[0001] Die Erfindung betrifft ein Sieb mit Stegen, deren Stegflächen normal zur Siebfläche
und parallel zueinander verlaufen, und mit Profilen, die teilweise parallel zur Siebfläche
verlaufen, wobei die Stege an ihrer der Oberseite des Siebes abgewandten Seite Einschnitte
aufweisen, in die die Profile, die an ihrer der Oberseite des Siebes zugewandten Seite
Einschnitte aufweisen, eingeschoben werden, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1. Derartige Siebe werden insbesondere in Vibrationssiebmaschinen und für die Altstofftrennung
eingesetzt.
[0002] Derartige Siebe sind bekannt und haben sich im Großen und Ganzen bewährt. Problematisch
ist, dass es nicht gelingt, die Durchgangsöffnungen kleiner als etwa 35 mm zu machen,
da es dann nicht mehr möglich ist, die Stege mit den Profilen passend zu verschweißen.
[0003] Eine Lösung dieses Problems ist aus der
EP 2 196 081 A, entsprechend der
AT 506 941, bekannt. Dabei weisen die Stege allseits umschlossene Ausnehmungen auf, deren Fläche
dem Querschnitt der Profile der Form und Größe nach entspricht. Die Stege sind in
diese Ausnehmungen eingeschoben, werden vom Rahmen gehalten und bedürfen daher keiner
oder nur weniger Schweißpunkte, deren Anbringung wirtschaftlich möglich ist.
[0004] Zumeist werden derartige Siebe leicht geneigt angeordnet, um dem Überkorn das Abrollen
vom Sieb zu ermöglichen. Dementsprechend ist die Aufgabeseite für das zu trennende
Gut nahe dem oberen Rand angeordnet und die Überlaufseite entsteht am unteren Rand.
Die Oberseite des Siebs ist die, auf der das Überkorn abrollt, die Unterseite ist
die, von der das Durchkom, der Siebdurchgang, abfällt. Die Begriffe Oberseite bzw.
Unterseite des Siebes, Aufgabeseite bzw. Überlaufseite, werden in der Anmeldung in
diesem Sinn benutzt.
[0005] Ein Problem aller gattungsgemäßen, aber auch ähnlicher Siebe, bei denen durch die
Teile der Profile, die nicht parallel zur Siebfläche verlaufen, gemeinsam mit den
Stegen eine Art Fallrohr oder Stutzen für jede Sieböffnung entsteht, ist das Steckkom,
das nur schwer zu entfernen ist. Zumeist ist das Profil, im Querschnitt gesehen, ein
aus zwei Schenkeln bestehendes Winkelprofil, wobei zwischen den beiden Schenkeln ein
stumpfer Winkel liegt, der Querschnitt kann aber auch gekrümmt oder mehrfach geknickt
ausgebildet sein. Der Bereich im Stutzen ist daher für die Reinigung von Steckkom
nicht gut zugänglich. Ein weiteres Problem, das bei starker Beanspruchung auftritt,
ist die relativ hohe mechanische Belastung der oberen Kante jedes Stegs, die dem auftreffenden
Siebgut besonders ausgesetzt ist.
[0006] Eine nicht gattungsgemäße Abwandlung derartiger Siebe, bei der die Siebfläche in
Form eines Zylindermantels ausgebildet ist, ist aus der
EP 1 163 835 A und in ähnlicher Form aus der
US 4,004,404, jeweils als Abscheidevorrichtung für Mähdrescher bekannt. Dabei werden rechenartige,
abgewinkelte Gebilde in Richtung der Erzeugenden des Zylindermantels zwischen Wangen
montiert und durch darauf aufgesetzte, passend gekröpft gebogene Rundstäbe, die in
Umfangsrichtung des Zylindermantels verlaufen, wird eine Stützfläche für die darauf
liegende Gutschicht gebildet. Diese Konstruktion ist für die Abtrennung von Halmen
etc. geeignet, nicht aber für massiveres Gut.
[0007] Eine andere Variante mit zylindrischer Siebfläche, die ebenfalls nicht gattungsgemäß
ist, ist aus der
US 5,394,600 bekannt: Parallel zueinander angeordnete Leisten werden an ihrer Oberseite mit Nuten
versehen, in die, normal zu den Leisten verlaufend, Profile eingeschoben werden, deren
über die Nuten hinaus ragender Teil breiter ist als die Breite der Nuten. Beim Krümmen
der Leisten zu zylinderförmigen Sieben werden die Profile besonders gut fixiert. Mit
solchen Filtern werden Pülpen bei der Papierfabrikation gefiltert, für das Sieben
fester und harter Bestandteile von Gutströmen ist dieses Sieb nicht geeignet.
[0008] Ähnliche, aber nicht gattungsgemäße Siebe sind auch aus der
AT 505 122 B bekannt. Dabei weist eine in der Siebebene liegende Siebplatte Sieböffnungen auf,
und im Bereich des Umfanges der Sieböffnungen sind nach unten ragende Stege, Schürzen
oder Leitflächen vorgesehen, durch die das Hängenbleiben von länglichem Material wie
Bändern, Kabeln, etc. verhindert wird. Da Steckkom nur im Bereich der Sieböffnung
stecken bleiben kann, wo es leicht zugänglich ist, tritt das oben genannte Problem
nicht auf. Diese Konstruktion ist aber für schweren Einsatz wegen der nicht sehr biegefesten
Siebplatte wenig geeignet und verschenkt viel Platz zwischen den Sieböffnungen.
[0009] Die Erfindung hat die Aufgabe, ein Sieb des eingangs genannten Aufbaus auch für kleine
Sieböffnungen zur Verfügung zu stellen, das die genannten Probleme nicht aufweist,
ohne die Vorteile derartiger Siebe zu verlieren.
[0010] Erfindungsgemäß werden diese Ziele durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches
1 angeführten Merkmale erreicht.
[0011] Mit anderen Worten, es wird vorgesehen, dass entlang der oberen Kanten der Stege,
die von der Aufgabeseite zur Überlaufseite orientiert sind, Leisten fest angeordnet
sind, deren Breite größer ist als die Dicke der Stege. Zumindest einige der Leisten
und/oder Stege sind mit den der Oberseite zugewandten Bereichen zumindest einiger
Profile, die gebogenen oder geknickten Querschnitt aufweisen, verbunden, bevorzugt
verschweißt, und fixieren so die Stege in den Profilen. Dazu ist es nicht notwendig,
eine Verbindung zwischen jedem Profil und jeder Leiste zu schaffen. Durch die Leisten
wird weiters der Querschnitt jedes Stutzens bzw. Fallrohrs für das Durchgangskorn
in seinem obersten Bereich, in dem das Durchgangskom eintritt, verkleinert, sodass
es kaum mehr zur Bildung von Steckkom kommt. Selbst wenn es dazu kommt, bleibt es
doch im obersten Bereich stecken, wo es leicht zugänglich ist. Darüberhinaus ist die
Leiste eine mechanische Verstärkung der oberen Kante jedes Steges und erhöht so die
Lebensdauer des Siebes. Es ist dazu auszuführen, dass vorbekannte Verstärkungsleisten,
wie sie verschiedentlich bei Sieben, die aus gelochten Platten bestehen, verwendet
wurden, stets außerhalb des Bereiches der Sieböffnungen angeordnet sind.
[0012] Es soll zum Begriff "Siebfläche" ausgeführt werden, dass damit nicht nur die von
den obersten Stellen der Stege bzw. Leisten und/oder Profile gebildete Fläche, die
zumeist eben, gegebenenfalls aber auch zylindrisch gekrümmt sein kann, gemeint ist,
sondern alle dazu parallelen Flächen, da der Begriff in der Beschreibung und den Ansprüchen
nur als Referenz dient, um die Lage und Orientierung der Stege bzw. Profile anzugeben.
Es könnte auch die Fläche herangezogen werden, die durch die Schwerpunkte der einzelnen
Stege und Profile definiert wird, und die zur Fläche gemäß der ersten Definition in
technisch ausreichendem Maß parallel verläuft. In Kenntnis der Erfindung ist es für
den Fachmann ein Leichtes, für jeden Konstruktionsfall die Siebfläche auf günstigste
Weise festzulegen.
[0013] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
die einzige Figur eine perspektivische Ansicht eines kleinen Ausschnittes eines erfindungsgemäßen
Siebes.
[0014] In der einzigen Figur ist ein Steg 1 mit einer aufgebrachten Leiste 2 in perspektivischer
Ansicht rein schematisch dargestellt. Die Leiste 2 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
mit quadratischem Querschnitt versehen, verläuft entlang der oberen Kante 7 des Steges
1 und ist mit einigen oder allen Profilen verbunden, beispielsweise verschweißt oder
verklebt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde darauf verzichtet, die Verbindung,
beispielsweise Schweißraupen oder Klebstoffflächen, darzustellen. Je nach zu erwartender
Beanspruchung des Siebbelages und der daraus resultierenden Kräfte, die auf die Leiste
2 wirken, kann die obere Kante des Steges 1 und/oder die Seitenfläche des Ausschnittes
9 der Profile, beispielsweise durch Schleifen oder Fräsen, mit einer Kontur versehen
sein, die dem Querschnitt der Leiste 2 angepasst ist und so die Kontaktfläche mit
der Leiste vergrößert, doch üblicherweise reichen Punktschweißungen vollständig aus.
[0015] Wie für den Fachmann auf dem Gebiete des Schweißwesens bekannt, sind bei Schweißverbindungen
von nahezu eindimensionalen Gebilden entlang ihrer Länge aus thermischen Gründen eine
Vielzahl von kurzen Schweißverbindungen günstiger als eine durchgehende Längsnaht,
doch gehört dies zum allgemeinen technologischen Wissen des Schweißers und soll daher
hier nur am Rande erwähnt werden.
[0016] In der Figur sind auch die Schlitze 3 ersichtlich, die zur Steckverbindung der Stege
1 mit den Profilen 4 dienen. Der Form und Größe dieser Schlitze 3 entspricht dem Querschnitt
der Profile 4, die ebenfalls Schlitze, nämlich Gegenschlitze 8 aufweisen. Das Sieb
entsteht durch das parallele Anordnen einer entsprechenden Anzahl von Stegen 1 mit
fluchtenden Schlitzen 3 und dem Einschieben einer entsprechenden Anzahl von Profilen
4 in die Schlitze 3 an den Stellen, an denen diese die Gegenschlitze 8 aufweisen.
Fixiert wird diese Konstruktion einerseits durch Einbringen in einen entsprechend
massiven Rahmen, andererseits durch die Verbindung der Leisten 2 mit den Profilen
4.
[0017] Um für die Leisten 2 in oder nahe der Siebebene Platz zu machen und für die erwünschte
Verkleinerung der Eingangsöffnung in den Stutzen, der durch die Stege und Profile
entsteht, zu sorgen, weisen die siebparallelen Flächen 5 der Profile 4 Ausnehmungen
9 auf, die das Positionieren der Leisten 2 erlauben. Diese Ausnehmungen gehen, sich
verjüngend, in die Gegenschlitze 8 über, entsprechend der Form und den Abmessungen
der Leisten. Die obere Kante 7 der Stege, der Übergang zur Leiste 2, fällt dabei mit
dem Übergang von der Ausnehmung 9 zum Gegenschlitz 8 im Profil 4 zusammen.
[0018] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Siebfläche beispielsweise durch die
Fläche definierbar, die durch die Vielzahl zueinander paralleler Oberkanten 6 der
Leisten 2 gebildet wird. Es ist deutlich erkennbar, dass diese Definition, bei der
es ja nur um die Orientierung der Ebene, aber nicht um ihre Höhenlage geht, auch durch
die Flächen 5 erfolgen könnte.
[0019] Ohne Darstellung sei darauf hingewiesen, das es andere Möglichkeiten für die Querschnittsform
der Leiste 2 gibt; beispielsweise den Kreisquerschnitt, aber auch den elliptischen
Querschnitt, dessen Verwendung aber nur in Sonderfällen die Mehrkosten rechtfertigen
wird; weiters möglich sind gleichschenkelige, beispielsweise rechtwinkelige Dreiecke,
die Dreiecksform kann von dieser Form bis etwa zum gleichseitigen Dreieck variieren,
spitzere Winkel zu beiden Seiten zu verwenden, ist aus mechanischen Gründen kaum angeraten;
schließlich sind auch rechteckige Querschnitte, die T-förmig auf den Steg 1 aufgesetzt
werden, möglich.
[0020] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt, sondern kann verschiedentlich abgewandelt werden. So kann insbesondere
das Verhältnis der Stärke des Steges 1 zur größten normal dazu verlaufenden Abmessung
der Leiste 2 anders als dargestellt sein, es kann die Querschnittsform der Profile
4 eine andere sein als im dargestellten Ausführungsbeispiel (gebogen statt gekantet)
und es kann die Anordnung (Winkellage) und der Abstand der Schlitze 3 in den Stegen
1 und/oder der Abstand der Gegenschlitze 8 in den Profilen anders als im dargestellten
Ausführungsbeispiel gewählt werden.
[0021] Durch Verzinken bzw. vergleichbare Tauchverfahren oder andere Auftragsverfahren,
bei denen Kunststoff oder dergleichen flächig aufgebracht wird, erhält der Siebbelag
eine Versiegelung der zahlreichen, wenn auch kleinen, Spalten, die sich aus dem Stecksystem
ergeben, und verhindert somit auch das Hängenbleiben diverser Materialien wie Drähte,
Fäden, Bändern und dergleichen. Dies bedeutet in der Praxis, dass die erfindungsgemäßen
Siebe im Vergleich zu anderen Siebbelägen nur einen extrem geringen Reinigungsaufwand
erfordern.
[0022] Als Materialien für das Sieb und seine Beschichtung können alle im Stand der Technik
bei derartigen Sieben üblichen Materialien verwendet werden, durch die erfindungsgemäßen
Maßnahmen tritt diesbezüglich keine Änderung ein.
[0023] Letztlich wesentlich ist, dass die größte Breite der Leisten 2 eine im Vergleich
zur Stegdicke D deutlich größere Stärke B aufweisen, bevorzugt zumindest die Doppelte
Stärke und besonders bevorzugt zumindest die Vierfache Stärke des Steges.
[0024] Es soll noch darauf verwiesen werden, dass die Begriffe "parallel", "normal", "Kante",
"Fläche", etc. stets im technischen Sin und nicht im strengen mathematischen Sinn
zu verstehen sind. Weiters sind die Begriffe "oben", "unten", etc. im Hinblick auf
die Zeichnung und den Siebvorgang zu verstehen.
1. Sieb, mit Stegen (1), die normal zur Siebfläche verlaufen und mit Profilen (4), die
einen gekrümmten oder geknickten Querschnitt aufweisen, wobei die Stege (1) an ihrer
der Oberseite des Siebes abgewandten Seite Schlitze (3) aufweisen, und wobei die Profile
(4) an ihrer der Oberseite des Siebes zugewandten Seite Gegenschlitze (8) aufweisen,
und wobei die Stege und Profile mittels der Schlitze und Gegenschlitze ineinander
geschoben sind, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der oberen, der Oberseite zugewandten Kanten (7) der Stege (1) Leisten (2)
verlaufen, deren Breite (B) größer ist als die Dicke (D) der Stege (1), und dass Stege
(1) und/oder Leisten (2) mit Profilen (4) verbunden, bevorzugt verschweißt, sind.
2. Sieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Profile (4) in ihren oberseitigen Bereichen (5) Ausnehmungen (9) zur Aufnahme
der Leisten (2) aufweisen.
3. Sieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leisten (2) einen rechteckigen, insbesondere quadratischen Querschnitt aufweisen.
4. Sieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leisten (2) mit quadratischem Querschnitt entlang einer ihrer Kanten mit der
oberen Kante (7) des Steges (1) verbunden sind.
5. Sieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (B) der Leisten mindestens doppelt, bevorzugt viermal so groß ist als
die Dicke (D) der Stege (1).
6. Sieb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es nach der Montage verzinkt oder mit Kunststoff beschichtet worden ist.