[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtung zur Positionierung
zumindest einer Spritzdüse und ein Strangführungssegment zum Führen, Stützen und Kühlen
eines Strangs in einer Strangführung einer Brammen-Stranggießmaschine.
Gebiet der Technik
[0002] Konkret betrifft die Erfindung eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtung zur Positionierung
zumindest einer Spritzdüse gegenüber einem Strang in einer Strangführung einer Brammen-Stranggießmaschine,
aufweisend
- eine Verschiebeeinrichtung, umfassend einen Antriebskörper und einen Stellkolben,
zum Verschieben des Stellkolbens gegenüber des feststehenden Antriebskörpers; und
- einen Spritzdüsenhalter zum Haltern von zumindest einer Spritzdüse, wobei die Spritzdüse
zum Aufspritzen von Kühlmittel auf den Strang ausgebildet und der Spritzdüsenhalter
mit dem Stellkolben verbunden ist.
Stand der Technik
[0003] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der
EP 2 010 347 B1 bekannt. Damit kann die Position einer oder mehrerer Spritzdüsen eines Strangführungssegments
gegenüber dem Strang eingestellt werden, wobei die Spritzdüsen über einen Spritzdüsenhalter
mit einem verschieblichen Stellkolben verbunden sind. Nachteilig an dieser Vorrichtung
ist allerdings, dass einerseits das Kühlmittel von einem feststehenden Antriebskörper
der Verschiebeeinrichtung zum verschieblichen Spritzdüsenhalter mittels einer Schlauchleitung
geführt werden muss und andererseits, aufgrund der Tatsache, dass der Stellkolben
und somit auch die Spritzdüse gegenüber Verschiebeeinrichtung drehbar ausgebildet
sind, dass der Spritzdüsenhalter gesondert geführt werden muss. Durch die Schlauchleitung
bzw. die Führung des Spritzdüsenhalters erhöht sich außerdem der Platzbedarf der Spritzdüsen-Verstelleinrichtung,
sodass der Einbau in existierende Strangführungssegmente schwierig und kostspielig
ist.
Zusammenfassung der Erfindung
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden
und eine besonders kompakte Spritzdüsen-Verstelleinrichtung der eingangs genannten
Art anzugeben, bei der das Kühlmittel betriebssicher, insbesondere ohne den Einsatz
von Schlauchleitungen, von der Verschiebeeinrichtung zur Spritzdüse geleitet werden
kann; insbesondere sollen auch existierenden Strangführungssegmente mit der Spritzdüsen-Verstelleinrichtung
nachgerüstet werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine eingangs genannte Vorrichtung gelöst, bei der
- zumindest ein teleskopierbares Teleskoprohr zur Leitung des Kühlmittels vom Antriebskörper
zum Spritzdüsenhalter vorgesehen ist, sodass die Spritzdüse drehsteif mit dem Antriebskörper
verbunden ist; und
- die Längsachsen des Stellkolbens und des Teleskoprohrs parallel ausgerichtet sind.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird zum Einen das Kühlmittel mittels eines
Teleskoprohrs sehr betriebsicher und vor allem ohne wartungsintensive Schlauchleitungen
vom Antriebskörper der Verschiebeeinrichtung zur Spritzdüse - die als eine Einstoff-
oder eine Mehrstoffdüse ausgebildet sein kann - geleitet; zum Anderen wird der Spritzdüsenhalter
und somit auch die Spritzdüse mittels des Teleskoprohrs drehsteif mit der Verschiebeeinrichtung
verbunden, d.h. dass der Spritzdüsenhalter gegen eine Verdrehung gegenüber der Verschiebeeinrichtung
gesichert wird. Das Teleskoprohr kann grundsätzlich ein- oder mehrstufig ausgeführt
sein. Unter einer einstufigen Ausführung versteht man ein Teleskoprohr
- mit einem feststehenden und einem verschieblichen Rohr, wobei beide Rohre koaxial
ausgerichtet sind und das verschiebliche Rohr einen kleineren Durchmesser als das
feststehende Rohr aufweist,
- bei dem das verschiebliche Rohr gegenüber dem feststehenden Rohr abgedichtet ist,
und
- bei dem das verschiebliche Rohr verschieblich (auch als teleskopierend bezeichnet)
gegenüber dem feststehenden Rohr ausgebildet ist, sodass das Teleskoprohr einerseits
im eingefahrenen Zustand eine geringe Baulänge aufweist und andererseits, im ausgefahrenen
Zustand eine große Baulänge gegeben ist.
[0007] Bei einem mehrstufigen Teleskoprohr sind zumindest zwei Rohre verschieblich ausgebildet,
sodass eine noch kompaktere Bauweise möglich ist. Sowohl bei einem einstufigen als
auch bei einem mehrstufigen Teleskoprohr sind das feststehende Rohr mit dem Antriebskörper
und das verschiebliche Rohr (bei einer mehrstufigen Ausführung das letzte verschiebliche
Rohr) mit dem Spritzdüsenhalter verbunden. Durch die parallele Ausrichtung des Teleskoprohrs
und des Stellkolbens ist es zudem möglich, das Kühlmittels unter Umständen auch mittels
mehrerer Teleskoprohre, wobei der Stellkolben und die Teleskoprohre nicht notwendigerweise
in einer Ebene liegen müssen, zum Spritzdüsenhalter zu leiten. Durch die kompakte
Konstruktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung können auch existierende Strangführungssegmente
mit einer Spritzdüsen-Verstelleinrichtung (beispielsweise am Innenbogen) nachgerüstet
werden.
[0008] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform ist ein erstes Teleskoprohr zur Leitung
von Wasser und ein zweites Teleskoprohr zur Leitung von Luft vorgesehen, wobei die
Längsachsen des Stellkolbens, des ersten Teleskoprohrs und des zweiten Teleskoprohrs
parallel ausgerichtet sind. Dadurch werden sämtliche Medien für eine Zweistoff-Spritzdüse
betriebssicher und kompakt vom Antriebskörper der Verschiebeeinrichtung zum Spritzdüsenhalter
geleitet.
[0009] Nach einer weiteren Ausführungsform, ist ein Faltenbalg mit dem Antriebskörper und
dem Spritzdüsenhalter verbunden, wodurch das Eindringen von Schmutz verhindert werden
kann. Durch den Faltenbalg wird das Eindringen von Schmutz, z.B. Zunder, unterhalb
des Faltenbalgs (z.B. im Bereich der Dichtungen der Verschiebeeinrichtung oder des
Teleskoprohrs) verhindert.
[0010] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist dem Faltenbalg eine Luftversorgung,
vorzugsweise das zweite Teleskoprohr, zugeordnet, wodurch der Faltenbalg unter einem
gegenüber der Atmosphäre erhöhten Druck gehalten werden kann. Durch den erhöhten Druck
wird wirkungsvoll das Eindringen von staubförmigen Schmutzpartikeln verhindert.
[0011] Nach einer robusten Ausführungsform umfasst die Verschiebeeinrichtung einen hydraulischen,
pneumatischen oder elektrischen Linearantrieb.
[0012] Nach einer weiteren Ausführungsform ist der hydraulische oder pneumatische Linearantrieb
als ein Druckmittelzylinder ausgebildet. Die Verwendung von Druckmittelzylindern ist
aufgrund der hohen Betriebstemperaturen in der Nähe des Strangs vorteilhaft.
[0013] Für die Fertigung der Spritzdüsen-Verstelleinrichtung ist es vorteilhaft, wenn der
Antriebskörper und ein feststehender Teil zumindest eines Teleskoprohrs ein gemeinsames
Gehäuse aufweisen.
[0014] Nach einer besonders kostengünstigen Ausführungsform ist mehreren Druckmittelzylindern
ein hydraulischer oder pneumatischer Mengenteiler zugeordnet, sodass die Position
mehrerer Spritzdüsen synchron gesteuert werden kann. Mittels des Mengenteilers ist
gewährleistet, dass sämtliche Spritzdüsen synchronisiert eine Soll-Position anfahren
und - sollte dies z.B. aufgrund einer Blockade nicht möglich sein - so fahren dennoch
die nicht blockierten Spritzdüsen synchron gesteuert eine gemeinsame Position an.
[0015] Nach einer Ausführungsform ist zumindest einer, bevorzugt jeder, Spritzdüse genau
ein Spritzdüsenhalter und dem Spritzdüsenhalter genau eine Verschiebeeinrichtung zugeordnet,
wodurch die Spritzdüse unabhängig positionierbar ist. Dadurch ist eine vollkommen
unabhängige Positionierbarkeit der Spritzdüsen möglich.
[0016] Nach einer weiteren Ausführungsform sind zumindest einer Spritzdüse eine Wegmesseinrichtung
und eine Regeleinrichtung zugeordnet, wodurch die Spritzdüse geregelt positionierbar
ist. Mittels dieser Ausführungsform ist die Spritzdüse hochgenau positionierbar.
[0017] Nach einer sehr kostengünstigen Ausführungsform ist mehreren Druckmittelzylindern
ein Mengenteiler, der durch mehrere drehzahlgekoppelte Zahnradmotore gebildet wird,
ein Drehzahlsensor der einem Zahnradmotor zugeordnet ist, und eine Steuer- bzw. eine
Regeleinrichtung zugeordnet, sodass die Position mehrerer Spritzdüsen, die den Druckmittelzylindern
zugeordnet sind, synchron eingestellt werden kann. Mittels dieser Ausführungsform
wird der Volumenstrom zu den Druckmittelzylindern über den Drehzahlsensor erfasst
und mittels der Regeleinrichtung geregelt. Obwohl die Position der Spritzdüsen nicht
klassischerweise durch eine Wegmesseinrichtung erfasst werden muss, können dennoch
die Spritzdüsen ausreichend genau positioniert werden.
[0018] Es ist zweckmäßig, dass ein Strangführungssegment zum Führen, Stützen und Kühlen
eines Strangs in einer Strangführung einer Stranggießmaschine, bevorzugt eine Brammen-Stranggießmaschine
zur Herstellung von Stahlbrammen unterschiedlicher Strangbreite, zumindest eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 10 umfasst. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist weder
auf Brammen-Stranggießmaschinen noch auf eine Strangführung in Form eines Strangführungssegments
beschränkt; denkbar ist bspw. auch der Einsatz bei großformatigen Bloom-Formaten.
[0019] Durch die besondere Kompaktheit und Langlebigkeit der erfindungsgemäßen Spritzdüsen-Verstelleinrichtung
ist es vorteilhaft, die Spritzdüsen-Verstelleinrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 9 oder das Strangführungssegments nach Anspruch 10 in einer Stranggießmaschine
zur Herstellung eines Strangs aus Stahl, bevorzugt einer Stahlbramme, zu verwenden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0020] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren
Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen:
Fig 1 eine perspektivische, teilweise geschnittene Darstellung eines Strangführungssegments
mit mehreren Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen
Fig 2 und 3 eine Vorderansicht und eine geschnittene Seitenansicht des Strangführungssegments
nach Fig 1
Fig 4 eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen
Fig 5a und 5b eine teilweise geschnittene Ansicht und eine ungeschnittene Ansicht
der Spritzdüsen-Verstelleinrichtung nach Fig 4 in perspektivischer Darstellung
Fig 6a und 6b zwei Hydraulikschemen zur synchronen Ansteuerung mehrerer Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen
Fig 7 ein Regelschema für eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtung
Beschreibung der Ausführungsformen
[0021] In den Fig 1 bis 3 ist ein Strangführungssegment 15 einer Strangführung einer Stranggießmaschine
zur Herstellung von Stahlbrammen in mehreren Ansichten dargestellt. In der Stranggießmaschine
wird flüssiger Stahl in eine nicht dargestellte Kokille gegossen, wobei sich der Stahl
abkühlt und sich dabei ein zumindest teilerstarrter Strang ausbildet. Anschließend
wird der Strang aus der Kokille mittels angetriebener Strangführungsrollen ausgezogen
und in der nachfolgenden Strangführung, die in den Figuren bogenförmig ausgeführt
- andernfalls aber natürlich auch vertikal oder horizontal ausgebildet sein kann,
geführt, gestützt und weiter abgekühlt. In der Strangführung werden die beiden Breitseiten
des Strangs 3 von mehreren Strangführungsrollen 16a, 16b gestützt, wobei mehrere nachfolgende
Strangführungsrollen 16a, 16b jeweils ein Strangführungssegment 15 ausbilden. Konkret
weist das Strangführungssegment 15 einen Unterrahmen 20 mit feststehenden Strangführungsrollen
16b und einen gegenüberliegenden Oberrahmen 19 mit anstellbaren Strangführungsrollen
16a auf, wobei die Strangführungsrollen 16a des Oberrahmens 19 mittels des Anstellzylinders
18 an den Strang 3 anstellbar sind; der Oberrahmen 19 und der Unterrahmen 20 sind
mittels vier Stehern 17 verbunden. Um eine zu starke Abkühlung (eine sog. Unterkühlung)
insbesondere der Kantenbereiche auch bei unterschiedlichen Breiten des Strangs 3 zu
verhindern, sind sowohl auf der Oberseite als auch auf der Unterseite des Strangs
mehrere Spritzdüsen 2 mit jeweils zugeordneten Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen 1
angeordnet. Dabei ist jeder Spritzdüse 2 genau eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen
1 zugeordnet, sodass die Position der Spritzdüse individuell an die Strangbreite einstellbar
ist. In den Fig 1 und 2 sind bei mehreren Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen 1 jeweils
zwei Stellungen der Spritzdüse 2 dargestellt, wobei die strichlierte Darstellung der
Stellung der Spritzdüse 2 bei einer maximalen Breite des Strangs 3 entspricht.
[0022] In Fig 4 ist eine erfindungsgemäße Spritzdüsen-Verstelleinrichtung 1 zur Positionierung
einer Spritzdüse 2 näher dargestellt. Die Spritzdüsen-Verstelleinrichtung 1 umfasst
eine Verschiebeeinrichtung 6, einen Spritzdüsenhalter 4 und eine Spritzdüse 2, wobei
die Verschiebeeinrichtung 6 als ein hydraulischer Linearantrieb, konkret als ein Druckmittelzylinder
11, mit einem feststehenden Antriebskörper 21 und einem verschieblichen Stellkolben
5 ausgebildet ist. Die Spritzdüse 2 ist als eine Zweistoffdüse ausgebildet, sodass
ein Wasser-Luft-Gemisch auf einen nicht dargestellten Strang aufgespritzt werden kann.
Der Spritzdüsenhalter 4 wird mittels zweier teleskopierbarer, einstufiger Teleskoprohre
7a, 7b mit den Kühlmitteln Wasser und Luft versorgt, wobei die Teleskoprohre 7a, 7b
ebenfalls eine Verdrehsicherung des Spritzdüsenhalters 4 bzw. der Spritzdüse 2 darstellen.
Konkret wird je ein Kühlmittel mittels einer stirnseitigen Medieneinführung 22 in
den Antriebskörper 21 eingeführt und anschließend über ein Teleskoprohr 7a, 7b zum
Spritzdüsenhalter 4 geführt, wobei die Luft mit dem Wasser im Spritzdüsenhalter 4
vermischt und weiter zur Spritzdüse 2 geführt wird. Um die Abdichtung der Teleskoprohre
7a, 7b einfach zu gestalten, sind die Längsachsen 8 des Stellkolbens 5 und der Teleskoprohre
7a, 7b parallel ausgerichtet. Um eine Verschmutzung der Verschiebeeinrichtung 6 bzw.
der Teleskoprohre und insbesondere von dessen Dichtungen zu vermeiden, ist zwischen
dem Antriebskörper 21 und dem Spritzdüsenhalter 4 ein Faltenbalg 9 angeordnet, wobei
der Faltenbalg den eingeschlossenen Raum im Wesentlichen staubdicht abschließt. Um
ein Eindringen von Staubpartikel fast vollständig zu verhindern, ist dem Faltenbalg
9 eine Luftversorgung 10 zugeordnet, wobei diese als eine Düse 23 mit geringem Öffnungsquerschnitt
im Teleskoprohr 7b ausgebildet ist. Durch die Düse 23 strömt Luft aus dem Teleskoprohr
7b in einen Raum ein, der durch den Faltenbalg 9 begrenzt wird, sodass dieser Raum
gegenüber der Umgebung unter einem geringen Überdruck gehalten wird, wodurch das Eindringen
von Staub unter den Faltenbalg verhindert wird. Die Verschiebeeinrichtung 6 ist nach
Fig 4 als ein doppelwirkender Hydraulikzylinder ausgebildet; ebenso wäre aber auch
eine Ausbildung der Verschiebeeinrichtung 6 mit einem Plungerzylinder (d.h. als ein
einfachwirkender Hydraulikzylinder bspw. mit einer Rückzugsfeder) denkbar. Aus Gründen
der Übersichtlichkeit wurden die dem Druckmittelzylinder 11 zugeordneten Ölanschlüsse
nicht dargestellt.
[0023] In den Fig 5a und 5b sind zwei weitere Ansichten der erfindungsgemäßen Spritzdüsen-Verstelleinrichtung
1 gemäß Fig 4 dargestellt.
[0024] In den Fig 6a und 6b sind zwei Hydraulikschemen für je eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen
1 dargestellt. In Fig 6a werden die Druckmittelzylinder 11 der zwei Verschiebeeinrichtungen
6 mittels eines hydraulischen Mengenteilers 12, der als Linearhub-Mengenteilers ausgebildet
ist, im Vorlauf miteinander gekoppelt; in Fig 6b erfolgt die Koppelung der Druckmittelzylinder
11 der Verschiebeeinrichtungen 6 ebenfalls mittels eines hydraulischen Mengenteilers
12, der allerdings durch zwei drehzahlgekoppelte Zahnradmotore gebildet wird. Da es
sich bei den Fig 6a und 6b um Hydraulikschemen handelt, wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit
nur die Verschiebeeinrichtungen 6 der Spritzdüsen-Verstelleinrichtungen 1 dargestellt.
[0025] In Fig 7 ist ein Regelschema für eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtung 1 zur Positionierung
einer einzelnen Spritzdüse 2 dargestellt. Der Druckmittelzylinder 11 der Verschiebeeinrichtung
6 ist als doppeltwirkender Hydraulikzylinder ausgebildet und ist mit einem Hydraulikventil
24, das als 4-3-Wegeventil ausgebildet ist, verbunden. Der Spritzdüsenhalter 4 ist
mit einer Wegmesseinrichtung 13 verbunden, die die Ist-Position 26 an eine Regeleinrichtung
14 rückmeldet. Die Regeleinrichtung 14 berechnet unter Berücksichtigung der Soll-Position
25 und unter Zuhilfenahme eines Regelalgorithmus aus einer Regelabweichung 27 eine
Stellgröße 28 die, gegebenenfalls nach einer Verstärkung, dem Hydraulikventil 24 zugeführt
wird.
Liste der Bezugszeichen
| 1 |
Spritzdüsen-Verstelleinrichtung |
| 2 |
Spritzdüse |
| 3 |
Strang |
| 4 |
Spritzdüsenhalter |
| 5 |
Stellkolben |
| 6 |
Verschiebeeinrichtung |
| 7a, 7b |
Teleskoprohr |
| 8 |
Längsachse |
| 9 |
Faltbalg |
| 10 |
Luftversorgung |
| 11 |
Druckmittelzylinder |
| 12 |
Mengenteiler |
| 13 |
Wegmesseinrichtung |
| 14 |
Regeleinrichtung |
| 15 |
Strangführungssegment |
| 16a, 16b |
Strangführungsrolle |
| 17 |
Steher |
| 18 |
Anstellzylinder |
| 19 |
Oberrahmen |
| 20 |
Unterrahmen |
| 21 |
Antriebskörper |
| 22 |
Medieneinführung |
| 23 |
Düse |
| 24 |
Hydraulikventil |
| 25 |
Soll-Position |
| 26 |
Ist-Position |
| 27 |
Regelabweichung |
| 28 |
Stellgröße |
1. Spritzdüsen-Verstelleinrichtung (1) zur Positionierung zumindest einer Spritzdüse
(2) gegenüber einem Strang (3) in einer Strangführung einer Brammen-Stranggießmaschine,
aufweisend
- eine Verschiebeeinrichtung (6), umfassend einen Antriebskörper (21) und einen Stellkolben
(5), zum Verschieben des Stellkolbens (5) gegenüber dem feststehenden Antriebskörper
(21); und
- einen Spritzdüsenhalter (4) zum Haltern von zumindest einer Spritzdüse (2), wobei
die Spritzdüse (2) zum Aufspritzen von Kühlmittel auf den Strang (3) ausgebildet und
der Spritzdüsenhalter (4) mit dem Stellkolben (5) verbunden ist;
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein teleskopierbares Teleskoprohr (7a, 7b) zur Leitung des Kühlmittels
vom Antriebskörper (21) zum Spritzdüsenhalter (4) vorgesehen ist, sodass die Spritzdüse
(2) drehsteif mit dem Antriebskörper (21) verbunden ist; und
dass die Längsachsen (8) des Stellkolbens (5) und des Teleskoprohrs (7a, 7b) parallel
ausgerichtet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Teleskoprohr (7a) zur Leitung von Wasser und ein zweites Teleskoprohr
(7b) zur Leitung von Luft vorgesehen ist, wobei die Längsachsen (8) des Stellkolbens(5),
des ersten Teleskoprohrs (7a) und des zweiten Teleskoprohrs (7b) parallel ausgerichtet
sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Faltenbalg (9) mit dem Antriebskörper (21) und dem Spritzdüsenhalter (4) verbunden
ist, wodurch das Eindringen von Schmutz verhindert werden kann.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Faltenbalg (9) eine Luftversorgung (10), vorzugsweise das zweite Teleskoprohr
(7b), zugeordnet ist, wodurch der Faltenbalg (9) unter einem gegenüber der Atmosphäre
erhöhten Druck gehalten werden kann.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebeeinrichtung (6) einen hydraulischen, pneumatischen oder elektrischen
Linearantrieb umfasst.
6. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der hydraulische oder pneumatische Linearantrieb als ein Druckmittelzylinder (11)
ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebskörper (21) und ein feststehender Teil zumindest eines Teleskoprohrs
(7a, 7b) ein gemeinsames Gehäuse aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mehreren Druckmittelzylindern (11) ein hydraulischer oder pneumatischer Mengenteiler
(12) zugeordnet ist, sodass die Position mehrerer Spritzdüsen (2) synchron gesteuert
werden kann.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer Spritzdüse (2) genau ein Spritzdüsenhalter (4) und dem Spritzdüsenhalter
(4) genau eine Verschiebeeinrichtung (6) zugeordnet ist, wodurch die Spritzdüse (2)
unabhängig positionierbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer Spritzdüse (2) eine Wegmesseinrichtung (13) und eine Regeleinrichtung
(14) zugeordnet sind, wodurch die Spritzdüse (2) geregelt positionierbar ist.
11. Strangführungssegment (15) zum Führen, Stützen und Kühlen eines Strangs (3) in einer
Strangführung einer Stranggießmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass das Strangführungssegment (15) zumindest eine Spritzdüsen-Verstelleinrichtung (1)
nach einem der Ansprüche 1 bis 10 umfasst.
12. Verwendung der Spritzdüsen-Verstelleinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
10 oder des Strangführungssegments (15) nach Anspruch 11 in einer Stranggießmaschine
zur Herstellung eines Strangs (3) aus Stahl, bevorzugt einer Stahlbramme.