[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Mauerwerk, bestehend aus mehreren, aneinander
gereihten Hohlblock- oder Hochlochsteinen und je einer horizontalen Lagerfuge zwischen
den Steinreihen, in der sich ein Mörtelband befindet, das aus einem Vlies besteht,
in dem sich Mörtel befindet, der als pulverförmiger Trockenmörtel in das Vlies einbringbar
ist und der durch Wasser härtbar ist.
[0002] Das Errichten von Mauern aus quaderförmigen Steinblöcken, die durch horizontale,
dünne Schichten aus Mörtel miteinander verbunden sind, ist seit Jahrtausenden bekannt.
Seit etwa einem Jahrhundert ist es weithin üblich, dass auch Mauersteine mit vertikal
verlaufenden Hohlräumen vermauert werden.
[0003] Als "Hohlblocksteine" werden zumeist solche Steine bezeichnet, deren Hohlräume nur
von einer Fläche ausgehen. Derartige Steine sind in der Regel als Einzelstücke geformt,
wobei in die Gussform die späteren Hohlräume als Zapfen hineinragen.
[0004] Im Unterschied dazu werden sogenannte "Hochtochsteine", bei denen die Hohlräume zwei
gegenüberliegende Flächen miteinander verbinden, als prinzipiell nicht endender Strang
durch ein Werkzeug gepresst, das zugleich die Silhouette der inneren Hohlräume wie
auch de äußeren Umriss formt. Von diesem Strang werden die Steine in der jeweils benötigten
Höhe abgeschnitten.
[0005] Derartige Bausteine sind auf aktuellem Stand der Technik deshalb immer bedeutsamer,
da die thermische Isolierung von Bauwerken wegen steigender Energiekosten immer wichtiger
wird. Für eine gute, thermische Isolation ist die Schaffung von luftgefüllten Hohlräumen
in der Wand ein ebenso bewährtes wie effizientes Mittel.
[0006] Von Nachteil dabei ist, dass die verbleibenden Stege zwischen den Hohlräumen im Vergleich
zu einem massiven Stein derart dünn sind, dass sie unter Spannung brechen oder reißen
können. So beklagt z.B. das Gebrauchsmuster
DE 77 04 770 Risse in Hohlblocksteinen, die durch starke Sonneneinstrahlung auf Südwände erzeugt
wurden. Spitzentemperaturen bis zu 80 Grad in einigen Bereichen der Steine erzeugten
so hohe Spannungen, dass sich Risse bildeten.
[0007] Das Gebrauchsmuster
DE 741 60 47 nennt auf Seite 2 im letzten Absatz bis zur Seite 3 im zweiten Absatz zusätzlich
auch Risse in Hohlblocksteinen, die durch die statische Belastung der Steine entstanden
sind und den Mauerwerksverband schwächen.
[0008] Es ist ohne weiteres sofort einleuchtend, dass derartige Risse die Festigkeit des
Bauwerks gegenüber seiner bestimmungsgemäßen Belastung schwächen und natürlich bei
Spitzenbelastungen wie z.B. durch Schwingungen und Stöße wegen in der Nähe vorbeiflutendem
Verkehr oder bei Erdbeben das Risiko eines Einsturzes stark erhöhen.
[0009] Ein weiterer, ohne weiteres einsichtiger Nachteil von Hohlblock- und Hochlochsteinen
ist, dass beim Aufbringen der Mörtelschicht Mörtel in die Hohlräume des Steines hineingelangen
kann und deren isolierende Wirkung dadurch reduziert oder sogar eliminiert wird.
[0010] Nachteilig ist auch, dass die Mörtelschicht auf die Stirnkanten der relativ dünnen
Wände zwischen den einzelnen Hohlräumen einzeln aufgetragen werden muss, denn - anders
als bei massiven Steinen - ist es nicht mehr möglich, eine relativ große Menge von
Mörtel in die Mitte der Oberfläche eines Steines zu platzieren und diese durch das
Auflegen des nächsten Steines und durch Aufbringen von zusätzlichem Druck - z. B.
durch Hammerschläge - gleichmäßig zu verteilen. Diese Methode würde bei Hohlblocksteinen
dazu führen, dass eine relativ große Menge Mörtels in die Hohlräume hinein fiele,
und dadurch die Isolationswirkung des Hohlblocksteines dramatisch reduziert.
[0011] Für das Aufbringen von Mörtel beschreibt auf aktuellem Stand der Technik das Patent
DE 30 01 854 ein Band aus faserhaltigem Material, das mit Trockenmörtel versetzt ist. Ein Nachteil
dieser Anordnung ist das Bindemittel zur Verbindung von Mörtel und Vlies, das durch
Verpressen die Transportfähigkeit des Mörtelbandes ermöglicht. Beim Aushärten schwächt
dieses Bindemittel die resultierende Festigkeit der Mörtelschicht, da es in der Mörtelschicht
verbleibt und dort Bereiche reduzierter Tragfähigkeit erzeugt. Nachteilig ist auch
der relativ hohe Aufwand für das Verpressen, der nicht nur aufwendige Maschinen für
das Pressen, sondern auch entsprechende Formen für das Mörtelband erfordert.
[0012] Auf diesem Hintergrund hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, für das Vermauern
von Hohlblock- oder Hochlochsteinen das Aufbringen von Mörtel drastisch zu vereinfachen
und die Mörtelschicht zu einer Versteifung und Verstärkung des Mauerwerkes werden
zu lassen.
[0013] Als Lösung lehrt die Erfindung, dass das Vlies mit wenigstens einem länglichen Armierungselement
verbunden ist, das in Längsrichtung des Mörtelbandes verläuft und das mit einer wasserlöslichen
Folie verbunden ist, die zumindest die nach unten weisende Seite des Mörtelbandes
bedeckt.
[0014] Das herausragendeste Merkmal der Erfindung ist also die Verbindung einer länglichen
Armierung mit der Mörtelschicht, die zusammen mit der Armierung in einem einzigen
Arbeitsgang aufgebracht wird. Dabei ist die Qualität der Mörtelfuge dadurch ganz deutlich
erhöht, dass die Breite des Mörtelbandes auf die Breite des Mauerwerkes abgestimmt
ist. Damit wird sichergestellt, dass auch ohne zusätzliche Arbeitsgänge für das Verstreichen
des Mörtels auf der Oberfläche der versetzten Steine und ohne zusätzliches Einbringen
von Mörtel von der Außenseite der Wand her eine homogen durchlaufende Mörtelschicht
geschaffen wird.
[0015] In der einfachsten Variante besteht das Mörtelband aus wenigstens einer in Längsrichtung
verlaufenden Armierung, die mit dem Vlies verbunden ist. Zumindest an der Unterseite
des Vlies' ist eine Folie befestigt, die verhindert, dass vor der Verarbeitung des
Mörtelbandes der im Vlies eingelagerte Mörtel nach unten hin herausrieselt.
[0016] In einer weiteren, sehr einfachen Ausführungsform ist das Mörtelband ein schmaler,
länglicher Streifen, der durch die Armierung soweit stabilisiert wird, dass er eine
plattenartige Form aufweist und diese auch während des Hantierens beibehält.
[0017] Es ist sehr gut vorstellbar, dass zahlreiche solcher plattenförmigen Mörtelbänder
in einer Verpackung gelagert sind, wobei die wasserlösliche Folie jeweils nach unten
weist. Bei der Entnahme aus dieser Verpackung nach oben hin und beim Versetzen des
plattenförmigen Mörtelbandes in unveränderter Ausrichtung auf seinen endgültigen Bestimmungsplatz
im Mauerwerk ist sicher gestellt, dass durch die wasserlösliche Folie an der Unterseite
keine nennenswerte Menge des Mörtels verloren geht, sodass bei ausreichender Bewässerung
auch eine Mörtelschicht entsteht, deren Eigenschaften bereits im voraus mit hoher
Genauigkeit geplant werden konnten. Dabei sind die Aufwendungen für das Anmischen
des Mörtels auf der Baustelle und dessen Transport zum Mauerwerk ebenso eingespart
worden, wie das manuelle, zeitaufwendige und eine hohe Arbeitsgenauigkeit verlangende
Auftragen des Mörtels auf die Oberseite der Hohlblocksteine.
[0018] Durch die automatisierbare Herstellung des Mörtelbandes in einer darauf spezialisierten
Produktionsstätte kann sichergestellt werden, dass die Vliesschicht gleichmäßig mit
Trockenmörtel umgeben ist, sodass in jeder daraus entstehenden Mörtelschicht keine
unwillkommenen Lunker und Brechungen zu bemängeln sind. Das bedeutet eine deutliche
Qualitätssteigerung des Mauerwerkes.
[0019] Besonders hervorzuheben ist, dass durch die in den Mörtel eingebundene Armierung
die Mörtelschicht zu einer Verstärkung des gesamten Mauerwerkes in horizontaler Richtung
wird, die die Widerstandsfähigkeit des Mauerwerkes gegen thermisch oder mechanisch
bedingte Spannungsrisse spürbar erhöht. Auch die Widerstandsfähigkeit des Mauerwerkes
gegen ungleichmäßige Belastung oder gegen ungleichmäßige Unterstützung durch Setzungserscheinungen
im Fundament wird spürbar erhöht.
[0020] Da die üblichen Hohlblock- oder Hochlochsteine fast immer an ihren Längskanten eine
durchgehende, plattenartige Steinschicht aufweisen, die jeweils die Außenwand der
Hohlräume bildet, weist die Oberseite und die Unterseite jedes Steines an den Außenkanten
auch eine durchgehende Steinfläche auf. Deshalb schlägt die Erfindung als eine interessante
Ausführungsvariante vor, dass das Vlies mit zwei Armierungselementen verbunden ist,
die jeweils in der Nähe einer Außenkante des Vlies' und außerhalb der Hohlräume der
Steine angeordnet sind. Dadurch befindet sich die Armierung im fertigen Mauerverband
auf ihrer gesamten Länge zwischen aneinandergrenzenden Steinflächen und durchläuft
keinen Hohlraum, wodurch die maximal mögliche Zugbelastung der Armierung voll ausgenutzt
wird.
[0021] Durch das Mörtelband werden auch die einzelnen Hohlräume der Hohlblock- oder Hochlochsteine
abgedeckt und verschlossen. Dadurch wird die isolierende Wirkung der gesamten Mauer
verstärkt, weil durch die "Abschottung" der Hohlräume gegeneinander ein Luftaustausch
zumindest unterdrückt und zumeist vermieden wird. Verhindert wird auch, dass Mörtel
oder andere Gegenstände in die Hohlräume des Mauerwerkes eindringen.
[0022] In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsvariante wird das Handling der Mörtelbänder
dadurch weiter verbessert, dass ein Streifen der wasserlöslichen Folie zu einem Schlauch
geformt wird, der die Außenfläche des Vlies' vollständig umschließt. Dabei wird eine
Einsparung bei der Herstellung des Mörtelbandes dadurch erzielt, dass als Verschluss
der beiden Schlauchkanten das Armierungselement benutzt wird.
[0023] Dafür ist es sinnvoll, nahe den beiden Kanten des Folienstreifens in regelmäßigen
Abständen kleine Öffnungen einzubringen, den Folienstreifen um den mit Trockenmörtel
beaufschlagten Vliesstreifen herum zu legen und die kleinen Öffnungen in dem Folienstreifen
übereinander zulegen und dann ein Armierungselement durch diese Öffnungen hindurch
zu führen, sodass es abwechselnd auf der Au-βenseite und auf der Innenseite des Folienschlauches
aufliegt und als Verschluss dient.
[0024] Dabei kann das Armierungselement so steif sein wie z. B. ein Stahldraht. Denkbar
ist aber auch, dass das Armierungselement quer zu seiner Längsrichtung flexibel ist
und unter Ausnutzung dieser Flexibilität durch die Öffnungen in der Folie hindurchgeführt
wird. Bei ausreichender Flexibilität des Armierungselementes quer zu seiner Längsachse
ist es sogar denkbar, dass an der Spitze des Armierungselementes ein Werkzeug angebracht
wird, das zum Durchstechen der Folie geeignet ist, sodass das Einbringen der Öffnungen
in die Folie und das Hindurchziehen des Armierungselementes in einem Arbeitsgang erfolgen
kann.
[0025] Es ist ein Vorteil, wenn das Armierungselement wie eine Welle geformt ist, denn dadurch
kann es größeren Zugbelastungen in Längsrichtung standhalten, weil nach dem Erhärten
des Mörtels in den "ansteigenden" und den "abfallenden" Bereichen die Reibung zwischen
dem Armierungselement und dem umgebenden Mörtel vergrößert wird.
[0026] Es ist ein wesentliches Merkmal der Erfindung, dass die Folie wasserlöslich ist,
denn nur dadurch, dass die Bestandteile der Folie während des Wässern des Mörtels
aufgelöst und zum größten Teil weggespült werden, wird eine innige Verbindung des
Mörtels mit den Steinen möglich. Geeignete Materialen für die Folie sind Gelatine
und/oder Polyvinylakohole und/oder Zellulose und/oder Stärke und/oder Alginate.
[0027] In einer weiteren, für das Handling vorteilhaften Variante besteht das Mörtelband
aus mehreren Teilstücken. Damit die verstärkende Wirkung der Armierungselemente über
die Trennlinie zwischen den Teilstücken des Mörtelbandes hinweg erhalten bleibt, müssen
alle Armierungselemente mit den Armierungselementen des nächsten, angrenzenden Teilstückes
fest und tragfähig verbunden werden. Dafür sind z. B. Haken am Ende der Armierungselemente
sinnvoll, die vor dem Verlegen des Mörtelbandes in die Haken der benachbarten Armierungselemente
eingehängt werden. Möglich sind auch Verdrillungen von Stahldrähten oder das Aufpressen
von Verbindungshülsen aus Metall. Eine andere Variante der Verbindung ist das Verschweißen
von Metall- oder Kunststoffarmierungen.
[0028] Ein bereits verlegtes Mörtelband wird im einfachsten Falle dann gewässert, wenn es
oben auf einer Reihe auf Steinen liegt. Dabei muss die Strömungsgeschwindigkeit des
Wassers soweit begrenzt werden, dass möglichst kein flüssiger Mörtel aus dem Vlies
herausgeschwemmt wird.
[0029] Deshalb schlägt die Erfindung als eine Alternative vor, dass auf das noch trockene
Mörtelband eine nächste Steinlage aufgelegt wird und erst dann Wasser aufgebracht
wird. Das kann natürlich auch von der Seitenfläche des Mauerwerkes erfolgen. Interessanter
ist es jedoch, die Hohlräume der obersten Steinlager als Wasserbehälter zu nutzen,
aus denen das Wasser mit einer begrenzten Geschwindigkeit in den Mörtel eintritt.
Diese Alternative hat den Vorteil, dass die Strömungsgeschwindigkeit begrenzt ist
und dass die Wassermenge relativ genau dosiert werden kann.
[0030] Eine andere Alternative ist, dass innerhalb des Vlies' wenigstens ein Schlauch in
Längsrichtung des Mörtelbandes verläuft, der mit zahlreichen, etwa regelmäßig zueinander
beabstandeten Öffnungen versehen ist. Über diesen Schlauch kann der Trockenmörtel
aus seiner Mitte heraus bewässert werden. Es ist dabei selbstverständlich, dass die
Öffnungen sehr klein sind. Idealerweise sollten sie sogar in der Nähe der Wassereintrittstelle
kleiner sein als in größerer Entfernung davon.
[0031] Ein Vorteil dieser Lösung ist, dass ein Abschnitt eines Mörtelbandes nach dem Auflegen
ähnlich wie ein Wasserschlauch an eine Wasserzuführung angeschlossen werden kann und
nur über diese klar definierte Schnittstelle Wasser eingebracht werden muss. An dieser
Kupplungsstelle kann ein Messgerät für die Durchlaufmenge eingesetzt werden, sodass
eine genau definierte Menge von Wasser in den Trockenmörtel eingebracht werden kann.
[0032] Um das Abtransportieren der im Wasser gelösten Bestandteile der Folie zu beschleunigen,
kann ein bestimmter Bereich der Durchflussgeschwindigkeiten des Wassers definiert
und mit dem Messinstrument überwacht werden. Es ist sogar denkbar, dass als komfortable
Ausbaustufe über das Messinstrument und ein davon gesteuertes Ventil ein selbsttätiger
Regelkreis für die Wassergeschwindigkeit aufgebaut wird.
[0033] Eine Interessante Variante dabei ist, dass auch der Schlauch aus wasserlöslichem
Material besteht, sodass seine Bestandteile zusammen mit dem Eindringen des Wassers
fortgeschwemmt werden. Auch für diese Variante ist es ein Vorteil, wenn der Schlauch
in einiger Entfernung von der Stelle des Wassereintrittes anders gestaltet ist als
in deren Nähe: das am weitesten entfernte Ende des Schlauches sollte relativ dünn
sein, sodass es sich dort frühzeitig auflöst. In der Nähe der Wassereinbringungsstelle
hingegen sollte es aus einem möglichst starken Material bestehen, sodass seine Wirkung
als
- Schlauch auch über eine längere Zeit hinweg erhalten bleibt.
[0034] Als Material für das Armierungselement ist Eisen, Stahl oder ein anderes Metall geeignet.
Insbesondere Stahl und Eisen haben sich in der alkalischen Umgebung des Betons als
dauerhaftes und solides Material bewiesen. Geeignet sind aber auch Aramid oder andere
Kunststoffe oder Glasfasern oder Kohlestofffasern oder andere mineralische Werkstoffe.
[0035] Auf aktuellem Stand der Technik von Hohlblockmauerwerken oder Hochlochsteinen ist
es üblich, dass sie an den Stirnseiten, mit denen sie sich gegenseitig berühren, Vertiefungen
bzw. zapfenartig herausragende Abschnitte aufweisen, die zu den Vertiefungen komplementär
geformt sind, sodass sich aneinander gereihte Steine ineinander "Verzapfen". Dadurch
wird in der Regel eine zusätzliche, vertikale Mörtelschicht eingespart.
[0036] Falls eine solche Verzapfung jedoch nicht vorgesehen ist, kann in einer weiteren,
sehr interessanten Ausführungsvariante das Mörtelband auch für die Vermörtelung der
vertikalen Fugen zwischen den Steinen, den sog. Stoßfugen, eingerichtet werden. Dazu
schlägt die Erfindung vor, dass in regelmäßigen Abständen Beutel aus wasserlöslicher
Folie mit einer Kante auf dem Mörtelband befestigt sind. Der Abstand von Beutel zu
Beutel entspricht der Länge der zu vermauernden Steine zuzüglich der gewünschten Breite
der Stoßfuge. Jeder Beutel hat die gleiche Breite wie das Mörtelband. Die Länge des
Beutels entspricht der Höhe der zu vermauerten Steine. Im ihrem Inneren sind die Beutel
mit Vlies gefüllt, dass mit Trockenmörtel versetzt ist.
[0037] Nach dem Auflegen eines solchen Mörtelbandes auf die Oberseite einer Reihe von Steinen
wird darauf jeweils ein weiterer Stein aufgesetzt und danach der daran angrenzende
Beutel hochgeklappt und mit dem nächsten, darauf folgenden Stein gegen Umklappen gesichert.
Vor dem Aufsetzen jedes nächsten Steines muss der nächste Beutel hochgeklappt werden
und wiederum in die Fuge zwischen den beiden aneinander grenzenden Steinen eingedrückt
werden.
[0038] Auf diese Weise lässt sich ein Mauerwerk mit vermauerten Stoßfugen in fast ebenso
ungewöhnlich kurzer Zeit errichten wie eine Mauer, deren Stoßfugen nur ineinander
gesteckt sind.
[0039] Im Folgenden sollen weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung anhand eines
Beispiels erläutert werden. Dieses soll die Erfindung jedoch nicht einschränken, sondern
nur erläutern. Es zeigt in schematischer Darstellung:
- Figur 1
- Schrägbild eines Mauerwerks mit angeschnittenem Mörtelband
[0040] In Figur 1 ist im Schrägbild der Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Mauerwerk während
des Aufbaues gezeigt. Dabei ist zeichnerisch das Mörtelband (M) in Bildmitte abgeschnitten,
sodass sein Inneres sichtbar wird. Ebenfalls zeichnerisch beschnitten ist die Höhe
der Steine (S).
[0041] Im linken Teil der Figur 1 ist das Mörtelband (M) in zwei Zuständen seiner Verarbeitung
dargestellt und zwar im vorderen Bereich - in dem noch kein Stein auf der Oberseite
des Mörtelbandes steht - in seinem noch trockenen Zustand vor der Wässerung und im
hinteren Bereich unterhalb des darauf lastenden Steines (S) nach dem Wässern.
[0042] In der Mitte der Figur 1 ist im Inneren des quer geschnittenen Mörtelbandes (M) zu
erkennen, wie das Vlies (1) mit seinen zahlreichen Fasern durch den Mörtel (2) verläuft.
Die Fasern des Vlies' (1) sind quer geschnitten, sodass ihre Schnittflächen im Mörtel
(2) als kleine Kreise erkennbar sind. Der Mörtel (2) ist in diesem Zustand noch pulverförmig,
was durch die unregelmäßige Oberkante erkennbar ist.
[0043] Um den Mörtel (2) herum liegt in diesem Ausführungsbeispiel die wasserlösliche Folie
(4) und ist zu einem Schlauch geschlossen. Am linken Rande der Schnittfläche ist zu
erkennen, dass die Folie (4) sich dazu überlappt. In Figur 1 wird sehr gut verdeutlicht,
dass die Folie (4) nahe ihrer beiden Kanten mit Öffnungen versehen ist, di sich jeweils
überdecken, so dass sich ein Armierungselement (3) hindurchwinden kann.
[0044] Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel verläuft das Armierungselement (3) etwa
wellenförmig. Diese Form erleichtert das Hindurchführen des Armierungselementes (3)
durch die zahlreichen, kleinen Öffnungen in der Folie (4), indem sie verhindert, dass
die einmal aufgenommene Folie wieder vom Armierungselement (3) herunter rutscht.
[0045] In Figur 1 sehr klar zu erkennen ist, dass das Armierungselement (3) abwechselnd
an der Außenseite und dann wieder an der Innenseite des von der Folie (4) gebildeten
Schlauches verläuft. Bei den im Inneren verlaufenden Abschnitten ist es wegen seiner
Wellenform allseitig von Mörtel (2) umgeben. Nach dem Erhärten kann der bogenförmige
Abschnitt viel besser vom Mörtel gehalten werden als ein grade verlaufender Abschnitt.
[0046] Figur 1 zeigt also, dass das Armierungselement (3) eine Doppelfunktion ausübt, nämlich
zum einen die Armierung des Mörtels in der Lagerfuge (L) und zum anderen die Verbindung
der Folie (4) zu einem Schlauch, der den noch trockenen Mörtel (2) daran hindert,
während des Hantierens und Verlegens des Mörtelbandes (M) aus dem Vlies (1) heraus
zu fallen.
[0047] Der in Figur 1 hintere Bereich des Mörtelbandes (M) hat nach der Wässerung eine etwas
geänderte Form angenommen: die hügelartigen Erhöhungen in der Folie (4), durch welche
im Vordergrund das Armierungselement (3) verläuft, sind nach dem Wegschwemmen der
Folienbestandteile nicht mehr zu erkennen. Stattdessen ist das Mörtelband (M) zu einem
etwa plattenförmigen Element verformt worden, und das Armierungselement (3) in den
nunmehr verflüssigten Mörtel (2) etwas hinein gesunken und auch von dem darauf lastenden
Stein (S) etwas hineingedrückt worden. Da die Folie weggeschwemmt worden ist, ist
auch der im Schnitt des trockenen Mörtelbandes noch erkennbare kleine Luftraum zwischen
der Mörtelbefüllung und der Innenfläche des durch die Folie (4) gebildeten Schlauch
eliminiert.
[0048] In Figur 1 ist an dem Schnitt des noch trockenen Bereiches des Mörtelbandes (M) auch
sehr gut nachzuvollziehen, wie die Mörtelschicht des angefeuchteten und dann ausgehärteten
Mörtelbandes an der Oberkante der Hohlräume (H) der Steine (S) aussieht: im Schnittbild
ist gut zu erkennen, dass die Folie (4) das Vlies (1) daran hindert, weit in die Hohlräume
(1) hineinzuhängen. Damit wird auch der Mörtel (2) an der Oberseite der Steine (S)
festgehalten. Wenn während der Bewässerung die umhüllende Folie (4) allmählich weggeschwemmt
wird, so bleibt dennoch der nunmehr feuchte Mörtel (2) an den Fasern des Vlies (1)
hängen, die in Längsrichtung des Mauerwerkes die einzelnen Hohlräume (H) überbrücken.
[0049] Die in Figur 1 gezeichnete Ausführungsvariante einer Hochlochsteines weist an den
Stirnkanten jeweils einen Zapfen (Z) auf, der in eine entsprechende Vertiefung des
benachbarten Steines hineingreift. Deshalb ist in diesem Ausführungsbeispiel in die
vertikalen Stoßfugen des Mauerverbandes kein Mörtel eingefügt.
Bezugszeichenliste
[0050]
- H
- Hohlraum, vertikal, in Steinen S
- L
- Lagerfuge zwischen übereinander vermauerten Steinen S
- M
- Mörtelband, in Lagerfuge L
- S
- Hohlblockstein oder Hochlochstein, mit Mörtelband M vermauert
- Z
- Zapfen an aneinandergrenzenden Steinen S
- 1
- Vlies, im Inneren des Mörtelbandes M
- 2
- Mörtel, als Trockenmörtel in das Vlies 1 eingebracht
- 3
- Armierungselement, mit Vlies 1 verbunden
- 4
- Folie, wasserlöslich, zumindest an der Unterseite des Vlies 1 befestigt
1. Mauerwerk bestehend aus mehreren, aneinandergereihten
- Hohlblock- oder Hochlochsteinen (S) und
- je einer horizontalen Lagerfuge (L) zwischen dem Steinreihen, in der sich
- ein Mörtelband (M) befindet, dass aus
- einem Vlies (1) besteht, in dem sich
- Mörtel (2) befindet,
- der als pulverförmiger Trockenmörtel in das Vlies (1) einbringbar ist und
- der durch Wässern härtbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Vlies (1) mit wenigstens einem länglichen Armierungselement (3) bereits verbunden
ist,
- das in Längsrichtung des Mörtelbandes (M) verläuft und
- das mit einer wasserlöslichen Folie (4) verbunden ist, die zumindest die nach unten
weisende Seite des Mörtelbandes (M) bedeckt.
2. Mauerwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (1) mit zwei Armierungselementen (3) verbunden ist, die jeweils in der
Nähe einer Außenkante des Vlies' (1) und außerhalb der Hohlräume der Steine (S) angeordnet
sind.
3. Mauerwerk nach einer der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (4) die Außenfläche des Vlies' (1) umschließt und durch wenigstens ein
Armierungselement (3) zu einem Schlauch geschlossen wird.
4. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (4) aus
- Gelatine und / oder
- Polyvinylalkoholen und / oder
- Zellulose und / oder
- Stärke und / oder
- Alginaten
besteht.
5. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Armierungselement (3) quer zu seiner Längsrichtung flexibel ist und
durch zahlreiche Öffnungen in der Folie (4) hindurch geführt ist.
6. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Armierungselement (3) wellenförmig verläuft.
7. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Armierungselement (3) aus
- Eisen, Stahl oder einem anderen Metall und / oder
- Aramid oder einem anderen Kunststoff und / oder
- aus Glasfasern oder Kohlenstofffasern oder einem anderen mineralischen Werkstoff
besteht.
8. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Mörtelband (M) aus mehreren Teilstücken besteht und
alle Armierungselemente (3) aneinandergrenzender Teilstücke miteinander verbunden
sind.
9. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Vlies (1) wenigstens ein Schlauch in Längsrichtung des Mörtelbandes (M) verläuft,
der mit zahlreichen, etwa regelmäßig zueinander beabstandeten Öffnungen versehen ist.
10. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch aus wasserlöslichem Material besteht.
11. Mauerwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Mörtelband (M) in regelmäßigen Abständen entsprechend der Länge der Steine
(S) zuzüglich einer Mörtelfuge Beutel aus der wasserlöslichen Folie (4) an einer Kante
befestigt sind,
- deren Breite der Breite des Mörtelbandes (M) gleicht und
- deren Länge der Höhe der Steine (S) entspricht und
- die mit einer Schicht aus Vlies (1) befüllt sind, in der sich pulverförmiger Trockenmörtel
(2) befindet.
12. Verfahren zum Errichten eines Mauerwerkes aus Hohlblock- oder Hochlochsteinen (S)
nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- im ersten Schritt auf einem Fundament ein Mörtelband (M) ausgelegt wird und
- im zweiten Schritt darauf eine Schicht aus hintereinander aufgereihten Steinen (S)
errichtet wird und
- im dritten Schritt das Mörtelband (M) gewässert wird und
- im vierten Schritt der erste Schritt auf der Oberseite der soeben vermauerten Steine
(S) wiederholt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Mörtelbandes (M) bereits vor dem Auflegen der Steine (S) gewässert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im dritten Schritt zum Wässern des Mörtelbandes (M) nur Wasser in die Hohlräume (H)
der Steine (S) eingefüllt wird.