TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft einen Container, der insbesondere zur Aufnahme, zur Bevorratung,
zur Lagerung und/oder zum Transport eines Guts wie mindestens eines Gegenstands oder
einer Flüssigkeit dient. Beispielsweise handelt es sich um einen Container für einen
Transport auf dem Land-, Wasser- und/oder Luftweg. Möglich ist, dass es sich um einen
Luftfrachtcontainer oder Lagercontainer handelt.
STAND DER TECHNIK
[0002] Kommt es in einem Container zu einem Brand des Inhalts des Containers und/oder des
Containers selbst, führt dies zu einem materiellen Schaden, da der Inhalt des Containers
hierdurch unbrauchbar werden kann. Weiterhin besteht die Gefahr, dass sich ein Brand
in dem Container negativ auf die Umgebung auswirkt, insbesondere durch Ausbreitung
des Feuers oder durch Schaffung einer Wärmequelle, wodurch Folgeschäden verursacht
werden können. Schließlich kann das Feuer auch durch eine Rauchentwicklung zu Schäden
oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu einem Ersticken führen.
[0003] Das Unternehmen VRR Air Cargo Equipment hat im Auftrag der spanischen Luftwaffe einen
Luftfrachtcontainer entwickelt, bei welchem der Innenraum durch ein starres metallisches
Gehäuse begrenzt ist. An dem Gehäuse sind außenseitig Feuerlöscher befestigt, welche
im Fall eines Feuers ein Löschmittel in dem Container injizieren (vgl. http://www.vrr-aviation.com/products/military/aay-container-fire-containment-container-(fcc)).
[0004] DE-OS 1 786 205 offenbart einen Luftfrachtcontainer, der aus einer ebenen Bodenplatte und einer flexiblen,
wärmeisolierenden, luftmatratzenartig aufblasbaren Wandung besteht. Diese Wandung
kann in unbeladenem Zustand des Containers zusammengefaltet werden, so dass der Container
einen geringen Raum einnimmt, welcher das Volumen der Bodenplatte allenfalls geringfügig
überschreitet. Soll der Container beladen werden, so werden die Wandungen durch Einblasen
von Druckgas in die luftmatratzenartigen Wandungen aufgerichtet. Der Container kann
eine Beschickungsöffnung aufweisen, die mit einem Reißverschluss geschlossen werden
kann. Eine obere Krümmung der Wandung kann der Krümmung eines Laderaums des Flugzeugs
angepasst sein und die Bodenplatte kann Befestigungseinrichtungen besitzen, um diese
mit dem Laderaum des Flugzeugs zu verankern. Weitere Stützeinrichtungen können vorgesehen
sein, wie eine zwischen Bodenplatte und Deckenwandung, insbesondere nahe einer Beschickungsöffnung,
einsteckbare Stütze in Form eines Metall- oder Kunststoffrohrs. Die Wandung kann gasundurchlässig
ausgebildet sein, beispielsweise mit einem gummierten Gewebe. In der Wandung können
schlauchartige Abschnitte vorgesehen sein, die mit einem Gas oder einem Gasgemisch
gefüllt sein können. Die Druckschrift erwähnt auch, dass ein derartiger Schlauch mit
Stickstoff gefüllt sein kann, der bei einem folgenschweren Flugzeugabsturz ein etwa
auftretendes Feuer ersticken soll.
[0005] DE 26 56 639 A1 offenbart einen zusammenlegbaren Container für flüssige oder feste Fracht mit einer
sack- oder schlauchartigen Wandung, die über eine flexible, klapp- oder ausfahrbare
Tragstruktur zwischen einer Boden- und einer Deckplatte aufspannbar ist. Vorgeschlagen
wird hier, die Tragstruktur mit einer Widerstandsfähigkeit gegen Feuer oder mit selbstlöschenden
Eigenschaften bei Auftreten von Feuer sowie mit einer hohen Temperatur-Widerstandsfähigkeit
auszustatten.
[0006] DE 103 18 975 B3 offenbart ein Verfahren zur Bekämpfung eines in einem geschlossen Raum eines Flugzeugs,
insbesondere in einer Überkopf-Gepäckablage im Passagierbereich oder in einem Container
im Frachtraum des Flugzeugs, auftretenden Feuers. Während der mit dem Verfahren zur
Bekämpfung des Feuers geschützte Raum an sich luftdicht abgedichtet sein soll, so
dass ein hierin ausbrechendes Feuer schnell erstickt, haben unerwünschte Undichtigkeitsstellen
dieser Räume zur Folge, dass einerseits Rauch aus den Räumen durch die Undichtigkeitsstellen
austritt und andererseits eine das Feuer begünstigende Zufuhr von Luft bzw. Sauerstoff
erfolgt. Die Druckschrift schlägt vor, in der Nähe von zu erwartenden Undichtigkeitsstellen
ein durch Hitzeeinwirkung aufschäumendes und volumenvergrößerndes feuerfestes Material
vorzusehen. Kommt es zu einem Feuer, schäumt das Material auf, womit eine automatisierte
Abdichtung unerwünschter Undichtigkeitsstellen erfolgt und die Zufuhr von Luft oder
Sauerstoff durch die Undichtigkeitsstelle vermindert oder unterbunden wird.
[0007] DE 103 58 978 A1 offenbart ein Brandschutzelement, welches in einem Lagerzustand platzsparend kompaktiert
sein soll. Kommt es zu einem Brand, soll das Brandschutzelement in den Brandherd geworfen
werden, wo sich dieses automatisch entfalten und eine Löschdecke bilden soll. Eine
derart gebildete, automatisch expandierende Löschdecke soll einsetzbar sein für Brände
im Haushalt, in der Wohnung, in Gebäuden, in Kraftfahrzeugen, im Wald, in der Chemie,
bei brennendem Öl, brennenden Elektronikbauteilen und bei Schwelbränden. Zur Realisierung
der automatischen Expansion aus dem platzsparenden kompaktierten Lagerzustand der
Löschdecke schlägt die Druckschrift vor, das Brandschutzelement mit einem Expander
auszustatten, dessen Expansion mittels eines Auslösers gestartet wird. Der Auslöser
wird manuell bei dem Auswurf, durch den Aufschlag des Brandschutzelements, direkt
durch die Hitzewirkung des Brandherdes, selbsttätig durch einen Distanzzünder, durch
Funk oder durch einen Temperatur-, Strahlungs- oder Rauch-Sensor aktiviert. Die Energie
des Expanders resultiert aus einer elastischen Vorspannung, einer Druckenergie aus
pyrotechnischen Gasgeneratoren, aus Druckgaspatronen, der Wurfenergie, Zentrifugalkräften
oder einem archimedischen Auftrieb. Für den Einsatz bei Brandklassen A, B und C wird
vorgeschlagen, die Löschdecken bereits in einem Lagerzustand anzufeuchten, mit internen
Wasserbeuteln auszustatten oder unmittelbar vor dem Einsatz extern zu tränken. Möglich
ist auch, dass die Löschdecke aus einem elektrisch nicht leitenden Material wie Keramik
oder Kunststoff hergestellt ist, wobei auch eine Oberflächenbeschichtung zum Einsatz
kommen kann, um ein Strahlungsverhalten zu beeinflussen. Zusätzlich zu der automatisiert
aktivierten Expansion durch das Zusammenwirken des Auslösers mit dem Expander kann
eine gewichtsbedingte, selbsttätige Anpassung der Löschdecke an eine Kontur des Brandherdes
erfolgen, wozu der Expander infolge der Hitzeeinwirkung oder auch selbsttätig nach
der Expansion seine Eigensteifigkeit verlieren kann. Alternativ möglich ist, dass
sich der Expander nach der Entfaltung zusätzlich versteift, um mit der Löschdecke
eine selbsttragende Wand zu bilden, mit welcher eine Flammenfront aufgehalten oder
abgelenkt, ein Brandherd eingegrenzt oder ein zu schützendes Objekt eingeschlossen
werden soll. Um bei Bränden in geschlossenen Räumen Verbrennungsluft zu entfernen
und bei Gefahr von Gas- und Staubexplosionen das Explosionsgemisch abzuziehen wird
auch vorgeschlagen, die expandierten Brandschutzelemente als Hohlkörper auszubilden.
Notwendige Öffnungen sind durch ein Netz analog der Davy'schen Grubenlampe bzw. durch
Rückschlagventile gegen Durchzünden gesichert. Mittels der Hohlkörper soll der effektive
Konvektionsquerschnitt verkleinert werden, während der Strömungswiderstand erhöht
werden soll und die Luftzufuhr zur Brandstelle erschwert werden soll. Gemäß einem
Ausführungsbeispiel besitzt das Brandschutzelement eine Löschdecke, welche über ein
rahmenartiges Stahlband aufgespannt wird. In der platzsparenden kompaktierten Lagerform
sind Löschdecke und Stahlband aufgerollt und durch ein brennbares Band in der Form
der Rolle gesichert. Wird die Löschdecke als derartige Rolle in einen Brandherd geworfen,
löst sich das brennbare Band auf, so dass die Expansion des Stahlbandes die Löschdecke
automatisiert aufspannt. Weitere Ausführungsformen betreffen insbesondere mehrere
miteinander gekoppelte Brandschutzelemente und ein selbstentfaltendes schirmartiges
Brandschutzelement. Andere Brandschutzelemente werden durch den Expander im Brandfall
in eine Volumenform aufgespannt, wobei in das aufgespannte Volumen Sauerstoff aus
dem Brennraum abgesaugt werden soll. Hierbei kann sich eine Quader- oder Kugelform
ausbilden. Auch eine haubenartige, selbstentfaltende Löschdecke wird vorgeschlagen,
die über einen Hubschrauber über einem Brandherd abgesetzt werden kann.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Container vorzuschlagen,
welcher alternative oder verbesserte Möglichkeiten für die Bekämpfung eines Feuers
in einem Innenraum des Containers bietet. Insbesondere soll der Container einfach
gestaltet sein und kostengünstig herstellbar sein bei gleichzeitiger hoher Effektivität
der Feuerbekämpfung.
LÖSUNG
[0009] Die Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß mit einem Container mit den Merkmalen
des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Containers ergeben sich entsprechend den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 8. Eine
weitere Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe ist gegeben durch einen
Nachrüstsatz für einen Container entsprechend dem nebengeordneten Patentanspruch 9.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0010] Die vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass die Entstehung und Aufrechterhaltung
eines Feuers in einem Container einerseits ein beispielsweise flüssiges oder festes
Brenngut erfordert und andererseits ein Oxidationsmittel. Das Brenngut kann hierbei
von dem Container selbst gebildet sein, was aber durch geeignete Materialwahl ausgeschlossen
werden kann. Weiterhin kann das Brenngut von dem in dem Container aufgenommenen, zu
bevorratenden, zu lagernden oder zu transportierenden Gut gebildet sein. Hingegen
handelt es sich bei dem im Fall eines Feuers wirksamen Oxidationsmittel üblicherweise
um ein in dem Innenraum des Containers vorhandenes Fluid, insbesondere Sauerstoff
von in dem Innenraum angeordneter Luft.
[0011] Gemäß
DE 103 18 975 B3 soll eine Nachfuhr eines Oxidationsmittels durch Undichtigkeitsstellen des Behälters
unterbunden werden, um ein Ersticken des Feuers herbeizuführen, wenn das in dem Innenraum
des Containers vorhandene Oxidationsmittel verbraucht ist. Diese Druckschrift nimmt
damit ein Mindestausmaß des Feuers in Kauf, welches davon abhängig ist, wie schnell
eine Undichtigkeitsstelle geschlossen wird, vor allem aber wie viel Sauerstoff bzw.
Luft in dem Container enthalten ist. Ist für diese aus dem Stand der Technik bekannte
Ausführungsform der Container vollständig mit einem Gut gefüllt, ist der wenige Sauerstoff
verhältnismäßig schnell verbraucht, so dass ein Feuer unter Umständen erst gar nicht
entstehen kann oder schnell erlischt. Ist hingegen der Container nur teilweise gefüllt,
reicht die in dem freien Innenraum enthaltene Luft aus, um genügend Sauerstoff bereitzustellen,
dass sich ein Feuer hinreichender Größe entwickeln kann.
[0012] Basierend auf der zuvor erläuterten Erkenntnis wendet sich die Erfindung von dem
Vorurteil ab, dass ein Volumen eines in einem Innenraum eines Containers angeordneten
Oxidationsmittels, und damit ein Potential für das Ausmaß eines sich ausbildenden
Feuers, für das Entstehen eines Feuers als fest vorgegeben hinzunehmen ist.
[0013] Erfindungsgemäß ist der Container mit einem Innenraum ausgebildet, der durch eine
Wandung begrenzt ist. Der Innenraum ist gegenüber einem Eintritt von Luft von außen
weitestgehend abschließbar, wobei "weitestgehend abschließbar" auch eine Luftwechselrate
umfassen soll, welche unzureichend ist für eine Nachfuhr von Luft von außen zu dem
Innenraum in einem Ausmaß, welches ausreichend ist, um ein Feuer zu unterstützen oder
aufrechtzuerhalten.
[0014] Für den erfindungsgemäßen Container ist das Volumen des Innenraums nicht konstant.
Vielmehr besitzt die den Innenraum begrenzende Wandung eine erste Betriebsstellung
sowie eine zweite Betriebsstellung:
- In der ersten Betriebsstellung, welche mit dem nicht brennenden Normalzustand des
Containers korreliert, besitzt der von der Wandung begrenzte Innenraum ein Volumen
Vl1. Sind in dem Innenraum Güter oder Gegenstände mit einem Volumen VG angeordnet, verbleibt in dem Innenraum ein Restvolumen für ein Fluid wie Luft mit
einem Fluidvolumen VF1, wobei VF1 = Vl1 - VG gilt.
- Hingegen ist in der zweiten Betriebsstellung der Wandung das Volumen des von der Wandung
begrenzten Innenraums gegenüber dem Volumen Vl1 in der ersten Betriebsstellung verringert auf ein Volumen Vl2 < Vl1. Bei Annahme unveränderten Volumens VG verbleibt zwischen Wandung und Gütern oder Gegenständen ein verringertes Fluidvolumen
VF2. Dies hat zur Folge, dass in der zweiten Betriebsstellung für ein Feuer lediglich
ein entsprechend reduziertes Volumen des Oxidationsmittels zur Verfügung steht.
[0015] Die Veränderung von der ersten Betriebsstellung zur zweiten Betriebsstellung wie
folgt realisiert:
Erfindungsgemäß ist ein Rückschlagventilelement vorgesehen. Das Rückschlagventilelement
ist derart in den Container integriert, dass dieses eine Strömung von Fluid von außen
in den Innenraum sperrt, während eine Strömung von Fluid aus dem Innenraum nach außen
ermöglicht ist.
[0016] Der erfindungsgemäße Container verfügt darüber hinaus über ein Betriebsstellungsänderungsorgan.
Dieses überführt im Fall eines Feuers automatisch die Wandung von der ersten Betriebsstellung
in die zweite Betriebsstellung, so dass dieses die Verringerung des Fluidvolumens
von V
F1 auf V
F2 bewirkt. Dies erfolgt durch Ausschieben des verbrennungsfördernden Fluids, also des
Differenzvolumens V
D = V
F1 - V
F2, aus dem Innenraum über das Rückschlagventilelement nach außen.
[0017] Erfindungsgemäß kann durch Reduktion des verbrennungsfördernden Fluids im Innenraum
des Containers die Brandentstehung und Brandentwicklung signifikant gehemmt werden.
Von Vorteil ist, dass die erfindungsgemäßen Maßnahmen unter Umständen nicht den Einsatz
eines Löschmittels erfordern, welches das Gut in dem Container im Wert mindern oder
unbrauchbar machen könnte und/oder eine Wiederverwertung des Containers unmöglich
machen würde (wobei durchaus denkbar ist, dass ergänzend zu den erfindungsgemäßen
Maßnahmen weitere Maßnahmen wie der Einsatz eines Löschmittels oder anderer der eingangs
genannten Maßnahmen erfolgt).
[0018] Die zweite Betriebsstellung der Wandung wird insbesondere automatisch eingenommen,
wenn ein Feuer in dem Container entsteht oder dessen Größe ein Mindestausmaß oder
eine Mindestdauer überschreitet. In den verwendeten Indizes steht der erste Index
"I" für "Innenraum" und "F" für "Fluid", also insbesondere die Luft, während der zweite
Index "1" die erste Betriebsstellung, also den Normalfall ohne Feuer, kennzeichnet
und der Index "2" die zweite Betriebsstellung für das Auftreten eines Feuers kennzeichnet.
[0019] Die Veränderbarkeit der Wandung von der ersten Betriebsstellung in die zweite Betriebsstellung
über das Betriebsstellungsänderungsorgan kann beliebig sein. Um hier lediglich ein
mögliches Beispiel zu nennen, kann das Betriebsstellungsänderungsorgan einen Sensor
zur Detektion eines sich entwickelnden Feuers, beispielsweise basierend auf einer
Rauchentwicklung und/oder einer Wärmeentwicklung, einen im Fall einer Detektion eines
Feuers durch den genannten Sensor automatisiert betätigten Aktuator und eine zur Verringerung
des Volumens des Innenraums bewegbare Wand aufweisen.
[0020] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist allerdings die den Innenraum begrenzende
Wandung mit einem flexiblen, nicht eigensteifen Wandungsmaterial gebildet. Das flexible,
nicht eigensteife Wandungsmaterial ermöglicht die Änderung von der ersten Betriebsstellung
der Wandung zu der zweiten Betriebsstellung der Wandung.
[0021] Weiterhin ist für diese Ausgestaltung eine Haltevorrichtung vorgesehen. Die Haltevorrichtung
hält die Wandung in der ersten Betriebsstellung. Dies kann auf beliebige Weise erfolgen.
Um hier lediglich einige Beispiele zu nennen kann der Container über eine Art Traggerüst
oder ein äußeres Gehäuse verfügen, mittels dessen die flexible, nicht eigensteife
Wandung in der ersten Betriebsstellung gehalten ist. Das Wandungsmaterial kann an
diesem Traggerüst angeklebt, angeheftet oder anderweitig gehalten sein. Des Weiteren
kann das Wandungsmaterial mit Haltevorrichtungen in Form von Spanneinrichtungen oder
Entfaltungseinrichtungen, insbesondere in der Art von Zeltstangen, in der ersten Betriebsstellung
gehalten werden.
[0022] Über das Betriebsstellungsänderungsorgan kann dann im Fall eines Feuers die Haltewirkung
der Haltevorrichtung aufgehoben oder zumindest verringert werden. Hiermit ist ermöglicht,
dass die flexible, nicht eigensteife Wandung die zweite Betriebsstellung einnimmt.
[0023] Für die Aufhebung oder Verringerung der Haltewirkung der Haltevorrichtung gibt es
ebenfalls vielfältige Möglichkeiten. Lediglich beispielhaft wird hier genannt, dass
die Wirkung der Haltevorrichtung über einen das Feuer detektierenden Sensor mit zugeordnetem
Aktuator aufgehoben oder verringert wird. Für eine einfache Ausführungsform kann die
Haltevorrichtung durch sich entwickelnden Rauch oder die Wärme ihre Haltewirkung verlieren,
insbesondere indem der Rauch oder die Wärme eine Klebewirkung verringert oder beseitigt
oder die Spanneinrichtung oder Entfaltungseinrichtung durch die Wärme oder den Rauch
geschwächt wird.
[0024] Die Energie zur Herbeiführung der Änderung der Betriebsstellung von der ersten Betriebsstellung
in die zweite Betriebsstellung kann mittels einer beliebigen Energiequelle und einem
beliebigen Freigabemechanismus oder Aktuator bereitgestellt werden. Gemäß einer besonderen
Ausgestaltungsform der Erfindung ist aber das Betriebsstellungsänderungsorgan mit
einem elastischen Verformungselement ausgebildet, welches die Energie zur Änderung
der Betriebsstellung zumindest teilweise bereitstellt. Die elastische Vorspannung
des Verformungselements ist größer, wenn sich die Wandung in der ersten Betriebsstellung
befindet, als wenn sich die Wandung in der zweiten Betriebsstellung befindet. Über
eine Entspannung des elastischen Verformungselements wird die Wandung von der ersten
Betriebsstellung in die zweite Betriebsstellung überführt, womit das elastische Verformungselement
auch (zumindest teilweise) für das Ausschieben des in den Innenraum angeordneten Fluids
durch das Rückschlagventilelement nach außen zuständig ist. Bei dem elastischen Verformungselement
kann es sich um ein beliebiges diskretes oder kontinuierliches Verformungselement,
beispielsweise ein Federelement handeln. Dies kann ständig wirksam sein, wobei die
Entspannung des elastischen Verformungselements in der ersten Betriebsstellung durch
die Haltevorrichtung unterbunden sein kann und ermöglicht wird, wenn die Haltewirkung
der Haltevorrichtung aufgehoben oder verringert wird. In besonderer Ausgestaltung
der Erfindung kann aber die Vorspannung des elastischen Verformungselements erst zur
Wirkung kommen, wenn sich ein Feuer entwickelt hat. Um ein Beispiels für eine derartige
Ausgestaltungsform zu nennen, kann ein thermoplastisches Verformungselement Einsatz
finden, in welchem Spannungen eingefroren sind, die mit Überschreiten eines Schwellenwerts
einer Temperatur in dem Innenraum des Containers freigesetzt werden.
[0025] Alternativ oder kumulativ kann die Überführung der Wandung von der ersten Betriebsstellung
in die zweite Betriebsstellung herbeigeführt werden zumindest teilweise über das Eigengewicht
des Wandungsmaterials, wodurch dann auch das Ausschieben des Fluids durch das Rückschlagventilelement
verursacht wird. Beispielsweise kann die flexible Wandung in der ersten Betriebsstellung
über einem Boden des Containers und den Gütern in dem Container auf Abstand gehalten
sein. Zur Herbeiführung der zweiten Betriebsstellung sinkt das flexible Wandungsmaterial
von oben auf die Bodenplatte des Containers und die Güter, was auch vergleichbar sein
kann mit dem Auflegen einer Löschdecke von oben. Das Eigengewicht des Wandungsmaterials
führt dazu, dass sich das Wandungsmaterial eng an die brennenden Güter einlegt und
wenig oder kein Oxidationsmittel zwischen Wandungsmaterial und den Gütern verbleibt,
da dieses mit dem Absinken des Wandungsmaterials aus dem Innenraum des Containers
durch das Rückschlagventilelement abgeführt wird. Es versteht sich, dass für das zuvor
erläuterte Absinken des Wandungsmaterials auch Zusatzgewichte Einsatz finden können.
[0026] Grundsätzlich ist der Gehäuse-, Wand- und Bodenaufbau für den erfindungsgemäßen Container
beliebig. Beispielsweise kann als Bodenplatte eine feuerresistente Palette Einsatz
finden, wie diese in
DE 602 16 873 B2 beschrieben ist oder es kann ein Aufbau des Containers gemäß den eingangserläuterten
Druckschriften erfolgen. In besonderer Ausgestaltung der Erfindung ist der Innenraum
allerdings mit einem von einer zeltartigen Plane gebildeten Wandungsmaterial begrenzt.
Dieses ist durch eine von zeltstangenartigen Spanten ausgebildete Haltevorrichtung
zur Vorgabe des Volumens in der ersten Betriebsstellung aufgespannt. Dies stellt eine
besonders einfache und kostengünstige Ausgestaltung dar, welche auch einen platzsparenden
Transport des Containers ermöglicht, wenn in diesem keine Güter transportiert werden
sollen. Für diese Ausgestaltung können ergänzend zu den genannten erfindungsgemäßen
Maßnahmen einige oder sämtliche Gestaltungsmerkmale eines zeltartig aufgebauten Frachtcontainers
eingesetzt werden, wie diese in der nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung
DE 10 2009 046 409.3-22 der Anmelderin beschrieben sind.
[0027] Von Vorteil ist, wenn für das Wandungsmaterial ein nicht oder ein nur schwer entflammbares
Material eingesetzt wird. In der Praxis hat sich ein flexibles, nicht eigensteifes
Wandungsmaterial als besonders tauglich herausgestellt, welches mit einem schwer entflammbaren
Textil- oder Polymermaterial gebildet ist.
[0028] Möglich ist, dass der Container mit den zuvor erläuterten Merkmalen gefertigt und
vertrieben wird. Gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung wird ein Nachrüstsatz
vorgeschlagen, für welchen ein herkömmlicher Container zu einem Container nach einem
der vorhergehenden Ansprüche umrüstbar ist. Dieser Nachrüstsatz besitzt dann eine
Wandung aus einem flexiblen und nicht eigensteifen Wandungsmaterial, welche zur Begrenzung
eines Innenraums in den herkömmlichen Behälter einbringbar ist. Weiterhin verfügt
der Nachrüstsatz über ein Rückschlagventilelement der zuvor erläuterten Art, über
welches Fluid von dem durch die flexible Wandung begrenzten Innenraum nach außen,
also in den herkömmlichen Container und/oder in die Umgebung abführbar ist. Weiterhin
ist der Nachrüstsatz mit einem Betriebsstellungsänderungsorgan der zuvor erläuterten
Art ausgestattet.
[0029] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibungseinleitung genannten
Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer Merkmale sind lediglich beispielhaft
und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend
von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden müssen. Weitere Merkmale sind
den Zeichnungen - insbesondere den dargestellten Geometrien und den relativen Abmessungen
mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung -
zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der
Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfalls abweichend
von den gewählten Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich und wird hiermit angeregt.
Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen dargestellt sind
oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen
unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können in den Patentansprüchen
aufgeführte Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung entfallen.
[0030] Die in den Patentansprüchen und der Beschreibung genannten Merkmale sind bezüglich
ihrer Anzahl so zu verstehen, dass genau diese Anzahl oder eine größere Anzahl als
die genannte Anzahl vorhanden ist, ohne dass es einer expliziten Verwendung des Adverbs
"mindestens" bedarf. Wenn also beispielsweise von einer Wandung, einem Rückschlagventilelement,
einem Betriebsstellungsänderungsorgan, einer Haltevorrichtung, einem Verformungselement
o. ä. die Rede ist, ist dies so zu verstehen, dass genau ein derartiges Element vorhanden
sein kann oder zwei Elemente oder mehr Elemente vorhanden sein können.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0031] Im Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt in einer räumlichen Prinzipskizze einen erfindungsgemäßen Container mit darin
angeordneten Gütern in einer ersten Betriebsstellung.
- Fig. 2
- zeigt den Container gemäß Fig. 1 in einer zweiten Betriebsstellung.
- Fig. 3
- zeigt schematisch einen beispielhaften herkömmlichen Container ohne vordere Wand,
welcher mit einem Nachrüstsatz zu einem erfindungsgemäßen Container nachgerüstet ist,
in einer ersten Betriebsstellung.
- Fig. 4
- zeigt den nachgerüsteten Container gemäß Fig. 3 in einer zweiten Betriebsstellung.
- Fig. 5
- zeigt einen Ausschnitt aus einer Wandung eines nachgerüsteten Containers gemäß Fig.
3 und 4.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0032] In
Fig. 1 ist schematisch ein Container 1 in räumlicher Ansicht dargestellt. Dieser verfügt
über eine Bodenplatte 2, die für das dargestellte Ausführungsbeispiel rechteckig ausgebildet
ist. An der Bodenplatte 2 stützen sich Zeltstangen 3a bis 3d ab, welche unter Vorspannung
gekrümmt sind. Die Zeltstangen 3 spannen eine Zeltplane 4 zeltartig auf, wobei die
Zeltstangen 3 durch Ösen, Schlaufen oder Faltungen der Zeltplane 4 hindurchgeführt
oder anderweitig mit dieser verbunden sein können. Die Zeltplane 4 ist luftdicht oder
weitestgehend luftdicht ausgebildet und an die Bodenplatte 2 angebunden. Die Zeltplane
4 besitzt in Fig. 1 nicht dargestellte verschließbare Öffnungen, die beispielsweise
mit einem Reißverschluss gebildet sind. Integral von der Zeltplane 4 ausgebildet oder
in diese integriert oder mit dieser gekoppelt sind Verformungselemente 5, Einschnürmittel
oder Federelemente. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel sind die Verformungselemente
5a, 5b, 5c in die Zeltplane 4 integriert und erstrecken sich strahlenförmig vom höchsten
Punkt und den Kreuzungspunkt der Zeltstangen 3c, 3d, während andere Verformungselemente
in äquatoriale Richtung oder Umfangsrichtung orientiert sind. Die strahlenförmigen
Verformungselemente 5 erstrecken sich hierbei von einem Randbereich der Bodenplatte
2 (und der Zeltplane 4) zu dem gegenüberliegenden Randbereich der Bodenplatte 2 (und
der Zeltplane 4). Mit den Zeltstangen 3 ist eine Haltevorrichtung 6 gebildet. Die
mit den Zeltstangen 3 gebildete Haltevorrichtung 6 hält den Container 1 in der in
Fig. 1 dargestellten ersten Betriebsstellung, in welcher ein Innenraum 7 zwischen
der Zeltplane 4 und der Bodenplatte 2 gebildet ist. In dem Innenraum 7 sind Güter,
Waren oder Gegenstände 8 angeordnet. Bei dem Gut 8 kann es sich - abweichend zu Fig.
1 - durchaus auch um eine Flüssigkeit handeln.
[0033] Der Innenraum 7 hat in der ersten Betriebsstellung ein Volumen V
l1, während die Güter 8 ein Volumen V
G besitzen. Zwischen der Zeltplane 4, der Bodenplatte 2 und den Gütern 8 verbleibt
ein freies Volumen, welches mit einem Fluid, vorzugsweise Luft, mit einem Fluidvolumen
V
F1 gefüllt ist. Zwischen Innenraum 7 und der Umgebung 9 sind Rückschlagventilelemente
10a, 10b angeordnet, die für das dargestellte Ausführungsbeispiel in die Zeltplane
4 integriert sind. Ebenfalls möglich ist, dass Rückschlagventilelemente 10 in die
Bodenplatte 2 integriert sind. Die Rückschlagventilelemente 10 sperren eine Strömung
von Luft aus der Umgebung 9 in den Innenraum 7, während die Rückschlagventilelemente
10 die Strömung von Luft aus dem Innenraum 7 in die Umgebung 9 ermöglichen.
[0034] Fig. 2 zeigt den Container 1 in der zweiten Betriebsstellung. In dieser ist die Wirkung
der Haltevorrichtung 6 aufgehoben oder vermindert, d. h. die Zeltspangen 3 halten
die Zeltplane 4 nicht mehr in dem aufgespannten Zustand gemäß Fig. 1. Vielmehr ist
die Zeltplane 4 auf die Bodenplatte 2 und die Güter 8 herabgesunken und hat sich an
diese angelegt. Im Extremfall, für welches sich die Zeltplane 4 vollständig an Bodenplatte
2 und Güter 8 anlegt, entspricht das Volumen V
l2 des Innenraums 7 in der zweiten Betriebsstellung dem Gesamtvolumen der Güter 8 V
G - in einem realistischeren Fall verbleibt zwischen Zeltplane 4 und Gütern 8 und Bodenplatte
2 ein restliches Fluidvolumen V
F2, wobei gilt V
l2 = V
G + V
F2. Ein Differenz-Fluidvolumen 11 wird aus dem Inneren des Containers 1 mit dem Wechsel
von der ersten Betriebsstellung zu der zweiten Betriebsstellung durch die Rückschlagventilelemente
10 in die Umgebung 9 angeführt. Für dieses Differenzvolumen V
D, welches die Rückschlagventilelemente 10 durchströmt, gilt V
D = V
l1 - V
l2. Möglich ist, dass mit Auftreten eines Feuers in dem Container 1 die Haltevorrichtung
6 ihre Wirkung verliert. Insbesondere kann bei Erwärmung oder infolge einer Rauchentwicklung
die Zeltstange 3 ihre Biegesteifigkeit verlieren oder verringern. Möglich ist auch,
dass die Verformungselemente 5 in der ersten Betriebsstellung gemäß Fig. 1 so vorgespannt
sind, dass diese das Absinken der Zeltplane 4 und Anliegen derselben an die Bodenplatte
2 und die Güter 8 herbeiführen. Alternativ oder ergänzend kann die Zeltplane 4 durch
ihr Eigengewicht und unter Umständen auch Zusatzgewichte auf die Güter 8 und die Bodenplatte
2 absinken. Weiterhin möglich ist, dass die Zeltstange 3 und/oder Verformungselemente
5 mit einem Formgedächtnismaterial ausgebildet sind oder das hierin Spannungen oder
Dehnungen eingefroren sind und mit eintretender Rauchentwicklung oder Überschreiten
eines Schwellenwerts einer Temperatur die Verformungselemente 5 und/oder die Zeltstangen
3 eine Form anstreben entsprechend der zweiten Betriebsstellung gemäß Fig. 2.
[0035] Erfindungsgemäß tritt mit der Herbeiführung der zweiten Betriebsstellung eine Verminderung
des Oxidationsmittels in dem Innenraum 7 ein, die korreliert mit dem Volumen des abgeführten
Fludis V
D, womit die Ausbildung eines Feuers gehemmt wird und ein Feuer ersticken kann.
[0036] Fig. 3 zeigt zunächst einen herkömmliche, starren Container 12, welcher an sich nicht fluiddicht
ausgebildet ist oder in welchem in Fig. 3 nicht dargestellte Öffnungen eingebracht
worden sind. Der Container 12 verfügt über eine Bodenplatte 2. Der Container 12 ist
erfindungsgemäß im Inneren mit der Zeltplane 4 ausgekleidet, wobei für das dargestellte
Ausführungsbeispiel die Zeltplane 4 luftdicht an die luftdicht ausgebildete Bodenplatte
2 angebunden ist, beispielsweise mit dieser verklebt ist. Sofern die Bodenplatte 2
des herkömmlichen Containers 12 nicht luftdicht ist, kann sich die Zeltplane 4 auch
über die Bodenplatte 2 erstrecken. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel ist die
Haltevorrichtung 6 dadurch gebildet, dass die Zeltplane 4 an der starren Wandung des
Containers 12 befestigt ist, beispielsweise durch Verkleben, Anbinden, Anklipsen,
Klettverschlüsse, oder hieran aufgehängt ist. Im Inneren des Containers 12 ist zwischen
Zeltplane 4 und Bodenplatte 2 der Innenraum 7 begrenzt, in welchem das Gut 8 aufgenommen
ist. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel sind die Verformungselemente 5 gitter-
oder netzartig ausgebildet und in die Zeltplane 4 integriert. Die Zeltplane 4 ist
auch hier mit mindestens einem Rückschlagventilelement 10 ausgestattet. Mit der Zeltplane
4, dem Rückschlagventilelement 10 und der Haltevorrichtung zwischen Zeltplane 4 und
der Wandung des Containers 12 ist ein Nachrüstsatz 13 gebildet, mittels welchem erfindungsgemäß
ein herkömmlicher Container 12 nachgerüstet werden kann. Fig. 3 zeigt den Container
12 mit Nachrüstsatz 13 in der ersten Betriebsstellung. Kommt es in dem Innenraum 7
zu einem Feuer, nimmt der Nachrüstsatz 13 automatisiert die zweite Betriebsstellung
ein, welche in
Fig. 4 dargestellt ist. Die Zeltplane 4 sinkt von oben auf das Gut 8 und die Bodenplatte
2 ab, womit ein Fluidvolumen V
D durch das Rückschlagventilelement 10 in die Umgebung 9 abgeführt wird. In besonderer
Ausgestaltung ist auch der herkömmliche Container 12 luftdicht ausgebildet, so dass
das Fluidvolumen V
D lediglich von dem Innenraum 7 in das Innere des Containers 12, aber nicht in die
Umgebung abgeführt wird. Die in den Figuren mit den Bezugszeichen 4 gezeichneten Zeltplanen
stellen lediglich ein Ausführungsbeispiel für eine flexible, eigensteife Wandung 14
dar, wie diese im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar ist. Ein Betriebsstellungsänderungsorgan
15, mittels dessen die Überführung von der ersten Betriebsstellung in die zweite Betriebsstellung
erfolgt oder die Wirkung der Haltevorrichtung aufhebbar oder verringerbar ist, kann
beispielsweise als Zeltstange 3 ausgebildet sein, welche ihre Festigkeit oder Biegesteifigkeit
verringert oder verliert oder welche bei Überschreiten eines Schwellenwerts einer
Temperatur ihre Form verändert oder Spannungen oder Dehnungen freisetzt. Alternativ
oder zusätzlich kann es sich bei dem Betriebsstellungsänderungsorgan 15 um das Verformungselement
5 handeln, beispielsweise elastische Federelemente oder Schnüre oder Einschnürmittel,
welche ständig in der ersten Betriebsstellung vorgespannt sein können oder erst ihre
Vorspannung freisetzen, wenn im Innenraum 7 des Containers 1 ein Feuer ausbricht.
[0037] Fig. 5 zeigt einen Teilausschnitt des Containers 1 in der ersten Betriebsstellung gemäß
Fig. 3, der mit dem Nachrüstsatz 13 ausgestattet ist. Hier zu erkennen ist eine Wandung
16 des herkömmlichen Containers 12, an welche mit einer Klebeschicht 17 die von dem
Nachrüstsatz 13 gebildete Wandung 14 angeklebt ist. Die Wandung 14 verfügt über sich
kreuzweise erstreckende Verformungselemente 5, die für das dargestellte Ausführungsbeispiel
als Thermoplastbändern mit eingefrorenen Dehnungen ausgebildet sind. Eine kreuzweise
Anordnung der Verformungselemente 5 kann vorteilhaft sein, da diese bewirken kann,
dass sich die flexible Wandung in der zweiten Betriebsstellung möglichst eng um jede
beliebige von den Gütern vorgegebene Kontur spannen kann. Die bei Erwärmung hervorgerufene
Spannungen in den Thermoplastbändern sind so groß, dass hierdurch die Klebekraft der
Klebeschicht 17 überwunden wird. Vorzugsweise erfolgt mit Erwärmung des Innenraumes
7 mit einem Feuer eine Verringerung der Klebekraft der Klebeschicht 17.
[0038] Für die Verformungselemente 5 kommen insbesondere bei der Herstellung gestreckte
und in gestrecktem Zustand abgekühlte Thermoplaste zum Einsatz, die die Eigenschaften
besitzen, sich unter Wärmeeinwirkung in ihren ungestreckten Ausgangszustand zurück
zu orientieren. Dabei sind Schrumpfverhältnisse von mehr als 3:1, 5:1, 8:1 oder 10:1
realisierbar. Je nach Materialkonfiguration kann der Schwellwert der die Schrumpfung
auslösende Temperatur zwischen 65° und 125°, beispielsweise zwischen 80° und 110°
oder oberhalb von 90°, liegen, in Einzelfällen jedoch auch darüber oder darunter.
[0039] Neben einer Gestaltung wie zuvor beschrieben kann der Container 1 beispielsweise
auch entsprechend einem Luftfrachtcontainer gemäß der nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung
DE 10 2009 046 409.3 ausgebildet sein.
[0040] Vorzugsweise ist das mit den Zeltstangen 3 gebildete Stützgestänge aus einem Thermoplast
hergestellt, der wie zuvor beschrieben gestreckt worden ist mit eingefrorenen Dehnungen.
Die Herstellung eines derartigen Stützgestänges kann vergleichsweise einfach durch
Extrusion erfolgen, was auch dem Herstellungsprozess für gestreckte Thermoplaste entspricht.
Für die Zeltplane 4 oder anderweitige Wandung 14 findet insbesondere ein textiles
oder polymeres Material Einsatz, in das, wie in Fig. 1 dargestellt, sowohl vom Scheitelpunkt
des Containers ausgehend sternförmig sowie äquatorial, also in Umfangsrichtung um
den Container 1, Verformungselemente 5 aus gestrecktem Thermoplast eingebracht sind
oder auf dieses aufgeklebt oder aufgenäht sind. Die Rückschlagventilelemente 10 können
als Rückschlagklappen, beispielsweise aus textilem oder polymerem Material, ausgebildet
sein oder als vergleichbare Rückschlagventile.
[0041] Sofern in dem Container 1 ein Feuer ausbricht, setzt bei Überschreiten des Schwellenwerts
der Schrumpfungstemperatur des Thermoplasts ohne zusätzliches manuelles Eingreifen
automatisch die Rückorientierung des Thermoplasts im Stützgestänge, insbesondere der
Zeltstangen 3 und der Verformungselemente 5, ein. Dadurch wird die Wandung 14 gerafft
und es kommt zu einer Reduzierung des Volumens im Innenraum 7. Bei der Wahl des Thermoplasts
ist darauf zu achten, dass es sich um ein möglichst widerstandsfähiges und temperaturbeständiges
Material handelt. Der Schwellenwert der Schrumpfungstemperatur des eingesetzten Thermoplasts
ist derart zu wählen, dass dieser geringfügig oberhalb der maximal im Betrieb des
Containers 1 erwarteten Temperatur liegt.
[0042] Der erfindungsgemäße Container 1 kann wartungsfrei ausgebildet sein. Eine Schädigung
einer Wandung 14 hat aufgrund der Vielzahl der möglichen Verformungselemente 5 oder
Thermoplastbänder unter Umständen nur einen geringen Einfluss auf die feuerlöschende
Funktion.
[0043] Gemäß Fig. 5 findet eine Klebeschicht 17 Einsatz, der unter Wärmeeinwirkung bei einer
Temperatur im Umgebungsbereich des Schwellwerts der Schrumpfungstemperatur der Verformungselemente
5 seine Klebkraft stark reduziert. Die Wandung 14, insbesondere die Zeltplane 4, kann
sehr dünn ausgebildet sein, so dass sich ein Container 1 mit einem geringen Gewicht
ergibt oder sich im Fall des Einsatzes des Nachrüstsatzes 13 nur ein geringes Zusatzgewicht
für den herkömmlichen Container 12 ergibt. Ein etwaiges zusätzliches Gewicht kann
jedoch direkt an anderer Stelle wieder eingespart werden, da unter Umständen der Einsatz
eines zusätzlichen Feuerlöschsystems, beispielsweise in einem Frachtraum eines Luftfahrzeugs,
entbehrlich ist.
[0044] Sowohl für die zeltartige Ausbildung des Containers 1 gemäß Fig. 1 und 2 als auch
für die Nachrüstlösung mit dem Nachrüstsatz 13 gemäß Fig. 3 bis 5 können im Bereich
der Wandung 14 Öffnungen zum Be- und Entladen vorhanden sein, die beispielsweise mit
Reißverschlüssen, Klettbändern oder anderen formflexiblen Verbindungen gebildet sind
und möglichst luftdicht oder mit verringerter Luftwechselrate ausgebildet sind.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0045]
- 1
- Container
- 2
- Bodenplatte
- 3
- Zeltstange
- 4
- Zeltplane
- 5
- Verformungselement
- 6
- Haltevorrichtung
- 7
- Innenraum
- 8
- Gut
- 9
- Umgebung
- 10
- Rückschlagventilelement
- 11
- Fluidvolumen VD
- 12
- herkömmlicher Container
- 13
- Nachrüstsatz
- 14
- Wandung
- 15
- Betriebsstellungsänderungsorgan
- 16
- Wandung
- 17
- Klebeschicht
1. Container (1), insbesondere Luftfrachtcontainer oder Lagercontainer, mit
a) einem gegenüber einem Eintritt von Luft von außen weitestgehend abschließbaren
und durch eine Wandung (14) begrenzten Innenraum (7),
b) mit einer ersten Betriebsstellung der Wandung (14), in welcher der von der Wandung
(14) begrenzte Innenraum (7) ein Volumen (Vl1) besitzt,
c) einer zweiten Betriebsstellung der Wandung (14), in welcher der von der Wandung
(14) begrenzte Innenraum (7) ein gegenüber dem Volumen (Vl1) in der ersten Betriebsstellung verringertes Volumen (Vl2 < Vl1) besitzt,
d) einem Rückschlagventilelement (10), welches eine Strömung von Fluid von außen in
den Innenraum (7) sperrt, aber eine Strömung von Fluid aus dem Innenraum (7) nach
außen ermöglicht, und
e) einem Betriebsstellungsänderungsorgan (15), mittels welchem im Fall eines Feuers
automatisiert die Wandung (14) von der ersten Betriebsstellung in die zweite Betriebsstellung
überführbar ist, womit verbrennungsförderndes Fluid aus dem Innenraum (7) über das
Rückschlagventilelement (10) nach außen ausgeschoben wird.
2. Container (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die den Innenraum (7) begrenzende Wandung (14) mit einem flexiblen und nicht eigensteifen
Wandungsmaterial gebildet ist,
b) eine Haltevorrichtung (6) vorhanden ist, über die die Wandung (14) in der ersten
Betriebsstellung gehalten ist, und
c) über das Betriebsstellungsänderungsorgan (15) bei einem Feuer die Haltewirkung
der Haltevorrichtung (6) aufhebbar oder verringerbar ist, womit ermöglicht ist, dass
die Wandung (14) die zweite Betriebsstellung einnimmt.
3. Container (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Betriebsstellungsänderungsorgan (15) mit einem elastischen Verformungselement
(5) ausgebildet ist, dessen elastische Vorspannung größer ist, wenn sich die Wandung
(14) in der ersten Betriebsstellung befindet als wenn sich die Wandung (14) in der
zweiten Betriebsstellung befindet, und über eine Entspannung des elastischen Verformungselements
(5) in dem Innenraum (7) angeordnetes Fluid durch das Rückschlagventilelement (10)
nach außen ausschiebbar ist.
4. Container (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (14) durch das Eigengewicht des Wandungsmaterials von der ersten Betriebsstellung
in die zweite Betriebsstellung überführbar ist.
5. Container (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum (7) mit einem von einer zeltartigen Plane (Zeltplane 4) gebildeten
Wandungsmaterial begrenzt ist, welches durch eine von zeltstangenartigen Spanten (Zeltstangen
3) ausgebildete Haltevorrichtung (6) zur Vorgabe des Volumens (Vl1) in der ersten Betriebsstellung aufgespannt ist.
6. Container (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Material der Haltevorrichtung (6) und/oder des elastischen Verformungselements
(5) Dehnungen oder Spannungen eingefroren sind, welche bei Erwärmung des Innenraums
(7) infolge eines Feuers freigegeben werden.
7. Container (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible und nicht eigensteife Wandungsmaterial der Wandung (14) mit einem schwer
entflammbaren Textil- oder Polymermaterial gebildet ist.
8. Container (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandungsmaterial der Wandung (14) weitestgehend fluiddicht verschließbare Öffnungen
besitzt.
9. Nachrüstsatz (13) zur Umwandlung eines herkömmlichen Containers (12) zu einem Container
(1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit
a) einer Wandung (14) aus einem flexiblen und nicht eigensteifen Wandungsmaterial,
welche zur Begrenzung eines Innenraums (7) in den herkömmlichen Behälter (12) einbringbar
ist,
b) einem Rückschlagventilelement (10), welches eine Strömung von Fluid von außen in
den durch die Wandung (14) begrenzten Innenraum (7) sperrt, aber eine Strömung von
Fluid aus dem durch die Wandung (14) begrenzten Innenraum (7) nach außen ermöglicht,
und
c) einem Betriebsstellungsänderungsorgan (15), mittels welchem im Fall eines Feuers
automatisiert die Wandung (14) von der ersten Betriebsstellung in die zweite Betriebsstellung
überführbar ist.