.5, 3.6 im Unterschied zu den Entriegelungsaktoren, 3.1, 3.2, 3.3 derart ausgestaltet,
dass sie an den Verriegelungselementen 2.4, 2.5, 2.6 zum Entriegeln drücken. Bevorzugt
bewegen sich die Entriegelungsaktoren anschließend wieder selbständig wieder zurück
oder sie lassen sich zumindest in einfacher Weise wieder zurückbewegen, damit die
Tür nicht durch die Aktoren selbst verriegelt wird.
[0047] Eine dritte Ausführung der Minenschutzverriegelung ist in der Fig. 3 dargestellt.
Die Verriegelungselemente 2.7, 2.8, 2.9 sind an der Fahrzeugtür 1 angeordnet und über
eine Verriegelungsmechanik 4.1 derart gekoppelt, dass eine Drehbewegung der Verriegelungsmechanik
4.1 entgegen den Uhrzeigersinn in eine lineare verriegelnde Bewegung umgesetzt wird.
Ferner ist an der Fahrzeugtür 1 ein Entriegelungsaktor 3.7 angeordnet, der über die
Verriegelungsmechanik 4.1 mit den Verriegelungselementen 2.7, 2.8, 2.9 gekoppelt ist.
Dabei ist der Entriegelungsaktor 3.7 derart dimensioniert, dass er eine ausreichende
Menge an Energie zur Entriegelung der Verriegelungselemente 2.7, 2.8, 2.9 freisetzen
kann.
[0048] In der Figur 4 ist eine vierte Ausführung der Minenschutzverriegelung abgebildet,
die sich von der in Fig. 3 gezeigten Ausführung dadurch unterscheidet, dass sie lediglich
zwei Verriegelungselemente 2.10, 2.11 aufweist, welche über eine Verriegelungsmechanik
4.2 mit einem Entriegelungsaktor 3.8 verbunden sind.
[0049] Eine fünfte Ausführung der Minenschutzverriegelung ist in der Fig. 5 dargestellt.
Hierbei sind an der rechten Kante der Tür 1 drei Verriegelungselemente 2.12, 2.13,
2.14 angeordnet, die jeweils über die motorischen Antriebe 5.1, 5.2, 5.3 verriegelt
werden können. Zudem sind an dem nicht weiter dargestellten Fahrzeugrahmen drei Entriegelungsaktoren
3.9, 3.10, 3.11 vorgesehen, um die Verriegelungselemente 2.12, 2.13, 2.14 zum Entriegeln
nach einer Mineneinwirkung aufdrücken zu können.
[0050] Die Fig. 6 zeigt eine vergrößerte Schnittdarstellung durch das obere Verriegelungselement
2.12 der Fig. 5. Auf der Innenseite der Fahrzeugtür 1 ist ein Antrieb 6 angeordnet,
der elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch sein kann und das Verriegelungselement
2.12 in Eingriff mit den Halteelementen 17.1 und 17.2 bringen kann. Dabei ist das
Halteelement 17.1 fest mit dem Fahrzeugtürrahmen 7 verbunden und das Halteelement
17.2 an der Fahrzeugtür 1 angeordnet. In der Darstellung in Fig. 6 befindet sich das
Verriegelungselement 2.12 in seiner Offenstellung. Zum Verriegeln kann das Verriegelungselement
2.12 nach links durch die Halteelemente 17.1 und 17.2 bewegt werden und diese in der
Schließstellung miteinander verriegeln. Am Fahrzeugrahmen ist ferner der Entriegelungsaktor
3.9 montiert, der das Verriegelungselement 2.12 zum Entriegeln nach rechts aus den
Halteelementen 17.1 und 17.2 herausdrücken kann.
[0051] Eine sechste Ausführung einer Minenschutzverriegelung ist in der Fig. 7 gezeigt.
Hierbei sind an der Fahrzeugtür 1 drei Verriegelungsbuchsen 8.1, 8.2, 8.3 angeordnet.
Am Fahrzeugrahmen 7 befindet sich ferner ein Betätigungshebel 9, der über eine Verriegelungsmechanik
4.3 mit drei Verriegelungselementen 2.15, 2.16, 2.17 verbunden ist, die in Eingriff
mit den Verriegelungsbuchsen 8.1, 8.2, 8.3 gebracht werden können, vgl. auch Fig.
8. Dabei wird über die Verriegelungsmechanik 4.3 eine Drehbewegung an dem Betätigungshebel
9 in eine tranlslatorische Bewegung an den Verriegelungselementen 2.15, 2.16, 2.17
umgelenkt.
[0052] Die Verriegelungselemente 2.15, 2.16, 2.17 können zum Verriegeln nach unten und zum
Entriegeln nach oben bewegt werden. Um auch bei deformierten Verriegelungselementen
2.15, 2.16, 2.17 nach einer Mineneinwirkung das Entriegeln der Minenschutzverriegelung
zu ermöglichen, sind Entriegelungsaktoren 3.12, 3.13, 3.14 am Fahrzeugrahmen 7 angeordnet.
Diese Entriegelungsaktoren 3.12, 3.13, 3.14 wirken in der gleichen Richtung derart
auf die Verriegelungsmechanik 4.3 ein, dass die Verriegelungselemente 2.15, 2.16,
2.17 aus den Verriegelungsbuchsen 8.1, 8.2, 8.3 gezogen werden können.
[0053] Eine weitere Ausführung der Minenschutzverriegelung an einem militärischen Fahrzeug,
die sich besonders als Nachrüstlösung eignet, ist in den Fig. 9 bis 12 dargestellt.
Es sind drei Verriegelungselemente 2.18, 2.19, 2.20 vorgesehen, welche an der Tür
1 angeordnet sind und die Tür 1 gegenüber dem Fahrzeugrahmen verriegeln können. Die
Verriegelungselemente 2.18, 2.19, 2.20 sind mit einer Verriegelungsmechanik 4.4 verbunden.
Dabei ist zwischen dem Verriegelungselement 2.18 und der Verriegelungsmechanik 4.4
ein Entriegelungsaktor 3.15 im Kraftfluss angeordnet. Beim Verriegeln des Verriegelungselements
2.18 bewegt sich der Entriegelungsaktor 3.15 in der verriegelnden Bewegungsrichtung
mit. Ferner kann der Entriegelungsaktor 3.15 zum Entriegeln der Minenschutzverriegelung
aktiviert werden, wobei er das Verriegelungselement 2.18 entgegen seiner verriegelnden
Bewegungsrichtung ziehen kann.
[0054] Ferner sind im Bereich der Verriegelungselemente 2.19 und 2.20 die Entriegelungsaktoren
3.16 und 3.17 angeordnet. Diese Entriegelungsaktoren 3.16, 3.17 sind nicht im Kraftfluss
angeordnet und verändern daher beim Verriegeln der Verriegelungselemente 2.19, 2.20
ihre Position nicht. Auch diese Entriegelungsaktoren 3.16, 3.17 können zum Entriegeln
der Minenschutzverriegelung aktiviert werden, wobei sie die Verriegelungselemente
2.19, 2.20 entgegen ihrer verriegelnden Richtung ziehen können.
[0055] In der Detaildarstellung des Verriegelungselements 2.20 in der Fig. 10 ist ferner
eine Führung 12 zur Führung des Verriegelungselements 2.20 dargestellt. Die schematische
Darstellung der Führung in der Fig. 11 lässt erkennen, dass die Führung aus einem
äußeren Führungselement 10 sowie einem inneren Führungselement 11 besteht. Das äußere
Führungselement 10 ist fest mit der Fahrzeugtür 1 verbunden und ermöglicht eine Führung
des Verriegelungselements 2.20 in vertikaler Richtung. Das innere Führungselement
11 ist elastisch ausgeführt und ermöglicht zusätzlich eine eingeschränkte Bewegung
des Verriegelungselements 2.20 in einer Richtung quer zur verriegelnden Bewegungsrichtung.
Das innere Führungselement kann insbesondere als Gummielement ausgeführt sein. Bei
einer Bewegung des unverbogenen Verriegelungselements 2.20 bewegt sich dieses relativ
zur inneren Führung 11, wobei das innere Führungselement 11 sich auf Grund des Reibschlusses
nicht relativ zum äußeren Führungselement 10 bewegt.
[0056] In der Fig. 12 ist die Führung aus der Fig. 11 mit einem Verriegelungselement 2.20
dargestellt, welches eine Deformation aufweist, die beispielsweise durch eine Mineneinwirkung
hervorgerufen sein kann. Eine Entriegelung des Verriegelungselements 2.20 aufgrund
einer Bewegung ausschließlich entgegen der verriegelnden Bewegungsrichtung ist aufgrund
der Deformation nicht möglich. Das Verriegelungselement 2.20 würde bei einer derartigen
Bewegung in der Führung 12 hängen bleiben. Die Minenschutzverriegelung ließe sich
nicht entriegeln. Allerdings wird durch das elastische, innere Führungselement 11
zusätzlich eine Bewegung des Verriegelungselements 2.20 quer zur verriegelnden Bewegungsrichtung
ermöglicht. Daher kann das Verriegelungselement 2.20 beim Rückzug durch die Führung
12 derart verkantet werden, dass es auch im deformierten Zustand durch die Führung
bewegbar ist. Ferner kann sich auch das innere Führungselement 11 relativ zum äußeren
Führungselement 10 bewegen, so dass innerhalb der Führung ein Freiraum für den deformierten
Riegel 2.20 geschaffen wird.
[0057] Alle vorstehend beschriebenen Ausführungen der erfindungsgemäßen Minenschutzverriegelung
haben gemein, dass ein Entriegelungsaktor zum Entriegeln eines Verriegelungselements
vorgesehen ist. Ferner kann bei derartigen Minenschutzverriegelungen ein Sensor 20
vorgesehen sein, der eine Mineneinwirkung bei verriegelter Minenschutzverriegelung
detektiert. Infolgedessen können die Entriegelungsaktoren 3.1 bis 3.17 durch den Sensor
freigegeben werden. Nach der Freigabe der Entriegelungsaktoren 3.1 bis 3.18 sind die
Entriegelungsaktoren 3.1 bis 3.18 noch nicht aktiviert, sondern lediglich in einen
einsatzbereiten Zustand versetzt. Die einsatzbereiten Entriegelungsaktoren 3.1 bis
3.17 können durch eine Auslösevorrichtung aktiviert werden und somit die bewegbaren
Verriegelungselemente 2.1 bis 2.21 aus der Schließstellung in eine Offenstellung verbringen.
Gemäß Fig. 4 ist der Sensor 20 direkt mit dem Entriegelungsaktor verbunden.
[0058] Im Folgenden soll anhand des Entriegelungsaktors 3.17 eine Ausgestaltung eines Entriegelungsaktors
beschrieben werden, die in dieser Weise auch bei den Entriegelungsaktoren 3.1 - 3.16
zur Anwendung kommen kann:
Der Entriegelungsaktor 3.17 umfasst zwei Kolbenstangen 13.1, 13.2, die neben der Türmechanik
angeordnet sind, vgl. Fig. 10. Zudem weist der Entriegelungsaktor 3.17 einen mechanischen
Zünder und einen elektrischen Zünder auf.
Ferner umfasst der Entriegelungsaktor 3.17 einen Gasgenerator, welcher wahlweise über
einen der beiden Zünder aktiviert werden kann. Der Gasgenerator dient als chemischer
Energiespeicher, der bei Aktivierung einen Gasdruck erzeugt. Das freigesetzte Gas
wird durch einen Kanal in einen Kolbenzylinder geleitet. Beim Einströmen des Gases
in den Kolbenzylinder wird ein Aktorkolben in den Kolbenzylinder gezogen.
[0059] Ein solcher Entriegelungsaktor 3.17 eignet sich zum Ziehen eines Verriegelungselements.
Es wäre darüber hinaus möglich, einen Entriegelungsaktor anzugeben, der drückend auf
ein Verriegelungselement einwirkt.
[0060] Die beschriebenen Minenschutzverriegelungen können an einem militärischen Fahrzeug
eingesetzt werden und ermöglichen die Rettung der Fahrzeugbesatzung nach einer Mineneinwirkung
auch bei einem deformierten Verriegelungselement.
Bezugszeichen:
[0061]
- 1
- Tür
- 2.1 - 2.20
- Verriegelungselement
- 3.1 - 3.17
- Entriegelungsaktor
- 4.1 - 4.4
- Verriegelungsmechanik
- 5.1 - 5.3
- Motor
- 6
- Spindel
- 7
- Fahrzeugrahmen
- 8.1 - 8.3
- Verriegelungsbuchse
- 9
- Betätigungshebel
- 10
- äußeres Führungselement
- 11
- inneres Führungselement
- 12
- Führung
- 13.1, 13.2
- Kolbenstange
- 17.1, 17.2
- Halteelement
- 20
- Sensor
1. Minenschutzverriegelung für eine Tür (1) eines militärischen Fahrzeugs mit einem bewegbaren
Verriegelungselement (2.1 - 2.20), insbesondere einem Minenschutzriegel, gekennzeichnet durch einen Entriegelungsaktor (3.1 - 3.17) zur Entriegelung des Verriegelungselements
(2.1 - 2.20).
2. Minenschutzverriegelung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Entriegelungsaktor (3.1 - 3.17) einen Energiespeicher aufweist, dessen Energie
zur Entriegelung des Verriegelungselements (2.1 - 2.20) verwendbar ist.
3. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entriegelungsaktor (3.1 - 3.17) derart ausgestaltet ist, dass er entgegen der
verriegelnden Bewegungsrichtung des Verriegelungselements (2.1 - 2.20) wirkt.
4. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine manuelle oder motorische Betätigungsvorrichtung für das Verriegelungselement,
wobei der Entriegelungsaktor (3.15) im Kraftfluss zwischen dem Verriegelungselement
(2.18) und der Betätigungsvorrichtung angeordnet ist.
5. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entriegelungsaktor (3.7, 3.8, 3.12 - 3.17) mit dem Verriegelungselement (2.7
- 2.11, 2.15 - 2.20) über eine Verriegelungsmechanik (4.1 - 4.4) gekoppelt ist.
6. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mehrere Verriegelungselemente (2.1 - 2.20), wobei jeweils ein Entriegelungsaktor
(3.1 - 3.6, 3.9 - 3.11, 3.15 - 3.17) für ein Verriegelungselement (2.1 - 2.6, 2.12
- 2.14, 2.18 - 2.20) vorgesehen ist oder wobei ein Entriegelungsaktor (3.7, 3.8, 3.12
- 3.14) für mehrere, insbesondere für alle, Verriegelungselemente (2.7 - 2.11, 2.15
- 2.17) vorgesehen ist.
7. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Entriegelungsaktoren (3.12, 3.13, 3.14) derart ausgestaltet sind, dass sie
in die gleiche Richtung wirken.
8. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entriegelungsaktor (3.1 - 3.17) einen Gasgenerator und/oder einen pyrotechnischen
Aktor umfasst.
9. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Sensor (20), insbesondere einen Schocksensor, zur Detektion einer Mineneinwirkung
und zur Freigabe des Entriegelungsaktors (3.1 - 3.17) nach der Detektion einer Mineneinwirkung.
10. Minenschutzverriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Führung (12) zum Führen der Bewegung des Verriegelungselements (2.18 - 2.20)
in der Bewegungsrichtung.
11. Minenschutzverriegelung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (12) zum Entriegeln eines deformierten Verriegelungselements (2.18 -
2.20) derart ausgebildet ist, dass sie neben einer Bewegung des Verriegelungselements
(2.18 - 2.20) in der Bewegungsrichtung auch eine Bewegung quer zur Bewegungsrichtung
ermöglicht.
12. Tür für ein militärisches Fahrzeug mit einer Minenschutzverriegelung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche.
13. Militärisches Fahrzeug mit einer Minenschutzverriegelung nach einem der Ansprüche
1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Entriegelungsaktor (3.1 - 3.3, 3.7, 3.8, 3.15 - 3.17) an einer Tür (1) des Fahrzeugs
oder an einem rahmenfesten Fahrzeugteil (7) angeordnet ist.
14. Militärisches Fahrzeug nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine Auslösevorrichtung zum Auslösen des Entriegelungsaktors (3.1 - 3.17), die von
innerhalb und/oder außerhalb des Fahrzeugs bedienbar ist.
15. Verfahren zur Entriegelung einer Minenschutzverriegelung für eine Tür (1) eines militärischen
Fahrzeugs, insbesondere nach einer Mineneinwirkung, mit einem bewegbaren Verriegelungselement
(2.1 - 2.20), insbesondere einem Minenschutzriegel, dadurch gekennzeichnet, dass ein Entriegelungsaktor (3.1 - 3.17) das Verriegelungselement (2.1 - 2.20) entriegelt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mineneinwirkung mittels eines Sensors (20) detektiert wird und der Entriegelungsaktor
(3.1 - 3.17) daraufhin freigegeben wird.