[0001] Die Erfindung betrifft ein Kabel mit einer tastbaren Markierung insbesondere für
sehbehinderte Personen sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung des
mit der Markierung versehenen Kabels.
[0002] Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2008 003 995 A1 ist ein an einem Kabel montierbares Manschettensystem bekannt, welches ein Beschriftungsfeld
aufweist. Das wiederverwendbare Manschettensystem besteht aus einer flexiblen Kunststoffkralle
und einer elastischen Kabelmanschette, die eine mit Noppen versehene Kabelführung
aufweist, in die das Kabel eingelegt wird. Nach dem Einlegen des Kabels in die Kabelmanschette
wird die Kunststoffkralle um die Kabelmanschette gelegt, um diese zu verschliessen
und zu fixieren. Die Kabelmanschette dient als Beschriftungsträger für Etiketten,
die mit einer optisch oder durch Abtastung lesbaren Schrift versehen sind. Eine durch
Abtastung lesbare Brailleschrift kann auch direkt in die Kunststoffkralle eingestanzt
werden. Durch das Abtasten der auf der Etikette oder der Kunststoffkralle vorgesehenen
Brailleschrift erhalten sehbehinderte Personen Zugang zu den Informationen über das
markierte Kabel.
[0003] Diese Lösung weist jedoch verschiedene Nachteile auf. Das Manschettensystem besteht
aus verschiedenen Teilen, die mit entsprechendem Aufwand separat gefertigt werden
müssen. Dabei ist ein Sortiment von Manschettensystemen mit unterschiedlichen Abmessungen
vorzusehen, aus dem ein Manschettensystem ausgewählt werden kann, welches dem Durchmesser
eines vorliegenden Kabels entspricht.
[0004] Die Auswahl und Montage des Manschettensystems, entweder nach der Kabelfertigung
oder am Installationsort, sowie die Anfertigung und das Auftragen der Etiketten, gegebenenfalls
das Stanzen der Kunststoffkralle, verursachen ebenfalls beträchtlichen Aufwand und
Kosten.
[0005] Das beschriebene Manschettensystem ist zudem nicht fest mit dem Kabel verbunden,
weshalb dieses durch Krafteinwirkungen beschädigt und vom Kabel getrennt werden kann.
Ferner ist zu beachten, dass z.B. aufgrund von Verwechslungen fehlerhafte Beschriftungen
erfolgen können.
[0006] Das Manschettensystem wird auf das Kabel aufgesteckt und vergrössert dadurch stellenweise
den Umfang des Kabels. Dies ist bei der Installation der Kabel beispielsweise beim
Verlegen in Kabelkanälen oder beim Einziehen des Kabels in Installationssrohre von
Nachteil. Wie erwähnt, kann sich das Manschettensystem beim Auftreffen auf ein Hindernis
vom Kabel lösen.
[0007] Zudem können beim Aufwickeln eines mit einer oder mehreren Manschettensystemen versehenen
Kabels störende Krafteinwirkungen auf das Manschettensystem oder auf das Kabel auftreten,
welche zu Beschädigungen am Manschettensystem oder am Kabelmantel führen können.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Kabel
mit wenigstens einer Markierung zu schaffen, die von sehbehinderten Personen vorteilhaft
abgetastet und gelesen werden kann. Ferner sind ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung des markierten Kabels anzugeben.
[0009] Mit dem Verfahren und der Vorrichtung sollen die Markierungen in einem automatisierten
Prozess auf das Kabel aufgetragen werden können.
[0010] Mit Markierungen versehene Kabel sollen in gleicher Weise handhabbar und problemlos
installierbar sein, so dass auch ein Einziehen der markierten Kabel in ein Rohrsystem
problemlos möglich ist, ohne dass mit gelegentlichen Beschädigungen oder einem Verlust
der Markierungen gerechnet werden muss.
[0011] Diese Aufgabe wird mit einem Kabel, einem Verfahren und einer Vorrichtung gelöst,
welche die in Anspruch 1, 9 bzw. 14 angegebenen Merkmale aufweisen. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
[0012] Das Kabel umfasst wenigstens einen elektrischen und/oder optischen Leiter, welcher
in Kabellängsrichtung verläuft und von einem aussen liegenden Kabelmantel umschlossen
ist, dessen Aussenfläche um einen Aussenradius von der Mittelachse des Kabels beabstandet
ist.
[0013] Erfindungsgemäss ist im Kabelmantel wenigstens ein Markierungsfeld eingearbeitet,
das eine Basis aufweist, welche um einen Innenradius von der Mittelachse des Kabels
beabstandet ist, der um eine Eindringtiefe kürzer ist als der Aussenradius. Auf der
Basis sind Mantelelemente vorgesehen, deren Höhe vorzugsweise der Eindringtiefe entspricht
und mittels denen einzelne Zeichen eines Zeichensatzes definiert sind, die in wenigstens
einer Reihe entlang der Kabellängsrichtung angeordnet sind und sich für die taktile
Abtastung eignen.
[0014] Die der Abtastung dienenden Mantelelemente ragen aus der Basis hervor und sind vorzugsweise
seitlich freigelegte Teile des Mantels, deren Oberseiten vorzugsweise unverändert
dieselbe Beschaffenheit wie die Aussenfläche des Kabelmantels aufweisen. Sofern der
Aussenmantel eine Schutzschicht oder gar eine Leuchtschicht aufweist, so sind auch
die Mantelelemente an der Oberseite mit dieser Schicht versehen.
[0015] Durch das Einarbeiten des Markierungsfeldes direkt in den Kabelmantel ist die Information
inhärent und dauerhaft mit dem Kabel verbunden. Sie kann zum Beispiel durch Krafteinwirkung
nicht vom Kabel abgelöst oder irrtümlich vertauscht werden. Zudem wird beim Einarbeiten
des Markierungsfeldes Material des Kabelmantels anhand eines Werkzeuges entfernt oder
verdrängt, weshalb das Kabel an der betreffenden Stelle keine oder nur eine unwesentliche
Veränderung des Kabeldurchmessers erfährt. Ferner weist das Kabel auch an den Markierungsstellen
eine unveränderte Flexibilität auf. Das Einziehen des markierten Kabels in ein Installationsrohr
ist daher problemlos möglich.
[0016] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die auf dem Kabel vorgesehene Markierung mit
wenigstens einem Mantelelement vorzugsweise mit einer Gruppe von Mantelelementen versehen,
mittels denen das Kabel anwendungsspezifisch gekennzeichnet werden kann. Sofern in
einem Gebäude von einem Verteiler zu mehreren Verbrauchern identische Kabelverbindungen
zu erstellen sind, so werden beispielsweise Teile eines erfindungsgemässen Kabels
verlegt, welche identische Markierungsfelder aufweisen und durch Entfernen einer entsprechenden
Anzahl von Mantelelementen zusätzlich gekennzeichnet werden. Beispielsweise werden
die Verbraucher auf dem Installationsplan nummeriert. In der Folge werden die einzelnen
Kabelabschnitte entsprechend den zugeordneten Verbrauchern an einem Ende oder an beiden
Enden gekennzeichnet bzw. mit einem eindeutigen Code versehen. Die Kabelenden können
dadurch bequem mit der erforderlichen Kennzeichnung versehen werden. Besonders einfach
ist es möglich, wenn die wahlweise entfernbaren Mantelelemente an bestimmten Positionen
angeordnet oder gar mit Farben versehen sind. Sofern beispielsweise drei Mantelelemente
mit den Farben Rot, Grün und Blau vorgesehen sind, so werden vor dem Einziehen des
Kabels an beiden Enden jeweils zwei zueinander korrespondierende Mantelelemente entfernt,
wonach an beiden Enden Mantelelemente gleicher Farbe verbleiben. Die Kabelenden lassen
sich beim Verteiler daher leicht den entsprechenden Verbrauchern zuordnen.
[0017] Die erfindungsgemässe Lösung ist daher nicht nur für sehbehinderte Personen, sondern
für beliebige Aufgabenstellungen einsetzbar, bei denen ein Kabel mit geringem Aufwand
zuverlässig zu kennzeichnen ist.
[0018] Die markierten Kabel können auch von Anwendern abgetastet und/oder optisch gelesen
werden, die nicht oder nur temporär sehbehindert sind. Erfindungsgemässe Kabel können
beispielsweise auch an Orten vorteilhaft installiert werden, die schwer zugänglich
und daher kaum einsehbar sind. Bei Kabeln, an nicht oder nur schwer einsehbaren Orten
oder in dunkler Umgebung, kann eine ansonsten normal sehende Person die Markierung
abtasten und die erforderlichen Informationen gewinnen.
[0019] Die Anordnung der Markierungsfelder in Längsrichtung des Kabels erlaubt ein bequemes
Abtasten und Lesen der Schriftzeichen. Die Hand wird entlang dem Kabel geführt, wodurch
die vorgesehene Zeile der Brailleschrift abgetastet werden kann.
[0020] Ein sicheres Abtasten ist gewährleistet, wenn die Eindringtiefe des Markierungsfeldes
im Bereich von 0,1 mm - 5 mm liegt. Besonders bevorzugt ist eine Eindringtiefe im
Bereich von 0,5 mm - 1 mm. Dadurch heben sich die Mantelelemente deutlich von der
umgebenden Fläche ab und können problemlos abgetastet werden. Eine gute Lesbarkeit
wird insbesondere dann erzielt, wenn bei der Abtastung ein Kontakt mit der Basis zwischen
den Mantelelementen resultiert. Auf diese Weise gelingt es die einzelnen Zeichen einwandfrei
zu identifizieren.
[0021] Die Zuordnung der Mantelelemente zu Zeichen und Informationen kann auf bestehenden
oder anwenderspezifische Konventionen beruhen. In einer vorzugsweisen Ausgestaltung
bildet ein Mantelelement ein Zeichen des Zeichensatzes. Auf diese Weise resultieren
robuste Mantelelemente, die auch erhöhten Beanspruchungen standhalten. Zudem ist bei
dieser Ausgestaltung der Mantelelemente die Wahl des für die Fertigung des Kabelmantels
vorgesehenen Materials unkritisch. Alternativ können mehrere Mantelelemente einem
Zeichen des Zeichensatzes zugeordnet werden. Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt
es, beliebige abtastbare Schriften bzw. Schriftzeichen aus dem Kabelmantel auszuarbeiten.
Dabei kann es sich um eine Punktschrift wie beispielsweise die Brailleschrift handeln,
bei der mehrere Mantelelemente ein Zeichen ergeben oder um eine Reliefschrift wie
beispielsweise das Moon-Alphabet, bei der meist ein Mantelelement ein Zeichen des
Zeichensatzes ergibt. Dabei kann ein bereits bekannter oder ein neu entwickelter Zeichensatz
zur Anwendung kommen. Ferner kann der Anwender einen proprietären Code festlegen,
um Informationen in das Kabel einzuprägen oder eine Basis dafür zu schaffen, dass
das Kabel z.B. durch Entfernen einzelner Mantelelemente anwendungsspezifisch gekennzeichnet
werden kann.
[0022] Beispielsweise werden für ein Zeichen 6 oder 8 Positionen auf der Basis reserviert,
an denen entsprechend dem gewählten Zeichen zumindest annähernd zylindrische Mantelelemente
vorgesehen sein können. Die dortigen Mantelelemente weisen vorzugsweise einen Durchmesser
von etwa 1,1 mm - 1,9 mm auf. Dabei werden die reservierten Positionen in zwei in
Kabellängsrichtung verlaufenden Reihen angeordnet, welche einen gegenseitigen Abstand
aufweisen, der zumindest annähernd dem Abstand benachbarter Position innerhalb der
Reihen entspricht. Dieser Abstand liegt vorzugsweise im Bereich von 2 mm - 3,5 mm.
Dadurch lassen sich Zeichen der Brailleschrift nach dem Marburger Mitteldruck und
dem Marburger Grossdruck erstellen, welche quasi als Standard der Brailleschrift dienen.
Alternativ können an allen Positionen Mantelelemente vorgesehen sein, die anwenderspezifisch
entfernt werden, um das Kabel individuell zu kennzeichnen. Damit die Mantelelemente,
die der anwendungsspezifischen Kennzeichnung dienen, leicht entfernt werden können,
werden sie gegebenenfalls mit einer Schwachstelle versehen.
[0023] In einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung ist auf der Basis des Markierungsfelds
eine Rasterung mit Linien und/oder Punkten vorgesehen, deren Höhe kleiner als 1/5
der Eindringtiefe ist. Durch die Rasterung erkennt die sehbehinderte Person, dass
sich die abzutastenden Mantelelemente in der Nähe befinden.
[0024] Die Markierungsfelder mit den darin enthaltenen Mantelelementen sind vorzugsweise
seriell in ersten Abständen von typischerweise 0,3 m - 1 m entlang dem Kabel angeordnet.
Dadurch wird gewährleistet, dass die gewünschte Information in kurzen Abständen vorhanden
und somit zugänglich ist. Vorzugsweise werden zwei Serien von Markierungsfeldern vorgesehen,
welche entlang dem Kabelumfang um wenigstens die Bogenlänge n/2 gegeneinander versetzt
angeordnet sind. Sofern das Kabel mit einer Serie der Markierungsfelder an einer Wand,
der Decke oder am Boden anliegt, liegt die zweite Serie frei und kann abgetastet werden.
[0025] Die an verschiedenen Stellen entlang dem Kabelmantel angeordneten Markierungsfelder
können dieselben oder verschiedene Informationen enthalten. Sofern die Kabel für einen
bestimmten Installationsort konfektioniert werden, können an den entsprechenden Stellen
des Kabels die gewünschten Informationen vorgesehen werden.
[0026] Damit das Markierungsfeld an Kabeln mit relativ geringem Durchmesser gut abgetastet
werden kann, deckt es etwa einen Quadranten des Kabelmantels ab. Um eine gute Lesbarkeit
bzw. eine einwandfreie Identifikation der Schriftzeichen zu gewährleisten wird ferner
ein Mindestabstand von wenigstens 1 mm zwischen den Mantelelementen und dem Rand des
Markierungsfeldes vorgesehen.
[0027] In einer besonders vorzugsweisen Ausgestaltung wird der Kabelmantel im Bereich des
Markierungsfeldes durch eine Materialschicht verstärkt. Diese Materialschicht kann
vor oder nach der Einarbeitung des Markierungsfeldes auf den Kabelmantel aufgetragen
wurde. Besonders vorteilhaft kann eine Verstärkung des Kabelmantels während des Extrusionsprozesses
erzielt werden. Nach der Einarbeitung des Markierungsfeldes wird vorzugsweise nur
eine sehr dünne Schutzschicht aus Kunststoff aufgetragen, der eine sehr gute chemische
Beständigkeit und gute mechanische Festigkeitswerte aufweist.
[0028] Der Kabelmantel dient dem Schutz und der Isolation der darin eingeschlossenen Leitungen.
Durch die Verstärkung des Kabelmantels im Bereich der Markierungsfelder wird gewährleistet,
dass diese Funktionen auch bei einer erhöhten Eindringtiefe erhalten bleiben. Dabei
wird sichergestellt, dass auch eine durch Normen vorgeschriebene Mindeststärke der
Isolation an keinem Punkt des Kabelmantels unterschritten wird. Aufgrund der lokalen
Verstärkung des Kabelmantels im Bereich der Markierungsfelder wird die genügende Materialstärke
gewährleistet, so dass auf eine gesamthafte Erhöhung des Durchmessers des Kabelmantels
und den entsprechenden Materialaufwand verzichtet werden kann. Durch das Verstärken
des Kabelmantels im Bereich des Markierungsfeldes kann die durch Normen und Spezifikationen
geforderte Wandstärke des Kabelmantels somit auch im Bereich des Markierungsfeldes
eingehalten werden. Zusätzlich wird der sehbehinderten Person durch die Verstärkung
des Mantels angezeigt, dass sich in diesem Bereich tastbare Informationen befinden.
Das Übersehen eines Markierungsfeldes, welche sich möglicherweise auf der abgewandten
Seite des Kabelmantels befindet, wird dadurch verhindert.
[0029] Erfindungsgemäss wird beim Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemässen Kabels
ein Teil eines Kabelrohlings axial ausgerichtet und fest oder verschiebbar gehalten.
Das Markierungsfeld wird mit einem Werkzeug derart in den Kabelmantel eingearbeitet,
dass eine bis zur Basis des Markierungsfeldes reichende Vertiefung mit einer festgelegten
Eindringtiefe resultiert. Innerhalb des Markierungsfeldes werden abtastbare Mantelelemente
freigelegt, die Zeichen eines Zeichensatzes bilden, die in wenigstens einer Reihe
entlang der Kabellängsrichtung angeordnet werden. Durch das Ausrichten sowie das Halten
des Kabelrohlings, kann ein Markierungsfeld mit darin enthaltenen Mantelelementen
an einer vorbestimmten Position in das Kabel eingearbeitet werden.
[0030] Vorzugsweise wird das Markierungsfeld durch Anwendung eines mechanischen, chemischen
oder thermischen Verfahrens in den Kabelmantel eingearbeitet. Dabei wird Material
des Kabelmantels derart verdrängt oder entnommen, dass die Mantelelemente freigelegt
werden. Die genannten Verfahren erlauben es, die Mantelelemente an den vorgesehenen
Positionen in einer vorgesehenen Form präzise freizulegen. Beispielsweise wird Material
des Kabelmantels mittels eines Laserstrahls oder mittels eines Fräskopfs entnommen
oder mittels eines Druckrads verdrängt. Ein Laser oder ein Fräskopf bietet beim Einarbeiten
von Mantelelementen eine hohe Flexibilität und sehr hohe Genauigkeit. Dies bedeutete,
dass je nach Bedarf verschiedenste Informationen in den Kabelmantel eingearbeitet
werden können. Vorzugsweise wird gleichzeitig eine Rasterung auf der Basis des Markierungsfeldes
realisiert, welche der abtastenden Person anzeigt, dass das Markierungsfeld gefunden
wurde. Das Einprägen des Markierungsfeldes mittels eines Druckrads ist hingegen kostengünstiger
zu realisieren, jedoch wird für jede geänderte Markierung ein neues Druckrad benötigt.
Bei erhöhter Temperatur des Kabelmantels oder des Druckrades lassen sich die Vertiefungen
einfach und dauerhaft in den Kabelmantel einprägen. Das Einprägen des Markierungsfeldes
erfolgt daher vorzugsweise nach der Extrusion des Kabelmantels, solange dieser noch
erwärmt ist.
[0031] In einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung wird eine den Mantelelementen bzw.
den Zeichen entsprechende Maske auf den Kabelmantel aufgebracht und der Kabelmantel
anschliessend mit einer Substanz beaufschlagt, durch die von der Maske nicht abgedeckte
Teile des Kabelmantels herausgelöst werden. Durch die Maske bleiben darunterliegende
Elemente von der Herauslösung aus dem Kabelmantel geschützt.
[0032] Zur Durchführung der oben beschriebenen Verfahren zur Einarbeitung eines Markierungsfeld
des in den Kabelmantel wird eine Vorrichtung verwendet, die eine Haltevorrichtung
aufweist, mit der ein Kabelrohling erfasst und gehalten werden kann. Ferner ist ein
elektronisch steuerbares Werkzeug, wie eine Laservorrichtung, eine Fräsvorrichtung,
oder eine Druckvorrichtung, vorgesehen, mittels dessen der Kabelmantel des Kabelrohlings
bearbeitet werden kann. Weiterhin ist wenigstens eine Antriebsvorrichtung vorgesehen,
mittels der das Kabel und/oder das Werkzeug verschiebbar ist. Das Werkzeug und die
wenigstens eine Antriebsvorrichtung sind mit einer Steuereinheit verbunden, durch
die programmierte Vorgänge ausgeführt werden, um das Markierungsfeld bzw. entsprechende
Ausnehmungen oder Vertiefungen in den Kabelmantel einzuarbeiten. Durch die wenigstens
eine Antriebsvorrichtung werden der Kabelrohling und/oder das Werkzeug dabei derart
positioniert, dass Markierungsfelder an den vorgesehenen Stellen in das Kabel eingearbeitet
werden.
[0033] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemässes Kabel 10 mit mehreren Leitern 14 und einem Kabelmantel 12,
in den ein Markierungsfeld 38 eingearbeitet ist, welches mehrere Gruppen von freigelegten
Mantelelementen 32 umfasst, die je ein Zeichen 34 eines abtastbaren Zeichensatzes,
z.B. der Brailleschrift bilden;
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch das erfindungsgemässe Kabel 10 im Bereich des in Figur 1
gezeigten Markierungsfeldes 38, indessen Bereich durch Materialentnahme eine Vertiefung
24 mit einer Basis 26 und freigelegten Mantelelementen 32 vorgesehen ist;
- Fig. 3
- das erfindungsgemässe Kabel 10 von Figur 1 in einer vergrösserten Schnittdarstellung
von vorn, mit zwei Markierungsfeldern 38, die einander radial gegenüberliegen;
- Fig. 4
- das Kabel 10 von Figur 1 in einer vorzugsweisen Ausgestaltung mit einer Vorverstärkung
40, die bei der Herstellung des Kabels 10 realisiert wurde;
- Fig. 5
- das Kabel 10 von Figur 1 mit einer Nachverstärkung 42, die nach der Einarbeitung des
Markierungsfeldes 38 auf das Kabel 10 aufgetragen wurde;
- Fig. 6
- das erfindungsgemässe Kabel 10 von Figur 1 mit zwei Markierungsfeldern 38, in denen
die freigelegten Mantelelemente 32 seriell in eine Richtung ausgerichtete Zeichen
34 unterschiedlicher Zeichensätze bilden;
- Fig. 7
- das erfindungsgemässe Kabel 10 von Figur 1 mit zwei Markierungsfelder 38 mit Mantelelementen
32 welche der anwendungsspezifischen Kennzeichnung des Kabels 10 dienen;
- Fig. 8
- das erfindungsgemässe Kabel 10 von Figur 1 mit Mantelelementen 32 welche der anwendungsspezifischen
Kennzeichnung des Kabels 10 dienen und Mantelelementen 32 einer Referenzzeile 46;
- Fig. 9
- die schematische Darstellung einer Vorrichtung, welche der Herstellung erfindungsgemässer
Kabel 10 dient.
[0034] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemässes Kabel 10 mit einem Markierungsfeld 38, das von
Personen abgetastet werden kann, um darin enthaltene Informationen zu gewinnen. Das
Kabel 10 umfasst einen Kabelmantel 12 und mehrere darin eingeschlossene elektrische
oder optische Leiter 14, die in Kabellängsrichtung verlaufen und typischerweise je
einen Leitermantel 16 aufweisen, der als Isolationsschicht dient.
[0035] Der Kabelmantel 12 und der Leitermantel 16 bestehen je aus einem Kunststoff-Compound,
wie Polyvinylchlorid PVC oder Polyurethan PUR.
[0036] Das Markierungsfeld 38 kann dabei für Personen vorgesehen sein, die permanent oder
nur temporär sehbehindert sind. Beispielsweise kann das Markierungsfeld 38 blinden
Personen dazu dienen, verschiedene Kabel 10 durch Abtastung zu identifizieren. Beispielsweise
bei mangelhafter Beleuchtung oder bei Kabeln 10, die nicht direkt sichtbar sind, kann
der in der Sicht behinderte Anwender die Kabelinformationen auf den Markierungsfeldern
38 abtasten. Zu beachten ist jedoch, dass die Markierungsfelder 38 besonders robust
und durch manuellen Eingriff auch änderbar sind. Dadurch ist es dem Anwender möglich,
anwendungsspezifische Informationen in das Markierungsfeld 38 einzufügen. Sofern beispielsweise
für die anwendungsspezifische Information sechs Mantelelemente 32 reserviert sind,
stehen dem Anwender 6 Datenbits zur Verfügung um das Kabel 10 zu kennzeichnen. Anhand
von sechs Mantelelementen 32 gelingt es daher, 64 Kabel 10 individuell zu kennzeichnen.
Die Mantelelemente 32 können ferner mittels Farben gekennzeichnet werden, so dass
der nicht sehbehinderte Installateur diese noch einfacher kennzeichnen kann.
[0037] Das im Kabelmantel 12 vorgesehenen Markierungsfeld 38 umfasst eine Vertiefung oder
Ausnehmung 24 mit einer Basis 26, welche vorzugsweise um 0,5 mm - 1 mm tiefer liegt,
als die umgebende Aussenfläche 30 des Kabelmantels 12. Innerhalb der Vertiefung 24
sind Mantelelemente 32 freigelegt, welche beim Einarbeiten der Vertiefung 24 von der
Bearbeitung ausgeschlossen wurden. Die Mantelelemente 32 ragen somit von der Basis
26 hervor und können leicht abgetastet werden.
[0038] Die im Markierungsfeld 38 angeordneten Mantelelemente 32 haben zum umgebenden Rand
der Vertiefung 24 einen Abstand von mindestens 1 mm. Dieser Abstand ermöglicht eine
eindeutige Abtastung der Mantelelemente 32. Das Markierungsfeld 38 hat vorzugweise
eine rechteckige Form, die parallel zur Mittelachse 22 des Kabels 10 verläuft. Das
Markierungsfeld 38 wird daher abgetastet, indem die Hand entlang dem Kabel 10 geführt
wird.
[0039] Die Mantelelemente 32 bilden dabei einzeln oder in Gruppen je ein abtastbares Zeichen
34 einer Schrift, insbesondere einer Blindenschrift.
[0040] Als Blindenschrift wird eine Schrift bezeichnet, die von Blinden gelesen werden kann.
Das Lesen erfolgt dabei durch taktile Wahrnehmung mit dem Tastsinn der Finger. Es
gibt zwei grundsätzliche Varianten der Blindenschrift, die Reliefschrift, bei der
normale lateinisch Buchstaben oder vereinfachte grafische Muster tastbar gemacht werden.
Ein Beispiel hierfür ist das Moon-Alphabet. Die zweite Variante ist die Punktschrift,
bei der die Buchstaben aus einzelnen in einem Raster angeordneten Punkten bestehen.
Die einzelnen Punkte sind dabei entsprechend einem Code wahlweise an Positionen des
Rasters vorgesehen oder nicht. Eine der wichtigsten Punktschriften ist die Brailleschrift.
[0041] Bei der Brailleschrift oder dem Literaturbraille, werden mit bis zu sechs Punkten
64 verschiedene Zeichen 34 codiert. Es gibt auch Abwandlungen der Brailleschrift,
wie beispielsweise die Eurobraille-, oder Computerbrailleschrift, welche aus bis zu
acht Punkten besteht, mittels derer ein erweiterter Zeichensatz von bis zu 256 Zeichen
34 gebildet werden kann.
[0042] Auch das Moon-Alphabet kennt eine Darstellung mit Punkten, nämlich das Dotty-Moon-Alphabet.
Weitere bekannte Blindenschriften sind das Fakoo-Alphabet und das Quadoo-Alphabet.
Es kann für die Markierung von Kabel 10 auch ein tastbarer Zeichensatz definiert werden,
welcher speziell auf die Bedürfnisse der sehbehinderten beziehungsweise der Branche
ausgerichtet ist.
[0043] Mit den im markiert Feld freigelegten Mantelelementen 32 werden Zeichen 34 beispielsweise
eines Zeichensatzes definiert, der beispielsweise die Anzahl n unterschiedliche Zeichen
34 aufweist. Sofern jedes dieser n Zeichen 34 durch ein einzelnes Mantelelement 32
gebildet wird, so resultieren n unterschiedliche Mantelelemente 32. auf diese Weise
lässt sich beispielsweise das Moon-Alphabet darstellen. Sofern jedes Zeichen 34 durch
mehrere Mantelelemente 32 gebildet werden, so werden vorzugsweise identische Mantelelemente
32 an den entsprechenden Positionen des Zeichens 34 vorgesehen. Die identisch ausgestalteten
Mantelelemente 32 werden vorzugsweise in einer zylindrischen Form ausgestaltet, die
sich im Bereich der Basis 26 erweitern kann, um eine stabile Verbindung mit dem Kabelmantel
12 zu gewährleisten. Mit diesen identischen Mantelelementen 32 kann beispielsweise
die Brailleschrift realisiert werden.
[0044] Die im Markierungsfeld 38 vorgesehenen Zeichen 34 sind in einer Reihe angeordnet,
die parallel zur Kabellängsrichtung ausgerichtet ist. Eine solche Reihe bildet eine
abtastbare Schriftzeile. Es können in eine Markierungsfeld 38 auch mehrere Reihen
von Zeichen 34 über- bzw. untereinander angeordnet werden. Insbesondere bei einem
Kabel 10 mit grossem Umfang kann dies die Lesbarkeit der Information verbessern. Die
im Markierungsfeld 38 vorgesehene Vertiefung 24 wird mit einem Werkzeug 44 eingearbeitet,
welches durch mechanische, chemische oder thermische Bearbeitung Material des Kabelmantels
12 verdrängt oder diesem entnimmt. Das Werkzeug 44 wird dabei so eingestellt, dass
eine Eindringtiefe 28 im Bereich von 0,1 mm - 5 mm resultiert. D.h., die Basis 26
des Markierungsfeldes 38 liegt um diesen Wert der Eindingtiefe unterhalb der Aussenfläche
30 des Kabelmantels 12. Um eine gute Tastbarkeit zu erreichen sollte die Eindingtiefe
passend gewählt werden. Bei zu geringer Eindringtiefe 28 können Zeichen 34 oft nicht
zweifelsfrei erkannt werden, da Verunreinigungen störend in Erscheinung treten können.
Bei zu hoher Eindingtiefe besteht beim Abtasten kein Kontakt zur Basis 26, was den
Lesefluss hindert.
[0045] Figur 2 zeigt einen Längsschnitt durch das erfindungsgemässe Kabel 10 im Bereich
des in Figur 1 gezeigten Markierungsfeldes 38. Es ist ersichtlich, dass innerhalb
der im Kabelmantel 12 vorgesehenen Vertiefung 24 mehrere Mantelelemente 32 freigelegt
wurden und aus der Basis 26 hervor ragen. Auf der Basis 26 ist eine feine Rasterung
36 vorgesehen, die gleichzeitig mit der Freilegung der Mantelelemente 32 realisiert
wurde. Das der Freilegung der Mantelelemente 32 dienende Werkzeug 44 wird dabei vorzugsweise
sequenziell in Linien geführt, die in einem geringen Abstand von einem oder mehreren
Zehntel Millimeter parallel zueinander verlaufen. Dadurch wird nicht nur Material
abgetragen, sondern es wird auch die Rasterung 36 in die Basis 26 eingefügt. Es entstehen
daher feine Linien oder Punkte welche ebenfalls abgetastet werden können und dem Anwender
anzeigen, dass das Markierungsfeld 38 abgetastet wird.
[0046] Die Rasterung 36 ist abhängig vom Werkzeug 44 mit welchem die Vertiefung 24 eingearbeitet
wird. Damit sich die Rasterung 36 deutlich von den Mantelelementen 32 unterscheiden
lässt, sollte die Rasterung 36 kleiner als 1/5 der Eindringtiefe 28, normalerweise
also kleiner als 1/5 der Mantelelemente 32 sein. Bei der Bearbeitung mit einem Fräskopf
als Werkzeug 44 entstehen feine Linien, während bei der Laserbearbeitung eine linien-
oder punktförmige Rasterung 36 erzeugt wird.
[0047] Die Aussenfläche 30 des Kabels 10 ist in Figur 2 um einen Aussenradius 18 von der
Mittelachse 22 des Kabels 10 entfernt. Der Mittelwert der Basis 26 der Vertiefung
24, welche mit der Rasterung 36 versehen ist, ist um einen Innenradius 20 von der
Mittelachse 22 entfernt. Die Differenz aus Aussenradius 18 und Innenradius 20 ergibt
die Eindringtiefe 28. Falls die Mantelelemente 32 nur seitlich und nicht frontseitig
durch das Werkzeug 44 bearbeitet werden, entspricht deren Höhe der Eindringtiefe 28.
Die Aussenfläche 30 der Mantelelemente 32 entspricht in diesem Fall der Außenfläche
30 des Kabelmantels 12. Sofern der Kabelmantel 12 eine Schutzschicht oder Leuchtschicht
aufweist, so ist diese Schutzschicht oder Leuchtschicht auch an der Oberseite der
Mantelelemente 32 vorhanden.
[0048] Figur 3 zeigt das erfindungsgemässe Kabel 10 mit zwei identischen Markierungsfeldern
38, welche radial gegeneinander versetzt angeordnet sind. In der gezeigten Ausführung
umfassen die Markierungsfelder 38 je etwa einen Quadranten, wobei zwischen den Markierungsfeldern
38 ebenfalls je etwa ein Quadrant liegt. Auf diese Weise kann unabhängig von der Lage
des Kabels 10 jeweils eines der Markierungsfelder 38 auf der einen oder anderen Seite
bequem abgetastet werden. Die Anordnung der Markierungsfeldern 38 ist insbesondere
vom gesamt Umfang des Kabels 10 abhängig. Bei kleinem Umfang von beispielsweise 15
mm wird beispielsweise nur ein Markierungsfeld 38 auf dem Kabelmantel 12 platziert,
während bei einem Kabel 10 mit grossem Umfang von beispielsweise 200 mm zwei oder
mehr Markierungsfelder 38 vorzugsweise in gleichen Abständen über den Umfang verteilt
sind.
[0049] Figur 4 zeigt das erfindungsgemässe Kabel 10 mit einer Verstärkung im Bereich des
Markierungsfeldes 38, die vorzugsweise bereits bei der Extrusion des Kabelmantels
12 realisiert wurde. Die Vorverstärkung 40 kann beispielsweise durch Verändern der
Geschwindigkeit des Extrusionsprozesses erreicht werden und beträgt dabei vorzugsweise
radial zwischen 0,5 mm - 1 mm, was typischerweise der Eindringtiefe 28 entspricht.
Auf diese Weise bleibt gewährleistet, dass die im Kabelmantel 12 eingeschlossenen
Leiter 14 auch nach der Einarbeitung des Markierungsfeldes 38 und der damit verbundenen
Materialentnahme gut geschützt bleiben.
[0050] Figur 5 zeigt das erfindungsgemässe Kabel 10, bei welchem der Kabelmantel 12 nach
der Einarbeitung des Markierungsfeldes 38 verstärkt wurde. Das zur Verstärkung verwendete
Material legt sich in einer möglichst gleichmässigen Schicht über die Oberfläche,
sodass die vorgängig eingearbeiteten Mantelelemente 32 weiter deutlich abtastbar sind.
Vorzugsweise wird nur eine dünne Schutzschicht aufgetragen. Damit sich die Grösse
der freigelegten Mantelelemente 32 nicht verändert, werden diese vorzugsweise mit
reduziertem Durchmesser gefertigt. Nach dem Auftragen der Schutzschicht erhalten diese
wiederum dieselbe Grösse können daher problemlos abgetastet werden. Die Schutzschicht
weist vorzugsweise eine im Vergleich zum Kabelmantel 12 deutlich erhöhte mechanische
und chemische Widerstandsfähigkeit auf, so dass die Mantelelemente 32 einer entsprechenden
Belastung problemlos standhalten und nicht abgerieben werden.
[0051] Figur 6 zeigt das erfindungsgemässe Kabel 10 mit zwei Markierungsfeldern 38, in denen
identische Informationen mit unterschiedlichen Zeichen 34 dargestellt sind. Einerseits
wird dadurch dargestellt, dass durch Freilegung der Mantelelemente 32 beliebige Zeichen
34 dargestellt werden können. Andererseits kann es vorteilhaft sein, wenn Markierungsfelder
38 mit unterschiedlichen Zeichensätzen vorgesehen werden.
[0052] Figur 7 zeigt das erfindungsgemässe Kabel 10 mit Mantelelementen 32 welche der anwendungsspezifischen
Kennzeichnung des Kabels 10 dienen. Die Mantelelemente 32 sind vorzugsweise derart
mit dem Kabelmantel 12 verbunden, dass sie sich bei Bedarf möglichst rückstandslos
und sauber entfernen lassen. Durch das entfernen einzelner Mantelelemente 32 kann
beispielsweise ein Kabel 10 an den beiden Enden markiert werden. Die heute übliche
Kennzeichnung eines Kabels 10 oder Leiters 14 mit einer farbigen Isolation oder durch
den Aufdruck von Buchstaben oder Zahlenkombinationen kann beispielsweise an nicht
oder nur schwer einsehbaren Orten sowie in dunkler Umgebung, durch die Codierung mit
tastbaren Mantelelementen 32 ersetzen oder ergänzen werden.
[0053] Die Codierung mit Mantelelementen 32 kann selbstverständlich bereits während des
Kabelproduktionsprozesses vorgenommen werden. Es ist aber auch möglich, die Codierung
durch Entfernen von Mantelelementen 32 beispielsweise erst bei der Installation des
Kabels 10 in einem Gebäude oder Fahrzeug vorzunehmen.
[0054] Figur 8 zeigt das erfindungsgemässe Kabel 10 mit Mantelelementen 32 welche der anwendungsspezifischen
Kennzeichnung des Kabels 10 dienen. Dabei wird eine Referenzzeile 46 verwendet mit
Mantelelementen 32 welche nicht zur Entfernung vorgesehen sind. Die Referenzzeile
46 erleichtert es insbesondere in der taktilen Wahrnehmung ungeübten Personen die
Codierung des Kabels 10 einfacher zu entziffern. Es kann jede Position eines entfernten
Mantelelementes 32 mit einem Referenz Mantelelement 32 welches in unmittelbarer Nähe
liegt, verglichen werden.
[0055] Figur 9 zeigt eine erfindungsgemässe Vorrichtung, mit welcher das erfindungsgemässe
Kabel 10 hergestellt bzw. bearbeitet wird. Die Vorrichtung umfasst eine Haltevorrichtung
48, mittels der ein Kabelrohling 10 aufgenommen, axial ausgerichtet, gehalten und
gegebenenfalls in Längsrichtung verschoben wird.
[0056] Ferner ist ein der Bearbeitung des Kabelrohlings dienendes Werkzeug 44 vorgesehen,
mittels dessen das Markierungsfeld 38 in den Kabelmantel 12 des Kabelrohlings eingearbeitet
wird.
[0057] Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann direkt in den Kabelproduktionsprozess (on
the flight) integriert werden. Beispielsweise wird die Vorrichtung nach der Stufe
zugeschaltet, in der der Kabelmantel 12 extrudiert und gegebenenfalls mit Verstärkungen
40 versehen wird. Das Kabel 10 kann somit ohne weitere Umwicklung mit den Markierungen
versehen werden.
[0058] In der Haltevorrichtung 48 ist das Kabel 10 beispielsweise auf Rollen oder Kugeln
gelagert und somit für die Bearbeitung durch ein Werkzeug 44 gut fixiert, gleichzeitig
wird ein weiter Transport des Kabels 10 ermöglicht.
[0059] Als Werkzeug 44 können verschiedene Vorrichtungen zum Einsatz kommen, beispielsweise
eine Fräsvorrichtung mit einem steuerbaren Fräswerkzeug oder eine Laservorrichtung
mit einem steuerbaren Laserstrahl. Mit einem feinen Fräswerkzeug können die Mantelelemente
32 beliebig geformt und freigelegt werden. Mit einem Laserstrahl kann der Kabelmantel
12 bis auf die vorgängig festgelegte Basis 26 verdrängt beziehungsweise verdampft
werden. Diese beiden Werkzeuge 44 lassen bei der Bearbeitung eine grosse Flexibilität
zu. Dabei können für jedes einzuarbeitende Markierungsfeld 38 die Informationen und
der zu wählende Zeichensatz wahlweise festgelegt werden. Dadurch wird es möglich,
aktuelle Daten des Produktionsprozesses mit optisch lesbaren oder abtastbaren Zeichen
34 in das Markierungsfeld 38 einzuarbeiten.
[0060] Als weiteres Werkzeug 44 kann ein Druckrad eingesetzt werden, welches mit einem definierten
Druck bei einer vorzugsweise erhöhten Temperatur in Kabellängsrichtung über das Kabel
10 gerollt wird. Dabei sind im Druckrad die Mantelelemente 32 als Negative eingeprägt.
Das Druckrad lässt eine schnelle und kostengünstige Einarbeitung der Vertiefungen
24 und Mantelelemente 32 in den Kabelmantel 12 zu. Das Druckrad ist jedoch in der
Länge der Information auf den eigenen Umfang beschränkt und die Informationen können
nicht flexibel geändert werden.
[0061] Es ist auch möglich die Vertiefungen 24 mit einer Substanz zu erzeugen welche einen
Teil des Kabelmantels 12 mindestens teilweise zersetzt. Dabei wird jener Teil des
Kabelmantels 12 welcher unbearbeitet bleiben soll mit einer Maske abgedeckt und geschützt.
Diese Maske kann auch beispielsweise ein Lack oder eine aufgetragene Schutzschicht
sein. Danach wird der nicht durch die Maske abgedeckte Teil beispielsweise mit einer
Säure zersetzt. Der Zersetzungsvorgang muss dabei rechtzeitig, beispielsweise durch
das Reinigen der entstandenen Vertiefung 24, gestoppt werden.
[0062] Weiter kann das Werkzeug 44 tastbare Mantelelemente 32 in Form einer zusätzlichen
Schicht auf das Kabel 10 auftragen. Die Mantelelemente 32 werden dabei in einem Markierungsfeld
38 auf den Kabelmantel 12 aufgetragen. Dieser Vorgang geschieht ähnlich wie das Bedrucken
mit einem Tintenstrahldrucker. Einzelne Punkte beispielsweise einer Punktschrift werden
durch Düsen des Druckers aufgetragen. Die Punkte haben eine räumliche Ausdehnung und
können somit durch eine sehbehinderte Person ertastet werden.
[0063] Mittels einer Antriebsvorrichtung 50 kann das Kabel 10 weiter transportiert werden.
Es kann eine Antriebsvorrichtung 50 vorgesehen werden, welche das Kabel 10 sowohl
axial antreibt als auch dreht. Die Antriebsvorrichtung 50 kann auch das Werkzeug 44
antreiben, beziehungsweise in seiner Position verschieben. Je nach Ausführung der
Vorrichtung kann das Werkzeug 44 sowohl entlang der Achse oder dem Umfang des Kabels
10 bewegt werden. Insbesondere bei einem Fräskopf und einem Druckrad kann als weitere
Bewegungsachse das Werkzeug 44 auf das Kabel 10 radial zu und weg bewegt werden. Im
Falle eines Lasers als Werkzeug 44, wird eine Spiegel-Ablenkeinheit und gegebenenfalls
eine Fokussiereinheit angetrieben. Es können auch gesonderte Antriebseinheiten 50
für das Kabel 10, das Werkzeug 44 und die Haltevorrichtung 48 vorgesehen werden.
[0064] Beim Verschieben des Werkzeugs 44 und des Kabels 10 durch die Antriebsvorrichtung
50 kann eine besonders effiziente Bearbeitung des Kabels 10 erreicht werden. Ausserdem
ergeben sich zusätzliche Freiheitsgrade durch das Drehen des Werkzeugs 44 oder des
Kabelrohlings, wodurch eine präzise Bearbeitung des Kabels 10 ermöglicht wird. Je
mehr Bewegungsachsen die Vorrichtung besitzt, desto schneller kann das Kabel 10 mit
einem Markierungsfeld 38 versehen werden. Ferner lassen sich Mantelelemente 32 beliebig
formen.
[0065] Die Vorrichtung weist ferner eine Steuereinheit 52 auf, mittels der das Werkzeug
44 gesteuert wird. Vorzugsweise sind Sensoren vorgesehen, mittels denen Positionsdaten
ermittelt werden, anhand derer das Werkzeug 44 und die Antriebsvorrichtung 50 gesteuert
werden kann. In einem Anwendungsprogramm werden alle relevanten Daten verarbeitet
und die zur Bearbeitung des Kabels 10 notwendigen Steuersignale berechnet.
[0066] Durch eine zusätzliche Kontrolleinheit 54 wie beispielsweise ein Videosystem mit
Bilderkennungssoftware kann das Markierungsfeld 38 am Kabel 10 im Produktionsprozess
überprüft werden.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 10
- Kabel
- 12
- Kabelmantel
- 14
- Leiter
- 16
- Leitermantel
- 18
- Aussenradius
- 20
- Innenradius
- 22
- Mittelachse
- 24
- Vertiefung
- 26
- Basis
- 28
- Eindringtiefe
- 30
- Aussenfläche
- 32
- Mantelelement
- 34
- Zeichen
- 36
- Rasterung
- 38
- Markierungsfeld
- 40
- Vorverstärkung
- 42
- Nachverstärkung
- 44
- Werkzeug
- 46
- Referenzreihe
- 48
- Haltevorrichtung
- 50
- Antriebsvorrichtung
- 52
- Steuereinheit
- 54
- Kontrolleinheit
1. Kabel (10) mit einer Markierung insbesondere für sehbehinderte Personen sowie wenigstens
einem elektrischen und/oder optischen Leiter (14), welcher in Kabellängsrichtung verläuft
und von einem aussen liegenden Kabelmantel (12) umschlossen ist, dessen Aussenfläche
(30) durch einen Aussenradius (18) von der Mittelachse (22) des Kabels (10) beabstandet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass in den Kabelmantel (12) wenigstens ein Markierungsfeld (38) eingearbeitet ist, das
eine Basis (26) aufweist, welche um einen Innenradius (20) von der Mittelachse (22)
des Kabels (10) beabstandet ist, der um eine Eindringtiefe (28) kürzer ist als der
Aussenradius (18) und dass auf der Basis (26) Mantelelemente (32) vorgesehen sind,
deren Höhe vorzugsweise der Eindringtiefe (28) entspricht und mittels denen einzelne
Zeichen (34) eines Zeichensatzes definiert sind, die in wenigstens einer Reihe entlang
der Kabellängsrichtung angeordnet und für die taktile Abtastung geeignet sind.
2. Kabel (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Eindringtiefe (28) im Bereich von 0,1 mm - 5 mm, vorzugsweise im Bereich von
0,5 mm - 1 mm liegt und/oder dass ein Mantelelement (32) ein Zeichen (34) des Zeichensatzes
bildet oder dass mehrere Mantelelemente (32) ein Zeichen (34) des Zeichensatzes bilden.
3. Kabel (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Markierungsfeld (38) wenigstens ein Mantelelement (32) vorgesehen ist, welches
der anwendungsspezifischen Kennzeichnung des Kabels (10) dient.
4. Kabel (10) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass für ein Zeichen (34) 6 oder 8 Positionen auf der Basis (26) reserviert sind, an denen
entsprechend dem gewählten Zeichen (34) zumindest annähernd zylindrische Mantelelemente
(32) angeordnet sind, die einen Durchmesser im Bereich von 1,1 mm - 1,9 mm aufweisen
und die reservierten Positionen in zwei in Kabellängsrichtung verlaufenden Reihen
angeordnet sind, die einen gegenseitigen Abstand im Bereich von 2 mm - 3,5 mm aufweisen,
der zumindest annähernd dem Abstand der benachbarten Position innerhalb der Reihen
entspricht.
5. Kabel (10) nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Basis (26) des Markierungsfelds (38) eine Rasterung (36) mit Linien und/oder
Punkten vorgesehen ist, deren Höhe kleiner als 1/5 der Eindringtiefe (28) ist.
6. Kabel (10) nach Anspruch 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierungsfelder (38) mit den darin enthaltenen Mantelelementen (32) seriell
in ersten Abständen von vorzugsweise 0,3 m - 1 m entlang dem Kabel (10) angeordnet
sind und/oder dass wenigstens zwei Serien von Markierungsfeldern (38) vorgesehen sind,
welche entlang dem Kabelumfang um wenigstens die Bogenlänge n/2 gegeneinander versetzt
angeordnet sind.
7. Kabel (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Markierungsfeld (38) etwa einen Quadranten des Kabelmantels (12) abdeckt und/oder
dass der Abstand zwischen einem Mantelelement (32) und dem Rand des Markierungsfeldes
(38) mindestens 1 mm beträgt.
8. Kabel (10) nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kabelmantel (12) im Bereich des Markierungsfeldes (38) durch eine Materialschicht
verstärkt ist, die vor oder nach der Einarbeitung des Markierungsfeldes (38) auf den
Kabelmantel (12) aufgetragen wird.
9. Verfahren zur Herstellung eines mit einer Markierung versehenen Kabels (10), wie es
in einem der Ansprüche 1 - 8 definiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil eines Kabelrohlings axial ausgerichtet und fest oder verschiebbar gehalten
wird, dass das Markierungsfeld (38) mit einem Werkzeug (44) derart in den Kabelmantel
(12) eingearbeitet wird, dass eine bis zur Basis (26) des Markierungsfeldes (38) reichende
Vertiefung (24) mit einer Eindringtiefe (28) im Bereich von 0,1 mm - 5 mm resultiert,
innerhalb der Mantelelemente (32) freigelegt werden, die durch Abtastung lesbare Zeichen
(34) eines Zeichensatzes bilden, die in wenigstens einer Reihe entlang der Kabellängsrichtung
angeordnet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (24) durch Anwendung eines mechanischen, chemischen oder thermischen
Verfahrens in den Kabelmantel (12) eingearbeitet wird, bei dem Material des Kabelmantels
(12) verdrängt oder entnommen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass Material des Kabelmantels (12) mittels eines Laserstrahls oder mittels eines Fräskopfs
entnommen wird oder dass Material des Kabelmantels (12) mittels eines Druckrads verdrängt
wird, wobei das Druckrad und/oder der Kabelmantel (12) vor der Einarbeitung des Markierungsfeldes
(38) , gegebenenfalls durch den zuvor durchgeführten Extrusionsprozess, vorzugsweise
erwärmt wurden.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine den Mantelelementen (32) bzw. den Zeichen (34) entsprechende Maske auf den Kabelmantel
(12) aufgebracht wird und der Kabelmantel (12) anschliessend mit einer Substanz beaufschlagt
wird, durch die von der Maske nicht abgedeckte Teile des Kabelmantels (12) herausgelöst
werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass in den für die Einarbeitung der Markierungsfelder (38) vorgesehenen Bereichen des
Kabelmantels (12) vor dem Einarbeiten der Markierungsfelder (38) während des Extrusionprozesses
oder danach eine Vorverstärkung (40) vorgesehen wird und/oder dass nach dem Einarbeiten
der Markierungsfelder (38) auf diese eine Nachverstärkung (42), wie eine Schutzschicht
aufgetragen wird.
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine der Aufnahme und dem Halten des Kabelrohlings dienende Haltevorrichtung (48),
- ein der Bearbeitung des Kabelrohlings dienendes Werkzeug (44),
- wenigstens eine Antriebsvorrichtung (50), mittels der das Kabel (10) und/oder das
Werkzeug (44) verschiebbar ist, und
- eine Steuereinheit (52), mittels der die Antriebsvorrichtung (50) und das Werkzeug
(44) steuerbar ist, um das Markierungsfeld (38) in den Kabelmantel (12) einzuarbeiten,
vorgesehen sind.
15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (44) eine Laservorrichtung mit einem steuerbaren Laserstrahl, eine Fräsvorrichtung
mit einem steuerbaren Fräselement, oder eine Druckvorrichtung ist.