[0001] Es wird eine Steuervorrichtung zur Ansteuerung einer Leuchte angegeben. Darüber hinaus
wird eine Leuchte mit einer solchen Steuervorrichtung angegeben.
[0002] Eine zu lösende Aufgabe besteht darin, eine Steuervorrichtung anzugeben, die besonders
kostengünstig herstellbar ist.
[0003] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung umfasst die Steuervorrichtung
einen Signaleingang, einen Signalausgang und eine Signalverarbeitungsvorrichtung.
Der Signaleingang ist dabei zum Empfang eines Eingangssignals und der Signalausgang
zur Ausgabe eines Ausgangssignals eingerichtet. Die Signalverarbeitungsvorrichtung
ist dazu eingerichtet, das Eingangssignal zum Ausgangssignal zu verarbeiten.
[0004] Beispielsweise handelt es sich bei dem Eingangssignal um ein serielles Eingangssignal.
Das Eingangssignal kann dabei die Länge N, gemessen beispielsweise in Bit oder Byte,
aufweisen.
[0005] Die Signalverarbeitungsvorrichtung ist gemäß zumindest einer Ausführungsform der
Steuervorrichtung dazu eingerichtet, das Eingangssignal um ein Steuersignal der Länge
n zu verkürzen. Dabei ist n ≤ N.
[0006] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung ist der Signalausgang
zur Ausgabe eines Ausgangssignals eingerichtet. Das Ausgangssignal umfasst das um
das Steuersignal verkürzte Eingangssignal. Das Ausgangssignal kann dabei ebenfalls
die Länge N aufweisen. Die n Stellen des ursprünglichen Eingangssignals, welche das
Steuersignal bilden, sind im Ausgangssignal dann beispielsweise vollständig durch
n Stellen im Signal mit niedrigem Pegel (logisch 0) oder hohem Pegel (logisch 1) ersetzt.
Mit anderen Worten ist das Ausgangssignal dann das um die Information des Steuersignals
verkürzte Eingangssignal.
[0007] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung umfasst die Signalverarbeitungsvorrichtung
einen UART (Abkürzung für Universal Asynchronous Receiver Transmitter) und ein Schaltelement.
Bei dem UART handelt es sich um ein elektronisches Bauelement, das zur Realisierung
von digitalen seriellen Schnittstellen dient. Die UART-Schnittstelle dient dabei zum
Senden und Empfangen von Daten, vorliegend zum Empfangen des Eingangssignals.
[0008] Bei dem Schaltelement handelt es sich beispielsweise um ein UND-Gatter oder um einen
nicht-invertierenden Puffer ("non-inverting Buffer").
[0009] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung ist der UART dazu eingerichtet,
beim Eingang des Steuersignals das Schaltelement zu schalten, sodass das Schaltelement
das Eingangssignal um das Steuersignal verkürzt.
[0010] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung zur Ansteuerung einer
Leuchte umfasst die Steuervorrichtung einen Signaleingang, einen Signalausgang und
eine Signalverarbeitungsvorrichtung, bei der der Signaleingang zum Empfang eines seriellen
Eingangssignals der Länge N eingerichtet ist, die Signalverarbeitungsvorrichtung zur
Verkürzung des Eingangssignals um ein Steuersignal der Länge n eingerichtet ist und
der Signalausgang zur Ausgabe eines Ausgangssignals, das das um das Steuersignal verkürzte
Eingangssignal umfasst, eingerichtet ist. Dabei umfasst die Signalverarbeitungsvorrichtung
einen UART und ein Schaltelement, wobei der UART dazu eingerichtet ist, beim Empfang
des Steuersignals das Schaltelement zu schalten, sodass das Schaltelement das Eingangssignal
um das Steuersignal verkürzt.
[0011] Die Steuervorrichtung ist dabei beispielsweise zur Verarbeitung eines so genannten
DMX (Abkürzung für Digital Multiplex)-Signals oder eines DMX-ähnlichen Signals eingerichtet.
[0012] Ein DMX-Signal ist hierbei ein serielles Signal, bei dem Daten mit einer Übertragungsrate
von 250 kbit/s übermittelt werden. Das DMX-Signal umfasst 513 Bytes, wobei das erste
Byte ein Startcode ist, der die Art der zu übermittelnden Daten einem Empfänger mitteilt.
Das DMX-Signal kann beispielsweise über eine drei-polige oder eine fünf-polige Datenleitung
übermittelt werden.
[0013] Bei einem DMX-ähnlichen Signal kann es sich vorliegend um ein Signal handeln, bei
dem die Übertragungsrate erhöht ist. Beispielsweise weist das DMX-ähnliche Signal
eine Übertragungsrate von > 500 kbit/s, zum Beispiel von 1 Mbit/s auf. DMX-ähnliche
Signale schließen vorliegend auch eine bidirektionale Datenübermittlung ein, zum Beispiel
über RDM (Remote Device Management). Über RDM ist eine bidirektionale Kommunikation,
insbesondere über DMX-Datenverbindungen von Komponenten untereinander möglich.
[0014] Das DMX-Signal oder das DMX-ähnliche Signal eignet sich dabei besonders gut zur Ansteuerung
einer Leuchte, die zumindest einen Leuchtdiodenchip, vorzugsweise eine Vielzahl von
Leuchtdiodenchips, als Lichtquellen umfasst. Beispielsweise kann ein Steuersignal
zur Ansteuerung eines einzelnen Leuchtdiodenchips eine Länge von 1 Byte aufweisen.
Die Adressierung des Bytes ist für ein DMX-Signal oder ein DMX-ähnliches Signal jedoch
nicht möglich. Vorliegend nutzt die Steuervorrichtung daher ein so genanntes Auto-Addressing-Verfahren,
bei dem die Signalverarbeitungsvorrichtung der Steuervorrichtung das Steuersignal
aus dem seriellen Eingangssignal entnimmt. Das Steuersignal weist dabei die Länge
auf, die zur Ansteuerung der von der Steuervorrichtung verwalteten Lichtquellen, zum
Beispiel Leuchtdiodenchips, benötigt wird. Umfasst die Leuchte beispielsweise eine
einzige RGB-LED mit einem roten, einem grünen und einem blauen Leuchtdiodenchip, so
entnimmt die Steuervorrichtung ein n = 3 Byte langes Steuersignal und gibt das um
das Steuersignal verkürzte Eingangssignal als Ausgangssignal beispielsweise an eine
weitere Steuervorrichtung weiter, die zur Ansteuerung einer weiteren Leuchte vorgesehen
ist.
[0015] Zur Durchführung eines derartigen Auto-Addressing-Verfahrens können prinzipiell relativ
teure integrierte Schaltungen, wie beispielsweise so genannte FPGAs (Abkürzung für
Field Programmable Gate Array) oder so genannte ASICs (Application-Specific Integrated
Circuit) zum Einsatz kommen.
[0016] Vorliegend wird jedoch eine Möglichkeit angegeben, wie eine Steuervorrichtung, die
zum Auto-Addressing bei der Benutzung eines seriellen Datenprotokolls geeignet ist,
möglichst kostengünstig realisiert werden kann. Dabei kann zum Auto-Addressing beispielsweise
ein einfacher, kostengünstiger Mikrocontroller Verwendung finden. Das heißt, die vorliegende
Steuervorrichtung ist auch dadurch gekennzeichnet, dass zum Auto-Addressing ein Mikrocontroller,
vorzugsweise ein einziger Mikrocontroller pro Leuchte Verwendung, findet. Gemäß zumindest
einer Ausführungsform der Steuervorrichtung sind der UART und das Schaltelement zum
Empfang des Eingangssignals eingerichtet. Beispielsweise wird das Eingangssignal sowohl
auf den UART als auch auf das Schaltelement gelegt. Der UART schaltet das Schaltelement
beim Auftreten des Steuersignals, sodass das Schaltelement das Eingangssignal um das
Steuersignal verkürzen kann. Es resultiert am Schaltelement ausgangsseitig dann das
um das Steuersignal verkürzte Eingangssignal als Ausgangssignal.
[0017] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung ist der UART zur Erkennung
eines Break-Signals eingerichtet, wobei das Break-Signal den Beginn des Steuersignals
anzeigt.
[0018] Beispielsweise kann es sich bei dem Break-Signal um ein Signal mit niedrigem Pegel
(logisch 0) handeln, das vom UART als invalides Datenbyte mit fehlendem Stoppbit erkannt
wird. Bei einem DMX-Paket beträgt die Länge des Break-Signals wenigstens 88 µs, was
22 Bitlängen mit einer Bitlänge von 4 µs entspricht. Aufgrund des Break-Signals kann
der UART das Schaltelement beispielsweise mittels eines Interrupt-Signals schalten.
[0019] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung umfasst die Steuervorrichtung,
zum Beispiel die Signalverarbeitungsvorrichtung, eine Capture/Compare-Einheit. Die
Capture/Compare-Einheit ist dazu eingerichtet, die Dauer des Break-Signals zu bestimmen.
Dies erweist sich als besonders vorteilhaft, wenn als Datenprotokoll ein DMX-ähnliches
Protokoll mit beispielsweise einer erhöhten Datenübertragungsrate von zum Beispiel
größer oder gleich 500 kbit/s Verwendung findet.
[0020] Der hier beschriebenen Steuervorrichtung liegt dabei unter anderem die Idee zugrunde,
anhand der Dauer des Break-Signals eine Erkennung des verwendeten Übertragungsprotokolls
zur Übertragung des Eingangssignals für die Steuervorrichtung zu ermöglichen. Mit
anderen Worten wird das Übertragungsprotokoll der Steuervorrichtung durch eine Dauer
des Break-Signals angezeigt, die beispielsweise unterhalb der für DMX-Pakete üblichen
Mindestdauer von 88 µs liegt.
[0021] Vorliegend ist die Steuervorrichtung, insbesondere die Signalverarbeitungsvorrichtung
der Steuervorrichtung, dazu eingerichtet, ein Break-Signal mit einer Dauer von ≤70
µs, zum Beispiel von wenigstens 50 µs und höchstens 70 µs zu erkennen und anhand der
Dauer des Break-Signals das zur Übertragung des Eingangssignals verwendete Protokoll
zu bestimmen. Mit anderen Worten ist die Steuervorrichtung also dazu eingerichtet,
aus der Dauer des Break-Signals das zur Übertragung des Eingangssignals verwendete
Protokoll zu bestimmen. Dabei ist es möglich, dass das Break-Signal ausschließlich
über seine Länge, also ausschließlich unter Verwendung der Capture/Compare-Einheit
detektiert wird.
[0022] Damit erlaubt die hier beschriebene Steuervorrichtung auch die Verwendung von DMX-ähnlichen
Übertragungsprotokollen, die Übertragungsraten von 500 kbit/s und mehr aufweisen können.
[0023] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung ist der UART eine Komponente
eines Mikrocontrollers. Ferner ist es möglich, dass auch die Capture/Compare-Einheit
eine Komponente eines Mikrocontroller ist. Der UART und die Capture/Compare-Einheit
können dabei Komponenten des gleichen Mikrocontrollers sein, der neben der Adressierung,
also der Extraktion des für die Leuchte vorgesehenen Steuersignals, auch weitere Steuerfunktionen
für die Leuchte übernehmen kann.
[0024] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung ist das Schaltelement
außerhalb des Mikrocontrollers angeordnet. Auf diese Weise ist es möglich, einen Standard-Mikrocontroller
zu verwenden, was eine besonders kostengünstige Steuervorrichtung ermöglicht.
[0025] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung umfasst die Signalverarbeitungsvorrichtung
der Steuervorrichtung, die zur Verkürzung des Eingangssignals um ein Steuersignal
der Länge n eingerichtet ist, einen einzigen UART. Prinzipiell wäre es zwar möglich,
einen zweiten UART zur Datenausgabe zu verwenden. Ein zweiter UART zur Datenausgabe
verzögert jedoch die Weitergabe an die nachfolgenden Steuervorrichtungen der nachfolgenden
Leuchten. Es müsste zuerst ein Datum entgegengenommen werden, in den Puffer gelegt
und anschließend mit dem zweiten UART serialisiert werden. Diese Vorgehensweise erwirkt
einen zeitlichen Verzug zum Eingangssignal. Bei vielen, hintereinander angeordneten
Leuchten addieren sich diese Verzögerungen, was zu sichtbaren Verzögerungen beispielsweise
bei der Darstellung von Videobildern auf den Leuchten führen kann.
[0026] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung umfasst die Steuervorrichtung
eine Gamma-Korrektureinheit, die dazu eingerichtet ist, das Steuersignal mit einer
Augenempfindlichkeitskurve zu verarbeiten.
[0027] Gemäß zumindest einer Ausführungsform der Steuervorrichtung ist die Gamma-Korrektureinheit
dazu eingerichtet, das Steuersignal oder einen Teil des Steuersignals, das für beispielsweise
genau einen Leuchtdiodenchip vorgesehen ist, und eine Länge von höchstens 10 Bit,
insbesondere höchstens oder genau 8 Bit aufweist, auf ein korrigiertes Steuersignal
mit einer Länge von mindestens 12 Bit, insbesondere auf mindestens oder genau 14 Bit,
zu erweitern. Insbesondere für kleine, beispielsweise an einen Leuchtdiodenchip abzugebende
Stromstärken und somit für kleine Helligkeitswerte des von dem Leuchtdiodenchip im
Betrieb erzeugten Lichts kann auf diese Weise eine ausreichende Anpassung an die vergleichsweise
hohe Empfindlichkeit des menschlichen Auges für geringe Helligkeiten erzielt werden.
Insbesondere für solche kleine Helligkeiten ist ein Steuersignal der Länge 8 Bit für
einen einzelnen Leuchtdiodenchip unzulänglich, da bei kleinen Helligkeiten das menschliche
Auge vergleichsweise empfindlich ist. Durch die Gamma-Korrektureinheit der Steuervorrichtung
wird das beispielsweise 8 Bit lange Signal in ein Signal mit mehr Bit, beispielsweise
14 Bit, interpoliert.
[0028] Es wird darüber hinaus eine Leuchte angegeben. Die Leuchte umfasst zumindest eine
Steuervorrichtung, wie sie hier beschrieben ist, das heißt sämtliche für die Steuervorrichtung
beschriebenen Merkmale sind auch für die Leuchte offenbart.
[0029] Ferner umfasst die Leuchte zumindest einen Leuchtdiodenchip, vorzugsweise eine Vielzahl
von Leuchtdiodenchips. Die Leuchtdiodenchips werden dabei in Abhängigkeit vom Steuersignal
oder vom korrigierten Steuersignal bestromt. Die Steuervorrichtung ist dabei geeignet,
das Steuersignal für die Leuchtdiodenchips der Leuchte aus dem Eingangssignal zu extrahieren
und das um das Steuersignal verkürzte Eingangssignal als Ausgangssignal an einer weitere
Steuervorrichtung, die beispielsweise Teil einer gleichartigen Leuchte ist, weiterzugeben.
[0030] Im Folgenden werden die hier beschriebene Steuervorrichtung sowie die hier beschriebene
Leuchte anhand von Ausführungsbeispielen und den dazugehörigen Figuren näher erläutert.
- Die Figur 1
- zeigt eine hier beschriebene Steuervorrichtung anhand einer schematischen Draufsicht
nach einem ersten Ausführungsbeispiel.
- Die Figur 2
- zeigt eine hier beschriebene Steuervorrichtung anhand einer schematischen Draufsicht
nach einem zweiten Ausführungsbeispiel.
- Die Figur 3
- zeigt eine hier beschriebene Leuchte anhand einer schematischen Schnittdarstellung.
[0031] Gleiche, gleichartige oder gleich wirkende Elemente sind in den Figuren mit denselben
Bezugszeichen versehen. Die Figuren und die Größenverhältnisse der in den Figuren
dargestellten Elemente untereinander sind nicht als maßstäblich zu betrachten. Vielmehr
können einzelne Elemente zur besseren Darstellbarkeit und/oder zum besseren Verständnis
übertrieben groß dargestellt sein.
[0032] In der Figur 1 ist anhand einer schematischen Draufsicht eine hier beschriebene Steuervorrichtung
gezeigt. Die Steuervorrichtung 100 weist einen Signaleingang 101 auf. Durch den Signaleingang
101 gelangt ein Eingangssignal 21 in die Steuervorrichtung 100. Bei dem Eingangssignal
21 handelt es sich vorliegend um ein serielles Datensignal, das beispielsweise durch
ein DMX-Signal oder ein DMX-ähnliches Signal gebildet ist. Das Eingangssignal 21 umfasst
ein Steuersignal 23.
[0033] Die Steuervorrichtung 100 umfasst weiter eine Signalverarbeitungseinrichtung 104.
Die Signalverarbeitungsvorrichtung 104 ist dazu vorgesehen, das Eingangssignal 21
um das Steuersignal 23 der Länge n zu verkürzen und das Steuersignal 23 zu extrahieren.
Vorliegend umfasst die Signalverarbeitungsvorrichtung 104 dazu einen UART 11. Ferner
umfasst die Signalverarbeitungsvorrichtung 104 ein Schaltelement 10.
[0034] Bei dem Schaltelement 10 kann es sich zum Beispiel um ein Gatter oder einen nicht-invertierenden
Puffer handeln. Als nicht-invertierender Puffer kommt zum Beispiel das Bauteil SN74HC125
von Texas Instruments zum Einsatz. Beim Ausführungsbeispiel der Figur 1 handelt es
sich beim Schaltelement 10 insbesondere um ein logisches UND-Gatter.
[0035] Optional kann die Signalverarbeitungsvorrichtung 104 eine Capture/Compare-Einheit
12 umfassen.
[0036] Die Steuervorrichtung 100 umfasst ferner Treiber 13, 14 am Signaleingang beziehungsweise
am Signalausgang. Die Steuervorrichtung 100 umfasst einen Signalausgang 102, an dem
das Ausgangssignal 22, welches das um das Steuersignal verkürzte Eingangssignal 21
umfasst, ausgegeben wird.
[0037] Im Betrieb der Steuervorrichtung 100 gelangt das Eingangssignal 21 über den Treiber
13 zum UART und zum Schaltelement. Das heißt, sowohl UART und Schaltelement sind mit
dem Signaleingang 101 verbunden und zum Empfang des Eingangssignals 21 eingerichtet.
Zum Beispiel der UART erkennt im Eingangssignal ein Break-Signal, welches den Beginn
des Steuersignals anzeigt. Der UART 11 schaltet daraufhin das Schaltelement 10 und
das Schaltelement 10 verkürzt beispielsweise durch eine logische UND-Operation das
Eingangssignal 21 um das Steuersignal 23. Am Ausgang des Schaltelements 10 wird das
Ausgangssignal 22 geliefert, welches am Signalausgang 102 die Steuervorrichtung 100
in Richtung beispielsweise einer nachfolgenden Steuervorrichtung verlässt.
[0038] Optional kann die Steuervorrichtung 100 und dabei insbesondere die Signalverarbeitungsvorrichtung
104 die Capture/Compare-Einheit 12 umfassen, welche die Dauer des Break-Signals bestimmen
kann. Beispielsweise kann es sich bei dem Break-Signal dann um einen niedrigen Pegel
(logisch 0) mit einer Länge von ≤70 µs handeln. Die Erkennung der Länge des Break-Signals
erlaubt die Verwendung beispielsweise von schnellen, DMX-ähnlichen Protokollen.
[0039] Vorliegend sind der UART 11 und die Capture/Compare-Einheit 12 Bestandteil eines
Mikrocontrollers 1. Das Schaltelement 10 ist außerhalb des Mikrocontrollers 1 angeordnet.
[0040] Der Mikrocontroller 1 kann optional die Gamma-Korrektureinheit 15 umfassen, die dazu
eingerichtet ist, das extrahierte Steuersignal 23 auf ein wie oben beschriebenes erweitertes,
korrigiertes Steuersignal 23' zu verlängern.
[0041] Die Steuervorrichtung 100 umfasst weiter einen Steuersignal-Ausgang 103, an dem das
Steuersignal 23 oder das korrigierte Steuersignal 23' die Steuervorrichtung 100 verlässt.
Das Steuersignal 23 beziehungsweise das korrigierte Steuersignal 23' können dann beispielsweise
zur Ansteuerung einer Pulsweitenmodulationsschaltung Verwendung finden, welche ihrerseits
an sie angeschlossene Leuchtdiodenchips betreibt.
[0042] Die Pulsweitenmodulationsschaltung kann dabei ebenfalls Teil der Steuervorrichtung
sein und beispielsweise auch in den Mikrocontroller 1 integriert sein.
[0043] In der Figur 2 ist anhand einer schematischen Draufsicht ein weiteres Ausführungsbeispiel
einer hier beschriebenen Steuervorrichtung näher erläutert. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel
der Figur 1 ist das Schaltelement 10 durch einen nicht-invertierenden Puffer gebildet.
Da der Puffer "Tri-State" ist, also neben "0" und "1" einen dritten Zustand einnehmen
kann, umfasst die Steuervorrichtung 100 zusätzlich einen sogenannten "Pull Up" Widerstand,
der für einen definierten Signalpegel sorgen kann.
[0044] Im Betrieb arbeitet eine Steuervorrichtung 100 gemäß den Figuren 1 oder 2 beispielsweise
wie folgt:
- 1. Das Steuerelement 10 wird beim Systemstart über den Steuereingang (zum Beispiel
/OE) eingeschaltet und am Eingang anliegende Daten werden mit einer minimalen Verzögerung
ausgegeben. Dies geschieht zum Beispiel mittels eines Mikrocontroller I/O 16.
- 2. Der Mikrocontroller 1 detektiert ein Break-Signal (zum Beispiel ein DMX-Break)
und lässt den Steuereingang des Steuerelements 10 unverändert. Die Erkennung des Break-Signals
kann dabei auf zumindest eine der folgenden Weisen erfolgen:
- a. Das Break-Signal wird über einen UART-Fehler (Stoppbit logisch Null) erkannt und/oder
- b. die Capture/Compare-Einheit 12 des Mikrocontrollers 1 misst die Länge des Break-Signals
aus.
- 3. Der Startcode des Signals wird interpretiert und das Steuerelement 10 entsprechend
geschaltet:
- a. Entspricht der Startcode Lichtsteuerinformationen, also einem Steuersignal 23,
so wird das Steuerelement 10 - zum Beispiel der Puffer - deaktiviert.
- b. Werden nachfolgend andersgeartete Steuerinformationen gesendet, so bleibt das Steuerelement
10 aktiv und erst ein erneutes Break-Signal mit nachfolgendem Startcode würde zu einem
erneuten Entscheidungsprozess führen.
- 4. Sind alle für die Leuchte benötigten Informationen empfangen, ist also das Steuersignal
23 empfangen, so wird das Steuerelement 10 eingeschaltet, so dass nachfolgenden Daten
unverändert die nächste Steuereinrichtung erreichen.
[0045] Das Zusammenspiel zwischen dem Mikrocontroller und beispielsweise dem als nicht-invertierenden
Puffer ausgebildeten Steuerelement 10 ist dabei wie folgt:
[0046] Das Eingangssignal 21 hat beispielsweise zwei Stoppbits, die logisch "1" sind. Während
diesen Stoppbits muss das Steuerelement 10 manipuliert werden. Geschieht dies nicht
während der Stoppbits, so entstehen unerwünschte Störungen, welche nachfolgende Steuervorrichtungen
100 irritieren könnten.
[0047] Gemäß einer ersten Ausgestaltung kann der Mikrocontroller ein Interrupt schon beim
Einlesen des zweiten Stoppbits erzeugen, zeitlich also etwa in der Mitte des Bits.
In diesem Fall bleibt der Interrupt-Routine genügend Zeit mittels einer Schnittstelle,
zum Beispiel eines "General Purpose IO", das Steuerelement 10 ein- oder auszuschalten.
[0048] Gemäß einer alternativen Ausgestaltung ist die Interrupt Latency des Mikrocontrollers
zu groß und das Steuerelement 10 kann nicht ausreichend schnell geschaltet werden.
Das Steuerelement wird in diesem Fall bevorzugt schon beim Erreichen des ersten Stoppbits
geschaltet.
[0049] In Verbindung mit der schematischen Schnittdarstellung der Figur 3 ist eine Leuchte
mit einer hier beschriebenen Steuervorrichtung 100 näher beschrieben. Die Leuchte
umfasst beispielsweise einen Anschlussträger 31. Bei dem Anschlussträger 31 handelt
es sich beispielsweise um eine Leiterplatte wie etwa eine bedruckte Leiterplatte,
eine flexible bedruckte Leiterplatte oder eine Metallkernplatine. In und/oder auf
den Anschlussträger 31 sind nicht gezeigte Anschlussstellen und Leiterbahnen strukturiert,
mit denen auf dem Anschlussträger 31 angeordnete Komponenten kontaktiert und elektrisch
leitend verbunden werden können. Vorliegend ist die Steuervorrichtung 100 an einer
Unterseite des Anschlussträgers 31 angeordnet. An der der Unterseite abgewandten Oberseite
sind Leuchtdiodenchips 30 angeordnet, die beispielsweise auch gruppenweise zu Leuchtdioden
mit beispielsweise einem roten, einem blauen und zwei grünen Leuchtdiodenchips zusammengefasst
sein können. Die Steuervorrichtung filtert aus dem Eingangssignal 21 die zum Betreiben
der Leuchtdiodenchips 31 notwendige Information - also das Steuersignal 23 - heraus.
[0050] Die Erfindung ist nicht durch die Beschreibung anhand der Ausführungsbeispiele auf
diese beschränkt. Vielmehr umfasst die Erfindung jedes neue Merkmal sowie jede Kombination
von Merkmalen, was insbesondere jede Kombination von Merkmalen in den Patentansprüchen
beinhaltet, auch wenn dieses Merkmal oder diese Kombination selbst nicht explizit
in den Patentansprüchen oder Ausführungsbeispielen angegeben ist.
[0051] Diese Patentanmeldung beansprucht die Priorität der deutschen Patentanmeldung
102010032760.3, deren Offenbarungsgehalt hiermit durch Rückbezug aufgenommen wird.
1. Steuervorrichtung (100) zur Ansteuerung einer Leuchte mit
- einem Signaleingang (101),
- einem Signalausgang (102), und
- einer Signalverarbeitungsvorrichtung (104), bei der
- der Signaleingang (101) zum Empfang eines seriellen Eingangsignals (21) der Länge
N eingerichtet ist,
- die Signalverarbeitungsvorrichtung (104) zur Verkürzung des Eingangsignals (21)
um ein Steuersignal (23) der Länge n eingerichtet ist,
- der Signalausgang (101) zur Ausgabe eines Ausgangsignals (22), das das um das Steuersignal
(23) verkürzte Eingangsignals (21) umfasst, eingerichtet ist, und
- die Signalverarbeitungsvorrichtung (104) einen UART (11) und ein Schaltelement (10)
umfasst, wobei
- der UART (11) dazu eingerichtet ist, beim Eingang des Steuersignals (23) das Schaltelement
(10) zu schalten, sodass das Schaltelement (10) das Eingangsignal (21) um das Steuersignal
(23) verkürzt.
2. Steuervorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch,
bei der der UART (11) und das Schaltelement (10) zum Empfang des Eingangsignals (21)
eingerichtet sind.
3. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche mit
einer Capture/Compare-Einheit (12), die dazu eingerichtet ist, die Dauer eines Break-Signals
zu bestimmen, wobei
- der UART (11) zur Erkennung des Break-Signals eingerichtet ist, wobei das Break-Signal
den Beginn des Steuersignals (23) anzeigt, und
- die Steuervorrichtung (100) dazu eingerichtet ist, aus der Dauer des Break-Signal
das zur Übertragung des Eingangsignals (21) verwendete Protokoll zu bestimmen.
4. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
bei der der UART (11) zur Erkennung des Break-Signals eingerichtet ist, wobei das
Break-Signal den Beginn des Steuersignals (23) anzeigt.
5. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche mit
einer Capture/Compare-Einheit (12), die dazu eingerichtet ist, die Dauer des Break-Signals
zu bestimmen.
6. Steuervorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch,
bei der die Steuervorrichtung (100) dazu eingerichtet ist, aus der Dauer des Break-Signal
das zur Übertragung des Eingangsignals (21) verwendete Protokoll zu bestimmen.
7. Steuervorrichtung (100) nach einem der beiden vorherigen Ansprüche,
bei der die Steuervorrichtung (100) dazu eingerichtet ist, ein Break-Signal mit einer
Dauer von kleiner gleich 70 µs zu erkennen.
8. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
bei der der UART (11) und/oder die Capture/Compare-Einheit (12) eine Komponente eines
Mikrocontrollers (1) ist.
9. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche mit
einem Mikrocontroller (1) der den UART (11) und die Capture/Compare-Einheit (12) umfasst.
10. Steuervorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch,
bei der das Schaltelement (10) außerhalb des Mikrocontrollers (1) angeordnet ist.
11. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
bei der die Signalverarbeitungsvorrichtung (104) einen einzigen UART (11) umfasst.
12. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche mit
- einer Gammakorrektureinheit (15), die dazu eingerichtet ist, das Steuersignal (23)
mit einer Augenempfindlichkeitskurve zu verarbeiten.
13. Steuervorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch,
bei der die Gammakorrektureinheit (15) dazu eingerichtet ist, das Steuersignal (23)
oder einen Teil des Steuersignals (23) mit einer Länge von höchstens 10 Bit, insbesondere
höchstens oder genau 8 Bit auf ein korrigiertes Steuersignal (23') mit einer Länge
von mindestens 12 Bit, insbesondere auf mindestens oder genau 14 Bit zu erweitern.
14. Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
bei der das Schaltelement (10) durch ein Gatter oder einen nicht-invertierenden Puffer
gebildet ist.
15. Leuchte mit
- zumindest einer Steuervorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, und
- zumindest einen Leuchtdiodenchip (30), wobei
- der Leuchtdiodenchip (30) in Abhängigkeit vom Steuersignal (23) oder vom korrigierten
Steuersignal (23') bestromt wird.