[0002] Zur Bildung eines Flüssigkeitsvorhangs kann insbesondere eine Schlitzdüse oder eine
Kaskadendüse verwendet werden, wie sie beispielhaft von Miyamoto und Katagiri beschrieben
werden. Bei einer Schlitzdüse bildet sich der Vorhang unmittelbar am Auslass des Düsenschlitzes.
Bei einer Kaskadendüse hingegen fliesst die Flüssigkeit nach Austritt aus dem Düsenschlitz
zuerst in Form eines ein- oder mehrschichtigen Flüssigkeitsfilms auf der Düsenoberfläche
bis zur Düsenlippe. Erst an der Düsenlippe verwandelt sich die Filmströmung in eine
Vorhangströmung.
[0003] Die Fallkurve des Vorhangs ist von der für die Erzeugung des Vorhangs verwendeten
Düsenart abhängig. Wird eine Schlitzdüse verwendet, so fällt der Vorhang im Wesentlichen
vertikal in der Verlängerung des Düsenschlitzes, insbesondere wenn der Vorhang aus
einer einzigen Flüssigkeit besteht. Wird hingegen eine Kaskadendüse zur Vorhangerzeugung
verwendet, dann ergibt sich in der Umgebung der Düsenlippe ein unsymmetrisches Strömungsfeld,
das zu einer Ablenkung der Vorhangfallkurve von der Vertikalen führt. Insbesondere
krümmt sich der Vorhang unterhalb der Düsenlippe nach hinten, was als "teapot effect"
bezeichnet wird (
Kistler, S.F. und Scriven, L.E., 1994, The tea-pot effect: sheet forming flows with
deflection, wetting and hysteresis, J. Fluid Mechanics 263, Seiten 19-62).
[0004] In industriellen Anwendungen ist der Vorhang in der Regel breiter oder schmaler als
die zu beschichtende Bahn. Falls ein Flüssigkeitsvorhang entlang seiner Falllinie
seitlich nicht geführt wird, zieht er sich als Folge von Oberflächenspannungskräften
zusammen. Dadurch geht die Kontrolle über die Vorhangbreite und deshalb auch über
die Giessbreite beim Auftreffpunkt des Vorhangs auf der zu beschichtenden Bahn verloren.
Aus diesen Gründen ist ein nicht geführter Vorhang in industriellen Anwendungen in
der Regel nur dann interessant, wenn der Vorhang wesentlich breiter ist als die zu
beschichtende Bahn und nur aus einer einzigen Flüssigkeit besteht. In diesem Fall
kann die Überschussflüssigkeit aufgefangen und wiederverwendet werden.
[0005] In anderen Anwendungen, insbesondere wenn der Vorhang aus mehreren Flüssigkeitsschichten
besteht, ist es sinnvoll, den Vorhang auf beiden Seiten vertikal zu führen, um die
Vorhangbreite konstant und Flüssigkeitsverluste klein zu halten. Für die seitliche
Führung eines frei fallenden Flüssigkeitsvorhangs wird ein Berandungssystem verwendet.
Ein Berandungssystem umfasst ein Berandungselement. Es kann weiterhin Mittel umfassen,
welche Hilfsflüssigkeiten dem Berandungselement zuführen oder davon entfernen. Die
Begriffe Berandungselement oder Seitenberandung meinen hier Führungselemente zur seitlichen
Führung des frei fallenden Vorhangs einer Vorhangbeschichtungsanlage. Die dem Vorhang
zugewandte Seite des Berandungselements ist die Berandungsfläche. Der Vorhang wird
durch die Berandungsfläche begrenzt und geführt.
[0006] Berandungssysteme sollen bewirken, dass die Vorhangströmung über die gesamte Breite
eines frei fallenden Flüssigkeitsvorhangs möglichst die gleiche Dicke und einen konstanten
Volumenstrom pro Breitenabschnitt aufweist.
[0007] Insbesondere in der Nähe des Randes kommt es aufgrund von Grenzschichteffekten zu
Störungen der Strömung. Tatsächlich besteht zwischen der Seitenberandung und dem frei
fallenden Vorhang eine Grenzschicht. Eine innerhalb der Grenzschicht fliessende Flüssigkeit
weist einen hohen Geschwindigkeitsgradienten auf. Auf einer Seite der Grenzschicht
haftet die Flüssigkeit an der ruhenden Seitenberandung, welche als Bremse wirkt. Mit
zunehmendem Abstand von der Seitenberandung wachsen die Fallgeschwindigkeit des frei
fallenden Vorhangs und sein Volumenstrom. Der Volumenstrom innerhalb der Grenzschicht
beträgt etwa 2/3 des Volumenstromes des frei fallenden Vorhangs.
[0008] Die
US-PS 5,395,660 lehrt, die Seitenberandung mit einer niedrigviskosen Hilfsflüssigkeit zu benetzen,
die an der Seitenberandung eine Grenzschicht bildet und so die Vorhangflüssigkeit
von der Seitenberandung trennt. Die Trennschicht dieser Hilfsflüssigkeit wirkt wie
ein Schmierfilm. Die Hilfsflüssigkeit wird mittels einer Trenn- und Saugeinrichtung
in der Nähe des Substrats aufgefangen und abgesaugt. Die Berandungsfläche ist flach.
Die Hilfsflüssigkeit wird als niedrigviskos bezeichnet, in einer Ausführungsform wird
Wasser genannt. Es findet sich insbesondere kein Hinweis bezüglich der Benetzungseigenschaften
der Seitenberandung.
[0009] Die
DE 103 16 999 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Beschichten einer laufenden Materialbahn. Darin werden
flächige Führungselemente beschrieben, welche in ihrem unteren, den Vorhang begrenzenden
Teil aus einem begrenzt flexiblen, elastisch biegbaren Material gefertigt sind. Zur
Abstützung und Verstellung jedes Führungselements ist eine gegen das Führungselement
bewegbare Verstellschraube vorgesehen. Diese ermöglicht es, das freie Ende des Führungselements
begrenzt quer zur Bahnlaufrichtung zu verstellen, um die Position des Absaugschlitzes
exakt einstellen zu können. Mit der Verstellschraube kann auch der Verlauf des Führungselements
begrenzt variiert werden, um die Führung und Anhaftung des Vorhangrandes einzustellen.
Die Führungsfläche der offenbarten Seitenberandung kann durch die Stellschraube nach
innen gebogen werden. Es ist ersichtlich, dass der durch die Verbiegung des unterhalb
der Stelleschraube freien Führungselements dieses Führungselement oberhalb der Stellschraube
eine nach innen gebogene, konvexe Form annimmt.
[0010] Die
DE 10 2004 016 923 A1 offenbart ein Vorhangbeschichtungsverfahren, bei dem ein Vorhang aus wenigstens einer
Beschichtungsflüssigkeit frei fallend auf einem bewegten Substrat abgelegt und an
beiden Seiten je mittels einer quer zu dem Vorhang gekrümmten Berandungsfläche geführt
wird. Die Vorhangseitenberandung ist als poröses Rohr ausgebildet und derart beschaffen,
dass eine durch den Rohrkern zugeführte Hilfsflüssigkeit durch die poröse Struktur
nach aussen gelangt, mit der Vorhangflüssigkeit in Kontakt kommt und entlang der Fallhöhe
des Vorhangs die gleiche Geschwindigkeit wie die Vorhangflüssigkeit hat, so dass die
Vorhangströmung an ihren beiden Rändern durch die Anbindung an die Führungsfläche
nicht verzögert, aber auch nicht beschleunigt wird. Ein Nachteil besteht in der Gefahr
von Verstopfungen der porösen Struktur, sowie im Auftreten von Störungen der Vorhangströmung,
wenn diese im oberen Bereich der Vorhangseitenberandung einen starken "teapot-effect"
aufweist. Das als Berandungsfläche dienende poröse Rohr ist in Fallrichtung des Vorhangs
gerade.
[0011] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Seitenberandung zu schaffen, welche
gegenüber bekannten Seitenberandungen eine verbesserte Führung des Vorhangs zur Folge
hat. Die Vorteile ergeben sich aus den Merkmalen des Hauptanspruchs. Vorteilhafte
Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Insbesondere ergeben sich
die erfindungsgemässen Vorteile sowohl bei Vorhängen, welche aus nur einem Material
bestehen, als auch bei mehrschichtigen Flüssigkeitsvorhängen.
[0012] Die Grenzschicht der Vorhangströmung kann nicht verhindert werden. Langjährige Produktionserfahrung
mit dem Vorhangverfahren hat gezeigt, dass es wichtig ist, die Dicke dieser Grenzschicht
so gut wie möglich zu reduzieren, weil diese Grenzschicht das Dickenprofil des Vorhangs
in der Randzone negativ beeinflusst. Insbesondere verhindert die Grenzschicht durch
ihren Bremseffekt, dass in der Randzone genügend Flüssigkeit in die Vorhangströmung
einfliesst, was zu einer unerwünschten lokalen Verdünnung des Vorhangs führt.
[0013] Die erfindungsgemässe Seitenberandung minimiert die Grenzschicht der Vorhangströmung
durch die optimale Formgebung der Berandungsfläche. Die Form der Berandungsfläche
der Seitenberandung stellt das kennzeichnende Merkmal des Hauptanspruchs dar. Erfindungsgemäss
verläuft die den Vorhang begrenzende Berandungsfläche in einer Richtung senkrecht
zu der durch den Vorhang gebildeten Ebene gerade oder weist nur eine geringe Krümmung
auf. Gleichzeitig ist die Form der Berandungsfläche derart, dass sie die Breite des
fallenden Vorhangs von oben nach unten reduziert, wobei der Betrag der Steigung des
Profils der Berandungsfläche mit der Fallstrecke des Vorhangs zunimmt oder zumindest
nicht abnimmt.
[0014] In den Unteransprüchen enthaltene Ausführungsvarianten weisen verschiedene Vorteile
in Bezug auf den Aufwand zur Herstellung der Seitenberandung auf.
[0015] Weitere in den Unteransprüchen enthaltene vorteilhafte Ausführungsvarianten weisen
bezüglich ihrer Benetzungseigenschaften oder Rauigkeit modifizierte Berandungsflächen
der erfindungsgemässen Seitenberandung auf.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung bestehen darin, dass die
Form der Berandungsfläche der Seitenberandung einstellbar ist, wodurch eine weitere
Optimierung bezüglich unterschiedlicher Vorhangflüssigkeiten bzw. Produktionssituationen
möglich ist.
[0017] Ein Vorhang wird in der Regel beidseitig berandet, wobei die Profile der rechten
und linken Seitenberandung spiegelsymmetrisch sind. Es ist aber auch denkbar, dass
unterschiedliche, von der Symmetrie abweichende rechte und linke Seitenberandungen
verwendet werden.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung Anhand der Figuren 1 bis 5 erläutert.
[0019] Figur 1 veranschaulicht das Prinzip der Vorhangbeschichtung an einem Beispiel. In
Skizze sind nur die wesentlichen Komponenten im Schnitt dargestellt.
[0020] Mittels einer Kaskadendüse 11 wird ein aus mehreren Schichten bestehender Flüssigkeitsfilm
gebildet. Am unteren Rand der Düsenlippe löst sich der Film von der Kaskadendüse 11
und bildet einen frei fallenden Vorhang 12. Der Vorhang wird seitlich durch ein Berandungssystem
1 geführt und fällt auf das Substrat 13. Das Substrat 13 bewegt sich in Pfeilrichtung
unter dem Vorhang 12, auf der Oberfläche des Substrats bildet sich ein Flüssigkeitsfilm.
[0021] Für die Bildung des Vorhangs können auch andere Vorrichtungen als Kaskadendüsen eingesetzt
werden, beispielsweise Schlitzdüsen. Ein Vorhang kann aus einem flüssigen Material
bestehen, er kann aber auch aus zwei oder mehr Materialien bestehen.
[0022] Figur 2 veranschaulicht das Prinzip der Vorhangbeschichtung mit einer erfindungsgemässen
Seitenberandung anhand einer Ansicht von vorne.
[0023] Der auf einer Kaskadendüse 11 befindliche Flüssigkeitsfilm geht in den frei fallenden
Vorhang 12 über und trifft auf das Substrat 13. Das Substrat 13 liegt im Bereich des
Vorhangs auf einem Träger 14 und wird mit diesem bewegt. Der frei fallende Vorhang
12 wird seitlich durch eine erfindungsgemässe Seitenberandung 1 geführt. Die den Vorhang
führende Berandungsfläche 2 weist ein Profil auf, welches in Fallrichtung steiler
wird.
[0024] In unmittelbarer Nähe des Punktes an dem der Vorhang 12 auf die Berandungsfläche
2 trifft, befindet sich eine beispielsweise schlitzförmige Öffnung 4, welche zwischen
der Berandungsfläche 2 und einer Abdeckung 3 gebildet wird. Durch die Öffnung 4 kann
eine Hilfsflüssigkeit zugeführt werden, welche die Berandungsfläche 2 benetzt. Diese
oder andere Mittel zum Zuführen einer Hilfsflüssigkeit können vorteilhaft zu der erfindungsgemässen
Seitenberandung 1 gehören, tatsächlich begünstigt die Form der Berandungsfläche 2
der erfindungsgemässen Seitenberandung 1 auch die Führung einer Hilfsflüssigkeit der
Oberfläche der Berandungsfläche 2. Mittel zum Entfernen der zugeführten Hilfsflüssigkeit
am unteren Ende der Berandungsfläche 2 sind nicht dargestellt, können aber vorhanden
sein.
[0025] Der Träger 14 kann flach sein, es kann sich aber auch beispielsweise um einen Zylinder
handeln, dessen Rotationsachse parallel zur Düsenlippe verläuft. Das zu beschichtende
Substrat 13 kann flexibel oder starr sein, es kann mehr oder weniger glatt sein, es
kann eben sein oder Unebenheiten aufweisen, es kann geschlossen oder porös sein bzw.
eine geschlossene oder poröse Oberfläche aufweisen.
[0026] Figur 3 veranschaulicht zwei bevorzugte Ausführungsformen für die charakteristische
Form der Berandungsfläche 2 der erfindungsgemässen Seitenberandung 1 aus Figur 2.
[0027] Die Koordinaten x und y bilden dabei die Ebene des fallenden Vorhangs. Der Vorhang
erstreckt sich seitlich in x-Richtung und fällt in Richtung der negativen γ-Achse.
[0028] Figur 3a zeigt eine mathematische Funktion y=p(x), welche dem Profil einer Berandungsfläche
einer linken erfindungsgemässen Seitenberandung entspricht. Eine erfindungsgemässe
Seitenberandung für die rechte Seite des Vorhangs ist in der Regel spiegelbildlich
zu einer linken Seitenberandung aufgebaut. Zur Beschreibung der Eigenschaften beider
Profile genügt es, beispielsweise ein linkes Profil zu beschreiben.
[0029] Der von der Düsenlippe gelöste Vorhang trifft an dem Punkt (x0, y0) auf die Berandungsfläche,
wird zwischen den Punkten (x0, y0) und (x2, y2) entlang der Berandungsfläche geführt.
Das Profil wird mit zunehmender Falltiefe des Vorhangs steiler. Eine solche Funktion
y=p(x) kann durch eine Parabel angenähert werden. Die Steigung y' =p'(x) der Funktion
welche das Profil beschreibt fällt mit dem Abstand vom Ursprung 0 streng monoton,
die Funktion y=p(x) ist im Intervall (x0, x2) streng konkav.
[0030] Figur 3b zeigt eine mathematische Funktion y=p(x), welche dem Profil einer linken
erfindungsgemässen Seitenberandung entspricht. Der von der Düsenlippe gelöste Vorhang
trifft an dem Punkt (x0, y0) auf die Seitenberandung, wird zwischen den Punkten (x0,
y0) und (x2, y2) entlang der Seitenberandung geführt. Das Profil wird bis zum Punkt
(x1, y1) mit zunehmender Falltiefe des Vorhangs steiler, in diesem Bereich kann das
Profil y=p(x) durch eine Parabel angenähert werden. Zwischen den Punkten (x1, y1)
und (x2, y2) verläuft das Profil gerade, seine Steilheit nimmt in diesem Bereich nicht
ab. Die Steigung der Funktion welche das Profil beschreibt fällt mit dem Abstand vom
Ursprung 0 monoton, die Funktion y=p(x) ist im Intervall (x0, x2) konkav aber nicht
streng konkav.
[0031] Ein Profil einer linken erfindungsgemässen Seitenberandung kann auch eine Funktion
y= p(x) sein, die mehrere gerade Abschnitte aufweist. Eine solche Funktion kann beispielsweise
eine durch stückweise Interpolation einer Parabel gebildet werden. In diesem Fall
muss diese Funktion im Bereich zwischen dem Punkt an dem der Vorhang auftrifft (x0,
y0) und dem Punkt (x2, y2), bis zu dem der Vorhang durch die Seitenberandung geführt
wird, mindestens 2 Punkte mit unterschiedlicher Steigung aufweisen. Bevorzugt weist
sie mindestens 3 Punkte mit unterschiedlicher Steigung auf. Dabei ist die Steigung
umso negativer, je weiter die Punkte vom Ursprung entfernt sind. Die Funktion y=p(x)
ist im Intervall (x0, x2) konkav, muss aber nicht streng konkav sein.
[0032] Das Profil der Berandungsfläche einer erfindungsgemässen Seitenberandung kann gekrümmte,
konkave Abschnitte oder gerade Abschnitte aufweisen, es weist an mindestens 2 Stellen
eine unterschiedliche Steigung auf. Bevorzugt weist die Berandungsfläche der erfindungsgemässe
Seitenberandung mindestens 3 Stellen mit unterschiedlicher Steigung auf. Bevorzugt
ist auch eine Ausführung bei der die Funktion y=p(x) auf einem Teilintervall des Intervalls
(x0, x2) streng konkav ist. Wenn gilt x0<x1<x2 und y=p(x) im Intervall (x0, x1) streng
konkav ist, dann ist die Steigung der Funktion y=p(x) an allen Stellen innerhalb des
Intervalls (x0, x1) unterschiedlich, die Berandungsfläche ist dann kontinuierlich
gekrümmt. Die Wahlmöglichkeit zwischen kontinuierlich gekrümmt Berandungsflächen oder
solchen, die abschnittweise gerade sind erlaubt eine Optimierung hinsichtlich der
Herstellkosten für die Seitenberandung.
[0033] Das Profil der Berandungsfläche einer erfindungsgemässen Seitenberandung ist im Bereich,
in dem der Vorhang geführt wird, konkav, abgesehen von der Oberflächenrauigkeit der
Berandungsfläche.
[0034] Tatsächlich kann die Oberfläche der Berandungsfläche 2 zur Beeinflussung der Benetzungseigenschaften
durch mechanische, chemische oder physikalische Verfahren modifiziert werden. In den
meisten Fällen ist es vorteilhaft, die Benetzungseigenschaften derart zu verändern,
dass die Benetzung der Oberfläche der Berandungsfläche wässrigen Flüssigkeiten oder
Alkohole verbessert wird. Beispiele für mechanische Verfahren dazu sind Sandstrahlen
oder Prägeverfahren, dadurch kann die Oberfläche aufgeraut oder strukturiert werden.
Beispiele für chemische Verfahren sind Ätzen oder Galvanisieren, dadurch kann die
Oberfläche aufgeraut oder mit einem anderen Material beschichtet werden. Beispiele
für physikalische Verfahren sind Plasmabeschichtung oder Bedampfen. Die Berandungsfläche
einer erfindungsgemässen Seitenberandung kann eine feine Struktur, eine Mikrostruktur
oder eine Nanostruktur aufweisen, um beispielsweise das Benetzungsverhalten einer
Hilfsflüssigkeit oder die Adhäsion der Flüssigkeit des Vorhangs zu beeinflussen. Die
konkave Form der erfindungsgemässen Seitenberandung ist makroskopisch zu verstehen,
d.h. im Bereich eines Massstabs, der grösser ist als 1mm.
[0035] Figur 4 zeigt einen Schnitt (Figur 4a) und eine räumliche Darstellung (Figur 4b)
einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen Seitenberandung 1.
[0036] Die Berandungsfläche 2 hat ein konkaves Profil. Im oberen Abschnitt 2a der Berandungsfläche
2 ist das Profil streng konkav, im unteren Abschnitt 2b ist es gerade. Damit weist
das Profil die in Figur 3b beschriebene Form auf. Die Seitenberandung weist Öffnungen
4 und 6 auf, um eine Hilfsflüssigkeit auf die Berandungsfläche zuzuführen oder abzusaugen.
Oberhalb der Berandungsfläche 2 befindet sich eine Abdeckung 3, zwischen der Abdeckung
3 und der Berandungsfläche 2 befindet sich eine schlitzförmige Öffnung 4, welche der
Zuführung einer Hilfsflüssigkeit dient. Eine solche Flüssigkeit kann über den Anschluss
8 zugeführt werden. Die Hilfsflüssigkeit fliesst auf der Berandungsfläche 2 nach unten,
ihre Strömung wird seitlich durch die Seitenabdeckung 10 der Seitenberandung 1 begrenzt.
Am unteren Ende der Seitenberandung 1 befindet sich eine Abdeckung 5. Zwischen der
Abdeckung 5 und der Berandungsfläche 2 befindet sich eine schlitzförmige Öffnung 6
zur Absaugung von Hilfsflüssigkeit. Die Seitenberandung 1 weist einen Anschluss 9
auf, mittels dem Hilfsflüssigkeit abgesaugt werden kann. Die Abdeckung 5 kann mit
einem Arretierungshebel 7 einfach gelöst oder befestigt werden, was die Reinigung
der Seitenberandung 1 erleichtert. Die Abdeckung 5 kann auch verstellbar ausgeführt
sein, beispielsweise derart, dass sie in Richtung des Vorhangs verschoben werden kann,
oder die Schlitzgeometrie verändert werden kann. Auf diese Weise ist eine Optimierung
der Absaugung der Hilfsflüssigkeit möglich. Abdeckungen 3, 5 und 10 können natürlich
auch auf andere Weise befestigt oder gelöst werden, beispielsweise mit Schrauben.
Es ist auch möglich, die Schlitzbreite der Öffnungen 4 und 6 oder ihr Profil durch
unterschiedliche Abdeckungen zu variieren, bzw. einstellbare Abdeckungen vorzusehen.
[0037] Figur 5 zeigt ein weiteres Beispiel einer Ausführungsform der erfindungsgemässen
Seitenberandung 1 im Schnitt. Hierbei ist das Profil der Berandungsfläche 2 einstellbar.
[0038] Die Berandungsfläche 2 wird beispielsweise durch eine Folie oder einen Blechstreifen
gebildet. Die Stellschraube 16 verstellt das untere Ende der Berandungsfläche, an
dieser Stelle ist die Folie, welche die Berandungsfläche bildet, durch ein Befestigungselement
17 gehalten. Dadurch, dass das untere Ende des die Berandungsfläche 2 bildenden Blechfolie
gehalten wird, kommt es zwangsläufig zu einer konkaven Form der Berandungsfläche 2,
wenn die Schrauben 18 von der Rückseite des Blechstreifens gegen diesen drücken. Das
Profil der Berandungsfläche 2 kann somit durch Stellschrauben 18 eingestellt werden.
Mittels der Stellschraube 15 kann die Höhe der Seitenberandung eingestellt werden,
bzw. die die Berandungsfläche 2 bildende Folie gespannt werden. Es können auch andere
Mittel als Schrauben zur Einstellung verwendet werden, beispielsweise Stifte, Hebel,
Keile, Federn oder irgendwelche mechanische, pneumatische oder sonstige Mittel. Es
können eine oder mehrere Stellglieder zur Einstellung des Profils verwendet werden.
Die Berandungsfläche 2 kann beschichtet oder strukturiert sein.
[0039] Es ist ein Anschluss 8 zur Zuführung einer Hilfsflüssigkeit vorgesehen. Zwar sind
in diesem Beispiel keine Mittel zur Absaugung von Hilfsflüssigkeit dargestellt, diese
können aber auch bei einer verstellbaren Seitenberandung vorgesehen werden.
Bezugszeichen
[0040]
- 1
- Seitenberandung
- 2
- Berandungsfläche
- 2a
- oberer Abschnitt der Berandungsfläche
- 2b
- unterer Abschnitt der Berandungsfläche
- 3
- Abdeckung oben
- 4
- Öffnung für Zufuhr von Hilfsflüssigkeit
- 5
- Abdeckung unten
- 6
- Öffnung für Absaugung von Hilfsflüssigkeit
- 7
- Arretierungshebel für Abdeckung unten
- 8
- Anschluss für Zufuhr von Hilfsflüssigkeit
- 9
- Anschluss für Abfuhr Hilfsflüssigkeit
- 10
- Seitenabdeckung
- 11
- Kaskadendüse
- 12
- Flüssigkeitsvorhang
- 13
- Substrat
- 14
- Substratträger
- 17
- Befestigungselement für Folie
- 15, 16, 18
- Stellschrauben
1. Seitenberandung (1) für ein Vorhangbeschichtungsverfahren mit einer Berandungsfläche
(2) dadurch gekennzeichnet, dass die Berandungsfläche (2) ein Profil gemäss einer Funktion y=p(x) aufweist, wobei
die Funktion y=p(x) in einem Intervall (x0, x2) konkav ist und ihre Steigung in dem
Intervall (x0, x2) nicht konstant ist.
2. Seitenberandung gemäss Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Berandungsfläche an mindestens 3 Stellen eine unterschiedliche Steigung aufweist.
3. Seitenberandung gemäss Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet, dass es ein x1 gibt für das gilt:
a) x1>x0
b) x1<x2
c) y=P(x) ist im Intervall (x0, x1) streng konkav.
4. Seitenberandung nach Anspruch 1, 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Benetzungseigenschaften der Oberfläche der Berandungsfläche durch ein mechanisches,
chemisches oder physikalisches Verfahren modifiziert sind.
5. Seitenberandung gemäss Anspruch 1, 2, 3 oder 4 dadurch gekennzeichnet dass die Oberfläche der Berandungsfläche durch ein mechanisches, chemisches oder physikalisches
Verfahren aufgeraut ist.
6. Seitenberandung gemäss Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenberandung Mittel (3, 4, 8) aufweist, um eine Hilfsflüssigkeit zuzuführen.
7. Seitenberandung gemäss Anspruch 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenberandung Mittel (5, 6, 9) aufweist, um eine Hilfsflüssigkeit abzuführen.
8. Seitenberandung gemäss Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6 oder 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenberandung Mittel (15, 16, 18) aufweist, um das Profil der Berandungsfläche
einstellen zu können.