Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Hilfsteil für die Herstellung von zahnimplantatgetragenem
Zahnersatz im zahntechnischen Labor, wobei das Hilfsteil eine im Wesentlichen glatte
Aussenfläche und eine einem Zahnimplantat entsprechende Verbindungsgeometrie für Zahnersatz
aufweist.
Stand der Technik
[0002] Bei der Herstellung von zahnimplantatgetragenem Zahnersatz (Suprakonstruktionen wie
Kronen, Brücken oder Prothesen) wird in der Regel zunächst ein Modell des betroffenen
Kiefers oder Kieferbereichs angefertigt, z. B. aus Hartgips. Zumindest bei komplexeren
Arbeiten wird das Modell als Sägemodell bereitgestellt, d. h. das Modell wird zersägt,
wobei die einzelnen Teile später bei Bedarf wieder passend aneinandergefügt werden
können, z. B. indem sie an den entsprechenden Stellen auf den Modellsockel gesetzt
werden können.
[0003] Die Zahnimplantate weisen an ihrem proximalen, d. h. der anzubringenden Suprakonstruktion
zugewandten Ende, definierte (je nach Hersteller unterschiedliche) Verbindungsgeometrien
auf, welche die feste Anbringung der Suprakonstruktion (direkt oder über Implantatpfosten
erlauben). In der Regel umfassen die Verbindungsgeometrien u. a. Innengewinde.
[0004] Um nun mit Hilfe des Modells die Suprakonstruktion herstellen zu können, werden in
das Modell herkömmlich Modellimplantate oder Stahldübel (Retentionen) eingegossen,
die im Modell fest verankert sind, den Platz des Implantats einnehmen und eine Verbindungsgeometrie
zur Verfügung stellen, welche derjenigen des Implantats (oder gegebenenfalls direkt
der Implantatpfosten) entspricht. Durch Herstellung des Sägemodells können die im
Gipsmodell eingebetteten Retentionen einzeln zur Herstellung der entsprechenden Suprakonstruktion
verwendet werden.
[0005] Die Verwendung eines Sägemodells birgt Fehlerquellen, so entstehen durch die Anbringung
der einzelnen Teile am Modellsockel Ungenauigkeiten. Die Herstellung eines Sägemodells
ist zudem aufwendig und teuer.
Darstellung der Erfindung
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörendes
Hilfsteil zu schaffen, welches eine präzise und einfache Herstellung von zahnimplantatgetragenem
Zahnersatz ermöglicht.
[0007] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung weist das Hilfsteil einen Retentionsnocken auf, welcher distal am Hilfsteil
angeordnet ist, wobei zwischen einem Basisabschnitt des Hilfsteils und dem Retentionsnocken
ein hinterschnittener Bereich ausgebildet ist.
[0008] Das Hilfsteil ermöglicht eine präzise Herstellung und Simulation von zahnimplantatgetragenen
Arbeiten im zahntechnischen Labor. Das Hilfsteil kann dem Modell grundsätzlich wieder
entnommen und passend wieder in dieses eingesetzt werden. Auch wenn das zahnmedizinische
Hilfsteil in das Modell eingegossen wird, kann es später aus dem Modell wieder auf
einfache Weise in proximaler Richtung herausgezogen werden. Damit eine Entnahme möglich
ist, ist die Aussenfläche im Wesentlichen glatt ausgebildet (weist also kein Gewinde
oder Profilierungen auf). Obwohl die Aussenform des Hilfsteils also in der Regel nicht
derjenigen des simulierten Implantats entspricht, weist das Hilfsteil - insbesondere
an seinem proximalen Ende und bezüglich seiner Innenkontur - die dem Zahnimplantat
entsprechende Verbindungsgeometrie für den Zahnersatz auf, so dass dieser passend
gefertigt werden kann.
[0009] Ein erfindungsgemässes Verfahren zur Herstellung von zahnimplantatgetragenem Zahnersatz
umfasst folgende Schritte:
- a) Herstellen eines Modells eines betroffenen Kiefers oder Kieferbereichs;
- b) Einsetzen eines zahnmedizinischen Hilfsteils in das Modell, wobei eine Position
und Orientierung des Hilfsteils einer Position und Orientierung eines einzusetzenden
Zahnimplantats entspricht, wobei das Hilfsteil eine im Wesentlichen glatte Aussenfläche
und eine einem Zahnimplantat entsprechende Verbindungsgeometrie für den Zahnersatz
aufweist und in der Aufnahme passend gehalten ist.
[0010] Durch die Entfernbarkeit der einzelnen Hilfsteile (und des gegebenenfalls daran angebrachten
Zahnersatzes) kann sich die Herstellung eines Sägemodells erübrigen, wodurch Kosten
gespart und die Präzision des Modells erhöht werden können. Insbesondere wird die
Parallelitätskontrolle zu weiteren Implantaten sowie die Kontaktpunktanalyse zu Nachbarzähnen
verbessert.
[0011] Die Geometrie des Hilfsteils ermöglicht nicht nur einen Einsatz im Zusammenhang mit
üblichen Gipsmodellen, die durch Ausgiessen eines Abdrucks hergestellt werden, sondern
auch mit anderen Modellen, zum einen solchen aus anderen Materialien wie Epoxy, Silikonen,
Polyurethanen, Kunstharzen, Metallen usw., zum anderen solchen, die durch andere Verfahren,
z. B. Rapid Prototyping-Verfahren wie Stereolithografie (SLA), oder CAD/CAM-Verfahren
(z. B. durch Fräsen) hergestellt werden. Dabei kann bereits im Rahmen der Herstellung
des Modells eine Aufnahme, insbesondere ein exakt passender Aufnahmeraum, für das
Hilfsteil geschaffen werden, wobei die Geometrie der Aufnahme der Position und Orientierung
des einzusetzenden Zahnimplantats angepasst ist. Die Geometrie des Hilfsteils ermöglicht
- im Gegensatz zu üblichen Retentionen wie Implantatmodellen - das nachträgliche Einsetzen.
[0012] Die Herstellung des Modells und die Herstellung der Aufnahme können beide mittels
CAD/CAM-Verfahren erfolgen. Bevorzugt erfolgen beide Schritte in einem Arbeitsgang,
d. h. die Aufnahmen werden automatisch bei der Herstellung des Modells mit ausgeführt.
[0013] Der proximal zum Retentionsnocken ausgebildete Hinterschnitt schafft beim Eingiessen
des Hilfsteils eine axial in beiden Richtungen gesicherte Verbindung, so dass das
Hilfsteil fest am Modell gehalten ist.
[0014] Auch das mit dem Retentionsnocken versehen und beispielsweise in das Modell eingegossene
Hilfsteil lässt sich wieder entfernen. Dazu wird vor dem Herausziehen des Hilfsteils
der Retentionsnocken ausgehend von einer distalen Seite des Modells vom Hilfsteil
entfernt wird, z. B. weggefräst oder abgeschnitten.
[0015] Mit Vorteil ist das Hilfsteil aus einer säure- und oxidationsresistenten Metalllegierung
gefertigt, z. B. aus einer Neusilberlegierung. Obwohl der Zahnersatz in der Regel
kurz nach der Herstellung des Modells und dem Einbringen des Hilfsteils gefertigt
wird, müssen die Modelle in der Regel während eines vergleichsweise langen Zeitraums
aufbewahrt werden, um bei Bedarf forensische Untersuchungen zu ermöglichen. Eine robuste
Legierung stellt sicher, dass das Hilfsteil während diesem Zeitraum nicht degeneriert.
Das Material ist so gewählt, dass es sich unter den einwirkenden Kräften, insbesondere
einwirkenden Drehmomenten, nur sehr geringfügig verformt, so dass die Präzision nicht
beeinträchtigt wird.
[0016] Als Alternative zu einer Neusilberlegierung sind andere Materialien möglich, insbesondere
andere Metalllegierungen oder Metalle (z. B. Titan oder Aluminium) sowie Hart-Kunststoffe.
[0017] Das Hilfsteil kann einmalig oder mehrfach verwendet werden.
[0018] Bevorzugt weist die Aussenfläche des Hilfsteils einen konischen Abschnitt auf. Der
konische Abschnitt ermöglicht ein axial und radial präzis definiertes Einsetzen des
Hilfsteils in eine entsprechende Aufnahme des Modells. Aufgrund der konischen Form
ergibt sich eine Abstützung auf einer grossen Fläche, nicht nur beispielsweise auf
der Stirnfläche wie bei einem zylindrischen Bolzen. Damit eine Entnahme möglich ist,
verjüngt sich der konische Abschnitt in distaler Richtung.
[0019] Der hinterschnittene Bereich kann direkt an den konischen Abschnitt anschliessen,
oder es können sich weitere Abschnitte zwischen dem konischen Abschnitt und dem hinterschnittenen
Bereich befinden, z. B. ein zylindrischer Abschnitt, dessen Querschnitt dem distalen
Ende des konischen Abschnitts entspricht.
[0020] Bevorzugt weist der konische Abschnitt einen Konuswinkel von 4-10°, insbesondere
5-8°, auf. Dieser Bereich ermöglicht eine sichere Positionierung bei gutem Handling
sowie die Bereitstellung der gewünschten Verbindungsgeometrie am proximalen Ende des
Hilfsteils. Grundsätzlich sind andere Winkel möglich, wobei die Geometrie des Hilfsteils
jeweils zu berücksichtigen ist.
[0021] Ein konischer Abschnitt, gegebenenfalls mit einem Konuswinkel im angegebenen Bereich,
lassen sich auch im Rahmen eines Hilfsteils realisieren, welches keinen Retentionsnocken
aufweist.
[0022] Bevorzugt umfasst die Aussenfläche einen proximal an den konischen Abschnitt anschliessenden
zylindrischen Abschnitt. Dieser kann insbesondere in seinem Querschnitt dem Querschnitt
des zu simulierenden Implantats entsprechen, so dass der konische Abschnitt proximal
in einen Abschnitt übergeht, dessen Geometrie derjenigen des Implantats entspricht.
[0023] Mit Vorteil weist die Aussenfläche eine Abflachung zur Verdrehsicherung des Hilfsteils
auf. Das Hilfsteil hat im Wesentlichen durchgängig einen runden Querschnitt (mit unterschiedlichen
Durchmessern), in einem Bereich ist dieser Querschnitt jedoch abgeflacht. Entweder
wird das Hilfsteil im Modell eingegossen, so dass eine passende Aufnahme geschaffen
wird, oder im Modell wird (z. B. bei der Herstellung durch Rapid Prototyping) vor
dem Einsetzen des Hilfsteils eine passende Geometrie geschaffen. In beiden Fällen
wirkt die Abflachung an der Aussenfläche des Hilfsteils also mit einer entsprechenden
Abflachung des Modells zusammen und verhindert so ein Verdrehen des Hilfsteils um
seine Längsachse.
[0024] Auch nach dem Entfernen und Wiedereinsetzen des Hilfsteils weist dieses wieder exakt
dieselbe Orientierung auf.
[0025] Bevorzugt bildet die Abflachung eine ebene Fläche, welche parallel zu einer Längsachse
des Hilfsteils verläuft, d. h. die Fläche liegt tangential an einem Umkreis zur Längsachse,
wobei der Umkreis einen geringeren Durchmesser aufweist, als der Querschnitt in den
angrenzenden Bereichen ohne Abflachung. Im Querschnitt verläuft der Bereich der Abflachung
also entlang einer Kreissehne.
[0026] Eine derartige Fläche lässt sich leicht herstellen und sie bietet eine zuverlässige
Verdrehsicherung gegen eine Verdrehung in beiden Drehrichtungen. Alternativ kann die
Abflachung eine andere Geometrie aufweisen: So muss es sich nicht um eine ebene Fläche
handeln, sondern kann beispielsweise als gekrümmte Fläche mit unterschiedlichem Krümmungsradius
zu den umgebenden Bereichen des Hilfsteils ausgebildet sein oder mehrere Flächen umfassen.
Ebenfalls kann die Abflachung schräg zur Längsachse des Hilfsteils verlaufen. Die
Geometrie der Abflachung kann auch so gewählt sein, dass die Verdrehsicherung eine
der beiden Drehrichtungen bevorzugt.
[0027] Vorzugsweise ist die Abflachung mindestens teilweise im konischen Abschnitt ausgebildet.
Entsprechend ergibt sich bei geeigneter Form und Orientierung der Fläche, z. B. bei
einer ebenen Fläche parallel zur Längsachse, am proximalen Ende der Abflachung eine
Stufe. Dieses proximale Ende kann im konischen Abschnitt oder in einem proximal dazu
angeordneten, z. B. zylindrischen, Abschnitt liegen. Die Stufe schafft eine Anlagefläche
zur präzisen axialen Positionierung des Hilfsteils. Zusammen mit der Abflachung ergibt
sich eine präzise Positionierung des Hilfsteils sowohl in axialer Richtung als auch
was die Orientierung bezüglich Drehung um die Längsachse angeht.
[0028] Die Stufe kann auch anders ausgebildet sein, z. B. unabhängig von der Abflachung,
indem der Querschnitt sowohl hinter als auch vor der Stufe kreisförmig ist, sich aber
in distaler Richtung sprunghaft verjüngt. Entsprechend kann die Stufe im konischen
Abschnitt, aber auch distal oder proximal in einem anders geformten Abschnitt vorhanden
sein.
[0029] Auch die Abflachung muss nicht zwingend teilweise im konischen Abschnitt ausgebildet
sein, sondern kann auch - gemeinsam mit der Stufe oder gesondert von dieser - distal
oder proximal gänzlich in einem anders geformten Abschnitt vorhanden sein.
[0030] Mit Vorteil bildet die Stufe eine ebene Fläche, welche senkrecht zu einer Längsachse
des Hilfsteils verläuft. Diese Geometrie ist einfach herstellbar und gewährleistet
eine sichere axiale Abstützung des Hilfsteils unabhängig von an das Hilfsteil angreifenden
Drehmomenten. Alternativ kann die Stufe schräg verlaufen, so dass die Abstützung hinsichtlich
einer der Drehrichtungen noch verbessert wird.
[0031] Mit Vorteil bleibt ein Aussenquerschnitt des Hilfsteils von einem proximalen Ende
des Hilfsteils bis zum hinterschnittenen Bereich konstant oder nimmt ab. Dies ermöglicht
ein nachträgliches Entfernen des zunächst fest verankerten Hilfsteils aus dem Modell,
indem der Retentionsnocken aus distaler Richtung abgetragen, z. B. weggefräst bzw.
weggeschliffen wird, bis der hinterschnittene Bereich erreicht ist. Da die proximal
daran anschliessenden Bereiche sich in Richtung der proximalen Mündung der Aufnahme
für das Hilfsteil erweitern bzw. bereichsweise konstanten Querschnitt haben, lässt
sich dann das Hilfsteil problemlos in proximaler Richtung aus dem Modell ausstossen.
Es lässt sich auch wieder präzise in seiner Aufnahme positionieren, wonach lediglich
eine axiale Sicherung in proximaler Richtung nicht mehr gegeben ist. Hilfsteile mit
einer Stufe bieten insofern den Vorteil, dass das Hilfsteil für die präzise axiale
Positionierung nicht auf eine Abstützung am distalen Ende des Hilfsteils angewiesen
sind - die Entfernung des Retentionsnockens und des umgebenden Materials des Modells
beeinflussen die axiale Positionierung deshalb nicht.
[0032] Bevorzugt bildet der hinterschnittene Bereich eine Trennstelle zum Entfernen des
Retentionsnockens, d. h. falls von Anbeginn keine axiale Sicherung in proximaler Richtung
benötigt wird, kann der Retentionsnocken vor dem Eingiessen des Hilfsteils entfernt
werden, z. B. durch Abknipsen mit einer Zange im Bereich des hinterschnittenen Bereichs.
Dazu ist die Trennstelle mit entsprechend geringem Querschnitt auszubilden. Auch wenn
der Retentionsnocken wie vorstehend beschrieben erst nach dem Eingiessen entfernt
wird, ergibt sich durch eine klare Ausprägung des hinterschnittenen Bereichs der Vorteil,
dass ohne Weiteres erkannt werden kann, wenn der Nocken vollständig abgetragen wurde.
[0033] Bevorzugt hat der Retentionsnocken eine im Wesentlichen zylindrische Form. Die Form
kann - als Fortsetzung der Abflachung in proximal angeordneten Bereichen - teilweise
abgeflacht sein. Dies vereinfacht die Herstellung der Abflachung, schafft jedoch keine
Nachteile.
[0034] Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsform bleibt ein Aussenquerschnitt des Hilfsteils
von einem proximalen Ende des Hilfsteils bis zu einem distalen Ende des Hilfsteils
konstant oder nimmt ab. Es fehlt somit ein hinterschnittener Bereich und damit auch
ein Retentionsnocken. Hilfsteile gemäss diesen Ausführungsformen können verwendet
werden, wenn eine axiale Sicherung in proximaler Richtung nicht gewünscht ist, z.
B. bei entsprechend einfacheren Arbeiten, oder wenn sie auf andere Weise stattfindet.
Ein Beispiel ist die Verwendung des erfindungsgemässen Hilfsteils zusammen mit einem
Modell, dass durch Rapid Prototyping hergestellt wurde. In diesem Fall wird das Hilfsteil
bevorzugt durch die proximale Mündung in die spezifisch geschaffene Aufnahmeöffnung
eingeführt, eine axiale Sicherung am Retentionsnocken wäre somit nicht möglich.
[0035] Wie bereits erwähnt, kann der Retentionsnocken im Rahmen der ersten Ausführungsform
über eine Trennstelle am Hauptteil des Hilfsteils angebracht sein, so dass sich nach
Abtrennen des Retentionsnockens im Wesentlichen ein Hilfsteil gemäss der zweiten Ausführungsform
ergibt. Die erste Ausführungsform bietet den Vorteil, dass beim Anwender nicht zwei
gesonderte Sortimente an Lager gehalten werden müssen.
[0036] Im Einsatz kann das Hilfsteil mit einer Manschette kombiniert werden, die als Hülse
ausgebildet ist, welche das Hilfsteil passend aufnehmen kann, d. h. die entsprechenden
Profilierungen (z. B. Stufen, Abflachungen usw.) zur genauen Positionierung und Verdrehsicherung
aufweist. Die Aufnahme für das Hilfsteil wird also durch Einsetzen oder Eingiessen
einer an das Hilfsteil angepassten Manschette geschaffen. Die Manschette kann beispielsweise
eingegossen oder in eine durch ein CAD/CAM-Verfahren vorbereitete Aufnahme eingesetzt
(und dort ggf. verklebt) werden.
[0037] Die Manschette ist bevorzugt als rohrartiger Körper mit konischem Abschnitt ausgebildet
und sowohl an ihrem proximalen wie an ihrem distalen Ende offen. Das Hilfsteil kann
mit seinem distalen Ende aus der Manschette herausragen und dort (z. B. mit dem Retentionsnocken)
im umgebenden Material verankert sein. Der Einsatz einer solchen Manschette ist sowohl
bei der Verwendung von üblichem (Hart-)Gips möglich als auch bei der Herstellung von
Modellen durch Rapid Prototyping. Im ersten Fall wird die Manschette eingegossen und
ist im Material beispielsweise durch entsprechende Aussenprofilierung sicher gehalten.
Im zweiten Fall wird die Manschette nach der Herstellung des Modells eingesetzt und
beispielsweise verklebt. Die Manschette gewähr!eistet eine präzise Positionierung
des Hilfsteils und verhindert eine Beschädigung des umgehenden Modellmaterials. Die
Manschette ist wie das Hilfsteil bevorzugt aus einem Metall (z. B. Titan oder Aluminium)
oder einer Metalllegierung (z. B. einer Neusilberlegierung) gefertigt, so dass eine
äussert präzise Aufnahme des (vorzugsweise ebenfalls metallischen) Hilfsteils ermöglicht
wird. Als Alternative sind andere Materialien möglich, z. B. Hart-Kunststoffe.
[0038] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0039] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1A
- einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemässen Hilfsteils,
durch eine erste Ebene senkrecht zur Abflachung;
- Fig. 1 B
- eine Seitenansicht des Hilfsteils auf eine zweite Ebene senkrecht zur ersten Ebene.
- Fig. 1C
- ein Schrägbild des Hilfsteils;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemässen Hilfsteils;
und
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemässen Hilfsteils.
[0040] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0041] Die Figur 1A zeigt einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Hilfsteils, durch eine erste Ebene senkrecht zur Abflachung; die Figur 1B zeigt eine
Seitenansicht des Hilfsteils auf eine zweite Ebene senkrecht zur ersten Ebene, die
Figur 1C zeigt ein Schrägbild des Hilfsteils.
[0042] Das Hilfsteil 100 ist einstückig aus einer Neusilberlegierung gefertigt und umfasst
am proximalen Ende einen zylindrischen Hauptteil 110. An diesen schliesst sich in
distaler Richtung ein konischer Abschnitt 120 an, an diesen wiederum ein hinterschnittener
Bereich 130 und an diesen wiederum ein zylindrischer Retentionsnocken 140.
[0043] Im Hauptteil 110 und in einem hinteren Bereich des konischen Abschnitts 120 ist eine
längs verlaufende Öffnung 115 ausgebildet. Diese mündet in die hintere Stirnfläche
111 des Hauptteils 110, ihre Geometrie entspricht derjenigen eines zu simulierenden
Implantats. In einem distalen Bereich der Öffnung 115 ist ein Innengewinde 116 ausgebildet.
Da die Geometrie grundsätzlich jedem bekannten Implantatsystem entsprechen kann, ist
sie in den Figuren nur schematisch dargestellt.
[0044] Der Hauptteil 110, der hinterschnittene Bereich 130 und der Retentionsnocken 140
sind im Wesentlichen kreiszylindrisch, wobei ein Durchmesser des Retentionsnockens
140 dem Durchmesser des konischen Abschnitts 120 an seinem distalen Ende entspricht.
Der Durchmesser des Hauptteils 110 beträgt beim dargestellten Beispiel 3.5 mm. Die
Durchmesser des Hauptteils 110, des Retentionsnockens 140 und des hinterschnittenen
Bereichs 130 verhalten sich ungefähr wie 7:5:3. Die Länge des Hilfsteils 100 beträgt
15 mm (Hauptteil: 6.8 mm, konischer Abschnitt: 8.2 mm, hinterschnittener Bereich:
1.0 mm, Retentionsnocken 1.5 mm). Der Konuswinkel des konischen Abschnitts 120 beträgt
somit ca. 5°.
[0045] Im konischen Abschnitt 120 sowie im zylindrischen Hauptteil 110 ist eine Abflachung
125 ausgebildet. Diese bildet eine ebene Fläche, welche parallel zur Längsachse des
Hilfsteils 100 verläuft. An ihrem proximalen Ende, welches im Hauptteil 110, gut ein
Viertel der Länge des Hauptteils 110 hinter dem Übergang zum konischen Abschnitt 120,
angeordnet ist, bildet die Abflachung 125 eine Stufe 117 in Form einer ebenen Fläche,
die senkrecht zur Längsachse orientiert ist. Die Abflachung 125 setzt sich in derselben
Ebene fort im Retentionsnocken 140 als Abflachung 145. Dies ermöglicht eine einfache
Herstellung der Abflachung 125, 145, indem dazu eine einzige ebene Fräsung vom distalen
Ende des Hilfsteils 100 her ausreicht.
[0046] Die Figur 2 zeigt eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Hilfsteils.
[0047] Das Hilfsteil 200 ist einstückig aus einer Neusilberlegierung gefertigt und umfasst
am proximalen Ende einen zylindrischen Hauptteil 210. An diesen schliesst sich in
distaler Richtung ein konischer Abschnitt 220 an, an diesen ein weiterer zylindrischer
Abschnitt 250, dann ein hinterschnittener Bereich 230 und an diesen wiederum ein zylindrischer
Retentionsnocken 240.
[0048] Im Hauptteil 210 und in einem hinteren Bereich des konischen Abschnitts 220 ist eine
längs verlaufende Öffnung 215 ausgebildet. Diese mündet in die hintere Stirnfläche
211 des Hauptteils 210, ihre Geometrie entspricht derjenigen eines zu simulierenden
Implantats. Da die Geometrie grundsätzlich jedem bekannten lmplantatsystem entsprechen
kann, ist sie in der Figur nur schematisch dargestellt.
[0049] Der Hauptteil 210, der zylindrische Abschnitt 250, der hinterschnittene Bereich 230
und der Retentionsnocken 240 sind im Wesentlichen kreiszylindrisch, wobei der konische
Abschnitt 220 im dargestellten Querschnitt ohne Sprung in den zylindrischen Abschnitt
220 übergeht und ein Durchmesser des Retentionsnockens 240 dem Durchmesser des zylindrischen
Abschnitts 220 entspricht. Der Durchmesser des Hauptteils 210 beträgt beim dargestellten
Beispiel 3.3 mm. Die Durchmesser des Hauptteils 210, des zylindrischen Abschnitts
250 und des Retentionsnockens 240 verhalten sich ungefähr wie 5:3:2. Die Länge des
Hilfsteils 200 beträgt 15 mm (Hauptteil: 3.7 mm, konischer Abschnitt: 6.3 mm, zylindrischer
Abschnitt: 2.5mm, hinterschnittener Bereich: 1.0 mm, Retentionsnocken 1.5 mm). Der
Konuswinkel des konischen Abschnitts 220 beträgt somit ca. 5°.
[0050] Im konischen Abschnitt 220 sowie im zylindrischen Abschnitt 250 ist eine Abflachung
225 ausgebildet. Diese bildet eine ebene Fläche, welche parallel zur Längsachse des
Hilfsteils 200 verläuft. An ihrem proximalen Ende, welches im konischen Abschnitt
120, ungefähr 2/5 der Länge des konischen Abschnitts 220 hinter dem Übergang zum zylindrischen
Abschnitt 250, angeordnet ist, bildet die Abflachung 225 eine Stufe 227 in Form einer
ebenen Fläche, die senkrecht zur Längsachse orientiert ist. Die Abflachung 225 setzt
sich in derselben Ebene fort im Retentionsnocken 240 als Abflachung 245. Dies ermöglicht
eine einfache Herstellung der Abflachung 225, 245, indem dazu eine einzige ebene Fräsung
vom distalen Ende des Hilfsteils 200 her ausreicht.
[0051] Die Figur 3 zeigt eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Hilfsteils.
[0052] Das Hilfsteil 300 ist einstückig aus einer Neusilberlegierung gefertigt und umfasst
am proximalen Ende einen konischen Abschnitt 305, an welchen sich in distaler Richtung
ein zylindrischer Hauptteil 310 anschliesst. An diesen schliesst sich in distaler
Richtung wiederum ein konischer Abschnitt 320 an, an diesen ein weiterer zylindrischer
Abschnitt 350, dann ein hinterschnittener Bereich 330 und an diesen wiederum ein zylindrischer
Retentionsnocken 340.
[0053] Im konischen Abschnitt 305, im Hauptteil 310 und in einem hinteren Bereich des konischen
Abschnitts 320 ist eine längs verlaufende Öffnung 315 ausgebildet. Diese mündet in
die hintere Stirnfläche 311 des Hauptteils 310, ihre Geometrie entspricht derjenigen
eines zu simulierenden Implantats. Da die Geometrie grundsätzlich jedem bekannten
lmplantatsystem entsprechen kann, ist sie in der Figur nur schematisch dargestellt.
[0054] Der Hauptteil 310, der zylindrische Abschnitt 350, der hinterschnittene Bereich 330
und der Retentionsnocken 340 sind im Wesentlichen kreiszylindrisch, wobei der konische
Abschnitt 320 im dargestellten Querschnitt ohne Sprung in den zylindrischen Abschnitt
320 übergeht und ein Durchmesser des Retentionsnockens 340 dem Durchmesser des zylindrischen
Abschnitts 320 entspricht. Der Durchmesser des Hauptteils 310 beträgt beim dargestellten
Beispiel 6.5 mm. Die Durchmesser des Hauptteils 310, des zylindrischen Abschnitts
350 und des Retentionsnockens 340 verhalten sich ungefähr wie 9:6:2. Die Länge des
Hilfsteils 300 beträgt 15 mm (proximaler konischer Abschnitt 305: 0.8mm, Hauptteil:
3.4 mm, konischer Abschnitt: 7.8 mm, zylindrischer Abschnitt: 0.5mm, hinterschnittener
Bereich: 1.0 mm, Retentionsnocken 1.5 mm). Der Konuswinkel des konischen Abschnitts
320 beträgt somit ca. 8°.
[0055] Im konischen Abschnitt 320 sowie im zylindrischen Abschnitt 350 ist eine Abflachung
325 ausgebildet. Diese bildet eine ebene Fläche, welche parallel zur Längsachse des
Hilfsteils 300 verläuft. An ihrem proximalen Ende, welches im konischen Abschnitt
320, knapp die Hälfte der Länge des konischen Abschnitts 320 hinter dem Übergang zum
zylindrischen Abschnitt 350, angeordnet ist, bildet die Abflachung 325 eine Stufe
327 in Form einer ebenen Fläche, die senkrecht zur Längsachse orientiert ist. Die
Abflachung 325 setzt sich in derselben Ebene fort im Retentionsnocken 340 als Abflachung
345. Dies ermöglicht eine einfache Herstellung der Abflachung 325, 345, indem eine
einzige ebene Fräsung vom distalen Ende des Hilfsteils 300 her ausreicht.
[0056] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Das
Material, die Dimensionen und auch die Geometrie des Hilfsteils können anders gewählt
sein, insbesondere können mehr oder weniger aneinander anschliessende Abschnitte vorhanden
oder andere Dimensionsverhältnisse gewählt sein. Insbesondere muss sich die Abflachung
nicht in den Retentionsnocken erstrecken, sie muss sich auch nicht bis zum vorderen
Ende des proximal an den hinterschnittenen Bereich anschliessenden Abschnitts erstrecken.
[0057] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung ein Hilfsteil geschaffen
wird, welches eine präzise und einfache Herstellung von zahnimplantatgetragenem Zahnersatz
ermöglicht.
1. Hilfsteil für die Herstellung von zahnimplantatgetragenem Zahnersatz im zahntechnischen
Labor, wobei das Hilfsteil (100; 200; 300) eine im Wesentlichen glatte Aussenfläche
und eine einem Zahnimplantat entsprechende Verbindungsgeometrie (115; 215; 315) für
Zahnersatz aufweist, gekennzeichnet durch einen Retentionsnocken (140; 240; 340), welcher distal am Hilfsteil (100; 200; 300)
angeordnet ist, wobei zwischen einem Basisabschnitt (120; 220; 320) des Hilfsteils
und dem Retentionsnocken (140; 240; 340) ein hinterschnittener Bereich (130; 230;
330) ausgebildet ist.
2. Hilfsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenfläche einen konischen Abschnitt (120; 220; 320) aufweist.
3. Hilfsteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der konische Abschnitt (120; 220; 320) einen Konuswinkel von 4-10°, insbesondere
5-8°, aufweist.
4. Hilfsteil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenfläche einen proximal an den konischen Abschnitt (120; 220; 320) anschliessenden
zylindrischen Abschnitt (110; 210; 310) umfasst.
5. Hilfsteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenfläche eine Abflachung (125; 225; 325) zur Verdrehsicherung des Hilfsteils
(100; 200; 300) aufweist.
6. Hilfsteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenfläche eine Stufe (117; 217; 317) zur axialen Positionierung des Hilfsteils
(100; 200; 300) aufweist.
7. Hilfsteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aussenquerschnitt des Hilfsteils (100; 200; 300) von einem proximalen Ende des
Hilfsteils (100; 200; 300) bis zum hinterschnittenen Bereich (130; 230; 330) konstant
bleibt oder abnimmt.
8. Hilfsteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der hinterschnittene Bereich eine Trennstelle zum Entfernen des Retentionsnockens
bildet.
9. Hilfsteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Retentionsnocken (140; 240; 340) eine im Wesentlichen zylindrische Form hat.
10. Verfahren zur Herstellung von zahnimplantatgetragenem Zahnersatz, welches folgende
Schritte umfasst:
a) Herstellen eines Modells eines betroffenen Kiefers oder Kieferbereichs;
b) Einsetzen eines zahnmedizinischen Hilfsteils in das Modell, wobei eine Position
und Orientierung des Hilfsteils einer Position und Orientierung eines einzusetzenden
Zahnimplantats entspricht, wobei das Hilfsteil eine im Wesentlichen glatte Aussenfläche
und eine einem Zahnimplantat entsprechende Verbindungsgeometrie (115; 215; 315) für
den Zahnersatz aufweist und in der Aufnahme passend gehalten ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei vor dem Einsetzen des Hilfsteils im Modell eine
Aufnahme für das Hilfsteil geschaffen wird, wobei eine Geometrie der Aufnahme der
Position und Orientierung des einzusetzenden Zahnimplantats angepasst ist;
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Herstellung des Modells und das Herstellen der Aufnahme mittels CAD/CAM-Verfahren
erfolgt, insbesondere in einem Arbeitsgang.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme durch Einsetzen oder Eingiessen einer an das Hilfsteil angepassten Manschette
geschaffen wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das zahnmedizinische Hilfsteil in das Modell eingegossen wird und dass das zahnmedizinische
Hilfsteil später aus dem Modell in proximaler Richtung herausgezogen wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das zahnmedizinische Hilfsteil einen Retentionsnocken (140; 240; 340) umfasst, welcher
distal am Hilfsteil (100; 200; 300) angeordnet ist, wobei zwischen einem Basisabschnitt
und dem Retentionsnocken (140; 240; 340) ein hinterschnittener Bereich (130; 230;
330) ausgebildet ist, wobei vor einem Herausziehen des zahnmedizinischen Hilfsteils
der Retentionsnocken ausgehend von einer distalen Seite des Modells vom Hilfsteil
entfernt wird.