[0001] Die Erfindung betrifft ein verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem für ein elektrisches
Schaltgerät. Verschiedene Vorschriften, wie z.B. die IEC 60947-1 und DIN EN 60204-1,
verlangen, dass elektrische Schaltgeräte in bestimmten Einbausituationen mit einem
oder mehreren Bügelschlössern in der AUS-Stellung des Schaltgerätes gegen Wiedereinschalten
gesichert werden können, um z.B. ein Einschalten einer elektrischen Anlage zu verhindern,
während Wartungsarbeiten an der Anlage im Gange sind. Es bestehen Forderungen, die
AUS-Position mit bis zu 4 Bügelschlössern zu sichern.
[0002] Aus der
CH 631 828 A5 ist ein solches verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem bekannt. Eine auf eine Schaltwelle
eines Drehschalters steckbare und am Drehschalter oder einer Gerätefrontplatte von
der Frontseite her befestigbare Grundplatte enthält eine auf die Schaltwelle drehfest
steckbare Sperrscheibe mit mindestens einer Ausnehmung, einem zum Eingriff in die
Ausnehmung der Sperrscheibe seitlich verschiebbaren, streifenförmigen Riegel und einen
an den Riegel senkrecht angeformten, sich parallel zum unteren Rand der Grundplatte
erstreckenden Schieber. Der Schieber ragt mit einem Ende seitlich über die Grundplatte
und ist am anderen Ende von einer Druckfeder beaufschlagt. Ein auf die Grundplatte
aufsetzbarer Deckel deckt die Grundplatte samt dem Schieber ab. Der Schieber und der
den Schieber umgebende Teil des Deckels sind mit bei gedrücktem Schieber korrespondierenden
Löchern versehen, in welche mindesten ein Vorhänge- oder Bügelschloss zur Verriegelung
des Drehschalters steckbar ist. In diesem verriegelten Zustand kann der Deckel nicht
abgenommen werden, so dass ein Lösen der Verriegelung nicht möglich ist. Von Nachteil
ist die durch die vom Drehgriff getrennte Abschließvorrichtung unbefriedigende Baugröße
und die Anzahl der Bauelemente.
[0003] Aus der
DE 42 06 378 A1 ist ein verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem bekannt, das mit einer Schaltwelle
eines Schaltgerätes in Drehrichtung eine formschlüssige Verbindung bildet und in axialer
Richtung form- oder kraftschlüssig auf der Schaltwelle aufgeschnappt ist, und der
eine als Abschließvorrichtung einen Schwenkhebel aufweist, der in der verschwenkten
Stellung sowohl die Drehbewegung des Drehgriffs als auch das Abziehen von der Schaltwelle
sperrt. In Bohrungen des Schwenkhebels können Schließ- oder Plombiervorrichtungen
als Schutz gegen unbefugtes Bedienen eingesetzt werden. Der Nachteil dieser Lösung
besteht darin, dass das Schaltwellenende sehr genau auf die Nase des Schwenkhebels
abgestimmt sein muss, was bei unterschiedlichen Abständen des Schalters von der Frontplatte
oder bei unterschiedlichen Frontplattenstärken nicht zu realisieren ist.
[0004] Aus der
DE-AS 12 00 923 ist eine abschließbare Betätigungsvorrichtung mit einem Drehgriff bekannt, der mittels
eines Sicherungsstiftes auf der Schaltwelle eines Drehschalters befestigt ist. Im
Drehgriff ist ein Sperrhebel in einem Lagerbock schwenkbar gelagert, der in einer
Aussparung des Drehgriffes gehalten ist und in dem ein mit dem Sperrhebel kraftschlüssig
gekuppelter sowie in eine entsprechende Aussparung des Drehschaltergehäuses eingreifender
Sperrbolzen axial beweglich gelagert ist. Der Sperrhebel ist in einer vom Drehschalter
abgewendeten offenen Nut des Drehgriffes bewegbar und mit einem Langloch zur Aufnahme
von Bügelschlössern versehen. In der Ruhelage besitzt der Sperrhebel eine über die
Seitenfläche des Drehgriffes gering überragende Angriffsfläche. Eine sich einerseits
an einer Grundplatte des Lagerbocks und andererseits an einem Ansatz des Sperrbolzens
abstützende schraubenförmige Feder hält den Sperrhebel in seiner Ruhelage. Ein Querstift
verbindet den Sperrbolzen über ein Langloch mit dem Sperrhebel. Nachteilig ist die
umständliche und genau abzumessende Befestigung des Drehgriffes auf der Schaltwelle,
und die fehlende Möglichkeit, Veränderungen hinsichtlich der Abschließstellungen vornehmen
zu können.
[0005] Nach der
DE 43 21 981 C2 ist eine abschließbare Betätigungseinrichtung für einen Drehschalter bekannt mit
einer Abdeckhaube, die frontseitig auf den Drehschalter gerastet ist und durch die
dessen Schaltwelle reicht, mit einem auf der Schaltwelle drehfest befestigtem und
vor der Abdeckhaube sitzenden Drehgriff mit einer Abschließöffnung für ein einzuhängendes
Bügelschloss und mit einem senkrecht zur Schaltwellenachse im Drehgriff verschieblich
gelagerten, von außen betätigbaren Sperrschieber zur Sperrung bzw. Freigabe der Schließöffnung.
Die Abdeckhaube wird mit dem Drehgriff und dem Sperrschieber durch einen Sicherungsring
zu einer auf den Drehschalter aufsteckbaren Baugruppe zusammengehalten. Der mit einem
Betätigungsfortsatz versehene Sperrschieber ist im wesentlichen rechteckförmig und
weist an seiner zum Drehschalter gelegenen Seite eine Nut auf, die in Sperrstellung
des Drehgriffs außer Deckung mit einem Führungskragen der Abdeckhaube gelangt, wofür
sich aber ein neben der Nut befindlicher Absatz sperrend gegen einen Zwischenraum
des Führungskragens legt. Nachteilig ist bei dieser Lösung, dass sie hinsichtlich
der Positionen ihrer abschließbaren Schaltstellung unverändert festgelegt ist und
keine zusätzlichen Abschließpositionen zulässt.
[0006] Aus der
DE 196 03 238 C1 schließlich ist eine abschließbare Betätigungsvorrichtung für einen Drehteller bekannt,
bei der durch einen als Abschließvorrichtung dienenden Sperrschieber ein Sperrbolzen
betätigt wird, der seinerseits mit einer drehfesten Sperrscheibe in sperrende Wirkung
tritt. Der kraftschlüssig auf der Schaltwelle festgeklemmte Drehgriff vereinigt in
sich den Sperrbolzen. Durch die Wahl der Anzahl und der Winkellage der für den Sperrbolzen
vorgesehenen Aussparungen in der Sperrscheibe können die abschließbaren Schaltstellungen
des Drehschalters nach ihrer Anzahl und ihrer Position festgelegt werden. Im Griffteil
des Drehgriffs ist eine durchgehende Abschließöffnung zum einhängen von Bügelschlössern
vorgesehen. Nachteilig bei dieser Lösung ist, dass durch den nur begrenzt zur Verfügung
stehenden Platz im Griffteil nur weniger als 4 Bügelschlösser eingehangen werden können.
[0007] Die Firma Eaton Industries bietet in Ihrem Katalog HPL 2010 einen Drehgriff mit Sperrkranz
SVB an, wobei der Drehgriff über den Sperrkranz mit bis zu drei Vorhängeschlössern
gegen unbefugtes Einschalten gesichert werden kann. Um die Forderung nach einem vierten
Schloss zu erfüllen, ist ein viertes Loch in Drehgriff und Kranz denkbar, jedoch wäre
dann auch eine Abschließbarkeit in Positionen gegeben, die normativ unzulässig sind.
Beispielsweise könnte bei in EIN-Stellung verschweißten Kontakten im Grundgerät der
Griff so weit in Richtung AUS gedreht werden, dass ein Schloss eingehängt werden könnte
und der Eindruck einer sicheren AUS-Stellung erweckt würde.
[0008] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem
für ein elektrisches Schaltgerät bereitzustellen, das in einer sicheren AUS-Stellung
des Schaltgeräts mit mindestens vier Vorhänge- oder Bügelschlössern gegen unbefugtes
Einschalten gesichert werden kann.
[0009] Ausgehend von einem verriegelungsfähigen Sperrgriffsystem der eingangs genannten
Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch die Gesamtheit der Merkmale des Hauptanspruchs
1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
2 bis 8 zu entnehmen.
[0010] Das erfindungsgemäße verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem zeichnet sich dadurch
aus, dass er einen auf die Schaltwelle des elektrischen Schaltgerätes geschobenen
und in die zwei Komponenten Drehgriff und Sperrkragen aufteilten Sperrgriff aufweist.
Dabei ist der Sperrkragen gegenüber dem Drehgriff in Richtung der Schaltwellenlängsachse
vertikal in eine ABGESCHLOSSEN- und eine OFFEN-Position verschiebbar, wobei der Sperrkragen
sich so mit dem Sperrkranz im Eingriff befindet, dass er in der Abgeschlossen-Position
nicht gegenüber dem Sperrkranz verdrehbar ist.
[0011] Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein elektrisches Schaltgerät
anzugeben, das sich in einer sicheren AUS-Stellung mit mindestens vier Vorhänge- oder
Bügelschlössern gegen unbefugtes Einschalten gesichert werden kann.
[0012] Diese weitere, der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wir durch die Merkmalskombination
des Anspruchs 9 gelöst.
[0013] Erfindungsgemäße elektrische Schaltgeräte zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein
erfindungsgemäßes verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem mit den Merkmalskombinationen
gemäß den Ansprüchen 1 bis 8 aufweisen.
[0014] Erfindungsgemäß weist der Sperrkranz eine mindestens Führungsnut auf seiner inneren
Umfangsfläch auf. Der Sperrkragen hingegen weist auf seiner äußeren Umfangsfläche
mindestens eine korrespondierende Führungsschiene auf. Die Führungsnut ist so ausgestaltet,
dass der Sperrkranz nur dann vertikal in Richtung der Längsachse der Schaltwelle in
eine ABGESCHLOSSEN-Position verschoben werden kann, wenn sich die Schaltwelle in der
AUS-Position befindet. In dieser ABGESCHLOSSEN- Position ist der Sperrkranz und damit
der Sperrgriff drehfest mit dem Sperrkranz verbunden, so dass er in dieser Position
die Schaltwelle nicht verdrehen und damit den Schalter nicht einschalten kann.
[0015] Erfindungsgemäß weist der Sperrkragen mindestens einen Durchbruch in seiner Umfangsseite
auf, durch den der Bügel eines Bügelschlosses geführt werden kann, wenn sich der Sperrkragen
in der ABGESCHLOSSEN-Position befindet. Somit kann der Sperrkragen nicht in die Offen-Position
überführt werden kann, ohne den Bügel des Schlosses zu entfernen.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform können durch den mindestens einen Durchbruch
in der Umfangsseite des Sperrkragens die Bügel von mindestens 4 Bügelschlössern geführt
werden.
[0017] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das verriegelungsfähige Sperrgriffsystem
mindestens zwei Führungsnuten und Führungsschienen über den Umfang des Sperrkranzes
und des Sperrkragens auf. Dadurch kann der Sperrkranz symmetrisch geführt werden.
[0018] Der Vorteil der Erfindung liegt darin begründet, dass die Verhinderung der Drehbewegung
des Sperrgriffs und damit die Verhinderung der Einschaltung des elektrischen Schaltgerätes
bei dem erfindungsgemäßen Sperrgriff von der Abschließbarkeit funktionell getrennt
ist. Die Verhinderung der Drehbewegung erfolgt über den Eingriff der Führungsschiene
des Sperrkragens in die Führungsnut des Sperrkranzes. Die Abschließbarkeit hingegen
erfolgt durch eine Verhinderung einer Vertikalbewegung des Sperrkranzes aus der ABGESCHLOSSEN-Position
heraus. Dabei kann durch eine geeignete Dimensionierung der Passung zwischen Führungsschiene
und Führungsnut verhindert werden, dass der Sperrgriff in der ABGESCHLOSSEN-Position
soweit gedreht werden kann, dass sich der Schalter nicht mehr in einem sicheren AUS-Zustand
befindet bzw. dass sich bei z.B. verschweißten Schaltkontakten des elektrischen Schaltgerätes
der Sperrgriff in eine Position gedreht werden kann, die ohne dass die Kontakte verschweißt
wären einem sicheren AUS-Zustand des elektrischen Schaltgerätes entsprechen würde.
Als weiterer Vorteil ist zu sehen, dass der in der ABGESCHLOSSEN-Position des verriegelungsfähigen
Sperrgriffs in axialer Richtung aus dem Sperrkranz herausgezogenen Sperrkragen die
greifbaren Seitenfläche des Drehgriffs teilweise verdeckt, so dass ein Bediener in
dieser ABGESCHLOSSEN-Position des Drehgriffs weniger Angriffsfläche für die Hand oder
ein Werkzeug vorfindet als in der OFFEN-Position. Dadurch kann in dieser Position
weniger Drehmoment auf den Drehgriff aufgebracht werden als in der OFFEN-Position.
Dadurch wird ein unbefugtes Einschalten des elektrischen Schaltgerätes bei abgeschlossenem
Drehgriff durch Gewaltanwendung erschwert.
[0019] Anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig 1
- ein verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem nach dem Stand der Technik
- Fig 2
- die beiden Komponenten Drehgriff und Sperrkragen eines erfindungsgemäßen verriegelungsfähigen
Sperrgriffsystems in einer Explosionsdarstellung
- Fig 3
- einen erfindungsgemäßen Sperrkranz
- Fig 4
- einen erfindungsgemäßen Drehgriff in einen erfindungsgemäßen Sperrkranz montiert in
OFFEN-Position in Seitenansicht und Schnitt
- Fig 5
- einen erfindungsgemäßen Drehgriff in einen erfindungsgemäßen Sperrkranz montiert in
ABGESCHLOSSEN-Position in Seitenansicht und Schnitt
[0020] Das in Fig 1 dargestellte verriegelungsfähige Sperrgriffsystem (100) nach dem Stand
der Technik ist einteilig ausgeführt. Die Abschließbarkeit ist durch Durchbruchspaare
in den Umfangsseiten des Sperrkranzes (130) und des Sperrgriffs gegeben. Befindet
sich der Sperrgriff (100) in einer Position, die der AUS-Stellung des elektrischen
Schaltgerätes entspricht, so befinden sich die Durchbrüche (115) der Durchbruchspaare
in den Umfangsseiten von Sperrkranz (130) und Sperrgriff (100) in Deckung, so dass
der Bügel eines Bügelschlosses durch beide Durchbrüche (115, 125) eines Durchbruchpaares
hindurch geführt werden kann. Dabei muss für jedes vorgesehene Bügelschloss eine Durchbruchspaarung
vorhanden sein, wobei die Abmessungen der Durchbrüche (115, 125) auf den Durchmesser
des Schlossbügels abgestimmt sein müssen. Sind die Durchmesser der Durchbrüche (115,
125) gegenüber den Durchmessern der Schlossbügel zu groß, kann der Drehgriff (110)
eventuell so weit gedreht werden, dass eine sichere Trennstrecke zwischen den Schaltkontakten
des elektrischen Schaltgerätes nicht mehr gegeben ist. Auch ist der Fall denkbar,
dass die Schaltkontakte des elektrischen Schaltgerätes miteinander verschweißt sind.
In diesem Fall darf sich der Drehgriff (100) mit Sperrkragen (120) nicht soweit drehen
lassen, dass die Durchbrüche (115, 125) der Durchbruchspaarungen soweit zur Deckung
kommen, dass ein Bügelschloss eingehangen werden kann. Da der Umfang von Sperrgriff
(100) bzw. Sperrkranz (130) abhängig von der jeweiligen Baugröße des Schalters begrenzt
ist, ist die Zahl der Durchbrüche (115, 125) ebenfalls begrenzt, sollen die oben genannten
Bedingungen eingehalten werden.
[0021] Fig 2 zeigt die Komponenten Sperrkragen (120) und Drehgriff (110) eines erfindungsgemäßen
verriegelungsfähigen Sperrgriffsystems. Zu erkennen sind die Durchbrüche (115, 125)
für die Bügel von Bügelschlössern. Zu erkennen ist, dass diese Durchbrüche (115, 125)
in Umfangsrichtung nicht auf die Durchmesser der Schlossbügel dergestalt abgestimmt
sein müssen, dass nur ein sehr begrenztes Spiel zwischen Schlossbügel und Durchbruch
(115, 125) zugelassen werden dürfte. Im Gegenteil sind in Fig 2 Langlöcher als Durchbruch
(115, 125) zu erkennen. Die Bügel der Bügelschlösser müssen nur die vertikale Bewegung
des Sperrkragens (120) gegenüber dem Sperrkranz (130) (siehe dazu auch die folgenden
Figuren) verhindern. Weiterhin ist in Fig 2 die Führungsschiene (126) am Sperrkragen
(120) zu erkennen, die mit der Führungsnut (136) des Sperrkranzes zusammenwirkt (siehe
dazu auch die folgenden Figuren).
[0022] Fig 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Sperrkranz (130) mit der Führungsnut (136). Diese
Führungsnut (136) besteht aus einem ersten Teil (137) mit Hauptausdehnung in Umfangsrichtung
und einem zweiten Teil (138) mit Hauptausdehnungsrichtung im Wesentlichen senkrecht
zur Umfangsrichtung. Der erste Teil (137) der Führungsnut (136) zieht sich in Umfangsrichtung
mindestens über einen Teil der inneren Umfangsfläche des Sperrkranzes (130). Der zweite
Teil (138) der Führungsnut (136) befindet sich an einem Ende des ersten Teils (137)
der Führungsnut (136) an der Stelle des Umfangs, der der Position der Führungsschiene
(126) am Sperrkragen (120) entspricht, wenn sich das elektrische Schaltgerät im AUS-Zustand
befindet.
[0023] Fig 4 zeigt die erfindungsmäßigen Komponenten Drehgriff (110), Sperrkragen (120)
und Sperrkranz (130) montiert in der OFFEN-Position in Seitenansicht und Schnitt.
Der Sperrkragen (120) ist in den Sperrkranz (130) eingedrückt. Die Führungsschiene
(126) befindet sich im ersten Teil (137) der Führungsnut (136), der Drehgriff (110)
könnte gemeinsam mit dem Sperrkragen (120) gegenüber dem Sperrkranz (130) soweit,
wie es der erste Teil (137) der Führungsnut (136) zulässt, verdreht werden und damit
das elektrische Schaltgerät schalten.
[0024] Fig 5 zeigt die erfindungsmäßigen Komponenten Drehgriff (110), Sperrkragen (120)
und Sperrkranz (130) montiert in der ABGESCHLOSSEN-Position in Seitenansicht und Schnitt.
Die Führungsschiene (126) befindet sich im zweiten Teil (138) der Führungsnut (136).
Der Sperrkragen (120) ist in axialer Richtung soweit aus dem Sperrkranz (130) herausgezogen,
wie es der zweite Teil (138) der Führungsnut (136) zulässt. In dieser Position kann
der Sperrkragen (120) mit dem Drehgriff (110) nicht gegenüber dem Sperrkranz (130)
verdreht werden. Über den Umfang des Sperrkragens (120) sind Durchbrüche (125) in
Form von Langlöchern zu erkennen. Durch diese Durchbrüche (125) könnten Bügel von
Bügelschlössern geführt werden, die ein Wiedereindrücken des Sperrkragens (120) in
den Sperrkranz (130) verhindern würden. Der Sperrgriff (100) ist arretiert, das elektrische
Schaltgerät kann nicht eingeschaltet werden. Durch den in axialer Richtung aus dem
Sperrkranz (130) herausgezogenen Sperrkragen (120) wird die greifbare Seitenfläche
(111) des Drehgriffs (110) teilweise verdeckt, so dass ein Bediener in dieser ABGESCHLOSSEN-Position
des Drehgriffs (110) weniger Angriffsfläche für die Hand oder ein Werkzeug vorfindet
als in der OFFEN-Position. Dadurch kann in dieser Position weniger Drehmoment auf
den Drehgriff (110) aufgebracht werden als in der OFFEN-Position. Ein unbefugtes Einschalten
des elektrischen Schaltgerätes bei abgeschlossenem Sperrgriff (100) durch Gewaltanwendung
wird hierdurch erschwert.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 10
- verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem
- 100
- Sperrgriff
- 110
- Drehgriff
- 111
- greifbare Seitenfläche
- 115
- Durchbruch
- 120
- Sperrkragen
- 125
- Durchbruch
- 126
- Führungsschiene
- 130
- Sperrkranz
- 136
- Führungsnut
- 137
- erster Teil der Führungsnut
- 138
- zweiter Teil der Führungsnut
1. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) für ein elektrisches Schaltgerät mit einem
über die Schaltwelle des Schalters geschobenen und am Schaltergehäuse oder an einer
Frontplatte befestigten Sperrkranz (130) und einen mit Klemmmitteln auf der Schaltwelle
drehfest befestigten und vor dem Sperrkranz (130) sitzenden Sperrgriff (100),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sperrgriff (100) aus den beiden Komponenten Drehgriff (110), aufweisend eine
greifbare Seitenfläche (111), und Sperrkragen (120) besteht, wobei der Sperrkragen
(120) gegenüber dem Drehgriff (110) in Richtung einer Schaltwellenlängsachse vertikal
in mindestens eine ABGESCHLOSSEN-Position und eine OFFEN-Position verschiebbar ist
und der Sperrkragen (120) sich so mit dem Sperrkranz (130) im Eingriff befindet, dass
er in der ABGESCHLOSSEN-Position nicht gegenüber dem Sperrkranz (130) verdrehbar ist.
2. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Drehgriff (110) nicht zerstörungslos von dem Sperrkragen (120) gelöst werden
kann.
3. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Eingriff des Sperrkragens (120) in den Sperrkranz (130) durch eine Führungsnut
(136) auf der inneren Umfangsfläche des Sperrkranzes (130) erfolgt, in die eine entsprechender
Führungsschiene (126) am Sperrkragen (120) greift.
4. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Führungsnuten (136) und Führungsschienen (126) über den Umfang des
Sperrkranzes (130) und des Sperrkragens (120) verteilt sind.
5. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sperrkragen (120) mindestens einen Durchbruch (125) in seiner Umfangsseite aufweist,
durch den der Bügel eines Bügelschlosses geführt werden kann, wenn sich der Sperrkragen
(120) in der ABGESCHLOSSEN-Position befindet, so dass er nicht in die Offen-Position
überführt werden kann, ohne den Bügel des Schlosses zu entfernen.
6. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sperrkranz (120) nur in der AUS-Stellung des elektrischen Schalters vertikal
verschiebbar ist.
7. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch den mindestens einen Durchbruch (125) in der Umfangsseite des Sperrkragens
(120) mindestens 4 Bügel von Bügelschlössern geführt werden können.
8. Verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sperrkragen (120) in der ABGESCHLOSSEN-Position die greifbare Bedienfläche des
Drehgriffs (110) gegenüber der in der OFFEN-Position verkleinert.
9. Elektrisches Schaltgerät,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schaltgerät ein verriegelungsfähiges Sperrgriffsystem (100) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche aufweist.