GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine insbesondere feuerfeste Architekturplatte,
die zur Beplankung von Wänden, Decken oder auch Böden eingesetzt werden kann und die
sich dadurch auszeichnet, dass sie robust gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen
ausgebildet ist und vorzugsweise auch nicht brennbar ist.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus dem Stand der Technik sind bereits Bauplatten bekannt, die zum Innenausbau von
Gebäuden im so genannten Trockenbau oder zur Verkleidung von Wänden und Decken verwendet
werden und die die Anforderungen der Nicht-Brennbarkeit erfüllen. Entsprechend können
derartige Bauplatten in Gebäuden zur Beplankung von Wänden eingesetzt werden, bei
denen der Brandschutz eine wichtige Rolle spielt, wie beispielsweise in öffentlichen
Gebäuden wie Krankenhäusern und dergleichen. Beispiele hierfür sind Gipsfaserplatten
oder Gipskartonplatten, Zement gebundene Platten sowie Silikatplatten aus silikatgebundenen
Werkstoffen, wie beispielsweise Vermiculitplatten. Die bekannten Gipsfaserplatten
bestehen aus Gips, in welchen Fasern aus zermahlenem Holz oder Altpapier eingelagert
sind, während Gipskartonplatten aus Gips mit Kartonagebezug bestehen. Zur Herstellung
der feuerhemmenden Eigenschaften werden derartige Platten mit Keramikbeschichtungen
versehen oder erhalten eine Glasfaserarmierung.
[0003] Bei den bekannten Produkten besteht jedoch das Problem, dass nur eingeschränkte Möglichkeiten
zur Gestaltung der Oberfläche bestehen und insbesondere keine sehr glatten Oberflächen
erzielbar sind. Außerdem weisen derartige Architekturplatten den Nachteil auf, dass
sie in Richtung senkrecht zu den Hauptflächen, also den Flächen, die durch die längsten
Seitenkanten begrenzt werden, eine geringe mechanische Stabilität aufweisen und damit
eine geringe Stoßfestigkeit besitzen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0004] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung die bekannten Bauplatten insbesondere für den
Einsatz in Bereichen, in denen die Bauplatten nicht brennbar sein dürfen, dahingehend
weiter zu entwickeln, dass ein variables und ansprechendes Äußeres gestaltet werden
kann und dass zudem eine erhöhte mechanische Festigkeit in Richtung senkrecht zu den
Hauptflächen und insbesondere eine erhöhte Stoßfestigkeit erzielt wird.
TECHNISCHE LÖSUNG
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Architekturplatte mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Die erfindungsgemäße Architekturplatte umfasst eine Grundplatte, auf welcher ein-
oder zweiseitig bzw. auf mehreren Seiten eine elektrisch leitfähige Platte aufgebracht
ist, welche mittels eines Lacks, insbesondere Pulverlacks oder sonstigen abriebfesten
und gegen mechanische Einwirkungen unempfindlichen Lack beschichtet ist.
[0007] Alternativ oder zusätzlich umfasst die Architekturplatte eine Metallspritzschicht,
die auf der Grundplatte angeordnet ist. Auf der Metallspritzschicht kann die elektrisch
leitfähige Platte angeordnet werden, was eine gute Haftfestigkeit der elektrisch leitfähigen
Platte bewirkt.
[0008] Statt einer elektrisch leitfähigen Platte kann eine Dekorationsplatte auf der Metallspritzschicht
vorgesehen sein, welche aus Kunststoff, Metall oder einem Laminat, wie HPL, oder dergleichen
gebildet sein kann. Auf der Dekorationsplatte können Dekore aufgedruckt und/oder Lacke,
wie Pulverlacke, Nasslacke, Klarlacke etc. aufgebracht sein, z.B. durch Spritzen,
Streichen, Walzen und dgl. Auch bei der elektrisch leitfähigen Platte können aufgedruckte
Dekore vorgesehen sein.
[0009] Auf der Metallspritzschicht, die vorzugsweise aus Zink, Zinklegierungen, Aluminium,
Aluminiumlegierungen, Stahl oder Edelstahl gebildet sein kann, können statt der elektrisch
leitfähigen Platte oder einer Dekorationsplatte auch Dekorationsschichten mittels
Drucken, z.B. Digitaldruck, und/oder Lackieren mit z.B. Nasslacken, Klarlacken, Pulverlacken
etc. aufgebracht werden, wobei in diesem Fall die Metallspritzschicht vorher durch
plastische Verformung durch Walzen mit einer Stahlwalze oder Behandlung (Abziehen)
mit einer Rakel, insbesondere Stahlrakel, geglättet wird. Die plastische Verformung
betrifft insbesondere die Einebnung von Oberflächenspitzen. Darüber hinaus sind auch
andere Glättungsverfahren einsetzbar.
[0010] Vor dem Bedrucken und/oder Lackieren der Metallspritzschicht kann die plastisch verformte
Metallspritzschicht weiterhin geschliffen und/oder poliert und/oder gebürstet werden,
um eine glatte Oberfläche zu erzeugen. Im Falle einer geglätteten Metallspritzschicht
aus einem Metall mit ansehnlicher und unempfindlicher Oberfläche, wie z.B. Aluminium
oder Edelstahl kann die geschliffene und/oder polierte bzw. gebürstete Oberfläche
als Dekorationsschicht Verwendung finden, so dass ein weiteres Lackieren nicht mehr
nötig ist.
[0011] Unter einer elektrisch leitfähigen Platte wird ein eben und flächig ausgebildetes
Bauteil verstanden, das aus einem elektrisch leitfähigen Material besteht oder ein
solches enthält. Die elektrisch leitfähige Platte oder Dekorationsplatte ist ein eigenständiges
Bauteil, das in sich stabil ist, so dass die elektrisch leitfähige Platte oder Dekorationsplatte
die Grundplatte in einem Zustand, in dem sie mit der Grundplatte verbunden ist, stützt
und für eine erhöhte Stabilität und Festigkeit der Architekturplatte sorgt. Die elektrisch
leitfähige Platte oder Dekorationsplatte kann steif oder flexibel bzw. biegsam ausgebildet
sein.
[0012] Die elektrisch leitfähige Platte und/oder die Metallspritzschicht sowie die Dekorationsschichten
in Form von Dekorationsplatten oder Druck- oder Lackschichten können insbesondere
an einer oder beiden Hauptflächen der Grundplatte angeordnet sein, wobei unter Hauptflächen
diejenigen Flächen einer quaderförmigen Platte gemeint sind, die durch die längsten
Seitenkanten aufgespannt sind. Da eine Architekturplatte und damit auch die Grundplatte
üblicherweise eine große Länge und Breite, aber eine geringe Dicke umfasst, sind die
Hauptflächen entsprechend durch die Breite und Länge aufgespannt. Zusätzlich können
auch die Nebenflächen, die durch die Länge und Dicke oder durch die Breite und Dicke
der Grundplatte aufgespannt sind, in gleicher Weise ausgebildet sein.
[0013] Die elektrisch leitfähige Platte wird insbesondere durch ein Blech, eine Folie oder
eine dünne Platte aus Metall- oder einer Metalllegierung gebildet. Ein Metallblech
oder eine Metallfolie sind dabei vorzugsweise mittels eines geeigneten Walzverfahrens
hergestellt, während eine Metallplatte auch durch Gießverfahren oder eine Kombination
aus Gieß- und Walzverfahren hergestellt sein kann. Vorzugsweise ist die elektrische
leitfähige Platte als ein Metallblech, eine Metallfolie oder eine Metallplatte mit
einer glatten Oberfläche ausgebildet, die eine geringe, insbesondere eine minimal
realisierbare, Rauheit aufweist.
[0014] Die elektrisch leitfähige Platte kann insbesondere durch ein Blech, eine Folie oder
eine Platte aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung gebildet sein. Neben Aluminium
und entsprechenden Aluminiumlegierungen kommen auch Edelstahlbleche bzw. -folien oder
-platten oder verzinkte Edelstahlbleche oder -folien oder -platten in Frage.
[0015] Alternativ kann die elektrisch leitfähige Platte auch durch eine mit Kohlenstofffasern
verstärkte Platte oder eine mit Kohlenstofffasern gewebte Platte ausgebildet sein.
Durch die elektrische Leitfähigkeit von Kohlenstofffasern kann eine Pulverlackierung
ermöglicht werden. Gleichzeitig wirken die Kohlenstofffasern stabilisierend und gewährleisten,
dass die Architekturplatte nicht brennbar ist. Kohlenstofffaserverstärkte Platten
eignen sich insbesondere, wenn die Architekturplatte eine strukturierte Oberfläche
besitzen soll, da eine Oberfläche der kohlenstofffaserverstärkte Platte eine entsprechende
Strukturierung aufweisen kann.
[0016] Die elektrisch leitende Platte, insbesondere, wenn sie als Blech, Folie oder Platte
aus Metall oder einer Metalllegierung ausgebildet ist, kann vorzugsweise eine Dicke
von mehr als 0,2 mm, insbesondere mehr als 0,3 mm oder mehr als 0,5 mm, insbesondere
im Dickenbereich von 0,25 bis 0,75 mm, aufweisen. Bei der Verwendung von kohlenstofffaserverstärkten
Platten kann eine größere Dicke von mindestens 1 mm gewählt werden. Die Metallspritzschicht
kann mit einer Dicke von 30 µm bis 150 µm, vorzugsweise 40 µm bis 100 µm vorgesehen
werden.
[0017] Die Grundplatte kann aus Gips-, Zement-, und/oder Silikat-gebundenen Platten bestehen,
wie beispielsweise aus Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten, Vermiculitplatten oder
entsprechenden zementgebundenen Werkstoffen. Auch Hartschaumplatten insbesondere aus
Polyvinylchlorid, Polystyrol oder Polyurethan sind vorstellbar.
[0018] Die Gipsfaserplatten können in bekannter Weise entsprechende Fasern aus zermahlenem
Holz oder Altpapier enthalten.
[0019] Die elektrisch leitfähige Platte kann über einen entsprechenden Kleber mit der Grundplatte
oder einer Metallspritzschicht verklebt werden, wobei die Verwendung von Brandschutzklebem
bevorzugt ist. Entsprechend kann auch eine Dekorationsplatte aufgeklebt sein. Daneben
kann die elektrisch leitfähige Platte auch unmittelbar direkt beim Verpressen der
Grundplatte bzw. allgemein beim Herstellen der Grundplatte mit dem Grundplattenmaterial
verbunden werden.
[0020] Auf der elektrisch leitfähigen Platte ist ein Lack angeordnet, der insbesondere ein
Pulverlack oder Nasslack sein kann, der durch Ultraviolettstrahlung aushärtet. Allerdings
können auch andere Lacke Verwendung finden. Die Aufbringung der Lacke erfolgt in an
sich bekannter Weise, wobei insbesondere für die Vernetzung und Aushärtung der Pulver
Strahlungshärtung und/oder Heißluft eingesetzt werden kann.
[0021] Die Architekturplatte ist vorzugsweise feuerfest ausgebildet. Durch den erfindungsgemäßen
Aufbau kann gewährleistet werden, dass der Flammschutz in Form einer Beschichtung
oder Imprägnierung der Grundplatte bei der Herstellung nicht zerstört wird.
[0022] Eine entsprechende Architekturplatte kann somit nicht brennbar ausgebildet sein und
bietet somit eine gute Möglichkeit einer feuerfesten Gestaltung eines Raumes, da insbesondere
über die Kombination aus elektrisch leitfähiger Platte insbesondere in Form von Aluminiumplatten,
-blechen oder -folien und Lackauftrag eine variable Gestaltung der Oberfläche möglich
ist. Die Oberfläche kann weiterhin extrem glatt oder auch mit Strukturen ausgebildet
werden, wobei insbesondere über Pulverlacke eine hohe Kratzbeständigkeit sowie eine
hohe chemische Beständigkeit erreicht werden kann. Durch die vorgesehenen Platten
oder Metallspritzschichten kann eine hohe mechanische Festigkeit und insbesondere
auch Stoßfestigkeit senkrecht zu den Hauptflächen der Platte erzielt werden. Darüber
hinaus können derartige Platten antibakterielle Eigenschaften aufweisen und besitzen
durch ihren Aufbau die Diffusionsbeständigkeit gegenüber Wasserdampf. Durch die Verwendung
von Pulverlack ist Lösemittelfreiheit gegeben und der Verzicht auf flüchtige organische
Verbindungen (VOC Volatile Organic Compounds) macht die Platte auch in allen Bereichen,
in denen ein gesundes Raumklima gefordert ist, einsetzbar. Die elektrisch leitfähige
Platte sorgt zudem für eine Abschirmung von Elektrosmog.
[0023] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer
feuerfesten Architekturplatte, wie sie insbesondere in den vorhergehenden Abschnitten
beschrieben wurde. Das Herstellungsverfahren umfasst die Schritte:
- a) Bereitstellung einer Grundplatte,
- b) Aufbringen einer elektrisch leitfähigen Platte und/oder einer Metallspritzschicht
auf mindestens eine Seite der Grundplatte und
- c) Aufbringen einer Lackschicht auf die elektrisch leitfähige Platte und/oder einer
Dekorationsschicht auf die Metallspritzschicht, wobei die Dekorationsschicht Dekorationsplatten
und/oder gedruckte und/oder lackierte Schichten umfasst und die Metallspritzschicht
unterhalb der gedruckten und/oder lackierten Schichten nach dem Spritzen plastisch
verformt wird.
[0024] Zusätzlich zum plastischen Verformen zur Glättung der Metallspritzschicht kann diese
geschliffen und/oder poliert und/oder gebürstet werden. Insbesondere das Schleifen
und/oder Polieren wird vor dem Aufbringen einer weiteren Dekorationsschicht durchgeführt.
Alternativ kann bereits durch das Schleifen, Polieren oder Bürsten eine Dekorationsschicht
ausgebildet werden.
[0025] Das Aufbringen der elektrisch leitfähigen Platte auf die Grundplatte kann vor dem
Aufbringen der Lackschicht auf die elektrisch leitfähige Platte erfolgen, so dass
allgemein nach Schritt b) der Schritt c) erfolgt. Alternativ kann die Reihenfolge
der Verfahrensschritte dahingehend geändert werden, dass die elektrisch leitfähige
Platte schon vor ihrem Aufbringen auf die Grundplatte mit Lack beschichtet wird. Damit
erfolgt in diesem Fall zunächst Schritt c), gefolgt von Schritt b). Dies hat beispielsweise
den Vorteil, dass die elektrisch leitfähige Platte als eigenständiges Bauteil leichter
ist und damit einfacher durch eine Beschichtungsanlage befördert werden kann.
[0026] Zum Aufbringen der elektrisch leitfähigen Platte werden die Grundplatte oder die
Metallspritzschicht und/oder die elektrisch leitfähige Platte vorzugsweise mit einem
Kleber, insbesondere Brandschutzkleber, beschichtet und die Grundplatte bzw. Metallspritzschicht
und die elektrisch leitfähige Platte aufeinander angeordnet und miteinander verpresst.
In gleicher
[0027] Weise können auch die Dekorationsplatten aufgebracht werden.
[0028] Alternativ kann schon bei der Herstellung der Grundplatte eine Verbindung der Grundplatte
mit der elektrisch leitfähigen Platte bereitgestellt werden, wobei die elektrisch
leitfähige Platte gegebenenfalls mit einer Schicht Grundierung versehen werden kann.
Auch wenn die elektrisch leitfähige Platte während der Herstellung der Grundplatte
mit dieser verbunden wird, kann die elektrisch leitfähige Platte vor oder nach dem
Verbinden der elektrisch leitfähigen Platte mit der Grundplatte mit Lack beschichtet
werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0029] Die Figuren zeigen in rein schematischer Weise in
- Figur 1
- eine Architekturplatte gemäß der vorliegenden Erfindung in einer perspektivischen
Darstellung;
- Figur 2
- eine weitere Architekturplatte gemäß der vorliegenden Erfindung in einer perspektivischen
Darstellung; und in
- Figur 3
- in den Teilbildern a) bis g) unterschiedliche Plattenaufbauten gemäß der vorliegenden
Erfindung.
AUSFÜHRUNGSBEISPIEL
[0030] Die Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Architekturplatte
1, die eine Grundplatte 2 umfasst, auf der eine elektrisch leitfähige Platte in Form
einer Aluminiumplatte angeordnet ist. Auf einer der Hauptflächen ist eine Pulverlackschicht
4 aufgetragen.
[0031] Die Grundplatte 2 kann im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einer Gipsfaserplatte
bestehen, bei welcher in eine Gipsmatrix Fasern aus zermahlenem Holz oder Papier eingelagert
sind. Auf die Grundplatte 2 ist über einen Brandschutzkleber (nicht gezeigt) eine
dünne Aluminiumplatte mit einer Dicke im Bereich von 0,3 bis 0,5 mm aufgeklebt. Auf
der Aluminiumplatte 3 ist wiederum einen Pulverlackschicht 4 aufgebracht. Wie aus
der Figur zu sehen ist, erstreckt sich die Hauptfläche, auf der die Pulverlackschicht
aufgebracht ist entlang der Längsseite L und der Breitseite B. Die Fläche mit der
Pulverlackschicht 4 stellt im eingebauten Zustand die sichtbare Oberfläche dar, während
sich an die Stirnseiten, die durch die Breiten- und Dickenrichtung bzw. Längs- und
Dickenrichtung aufgespannt sind, benachbarte Architekturplatten 1 anschließen können
und die der Seite mit der Pulverlackschicht 4 gegenüber liegende Seite in eine Wand
oder Wandkonstruktion ein- oder aufgebracht wird.
[0032] In dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist nur eine beschichtete Seite vorhanden,
also nur eine Platte 3 auf einer der Hauptflächen. Es können aber auch Platten mit
entsprechenden Oberflächenschichten an beiden Hauptflächen, also an den gegenüber
liegenden Hauptflächen vorgesehen werden. Eine solche Platte ist in Figur 2 dargestellt.
[0033] In der Fig. 3 sind in den Teilbildern a) bis g) verschiedene Beispiele von möglichen
Aufbauten der erfindungsgemäßen Architekturplatte gezeigt. In der Fig. 3a) ist ein
teilweiser Schnitt durch eine Architekturplatte ähnlich derjenigen aus Fig. 1 gezeigt.
Auf der Grundplatte 2 ist eine elektrische leitfähige Platte 3, beispielsweise eine
Metallplatte, angeordnet. Auf der Metallplatte 3 ist ein Nasslack 4' vorgesehen.
[0034] Bei der Ausführungsform der Fig. 3b) ist auf der Grundplatte 2 eine Metallspritzschicht
10 vorgesehen, auf welcher eine Metallplatte 11 als Dekorationsplatte angeordnet ist.
[0035] Bei der Ausführungsform der Fig. 3c) ist auf der Metallplatte 11, die als elektrische
leitfähige Platte vorgesehen ist, zusätzlich eine Lackschicht 12 angeordnet, so dass
sich ein Aufbau ausgehend von der Grundplatte 2 ergibt, der eine Metallspritzschicht
10, eine Metallplatte 11 und eine Lackschicht 12 umfasst.
[0036] Die Ausführungsform der Fig. 3b) zeigt auf der Grundplatte 2 eine Metallspritzschicht
10, die an der Außenseite geglättet worden ist, indem sie durch Walzen oder Behandlung
mit einer Rakel plastisch verformt worden ist. Zusätzlich ist die Oberfläche durch
Schleifen und Polieren geglättet worden, wobei auf dieser oberflächenbehandelnden
Metallspritzschicht eine Lackschicht 12 vorgesehen ist.
[0037] Bei der Ausführungsform der Fig. 3e) ist auf der Grundplatte 2 eine Metallspritzschicht
10 angeordnet, auf der eine Metallplatte 11 aufgebracht ist. Auf der Metallplatte
11, die als elektrisch leitfähige Platte vorgesehen ist, ist eine Dekorschicht 13
aufgedruckt, über der eine Lackschicht 12, beispielsweise ein Klarlack, angeordnet
ist.
[0038] Die Ausführungsform der Fig. 3f) umfasst eine Grundplatte 2, eine Metallspritzschicht
10, eine aufgedruckte Dekorschicht 13 und eine Lackschicht 12, die wiederum als Klarlack
ausgebildet sein kann. Bei dieser Ausführungsform ist die Metallspritzschicht 10 wiederum
durch plastische Verformung und zusätzlichen Abtrag durch Schleifen und Polieren oberflächenbehandelt.
[0039] Die Ausführungsform der Fig. 3g) weist auf der Grundplatte 2 lediglich eine Metallspritzschicht
10 auf, die durch eine behandelte Oberfläche 14 in Form einer geschliffenen, polierten
oder gebürsteten Oberfläche eine Dekorschicht aufweist, wobei die Metallspritzschicht
10 vor dem Schleifen, Polieren oder Bürsten plastisch verformt worden ist.
[0040] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand des Ausführungsbeispiels detailliert beschrieben
worden ist, ist für den Fachmann klar verständlich, dass die Erfindung nicht auf dieses
Ausführungsbeispiel beschränkt ist, sondern dass vielmehr Abwandlungen in der Weise
möglich sind, dass einzelne Merkmale ausgetauscht oder weggelassen werden oder eine
andersartige Kombination von Merkmalen vorgenommen wird, solang der Schutzbereich
der beigefügten Ansprüche nicht verlassen wird. Insbesondere umfasst die vorliegende
Erfindung sämtliche Kombinationen aller vorgestellten Merkmale.
1. Architekturplatte zur Beplankung von Wänden, Decken, Türen und Böden mit
a) einer Grundplatte (2),
b) mindestens einer elektrisch leitfähigen Platte (3) und/oder Metallspritzschicht
und
c) mindestens einer Lackschicht (4) auf der elektrisch leitfähigen Platte und/oder
einer Dekorationsschicht auf der Metallspritzschicht, wobei die Dekorationsschicht
Dekorationsplatten und/oder gedruckte und/oder lackierte Schichten und/oder oberflächenbehandelte
Schichten umfasst und die Metallspritzschicht unterhalb der gedruckten und/oder lackierten
und/oder oberflächenbehandelten Schichten nach dem Spritzen plastisch verformt worden
ist,
wobei die Grundplatte, die elektrisch leitfähige Platte und/oder Metallspritzschicht
und die Lackschicht (4) und/oder Dekorationsschicht insbesondere in dieser Reihenfolge
angeordnet sind.
2. Architekturplatte nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrisch leitfähige Platte (3) ein Blech, eine Folie oder eine Platte aus einem
Metall oder einer Metalllegierung ist und/oder die Dekorationsplatte eine Metallplatte,
Kunststoffplatte oder ein Laminat ist.
3. Architekturplatte nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrisch leitfähige Platte (3), die Dekorationsplatte und/oder die Metallspritzschicht
aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung, aus Stahl oder einem Edelstahl oder Zink
oder Zinklegierungen sind oder dass die elektrisch leitfähige Platte eine mit Kohlenstofffasern
verstärkte Platte ist.
4. Architekturplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass.
die Lackschicht (4) und/oder die lackierten Schichten der Dekorationsschicht durch
Nasslacke oder Pulverlacke, insbesondere UV aushärtende Lacke gebildet sind.
5. Architekturplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens eine elektrisch leitfähige Platte, die Dekorationsplatte und/oder Metallspritzschicht
an einer oder beiden Hauptflächen der Grundplatte angeordnet ist, wobei die Hauptflächen
der Grundplatte durch die längsten Seitenkanten der Grundplatte aufgespannt sind.
6. Architekturplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrisch leitfähige Platte eine Dicke von mehr als 0,2 mm, insbesondere mehr
als 0,3 mm oder mehr als 0,5 mm, insbesondere im Dickenbereich von 0,25 bis 0,75 mm,
vorzugsweise 0,3 mm bis 0,5 mm aufweist und/oder die Metallspritzschicht eine Dicke
von 30 µm bis 150 µm, insbesondere 40 µm bis 100 µm.
7. Architekturplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Grundplatte (2) eine gipsgebundene Platte, zementgebundene Platte, silikatgebundene
Platte, eine Gipsfaserplatte, eine Gipskartonplatte, eine Vermiculitplatte oder eine
Hartschaumplatte ist.
8. Architekturplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Grundplatte (2) feuerhemmend oder feuerfest imprägniert ist.
9. Architekturplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Architekturplatte mindestens eine Kleberschicht, insbesondere eine Brandschutzkleberschicht,
und/oder mindestens eine Grundierungsschicht und/oder eine Metallspritzschicht zwischen
der Grundplatte und der elektrisch leitfähigen Platte aufweist.
10. Verfahren zur Herstellung einer Architekturplatte, insbesondere nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, umfassend:
a) Bereitstellung einer Grundplatte,
b) Aufbringen einer elektrisch leitfähigen Platte und/oder Metallspritzschicht auf
mindestens eine Seite der Grundplatte und
c) Aufbringen einer Lackschicht auf die elektrisch leitfähige Platte und/oder einer
Dekorationsschicht auf die Metallspritzschicht, wobei die Dekorationsschicht Dekorationsplatten
und/oder gedruckte und/oder lackierte Schichten und/oder oberflächenbehandelte Schichten
umfasst und die Metallspritzschicht unterhalb der gedruckten und/oder lackierten und/oder
oberflächenbehandelten Schichten nach dem Spritzen plastisch verformt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schritte a) bis c) in der genannten Reihenfolge durchgeführt werden oder die elektrisch
leitfähige Platte nach dem Aufbringen der Lackschicht auf der Grundplatte aufgebracht
wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Aufbringen der elektrisch leitfähigen Platte oder einer Dekorationsplatte durch
Kleben erfolgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrisch leitfähige Platte bei der Herstellung der Grundplatte bei der Formgebung
und/oder bei der Ausbildung des Materialverbundes integriert wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Metallspritzschicht durch Walzen oder Abziehen mit einer Rakel plastisch verformt
wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Metallspritzschicht nach dem plastischen Verformen und vor dem Aufbringen der
gedruckten oder lackierten Schichten der Dekorationsschicht geschliffen wird.