[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Werkzeugkasten zur lagefixierten Aufnahme
von Handwerkzeugen und deren Zubehör gemäß den Merkmalen im Oberbegriff von Patentanspruch
1.
[0002] Handwerkzeuge, insbesondere Schraubhandwerkzeuge, werden in der Praxis in den verschiedensten
Ausführungsformen hergestellt und genutzt. Die bekanntesten Ausführungsformen sind
z.B. Ringschlüssel, Gabelschlüssel, Steckschlüssel, Schraubendreher o. ä. Oft ist
es möglich, eine Vielzahl von Werkzeugfunktionen, insbesondere Schraubwerkzeugfunktionen,
mit einem Steckschlüsselsortinient abzudecken. Hierzu werden die Steckschlüssel sowie
deren Werkzeugköpfe bzw. Werkzeugzubehör in unterschiedlichen Größen und Zusammenstellungen
angeboten. Oft gibt es weiterhin Verlängerungen, Winkelstücke oder aber auch Kardangelenke
zur Funktions- und Anwendungserweiterung eines Steckschlüsselsortiments.
[0003] Zur Senkung der Herstellungskosten und zur Reduzierung des erforderlichen Unterbringungsraums
und somit des Platzbedarfs in einer Werkstatt werden Schraubwerkzeuge, insbesondere
Drehmomentwerkzeuge, oft getrennt aus Werkzeugköpfen bzw. Aufsätzen und Betätigungshebeln
oder aber auch Handhaben hergestellt, Die meist verbreitete Vertriebsform ist im Allgemeinen
ein bestimmter Satz von Werkzeugköpfen mit zugeordnetem Betätigungshebel oder aber
auch einer weiteren Handhabe innerhalb einer Werkzeugkassette. In der eingesetzten
Praxis wird ein solcher Sortimentsatz oft zum jeweiligen Arbeits- oder Montageort
mitgeführt, an dem die Werkzeuge zum Einsatz kommen.
[0004] Bei den meisten aus dem Stand der Technik bekannten Ausführungsvarianten von Werkzeugkästen
ergibt sich hierbei jedoch der Nachteil, dass die einzelnen Werkzeugköpfe oder aber
auch die Handhaben selber nur umständlich aus einem Werkzeugkasten entnehmbar sind
oder aber derart locker gelagert sind, dass sie mitunter bei Abstellen des Werkzeugkastens
auf schiefem Untergrund oder während des Transportes hinausfallen.
[0005] Beispielsweise ist aus der
DE 10 2006 055 195 A1 eine Aufbewahrungsvorrichtung für Bits bekannt, bei der eine Bitaufnahmereihe schwenkbar
in einem Gehäuse gelagert ist, wohingegen aber bei dieser Bitaufnahmebox keine Unterbringung
eines gesamten Steckschlüsselsortimentes möglich ist.
[0006] Abhilfe hierzu schaffen aus dem Stand der Technik bekannte Werkzeugkästen, die aufwendige
Klemmeinrichtungen oder aber Fixiereinrichtungen zum Halten der Arbeitsköpfe aufweisen.
Nachteilig hierbei ist wiederum, dass sich der Bauraum eines solchen Sortimentskastens
durch die zusätzlichen Funktionen erhöht.
[0007] Ausgehend vom Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
Werkzeugkasten bereit zu stellen, der ein kompaktes Bauraumabmaß aufweist bei gleichzeitiger
guter Zugriffsmöglichkeit auf das in dem Werkzeugkasten befindliche Werkzeugsortiment.
[0008] Die zuvor genannte Aufgabe wird mit einem Werkzeugkasten zur lagefixierten Aufnahme
von Handwerkzeugen und deren Zubehör mit den Merkmalen im Patentanspruch 1 gelöst.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsvarianten der vorliegenden Erfindung sind Bestandteil der
abhängigen Patentansprüche.
[0010] Der erfindungsgemäße Werkzeugkasten zur lagefixierten Aufnahme von Handwerkzeugen
und deren Zubehör, insbesondere Steckschlüssel, Steckschlüsseleinsätze, Steckschlüsselaufsätze,
Schraubwerkzeuge und/oder Drehmomentschlüssel weist zwei wannenförmige rechteckig
konfigurierte Gehäuseteile mit jeweils einer Vorderseite, einer Rückseite und zwei
Längsseiten auf. Die Längsseiten sind dabei länger ausgebildet, als die Rückseite
und die Vorderseite. Die Gehäuseteile sind im Bereich der Rückenseite um eine Schwenkachse
schwenkbar miteinander gekoppelt und über eine Verschlusseinrichtung im geschlossenen
Zustand arretierbar.
[0011] In einem der Gehäuseteile ist eine Bitaufnahmereihe drehbar gelagert, wobei die Bitaufnahmereihe
mit einem federelastischen Stellelement derart gekoppelt ist, dass die Bitaufnahmereihe
von einer Schließstellung bei geschlossenem Werkzeugkasten in eine Entnahmestellung
bei zumindest teilweise geöffnetem Werkzeugkasten drehbar ist.
[0012] Erfindungsgemäß ist die Drehachse der Bitaufnahmereihe orthogonal zu der Schwenkachse
der Gehäuseteile orientiert. Es ergibt sich somit der Vorteil, dass die Bauraumausnutzung
des Werkzeugkastens optimiert ist. Der Leerraum, der sich im geschlossenen Zustand
zwischen den einzelnen Bestandteilen des Werkzeugsortimentes befindet, wird durch
die erfindungsgemäße Anordnung der Drehachse zu der Schwenkachse minimiert. Im Rahmen
der Erfindung ist unter einer Bitaufnahmereihe eine im Wesentlichen längliche Aufnahmevorrichtung
zu verstehen, in die die Steckbits einsteckbar sind. Auch ist es im Rahmen der Erfindung
möglich, dass die Steckbits aufgesteckt werden. Bei der Bitaufnahmereihe handelt es
sich also um eine schwenkbare Bank, bei der mehrere Steckbits nebeneinander anordnenbar
sind.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Werkzeugkastens sind
an den Rückseiten der Gehäuseteile kreisabschnittsförmige Scheibenkörper in Verlängerung
von Seitenwangen der Längsseiten einstückig ausgebildet. Die Gehäuseteile sind über
Ausnehmungen und Nasen an den Scheibenkörpern schwenkbar im Eingriff. Zwischen den
Scheibenkörpern ist ein Schwenkelement zur Aufnahme von einem Handwerkzeug eingegliedert.
Bei geschlossenem Werkzeugkasten befindet sich das Handwerkzeug in einer Verwahrposition.
Durch Öffnen des Werkzeugkastens wird das Schwenkelement gleichfalls mit geschwenkt,
so dass das Handwerkzeug in eine Entnahmestellung bringbar ist. Diese Entnahmestellung
ist bereits bei zumindest teilweise geöffnetem Werkzeugkasten erreicht. Im Rahmen
der Erfindung ist es auch vorstellbar, zwei Handwerkzeuge in das Schwenkelement einzustecken.
Bei den Handwerkzeugen handelt es sich beispielsweise um einen Drehmomentschlüssel
selber oder aber auch einen Steckschlüsselschraubendreher.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist die Bitaufnahmereihe bei einer Schließbewegung
des Werkzeugkastens durch das Handwerkzeug und/oder das Schwenke!ement aus der Entnahmestellung
in eine Schließstellung drehbar. Während der Schließbewegung kommt das Handwerkzeug
im Bereich beispielsweise seines Handgriffes oder aber auch seines Werkzeugkopfes
mit der Bitaufnahmereihe zur Anlage. Durch die weitere Schließbewegung des Werkzeugkastens
wird durch den formschlüssigen Kontakt zwischen Handwerkzeug und Bitaufnahmereihe
die Bitaufnahmereihe in ihre Schließstellung gedreht. In der Folge stellt sich eine
optimale Raumausnutzung des zur Verfügung stehenden Lagerraumes für ein Steckschlüsselsortiment
bei geschlossenem Werkzeugkasten ein.
[0015] Im Rahmen der Erfindung kann weiterhin durch formschlüssige Anlage des Schwenkelementes
an der Bitaufnahmereihe die oben beschriebene Drehbewegung vollzogen werden. Hierzu
sind beispielsweise am Schwenkelement Fortsätze ausgebildet, die mit der Bitaufnahmereihe
in Eingriff kommen. Alternativ können sowohl das Handwerkzeug als auch das Schwenkelement
zusammen mit der Bitaufnahmereihe in formschlüssigen Eingriff kommen. Hier ist es
beispielsweise vorstellbar, einen kinematischen Formschlussreihenfolge derart auszubilden,
dass beispielsweise zunächst ein Teilabklappen der Bitaufnahmereihe durch das Schwenkelement
selbst durchgeführt wird und das endgültige Ablappen, zum Verbringen der Bitaufnahmereihe
in die Schließstellung, durch das Handwerkzeug vollzogen wird.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung sind
zwei Bitaufnahmereihen an dem Gehäuseunterteil drehbar gekoppelt, wobei die Bitaufnahmereihen
entgegengesetzte Drehrichtungen besitzen. Hierunter ist zu verstehen, dass sich in
Längsrichtung des Gehäuseunterteils die jeweiligen Drehachsen der Bitaufnahmereihen
erstrecken. Die Bitaufnahmereihen können dabei jeweils mit entgegengesetzten Drehrichtungen
durch Öffnen des Werkzeugkastens in eine Entnahmeposition schwenken. Erfindungsgemäß
wird hierdurch der Vorteil erreicht, dass die Bitaufnahmereihen jeweils einen optimalen
Zugriff auf die einzelnen Steckbits ermöglichen, ohne dass ein Monteur beispielsweise
versehentlich in die falsche Bitaufnahmereihe greift. Ein weiterer sich ergebender
Vorteil besteht in der weiteren effizienten Ausnutzung des zur Verfügung stehenden
Lagerraumes für das Steckschlüsselsortiment bei geschlossenem Werkzeugkasten.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante ist das federelastische Stellelement
als Spiralfeder ausgebildet, wobei die Spiralfeder zwischen dem Gehäuseunterteil und
der Bitaufnahmereihe wirkt. Bei Öffnen des Werkzeugkastens wird somit die Bitaufnahmereihe
durch die Federkraft bedingt in die Entnahmestellung aufgestellt. Die Spiralfeder
beaufschlagt die Bitaufnahmereihe mit einer Aufstellkraft, übertragen durch ein Torsionsmoment,
das durch das Einklemmen bzw. das Einbringen der Spiralfeder unter Vorspannung zwischen
dem Gehäuseunterteil und der Bitaufnahmereihe hergestellt ist.
[0018] Besonders bevorzugt ist die Spiralfeder am Ende der Bitaufnahmereihe im Bereich der
drehbaren Lagerung angeordnet. Dies bringt wiederum besonders produktionstechnische
Vorteile, da ein einfacher und kostengünstiger Zusammenbau von Gehäuseunterteil mit
Bitaufnahmereihe möglich ist. Die Spiralfeder weist hierzu besonders bevorzugt an
ihren Enden jeweils einen Fortsatz auf, wobei der Fortsatz am Gehäuseunterteil, besonders
bevorzugt an einer Ausnehmung oder Führung im Gehäuseunterteil zur Anlage kommt und
der zweite Fortsatz an der Bitaufnahmereihe, besonders bevorzugt auch hier in einer
Ausnehmung oder Aufnahmevorrichtung zur Anlage kommt.
[0019] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung
kommt das Handwerkzeug bei geschlossenem Werkzeugkasten mit der Bitaufnahmereihe zur
Anlage. Hierdurch erfährt das Handwerkzeug in einer Aufnahmeposition in dem Schwenkkörper
eine zusätzliche Lagefixierung, so dass es im geschlossenen Zustand des Werkzeug kastens
durch den formschlüssigen Kontakt zwischen dem Handwerkzeug und der Bithalterreihe
weiter gesichert wird. In der Folge bleibt das Steckschlüsselsortiment an den in den
Gehäuseteilen vorgesehenen Aufnahmeplätzen auch für den Fall, dass beispielsweise
der Werkzeugkasten unbeabsichtigt herunterfällt. Das Handwerkzeug kommt dabei besonders
bevorzugt mit seinem Handgriff selber an der Bitaufnahmereihe der Bithalterreihen
zur Anlage.
[0020] Für den Fall, dass zwei Bitaufnahmereihen in dem Werkzeugkasten angeordnet sind,
ist eine besonders vorteilhafte Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung, dass
die zwei Bitaufnahmereihen über eine Zugfeder miteinander gekoppelt sind. Die Zugfeder
stellt bei Öffnung des Werkzeugkastens die Bitaufnahmereihen in die Entnahmestellung
auf. Hierzu ist die Zugfeder besonders bevorzugt an den Bitaufnahmereihen in einer
Position angeordnet, die einen größtmöglichen Abstand von der Drehachse der Bitaufnahmereihen
aufweist. Bei der Zugfeder kann es sich beispielsweise um eine Spiralfeder, um eine
Gummifeder oder eine ähnliche Feder, die eine Zugkraft überträgt, handeln. Besonders
vorteilig bei der Ausführungsvariante mit der Zugfeder ist die alltägliche praktische
Handhabung des Werkzeugkastens. Durch die Zugfeder ist der Aufstellmechanismus besonders
unanfällig gegen Verunreinigungen oder aber auch ein Verkanten, so dass stets die
Aufstellfunktion der Bithalterreihe sichergestellt ist.
[0021] Vorzugsweise kommt die Zugfeder bei einer Schließbewegung des Werkzeugkastens mit
den Handwerkzeugen und/oder dem Schwenkelement in formschlüssigen Kontakt. Im Rahmen
der Erfindung ist hierunter zu verstehen, dass die Zugfeder bei der Schließbewegung
des Werkzeugkastens durch den formschlüssigen Kontakt mit dem Handwerkzeug und/oder
dem Schwenkelement derart abgesenkt wird, dass sich die Bitaufnahmereihen in die Schließstellung
überführen lassen. Dies wirkt sich auch wiederum positiv auf die alltägliche Handhabung
des Werkzeugkastens aus, da eine erfindungsgemäße Anordnung über die Zugfeder besonders
unanfällig gegenüber Verschmutzungen, Verschleiß oder sonstigen Ausfallkriterien ist.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante ist die Zugfeder an den Bitaufnahmereihen
derart angeordnet, dass im geschlossenen Zustand des Werkzeugkastens das Handwerkzeug
formschlüssig in dem Schwenkelement lagefixiert ist. Hierdurch ergeben sich wiederum
analog die Vorteile, dass beim geschlossenen Werkzeugkasten das Handwerkzeug sicher
aufbewahrt ist und bei einem unbeabsichtigten Herunterfallen oder einer unbeabsichtigten
Stoßeinwirkung auf den Werkzeugkasten stets ein korrekter Sitz des Steckschlüsselsortimentes
in dem Werkzeugkasten selbst gegeben ist.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante weisen die Gehäuseteile des Werkzeugkastens
jeweils einen zweikomponentigen Aufbau auf, wobei der zweikomponentige Aufbau einer
Weichkomponente und einer Hartkomponente besteht und die Scheibenkörper aus der Hartkomponente
selbst ausgebildet sind. Im Zusammenspiel mit der gesamten Handhabungsverbesserung
des erfindungsgemäßen Werkzeugkastens ergibt sich hiermit insbesondere der Vorteil,
dass der Werkzeugkasten auch auf schiefen Ebenen rutschsicher abgestellt werden kann.
Weiterhin ist der geöffnete oder aber geschlossene Werkzeugkasten durch den jeweils
anwendenden Monteur besonders griffsicher fassbar, so dass er ihm nicht aus den Händen
gleiten wird.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung ist
die Bithalterreihe zu einer Seite derart verlängert, dass sie als Schutzabdeckung
über dem federelastischen Stellelement ausgebildet ist und gleichzeitig als Anschlagpunkt
dient. Der Anschlagpunkt ist dadurch gekennzeichnet, dass er sowohl den Schließzustand
als auch den Öffnungs- bzw. Entnahmezustand der Bithalterreihe definiert. Der jeweilige
Endanschlag wird dabei durch ein Aufnahmelager in dem Gehäuseteil zur Aufnahme der
Bithalterreihe mit ausgebildet. Die Verlängerung kommt zum formschlüssigen Anliegen
mit dem Aufnahmelager.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale, Eigenschaften und Aspekte der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung. Vorteilhafte Ausführungsvarianten sind
in den Figuren dargestellt. Diese dienen dem einfachen Verständnis der Erfindung.
Es zeigen:
- Figur 1
- einen geöffneten erfindungsgemäßen Werkzeugkasten in einer Draufsicht,
- Figur 2
- den erfindungsgemäßen Werkzeugkasten in einer perspektivischen Ansicht in geöffnetem
Zustand,
- Figur 3
- den erfindungsgemäßen Werkzeugkasten mit eingeklappter Bithalterreihe in einer Schnittansicht,
- Figur 4
- eine Schnittansicht durch einen erfindungsgemäßen Werkzeugkasten mit zwei Bitaufnahmereihen
und
- Figur 5
- einen erfindungsgemäßen Werkzeugkasten in einer perspektivischen Detailansicht.
[0026] In den Figuren werden für gleiche oder ähnliche Bauteile dieselben Bezugszeichen
verwendet, auch wenn eine wiederholte Beschreibung aus Vereinfachungsgründen entfällt,
[0027] Figur 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Werkzeugkasten 1 zur Aufnahme eines Werkzeugsortimentes,
bestehend aus Handwerkzeugen 2, Steckschlüsselaufsätzen 3, Verlängerungen 4 und Einsteckbits
5. Der erfindungsgemäße Werkzeugkasten 1 ist in einer geöffneten Draufsicht dargestellt,
Hierbei ist zu erkennen, dass der Werkzeugkastens 1 aus zwei Gehäuseteilen 6 besteht.
Die Gehäuseteile 6 sind in der Mitte des geöffneten Werkzeugkastens 1 über eine Schwenkachse
7 schwenkbar miteinander gekoppelt, Auf der Schwenkachse 7 befindet sich zusätzlich
ein Schwenkelement 8, das zur Aufnahme der Handwerkzeuge 2 dient. Das Schwenkelement
8 ist hierbei relativ zu den Gehäuseteilen 6 verschwenkbar.
[0028] Um eine optimale Bauraumausnutzung des erfindungsgemäßen Werkzeugkastens 1 in geschlossenem
Zustand mit gleichzeitig besonders funktionaler und anwenderfreundlicher Entnahme
des Werkzeugkastensortimentes bei geöffnetem Werkzeugkasten 1 zu realisieren, sind
die Einsteckbits 5 auf einer Bitaufnahmereihe 9 gelagert. Die Bitaufnahmereihe 9 selber
ist wiederum drehbar um eine Drehachse 10 angeordnet. Erfindungsgemäß ist die Drehachse
10 im Wesentlichen orthogonal zur Schwenkachse 7 orientiert. Hierdurch lässt sich
eine optimale Anordnung des Werkzeugsortimentes in dem Werkzeugkasten 1 realisieren.
[0029] Figur 2 zeigt den erfindungsgemäßen Werkzeugkasten 1 in einer weiteren perspektivischen
Ansicht in geöffnetem Zustand. Hierbei ist zu erkennen, dass die Schwenkachse 7 orthogonal
zu den Drehachsen 10 der Bitaufnahmereihen 9 angeordnet ist. Der erfindungsgermäße
Werkzeugkasten 1 weist zwei Bitaufnahmereihen 9r, 91 auf, wobei die Bitaufnahmereihen
9r, 91 sich in entgegengesetzten Drehrichtungen drehen. Hierdurch entsteht jeweils
eine optimale Entnahmeposition der Bitaufnahmereihen 9r, 91 an den Längsseiten 11
des Gehäuseteils 6, in dem die Bitaufnahmereihen 9r, 91 gelagert sind.
[0030] Figur 3 zeigt eine Schnittansicht des erfindungsgemäßen Werkzeugkastens 1 in einem
geschlossenen Zustand, wobei nur ein Gehäuseteil 6 dargestellt ist. Die Bitaufnahmereihen
9r, 91 befinden sich im geschlossenen Zustand in einer Schließstellung. Hier ist gezeigt,
dass jeweils ein federelastisches Stellelement 12 an der Bitaufnahmereihe 9angeordnet
ist, wobei das federelastische Stellelement 12 unter Vorspannung steht, so dass bei
einem Öffnungsvorgang die Bitaufnahmereihen 9r, 91 eine Entnahmestellung einnehmen.
Das federelastische Stellelement 12 ist an einer Nocke 13 am Ende 14 einer Bitaufnahmereihe
9r angeordnet. Es besitzt selber eine Federwicklung 15 und zwei an der Federwicklung
15 angeordnete Arme 16. Auf der dem Ende 14 gegenüber liegenden Seite ist die Bitaufnahmereihe
9 jeweils mit einem weiteren Nocken 13 drehbar an dem Gehäuseteil 6 gelagert. Dargestellt
ist dies an der auf die Bildebene bezogenen linken Bitaufnahmereihe 91, die einen
spiegelverkehrten Aufbau zu der Bitaufnahmereihe 9r betrifft.
[0031] Figur 4 zeigt eine weitere Schnittansicht durch einen erfindungsgemäßen Werkzeugkasten
1, wobei in Figur 4 eine weitere Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen federelastischen
Stellelementes gezeigt ist. Das federelastische Stellelement ist in Figur 4 in Form
einer Zugfeder 17 dargestellt. Die zwei in dem Gehäuseteil 6 angeordneten Bitaufnahmereihen
9r, 9l sind über die Zugfeder 17 miteinander gekoppelt, so dass eine Drehbewegung
D um die jeweilige Drehachse 10 der Bitaufnahmereihe 9l bzw. 9r ausgeführt wird. Die
beiden gezeigten Drehbewegungen werden in dem hier gezeigten Beispiel in zueinander
entgegengesetzten Richtungen ausgeführt.
[0032] Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung, wobei
das Schwenkelement 8 mit den Bitaufnahmereihen 9 während des Schließvorganges derart
in formschlüssigen Kontakt kommt, dass Anlageflächen 18 des Schwenkelementes 8 bei
einem Schließvorgang des Werkzeugkastens 1 zur formschlüssigen Anlage mit den Bitaufnahmereihen
9 kommen und diese mit einer Drehbewegung um die Drehachsen 10 der Bitaufnahmereihen
9 in eine Schließstellung verbringen.
Bezugszeichen:
[0033]
- 1 -
- Werkzeugkasten
- 2 -
- Handwerkzeug
- 3 -
- Steckschlüsselaufsatz
- 4 -
- Verlängerung
- 5 -
- Einsteckbits
- 6 -
- Gehäuseteil
- 7 -
- Schwenkachse
- 8 -
- Schwenkelement
- 9 -
- Bitaufnahmereihe
- 9r -
- rechte Bitaufnahmereihe
- 9l -
- linke Bitaufnahmereihe
- 10 -
- Drehachse zu 9
- 11 -
- Längsseite
- 12 -
- federelastlschesStellelement
- 13 -
- Nocke
- 14 -
- Ende
- 15 -
- Federwicklung
- 16 -
- Arme
- 17 -
- Zugfeder
- 18 -
- Anlagefläche
- D
- Drehbewegung
1. Werkzeugkasten (1) zur lagefixierten Aufnahme von Handwerkzeugen (2) und deren Zubehör,
insbesondere Steckschlüssel, Steckschlüsseleinsätze, Steckschlüsselaufsätze, Schraubwerkzeuge
und/oder Drehmomentschlüssel, aufweisend zwei wannenförmige, rechteckig konfigurierte
Gehäuseteile (6) mit jeweils einer Vorderseite, einer Rückseite und zwei Längsseiten
(11), wobei die Längsseiten (11) länger ausgebildet sind, als die Rückseite und die
Vorderseite, und die Gehäuseteile (6) im Bereich der Rückseite um eine Schwenkachse
(7) schwenkbar miteinander gekoppelt sind und über eine Verschlusseinrichtung in einem
geschlossenen Zustand arretierbar sind, und das in einem Gehäuseteil (6) eine Bitaufnahmereihe
(9) drehbar gelagert ist, wobei die Bitaufnahmereihe (9) mit einem federelastischen
Stellelement (12) derart gekoppelt ist, dass die Bitaufnahmereihe (9) von einer Schließstellung
bei geschlossenem Werkzeugkasten (1) in eine Entnahmestellung bei zumindest teilweise
geöffnetem Werkzeugkasten (1) drehbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (10) der Bitaufnahmereihe (9) orthogonal zu der Schwenkachse (7) der
Gehäuseteile (6) orientiert ist.
2. Werkzeugkastens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Rückseiten der Gehäuseteile (6) kreisabschnittsförmige Scheibenkörper in Verlängerung
von Seitenwangen der Längsseiten (11) einstückig ausgebildet sind und die Gehäuseteile
(6) über Ausnehmungen und Nasen an den Scheibenkörpern schwenkbar im Eingriff sind,
wobei zwischen den Scheibenkörpern ein Schwenkelement (8) zur Aufnahme von einem Handwerkzeug
(2) eingegliedert ist und sich das Handwerkzeug (2) bei geschlossenem Werkzeugkasten
(1) in einer Verwahrposition befindet und bei zumindest teilweise geöffnetem Werkzeugkasten
(1) in eine Entnahmestellung bringbar ist.
3. , Werkzeugkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bitaufnahmereihe (9) bei einer Schließbewegung des Werkzeugkastens (1) durch
das Handwerkzeug (2) und/oder das Schwenkelement (8) aus der Entnahmestellung in eine
Schließstellung drehbar ist.
4. Werkzeugkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Bitaufnahmereihen (9) an dem Gehäuseunterteil drehbar gekoppelt sind, wobei
die Bitaufnahmereihen (9) entgegengesetzte Drehrichtungen besitzen.
5. Werkzeugkasten nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement eine Spiralfeder ist, wobei die Spiralfeder zwischen dem Gehäuseunterteil
und der Bitaufnahmereihe (9) wirkt.
6. Werkzeugkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Handwerkzeug (2) bei geschlossenem Werkzeugkasten (1) mit der Bithalterreihe
zur Anlage kommt.
7. Werkzeugkasten nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Bitaufnahmereihen (9) über eine Zugfeder (17) miteinander gekoppelt sind.
8. Werkzeugkasten nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfeder (17) bei einer Schließbewegung des Werkzeugkastens (1) mit den Handwerkzeugen
(2) und/oder dem Schwenkelement (8) in formschlüssigen Kontakt kommt.
9. Werkzeugkasten nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfeder im geschlossenen Zustand des Werkzeugkastens das Handwerkzeug formschlüssig
in dem Schwenkelement lagefixiert.
10. Werkzeugkastens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseteile (6) jeweils einen zweikomponentigen Aufbau aus einer Weichkomponente
und einer Hartkomponente aufweisen, wobei die Scheibenkörper an der Hartkomponente
ausgebildet sind.