[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugsteuereinrichtung für einen Aufzug mit einem Antriebsmotor,
einem Fahrkorb und einer Bremseinrichtung. Die Aufzugsteuereinrichtung umfasst eine
erste Leistungselektronik für den Antriebsmotor und mindestens eine Signalsperre zum
Sperren der Übertragung von Steuersignalen für die erste Leistungselektronik.
[0002] Derartige Steuereinrichtungen sind aus dem Stand der Technik bekannt. So offenbart
beispielsweise die
DE 10 2004 006 049 A1 eine Sicherheitsschaltung, mittels welcher die Übertragung von Steuersignalen für
eine als Frequenzumformer ausgestaltete erste Leistungselektronik des Antriebsmotors
unterbrochen werden können. Mittels der Steuersignale kann eine Gleichspannung moduliert
werden. Bei fehlender Modulation ist es der Leistungselektronik nicht möglich, ein
zur Erzeugung eines Motordrehmoments erforderliches Drehfeld zu erzeugen, so dass
vom Antriebsmotor eine Drehbewegung nicht mehr hervorgerufen werden kann. Bei einer
Fehlfunktion der Sicherheitsschaltung ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass dennoch
die für die Ansteuerung des Frequenzumformers benötigten Steuersignale erzeugt und
zu dem Frequenzumformer übertragen werden. Deshalb kommt zusätzlich eine Stromerfassungseinrichtung
zum Einsatz, die den von der Leistungselektronik dem Antriebsmotor bereitgestellten
Strom überwacht. Ferner bedarf es zum Betrieb der Sicherheitsschaltung einer sicherheitsgerichteten
Software. Dies führt zu einem erhöhten Aufwand im Falle einer Aktualisierung der Software
der Sicherheitsschaltung.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Aufzugsteuereinrichtung
der gattungsgemäßen Art derart weiterzubilden, dass sie keine sicherheitsgerichtete
Software benötigt und einen geräuscharmen Betrieb des Aufzugs ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Aufzugsteuereinrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die mindestens eine Signalsperre als separate Schaltungsanordnung
der Aufzugsteuereinrichtung ausgestaltet ist, die von restlichen Schaltungsbereichen
der Aufzugsteuereinrichtung elektrisch isoliert ist und die mindestens zwei in Reihe
zueinander geschaltete potentialtrennende Signalübertragungselemente aufweist zur
Übertragung von Steuersignalen sowie einen Spannungsversorgungskreis, über den die
Signalübertragungselemente mit einer Spannungsquelle gekoppelt sind, wobei die Kopplung
zwischen der Spannungsquelle und dem Spannungsversorgungskreis von einer übergeordneten
Aufzugsteuerung deaktivierbar ist.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Aufzugsteuereinrichtung erfolgt die Übertragung von Steuersignalen
für die Leistungselektronik des Antriebsmotors über in Reihe zueinander geschaltete
potentialtrennende Signalübertragungselemente, denen über einen Spannungsversorgungskreis
der Signalsperre eine Versorgungsspannung bereitgestellt werden kann. Zur Bereitstellung
der Versorgungsspannung ist der Spannungsversorgungskreis mit einer Spannungsquelle
gekoppelt. Soll die Übertragung von Steuersignalen über die Signalübertragungselemente
gesperrt werden, so kann von einer übergeordneten Aufzugsteuereinrichtung die Kopplung
zwischen der Spannungsquelle und dem Spannungsversorgungskreis der Signalsperre deaktiviert
werden. Damit entfällt die Versorgungsspannung für die potentialtrennenden Signalübertragungselemente,
und dies hat zur Folge, dass über die Signalübertragungselemente keine Steuersignale
mehr übertragen werden können.
[0006] Um eine ungewollte Einkopplung einer Fremdspannung in die Signalsperre zu vermeiden,
ist die Signalsperre als separate Schaltungsanordnung der Aufzugsteuereinrichtung
ausgestaltet, die von restlichen Schaltungsbereichen der Aufzugsteuereinrichtung elektrisch
isoliert ist. Die elektrische Isolation ist durch elektrische Sicherheitsabstände
zu allen spannungsführenden Baugruppen der Aufzugsteuereinrichtung sichergestellt
sowie durch die Isolation der potentialtrennenden Signalübertragungselemente. Die
Abschaltung der Versorgungsspannung der potentialtrennenden Signalübertragungselemente
bei Vorliegen eines entsprechenden Signals der übergeordneten Aufzugsteuerung ist
somit gewährleistet und dies wiederum stellt sicher, dass der Leistungselektronik
des Antriebsmotors beispielsweise bei einem regulären Halt des Fahrkorbs zuverlässig
keine Steuersignale zugeführt werden können.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Aufzugsteuereinrichtung werden somit die zur Erzeugung
eines Drehfelds des Antriebsmotors erforderlichen Steuersignale über eine spezielle
Schaltungsanordnung übertragen, die durch die Bereitstellung elektrischer Sicherheitsabstände,
beispielsweise durch geeignete Luft-und Kriechstrecken, von den restlichen Schaltungsbereichen
der Aufzugsteuereinrichtung elektrisch isoliert ist und deren Versorgungsspannung
von der übergeordneten Aufzugsteuereinrichtung abgeschaltet werden kann. Wird die
Versorgungsspannung abgeschaltet, so ist die Signalsperre in Form der separaten Schaltungsanordnung
im gesamten Bereich der Schaltungsanordnung spannungsfrei. Bei abgeschalteter Signalsperre
können keine Steuersignale mehr für die Leistungselektronik übertragen werden. Durch
die elektrischen Sicherheitsabstände ist die separate Schaltungsanordnung zuverlässig
gegen unbeabsichtigte Fremdspannungen isoliert. Auch die potentialtrennenden Signalübertragungselemente
weisen die für die elektrische Isolation der separaten Schaltungsanordnung erforderlichen
Spannungsabstände auf. Auch im Falle eines Erdschlusses des Antriebsmotors besteht
keine Gefahr, dass ungewollt ein Steuersignal über die Signalsperre übertragen wird.
[0008] Durch das Abschalten der Versorgungsspannung der Signalsperre, das heißt durch die
Deaktivierung der Kopplung zwischen der Spannungsquelle und dem Spannungsversorgungskreis
kann bei jedem planmäßigen Halt des Aufzugs die Ansteuerung der Leistungselektronik
für den Antriebsmotor abgeschaltet werden. Damit ist im Regelbetrieb des Aufzugs eine
zusätzliche Abschaltung der Versorgungsspannung des Antriebsmotors mittels eines Schützes
entbehrlich. Auf diese Weise ist im Regelbetrieb des Aufzugs ein geräuscharmer Betrieb
gewährleistet.
[0009] Als potentialtrennendes Signalübertragungselement ist vorliegend ein Signalübertragungselement
zu verstehen, mittels welchem Signale von einem ersten Stromkreis zu einem zweiten
Stromkreis übertragen werden können, wobei der zweite Stromkreis vom ersten Stromkreis
galvanisch getrennt ist.
[0010] Die potentialtrennenden Signalübertragungselemente ermöglichen beispielsweise eine
optische, induktive und/oder kapazitive Signalübertragung.
[0011] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die potentialtrennenden
Signalübertragungselemente als Optokoppler ausgebildet. Diese ermöglichen auf konstruktiv
einfache Weise die Übertragung eines Signals zwischen zwei galvanisch getrennten Stromkreisen.
Sie umfassen einen optischen Sender, beispielsweise eine Leuchtdiode, und einen optischen
Empfänger, beispielsweise einen Fototransistor. Erfindungsgemäß erfolgt die Übertragung
eines Steuersignals über zwei in Reihe zueinander geschaltete Signalübertragungselemente,
insbesondere einen ersten und einen zweiten Optokoppler. Die Spannungsversorgung des
optischen Empfängers des ersten Optokopplers erfolgt ebenso wie die Spannungsversorgung
des optischen Senders des zweiten Optokopplers über den Spannungsversorgungskreis
der Signalsperre. Der Spannungsversorgungskreis stellt die für die optische Signalübertragung
erforderliche Versorgungsspannung bereit. Durch das Abschalten der Versorgungsspannung
des Empfängers des ersten Optokopplers und des Senders des in Reihe zu diesem geschalteten
zweiten Optokopplers kann eine Signalübertragung zuverlässig verhindert werden. Der
optische Sender und der optische Empfänger sind in einem derartigen Abstand und in
einer derartigen Anordnung zueinander positioniert, dass die elektrische Isolation
der Signalsperre sichergestellt ist.
[0012] Günstigerweise ist mindestens eine Signalsperre in einer Signalleitung für Schaltsignale
für Leistungshalbleiter der Leistungselektronik des Antriebsmotors angeordnet. Die
Leistungselektronik kann beispielsweise in Form eines Frequenzumformers ausgebildet
sein.
[0013] Bevorzugt umfasst die erfindungsgemäße Aufzugsteuereinrichtung ein erstes Steuerglied,
insbesondere einen Mikrocontroller, zur Erzeugung von Schaltsignalen für die Leistungselektronik
des Antriebsmotors und eine Signalsperre ist zwischen dem ersten Steuerglied und einem
Schaltsignaleingang der Leistungselektronik angeordnet. Durch das Abschalten der Versorgungsspannung
der Signalsperre, das heißt durch Deaktivierung der Kopplung zwischen der Spannungsquelle
und dem Spannungsversorgungskreis der Signalsperre, kann verhindert werden, dass die
zum Betrieb der Leistungselektronik benötigten Schaltsignale vom Steuerglied an die
Leistungselektronik übertragen werden können.
[0014] Besonders günstig ist es, wenn zur Deaktivierung der Kopplung zwischen der Spannungsquelle
und dem Spannungsversorgungskreis ein erster steuerbarer Schalter zum Einsatz kommt.
Der erste steuerbare Schalter kann beispielsweise in Form eines Relais ausgestaltet
sein, insbesondere in Form eines zwangsgeführten Relais.
[0015] Der steuerbare Schalter kann auf Veranlassung der übergeordneten Aufzugsteuereinrichtung
die Kopplung zwischen der Spannungsquelle und dem Spannungsversorgungskreis der Signalsperre
deaktivieren, so dass die Versorgungsspannung der Signalsperre abgeschaltet wird.
[0016] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Aufzugsteuereinrichtung
ist mittels des ersten steuerbaren Schalters auch eine Versorgungsspannung für die
Bremseinrichtung des Aufzugs unterbrechbar. Die Bremseinrichtung weist in üblicher
Weise eine Bremse auf, die zum Lösen mit Spannung beaufschlagt werden muss und ansonsten
eine Bewegung des Fahrkorbs des Aufzugs verhindert. Wird die Versorgungsspannung für
die Bremseinrichtung unterbrochen, so kann die Bremse nicht gelöst werden und eine
Bewegung des Fahrkorbs ist zuverlässig verhindert. Kann mittels des ersten steuerbaren
Schalters sowohl die Kopplung zwischen der Spannungsquelle und dem Spannungsversorgungskreis
der Signalsperre deaktiviert werden als auch die Versorgungsspannung für die Bremseinrichtung
unterbrochen werden, so führt dies zu einem besonders zuverlässigen Stillsetzen des
Fahrkorbs, da zum einen die Leistungselektronik dem Antriebsmotor kein Drehfeld mehr
bereitstellen kann und somit der Antriebsmotor keine Drehbewegung mehr hervorrufen
kann, und zum anderen verhindert die spannungslose Bremse eine Bewegung des Fahrkorbs.
Zum Unterbrechen der Versorgungsspannung der Bremseinrichtung und zum Deaktivieren
der Kopplung zwischen Spannungsquelle und Spannungsversorgungskreis ist es lediglich
erforderlich, den ersten steuerbaren Schalter mit einem geeigneten Steuersignal zu
beaufschlagen. Ein derartiges Steuersignal kann von der übergeordneten Aufzugsteuerung
bereitgestellt werden.
[0017] Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass der erste steuerbare Schalter als Relais
ausgestaltet sein kann. Alternativ kann vorgesehen sein, dass der erste steuerbare
Schalter ein elektronischer Schalter ist. Derartige elektronische Schalter sind dem
Fachmann an sich bekannt, sie können beispielsweise Schalttransistoren oder MOS-Transistoren
aufweisen, mit deren Hilfe ein Signal geschaltet werden kann.
[0018] Eine besonders hohe Sicherheit im Hinblick auf eine unbeabsichtigte Bewegung des
Fahrkorbs wird bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung dadurch erzielt,
dass die Aufzugsteuereinrichtung einen zweiten steuerbaren Schalter aufweist, mittels
welchem eine Versorgungsspannung des Antriebsmotors unterbrechbar ist. Dies ermöglicht
es, zusätzlich zu den für den Betrieb des Antriebs erforderlichen Steuersignalen für
die Leistungselektronik des Antriebsmotors auch die Versorgungsspannung des Antriebsmotors
zu unterbrechen. Dies stellt sicher, dass selbst im unwahrscheinlichen Falle, dass
eine Deaktivierung der Kopplung zwischen der Spannungsquelle und dem Spannungsversorgungskreis
der Signalsperre nicht möglich ist, vom Antriebsmotor keine Drehbewegung bereitgestellt
werden kann.
[0019] Günstig ist es, wenn die Aufzugsteuereinrichtung eine zweite Leistungselektronik
für die Bremseinrichtung des Aufzugs aufweist und mindestens eine Signalsperre in
einer Signalleitung für Steuersignale der zweiten Leistungselektronik angeordnet ist.
Bei einer derartigen Ausgestaltung erfolgt auch die Übertragung von Steuersignalen
für die Leistungselektronik der Bremseinrichtung über in Reihe zueinander geschaltete
potentialtrennende Signalübertragungselemente, denen über einen Spannungsversorgungskreis
der Signalsperre eine Versorgungsspannung bereitgestellt werden kann. Der Spannungsversorgungskreis
ist hierzu mit einer Spannungsquelle gekoppelt und die Kopplung zwischen der Spannungsquelle
und dem Spannungsversorgungskreis kann von der übergeordneten Aufzugsteuereinrichtung
deaktiviert werden. Von der Leistungselektronik der Bremseinrichtung wird die zum
Öffnen der Bremse erforderliche Spannung bereitgestellt, sofern die Leistungselektronik
mit Steuersignalen beaufschlagt wird. Wird die Übertragung von Steuersignalen für
die Leistungselektronik der Bremseinrichtung durch Abschalten der Versorgungsspannung
der Signalsperre unterbrochen, so kann die Bremse nicht gelöst werden und eine Bewegung
des Fahrkorbs wird verhindert.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung weist eine Signalsperre mindestens ein erstes
Paar von in Reihe zueinander geschalteten potentialtrennenden Signalübertragungselemente
auf zur Übertragung von Steuersignalen für die erste Leistungselektronik des Antriebsmotors
sowie mindestens ein zweites Paar von in Reihe zueinander geschalteten potentialtrennenden
Signalübertragungselementen zur Übertragung von Steuersignalen für die zweite Leistungselektronik
der Bremseinrichtung, wobei sämtliche Paare von Signalübertragungselementen an den
Spannungsversorgungskreis der Signalsperre angeschlossen sind und die Kopplung zwischen
dem Spannungsversorgungskreis und der Spannungsquelle der Signalsperre von der übergeordneten
Aufzugsteuerung deaktivierbar ist. Bei einer derartigen Ausgestaltung der Erfindung
kann mittels einer einzigen Signalsperre, deren Versorgungsspannung von der Aufzugsteuerung
abgeschaltet werden kann, sowohl die Übertragung von Steuersignalen für die Leistungselektronik
des Antriebsmotors als auch die Übertragung von Steuersignalen für die Leistungselektronik
der Bremseinrichtung unterbrochen werden. Die Unterbrechung der Steuersignale kann
von der übergeordneten Aufzugsteuereinrichtung veranlasst werden, beispielsweise mittels
des voranstehend bereits erläuterten ersten steuerbaren Schalters. Zusätzlich zu den
potentialtrennenden Signalübertragungselementen können in den Spannungsversorgungskreis
mindestens einer Signalsperre weitere Schaltkreise geschaltet sein. So kann beispielsweise
vorgesehen sein, dass in den Spannungsversorgungskreis von mindestens einer Signalsperre
ein Statuserzeugungsglied geschaltet ist zur Erzeugung eines Statussignals, das über
ein potentialtrennendes Signalübertragungsglied an eine Überwachungseinrichtung übertragbar
ist. Das Statuserzeugungsglied bildet in Form eines Schaltkreises eine Baugruppe der
als separate Schaltungsanordnung ausgestalteten Signalsperre. Das Statuserzeugungsglied
kann ein Statussignal erzeugen, das der am Spannungsversorgungskreis anliegenden Spannung
entspricht. Das Steuersignal kann über ein potentialtrennendes Signalübertragungsglied,
beispielsweise über einen Optokoppler, an eine Überwachungseinrichtung des Aufzugs
übertragen werden. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Statussignal an die
übergeordnete Aufzugsteuerung übertragbar ist. Dies gibt der Aufzugsteuerung die Möglichkeit,
die am Spannungsversorgungskreis anliegende Spannung zu erfassen und mit einem Sollwert
zu vergleichen, der bei einem Regelbetrieb des Aufzugs zu erwarten ist.
[0021] Von Vorteil ist es, wenn in den Spannungsversorgungskreis einer Signalsperre ein
Signalerzeugungsglied geschaltet ist, das über ein potentialtrennendes Signalübertragungselement
mit einer Spannungsversorgungseinrichtung für einen Signalverstärker der Leistungselektronik
des Antriebsmotors gekoppelt ist. Bei einer derartigen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Aufzugsteuereinrichtung weist die Leistungselektronik einen Signalverstärker auf,
der häufig auch als "Treiber" bezeichnet wird und der Verstärkung der Steuersignale
dient, die der Leistungselektronik bereitgestellt werden. Der Signalverstärker ist
an eine Spannungsversorgungseinrichtung angeschlossen, die über ein potentialtrennendes
Signalübertragungselement mit dem in den Spannungsversorgungskreis der Signalsperre
geschalteten Signalerzeugungsglied gekoppelt ist. Das Signalerzeugungsglied bildet
somit einen Schaltkreis der als separate Schaltungsanordnung ausgebildeten Signalsperre.
Die Spannungsversorgung des Signalerzeugungsglieds erfolgt über den Spannungsversorgungskreis
der Signalsperre und kann somit von der übergeordneten Aufzugsteuerung abgeschaltet
werden. Bei Vorliegen einer Versorgungsspannung stellt das Signalerzeugungsglied der
Spannungsversorgungseinrichtung des Signalverstärkers der Leistungselektronik ein
Signal bereit, das wiederum den Betrieb des Signalverstärkers ermöglicht.
[0022] Das Signalerzeugungsglied kann beispielsweise in Form eines Taktgenerators ausgestaltet
sein, dessen Taktsignal über ein potentialtrennendes Signalübertragungselement einem
elektrisch steuerbaren Schaltelement zuführbar ist, das in Reihe zu einer Primärspule
eines Transformators geschaltet ist. Der Schaltzustand des elektrischen Schaltelements
wird vom Taktsignal des Taktgenerators bestimmt. Durch abwechselndes Öffnen und Schließen
des elektrischen Schaltelements kann über die Primärwicklung des Transformators ein
gepulster Strom fließen und dadurch kann in der Sekundärwicklung des Transformators
eine Sekundärspannung induziert werden, die als Versorgungsspannung für den Signalverstärker
der Leistungselektronik dienen kann. Somit wird dem Signalverstärker nur dann eine
Versorgungsspannung bereitgestellt, wenn der Taktgenerator ein entsprechendes Taktsignal
generiert. Dies wiederum setzt voraus, dass die Kopplung des Spannungsversorgungskreises
der Signalsperre mit der Spannungsquelle von der übergeordneten Aufzugsteuerung nicht
deaktiviert ist. Durch Deaktivierung der Kopplung zwischen Spannungsquelle und Spannungsversorgungskreis
kann somit nicht nur die Übertragung von Steuersignalen zur Leistungselektronik des
Antriebsmotors unterbunden werden, sondern gleichzeitig kann auch eine eingangsseitige
Verstärkung der Steuersignale mittels des Signalverstärkers der Leistungselektronik
verhindert werden.
[0023] Zur Ausgestaltung der Kopplung zwischen dem Spannungsversorgungskreis der Signalsperre
und der Spannungsquelle wurden bisher keine näheren Angaben gemacht. Es kann beispielsweise
vorgesehen sein, dass der Spannungsversorgungskreis über einen Übertrager mit der
Spannungsquelle gekoppelt ist. Die Primärseite des Übertragers ist an die Spannungsquelle
angeschlossen und die Sekundärseite des Übertragers ist in den Spannungsversorgungskreis
geschaltet. Der Übertrager ermöglicht eine induktive Kopplung der Spannungsquelle
mit dem Spannungsversorgungskreis, wobei die Spannungsquelle eine Wechselspannung
bereitstellt. An der Sekundärseite des Übertragers kann die Signalsperre eine Gleichrichterschaltung
aufweisen, mit deren Hilfe die sekundärseitig induzierte Wechselspannung gleichgerichtet
werden kann, so dass den potentialtrennenden Signalübertragungsgliedern ebenso wie
den gegebenenfalls in den Spannungsversorgungskreis geschalteten weiteren Schaltkreisen
eine gleichgerichtete Versorgungsspannung bereitgestellt werden kann.
[0024] Um im Falle einer vorsätzlichen Überbrückung eines potentialtrennenden Signalübertragungselementes
eine Signalübertragung über die Signalsperre zuverlässig zu vermeiden, ist es von
Vorteil, wenn sich die Signalpegel der eingangs- und ausgangsseitig an der mindestens
einen Signalsperre anliegenden Steuersignale vom Signalpegel innerhalb der Signalsperre
zwischen zwei in Reihe zueinander geschalteten Signalübertragungselementen unterscheiden.
Der Signalpegel der eingangsseitig an der Signalsperre anliegenden Steuersignale kann
beispielsweise kleiner sein als der Signalpegel zwischen zwei in Reihe zueinander
geschalteten Signalübertragungselementen. Der Signalpegel zwischen zwei in Reihe zueinander
geschalteten Signalübertragungselementen kann kleiner gewählt sein als der Signalpegel
der ausgangsseitig an der Signalsperre anliegenden Steuersignale. Wird ein potentialtrennendes
Signalübertragungselement vorsätzlich überbrückt, so führt dies zu einem Kurzschluss
zwischen den innerhalb der Signalsperre vorliegenden Signalen und den Signalen außerhalb
der Signalsperre. Aufgrund der unterschiedlichen Signalpegel hat dies dann zur Folge,
dass die Signalsperre nicht mehr funktionsfähig ist, das heißt eine Signalübertragung
ist nicht mehr möglich.
[0025] Günstig ist es, wenn die am Spannungsversorgungskreis anliegende Versorgungsspannung
eine sicher getrennte Kleinspannung ist. Derartige Kleinspannungen werden auch als
"Sicherheitskleinspannung" und im englischen Sprachgebrauch als "safety extra low
voltage" (SELV) bezeichnet.
[0026] Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im
Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- ein Blockschaltbild einer ersten Ausführungsform einer erfindungs-gemäßen Aufzugsteuereinrichtung
und
- Figur 2:
- ein Blockschaltbild einer zweiten Ausführungsform einer erfindungs-gemäßen Aufzugsteuereinrichtung.
[0027] In Figur 1 ist eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Aufzugsteuereinrichtung
10 dargestellt. Die Aufzugsteuereinrichtung 10 umfasst ein erstes Steuerglied 12,
beispielsweise einen Mikrocontroller, zur Erzeugung von Steuersignalen für eine erste
Leistungselektronik 14 eines Antriebsmotors 16. Das erste Steuerglied 12 weist insgesamt
sechs Steuerausgänge auf, von denen in der Zeichnung zur Erzielung einer besseren
Übersicht nur ein erster Steuerausgang 18 und ein sechster Steuerausgang 20 dargestellt
ist. Die weiteren Steuerausgänge sind jedoch identisch ausgebildet wie die Steuerausgänge
18 und 20 und sie sind in entsprechender Weise mit der Leistungselektronik 14 des
Antriebsmotors 16 verschaltet. Der erste Steuerausgang 18 ist über eine erste Signalleitung
22 mit einem ersten Steuereingang 24 der Leistungselektronik 14 verbunden. In entsprechender
Weise ist der sechste Steuerausgang 20 über eine sechste Signalleitung 26 mit einem
sechsten Steuereingang 28 der Leistungselektronik 14 verbunden. In die insgesamt sechs
Signalleitungen, über die das erste Steuerglied 12 mit der Leistungselektronik 14
verbunden ist, ist eine Signalsperre 30 geschaltet, die als separate Schaltungsanordnung
der Aufzugsteuereinrichtung 10 ausgestaltet und von den restlichen Schaltungsbereich
der Aufzugsteuereinrichtung 10 über elektrische Sicherheitsabstände 32 elektrisch
isoliert ist.
[0028] Der ersten Signalleitung 22 zugeordnet weist die Signalsperre 30 ein erstes potentialtrennendes
Signalübertragungselement in Form eines ersten Optokopplers 34 und ein in Reihe zu
diesem geschaltetes zweites potentialtrennendes Signalübertragungselement in Form
eines zweiten Optokopplers 36 auf. Steuersignale, die vom ersten Steuerglied 12 über
die erste Signalleitung 22 an die erste Leistungselektronik 14 übertragen werden,
verlaufen somit über den ersten Optokoppler 34 und über den zweiten Optokoppler 36.
[0029] In entsprechender Weise sind auch den weiteren Signalleitungen, über die das erste
Steuerglied 12 mit der ersten Leistungselektronik 14 verbunden ist, jeweils zwei in
Reihe zueinander geschaltete potentialtrennende Signalübertragungselemente zugeordnet.
Zur Erzielung einer besseren Übersicht sind in Ergänzung zum ersten Optokoppler 34
und zum zweiten Optokoppler 36 lediglich die der sechsten Signalleitung 26 zugeordneten
potentialtrennenden Signalübertragungselemente in Form eines dritten Optokopplers
38 und eines in Reihe zu diesem geschalteten vierten Optokopplers 40 dargestellt.
[0030] Die Aufzugsteuereinrichtung 10 weist darüber hinaus ein zweites Steuerglied 42 auf,
das ebenfalls in Form eines Mikrocontrollers ausgestaltet sein kann und das über eine
siebte Signalleitung 44 mit einer zweiten Leistungselektronik 46 einer Bremseinrichtung
48 des Aufzugs verbunden ist. Zusätzlich zur zweiten Leistungselektronik 46 weist
die Bremseinrichtung 48 eine Bremse 50 auf, die von der zweiten Leistungselektronik
46 gelöst werden kann, um die Bewegung eines Fahrkorbs des Aufzugs freizugeben. In
die siebte Signalleitung 44 sind zwei weitere in Reihe zueinander geschaltete potentialtrennende
Signalübertragungselemente der Signalsperre 30 geschaltet in Form eines fünften Optokopplers
52 und eines sechsten Optokopplers 54.
[0031] Sämtliche Optokoppler der als separate Schaltungsanordnung ausgestalteten Signalsperre
30 sind zur Bereitstellung einer Versorgungsspannung an einen Spannungsversorgungskreis
56 der Signalsperre 30 angeschlossen. Über den Spannungsversorgungskreis 56 können
sämtliche Optokoppler der Signalsperre 30 mit Versorgungsspannung beaufschlagt werden,
so dass über die Optokoppler Steuersignale übertragen werden können.
[0032] Der Spannungsversorgungskreis 56 steht über erste Schaltkontakte 58 eines ersten
steuerbaren Schalters in Form eines zwangsgeführten Relais 60 mit einer Spannungsquelle
62 der Signalsperre 30 in elektrischer Verbindung. Einer der beiden ersten Schaltkontakte
58 ist hierbei im Bereich der separaten Schaltungsanordnung der Signalsperre 30 angeordnet,
und der andere Schaltkontakt ist unter Sicherstellung eines elektrischen Sicherheitsabstandes
außerhalb der separaten Schaltungsanordnung der Signalsperre 30 positioniert. Über
die ersten Schaltkontakte 58 kann von der Spannungsquelle 62 eine Gleichspannung an
den Spannungsversorgungskreis 56 übertragen werden.
[0033] Zur Betätigung der ersten Schaltkontakte 58 weist das Relais 60 eine Betätigungsspule
64 auf, die von einer übergeordneten Aufzugsteuerung 66 mit einem Steuerstrom beaufschlagbar
ist. Die Betätigungsspule 64 ist hierbei in eine Sicherheitskette 68 der Aufzugsteuerung
66 geschaltet. Solange die Betätigungsspule 64 von der Aufzugsteuerung 66 mit Strom
beaufschlagt wird, sind die ersten Schaltkontakte 58 geschlossen, das heißt die Kopplung
zwischen dem Spannungsversorgungskreis 56 und der Spannungsquelle 62 ist aktiviert
und die Optokoppler werden mit der Versorgungsspannung beaufschlagt, so dass über
die Optokoppler Steuersignale übertragen werden können. Wird die Betätigungsspule
64 von der Aufzugsteuerung 66 nicht mit Strom beaufschlagt, so öffnen die ersten Schaltkontakte
58 und die Kopplung zwischen dem Spannungsversorgungskreis 56 und der Spannungsquelle
62 ist deaktiviert. Den Optokopplern steht dann keine Versorgungsspannung bereit,
und eine Signalübertragung über die Optokoppler ist nicht möglich.
[0034] Zusätzlich zu den ersten Schaltkontakten 58 umfasst das Relais zweite Schaltkontakte
70, die in eine Bremsversorgungsleitung 72 geschaltet sind, über die der Bremseinrichtung
48 eine Versorgungsspannung bereitgestellt werden kann. Bei einer Deaktivierung der
Kopplung zwischen dem Spannungsversorgungskreis 56 und der Spannungsquelle 62 wird
gleichzeitig auch die Versorgungsspannung für die Bremseinrichtung 48 unterbrochen.
[0035] Die Zuführung von Energie für den Antriebsmotor 16 erfolgt über eine mehradrige Motorleitung
74, in die ein Schütz 76 geschaltet ist, mit dessen Hilfe die Versorgungsspannung
des Antriebsmotors 16 unterbrechbar ist. Der Schütz 76 ist über in der Zeichnung zur
Erzielung einer besseren Übersicht nicht dargestellte Signalleitungen mit der Aufzugsteuereinrichtung
10 verbunden.
[0036] Die Signalsperre 30 weist zusätzlich zu den voranstehend genannten Optokopplern ein
Statuserzeugungsglied 78 auf, das in Abhängigkeit von der am Spannungsversorgungskreis
56 anliegenden Spannung ein Statussignal erzeugt, das über einen weiteren Optokoppler
80 an eine Überwachungseinrichtung übertragbar ist, beispielsweise an die Aufzugsteuerung
66. Dies ermöglicht es, den Spannungszustand des Spannungsversorgungskreises 56 zu
erfassen und mit dem Spannungszustand zu vergleichen, der bei einem Regelbetrieb der
Aufzugsteuereinrichtung 10 zu erwarten ist.
[0037] Die bei aktiver Kopplung zwischen Spannungsquelle 62 und Spannungsversorgungskreis
56 am Spannungsversorgungskreis 56 anliegende Versorgungsspannung ist als sicher getrennte
Kleinspannung (safety extra low voltage, SELV) ausgestaltet, die sich sowohl vom Signalpegel
des vom ersten Steuerglied 12 bereitgestellten eingangsseitigen Steuersignal als auch
von dem der ersten Leistungselektronik 14 bereitgestellten ausgangsseitigen Steuersignal
der Signalsperre 30 unterscheidet.
[0038] Zum Bewegen des in der Zeichnung zur Erzielung einer besseren Übersicht nicht dargestellten
Fahrkorbs des Aufzugs werden vom ersten Steuerglied 12 Steuersignale bereitgestellt,
die über die insgesamt sechs Signalleitungen an Leistungshalbleiter der ersten Leistungselektronik
14 übertragen werden. Zwei der Leistungshalbleiter sind in der Zeichnung schematisch
dargestellt und mit dem Bezugszeichen 82 belegt. Die Übertragung erfolgt über die
Optokoppler der Signalsperre 30. Hierzu werden die Optokoppler der Signalsperre 30
vom Spannungsversorgungskreis 56 mit Versorgungsspannung beaufschlagt. Zur erforderlichen
Kopplung zwischen dem Spannungsversorgungskreis 56 und der Spannungsquelle 62 sind
die ersten Schaltkontakte 58 geschlossen. Die erste Leistungselektronik 14 ist in
Form eines an sich bekannten Frequenzumformers ausgestaltet, der aufgrund der ihm
bereitgestellten Steuersignale dem Antriebsmotor 16 eine Versorgungsspannung in Form
eines alternierenden Pulsmusters bereitstellt, das es dem Antriebsmotors 16 ermöglicht,
eine Drehbewegung hervorzurufen, um den Fahrkorb zu bewegen. Die Versorgungsspannung
wird der ersten Leistungselektronik 14 über die Motorleitung 74 bereitgestellt. Hierzu
nimmt der Schütz 76 seine Schließstellung ein.
[0039] Damit sich der Fahrkorb bewegen kann, wird der Bremseinrichtung 48 über die Bremsversorgungsleitung
72 eine Versorgungsspannung bereitgestellt und das zweite Steuerglied 42 stellt der
Leistungselektronik 46 der Bremseinrichtung 48 über die Signalsperre 30 ein Steuersignal
bereit, so dass die Bremse 50 gelöst werden kann.
[0040] Zum Anhalten des Fahrkorbs unterbricht das erste Steuerglied 12 die Übertragung von
Steuersignalen an die Leistungselektronik 14 des Antriebsmotors 16 und das zweite
Steuerglied 42 unterbricht die Übertragung von Steuersignalen an die Leistungselektronik
46 der Bremseinrichtung 48. Dies hat zur Folge, dass die Leistungselektronik 14 dem
Antriebsmotor 16 keine Versorgungsspannung in Form eines alternierenden Pulsmusters
bereitstellen kann und somit die Erzeugung einer Drehbewegung unterbunden ist. Außerdem
wird die Bremse 50 angelegt, da der zweiten Leistungselektronik 46 keine Steuersignale
mehr bereitgestellt werden.
[0041] Zur Erhöhung der Sicherheit wird außerdem eine Übertragung von Steuersignalen vom
ersten Steuerglied 12 an die erste Leistungselektronik 14 mittels der Signalsperre
30 unterbrochen. Hierzu werden die ersten Schaltkontakte 58 des Relais 60 ebenso geöffnet
wie die zweiten Schaltkontakte 70. Dies hat zur Folge, dass die Kopplung des Spannungsversorgungskreises
56 der Signalsperre 30 mit der Spannungsquelle 62 deaktiviert wird, es wird also die
Versorgungsspannung der Optokoppler der Signalsperre 30 abgeschaltet. Damit können
über die Optokoppler keine Steuersignale mehr übertragen werden. Es ist somit nicht
möglich, der ersten Leistungselektronik 14 Steuersignale zu übertragen.
[0042] Da gleichzeitig auch die zweiten Schaltkontakte 70 geöffnet werden, wird auch die
Versorgungsspannung der Bremseinrichtung 48 unterbrochen, so dass die Bremse 50 zuverlässig
angelegt wird. Auch die Übertragung von Steuersignalen des zweiten Steuergliedes 42
über die Optokoppler der Signalsperre 30 wird aufgrund der abgeschalteten Versorgungsspannung
der Signalsperre 30 unterbunden.
[0043] Mittels des Schützes 76 könnte beim Anhalten des Fahrkorbes auch die über die Motorleitung
74 bereitgestellte Versorgungsspannung des Antriebsmotors 16 unterbrochen werden.
Eine solche Unterbrechung ist aber für den Regelbetrieb des Aufzugs nicht wünschenswert,
da ein Schalten des Schützes 76 erhebliche Geräusche verursacht. Es ist vielmehr wünschenswert,
das Schütz 76 nur dann zu schalten, wenn beispielsweise eine in der Zeichnung nicht
dargestellte Überwachungseinrichtung für die Bewegung des Fahrkorbes eine unerwünschte
Bewegung an die übergeordnete Aufzugsteuerung 66 meldet. Im Regelbetrieb des Aufzugs
sollte das Schütz 76 vorzugsweise stets die Energieversorgung der ersten Leistungselektronik
14 gewährleisten.
[0044] Zur Kontrolle der Funktion des Schützes 76 kann vorgesehen sein, dass das Schütz
76 über die Aufzugsteuerung 66 beispielsweise einmal täglich auf seine Funktion überprüft
wird.
[0045] In Figur 2 ist eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Aufzugsteuereinrichtung
dargestellt, die insgesamt mit dem Bezugszeichen 90 belegt ist. Diese ist weitgehend
identisch ausgebildet wie die voranstehend unter Bezugnahme auf Figur 1 erläuterte
Aufzugsteuereinrichtung 10. Für identische Bauteile werden daher in Figur 2 dieselben
Bezugszeichen verwendet wie in Figur 1 und bezüglich dieser Bauteile wird zur Vermeidung
von Wiederholungen auf die voranstehenden Erläuterungen Bezug genommen.
[0046] Bei der Aufzugsteuereinrichtung 90 ist der Spannungsversorgungskreis 56 über einen
Übertrager 92 mit einer Spannungsquelle 94 gekoppelt. Eine Primärseite 96 des Übertragers
92 ist über Verbindungsleitungen 98, 100 mit der Spannungsquelle 94 verbunden, und
eine Sekundärseite 102 des Übertragers 92 ist über einen Gleichrichter 104 mit dem
Spannungsversorgungskreis 56 verbunden. Die Sekundärseite 102 des Übertragers 92 bildet
somit ebenso wie der Gleichrichter 104 ein Bauteil der als separate Schaltungsanordnung
ausgestalteten Signalsperre 91 der Aufzugsteuereinrichtung 90. Die Signalsperre 91
ist von den restlichen Schaltungsbereichen der Aufzugsteuereinrichtung 90 elektrisch
isoliert. Über den Übertrager 92 kann eine von der Spannungsquelle 94 bereitgestellte
Wechselspannung übertragen werden, die als Versorgungsspannung für die Signalsperre
91 der Aufzugsteuereinrichtung 90 dient.
[0047] In die Verbindungsleitungen 98 und 100 sind erste Schaltkontakte 106 bzw. 108 des
Relais 60 geschaltet, so dass mit Hilfe des Relais 60 in entsprechender Weise, wie
dies voranstehend unter Bezugnahme auf Figur 1 bereits erläutert wurde, die Kopplung
zwischen der Spannungsquelle 94 und der Signalsperre 91 deaktiviert werden kann.
[0048] Die Aufzugsteuereinrichtung 90 unterscheidet sich von der Aufzugsteuereinrichtung
10 auch dadurch, dass die Signalsperre 91 ein Signalerzeugungsglied in Form eines
Taktgenerators 110 aufweist, der vom Spannungsversorgungskreis 56 der Signalsperre
91 mit Versorgungsspannung beaufschlagt wird und der ein Taktsignal bereitstellt,
das über einen zusätzlichen Optokoppler 112 an eine Spannungsversorgungseinrichtung
114 eines an sich bekannten und deshalb in der Zeichnung nicht dargestellten Signalverstärkers
der ersten Leistungselektronik 14 übertragen werden kann. Mittels des Signalverstärkers
werden die von dem ersten Steuerglied 12 bereitgestellten Steuersignale am Eingang
der ersten Leistungselektronik 14 verstärkt. Derartige Signalverstärker werden auch
als "Treiber" bezeichnet. Die Spannungsversorgung des Signalverstärkers erfolgt mittels
der Spannungsversorgungseinrichtung 114, sofern diese vom Taktgenerator 110 mit einem
Taktsignal beaufschlagt wird. Die Spannungsversorgungseinrichtung 114 kann beispielsweise
einen Transformator aufweisen mit einer Primärspule und mindestens einer Sekundärspule.
In Reihe zur Primärspule kann ein Schalttransistor geschaltet sein, der vom Taktsignal
des Taktgenerators 110 alternierend geöffnet und geschlossen werden kann, so dass
über die Primärspule ein gepulster Strom fließen kann. Dieser induziert in der Sekundärspule
des Transformators eine Sekundärspannung, die als Versorgungsspannung für den Signalverstärker
der ersten Leistungselektronik 14 dienen kann.
[0049] Bei der Aufzugsteuereinrichtung 90 erfolgt eine Bewegung des Fahrkorbs des Aufzugs
in gleicher Weise wie bei der Aufzugsteuereinrichtung 10. Vom ersten Steuerglied 12
werden ebenso wie vom zweiten Steuerglied 42 Steuersignale bereitgestellt, die über
die Signalsperre 91 an die Leistungselektronik 14 des Antriebsmotors 16 bzw. an die
Leistungselektronik 46 der Bremseinrichtung 48 übertragen werden. Die Versorgungsspannung
der Signalsperre 91 ist eingeschaltet. Hierzu werden vom Relais 60 die ersten Schaltkontakte
106 und 108 ebenso geschlossen wie die zweiten Schaltkontakte 70. Über die ersten
Schaltkontakte kann somit eine Wechselspannung an die Primärseite des Übertragers
92 geliefert werden. Dadurch wird auf der Sekundärseite 102 des Übertragers 92 eine
Wechselspannung induziert, die nach erfolgter Gleichrichtung als Versorgungsspannung
für die Signalsperre 91 dient. Gleichzeitig sind die zweiten Schaltkontakte 70 geschlossen,
so dass der Bremseinrichtung 48 über die Bremsversorgungsleitung 72 eine Versorgungsspannung
bereitgestellt werden kann. Auch der in die Motorleitung 74 geschaltete Schütz 76
ist geschlossen, so dass dem Antriebsmotor 16 eine Versorgungsspannung bereitgestellt
werden kann.
[0050] Zum Anhalten des Fahrkorbes wird auch bei der Aufzugsteuereinrichtung 90 die Erzeugung
von Steuersignalen vom ersten Steuerglied 12 ebenso unterbunden wie vom zweiten Steuerglied
42. Um eine unbeabsichtigte Übertragung von Steuersignalen zu vermeiden, wird zusätzlich
die Kopplung des Spannungsversorgungskreises 56 mit der Spannungsquelle 94 deaktiviert,
indem die ersten Schaltkontakte 106, 108 und die zweiten Schaltkontakte 70 geöffnet
werden. Der Bremseinrichtung 48 wird somit nicht länger eine Versorgungsspannung bereitgestellt,
so dass die Bremse 50 anzieht und darüber hinaus wird mangels Versorgungsspannung
der Signalsperre 91 nicht nur das Übertragen von Steuersignalen vom ersten Steuerglied
12 zur ersten Leistungselektronik 14 und vom zweiten Steuerglied 42 zur zweiten Leistungselektronik
46 unterbunden, sondern mangels Versorgungsspannung stellt der Taktgenerator 110 kein
Taktsignal mehr bereit, so dass die Spannungsversorgungseinrichtung 114 dem eingangsseitigen
Signalverstärker der ersten Leistungselektronik 14 keine Versorgungsspannung mehr
bereitstellen kann, so dass auch aus diesem Grunde die erste Leistungselektronik 14
keine Steuersignale verarbeiten kann, die zu einer Versorgungsspannung mit alternierendem
Pulsmuster für den Antriebsmotors 16 führen könnten.
[0051] Auch bei der Aufzugsteuereinrichtung 90 kann mittels des Schützes 76 die Versorgungsspannung
des Antriebsmotors 60 unterbrochen werden. Eine derartige Unterbrechung wird jedoch
zur Vermeidung einer Geräuschentwicklung vermieden. Sie erfolgt nur dann, wenn eine
in der Zeichnung nicht dargestellte Überwachungseinrichtung für die Bewegung des Fahrkorbs
eine unerwünschte Bewegung an die Aufzugsteuerung 66 meldet. Im Regelbetrieb des Aufzugs
wird auch bei der Aufzugsteuereinrichtung 90 das Schütz 76 nur einmal täglich auf
seine Funktion überprüft.
[0052] Eine sicherheitsgerichtete Software kann sowohl für den Betrieb der Aufzugsteuereinrichtung
10 als auch für den Betrieb der Aufzugsteuereinrichtung 90 entfallen. Die als separate
Schaltungsanordnung ausgestalteten Signalsperren 30 bzw. 91, deren Versorgungsspannung
von der Aufzugsteuereinrichtung 66 abgeschaltet werden kann, stellen sicher, dass
eine unbeabsichtigte Übertragung von Steuersignalen an die Leistungselektronik des
Antriebsmotors und/ oder an die Leistungselektronik der Bremseinrichtung 48 zuverlässig
bei jedem Halt des Fahrkorbes unterbunden ist.
1. Aufzugsteuereinrichtung für einen Aufzug mit einem Antriebsmotor, einem Fahrkorb und
einer Bremseinrichtung, wobei die Aufzugsteuereinrichtung eine erste Leistungselektronik
für den Antriebsmotor und mindestens eine Signalsperre zum Sperren der Übertragung
von Steuersignalen für die erste Leistungselektronik umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalsperre (30; 91) als separate Schaltungsanordnung der Aufzugsteuereinrichtung
(10; 90) ausgestaltet ist, die von restlichen Schaltungsbereichen der Aufzugsteuereinrichtung
elektrisch isoliert ist und die mindestens zwei in Reihe zueinander geschaltete potentialtrennende
Signalübertragungselemente (34, 36; 38, 40; 52, 54) aufweist zur Übertragung von Steuersignalen
sowie einen Spannungsversorgungskreis (56), über den die Signalübertragungselemente
mit einer Spannungsquelle (62; 94) gekoppelt sind, wobei die Kopplung zwischen der
Spannungsquelle (62; 94) und dem Spannungsversorgungskreis (56) von einer übergeordneten
Aufzugsteuerung (66) deaktivierbar ist.
2. Aufzugsteuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die potentialtrennenden Signalübertragungselemente als Optokoppler (34, 36, 38, 40,
52, 54) ausgebildet sind.
3. Aufzugsteuereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Signalsperre (30; 91) in einer Signalleitung (22, 26) für Schaltsignale
für Leistungshalbleiter (82) der ersten Leistungselektronik (14) angeordnet ist.
4. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplung zwischen der Spannungsquelle (62; 94) und dem Spannungsversorgungskreis
(56) mittels eines ersten steuerbaren Schalters (60) deaktivierbar ist.
5. Aufzugsteuereinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des ersten steuerbaren Schalters (60) auch eine Versorgungsspannung für die
Bremseinrichtung (48) des Aufzugs unterbrechbar ist.
6. Aufzugsteuereinrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste steuerbare Schalter als zwangsgeführtes Relais (60) ausgestaltet ist.
7. Aufzugsteuereinrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste steuerbare Schalter als elektronischer Schalter ausgestaltet ist.
8. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugsteuereinrichtung (10; 90) einen zweiten steuerbaren Schalter (76) aufweist,
mittels welchem eine Versorgungsspannung des Antriebsmotors (16) unterbrechbar ist.
9. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugsteuereinrichtung (10; 90) eine zweite Leistungselektronik (46) für die
Bremseinrichtung (48) des Aufzugs aufweist und dass mindestens eine Signalsperre (30;
91) in einer Signalleitung (44) für Steuersignale der zweiten Leistungselektronik
(46) angeordnet ist.
10. Aufzugsteuereinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Signalsperre (30; 91) mindestens ein erstes Paar von in Reihe zueinander geschalteten
potentialtrennenden Signalübertragungselementen (34, 36; 38, 40) aufweist zur Übertragung
von Steuersignalen für die erste Leistungselektronik (14) sowie mindestens ein zweites
Paar von in Reihe zueinander geschalteten potentialtrennenden Signalübertragungselementen
(52, 54) zur Übertragung von Steuersignalen für die zweite Leistungselektronik (46),
wobei sämtliche Paare von Signalübertragungselementen in den Spannungsversorgungskreis
(56) der Signalsperre (30; 91) geschaltet sind und die Kopplung zwischen dem Spannungsversorgungskreis
(56) und der Spannungsquelle (62; 94) von der Aufzugsteuerung (66) deaktivierbar ist.
11. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Spannungsversorgungskreis (56) ein Statuserzeugungsglied (78) geschaltet ist
zur Erzeugung eines Statussignals, das über ein potentialtrennendes Signalübertragungselement
(80) an eine Überwachungseinrichtung übertragbar ist.
12. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Spannungsversorgungskreis (56) ein Signalerzeugungsglied (110) geschaltet
ist, das über ein potentialtrennendes Signalübertragungselement (112) mit einer Spannungsversorgungseinrichtung
(114) für einen Signalverstärker der ersten Leistungselektronik (14) gekoppelt ist.
13. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannungsversorgungskreis (56) über einen Übertrager (92) mit der Spannungsquelle
(94) gekoppelt ist.
14. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Signalpegel der eingangs- und ausgangsseitig an der mindestens einen Signalsperre
(30; 91) anliegenden Steuersignale vom Signalpegel innerhalb der Signalsperre (30;
91) zwischen zwei in Reihe zueinander geschalteten Signalübertragungselementen (34,
36; 38, 40; 52, 54) unterscheiden.
15. Aufzugsteuereinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die am Spannungsversorgungskreis (56) anliegende Versorgungsspannung eine sicher
getrennte Kleinspannung ist.