[0001] Die Erfindung betrifft ein brennkraftbetriebenes Setzgerät mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Brennkraftbetriebene Setzgeräte werden verwendet, um Befestigungselemente, insbesondere
Nägel, in einen Untergrund einzutreiben. Üblicherweise ist der Untergrund ein fester
und massiver Baustoff, beispielsweise Beton. Das Eintreiben erfolgt mit einem Setzkolben,
der durch Treibgase eines Treibmittels in einer Kolbenführung bewegt wird, so dass
der Setzkolben mit hoher Energie auf das Befestigungselement trifft und dieses in
den Untergrund eintreibt. Die Treibgase für diese Eintreibbewegung sind üblicherweise
die Verbrennungsgase eines gasförmigen oder festen Brennstoffs, der in einer Brennkammer
entzündet wird. Der Setzkolben wird von den Treibgasen von einer hinteren Ausgangsstellung
in eine vordere Endstellung getrieben. "Vorn" bedeutet mündungsseitig und "hinten"
bezeichnet die Seite des Setzgeräts, an der üblicherweise die Brennkammer angeordnet
ist.
[0003] Nach dem Eintreibvorgang befindet sich der Setzkolben in der vorderen Endstellung
und muss wieder in die hintere Ausgangsstellung zurückgeführt werden, um einen weiteren
Eintreibvorgang zu ermöglichen. Bei dem aus der Europäischen Patentschrift
EP 0 798 084 B1 bekannten brennkraftbetriebenen Setzgerät wird der Setzkolben mit einem Teil der
Treibgase zurückgeführt, die auch die Eintreibbewegung verursachen. Bei dem bekannten
Setzgerät weist der Setzkolben an seiner hinteren Seite einen Kolbenkopf auf, mit
einer Durchgangsbohrung, durch die der Teil der Treibgase, der zur Rückführung des
Setzkolbens in die hintere Ausgangsstellung benötigt wird, während der Eintreibbewegung
des Setzkolbens vor den Kolbenkopf gelangt. Dieser Teil der Treibgase wird im folgenden
Rückführgas bezeichnet. Befindet sich der Setzkolben nach der Eintreibbewegung in
einem vorderen Endraum der Kolbenführung, so wird der hinter dem Kolbenkopf liegende
Teil der Kolbenführung entlüftet und der Setzkolben durch den höheren Druck des vor
dem Kolbenkopf eingeschlossenen Rückstellgases nach hinten in die Ausgangsstellung
zurückgeführt. Ähnliche Setzgeräte sind auch aus der Patentschrift
US 2,877,750 und der Offenlegungsschrift
DE 102 59 567 A1 bekannt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist, die Rückführung des Setzkolbens zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein brennkraftbetriebenes Setzgerät mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Das erfindungsgemäße brennkraftbetriebene Setzgerät
zum Eintreiben von Befestigungselementen in einen Untergrund weist einen Setzkolben
auf. Der Setzkolben ist in einer Kolbenführung des Setzgeräts beweglich geführt, wobei
der Setzkolben mittels Treibgasen eines Treibmittels von einer hinteren Ausgangsstellung
in eine vordere Endstellung treibbar ist. Die Kolbenführung ist üblicherweise als
lang gestreckte, rohrartige Linearführung ausgestaltet, die den Setzkolben in axialer
Richtung führt. Der Setzkolben umfasst eine Kolbenstange und einen Kolbenkopf. Die
Kolbenstange befindet sich am in Treibrichtung vorderen Ende des Setzkolbens und tritt
während der Eintreibbewegung mit dem Befestigungselement in Kontakt. Der Kolbenkopf
ist am hinteren Ende des Setzkolbens angeordnet. Auf ihn wirken die Treibgase, die
die Eintreibbewegung verursachen. Die Kolbenführung weist einen hinteren Ausgangsraum,
einen vorderen Endraum und einen dazwischenliegenden Führungsraum auf, wobei sich
der Kolbenkopf in der hinteren Ausgangsstellung im hinteren Ausgangsraum und in der
vorderen Endstellung im vorderen Endraum befindet. Nach einer Eintreibbewegung, bei
der der Setzkolben mittels der Treibgase von der hinteren Ausgangsstellung in die
vordere Endstellung getrieben worden ist, ist der Setzkolben mit einem Teil der Treibgase,
dem Rückführgas, von der vorderen Endstellung in die hintere Ausgangsstellung rückführbar.
[0006] Kennzeichnend für das erfindungsgemäße Setzgerät ist, dass am Setzkolben ein Speicherraum
ausgebildet ist, derart, dass der Speicherraum im hinteren Ausgangsraum der Kolbenführung
den zur Rückführung des Setzkolbens notwendigen Teil der Treibgase aufnimmt und dass
der Speicherraum im Führungsraum der Kolbenführung gegen den Ausgangsraum abgeschlossen
ist. Der Speicherraum dient dazu, das Rückführgas aufzunehmen und vom hinteren Ausgangsraum
in den vorderen Endraum zu transportieren, wobei das Rückführgas im Endraum vor den
Kolbenkopf gelangt, so dass es die Rückführung des Setzkolbens bewirkt.
[0007] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Setzgeräts ist, dass das im Speicherraum gespeicherte
Rückführgas während der Bewegung des Speicherraums zum Endraum der Kolbenführung vom
Ausgangsraum der Kolbenführung getrennt ist. Der Ausgangsraum der Kolbenführung kann
somit entlüftet werden, ohne dass dadurch der hohe Druck des Rückführgases verringert
wird, was beispielsweise dann der Fall wäre, wenn statt eines Speicherraums nur die
aus dem Stand der Technik bekannte Durchgangsbohrung verwendet würde und das Rückführgas
damit über die Durchgangsbohrung mit dem Ausgangsraum kommunizieren könnte.
[0008] Vorzugsweise ist der Speicherraum im Führungsraum der Kolbenführung zudem gegen den
Endraum der Kolbenführung abgeschlossen, wodurch das Rückführgas erst im Endraum der
Kolbenführung vor den Kolbenkopf gelangt und erst dann einen der Eintreibbewegung
entgegenwirkenden Gasdruck auf den Setzkolben ausübt. Das Rückführgas behindert somit
die Eintreibbewegung nicht, da es nicht zu einem ungewünscht frühen Zeitpunkt des
Eintreibvorgangs vor den Kolbenkopf des Setzkolbens gelangt.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Setzgeräts ist der
Speicherraum als lokale Vertiefung am Setzkolben ausgebildet. Dies ermöglicht einen
einfachen Aufbau des Speicherraums und des Setzgeräts, wodurch eine kostengünstige
Herstellung und eine einfache und anwenderfreundliche Reinigung des Setzgeräts möglich
ist. Vorzugsweise ist der Speicherraum am Kolbenkopf ausgebildet. Die lokale Vertiefung
ist beispielsweise als Tasche oder als eine um den Kolbenkopf umlaufende nutartige
Einschürung ausgebildet.
[0010] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Setzgeräts
ist der Kolbenkopf im Führungsraum zumindest abschnittsweise im Wesentlichen spielfrei
geführt. Die spielfreie Führung ist insbesondere derart ausgestaltet, dass der vollständig
in den Führungsraum eingeführte Speicherraum durch die Wandung des Führungsraums so
gegenüber dem Ausgangsraum abgedichtet ist, dass der Druck des im Speicherraum gespeicherten
Rückführgases während der Bewegung des Speicherraums im Führungsraum im Wesentlichen
erhalten bleibt. Somit ist gewährleistet, dass der ursprüngliche Gasdruck des im Speicherraum
als Rückführgas gespeicherten Teils der Treibgase im Endraum vollständig zur Rückführung
des Setzkolbens zur Verfügung steht.
[0011] Um zu gewährleisten, dass das Rückführgas im Ausgangsraum in den Speicherraum hinein
und im Endraum aus den Speicherraum heraus gelangen kann, weist in einer weiteren
bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Setzgeräts der Ausgangsraum und
der Endraum der Kolbenführung zumindest abschnittsweise einen größeren Durchmesser
als der Kolbenkopf auf. Das heißt, der Ausgangs- und der Endraum weisen Querschnitte
auf, die zumindest lokal gegenüber dem Kolbenkopf vergrößert sind, derart, dass Gas
einen Raum zwischen dem Kolbenkopf und der umgebenden Wand der Kolbenführung ausfüllen
und durch diesen Raum in den Speicherraum gelangen kann. Der Führungsraum unterscheidet
sich dagegen vom Ausgangsraum und dem Endraum dadurch, dass sein Querschnitt im Wesentlichen
dem maßgebenden Querschnitt des Kolbenkopfs entspricht. Die Querschnitte der Kolbenführung
und des Kolbenkopfs sind üblicherweise kreisförmig, so dass der Außendurchmesser des
Kolbenkopfs im Wesentlichen dem Innendurchmesser des Führungsraums entspricht. Der
Ausgangs- und der Endraum weisen einen größeren Innendurchmesser auf oder sind lokal
beispielsweise durch axial verlaufende Nuten so geweitet, dass der Durchmesser eines
den Ausgangs- beziehungsweise den Endraum umschreibenden Kreises größer als der Außendurchmesser
des Kolbenkopfs ist.
[0012] Vorzugsweise weist der Ausgangsraum und/oder der Endraum des erfindungsgemäßen Setzgeräts
jeweils mindestens einen Überströmkanal auf, durch den der als Rückführgas verwendete
Teil der Treibgase vom Ausgangsraum der Kolbenführung in den Speicherraum und vom
Speicherraum in den Endraum der Kolbenführung gelangen kann. Die Überströmkanäle müssen
nicht zwangsweise vollständig im Ausgangsraum oder im Endraum angeordnet sein, sie
können auch in den Führungsraum hineinreichen. Zudem können die Überströmkanale parallel
zum End- oder Führungsraum verlaufen und durch eine Wand von diesem getrennt sein.
[0013] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Setzgeräts
weist die Kolbenführung eine Entlüftungsöffnung auf. Die Entlüftungsöffnung ist durch
den Setzkolben verschließbar, derart, dass die Entlüftungsöffnung zumindest dann im
Wesentlichen geschlossen ist, wenn der Speicherraum nicht gegen den Ausgangsraum der
Kolbenführung abgeschlossen ist. Die Entlüftungsöffnung ist also so lange geschlossen,
bis der Speicherraum des sich in die Eintreibrichtung bewegenden Setzkolbens mit Treibgasen
gefüllt ist. Wenn der Speicherraum mit Treibgasen gefüllt ist, wird der Speicherraum
im Führungsraum gegen den Ausgangsraum abgeschlossen und erst dann die Entlüftungsöffnung
durch das Weiterbewegen des Kolbenkopfs geöffnet. Sobald der Kolbenkopf die Entlüftungsöffnung
freigibt, kann das restliche Treibgas aus dem Ausgangsraum entweichen, so dass der
Rückführung des Setzkolbens von der Endstellung in die Ausgangsstellung nur der äußere
Luftdruck im Ausgangsraum entgegenwirkt, der durch den weitaus höheren Gasdruck des
Rückführgases leicht überwunden werden kann.
[0014] Bei einer weiteren Ausführungsform ist ein hinterer Abschnitt des Ausgangsraums der
Kolbenführung derart gestaltet, dass in der hinteren Ausgangsstellung kein Treibgas
in den Speicherraum gelangen kann. Damit ist gewährleistet, dass in der Ausgangsstellung
die Brennkraft der Treibgase vollständig zur Beschleunigung des Setzkolbens zur Verfügung
steht, da die Treibgase mit ihrem hohen Druck vollständig auf die hintere Seite des
Kolbenkopfs wirken können.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0016] Es zeigen:
- Figuren 1a bis 1d
- die Bewegung eines Setzkolbens in einem ersten erfindungsgemäßen Setzgerät im Längsschnitt;
und
- Figuren 2a bis 2c
- die Bewegung des Setzkolbens in einem zweiten erfindungsgemäßen Setzgerät im Längsschnitt.
[0017] In den Figuren 1a bis 1d ist ein erstes erfindungsgemäßes brennkraftbetriebenes Setzgerät
1 dargestellt, wobei sich die Darstellung auf die für die Erfindung wesentlichen Bauteile
beschränkt. Das Setzgerät 1 weist einen Lauf 2, eine Kolbenführung 3 und einen Setzkolben
4 auf, der in der Kolbenführung 3 axial beweglich geführt ist. Der Lauf 2 und die
Kolbenführung 3 sind aus drei hohlzylindrischen Bauteilen 5 aufgebaut, die miteinander
verbunden sind, so dass sich die Kolbenführung 3 und der Lauf 2 des Setzgeräts 1 in
einzelne, leicht zu reinigende Bauteile 5 zerlegen lässt. Der Lauf 2 endet in einer
Mündung 9, aus der ein nicht dargestelltes Befestigungselement aus dem Lauf 2 austritt,
wenn es vom Setzkolben 4 aus dem Lauf 2 in einen ebenfalls nicht dargestellten Untergrund
eingetrieben wird.
[0018] Die Kolbenführung 3 weist einen gegenüber dem Lauf 2 vergrößerten Innendurchmesser
auf und besteht aus drei Räumen: dem hinteren Ausgangsraum 10, dem vorderen Endraum
11 und dem dazwischen angeordneten Führungsraum 12. Der hintere Ausgangsraum 10 und
der vordere Endraum 11 sind gegenüber dem Führungsraum 12 in ihrem Durchmesser lokal
erweitert. Sie weisen Überströmkanäle 13, 14 auf, die nutartig in axialer Richtung
verlaufen, also in Richtung der Eintreibrichtung E des Setzkolbens 4. Die vorderen
Überströmkanäle 13 des vorderen Endraums 11 verlaufen über die gesamte Länge des vorderen
Endraums 11, während die hinteren Überströmkanäle 14 des hinteren Ausgangsraums 10
sich nur über circa zwei Drittel der Länge des hinteren Ausgangsraums 10 erstrecken.
Die hinteren Überströmkanäle 14 beginnen direkt am Übergang vom Führungsraum 12 zum
hinteren Ausgangsraum 10. Der hintere Abschnitt 19 des Ausgangsraum 10, der dort beginnt,
wo die hinteren Überströmkanäle 14 enden, schließt an seinem hinteren Ende mit einer
Wand 17 ab, in die eine sich konisch erweiternde Durchgangsbohrung 18 eingebracht
ist, die als Patronenlager 21 für ein nicht dargestelltes Treibmittel dient.
[0019] Der Setzkolben 4 weist eine Kolbenstange 6 und einen Kolbenkopf 7 auf. Die Kolbenstange
6 ist wie der Kolbenkopf 7 als zylindrischer Stab ausgebildet, mit einem Durchmesser,
der gegenüber dem Durchmesser des Kolbenkopfs 7 reduziert ist. Der Durchmesser der
Kolbenstange 6 entspricht dem Innendurchmesser des Laufs 2, in dem die Kolbenstange
6 axial geführt ist. Der Übergang von der Kolbenstange 6, die mündungsseitig am Setzkolben
4 angeordnet ist, zum Kolbenkopf 7 erfolgt sprungartig in Form einer ringförmigen
Schulter 8. Am Kolbenkopf 7 ist eine umlaufende Einschnürung 15 ausgebildet, die als
Speicherraum 16 für einen Teil der Treibgase eines gezündeten Treibmittels dient,
mit denen der Setzkolben 4 von einer hinteren Ausgangsstellung, in der sich der Kolbenkopf
7 im hinteren Ausgangsraum 10 befindet, in eine vordere Endstellung treibbar ist,
in der sich der Kolbenkopf 7 im vorderen Endraum 11 befindet.
[0020] In der Figur 1a befindet sich der Setzkolben 4 in der hinteren Ausgangsstellung.
Der Kolbenkopf 7, dessen Außendurchmesser im Wesentlichen dem Innendurchmesser des
hinteren Abschnitts 19 des Ausgangsraums 10 entspricht und in diesem spielfrei geführt
ist, stößt mit seinem hinteren Ende, der Deckfläche 20, gegen die abschließende Wand
17 des hinteren Abschnitts 19. Wird in das Patronenlager 21 ein nicht dargestelltes
Treibmittel eingebracht und gezündet, so entstehen explosionsartig Treibgase, die
durch die Durchgangsbohrung 18 in die Kolbenführung 3 eindringen. Da der Querschnitt
des Teils des Kolbenkopfs 7, der vom hinteren Abschnitt 19 des Ausgangsraums 10 umschlossen
ist, im Wesentlichen dem Querschnitt des hinteren Abschnitt 19 entspricht, kann das
Treibgas nicht zwischen die Innenwand des hinteren Abschnitt 19 des Ausgangsraums
10 und der Mantelfläche des zylinderförmigen Kolbenkopfs 7 gelangen, so dass die Treibgase
vollständig auf die Deckfläche 20 des Kolbenkopfs 7 drücken und den Setzkolben 4 in
Richtung der Eintreibrichtung E beschleunigen.
[0021] Figur 1b zeigt das brennkraftbetriebene Setzgerät 1 nach dem sich der Setzkolben
4 aufgrund der Beschleunigung ein Stück weit in der Kolbenführung 3 in Richtung der
Eintreibrichtung E bewegt hat. Der Kolbenkopf 7 hat den hinteren Abschnitt 19 des
Ausgangsraums 10 vollständig verlassen. Auf Grund der hinteren Überströmkanäle 14
weist der Ausgangsraum 10 einen gegenüber dem Kolbenkopf 7 lokal vergrößerten Durchmesser
auf, so dass Treibgase nun am Kolbenkopf 7 vorbei in die hinteren Überströmkanäle
14 eindringen können. Der am Kolbenkopf 7 angeordnete Speicherraum 16 steht in dieser
Stellung des Setzkolbens 4 in direktem Kontakt mit den hinteren Überströmkanälen 14
und der Speicherraum 16 wird über die Überströmkanäle 14 mit einem Teil der Treibgase
gefüllt.
[0022] Der Setzkolben 4 bewegt sich weiter in der Kolbenführung 3 in Richtung der Eintreibrichtung
E wie dies in Figur 1c dargestellt ist. In Figur 1c liegt der Speicherraum 16 vollständig
im Führungsraum 12. Da der Kolbenkopf 7 im Führungsraums 12 im Wesentlichen spielfrei
geführt ist, schließt die Wandung des Führungsraums 12 den Speicherraum 16 gegen den
Ausgangsraum 10 und den vorderen Endraum 11 ab. Der im Speicherraum 16 eingeschlossene
Teil der Treibgase, das Rückführgas, steht nicht mehr im Kontakt mit den sich im hinteren
Ausgangsraum 10 befindlichen Treibgasen. Nachdem der Speicherraum 16 vollständig im
Führungsraum 12 der Kolbenführung 3 liegt und gegenüber dem hinteren Ausgangsraum
10 abgeschlossen ist, wird durch die Bewegung des Setzkolbens 4 im Ausgangsraum 10
eine Entlüftungsöffnung 22 geöffnet, die in der Ausgangsstellung durch den Kolbenkopf
7 des Setzkolbens 4 verschlossen ist. Durch die Entlüftungsöffnung 22 können die sich
noch im Ausgangsraum 10 befindlichen Treibgase entweichen, wodurch der Gasdruck im
Ausgangsraum 10 abgebaut wird, ohne dass dadurch der Gasdruck des Rückführgases gemindert
wird, da sich das Rückführgas in dem gegenüber dem belüfteten hinteren Ausgangsraum
10 abgeschlossenen Speicherraum 16 befindet.
[0023] Aufgrund der weiteren Bewegung des Setzkolbens 4 in der Kolbenführung 3 in Richtung
der Eintreibrichtung E gelangt der Speicherraum 16 in den vorderen Endraum 11, in
dem die vorderen Überströmkanälen 13 angeordnet sind. Aufgrund der vorderen Überströmkanäle
13 weist der vordere Endraum 11 einen Durchmesser auf, der größer ist, als der Durchmesser
des Kolbenkopfs 7. Das in dem Speicherraum 16 unter Überdruck stehende Rückführgas
tritt beim Eintritt des Speicherraums 16 in den vorderen Endraum 11 aus dem Speicherraum
16 in die vorderen Überströmkanäle 13 aus und gelangt dadurch vor die kreisförmige
Schulter 8 des Kolbenkopfs 7. Das Rückführgas, das aufgrund seines großen Drucks gegen
die kreisförmige Schulter 8 die Bewegung des Setzkolbens 4 abbremst, wird durch die
Bewegung des Setzkolbens 4 im vorderen Endraum 11 weiter komprimiert. Hierdurch wird
der Druck des auf die kreisförmige Schulter 8 wirkenden Rückführgases noch erhöht.
Durch den Gasdruck des Rückführgases wird der Setzkolben 4 bis zum Stillstand abgebremst.
Da der Gasdruck im Endraum 11 deutlich höher als im zwischenzeitlich entlüfteten Ausgangsraum
10 ist, wird der Setzkolben 4 durch das Rückführgas entgegen der Eintreibrichtung
E wieder beschleunigt und von der vorderen Endstellung in der hintere Ausgangsstellung
zurückgeführt. Das Rückführgas, das sich nach der Rückführung des Setzkolbens 4 in
die hinteren Ausgangsstellung noch im vorderen Endraum 11 befindet, kann über den
Lauf 2 entweichen, da die Kolbenstange 6 und der Lauf 2 ein gewisses Spiel aufweisen.
[0024] Das in den Figuren 2a bis 2c dargestellten brennkraftbetriebene Setzgerät 1' unterscheidet
sich von dem in den Figuren 1a bis 1d dargestellten Setzgerät 1 nur dadurch, dass
der hintere Abschnitt 19 des Ausgangsraums 10 des Setzgeräts 1 nicht vorhanden ist
und die hinteren Überströmkanäle somit bis zur Wand 17 reichen. An der Wand 17 sind
zudem zylinderförmige Abstandhalter 23 angeordnet, die verhindern, dass die Deckfläche
20 des Kolbenkopfs 7 an der Wand 17 anliegt. Die Treibgase können somit direkt nach
der Zündung des Treibmittels über die hinteren Überströmkanäle 14 in den Speicherraum
16 eindringen, wobei der Gasdruck der Treibgase, die zur Beschleunigung des Setzkolbens
4 zur Verfügung steht, reduziert wird, was je nach Aufgabenstellung gewünscht sein
kann.
Bezugszeichenliste
Brennkraftbetriebenes Setzgerät
[0025]
- 1, 1'
- brennkraftbetriebenes Setzgerät
- 2
- Lauf
- 3
- Kolbenführung
- 4
- Setzkolben
- 5
- Bauteil
- 6
- Kolbenstange
- 7
- Kolbenkopf
- 8
- ringförmige Schulter
- 9
- Mündung
- 10
- hinterer Ausgangsraum
- 11
- vorderer Endraum
- 12
- Führungsraum
- 13
- vorderer Überströmkanal
- 14
- hinterer Überströmkanal
- 15
- Einschnürung
- 16
- Speicherraum
- 17, 17'
- Wand
- 18
- Durchgangsbohrung
- 19
- hinterer Abschnitt des Ausgangsraums 10
- 20
- Deckfläche
- 21
- Patronenlager
- 22
- Entlüftungsöffnung
- 23
- Abstandhalter
- E
- Eintreibrichtung
1. Brennkraftbetriebenes Setzgerät (1, 1') zum Eintreiben von Befestigungselementen in
einen Untergrund,
- mit einem Setzkolben (4), der eine Kolbenstange (6) und einen Kolbenkopf (7) aufweist,
- wobei der Setzkolben (4) in einer Kolbenführung (3) beweglich geführt ist,
- wobei der Setzkolben (4) mittels Treibgasen eines Treibmittels von einer hinteren
Ausgangsstellung in eine vordere Endstellung treibbar ist,
- wobei die Kolbenführung (3) einen hinteren Ausgangsraum (10), einen vorderen Endraum
(11) und einen dazwischenliegenden Führungsraum (12) aufweist,
- wobei sich der Kolbenkopf (7) in der hinteren Ausgangsstellung im hinteren Ausgangsraum
(10) und in der vorderen Endstellung im vorderen Endraum (11) befindet, und
- wobei der Setzkolben (4) mit einem Teil der Treibgase von der vorderen Endstellung
in die hintere Ausgangsstellung rückführbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass am Setzkolben (4) ein Speicherraum (16) ausgebildet ist, derart,
- dass der Spreicherraum (16) im Ausgangsraum (10) den zur Rückführung des Setzkolbens (4)
notwendigen Teil der Treibgase aufnimmt, und
- dass der Spreicherraum (16) im Führungsraum (12) gegen den Ausgangsraum (10) abgeschlossen
ist.
2. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherraum (16) im Führungsraum (12) gegen den Endraum (11) abgeschlossen
ist.
3. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherraum (16) als lokale Vertiefung (15) am Setzkolben ausgebildet ist.
4. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherraum (16) am Kolbenkopf (7) ausgebildet ist.
5. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenkopf (7) im Führungsraums (12) zumindest abschnittsweise im Wesentlichen
spielfrei geführt ist.
6. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgangsraum (10) und der Endraum (11) zumindest abschnittsweise einen größeren
Durchmesser als der Kolbenkopf (7) aufweisen.
7. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgangsraum (10) und der Endraum (11) jeweils mindestens einen Überströmkanal
(13, 14) aufweisen.
8. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Kolbenführung (3) eine Entlüftungsöffnung (22) aufweist, die durch den Setzkolben
(4) verschließbar ist, derart,
- dass die Entlüftungsöffnung (22) zumindest dann im Wesentlichen geschlossen ist, wenn
der Speicherraum (16) nicht gegen den Ausgangsraum (10) abgeschlossen ist.
9. Brennkraftbetriebenes Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der hinteren Ausgangsstellung kein Treibgas in den Speicherraum (16) gelangen
kann.