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(11) |
EP 2 422 993 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.07.2014 Patentblatt 2014/28 |
| (22) |
Anmeldetag: 18.07.2011 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Braillehülse
Braille casing
Enveloppe de braille
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
31.08.2010 DE 102010036011
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.02.2012 Patentblatt 2012/09 |
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Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen
Aktiengesellschaft |
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69115 Heidelberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Diehr, Wolfgang
41515 Grevenbroich (DE)
- Mertens, Martin
69198 Schriesheim (DE)
- Schmid, Frank
47807 Krefeld (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 1 600 292 EP-A2- 2 036 712 WO-A1-03/045680 DE-A1-102007 053 806 DE-U1-202004 011 022 US-A1- 2001 000 859
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EP-A2- 1 721 742 EP-A2- 2 070 721 WO-A2-2007/064803 DE-U1- 20 319 155 DE-U1-202005 012 114 US-A1- 2008 146 428
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug für eine Rotationsprägevorrichtung gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1, und eine Faltschachtelklebemaschine mit einer Brailleprägevorrichtung
gemäß Anspruch 12.
[0002] Faltschachteln sind Verpackungen aus Karton oder Wellpappe, in geringem Umfang auch
aus Kunststoff, die je nach Konstruktion während des Faltprozesses an einer oder mehreren
Stellen beleimt werden. Sie werden in der Regel aus einem Zuschnitt produziert. Die
Zuschnitte werden üblicherweise auf einer Bogenstanze ausgestanzt. Der Zuschnitt muss
mindestens an einer Kante verklebt werden. Die gefalteten Schachteln kommen im flachliegenden
Zustand aus der Faltschachtel-Klebemaschine. Das Aufstellen und Befüllen der Schachtel
kann maschinell oder auch manuell erfolgen.
[0003] Neben den Faltungen, die zur Herstellung der Faltschachteln erforderlich sind, werden
als Vorbereitung für den anschließenden Produktionsschritt auch weitere Rilllinien
in der Faltschachtel-Klebemaschine vorgebrochen (vorgefaltet). Dadurch werden das
Aufstellen der Schachtel und das spätere Befüllen erleichtert.
[0004] Dienen die Faltschachteln zur Verpackung von Arzneimitteln, so ist es gesetzlich
vorgeschrieben, die Bezeichnung des Arzneimittels in Blindenschrift (so genannte Braille-Schrift)
auf die Faltschachtel aufzubringen (bspw. durch Prägen). Auch bei sogenannten Blisterkarten
ist oft die Anforderung gegeben, dass Braille-Schrift oder andere Prägungen aufgebracht
werden muss.
[0005] Nach dem Stand der Technik erfolgt die Prägung der Blindenschrift entweder während
des Stanzprozesses in der Bogenstanze bei der Herstellung der Zuschnitte. Dies ist
jedoch aufwendig, da ein Stanzbogen etliche Nutzen, d. h. Zuschnitte enthält und für
jeden Nutzen ein Werkzeugpaar bestehend aus Matrize und Patrize bereitgestellt werden
muss. Oder es kommen Rotationsprägeeinrichtungen mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen
zum Einsatz, welche beispielsweise Teil einer Faltschachtelklebemaschine sein können.
Bekannterweise verfügen derartige Rotationsprägeeinrichtungen über einen gemeinsamen
Antrieb für beide Rotationswerkzeuge. Um die Prägung an der richtigen Position auf
den Faltschachtelzuschnitt / Blisterkarten aufbringen zu können, müssen die Rotationswerkzeuge
relativ zum Faltschachtelzuschnitt / Blisterkarten synchronisiert werden. Insbesondere
beim Einbringen einer Blindenschrift in den Faltschachtelzuschnitt muss die Synchronisierung
sehr genau erfolgen. Aufgrund des Massenträgheitsmoments von Matrize, Patrize und
Rotationsantrieb ist die erforderliche Genauigkeit der Synchronisierung nur schwer
bis gar nicht zu erreichen. Weiter nachteilig ist, dass Rotationsprägeeinrichtungen
zur besseren Synchronisierung häufig im Start- / Stopp-Betrieb gefahren werden. D.
h. die Rotationsprägewerkzeuge werden zur Synchronisierung angehalten und nachfolgend
wieder neu beschleunigt. Dadurch wird die Produktionsleistung der Rotationsprägeeinrichtung
stark eingeschränkt. Weiter wird dir Produktionsleistung dadurch eingeschränkt, dass
keine Anpassung der Rotationsprägeeinrichtung an die Größe des zu bearbeitenden Produktes
möglich ist.
[0006] Aus der
EP 20 36 712 A2 ist eine solche Rotationsprägevorrichtung für eine Faltschachtelklebemaschine bekannt.
[0007] Die bekannten Brailleprägevorrichtungen bestehen in der Regel aus einem oberen Rotationswerkzeug,
der Braille-Patrize und einem unteren Rotationswerkzeug der Braille-Matrize. Die Braille-Patrize
weist auf ihrer Prägeseite eine vorgegebene Anzahl von erhabenen Braille-Prägepunkten
auf. Die Braille-Matrize weist in der Regel die maximal mögliche Anzahl von Braillepunkt-Ausnehmungen
auf; sie ist also als universell einsetzbare Matrize ausgeführt. Die Anzahl der Ausnehmungen
hängt davon ab, ob es sich bei der zur Anwendung kommenden Brailleprägung um die übliche
6-Punkt-Grundform, oder die 8-Punkt-Grundform handelt.
[0008] Insbesondere bei der Herstellung von Verpackungen für Arzneimittel ist eine Vielzahl
von unterschiedlichen Brailleprägungen notwendig. Hierzu muss mit jedem neuen zu fertigenden
Auftrag die Braille-Patrize geändert werden, so dass eine Vielzahl von Braille-Patrizen
im Werkzeuglager vorgehalten werden muss.
[0009] Um die Lagerhaltung zu entlasten, ist es aus der
DE 20 2008 017 133 U1 bekannt, die Walzenkörper unverändert zu lassen und nur das Werkzeug zu wechseln.
Das Werkzeug wird mittels Magneten an der Mantelfläche des Walzenkörpers gehalten.
[0010] Es ist weiterhin bekannt, bei der Brailleprägung die Patrize in Form von Blechstreifen
herzustellen, die dann auf dem Patrizenzylinder durch Anschrauben befestigt werden.
Die für die Befestigung des Blechstreifens notwendigen Befestigungslöcher reduzieren
die maximale Umfangsfläche, auf der eine Prägung, z.B. Brailleschrift, eingebracht
werden kann. Zudem ist die Fixierung des Blechstreifens schwierig. Bei falscher Befestigung
kann der Blechstreifen wendelförmig verlaufen. Hierdurch kommt es zu Qualitätseinbußen
bezüglich der Prägequalität. Weiterhin ist der Blechstreifen eine Abwicklung des Umfang.
Die in der Ebene erzeugte Prägung wird im Bogensegment zum Einsatz gebracht. Dies
kann zu Teilungsfehlern führen. Ein Luftspalt zwischen dem Blechstreifen und dem Patrizenzylinder
führt zu einem Höhenschlag, der wiederum zu einem erhöhten Verschleiß des Gegenwerkzeugs
führen kann. Diese Lösung ist für das Prägen von Brailleschrift aufgrund der geforderten
hohen Genauigkeit wenig geeignet. Da das Werkzeug nur einen Teil der Mantelfläche
bedeckt, kommt es insbesondere bei hohen Fertigungsgeschwindigkeiten, wie beispielsweise
bei der Faltschachtelproduktion (bis zu 200.000 Schachteln (h)) aufgrund der Unwucht
des Systems zu Problemen. Eine entsprechende Gegenmaßnahme zum Auswuchten des Systems
ist notwendig.
[0011] Aus der
DE 20 2006 005 299 U1 ist ein Prägezylinder oder eine auf einem Trägerkern angeordnete Prägehülse bekannt
zur Erzeugung einer Prägestruktur auf einem thermoplastischen Material, wie beispielsweise
eine transparente Dekorfolie. Der Prägezylinder oder die Prägehülse weisen hierzu
in der Zylindergesamtaußenfläche einzelne Aussparungen auf. Das zu prägende Material
wird durch einen Spalt zwischen Prägezylinder und einer glatten Gegenwalze geführt.
Diese Vorrichtung ist für das Prägen von Brailleschrift ungeeignet.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung is es, eine Nutzung für eine Rotationsvorrichtung
zum Prägen von insbesondere Brailleschrift in flaches bogenförmiges Material zu schaffen,
bei dem die Patrize einfach und leicht austauschbar ist.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Werkzeug für eine Rotationsprägeeinrichtung gemäß
dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1.
[0014] Erfindungsgemäß weist das Werkzeug für eine Rotationsprägevorichtung zum Prägen von
flachem, bogenförmigen Material zwei rotierende Prägewerkzeuge in Form einer Patrize
und einer Matrize auf. Zumindest die Patrize besteht aus einem Walzenkörper mit einer
darauf befestigten nahtlosen, geschlossenen Werkzeughülse mit erhabenen Prägepunkten
auf der Mantelaußenfläche. Die Matrize weist auf ihrer Außenmantelfläche den erhabenen
Prägepunkten entsprechende Ausnehmungen auf. In einer vorteilhaften Ausführungsform
sind die Prägewerkzeuge zum Prägen von Brailleschrift geeignet. Die Matrize kann in
diesem Fall als universelle Braille-Matrize ausgeführt sein, die die maximal mögliche
Anzahl von Braille-Ausnehmungen pro Braille-Letter aufweist. Diese Ausführungen haben
den Vorteil, dass die gesamte Umfangsfläche als Prägefläche genutzt werden kann. Gegenüber
dem bekannten Blechstreifen gemäß Stand der Technik ist somit die nutzbare Länge für
die Prägung vergrößert. Weiterhin sind gegenüber den bekannten Blechstreifenlösungen
die Unwuchtprobleme und Teilungsfehler beseitigt.
[0015] In weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Werkzeughülse aus Aluminium oder
Stahl oder Magnesium, Messing, Bronze, Titan oder Kunststoff gefertigt, so dass die
jeweiligen Vorteile dieser Materialien, wie besondere Härte, Stand- und Verschleißfestigkeit
oder niedriger Herstellpreis, bzw. vorteilhaft für günstiges Herstellverfahren genutzt
werden können. Die Prägepunkte bzw. Ausnehmungen können somit beispielsweise günstig
durch Tiefziehen von der Rückseite oder durch Auftrag (Auftragsschweißen) oder durch
Abtrag wie Fräsen, Ätzen oder Erodieren auf der Außenseite aufgebracht werden. Auch
Materialen mit einer entsprechenden Oberflächenbeschichtung beispielsweise Hard-Coating
sind möglich.
[0016] In weiteren vorteilhaften Ausführungsformen weist der Werkzeugkörper zur axialen
Positionierung der Werkzeughülse einen Anschlag auf. Alternativ weist die Werkzeughülse
einen Anschlag auf, der mit einer Nut im Außenbereich des Walzenkörpers zusammen wirkt.
Hierdurch ist eine einfache und sichere axiale Positionierung der Werkzeughülse auf
dem Walzenkörper möglich.
[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausfiihrungsform verläuft der Anschlag an der Werkzeughülse
und die Nut im Außenbereich des Werkzeugkörpers schräg.
[0018] Vorteilhafterweise kann das Werkzeug in einer Braille-Prägevorrichtung in einer Faltschachtelklebemaschine
eingesetzt werden.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand verschiedener Ausführungsbeispiele erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung einer Prägevorrichtung mit einem Werkzeug
- Figur 2
- die Abwicklung der Mantelfläche einer Werkzeughülse der Patrize
- Figur 3
- die Abwicklung der Mantelfläche einer universellen Matrize
- Figur 4a-4e
- Schnittdarstellungen verschiedener Befestigungsmöglichkeiten von Werkzeughülse und
Walzenkörper
- Figur 5
- Schematische Darstellung mit einer Werkzeughülse als Rotor eines Elektromotors
- Figur 6
- Schematische Darstellung ohne Prägewalze
- Figur 7
- Erfindungsgemäße Werkzeughülse
- Figur 8a, 8b
- Brailleprägemodul für eine Faltschachtelklebemaschine
[0020] Figur 1 zeigt eine Prägevorrichtung mit einem alternativen Werkzeug 1, welches nicht
Teil der Erfindung ist, in teildemontiertem Zustand. Das Werkzeug 1 besteht aus einem
oberen Werkzeug, welches als Patrize 2 ausgebildet ist und einem unteren Werkzeug,
welches als Matrize 3 ausgebildet ist. Die Patrize 2 besteht aus einem Walzenkörper
4, auf dem eine nahtlose, geschlossene Werkzeughülse 5 befestigt ist, die an ihrer
Mantelaußenfläche erhabene Prägepunkte 24 aufweist, die der besseren Übersichtlichkeit
wegen in Figur 1 nicht dargestellt sind. Die Matrize 3 weist ebenfalls einen Walzenkörper
6 auf, der an ihrer Mantelaußenfläche entsprechende Ausnehmungen 25 aufweist, die
der besseren Übersichtlichkeit wegen in Figur 1 nicht näher dargestellt sind. Die
Ausnehmungen 25 können hierbei entweder direkt auf der Mantelaußenfläche 7 des Walzenkörpers
6 der Matrize 3 eingebracht werden, oder analog zur Patrize in eine nicht näher dargestellte
Werkzeughülse, die auf dem Walzenkörper 6 der Matrize 3 befestigt wird. Sowohl die
Patrize 2, als auch die Matrize 3 sind durch Schutzkästen 8, 9 gegen Berührung geschützt.
Die Patrize 2 ist auf einem nicht näher dargestellten Flansch gelagert und wird durch
eine Antriebswelle 12 angetrieben. Weiterhin wird sie von einem oberen Werkzeugführungselement
10, das sich an einer Quertraverse 15 abstützt, seitlich geführt. Die Matrize 3 ist
auf einem nicht näher dargestellten Flansch gelagert und wird durch eine untere Antriebswelle
13 angetrieben. Weiterhin wird sie von einem unteren Werkzeugführungselement 11, das
sich an einer unteren Quertraverse 16 abstützt, seitlich geführt. Die Antriebswellen
12, 13 werden durch Servomotoren 14 angetrieben.
[0021] Figur 2 zeigt eine Abwicklung der Mantelfläche einer erfindungsgemäßen Werkzeughülse
einer Patrize 2. Die in dieser Ausführungsform dargestellten Braille-Lettern 26 sind
in der 6-Punkt-Grundform ausgeführt, die pro Schriftzeichen 26 maximal sechs erhabene
Punkte 24 aufweist, die in zwei nebeneinanderliegenden Punktreihen 27 angeordnet sind.
[0022] Figur 3 zeigt eine Abwicklung der Mantelaußenfläche 7 des Walzenkörpers 6 einer Matrize
3. Die Matrize 3 ist in der dargestellten Ausführungsform als Universal-Matrize ausgeführt
und weist die maximalen 6 Punkte pro Schriftzeichen als Negativausnehmungen 25 auf.
Die Matrize ist somit für alle möglichen Patrizen der 6-Punkte-Grundfom zu verwenden.
[0023] In den Figuren 4a - 4c sind unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten der Werkzeughülse
5 auf den Walzenkörpern 4, 6 dargestellt, wobei bei der Verwendung der Universalmatrize
auf der mantelaußenfläche 7 der Matrize 3 nur der Austausch und Befestigung auf dem
Walzenkörper 4 der Patrize 2 notwendig ist, weshalb sich die Darstellungen auf diese
Version beschränken.
[0024] Figur 4a zeigt die Befestigung mittels genauer Passung zwischen Walzenkörper 4 und
Werkzeughülse 5. Figur 4b zeigt die Befestigungsmöglichkeit von Werkzeughülse 5 auf
dem Walzenkörper 4 mittels eines selbsthemmenden Konus 17. In Figur 4c weist der Walzenkörper
4 an seiner Außenseite einen Anschlag 18 zur axialen Ausrichtung der Werkzeughülse
5 auf. In Figur 4d weist der Walzenkörper 4 an seiner Außenfläche eine Nut 19 auf,
die mit einem Anschlag 20 an der Werkzeughülse 5 zusammenwirkt und so der alternativen
axialen Ausrichtung dient. Eine weitere Alternative ist in Figur 4e dargestellt. Bei
dieser Ausführungsform sind die Nut 12 und der Anschlag 20 schräg ausgebildet.
[0025] Zusätzlich sind noch weitere Befestigungen möglich, die nicht näher dargestellt sind,
beispielsweise die radiale Befestigung durch Stift oder Schraube oder die Befestigung
mittels Spannbacken. Selbstverständlich können die unterschiedlichen Befestigungsarten
auch miteinander kombiniert werden.
[0026] Die Figuren 5 und 6 zeigen alternative Ausführungsbeispiele. Bei der Ausführung gemäß
Figur 5 ist die Werkzeughülse 5 der Patrize direkt als Rotor 22 eines Motors ausgeführt.
Der Bund der Werkzeughülse könnte zudem derart ausgebildet sein, dass er als Inkrementalgeber
für den Motor dient.
[0027] Bei der Ausführung gemäß Figur 6 wird auf den Walzenkörper 4 komplett verzichtet.
Die Werkzeughülse 33 wird unmittelbar auf dem Außenring 32 des Wälzlagers 31 gelagert.
Die Rotationsbewegung wird direkt von der Polygonwelle 34 auf die Werkzeughülse 33
übertragen. Hierdurch entfällt die komplette Masse des Walzenkörpers 4. Der Innenring
35 des Wälzlagers 31 sowie der Werkzeughalter 36 sind drehfest gelagert.
[0028] Die Figur 7 zeigt eine weitere alternative Ausführungsform einer Werkzeughülse. Diese
ist als geschlitzte Werkzeughülse 29 ausgeführt. Die Werkzeughülse 29 wird mittels
eines Füllstückes 30 auf dem Werkzeugkörper 4 mittels eines nicht näher dargestellten
Befestigungsmittels, beispielsweise einer Schraube, befestigt. Dadurch dass sowohl
der Schlitz in der Werkzeughülse 29 als auch die Seitenwände des Füllstücks 30 komplementär
abgeschrägt ausgeführt sind, hält das Füllstück 30 die Werkzeughülse 29 auf dem Walzenkörper
4 fest. Die Klemmung der Hülse 29 auf dem Werkzeugkörper 4 erfolgt zudem durch die
bereits beschriebene konische Ausführung des Walzenkörpers 4. Die Positionierung der
Hülse 29 in Umfangsrichtung auf dem Walzenkörper erfolgt durch das oben beschriebene
Befestigungsmittel. Diese Ausführungsform ermöglicht einen besonders einfachen und
schnellen Wechsel der Werkzeughülse.
[0029] Die Figuren 8a und 8b zeigen die Anwendung der erfindungsgemäßen Werkzeuge in einer
Rotationsprägevorrichtung für beispielsweise eine Faltschachtelklebemaschine. In der
Ausführungsform sind vier Werkzeuge 1 nebeneinander zum Einbringen von Prägungen in
Schachtelzuschnitte 28.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Werkzeug für Rotationsprägevorrichtung
- 2
- Patrize
- 3
- Matrize
- 4
- Walzenkörper der Patrize
- 5
- Werkzeughülse der Patrize
- 6
- Walzenkörper der Matrize
- 7
- Mantelaußenfläche der Matrize
- 8
- oberer Schutzkasten
- 9
- unterer Schutzkasten
- 10
- oberes Werkzeugführungselement
- 11
- unteres Werkzeugführungselement
- 12
- obere Antriebswelle
- 13
- untere Antriebswelle
- 14
- Servomotor
- 15
- obere Quertraverse
- 16
- untere Quertraverse
- 17
- Konus
- 18
- Anschlag
- 19
- Nut
- 20
- Anschlag
- 21
- Lager
- 22
- Rotor
- 23
- Stator
- 24
- Erhabene Prägepunkte
- 25
- Ausnehmungen
- 26
- Braille-Letter
- 27
- Punktreihe
- 28
- Schachtelzuschnitt
- 29
- Geschlitzte Werkzeughülse
- 30
- Füllstück
- 31
- Wälzlager
- 32
- Außenring des Wälzlagers
- 33
- Werkzeughülse
- 34
- Polygonwelle
- 35
- Innenring des Wälzlagers
- 36
- Werkzeughalter
1. Werkzeug (1) für eine Rotationsprägevorrichtung zum Prägen von flachem, bogenförmigen
Material mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen in Form einer Patrize (2) und einer
Matrize (3) zum Einbringen von Prägungen,
wobei
mindestens die Patrize (2) einen Walzenkörper (4) und eine geschlitzte, Werkzeughülse
(29) mit erhabenen Prägepunkten (24) auf der Mantelaußenfläche aufweist, und wobei
die erhabenen Prägepunkte (24) mit entsprechenden Ausnehmungen (25) in der Matrize
(3) zusammenwirken,
dadurch gekennzeichnet,
dass die geschlitzte Werkzeughülse (29) mittels eines Füllstücks (30) auf dem Walzenkörper
(4) befestigt ist, und sowohl der Schlitz in der Werkzeughülse (29) als auch die Seitenwände
des Füllstücks (30) komplementär abgeschrägt ausgeführt sind, derart, dass das Füllstück
(30) die Werkzeughülse (29) auf dem Walzenkörper (4) festhält.
2. Werkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Prägewerkzeuge (2, 3) zum Prägen von Brailleschrift geeignet sind.
3. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Matrize (3) eine universelle Braille-Matrize ist, die die maximal mögliche Anzahl
von Brailleausnehmungen (25) pro Braille-Letter (26) aufweist.
4. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Werkzeughülse (29) oder die Mantelaußenfläche (7) der Matrize (3) aus Aluminium
oder Stahl oder Magnesium oder Titan oder Messing oder Bronze oder Kunststoff gefertigt
ist.
5. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Werkzeughülse (29) mit einer Oberflächenbeschichtung, insbesondere einer Hard-Coating-Beschichtung,
versehen ist.
6. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Walzenkörper (4, 6) zur axialen Positionierung der Werkzeughülse (29) einen Anschlag
(20) aufweist.
7. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Werkzeughülse (29) zur axialen Positionierung auf dem Walzenkörper (4, 6) einen
Anschlag (20) aufweist, der mit einer Nut (19) im Außenbereich des Walzenkörpers (4,
6) zusammen wirkt.
8. Werkzeug nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anschlag (20) der Werkzeughülse und die Nut (19) im Außenbereich des Walzenkörpers
schräg verlaufen.
9. Braille-Prägevorrichtung mit einem Werkzeug (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
10. Faltschachtelklebemaschine mit einer Braille-Prägevorrichtung nach Anspruch 9.
1. Tool (1) for a rotary embossing device for embossing flat, sheet-shaped material comprising
two rotating embossing tools in the form of a male embossing tool (2) and a female
embossing tool (3) for creating embossments,
wherein at least the male embossing tool (2) includes a roller body (4) and a slit
tool sleeve (29) having raised embossing dots (24) on the outer circumferential surface,
and wherein the raised embossing dots (24) interact with corresponding recesses (25)
in the female tool (3),
characterized in
that the slit tool sleeve (29) is fixed on the roller body (4) by means of a filler element
(30), and that both the slit in the tool sleeve (29) and the side walls of the filler
element (30) have complementary slopes in such a way that the filler element (30)
holds the tool sleeve (29) on the roller body (4).
2. Tool according to Claim 1,
characterized in
that the embossing tools (2, 3) are suited for embossing Braille characters.
3. Tool according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the female embossing tool (3) is a universal female Braille tool having a maximum
possible number of Braille recesses (25) per Braille character (26).
4. Tool according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the tool sleeve (29) or the outer circumferential surface (7) of the female tool
(3) is made of aluminum or steel or magnesium or titanium or brass or bronze or plastic.
5. Tool according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the tool sleeve (29) is provided with a surface coating, in particular a Hard Coat.
6. Tool according to any one of the preceding claims,
characterized in
that the roller body (4, 6) includes a stop (20) for the axial positioning of the tool
sleeve (29).
7. Tool according to any one of the preceding claims,
characterized in
that for the axial positioning on the roller body (4, 6), the tool sleeve (29) includes
a stop (20) interacting with a groove (19) in the outer region of the roller body
(4, 6).
8. Tool according to Claim 7,
characterized in
that the stop (20) of the tool sleeve and the groove (19) in the outer region of the roller
extend at an angle.
9. Braille embossing device including a tool (1) according to any one of Claims 1 to
8.
10. Folder-gluer including a Braille embossing device according to Claim 9.
1. Outil (1) pour un dispositif rotatif de gaufrage pour le gaufrage d'un matériau en
forme de feuille avec deux outils rotatifs de gaufrage sous la forme d'une patrice
(2) et d'une matrice (3) pour l'application de gaufrages,
caractérisé en ce
qu'au moins la patrice (2) présente un corps de cylindre (4), et un manchon d'outil fendu
(29) avec des points de gaufrage en relief (34)sur la surface extérieure d'enveloppe,
et les points de gaufrage en relief (24) coopérant avec des évidements correspondant
(25) dans la matrice (3), caractérisé en ce
le manchon fendu d'outil (29) est fixé sur le corps de cylindre (4) au moyen d'une
pièce de remplissage (30), et aussi bien la fente dans le manchon d'outil (29) qu'également
les parois latérales de la pièce de remplissage (30) sont réalisés de manière complémentaire
biseauté de sorte que la pièce de remplissage (30) maintient le manchon d'outil (29)
sur le corps de cylindre (4).
2. Outil selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que les outils de gaufrage (2, 3) sont appropriés pour le gaufrage du braille (30).
3. Outil selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que la matrice (3) est une matrice de braille universelle qui présente le plus grand
nombre de creux de braille (25) par lettre de braille (26).
4. Outil selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le manchon d'outil (29) ou la surface externe d'enveloppe (7) de la matrice est renforcé
d'aluminium ou d'acier ou de magnésium ou de titane ou de laiton ou de bronze (2,
3) de plastique.
5. Outil selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le manchon d'outil (29) est muni d'un revêtement de surface en particulier d'un revêtement
de couche dure.
6. Outil selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
que le corps de cylindre (4, 6) présente une butée pour le positionnement axial du manchon
d'outil (29).
7. Outil selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le manchon d'outil (29) présente pour le positionnement axial sur le corps de cylindre
(4, 6) une butée (20) qui coopère avec une rainure (19) dans la zone externe du corps
de de cylindre (4, 6).
8. Outil selon la revendication 7,
caractérisé en ce
que la butée (20) du manchon d'outil et la rainure (19) s'étend dans la zone externe
du corps de cylindre de manière inclinée.
9. Dispositif de gaufrage de braille avec un outil (1) selon l'une quelconque des revendications
1 à 8.
10. Machine de collage de boîtes pliantes avec un dispositif de gaufrage de braille selon
la revendication 9.
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