[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Verpackungsmaschine mit mehreren zueinander im
Gleichtakt betreibbaren und eine Produktionsrichtung der Verpackungsmaschine definierenden,
z.B. in der Produktionsrichtung hintereinander angeordneten Arbeitsstationen mit jeweils
mindestens einem beweglichen Werkzeugteil.
[0002] Bei der Verpackungsmaschine kann es sich um eine Tiefziehverpackungsmaschine handeln.
In solchen Verpackungsmaschinen werden vom Verpackungsmaterial nacheinander mehrere
Arbeitsstationen durchlaufen, um in zeitlicher Abfolge unterschiedliche Arbeitsschritte
am Verpackungsmaterial und/oder an den zu verpackenden Produkten vorzunehmen. Beispielsweise
werden dabei in einer Formstation Verpackungsmulden tiefgezogen, oder es werden vorgefertigte
Schalen von einem Entstapler entnommen, die Verpackungsmulden oder Schalen werden
befüllt, die Verpackungen werden evakuiert und/oder begast, sie werden mit einer Deckelfolie
versiegelt oder mit einem Stülpdeckel verschlossen und gegebenenfalls werden die Verpackungen
noch vereinzelt, kontrolliert und/oder aussortiert. Diese Arbeitsschritte erfolgen
in Arbeitsstationen, die jeweils meistens über mindestens ein bewegliches Werkzeugteil
verfügen. Sowohl bei einem intermittierenden Betrieb der Verpackungsmaschine, als
auch bei einem kontinuierlichen Betrieb müssen die beweglichen Werkzeugteile der einzelnen
Arbeitsstationen zueinander synchronisiert werden, um einen reibungslosen Betrieb
der Verpackungsmaschine zu gewährleisten.
[0003] Aus der
EP 0 515 661 B1 ist eine gattungsgemäße Verpackungsmaschine in Form einer Tiefziehmaschine bekannt.
Diese Maschine verfügt über eine Formstation zum Formen von Verpackungsmulden in eine
Unterfolie, sowie über eine Füllstation und eine Siegelstation. Dabei ist für jede
der Arbeitsstationen eine Mechanik vorgesehen, um die Drehung eines Elektromotors
umzusetzen in eine Hubbewegung eines Werkzeugteils der jeweiligen Arbeitsstation,
d.h. beispielsweise des Formwerkzeugs der Formstation oder eines Kammerteils der Siegelstation.
Damit sich beide Seiten des jeweiligen Werkzeugs parallel zueinander nach oben oder
unten bewegen, koppelt ein Riemen die Bewegung mehrerer quer zur Produktionsrichtung
der Verpackungsmaschine liegender Wellen, deren Drehbewegung jeweils in eine Hubbewegung
des betreffenden Werkzeugteils übersetzt wird. Nachteilig an dieser herkömmlichen
Verpackungsmaschine ist jedoch, dass für die unterschiedlichen Arbeitsstationen jeweils
einzelne Antriebe verwendet werden müssen. Vor allem ist es schwierig, die Bewegung
der Werkzeuge der unterschiedlichen Arbeitsstationen miteinander zu synchronisieren.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Verpackungsmaschine mit konstruktiv
möglichst einfachen Mitteln hinsichtlich einer kompakteren Bauform zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Verpackungsmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Verpackungsmaschine eine in der
Produktionsrichtung der Verpackungsmaschine angeordnete, rotatorisch angetriebene
Welle aufweist, und dass zwischen der Welle und den beweglichen Werkzeugteilen unterschiedlicher
Arbeitsstationen jeweils mindestens eine Transfermechanik zum Übertragen der Bewegung
der Welle auf die Bewegung des jeweiligen Werkzeugteils vorgesehen ist. Da diese Welle
die Werkzeugteile mehrerer Arbeitsstationen antreibt, sind die Bewegungen dieser Werkzeugteile
durch die Bewegung der Welle automatisch miteinander synchronisiert. Diese Synchronisierung
erfolgt mechanisch und ist damit unabhängig von potenziellen Fehlern einer elektronischen
Synchronisierung. Die in Produktionsrichtung der Verpackungsmaschine angeordnete Welle
benötigt nur einen vergleichsweise kleinen Bauraum, so dass die Verpackungsmaschine
sehr kompakt gebaut werden kann.
[0007] Vorzugsweise weist die Transfermechanik zum Übertragen der Bewegung der Welle auf
die Bewegung des jeweiligen Werkzeugteils ein Kniehebelgestänge und/oder eine Nockenmechanik
auf. Auf diese Weise wird die Transfermechanik robust und unabhängig von leicht verschleißenden
Teilen wie einem Riemen. Zudem können durch ein Kniehebelgestänge oder eine Nockenmechanik
die für den Hub der Werkzeugteile erforderlichen, vergleichsweise hohen Kräfte gut
übertragen werden.
[0008] Wenn die Transfermechanik eine Nockenmechanik aufweist, umfasst diese vorzugsweise
ein reibungsminderndes Element, um die Belastung der Transfermechanik und damit auch
der Welle durch Reibung zu vermindern. Beispielsweise könnten als reibungsminderndes
Element ein oder mehrere an einer Kulisse entlang rollende Räder vorgesehen sein.
Denkbar wäre es auch, als reibungsminderndes Element auf der Oberfläche einer Komponente
der Nockenmechanik ein Material mit einem geringeren Reibungskoeffizienten und/oder
eine geeignete Oberflächenbehandlung vorzusehen, um dort die Reibung zu vermindern.
[0009] Die Welle könnte in fortlaufender Rotation um 360° angetrieben sein. Dies hätte den
Vorteil, dass ein Getriebe zwischen der Welle und dem Antrieb der Welle, beispielsweise
einem Elektromotor oder insbesondere einem Servomotor, vergleichsweise einfach gestaltet
werden kann. Möglicherweise ist es jedoch im Hinblick auf die von der Welle zu bewirkende,
alternierende Hubbewegung der Werkzeugteile günstiger, wenn die Welle alternierend
in unterschiedliche Rotationsrichtungen angetrieben ist.
[0010] Arbeitsstationen der Verpackungsmaschine, deren Werkzeugteile mittels der Welle zu
einer Hubbewegung angetrieben werden, können beispielsweise eine Formstation, eine
Siegelstation und/oder eine Trenn- oder Schneidstation sein. Die Verpackungsmaschine
kann auch mehrere Arbeitsstationen eines der vorstehend genannten Typen aufweisen.
[0011] In einer Variante der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine sind mindestens zwei
Arbeitsstationen der Verpackungsmaschine in unterschiedlicher Höhe angeordnet. Dies
hätte den Vorteil, dass die Arbeitsstationen in horizontaler Richtung dichter aneinander
rücken können, so dass die Verpackungsmaschine noch kompakter gebaut werden kann.
Insbesondere wäre es möglich, dass zwei Arbeitsstationen sogar übereinander angeordnet
sind, und/oder dass ein Verpackungsmaterial zwischen zwei Arbeitsstationen um 180°
umgelenkt wird, um von einer ersten Transportebene in eine zweite Transportebene zu
gelangen.
[0012] Zweckmäßig ist es, wenn ein Rahmen zum Lagern der Welle vorgesehen ist. Dieser Rahmen
kann die Welle stabilisieren und die Entstehung von Vibrationen in der Verpackungsmaschine
verhindern, die ansonsten die Präzision des Verpackungsprozesses beeinträchtigen könnten.
[0013] In einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist ein mittels der Welle bewegbares
Werkzeugteil an einer Arbeitsstation in Produktionsrichtung der Verpackungsmaschine
verlagerbar. Dadurch kann der Verpackungsprozess leicht an sich ändernde Bedingungen
angepasst werden, beispielsweise zur Verwendung anderer Verpackungsmaterialien oder
zur Herstellung anderer Verpackungsformen. Besonders günstig ist es dabei, wenn die
Verlagerung oder Justage ohne einen Eingriff an der Welle und/oder Transfermechanik
durchführbar ist. Beispielsweise wäre es denkbar, dass die Nockenmechanik an einer
horizontalen Kulisse angreift, und dass die Hubbewegung des betätigten Werkzeugteils
unabhängig vom tatsächlichen Angriffspunkt der Nockenmechanik an der Kulisse ist.
[0014] Je nach Typ der Arbeitsstation, deren Werkzeugteil betätigt werden soll, kann es
günstig sein, wenn zwei Transfermechaniken zum Übertragen der Bewegung der Welle auf
die Bewegung eines Werkzeugteils der Arbeitsstation vorgesehen sind. Besonders zweckmäßig
ist dies beispielsweise bei einer Querschneideeinrichtung für eine Verpackungsfolie.
Die Verwendung zweier Transfermechaniken zum Anheben des Schneidwerkzeugs der Quertrenneinrichtung
auf beiden Seiten der Verpackungsfolienbahn verhindert in diesem Fall ein Verkanten
des Schneidwerkzeugs und sorgt somit für einen sicheren, durchgehenden Schnitt durch
die Verpackungsfolienbahn.
[0015] Wenn zwei Transfermechaniken vorgesehen sind, sind diese vorzugsweise symmetrisch
zur zentralen Welle jeweils seitlich gegenüber der Welle versetzt, d.h. die Transfermechaniken
befinden sich auf unterschiedlichen Seiten der Welle und jeweils im gleichen Abstand
zur Welle. Dadurch wird gewährleistet, dass die Antriebskräfte von der Welle gleichmäßig
auf beide Transfermechaniken übertragen werden.
[0016] Im Folgenden werden zwei vorteilhafte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
anhand einer Zeichnung näher dargestellt. Im Einzelnen zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts eines ersten Ausführungsbeispiels einer
erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine bei geöffneten Werkzeugen,
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht der in Figur 1 gezeigten Verpackungsmaschine bei geschlossenen
Werkzeugen,
- Figur 3
- eine vergrößerte Darstellung der Formstation der in den Figuren 1 und 2 gezeigten
Verpackungsmaschine und
- Figur 4
- eine schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Verpackungsmaschine.
[0017] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0018] Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine
1 in einer perspektivischen Ansicht. Der Übersichtlichkeit halber sind nur die für
die Erfindung wichtigsten Komponenten der Verpackungsmaschine 1 dargestellt.
[0019] Bei der Verpackungsmaschine 1 handelt es sich um eine Tiefziehverpackungsmaschine.
Sie verfügt über (mindestens) drei Arbeitsstationen, nämlich eine Formstation 2, eine
Evakuier-und Siegelstation 3 und eine Trennstation 4. Alle diese Arbeitsstationen
2, 3, 4 wirken auf ein Verpackungsmaterial 5 ein, bei dem es sich um eine Kunststofffolienbahn
handelt. Die Formstation 2 verfügt zu diesem Zweck über ein Formwerkzeug 6. Bei einem
Stillstand des Verpackungsmaterials 5 während des intermittierenden Betriebs der Verpackungsmaschine
1 wird das Formwerkzeug 6 senkrecht zur Ebene des bahnförmigen Verpackungsmaterials
5 bewegt, um in dem Verpackungsmaterial 5 Verpackungsmulden tiefzuziehen.
[0020] Die Siegelstation 3 verfügt über ein Siegelwerkzeugoberteil 7 und ein Siegelwerkzeugunterteil
8. Durch die Bewegung des Siegelwerkzeugoberteils 7 und/oder des Siegelwerkzeugunterteils
8 aufeinander zu kann zwischen den beiden Werkzeugteilen 7, 8 eine geschlossene Siegelkammer
gebildet werden, in der die zuvor mit einem Produkt befüllte Verpackungsmulde im Verpackungsmaterial
5 mit einer nicht dargestellten Deckelfolie versiegelt und somit verschlossen werden
kann. Denkbar ist es, die Siegelkammer zwischen den beiden Werkzeugteilen 7, 8 und
damit die Verpackungsmulde vor dem Versiegeln zu evakuieren und/oder mit einem Austauschgas
zu begasen. Nach dem Siegeln werden das Siegelwerkzeugoberteil 7 und das Siegelwerkzeugunterteil
8 wieder voneinander entfernt, um die Verpackungsmulde freizugeben, und den Weitertransport
des Verpackungsmaterials 5 zu gestatten.
[0021] Bei der Trennstation 4 handelt es sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel um eine
Quertrenneinrichtung, in der als Werkzeugteil ein Trennmesser 9 vorgesehen ist. Dieses
Trennmesser 9 kann in vertikaler Richtung, d.h. senkrecht zur Ebene des Verpackungsmaterials
5, bewegt werden, um das bahnförmige Verpackungsmaterial 5 zu durchtrennen.
[0022] Die Verpackungsmaschine 1 definiert eine Produktionsrichtung R, in der das Verpackungsmaterial
5 durch zumindest einige der Arbeitsstationen transportiert wird, im vorliegenden
Ausführungsbeispiel durch die Siegelstation 3 und die Trennstation 4. In der Formstation
2 wird das Verpackungsmaterial 5 entgegen dieser Produktionsrichtung R transportiert,
bevor es um eine virtuelle, horizontale Achse 10 umgelenkt und auf diese Weise von
einer ersten Transportebene 11 in eine zweite Transportebene 12 gebracht wird.
[0023] Die Verpackungsmaschine 1 verfügt über einen Rahmen 13, der horizontal zwischen den
beiden Transportebenen 11, 12 angeordnet ist. Der Rahmen 13 umfasst mehrere seitliche
Längsstreben 14, die in Produktionsrichtung R der Verpackungsmaschine 1 ausgerichtet
sind, sowie mehrere Querstreben 15, die die Längsstreben 14 miteinander verbinden.
An jeder Arbeitsstation 2, 3, 4 der Verpackungsmaschine 1 weist der Rahmen 13 zwei
parallel zueinander ausgerichtete und in gleicher Höhe befindliche Längsstreben 14
auf. Diese Längsstreben 14 erstrecken sich mindestens über die Länge einer Arbeitsstation
2, 3, 4 in der Produktionsrichtung R. Bei der in Figur 1 gezeigten Verpackungsmaschine
ist ein erstes Paar von Längsstreben 14 der Formstation 2 zugeordnet. Ein zweites
Paar von Längsstreben 14 erstreckt sich sowohl unterhalb der Siegelstation 3, als
auch unterhalb der Trennstation 4. Denkbar wäre es, dass die Längsstreben 14 über
die gesamte Länge durchlaufen und so einen einheitlichen Rahmen 13 für alle Arbeitsstationen
2, 3, 4 darstellen.
[0024] Mittig zwischen den Längsstreben 14 befindet sich eine ebenfalls in Produktionsrichtung
R der Verpackungsmaschine 1 ausgerichtete Welle 16. Die Welle 16 ist mit einem Antrieb
verbunden, beispielsweise einem Elektromotor, vorzugsweise einem Servomotor. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel kann die Welle 16 durch den Antrieb alternierend in unterschiedliche
Rotationsrichtungen angetrieben werden.
[0025] Im Bereich jeder Arbeitsstation 2, 3, 4 ist eine Transfermechanik 17 fest mit der
Welle 16 verbunden. Bei der Transfermechanik 17 kann es sich um ein Kniehebelgestänge
und/oder um eine Nockenmechanik handeln. Diese Transfermechanik 17 sorgt dafür, die
Rotationsbewegung der Welle 16 auf die Bewegung des beweglichen Werkzeugteils der
jeweiligen Arbeitsstation 2, 3, 4 zu übertragen, d.h. auf die Hubbewegung des Formwerkzeugteils
6, des Siegelwerkzeugoberteils 7 und/oder des Siegelwerkzeugunterteils 8 sowie auf
die Bewegung des Trennmessers 9. Die Welle 16 wirkt dabei als "Königswelle", die die
Bewegung mehrerer beweglicher Werkzeugteile 6, 7, 8, 9 unterschiedlicher Arbeitsstationen
2, 3, 4 ansteuert. Durch diese gemeinsame Ansteuerung der Hubbewegung über die Welle
16 sind die Bewegungen der Werkzeugteile 6, 7, 8, 9 miteinander auf mechanische Weise
synchronisiert.
[0026] An der Trennstation 4 sind zu beiden Seiten der Welle 16 Transfermechaniken 17 vorgesehen,
um die Bewegung des Trennmessers 9 zu bewirken. Die Transfermechaniken 17 sind symmetrisch
zur Welle 16 angeordnet, haben also jeweils den gleichen Abstand zur zwischen ihnen
liegenden Welle 16.
[0027] Die Welle 16 ist in mehreren Querstreben 15 des Rahmens 13 gelagert. Zur Lagerung
können Gleitlager oder Kugellager 18 vorgesehen sein. Insbesondere kann die Welle
16 mittig innerhalb der Verpackungsmaschine 1 angeordnet sein.
[0028] In Figur 1 ist zu erkennen, dass die Formstation 2 unterhalb der Ebene des Rahmens
13 liegt, während sich die Siegelstation 3 und die Schneidstation 4 oberhalb der Ebene
des Rahmens 13 befinden. Durch diese Anordnung und durch den gekrümmten Weg des Verpackungsmaterials
5 wird eine sehr kompakte Bauform der Verpackungsmaschine 1 erreicht. Dies hat den
Vorteil, dass die zentrale Welle 16 vergleichsweise kurz sein kann, so dass Torsionskräfte
innerhalb der Welle 16 minimiert werden.
[0029] Figur 1 zeigt die Verpackungsmaschine in einem Zustand, in dem die Werkzeuge 6, 7,
8, 9 der jeweiligen Arbeitsstationen 2, 3, 4 geöffnet sind, um einen Weitertransport
des bahnförmigen Verpackungsmaterials 5 zu erlauben. Figur 2 hingegen zeigt die gleiche
Verpackungsmaschine 1 in einem Zustand, in dem die Werkzeugteile 6, 7, 8, 9 der Arbeitsstationen
2, 3, 4 geschlossen sind, um auf das bahnförmige Verpackungsmaterial 5 einzuwirken.
So ist das Formwerkzeug 6 der Formstation 2 nach unten gegen das Verpackungsmaterial
5 gepresst, um das Verpackungsmaterial 5 zu Verpackungsmulden tiefzuziehen. Die Bewegung
des Formwerkzeugs 6 wird später anhand von Figur 3 ausführlicher erläutert werden.
[0030] In der Siegelstation 3 ist das Siegelwerkzeugunterteil 8 angehoben worden, um gemeinsam
mit dem Siegelwerkzeugoberteil 7 angeschlossene Siegelkammer zu bilden. Diese Hubbewegung
des Siegelwerkzeugunterteils 8 wird erreicht durch eine Drehung der Welle 16, und
durch eine Übertragung der Drehbewegung 16 auf eine Hubbewegung des Siegelwerkzeugunterteils
8 mittels der Transfermechanik 17. Im dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst diese
Transfermechanik 17 eine Rolle 17a, die um eine parallel zur Produktionsrichtung R
ausgerichtete Achse drehbar ist, und die auf beiden Seiten durch fest an der Welle
16 befestigte Hebel 17b befestigt ist. Eine Drehung der Welle 16 bewirkt, dass sich
die Hebel 17b ebenfalls um die Welle 16 drehen und dabei die Rolle 17a anheben. Diese
Rolle 17a rollt auf der als Kulisse dienenden Unterseite des Siegelwerkzeugunterteils
8. Die Transfermechanik 17 ist in diesem Fall also als Nockenmechanik ausgebildet.
[0031] Bei einer Drehung der Welle 16 wird ferner das Trennmesser 9 der Trennstation 4 angehoben,
indem die Drehbewegung der Welle 16 mittels der beiden seitlich angeordneten Transfermechaniken
17 auf eine Hubbewegung des Trennmessers 9 übertragen wird. Das Trennmesser 9 arbeitet
mit einem Gegenmesser 9a zusammen, um zwischen den Schneidkanten der beiden Messer
9, 9a das bahnförmige Verpackungsmaterial 5 zu durchtrennen.
[0032] Figur 3 zeigt eine vergrößerte Ansicht der Formstation 2 der Verpackungsschiene 1,
bei der einige Abdeckungen entfernt sind, um das Innere der Formstation 2 und insbesondere
die Transfermechanik 17 besser sichtbar zu machen. Ebenso wie an der Siegelstation
3 sind auch hier zwei Hebel 17b auf der Welle 16 befestigt, so dass sie an der Drehbewegung
der Welle 16 teilnehmen. Zwischen den von der Welle 16 entfernten Enden der beiden
Hebel 17b befindet sich eine Rolle 17a, die um eine parallel zur Produktionsrichtung
R der Verpackungsmaschine 1 ausgerichtete Achse drehbar ist. Die Rolle 17a ist vollständig
durch zwei aufrecht stehende Mitnehmerbleche 17c eingefasst, die auf dem Formwerkzeug
6 befestigt sind.
[0033] Ausgehend von der in Figur 3 gezeigten, halbgeöffneten Stellung der Formstation 2
führt eine Drehung der Welle 16 in Richtung A zu einem Absenken der Rolle 17a. Dabei
drückt die Rolle 17a gegen eine auf der Oberfläche des Formwerkzeugs 6 ausgebildete
Kulisse 17d, um das Formwerkzeug 6 gegen die Verpackungsfolienbahn 5 nach unten zu
drücken. Nach dem Tiefziehen der Verpackungsmulden führt eine entgegengesetzte Drehung
der Welle 16, d.h. eine Drehung entgegen der Richtung A, zu einem Anheben der Rolle
17a. Durch die Mitnehmerbleche 17c wird das Formwerkzeug 6 ebenfalls angehoben. Ein
Justageelement 19 sichert die Transfermechanik 17 in Längsrichtung entlang der Längsstreben
14. Sobald dieses Justageelement 19 gelöst oder entsichert wurde, kann die Transfermechanik
17 in Längsrichtung, d.h. in Produktionsrichtung R, entlang der Längsstreben 14 verschoben
werden. Alternativ könnte die Formstation 2 mit dem Formwerkzeug 3 in Längsrichtung
der Verpackungsmaschine 1 verschoben werden, während die Transfermechanik 17 ihre
Position auf der Welle 16 beibehält.
[0034] Figur 4 zeigt in schematischer Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine 20. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel handelt
es sich um eine Tiefziehverpackungsmaschine 20, bei der in einer Formstation 2 Verpackungsmulden
21 in ein bahnförmiges Verpackungsmaterial 5 tiefgezogen werden. Nach dem Befüllen
mit einem Produkt 22 gelangen die Verpackungsmulden 21 in eine erste Siegelstation
3a. Hier werden die befüllten Verpackungsmulden 21 mit einem Deckel verschlossen,
der zuvor in einer zweiten Formstation 23 in ein von einer Folienrolle 24 abgezogenes,
ebenfalls bahnförmiges, zweites Verpackungsmaterial 25 tiefgezogen wurde.
[0035] Beim Weitertransport gelangen die bereits verschlossenen Verpackungsmulden 21 in
eine zweite Siegelstation 3b, in der eine von einer weiteren Folienrolle 26 abgezogene,
zweite Deckelfolie 27 auf die Verpackungsmulden 21 aufgesiegelt wird. Während die
Formstation 2 wie im ersten Ausführungsbeispiel über ein Formwerkzeug 6 zum Tiefziehen
verfügt, weisen die beiden Evakuier- und Siegelstationen 3a, 3b wie im ersten Ausführungsbeispiel
zwei relativ aufeinander zu und voneinander fort bewegliche Siegelwerkzeugteile 7,
8 auf, nämlich ein Siegelwerkzeugoberteil 7 und ein Siegelwerkzeugunterteil 8.
[0036] Die Trennstation 4 weist im zweiten Ausführungsbeispiel eine Quertrenneinrichtung
4a und 4b und eine Längstrenneinrichtung 4b auf. In beiden Trenneinrichtungen 4a,
4b kann ein Trennmesser 9 zu einer Hubbewegung angetrieben sein, um die Folienbahn
5 zu durchtrennen. Die Arbeitsstationen 2, 3a, 3b, 4a, 4b der Verpackungsmaschine
20 sind auf einem gemeinsamen Maschinengestell 28 angeordnet. In diesem Maschinengestell
28 befindet sich in Produktionsrichtung R der Verpackungsmaschine 20 eine Welle 16.
Wie im ersten Ausführungsbeispiel kann die Welle 16 an einem Rahmen 13 gelagert sein.
An jeder Arbeitsstation 2, 3a, 3b, 4a, 4b ist eine Transfermechanik 17 vorgesehen,
vorzugsweise ein Kniehebelgestänge oder eine Nockenmechanik, um die Bewegung der Welle
16 in eine Hubbewegung eines Werkzeugteils 6, 7, 8, 9 der jeweiligen Arbeitsstation
2, 3a, 3b, 4a, 4b zu übertragen. Auch das Formwerkzeug der zweiten Formstation 23
kann mittels einer entsprechenden Transfermechanik 17 durch die Rotationsbewegung
der Welle 16 zu einer Hubbewegung angetrieben sein.
[0037] Ausgehend von den dargestellten Ausführungsbeispielen kann die erfindungsgemäße Verpackungsmaschine
1, 20 in vielfacher Hinsicht abgewandelt werden. Insbesondere wäre es denkbar, weitere
Arbeitsstationen vorzusehen und/oder weitere Werkzeugteile der vorhandenen Arbeitsstationen
mittels der gemeinsamen Welle 16 anzutreiben.
[0038] In einer weiteren Variante ist es auch denkbar, dass mindestens eine Arbeitsstation
eine Transfermechanik 17 aufweist, bei der die Rotationsbewegung der Welle 16 in eine
Linearbewegung umgewandelt wird, beispielsweise durch eine Spindelausführung der Welle
16 im Bereich der Arbeitsstation und einer auf der Welle sitzende Spindelmutter. Die
somit lineare bewegbare Spindelmutter kann ein Kniehebelsystem zum Anheben und/oder
Absenken eines Werkzeugteils antreiben.
[0039] Werkzeugteile, wie Formwerkzeugunterteil, Formwerkzeugoberteil, Siegelwerkzeugunterteil
oder Siegelwerkzeugoberteil, können wechselbar ausgeführt sein. Dabei können die Werkzeuge
vorzugsweise seitlich gegenüber der Produktionsrichtung aus der Verpackungsmaschine
heraus entnommen werden. Da sich verschiedene Medienverbindungen wie Strom, Druckluft,
Vakuum oder Kühlwasser an den Werkzeugen angebracht sind, werden diese leicht lösbar
ausgeführt, vorzugsweise mit einem Anschlussblock, der auch unterschiedliche Medien
aufnehmen kann und der die Verbindung vom Werkzeug zur Maschine in der Arbeitsposition
realisiert. Mit entsprechenden Dichtsystemen und einer Sicherung des Werkzeuges in
der Arbeitsposition wird die Medienverbindung automatisch beim Wechsel eines Werkzeuges
gelöst und anschließend wieder verbunden.
[0040] Eine weitere Ausführung der Tiefziehverpackungsmaschine 1, 20 sieht eine zur Produktionsrichtung
R vertikale Hubeinrichtung eines Teils des Vorschubsystems für das bahnförmige Verpackungsmaterial
5 im Bereich der Form- und/oder Siegelstation 2, 3 vor. Die Hubbewegung des Vorschubsystems
(z. B. einer seitlichen Kettenführung für eine Transportkette zum Transportieren der
Verpackungsfolienbahn 5) im Bereich der Formstation 2 bewirkt, dass bei geöffneter
Formstation 2 ein Abstand des bahnförmigen Verpackungsmaterials 5 gegenüber der Heizplatte,
die das bahnförmige Verpackungsmaterial 5 für den Formprozess erwärmt, vorhanden ist,
damit das bahnförmige Verpackungsmaterial nicht unnötig durch Strahlungs- oder Kontaktwärme
zu sehr erwärmt wird. Mit dem Schließvorgang der Formstation 2 wird das Vorschubsystem
wieder in seine Arbeitsposition zurückbewegt, damit das bahnförmige Verpackungsmaterial
5 gezielt erwärmt und verformt werden kann. Somit kann auf eine Oberhubfunktion des
Formwerkzeugoberteils verzichtet werden und der Platzbedarf in diesem Bereich reduziert
werden.
[0041] Die vertikale Hubeinrichtung des Vorschubsystems ist auch im Bereich der Siegelstation
3 denkbar, falls über den Packungsrand, der gleichzeitig auch meist die Siegelebene
darstellt, überstehende Produkte in die Siegelstation transportiert werden und das
Siegelwerkzeugoberteil 7 keine Oberhubfunktion besitzt.
[0042] Vorzugsweise ist der verstellbare Bereich des Vorschubsystems von den nicht verstellbaren
Bereichen getrennt und mittels Pneumatikzylinder oder Servoantrieben verstellbar und/oder
an die Bewegung eines Werkzeugunterteils gekoppelt. Ein Spannelement zum Spannen der
Transportkette könnte beim Verstellen des Vorschubsystems nachgeben.
1. Verpackungsmaschine (1, 20) mit mehreren zueinander im Gleichtakt betreibbaren und
eine Produktionsrichtung (R) der Verpackungsmaschine (1, 20) definierenden Arbeitsstationen
(2, 3, 4) mit jeweils mindestens einem beweglichen Werkzeugteil (6, 7, 8, 9),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verpackungsmaschine (1, 20) eine in ihrer Produktionsrichtung (R) angeordnete,
rotatorisch angetriebene Welle (16) aufweist, und dass zwischen der Welle (16) und
den beweglichen Werkzeugteilen (6, 7, 8, 9) unterschiedlicher Arbeitsstationen (2,
3, 4) jeweils mindestens eine Transfermechanik (17) zum Übertragen der Bewegung der
Welle (16) auf die Bewegung des jeweiligen Werkzeugteils (6, 7, 8, 9) vorgesehen ist.
2. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfermechanik (17) ein Kniehebelgestänge und/oder eine Nockenmechanik aufweist.
3. Verpackungsmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nockenmechanik ein vorzugsweise an einer Kulisse (17d) entlang rollendes Rad
(17a) umfasst.
4. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (16) alternierend in beide Rotationsrichtungen angetrieben ist.
5. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Welle (16) eine Hubbewegung von Werkzeugteilen (6, 7, 8, 9) einer Formstation
(2), einer Siegelstation (3) und/oder einer Trennstation (4) antreibbar ist.
6. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Arbeitsstationen (2, 3, 4) der Verpackungsmaschine (1, 20) in unterschiedlicher
Höhe angeordnet sind.
7. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rahmen (13) zum Lagern der Welle (16) vorgesehen ist.
8. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein mittels der Welle (16) bewegbares Werkzeugteil (6, 7, 8, 9) an einer Arbeitsstation
(2, 3, 4) in Produktionsrichtung (R) der Verpackungsmaschine (1, 20) verlagerbar ist.
9. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Arbeitsstation (4) zwei Transfermechaniken (17) zum Übertragen der Bewegung
der Welle (16) auf die Bewegung eines Werkzeugteils (9) vorgesehen sind.
10. Verpackungsmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Transfermechaniken (17) symmetrisch zur Welle (16) seitlich gegenüber
der Welle (16) versetzt sind.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verpackungsmaschine (1, 20) mit mehreren zueinander im Gleichtakt betreibbaren und
eine Produktionsrichtung (R) der Verpackungsmaschine (1, 20) definierenden Arbeitsstationen
(2, 3, 4) mit jeweils mindestens einem beweglichen Werkzeugteil (6, 7, 8, 9), wobei
die Verpackungsmaschine (1, 20) eine in ihrer Produktionsrichtung (R) angeordnete,
rotatorisch angetriebene Welle (16) aufweist, und wobei zwischen der Welle (16) und
den beweglichen Werkzeugteilen (6, 7, 8, 9) unterschiedlicher Arbeitsstationen (2,
3, 4) jeweils mindestens eine Transfermechanik (17) zum Übertragen der Bewegung der
Welle (16) auf die Bewegung des jeweiligen Werkzeugteils (6, 7, 8, 9) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass ein mittels der Welle (16) bewegbares Werkzeugteil (6, 7, 8, 9) an einer Arbeitsstation
(2, 3, 4) in Produktionsrichtung (R) der Verpackungsmaschine (1, 20) verlagerbar ist.
2. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfermechanik (17) ein Kniehebelgestänge und/oder eine Nockenmechanik aufweist.
3. Verpackungsmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nockenmechanik ein vorzugsweise an einer Kulisse (17d) entlang rollendes Rad
(17a) umfasst.
4. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (16) alternierend in beide Rotationsrichtungen angetrieben ist.
5. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Welle (16) eine Hubbewegung von Werkzeugteilen (6, 7, 8, 9) einer Formstation
(2), einer Siegelstation (3) und/oder einer Trennstation (4) antreibbar ist.
6. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Arbeitsstationen (2, 3, 4) der Verpackungsmaschine (1, 20) in unterschiedlicher
Höhe angeordnet sind.
7. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rahmen (13) zum Lagern der Welle (16) vorgesehen ist.
8. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Arbeitsstation (4) zwei Transfermechaniken (17) zum Übertragen der Bewegung
der Welle (16) auf die Bewegung eines Werkzeugteils (9) vorgesehen sind.
9. Verpackungsmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Transfermechaniken (17) symmetrisch zur Welle (16) seitlich gegenüber
der Welle (16) versetzt sind.