[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gleichzeitigen, mehrspurigen Aufschneiden
mehrerer Lebensmittelprodukte, insbesondere Lebensmittelprodukte unterschiedlicher
Sorte, in jeweils zumindest eine Produktscheibe umfassende Portionen. Ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Bilden von Gesamtportionen aus einer Mehrzahl von,
insbesondere zumindest teilweise übereinander liegenden, Portionen, die jeweils zumindest
eine Scheibe eines Lebensmittelprodukts umfassen.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung, insbesondere einen Hochleistungs-Slicer,
zum gleichzeitigen, mehrspurigen Aufschneiden mehrerer Lebensmittelprodukte, insbesondere
Lebensmittelprodukte unterschiedlicher Sorte, in jeweils zumindest eine Produktscheibe
umfassende Portionen. Die Erfindung betrifft ferner eine Produktionslinie mit wenigstens
einer Aufschneidevorrichtung der hier beschriebenen Art, und mit zumindest einer Fördervorrichtung,
die zum Bilden von Gesamtportionen nach einem Verfahren der hier beschriebenen Art
betrieben werden kann.
[0003] Das portionierte Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, auch in einem Mehrspurbetrieb,
ist grundsätzlich bekannt. Hierzu wird beispielsweise auf
EP 0 713 753 B1 verwiesen. Die gleichzeitig aufzuschneidenden Produkte können individuell zugeführt
werden, und zwar mit dem Ziel, bei Bedarf dafür zu sorgen, dass die von einem Produkt
abgetrennten Scheiben sich hinsichtlich der Dicke von den von dem anderen Produkt
abgetrennten Scheiben unterscheiden.
[0004] Die Verbraucher werden zunehmend anspruchsvoller. Dies gilt auch für die Käufer von
abgepackten Lebensmittelscheiben. Eine hier auch als Portion bezeichnete Mehrzahl
von Produktscheiben soll nicht nur ein vorgegebenes Gewicht aufweisen und ansprechend
präsentiert werden, sondern es wird zunehmend auch gewünscht, dass die Packungen Scheiben
von unterschiedlichen Produkten bzw. von Produkten unterschiedlicher Sorte enthalten,
beispielsweise von unterschiedliche Wurstsorten oder unterschiedlichen Käsesorten,
wobei z.B. auch gewünscht wird, dass in den Packungen Wurst- und Käsescheiben zusammen
eine gemischte Gesamtportion bilden.
[0005] Derartigen Verbraucherwünschen kann prinzipiell mit herkömmlicher Technologie entsprochen
werden. Moderne Aufschneidemaschinen, die auch als Hochleistungs-Slicer bezeichnet
werden, können Lebensmittelprodukte extrem schnell, sehr gewichtsgenau und äußerst
hygienisch aufschneiden. Zusammen mit ausgefeilter Fördertechnik und Verpackungsmaschinen
bilden derartige Slicer hocheffiziente Produktionslinien, mit denen Packungen mit
Portionen aus Lebensmittelscheiben praktisch vollautomatisch produziert werden können.
Um "Mischpackungen" aus Scheiben von unterschiedlichen Produkten herzustellen, werden
mehrere Slicer eingesetzt, die jeweils eine Produktart oder Produktsorte aufschneiden.
Die einzelnen Produktströme der Slicer werden dann in geeigneter Weise zusammengeführt,
um die "gemischten" Gesamtportionen zu erzeugen. Eine Mehrzahl von Slicern ist auch
deshalb erforderlich, da der weitere von den Packungsherstellern zu befriedigende
Verbraucherwunsch besteht, dass die "Mischpackungen" nicht nur Scheiben von unterschiedlichen
Produkten, sondern überdies in den Packungen jeweils von den einzelnen Produkten unterschiedlich
viele Scheiben vorhanden sein sollen. Die Fähigkeit bekannter Slicer, gleichzeitig
mehrere Produkte aufzuschneiden, kann das Erfordernis eines Einsatzes mehrerer Slicer
nicht beseitigen, da das bekannte gleichzeitige Aufschneiden mehrerer Produkte lediglich
den Produktdurchsatz, also den "Ausstoß" des Slicers, erhöht. Folglich ist die Herstellung
der erwähnten "Mischpackungen" derzeit noch mit relativ hohen Kosten verbunden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die Möglichkeiten beim Aufschneiden von Lebensmittelprodukten
zu erweitern, wobei es insbesondere möglich sein soll, "Mischpackungen" aus Scheiben
von unterschiedlichen Lebensmittelprodukten, insbesondere von Produkten unterschiedlicher
Sorte, möglichst einfach, zuverlässig und kostengünstig herzustellen.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch ein Aufschneideverfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 1, durch ein Verfahren zum Bilden von Gesamtportionen mit den Merkmalen
des Anspruchs 4, durch eine Aufschneidevorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
11 sowie durch eine Produktionslinie mit den Merkmalen des Anspruchs 14.
[0008] Bei dem Aufschneideverfahren ist insbesondere vorgesehen, dass die Produkte mit einer
gemeinsamen Aufschneidevorrichtung, insbesondere einem Hochleistungs-Slicer, aufgeschnitten
werden, die wenigstens ein Schneidmesser aufweist, das in einer Schneidebene um eine
Messerachse rotiert und/oder um eine Mittelachse planetarisch umläuft, und dass die
Produkte dem Schneidmesser derart individuell zugeführt werden, dass jede Portion
eine für die jeweilige Spur vorgegebene Bedingung erfüllt, die insbesondere das Gewicht
der Portion, das Gewicht und/oder die Dicke der die Portion bildenden Produktscheiben,
und/oder die Anzahl der die Portion bildenden Produktscheiben betrifft.
[0009] Erfindungsgemäß wird die individuelle Produktzufuhr dazu genutzt, den in den einzelnen
Spuren erzeugten Portionen vorgegebene, insbesondere untereinander verschiedene, Eigenschaften
zu verleihen, d.h. zu erreichen, dass die Portionen der einzelnen Spuren, insbesondere
unterschiedliche, Bedingungen erfüllen, die gezielt vorgegeben werden können.
[0010] Hierdurch ist es insbesondere möglich, mit einer einzigen Aufschneidevorrichtung
diejenigen Portionen zu erzeugen, die für die Bildung einer Gesamtportion und somit
für eine vom Kunden gewünschte "Mischpackung" benötigt werden.
[0011] Insbesondere ist es mit der Erfindung möglich, gleichzeitig Lebensmittelprodukte
unterschiedlicher Sorte aufzuschneiden, wobei es außerdem möglich ist, durch einen
entsprechenden Betrieb der Produktzufuhr weitere Parameter der einzelnen Portionen
individuell zu variieren. Beispielsweise lassen sich so Gesamtportionen herstellen,
die jeweils eine bestimmte Anzahl von Scheiben einer ersten Wurstsorte, eine davon
verschiedene bestimmte Anzahl von Scheiben einer zweiten Wurstsorte sowie eine wiederum
andere bestimmte Anzahl von Scheiben einer Käsesorte umfassen.
[0012] Das Erzeugen von Portionen mit unterschiedlicher Scheibenanzahl in den einzelnen
Spuren kann insbesondere dadurch erfolgen, dass die Aufschneidevorrichtung derart
betrieben wird, dass in den einzelnen Spuren gezielt so genannte Leerschnitte durchgeführt
werden, d.h. ein spurindividuelles Leerschnittmanagement erfolgt. Zur Durchführung
eines Leerschnitts wird dafür gesorgt, dass trotz einer vom Schneidmesser durchgeführten
Schneidbewegung von dem oder den betreffenden Produkten keine Scheibe abgetrennt wird.
Beispielsweise kann dasjenige Produkt, für das ein Leerschnitt durchgeführt, von dem
also keine Scheibe abgetrennt werden soll, durch entsprechende Ansteuerung der Produktzufuhr
vorübergehend angehalten werden. Das Abtrennen von Scheiben von dem oder den anderen
Produkten wird dabei fortgesetzt. Auf diese Weise kann mit einer spurindividuell betreibbaren
Produktzuführung das Ziel erreicht werden, beim gleichzeitigen, mehrspurigen Aufschneiden
mehrerer Produkte in den Spuren Portionen mit unterschiedlicher Scheibenanzahl zu
erzeugen.
[0013] Die Produkte in den Spuren können dem Schneidmesser vollkommen unabhängig voneinander
zugeführt werden.
[0014] Alternativ ist es möglich, dass die Produkte in den Spuren dem Schneidmesser derart
zugeführt werden, dass mehrere parallele nebeneinander angeordnete Fördereinrichtungen
gemeinsam angetrieben und die Einzelgeschwindigkeiten der Fördereinrichtungen individuell
verändert werden.
[0015] Der hier zum Teil verwendete Begriff "Sorte" ist breit zu verstehen. So sollen nicht
nur beispielsweise Wurst einerseits und Käse andererseits oder jeweils unterschiedliche
Fleisch-, Wurst- oder Käsearten untereinander unterschiedliche Sorten im Sinne der
Erfindung bilden. Auch Produkte mit "gleichem Inhalt", die sich hinsichtlich wenigstens
eines aus der Sicht des Endverbrauchers relevanten Parameters voneinander unterscheiden,
sollen als Produkte unterschiedlicher Sorte betrachtet werden. So sollen beispielsweise
Salami mit kleinem Durchmesser einerseits und Salami mit großem Durchmesser andererseits
unterschiedliche Produktsorten im Sinne der Erfindung darstellen. Angesichts der Tatsache,
dass keine zwei Lebensmittelprodukte im strengen Sinne identisch sind, ist der Begriff
"Sorte" dagegen nicht so breit zu verstehen, dass darunter Unterschiede zwischen Produkten
fallen, die der Endverbraucher entweder überhaupt nicht wahrnimmt oder die für den
Endverbraucher vollkommen irrelevant sind, wie beispielsweise unterschiedliche Verteilungen
der Dichte oder der Bestandteile eines Produktes, die auch bei aus der Sicht des Verbrauchers
"gleichen" Produkten naturgemäß immer vorhanden sind.
[0016] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Bilden von Gesamtportionen werden die jeweils
eine Gesamtportion bildenden Portionen durch das erfindungsgemäße Aufschneideverfahren
erzeugt.
[0017] Insbesondere können die Gesamtportionen aus Portionen gebildet werden, deren Scheiben
sich hinsichtlich der Produktsorte voneinander unterscheiden.
[0018] Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass die Gesamtportionen aus Portionen
gebildet werden, die sich hinsichtlich der Anzahl ihrer Scheiben, hinsichtlich ihres
Portionsgewichts, und/oder hinsichtlich des Gewichts und/oder der Dicke ihrer Scheiben
voneinander unterscheiden.
[0019] Die Bildung der Gesamtportionen kann beispielsweise während des Transports der Portionen
zu einer nachgeschalteten Einrichtung, insbesondere zu einer Verpackungsmaschine für
die Gesamtportionen, erfolgen.
[0020] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Gesamtportionen dadurch gebildet werden, dass
die Portionen zumindest teilweise übereinander gelegt werden.
[0021] Des Weiteren ist es möglich, dass die Gesamtportionen dadurch gebildet werden, dass
die Portionen nacheinander in eine Verpackung eingebracht werden, insbesondere während
des Transports der Portionen zu einer nachgeschalteten Einrichtung, insbesondere einer
Verpackungsmaschine für die Gesamtportionen. Hierbei kann insbesondere zunächst eine
erste Portion in eine Verpackung eingelegt werden, woraufhin auf die bereits in der
Verpackung befindliche erste Portion eine oder mehrere weitere Portionen gelegt werden.
Es ist aber auch möglich, dass erst die vollständigen Gesamtportionen in die Verpackungen
eingelegt werden.
[0022] In einem Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass bei der Bildung der Gesamtportionen
jeweils zwischen zumindest zwei zumindest teilweise übereinander liegende Portionen
eine Trennlage, beispielsweise aus Papier, eingelegt wird.
[0023] Die erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung umfasst eine Produktzuführung, die mehrere
parallel nebeneinander angeordnete Fördereinrichtungen umfasst, mit denen die Produkte
einer Schneidebene mehrspurig zuführbar sind, in der sich wenigstens ein Schneidmesser,
insbesondere rotierend und/oder umlaufend, bewegt. Die Produktzuführung ist dazu ausgebildet,
die Produkte dem Schneidmesser derart individuell zuzuführen, dass jede Portion eine
für die jeweilige Spur vorgegebene Bedingung erfüllt, die insbesondere das Gewicht
der Portion, das Gewicht und/oder die Dicke der die Portion bildenden Produktscheiben,
und/oder die Anzahl der die Portion bildenden Produktscheiben betrifft.
[0024] Die Fördereinrichtungen der Produktzuführung können vollkommen unabhängig voneinander
betreibbar sein. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Fördereinrichtungen gemeinsam
antreibbar und die Einzelgeschwindigkeiten der Fördereinrichtungen individuell veränderbar
sind.
[0025] Bei der erfindungsgemäßen Produktionslinie, die wenigstens eine erfindungsgemäße
Aufschneidevorrichtung und zumindest eine erfindungsgemäß betreibbare Fördervorrichtung
umfasst, kann der Fördervorrichtung wenigstens eine Verpackungsmaschine für die zu
produzierenden Gesamtportionen nachgeschaltet sein.
[0026] Mögliche Ausgestaltungen der Erfindung sind auch den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
sowie der Zeichnung zu entnehmen. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine erfindungsgemäße Produktionslinie,
- Fig. 2
- schematisch eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung, und
- Fig. 3
- schematisch eine Seitenansicht einer erfindungsgemäß betreibbaren Fördervorrichtung.
[0027] Fig. 1 gibt zunächst einen Überblick über eine mögliche Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Produktionslinie, die einen Hochleistungs-Slicer 15, eine Fördervorrichtung 29 sowie
eine Verpackungsmaschine 21 umfasst.
[0028] Der Slicer 15 ist dazu in der Lage, mehrere Lebensmittelprodukte 11 - hier drei Produkte
- gleichzeitig aufzuschneiden, wobei für jedes Produkt 11 eine Spur vorgesehen ist.
Für jede Spur erzeugt der Slicer während des Aufschneidens der Produkte 11 Portionen
13. Gemäß der hier verwendeten Terminologie kann eine Portion eine oder mehrere abgetrennte
Produktscheiben umfassen, d.h. auch eine einzige abgetrennte Produktscheibe soll im
Rahmen der Erfindung eine Portion darstellen.
[0029] Die dem Slicer 15 nachgeordnete Fördervorrichtung 29 sorgt dafür, dass aus den in
den einzelnen Spuren einlaufenden Portionen 13 Gesamtportionen 19 gebildet werden,
die anschließend der Verpackungsmaschine 21 zugeführt und dort verpackt werden. Jede
Gesamtportion 19 enthält somit aus jeder der Spuren eine Portion 13.
[0030] Wenn mittels des Slicers 15 Lebensmittelprodukte 11 unterschiedlicher Sorte aufgeschnitten
werden, enthält somit jede Gesamtportion 19 mehrere Scheibensorten, d.h. die Produktionslinie
erzeugt "Mischpackungen", wie sie eingangs bereits erwähnt wurden.
[0031] Wie in Fig. 2 veranschaulicht ist, kann erfindungsgemäß die Vielfalt erzeugbarer
Gesamtportionen weiter erhöht werden, d.h. die gleichzeitig durch das mehrspurige
Aufschneiden erzeugten Portionen 13 können sich nicht durch hinsichtlich der Sorte
der die Portionen 13 bildenden Produktscheiben voneinander unterscheiden.
[0032] Der Schneidebene 17 des Slicers 15, in der sich wenigstens ein hier nicht dargestelltes
Schneidmesser bewegt, können die drei Produkte 11 individuell zugeführt werden. In
dem hier dargestellten Beispiel ist für jede Spur und damit für jedes aufzuschneidende
Produkt 11 eine Fördereinrichtung 27 vorgesehen, die am hinteren Produktende angreift
und das Produkt 11 in Pfeilrichtung der Schneidebene 17 zuführt. Die individuelle
Produktzufuhr bedeutet, dass in jeder Spur und somit für jedes Produkt 11 die Zufuhrgeschwindigkeit
individuell eingestellt und variiert werden kann.
[0033] Insbesondere ist es in jeder Spur möglich, die Produktzufuhr vorübergehend zu unterbrechen,
d.h. die jeweilige Fördereinrichtung 27 anzuhalten, um bezogen auf das betreffende
Produkt so genannte Leerschnitte durchzuführen, d.h. um zu erreichen, dass vorübergehend
von dem betreffenden Produkt 11 keine Scheiben abgetrennt werden, wie es im Einleitungsteil
bereits erwähnt wurde.
[0034] Hierdurch ist es aufgrund der individuellen Produktzufuhr nicht nur möglich, spurindividuell
z.B. Gewicht und/oder Dicke der die jeweilige Portion 13 bildenden Produktscheiben
oder das Portionsgewicht beliebig vorzugeben, sondern es ist auch möglich, in den
einzelnen Spuren die Anzahl der jeweils die Portionen 13 bildenden Produktscheiben
für jede Spur individuell zu wählen.
[0035] Letzteres ist in Fig. 2 angedeutet. Die aus den gleichzeitig aufgeschnittenen Produkten
11 gebildeten Portionen 13 weisen in der linken Spur jeweils zwei Scheiben, in der
mittleren Spur jeweils eine Scheibe und in der rechten Spur jeweils drei Scheiben
auf. Dieses Ergebnis kann dadurch erreicht werden, dass für jeweils drei aufeinander
folgende Schneidbewegungen oder -vorgänge des Schneidmessers von dem rechten Produkt
bei jedem Schneidvorgang eine Scheibe abgetrennt wird, während bei dem mittleren Produkt
zwei Leerschnitte und bei dem linken Produkt ein Leerschnitt durchgeführt wird. Das
rechte Produkt wird also "am schnellsten" aufgeschnitten, wohingegen das mittlere
Produkt "am langsamsten" aufgeschnitten wird, was in Fig. 2 durch die entsprechend
unterschiedlichen Produktrestlängen angedeutet ist.
[0036] Die jeweils in den Spuren nebeneinander liegenden drei Portionen 13 werden durch
nachgeschaltete Prozesse zu einer Gesamtportion 19 zusammengeführt, wie es in Fig.
2 durch gestrichelte Linien angedeutet ist.
[0037] In Fig. 3 ist am Beispiel eines zweispurigen Betriebs eine Möglichkeit zur Bildung
von Gesamtportionen 19 aus jeweils zwei im Folgenden auch als Einzelportionen bezeichneten
Portionen 13 veranschaulicht. Die Einzelportionen 13 können jeweils aus einer oder
mehreren Produktscheiben bestehen, die hier nicht im Einzelnen dargestellt sind.
[0038] Die in Fig. 3 veranschaulichte Fördervorrichtung wird auch als Stapeleinrichtung
bezeichnet, da die einzelnen Portionen 13 bei der Bildung der Gesamtportionen 19 jeweils
übereinander gestapelt werden.
[0039] Der in einer Förderrichtung F erfolgende Transport der Einzelportionen 13, der Gesamtportionen
19 sowie von Verpackungen 23, auf die nachstehend näher eingegangen wird, wird in
dem hier dargestellten Beispiel durch Förderer 31 besorgt, die als Endlosbandfördereinrichtungen
ausgebildet sind.
[0040] Eine obere Portion 13 liegt bereits auf einer beispielsweise aus Papier bestehenden
Trennlage 25. Das Auflegen der oberen Portionen 13 auf die Trennlagen 25 erfolgt an
einer vorgeordneten, nicht dargestellten Stelle. Mittels eines nach unten geneigten,
in Richtung eines mittleren Förderbandes 31 weisenden Förderbandes 31 gelangen die
jeweils auf der Trennlage 25 liegenden oberen Portionen 13 auf eine untere Portion
13, wodurch eine Gesamtportion 19 entsteht, die wiederum mittels eines nach unten
geneigten Förderbandes 33 in über ein unteres Förderband 31 herantransportierte Verpackungen
23 eingelegt werden.
[0041] Das die Verpackungen 23 herantransportierende Förderband 31 kann als Bestandteil
der ansonsten hier nicht dargestellten Verpackungsmaschine angesehen werden, in der
die mit den Gesamtportionen 19 versehenen Verpackungen 23 fertig gestellt, insbesondere
verschlossen werden.
[0042] Die obere Portion 13 und die untere Portion 13 stammen von verschiedenen Spuren einer
Aufschneidevorrichtung, wie sie vorstehend am Beispiel der Fig. 2 erläutert wurde.
Bei der oberen Portion 13 kann es sich beispielsweise um drei Käsescheiben handeln,
während die untere Portion 13 z.B. von zwei Schinkenscheiben gebildet wird, wobei
die unterste Käsescheibe von der obersten Wurstscheibe durch die Trennlage 25 getrennt
ist.
[0043] Ferner können sich die obere Portion 13 und die untere Portion 13 voneinander hinsichtlich
ihres Gesamtgewichts, hinsichtlich des Gewichts ihrer Scheiben oder hinsichtlich der
Dicke ihrer Scheiben voneinander unterscheiden. Diese Parameter lassen sich durch
eine entsprechende Ansteuerung der Produktzufuhr des Slicers 15 in grundsätzlich beliebiger
Art und Weise einstellen, wie es vorstehend beschrieben wurde.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 11
- Produkt
- 13
- Portion
- 15
- Aufschneidevorrichtung, Slicer
- 17
- Schneidebene
- 19
- Gesamtportion
- 21
- nachgeschaltete Einrichtung, Verpackungsmaschine
- 23
- Verpackung
- 25
- Trennlage
- 27
- Fördereinrichtung
- 29
- Fördervorrichtung
- 31
- Förderer
- F
- Förderrichtung
1. Verfahren zum gleichzeitigen, mehrspurigen Aufschneiden mehrerer Lebensmittelprodukte
(11), insbesondere Lebensmittelprodukte (11) unterschiedlicher Sorte, in jeweils zumindest
eine Produktscheibe umfassende Portionen (13),
bei dem
- die Produkte (11) mit einer gemeinsamen Aufschneidevorrichtung (15), insbesondere
einem Hochleistungs-Slicer, aufgeschnitten werden, die wenigstens ein Schneidmesser
aufweist, das in einer Schneidebene (17) um eine Messerachse rotiert und/oder um eine
Mittelachse planetarisch umläuft, und
- die Produkte (11) dem Schneidmesser derart individuell zugeführt werden, dass jede
Portion (13) eine für die jeweilige Spur vorgegebene Bedingung erfüllt, die insbesondere
das Gewicht der Portion (13), das Gewicht und/oder die Dicke der die Portion (13)
bildenden Produktscheiben, und/oder die Anzahl der die Portion (13) bildenden Produktscheiben
betrifft.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Produkte (11) in den Spuren vollkommen unabhängig voneinander dem Schneidmesser
zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Produkte (11) in den Spuren dem Schneidmesser derart zugeführt werden, dass mehrere
parallel nebeneinander angeordnete Fördereinrichtungen gemeinsam angetrieben und die
Einzelgeschwindigkeiten der Fördereinrichtungen individuell verändert werden.
4. Verfahren zum Bilden von Gesamtportionen (19) aus einer Mehrzahl von, insbesondere
zumindest teilweise übereinander liegenden, Portionen (13), die jeweils zumindest
eine Scheibe eines Lebensmittelproduktes (11) umfassen, wobei die Portionen (13) durch
ein Aufschneideverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche erzeugt worden sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass Gesamtportionen (19) aus Portionen (13) gebildet werden, deren Scheiben sich hinsichtlich
der Produktsorte voneinander unterscheiden.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass Gesamtportionen (19) aus Portionen (13) gebildet werden, die sich hinsichtlich der
Anzahl ihrer Scheiben, ihres Portionsgewichtes und/oder des Gewichts und/oder der
Dicke ihrer Scheiben voneinander unterscheiden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gesamtportionen (19) während des Transportes der Portionen (13) zu einer nachgeschalteten
Einrichtung (21), insbesondere einer Verpackungsmaschine für die Gesamtportionen (19),
gebildet werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gesamtportionen (19) dadurch gebildet werden, dass die Portionen (13) zumindest
teilweise übereinander gelegt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gesamtportionen (19) dadurch gebildet werden, dass die Portionen (13) nacheinander
in eine Verpackung (23) eingebracht werden, insbesondere während des Transportes der
Portionen (13) zu einer nachgeschalteten Einrichtung (21), insbesondere einer Verpackungsmaschine
für die Gesamtportionen (19).
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Bildung der Gesamtportionen (19) jeweils zwischen zumindest zwei zumindest
teilweise übereinander liegende Portionen (13) eine Trennlage (25) eingelegt wird.
11. Vorrichtung, insbesondere Hochleistungs-Slicer, zum gleichzeitigen, mehrspurigen Aufschneiden
mehrerer Lebensmittelprodukte (11), insbesondere Lebensmittelprodukte (11) unterschiedlicher
Sorte, in jeweils zumindest eine Produktscheibe umfassende Portionen (13),
- mit einer Produktzuführung, die mehrere parallel nebeneinander angeordnete Fördereinrichtungen
(27) umfasst, mit denen die Produkte (11) einer Schneidebene (17) mehrspurig zuführbar
sind, in der sich wenigstens ein Schneidmesser, insbesondere rotierend und/oder umlaufend,
bewegt,
- wobei die Produktzuführung dazu ausgebildet ist, die Produkte (11) dem Schneidmesser
derart individuell zuzuführen, dass jede Portion (13) eine für die jeweilige Spur
vorgegebene Bedingung erfüllt, die insbesondere das Gewicht der Portion (13), das
Gewicht und/oder die Dicke der die Portion (13) bildenden Produktscheiben, und/oder
die Anzahl der die Portion (13) bildenden Produktscheiben betrifft.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fördereinrichtungen (27) der Produktzuführung vollkommen unabhängig voneinander
betreibbar sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fördereinrichtungen (27) gemeinsam antreibbar und die Einzelgeschwindigkeiten
der Fördereinrichtungen individuell veränderbar sind.
14. Produktionslinie mit
wenigstens einer Aufschneidevorrichtung (15), insbesondere einem Hochleistungs-Slicer,
nach einem der Ansprüche 11 bis 13, und zumindest einer Fördervorrichtung (29), die
zum Bilden von Gesamtportionen (19) aus den Portionen (13) nach einem Verfahren der
Ansprüche 4 bis 10 betreibbar ist.
15. Produktionslinie nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fördervorrichtung (29) wenigstens eine Verpackungsmaschine (21) für die Gesamtportionen
(19) nachgeschaltet ist.