[0001] Die Erfindung betrifft einen Sitzsack mit einem Außensack und einem Innensack zur
Aufnahme von Füllmaterial, wobei der Außensack eine verschließbare Zugangsöffnung
zum Einbringen des Innensacks und Befestigungseinrichtungen zum Halten des Innensacks
aufweist.
[0002] Sitzsäcke sind als formvariable Sitzmöbel in vielen verschiedenen Ausführungsformen
bekannt. Sie sind in der Regel mit einem Schüttmaterial befüllt, das gegeneinander
verschoben werden kann. Dadurch kann der Sitzsack in seiner Form, insbesondere der
Sitzfläche, verändert werden. Dies ermöglicht es den Benutzern, den Sitzsack mit geringstem
Aufwand an die jeweilige bevorzugte persönliche Sitzposition anzupassen. Sitzsäcke
nehmen unter den Sitzmöbeln eine Spitzenstellung im Hinblick auf Formindividualisierbarkeit
ein.
[0003] Es ist bekannt, zur Schonung des Materials den Sitzsack zweischalig auszuführen mit
einem Außen- und einem Innensack (
GB 2 447 658 A). Um auch komplexe Formen mit einem Sitzsack darstellen zu können, ist es weiter
bekannt, in den Außensack formgebende Stützkörper einzubringen. Sie sind so gestaltet,
dass sie dem Sitzsack die Kontur eines bevorzugten Sitzmöbels verleihen. Weiter hat
der Stützkörper die Aufgabe, das mit Schüttgut aufzufüllende Füllvolumen des Sitzsacks
zu verkleinern, und den Sitzsack damit leichter und transportabler zu machen.
[0004] Unbefriedigend an den vorbekannten Sitzsäcken ist jedoch, dass sie zwar eine Individualisierung
der Form ermöglichen, nicht aber des Außeneindrucks. Farbe und Stoffmuster des Sitzsacks
sind in der Praxis nach dessen Herstellung unveränderlich. Dies stellt in Zeiten einer
immer weitere Bereiche des Lebens erfassenden Individualisierung von Produkten einen
beträchtlichen Nachteil dar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sitzsack der eingangs genannten Art
dahingehend zu verbessern, dass eine bessere Individualisierbarkeit erreicht ist.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung liegt in den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Bei einem Sitzsack mit einem Außensack und einem Innensack zur Aufnahme von Füllmaterial,
wobei der Außensack eine verschließbare Zugangsöffnung zum Einbringen des Innensacks
und Befestigungseinrichtungen zum Halten des Innensacks aufweist, ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass die Befestigungseinrichtungen als Schnellverschlüsse im Bereich der
Ecken des Außensacks ausgeführt sind.
[0008] Nachfolgend seien zuerst einige verwendete Begriffe erläutert:
Unter einem Innensack wird ein beutelartiges Gefäß verstanden, welches den vom Außensack
umgrenzten Raum ausfüllt.
Der Innensack ist zur Befüllung mit einem Füllungsmaterial vorgesehen.
[0009] Unter Schnellverschluss wird eine Befestigungseinrichtung verstanden, die zum zerstörungsfreien
Trennen und Wiederverbinden durch den Benutzer ausgebildet ist. In der Regel bedeutet
dies, dass der Benutzer hierzu keine oder nur einfache Hilfsmittel und keine Fachkenntnisse
benötigt. Beispiele für solche Schnellverschlüsse sind insbesondere Klettbänder, Druckknöpfe,
Knoten, durch Ösen geführte Schleifen, Reißverschlüsse usw. Nicht dazu zählen insbesondere
Nähte, die aufgetrennt und wieder zugenäht werden müssten.
[0010] Mit den Schnellverschlüssen kann einfach und schnell die Verbindung zwischen Innen-
und Außensack vom Benutzer getrennt werden, so dass der Innensack aus dem Außensack
herausgenommen und von ihm getrennt werden kann. Damit wird die Möglichkeit geschaffen,
den Außensack leicht vom Innensack zu trennen und ihn so gegen einen anderen auswechseln
zu können, z. B. gegen einen in einer anderen Farbe und/oder mit einem anderen Motiv.
Dies ermöglicht dem Benutzer eine einfache Anpassung des Äußeren des Sitzsacks nach
seinen Vorstellungen. Außerdem kann bei Bedarf leicht eine Reinigung des Außensacks
bei Verschmutzung erfolgen, und zwar ohne dass der Innensack mit dem darin befindlichen
- und häufig feuchtigkeitsempfindlichen - Füllmaterial hiervon negativ betroffen wäre.
[0011] Zweckmäßigerweise sind die Schnellverschlüsse mit Verstärkungen am Außensack versehen.
Der Übergang zwischen Innen-und Außensack ist im Betrieb verhältnismäßig hohen Belastungen
ausgesetzt, da hierüber die vom Benutzer ausgeübten Kräfte auf das Füllgut im Innensack
übertragen werden. Um der Gefahr eines Ausreißens der Schnellverschlüsse zu begegnen,
sind sie daher mit Verstärkungen ausgeführt. Vorzugsweise sind sie am Außensack angeordnet.
Bei einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform ist die Verstärkung als ein Gewebematerialstück
ausgeführt, das mit seinen Kanten mit denen des Außensacks dauerhaft verbunden (insbesondere
vernäht oder verklebt) ist und an seinem freien Ende eine Aufnahme für den Schnellverschluss
bildet. Insbesondere kann das Gewebematerialstück als Zwischenlage in einer Vorder-
und Rückteil verbindenden Naht des Außensacks angeordnet sein. Diese Naht ist beim
Außensack in der Regel ohnehin vorgesehenen. Damit ist auf kostengünstige Weise ein
sehr robuster und leicht zu trennender und wieder zu schließender Übergang zwischen
Außen- und Innensack geschaffen. Vorzugsweise weist dazu das Gewebematerialstück eine
L-förmige Einnähsektion und eine in dessen eingeschlossenen Winkel angeordnete Haltesektion
auf. Die Einnähsektion und die Haltesektion können einteilig ausgeführt sein. Dies
ermöglicht eine besonders rationelle Fertigung.
[0012] Der Schnellverschluss kann mit einer Öse und Schleifen ausgeführt sein. Zweckmäßigerweise
ist die Öse mit einem Metallring verstärkt und bildet einen außensackseitigen Bereich
des Schnellverschlusses, und die Schleifen bilden den innensackseitigen Bereich. Der
Außensack bleibt dann frei von abstehenden Kleinteilen und kann so ohne Bedenken bei
Bedarf gereinigt werden. Die umgekehrte Anordnung soll aber nicht ausgeschlossen sein.
Es sind auch symmetrische Anordnungen möglich, beispielsweise bei Druckknöpfen oder
Reißverschlüssen.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung anhand
eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Aufsicht auf eine Rückseite des Sitzsacks;
- Fig. 2:
- eine vergrößerte Ansicht einer Ecke aus Fig. 1;
- Fig. 3:
- eine schematische Ansicht eines Schnellverschlusses;
- Fig. 4:
- eine Seitenansicht; und
- Fig. 5:
- Ausführungsbeispiele für Schnellverschlüsse.
[0014] Ein in seiner Gesamtheit mit der Bezugsziffer 1 versehener Sitzsack gemäß einem Ausführungsbeispiel
umfasst einen Au-βensack 2 und einen Innensack 3 (in Fig. 1 gestrichelt dargestellt).
Der Sitzsack 1 ist in seinem ungefüllten Zustand dargestellt, in dem er ein Rechteck
bildet. Andere Ausführungsformen können quadratische oder runde Gestalt aufweisen.
[0015] Der Außensack 2 ist zweiteilig aus einem rechteckigen Vorderteil 21 mit Abmessungen
von bspw. 180 x 140 cm und einem gleichgroßen Rückteil 22 gebildet. Sie sind über
eine am Rand umlaufende Doppelnaht 23 reißfest miteinander verbunden und bestehen
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus PVC-Planenmaterial (sog. LKW-Plane).
Das Vorderteil 21 ist vorzugsweise mit einem Motiv (nicht dargestellt) versehen. Das
Rückteil 22 weist an einem kurzen Ende einen parallel zur kurzen Seite verlaufenden
Reißverschluss 24 auf, der sich über etwa 90 % der Länge der kurzen Kante erstreckt.
Er ist von einem abgenähten Schutzstreifen 25 klappenartig verdeckt. Der Reißverschluss
24 bildet einen verschließbaren Zugang zum Innenraum des Außensacks 2. Innerhalb des
Innenraums ist der Innensack 3 angeordnet. Er besteht ebenso wie der Außensack 2 aus
rechteckigem Stoffmaterial, vorzugsweise handelt es sich um Polyester. Eine seiner
kurzen Kanten ist mit einem Reißverschluss 31 versehen, durch welchen Befüllungsgut
eingebracht und ggf. entnommen werden kann. An seinen Ecken weist der Innensack 3
angenähte Bänder 47 auf. Sie sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel etwa 10
cm lang bei einer Breite von 2 cm. Sie können miteinander verknotet sein, wie nachstehend
näher beschrieben ist. Die Abmessungen des Innensacks 3 entsprechen denen des Außensacks
2. Maximal ist der Innensack 2 so groß wie der Außensack 3, kann aber auch bis zu
10 % an jeder Seite kleiner sein.
[0016] Zur Befestigung des Innensacks 3 in dem Außensack 2 sind Schnellverschlüsse 4 vorgesehen,
und zwar einer in jeder Ecke. Ein Schnellverschluss 4 besteht aus einem außensackseitigen
Teil 42 und einem innensackseitigen Teil 46, die werkzeuglos miteinander koppelbar
und lösbar sind.
[0017] Der außensackseitige Teil 42 besteht aus einem rechteckigen Verstärkungsstück aus
Polyestermaterial oder einem anderen zugfesten Gewebematerial. Es ist als Zwischenlage
in der Ecke zwischen Vorderteil 21 und Rückteil 22 angeordnet. Es umfasst eine Einnähsektion
43, die entlang zweier Kanten L-förmig ausgeformt und mittels der Doppelnaht 23 mit
dem Au-βensack 2 verbunden ist. Bei Bedarf können zusätzlich optionale Verstärkungsnähte
26 vorgesehen sein. Das Verstärkungsstück umfasst ferner eine Haltesektion 44, die
im eingeschlossenen Winkel der L-förmigen Einnähsektion 43 angeordnet ist und eine
mit einem Metallring verstärkte Öse 45 aufweist.
[0018] Der innensackseitige Teil 46 des Schnellverschlusses 4 umfasst zwei Bänder 47, die
in den umlaufenden Rand des Innensacks 3 eingenäht sind. Die Bänder 47 sind durch
die Öse 45 geführt und mittels eines Knotens 48 verbunden, so dass eine Halteschlaufe
49 gebildet ist. Sie sichert den Innsack 3 an der Öse 45. Damit ist der Schnellverschluss
4 geschlossen. Durch Auflösen des Knotens 48 und Ziehen der Bänder 47 aus der Öse
45 kann der Schnellverschluss leicht und ohne Werkzeug geöffnet werden. Ein weiterer
Vorteil des Schnellverschlusses ist seine rationelle Herstellbarkeit, die mit dem
Verstärkungsstück als außensackseitiger Teil 42 und den Bändern 47 als innensackseitiger
Teil 46 nur geringen Materialaufwand erfordern und mit nur geringem Zusatzaufwand
bei der Herstellung des Sitzsacks angeordnet werden können. Trotz dieser Einfachheit
ist der Schnellverschluss dank des Verstärkungsstücks einerseits stabil und dennoch
leicht von den Benutzern zu öffnen und zu schließen, und zwar auf intuitive Weise.
[0019] Alternative Ausführungsformen für den Schnellverschluss 4 sind in Fig. 5 dargestellt.
Fig. 5a) zeigt eine Ausführung als Druckknopfverschluss mit einem außensackseitigen
ersten Druckknopf 45' und einem innensackseitigen zweiten Druckknopf 47'. Fig. 5b)
zeigt eine Ausführung als Klettverschluss mit einem außensackseitigen ersten Klettband
45" und einem innensackseitigen zweiten Klettband 47". Fig. 5c) zeigt eine dritte
Ausführungsform mit einem Reißverschluss 4'.
1. Sitzsack mit einem Außensack (2) und einem Innensack (3) zur Aufnahme von Füllmaterial
(30), wobei der Au-βensack (2) eine verschließbare Zugangsöffnung zum Einbringen des
Innensacks (3) und Befestigungseinrichtungen zum Halten des Innensacks (3) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtungen als Schnellverschlüsse (4) im Bereich der Ecken des
Außensacks (2) ausgeführt sind.
2. Sitzsack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnellverschlüsse (4) mit Verstärkungen (43, 44) versehen sind.
3. Sitzsack nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (43, 44) ein Stück Gewebeflachmaterial umfasst, das dauerhaft an
dem Außensack (2) befestigt ist.
4. Sitzsack nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (43, 44) mit dem Außensack (2) vernäht oder verklebt ist.
5. Sitzsack nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (43, 44) als Zwischenlage einer Vorder- und Rückteil verbindenden
Naht (26) des Außensacks (2) ausgebildet ist.
6. Sitzsack nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnellverschlüsse (4) werkzeuglos betätigbar sind.
7. Sitzsack-Satz umfassend einen Sitzsack (1) mit einem Außensack (2) und einem Innensack
(3) zur Aufnahme von Füllmaterial (30), wobei der Außensack (") eine verschließbare
Zugangsöffnung zum Einbringen des Innensacks (3) und Befestigungseinrichtungen zum
Halten des Innensacks (§) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wechsel-Außensack (2') vorgesehen ist, wobei der Außensack (2) oder Wechsel-Außensack
(2') mittels Schnellverschlüssen (4) im Bereich der Ecken des Au-βensacks (2) mit
dem Innensack (3) lösbar verbunden ist.
8. Sitzsack-Satz nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitzsack (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 weitergebildet ist.