[0001] Die Erfindung betrifft eine Gipskartonplatte zur Verwendung im Innenausbau nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Wie allgemein bekannt ist, werden Gipskartonplatten verwendet für den Trockenbau
zur Erstellung von Wänden sowie zur Verkleidung von Decken. Gipskartonplatten sind
in zahlreichen Ausführungen von verschiedenen Herstellern bekannt. Diese bestehen
in aller Regel aus einem inneren Schichtkörper aus Gips, welcher in der Regel beidseitig
von einer Deckschicht aus Karton umgeben ist. Weiterhin kann eine Gipskartonplatte
zusätzliche Schichtelemente aufweisen, so zum Beispiel eine Dampfsperre oder dergleichen.
[0003] Weiterhin ist bekannt, dass es in aller Regel erforderlich ist, die Gipskartonplatte
nach der Anbringung an der Wand bzw. der Decke im Übergang zu verspachteln und nachfolgend
zu streichen bzw. zu tapezieren. Hierbei ist des Weiteren bekannt, zur Dekoration
Farbtapeten einzusetzen.
[0004] Nachteilig an vorgenannter, allgemein bekannter Ausführung ist es, dass zunächst
eine Gipskartonplatte montiert werden muss, welche nachfolgend zu verspachteln und
zu streichen ist. Weiterhin ist es nachteilig, dass es zur Erzielung dekorativer Effekte
erforderlich ist, auf die Gipskartonplatte im fertig montierten und verspachtelten
Zustand entsprechende Farbtapeten bzw. Poster aufzukleben. Folglich bedeutet dies
einen erhöhten Arbeitsaufwand bei der Herstellung entsprechender Wände bzw. Decken.
Besonders nachteilig ist dies, sofern aus dekorativen Gründen die Wände bzw. Decken
mehrfach geändert werden müssen, wie dies zum Beispiels im Messebau üblich ist. Folglich
sind die Gesamtkosten für entsprechende Herstellung der Gipskartonplatte, deren Montage
mit nachfolgendem Verspachteln, Streichen und Bekleben mit beispielsweise Fototapeten
unverhältnismäßig hoch.
[0005] Weiterhin sind aus dem Stand der Technik Ausführungen bekannt, bei denen Platten
zum Innenausbau oder zum Möbelbau mit einer speziellen Papierschicht oder Grundierung
überzogen werden. Nachfolgend kann in einem weiteren Prozess ein Farbdruck auf die
beschichtete Platte aufgebracht werden. Hierzu wird ein Tintenstrahlverfahren eingesetzt,
welches eine große Farbvielfalt ermöglicht und einen schnellen Druck gewährleistet.
Zur Vermeidung der schnellen Alterung und dem Schutz der empfindlichen Farbschicht
wird bei Bedarf eine Schutzschicht aus Klarlack aufgebracht. Beispiele für derartige
Lösungen werden in den Schriften
DE 10 2007 013 135 A1 und
DE 10 2007 049 784 A1 offenbart.
[0006] Unvermindert nachteilig ist es jedoch, dass nicht unmittelbar die reguläre Gipskartonplatte
verwendet werden kann. In allen derart bekannten Ausführungen von dekorierten Gipskartonplatten
oder dergleichen ist es zuvor notwendig, einen spezifischen Untergrund zu bilden und
hierzu beispielsweise eine teilbeharzte Papierschicht aufzubringen. Wenngleich dies
den Einsatz der kostengünstigen und flexiblen Drucktechnik mittels Tintenstrahlverfahrens
ermöglicht, so verursacht der vorher notwendige Prozess zusätzliche Kosten. Somit
wird kaum ein Vorteil gegenüber der nachträglichen Aufbringung einer Fototapete erreicht.
Dies wiederum führt zur unterbliebenen Umsetzung im Innenausbau.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Gipskartonplatte zu erzeugen,
bei welcher ein dekorativer Effekt vorhanden ist, ohne dass es eines Beklebens mittels
eines Posters oder der vorherigen Aufbringung spezifischer Papierschichten oder dergl.
bedarf.
[0008] Die vorliegende Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße Lösung gemäß Anspruch 1
gelöst.
[0009] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung entsprechender Gipskartonplatten
ist in Anspruch 11 angegeben.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Eine Gipskartonplatte zur Verwendung im Innenausbau besteht zunächst aus einem inneren
Schichtkörper aus Gips und zumindest einer Deckschicht aus Karton. Hierbei weist die
Gipskartonplatte eine Sichtseite und eine Rückseite auf, wobei die Sichtseite diejenige
Seite ist, welche im später verbauten Zustand sichtbar ist. Hierbei weisen die umlaufenden
Kanten der Sichtseite der Gipskartonplatte zumindest abschnittsweise einen Randbereich
in Form einer Abrundung und/oder Fase auf. Dies ist zum einen herstellungsbedingt,
zum anderen ist die Gipskartonplatte vorwiegend spröde und insofern würde eine scharfkantige
Ecke leicht zu einem Ausbrechen oder dergleichen führen.
[0012] Erfindungsgemäß ist auf der Sichtseite der Gipskartonplatte ein mehrfarbiger Druck
direkt auf die Deckschicht auf der Sichtseite aufgebracht. Hierbei überdeckt der Farbdruck
zumindest bereichsweise die ebene Sichtseite der Gipskartonplatte.
[0013] Dazu wird erfindungsgemäß für den Farbdruck eine mehrfarbige Tinte verwendet, wobei
die Tinte mittels ultraviolettem Licht ausgehärtet ist. Durch diese Drucktechnik ist
es gelungen, entsprechende Eigenschaften der Gipskartonplatte mit farbigem Druck zu
realisieren. Durch die Aushärtung mittels ultraviolettem Licht ist es ermöglicht,
den farbigen Druck direkt auf die Gipskartonplatte ohne weitere Vorbehandlung aufbringen
zu können. Das aus dem Stand der Technik üblicherweise auftretende Verlaufen der Farbe
kann somit nicht mehr stattfinden. Die hierzu im Stand der Technik erforderliche Maßnahme
der Applizierung einer speziellen Papierschicht kann somit ebenfalls entfallen. Somit
ist die detailgetreue Wiedergabe der gewünschten Darstellungen gegeben. Weiterhin
führt diese erfindungsgemäße Ausführung zu einer besonders langlebigen Oberfläche
der Gipskartonplatte, ohne dass es zu einem Verbleichen oder Verfärben des Farbdrucks
kommt. Diese besitzt im Gegensatz zu den bekannten Ausführungen mit den mittels Tintenstrahlverfahren
bedruckten Platten eine deutlich höhere Beständigkeit, so dass ohne besondere Belastungen
auf der Platte der ansonsten übliche Klarlack entfallen kann.
[0014] Die Druckfarbe kann hierbei aus beliebigen Farben gewählt sein, sofern diese im CMYK-Farbraum
bestimmbar ist. Die Verwendung von der CMYK Farbdefinition ist dem Fachmann wohlbekannt
und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Zumindest sind im Wesentlichen beliebige Farben
möglich.
[0015] Weiterhin ist es möglich, die Gipskartonplatte an den Stoßkanten zu jeweils einer
folgenden Gipskartonplatte mit einem Absatz zu versehen. Dieser kann dabei sowohl
von der Gipskartonplatte direkt gebildet sein oder durch die versetzte Unterlegung
der Gipskartonplatte mit einer weiteren Gipskartonplatte oder Dämmplatte. Da bei der
erfindungsgemäßen Ausführung eine Verspachtelung der Fugen nicht zwingend notwendig
oder ggf. sogar nachteilig ist, wird durch den Absatz ein durchgehender Spalt zwischen
den einzelnen Gipskartonplatten vermieden. Dies ist insbesondere bei Brandschutzanwendungen
erforderlich.
[0016] Besonders vorteilhaft ist jedoch die Ausführung, wenn die gesamte ebene Sichtseite
der Gipskartonplatte mittels des Farbdrucks bedruckt ist. Hierbei kann des Weiteren
der Farbdruck zumindest abschnittsweise den Randbereich überdecken.
[0017] Durch die neu geschaffene Ausführungsform mit einer Gipskartonplatte mit farbigem
Druck auf der Sichtseite ist es gelungen, sich erstmalig der aufwendigen Montage und
Herstellung der Gipskartonplatten mit Bekleben durch Poster zu entledigen. Durch die
neu geschaffene Ausführung ist es möglich, die Gipskartonplatte ohne weitere Nacharbeit
direkt im Innenausbau zu verwenden, ohne das es hierbei eines nachträglichen Verspachtelns
oder Beklebens bedarf. Folglich entfällt somit eine Vielzahl von notwendigen Arbeitsvorgängen
bei der Herstellung entsprechender Innenausbauten. Somit kann ein deutlicher Kostenvorteil
gegenüber dem Stand der Technik erzielt werden.
[0018] Weiterhin ist es von besonderem Vorteil, wenn der Randbereich mit bedruckt wird,
insbesondere wenn über mehrere Platten hinweg laufende Dekorationen erforderlich sind.
In diesem Falle ist ein nicht gänzlich zu vermeidender Versatz einer Plattenebene
zur folgenden Plattenebene ohne Nachteil für den optischen Eindruck. Dies beruht insbesondere
darauf, dass ein bis in die Fase bzw. Abrundung verlaufender Druck bei der normalen
Betrachtung als bewusster Übergang von einer Platte zur nachfolgenden Platte wahrgenommen
wird und nicht als Montagefehler bei scharfkantigen, aber in der Oberfläche versetzten
Platten.
[0019] Wenngleich bekannt ist, Gipskartonplatten auf der Rückseite mit einem Firmenlogo
zu versehen, so ist dies jedoch nicht mit dem erfinderischen Farbdruck zu vergleichen.
Im Stand der Technik wird entsprechendes Firmenlogo bzw. Beschriftung vorwiegend mittels
Siebdruck einfarbig aufgebracht. Weiterhin dringt die Farbe in die Kartonschicht ein
und verläuft hierbei. Somit ist in keinem Fall eine detailgetreue Wiedergabe möglich
und ebenso ist eine Dauerbeständigkeit nicht gegeben.
[0020] Wenngleich es nicht von Nöten ist, dass die Gipskartonplatte auf ihrer Oberseite
eine spezielle Eigenschaft bzw. spezielle Farbe aufweist, ist es vorteilhaft, wenn
die Deckschicht aus Karton auf der Sichtseite vor dem Aufbringen des Farbdrucks im
Wesentlichen eine weiße Farbe oder ohne Einfärbung des Kartons eine bräunliche Erscheinung
besitzt. Die Wahl einer weißen Farbe ist dahingehend vorteilhaft, wenn nicht die gesamte
Gipskartonplatte bedruckt werden soll, sondern lediglich abschnittsweise und somit
der restliche Untergrund vorteilhafterweise weiß erscheinen soll. Weiterhin eignet
sich die Anwendung einer weißen Kartonschicht als Deckschicht der Gipskartonplatte
dahingehend, dass die Farbaufbringung nicht nachteilig durch einen sonst dunkleren
Untergrund verschlechtert wird. Zu beachten ist hierbei die erfindungsgemäße Ausführung,
dass keine zusätzliche Vorbehandlung einer regulären frei verfügbaren Gipskartonplatte
erfolgen soll. Insofern ist bei der Wahl der unbedruckten Gipskartonplatte hinsichtlich
deren Farbe aus den vorhandenen Ausführungen auszuwählen und diese nachfolgend direkt
ohne eine flächige Beschichtung oder dergl. zu bedrucken.
[0021] Hingegen ist die Verwendung einer ungefärbten Kartonschicht in bräunlicher Erscheinung
dahingehend vorteilhaft, als dass diese in der Herstellung der Gipskartonplatte ohne
den Farbdruck besonders kostengünstig ist. Insofern kann für die Deckschicht aus Karton
ein besonders kostengünstiges Ausgangsmaterial gewählt werden.
[0022] Bei besonderen Verwendungsfällen der Gipskartonplatten, insbesondere zur Schalldämmung,
ist es vorteilhaft, wenn diese eine Vielzahl von Ausnehmungen aufweisen. Hierbei sind
die Ausnehmungen auf der Sichtseite anzuordnen, wobei diese zumindest bis in die Gipsschicht
hineinragen. Je nach Verwendungsort und Verwendungsart kann es vorteilhaft sein, wenn
die Ausnehmungen zwar die Gipsschicht vollständig durchdringen, jedoch die Deckschicht
aus Karton auf der Rückseite erhalten bleibt. Ebenso wäre es jedoch möglich, die Ausnehmungen
die Gipskartonplatte vollständig durchdringen zu lassen. Ausführungen derartiger unbedruckter
Gipskartonplatten sind auch als Lochplatten bekannt.
[0023] In alternativer Ausführungsform ist es denkbar, den Farbdruck auf der Sichtseite
zumindest abschnittsweise direkt auf den Schichtkörper ohne zwischenliegende Kartonschicht
aufzubringen. Aufgrund des besonders vorteilhaften Verfahrens unter Anwendung einer
ultraviolett aushärtenden Tinte ist es ebenso möglich, den Farbdruck direkt auf den
Schichtkörper aus Gips aufzubringen. Dies ist hinsichtlich der Beständigkeit und Erscheinung
des Farbdrucks ohne Nachteil, jedoch besitzt die Gipskartonplatte in diesem Fall eine
geringere Bruchstabilität.
[0024] Zum Einsatz kommen kann in besonders vorteilhafter Weise die direkte Bedruckung der
Gipsschicht in lokalen, hinsichtlich der Plattenstabilität unkritischen Bereichen,
bei denen die Deckschicht aus Karton aus funktionellen oder gestalterischen Gründen
entfernt wurde. Dies betrifft insbesondere die Anbringung von Fasen an Schnittkanten
oder Ausnehmungen. Wenngleich diese Fasen relativ klein sein können und sich in den
Abmessungen auf die Dicke der Deckschicht beschränken können, so kann der erfindungsgemäße
Druck in vorteilhafter Ausführung bis auf die Fase und hierbei bis an die Gipsschicht
geführt werden. Hierdurch wird zweierlei erreicht. Zum einen wird dem Ablösen der
Deckschicht an der Fase entgegen gewirkt, da der Farbdruck über die Deckschicht bis
auf die Gipsschicht reicht. Zum anderen wird die Sichtbarkeit der Gipsschicht unterbunden,
da diese nunmehr vom Druck überdeckt ist. Zur Erhöhung der Langlebigkeit sowie der
Abriebfestigkeit ist vorteilhafterweise auf der Sichtseite, zumindest über die Größe
des Farbdrucks, ein Klarlack aufgebracht. Vorteilhafterweise wird in diesem Fall der
Klarlack auf der gesamten Sichtseite unabhängig von der Größe des Farbdrucks aufgebracht.
Durch diese Wahl ist es in verbesserter Art ermöglicht, die Oberfläche abwischen zu
können als auch ein vorteilhafter Glanzeffekt gegeben.
[0025] Vorteilhafter Weise ist die Sichtseite der Gipskartonplatte sowohl kratzfest als
auch wasserfest ausgeführt. Dies wird in besonders vorteilhafter Weise direkt durch
den Farbdruck realisiert. Somit bedarf es keiner weiteren Maßnahmen, um die erforderlichen
Gebrauchseigenschaften zu erzielen. Insofern ist die Oberfläche mit einem nassen Tuch
unter Einsatz gewöhnlicher Haushaltsreiniger abwischbar, ohne eine Beschädigung des
Farbdruckes befürchten zu müssen.
[0026] Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, wenn der Farbdruck über einen längeren Zeitraum
lichtecht ist. Hierbei wird der Farbdruck und ggf. der Klarlack derart gewählt, dass
zumindest bei Anwendungen im Innenraum von Gebäuden über den Zeitraum von zumindest
zwei Jahre der Farbdruck ohne auffällige Farbveränderungen oder Verblassungen lichtecht
ist. Es ist für den Fachmann naheliegend, dass der Zeitraum bei fortwährender direkter
Sonnenbestrahlung deutlich kürzer ausfällt und bei einer Abschattung gegenüber dem
Sonnenlicht oder starker künstlicher Bestrahlung der Zeitraum deutlich größer ausfällt.
[0027] In besonderer Ausführungsform umfasst die Gipskartonplatte zumindest ein Verbindungselement.
Dieses durchdringt hierbei den Schichtkörper, wobei das Verbindungselement auf der
Sichtseite direkt oder indirekt vom Farbdruck abgedeckt ist.
[0028] Entsprechend der Notwendigkeit, die Gipskartonplatte im Trockenbau an einen Untergrund
zu befestigen, sind Verbindungselemente von Nöten. Im Stand der Technik ist es üblich,
Gipskartonplatten mittels Schrauben in einer Holzkonstruktion zu befestigen. Hierbei
durchdringen die Schrauben die Gipskartonplatten und ein Senkkopf der Schraube schließt
hierbei bündig mit der Platte ab. In einer vorteilhaften Ausführungsform ist es jedoch
ebenso möglich, das Verbindungselement vorab in die Gipskartonplatte einzubringen.
In erfinderischer Ausführungsform ist die Gipskartonplatte auf der Sichtseite mit
dem Farbdruck versehen. Hierbei überdeckt in dieser besonderen Ausführungsvariante
der Farbdruck direkt oder indirekt das vormontierte Verbindungselement, so dass dieses
nicht in Erscheinung tritt.
[0029] In Ergänzung zur vorherigen Ausführung ist es vorteilhaft, wenn das Verbindungselement
auf der Sichtseite zunächst überspachtelt ist und/oder von einer Kappe überdeckt ist.
Hierbei bildet die überspachtelte Fläche bzw. die Kappe eine im Wesentlichen bündige
Oberfläche mit der Sichtseite der Gipskartonplatte. Jedoch ist es ebenso ohne großen
Nachteil, wenn beispielsweise eine geringfügige Wölbung vorhanden ist und somit ein
minimaler Überstand über der Oberfläche der Sichtseite vorliegt. Durch diese Ausführungsform
wird es insbesondere ermöglicht, zum Beispiel einen Schraubenschlitz eben zudecken
zu können. Durch den überlagerten Druck wird das Verbindungselement praktisch unsichtbar
in der Gipskartonplatte.
[0030] Zur schnellen Neudekoration von mittels der erfindungsgemäßen Gipskartonplatte verkleideten
Wand- bzw. Deckenabschnitten ist es besonders vorteilhaft, wenn ebenso wie auf der
Sichtseite auf der Rückseite ein im Wesentlichen gleicher mehrfarbiger Druck aufgebracht
wird. Hierbei bezieht sich der im Wesentlichen gleichartige Aufbau auf die Art der
Druckschicht sowie dessen bei erhöhter Anforderung vorteilhafter Aufbringung eines
Klarlacks. Naheliegend ist es in diesen Fällen zwei verschiedene Motive mittels des
Farbdrucks auf Vorderseite und Rückseite aufzubringen. Somit wird es ermöglicht, bei
Bedarf in einfacher Weise die beidseitig bedruckte Gipskartonplatte aus einer Befestigung
zu entnehmen, zu wenden und wieder in die Befestigung einzusetzen. Beispielsweise
wird somit in einfacher und schneller Weise ein Dekorationswechsel zwischen einem
Sommer- und einem Wintermotiv möglich, ohne dass nach der Abnahme der vorhandenen
bedruckten Gipskartonplatte deren Einlagerung und die Auslagerung einer ersetzenden
bedruckten Gipskartonplatte vor deren Anbringung notwendig wird.
[0031] In einem weiteren Verwendungsfall zur Verkleidung von Eckbereichen von Wänden, Decken
oder von Trägern, Rohren, Kästen oder dergl. ist es besonders vorteilhaft, wenn die
Gipskartonplatte derart ausgeführt wird, dass diese zur Montage ausgehend von der
ebenen Platte lediglich geknickt werden muss, hierbei jedoch eine einteilige Ausführung
bleibt. D.h. die montierte Gipskartonplatte verläuft nicht mehr in einer einzelnen
Ebene sondern um eine Ecke herum. Zu diesem Zwecke weist die Gipskartonplatte auf
der Rückseite eine lineare Einkerbung auf, welche die Deckschicht auf der Rückseite
und zumindest teilweise die Gipsschicht durchdringt. Erforderlich ist es in jedem
Falle, dass die Deckschicht aus Karton auf der Sichtseite erhalten bleibt. In der
Umsetzung kann vorteilhaft die Einkerbung über die gesamte Erstreckung der Gipskartonplatte
verlaufen, aber ebenso auch abschnittsweise bzw. mehrfach unterbrochen, so dass die
Restbereiche bei der Montage entfernt werden bzw. hierbei aufbrechen. Der mehrfarbige
Druck kann hierbei wahlweise vor der Bildung der Einkerbung oder vorteilhaft nachfolgend
aufgebracht werden. Zur Stabilisierung der mit einer oder mehreren Einkerbungen versehenen
Gipskartonplatte, um ein schadensfreies Handling und den Transport zu gewährleisten,
kann vorteilhaft auf der Rückseite ein die Einkerbung überlaufendes Stabilisierungsmittel,
wie bzw. eine Verstrebung, temporär aufgebracht werden.
[0032] Zur neu geschaffenen Lösung wird ein erfinderisches Verfahren eingesetzt. Hierbei
werden zur Herstellung einer farbig bedruckten Gipskartonplatte, welche einen die
gesamte Größe der Gipskartonplatte sichtbaren Wand- oder Deckenabschnitt bilden kann
und insbesondere in einer Ausführung entsprechend vorheriger Beschreibung realisiert
ist, die folgenden Schritte vollzogen:
Zunächst ist die Herstellung oder Bereitstellung einer unbedruckten ebenen Gipskartonplatte
erforderlich. Ob in der Produktion die unbedruckten Gipskartonplatten direkt vor der
Bedruckung fertig gestellt werden, oder als Zukaufteil der Produktion vorliegen, ist
ohne Belang.
[0033] Die Gipskartonplatte wird in einem nachfolgenden Gang auf der Sichtseite mit einer
mehrfarbigen Tinte bedruckt.
[0034] Umgehend nach dem Aufbringen der Tinte wird diese mit ultraviolettem Licht bestrahlt.
Hierbei kommt es zur Aushärtung der Tinte und Erzeugung des mehrfarbigen Drucks. Besonders
vorteilhaft ist hierbei die Verwendung eines Verfahrens, bei dem die aufgetragene
Tinte im laufenden Druckprozess umgehend mittels ultravioletten Lichts ausgehärtet
wird. Denkbar wäre es auch, nach dem Auftragen der Tinte für das gesamte Druckbild
oder eine größere Fläche eine UV-Bestrahlung einzusetzen, jedoch wird somit nicht
das unerwünschte Verlaufen der Tinte verhindert.
[0035] Durch das neue Verfahren kann die Erzeugung der dekorativen Oberfläche vom Montageort
der Gipskartonplatte an den Ort der Herstellung der Gipskartonplatte verlagert werden.
Somit kann der Druck bzw. die dekorative Oberfläche wesentlich kostengünstiger erzeugt
werden, als dass dies an einem Montageort möglich wäre.
[0036] In einer vorteilhaften Ausführung weist die beim Druck verwendete Gipskartonplatte
ein Vielzahl von die Deckschicht auf der Sichtseite durchdringende Ausnehmungen auf.
Diese Ausnehmungen werden hierzu entweder beim Herstellungsprozess der Gipskartonplatte
oder wahlweise nachfolgend vor dem Bedrucken eingearbeitet.
[0037] Vorteilhafterweise wird nach Aufbringung des mehrfarbigen Drucks die Sichtseite mit
einem Klarlack versehen.
[0038] Vorteilhaft ist in der späteren Verwendung der erfindungsgemäßen Gipskartonplatte,
wenn diese bereits Verbindungselemente enthält. Somit wird in einer vorteilhaften
Ausgestaltung des Herstellungsprozesses vor dem Bedrucken mit der Tinte das Verbindungselement
in die Gipskartonplatte eingebracht. Dies kann zunächst einmal beliebig erfolgen,
wobei ein Einschrauben oder Einsetzen von der Sichtseite aus besonders vorteilhaft
hinsichtlich des Halts in der Platte ist.
[0039] Des Weiteren ist es besonders vorteilhaft, wenn das Verbindungselement auf der Sichtseite
vor dem Druck abgedeckt wird. Dies liegt darin begründet, dass ein Verbindungselement
in aller Regel eine Schraube sein wird und diese wiederum in aller Regel einen Antrieb
auf der Sichtseite offen lässt. Folglich dient die Abdeckung der Verdeckung des Schraubenantriebs.
Dies kann in einfacher Weise mittels Aufstecken einer Kappe oder mittels Verspachteln
erfolgen.
[0040] In einer weiteren Ausführung ist es besonders vorteilhaft, wenn nach Fertigstellung
der Sichtseite die einseitig bedruckte Gipskartonplatte gewendet wird und in einem
zweiten Verfahrensgang die zweite Seite in gleicher Weise wie die Sichtseite behandelt
wird, d.h. ebenso ein mehrfarbiger Druck direkt auf die Deckschicht aus Karton aufgebracht
wird.
[0041] Nachfolgend werden anhand zweier Beispiele Möglichkeiten zur erfindungsgemäßen Ausführung
vorgestellt.
[0042] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Gipskartonplatte 01a mit Abrundung 09 in einem Teilschnitt;
- Fig. 2
- eine Gipskartonplatte 01b mit Fase 10a in einem Teilschnitt;
- Fig. 3
- eine Gipskartonplatte 01c mit Fase 10b in einem Teilschnitt;
- Fig. 4
- eine Gipskartonplatte 01d mit einer Ausnehmung im Teilschnitt;
- Fig. 5
- eine weitere Gipskartonplatte 11 mit einem Verbindungselement 12;
- Fig. 6
- eine Gipskartonplatte 16a mit zwei Einkerbungen 17;
- Fig. 7
- die Gipskartonplatte 16b aus Fig. 6 im geknickten Zustand.
[0043] In der
Figur 1 ist im Schnitt eine Gipskartonplatte 01a dargestellt, wobei sich diese Darstellung
auf den Randbereich 08a sowie den angrenzenden Bereich beschränkt. Es ist dem Fachmann
bekannt, dass die Gipskartonplatte 01a eine bei weitem größere Dimension besitzt und
hier nur ein kleiner Ausschnitt dargestellt ist. Die Gipskartonplatte 01a besteht
primär aus dem Schichtkörper 02, welcher aus dem Material Gips gebildet wird. Des
Weiteren umfasst die Gipskartonplatte 01a aus diesem Beispiel eine Deckschicht aus
Karton 03 auf der Sichtseite 05 der Gipskartonplatte 01a, sowie eine Deckschicht aus
Karton 04 auf der Rückseite 06 der Gipskartonplatte 01a. Hierbei ist wiederum offensichtlich,
dass nach dem Verbau der Gipskartonplatte 01a am Verwendungsort die Sichtseite 05
unverändert sichtbar ist, während hingegen die Rückseite 06 verdeckt ist. Der umlaufende
Randbereich 08a einer Gipskartonplatte 01a weist charakteristisch eine Abrundung 09a
auf. Diese ist zum einen vorhanden, um die entsprechende Herstellung der Gipskartonplatte
01a mit vollständiger Abdeckung der Kernschicht aus Gips 02 bis um den Rand der Gipskartonplatte
01a mittels der Deckschicht 03 aus Karton zu ermöglichen, als auch des Weiteren ein
Ausbrechen des Rands 08a aufgrund der Sprödigkeit des Materials zu verhindern.
[0044] Erfindungsgemäß weist die Gipskartonplatte 01a des Weiteren auf der Sichtseite 05
einen mehrfarbigen Druck 07a auf. Dieser kann zum einen die vollständige ebene Fläche
auf der Sichtseite 05 der Gipskartonplatte 01a überdecken. Ebenso ist es möglich,
lediglich einen Bereich der Sichtseite 05 mit dem Farbdruck 07a zu versehen. Insbesondere
ist es bei der erfindungsgemäßen Ausführung einer Gipskartonplatte 01 möglich, den
Farbdruck 07a bis in den Randbereich 08a verlaufen zu lassen. Dieser kann des Weiteren
bis nahezu zum Ende der Gipskartonplatte 01a geführt werden.
[0045] In der
Figur 2 wird alternativ zur Fig. 1 eine Ausführung skizziert, bei der der Randbereich 08b
der Gipskartonplatte 01b mit einer Fase 10 versehen ist. Diese ist besonders vorteilhaft
bei einer anstoßenden Verwendung mehrerer erfindungsgemäßer Gipskartonplatten 01b.
Hierbei überdeckt gleichfalls in bevorzugter Ausführung bereichsweise der Farbdruck
07b den Randbereich 08b bzw. die Fase 10b. Da in der Verwendung kein Verspachteln
vorgesehen ist, werden durch die Fase 10 Sprünge in der Ebenheit von einer Gipskartonplatte
01b zu einer folgenden Gipskartonplatte in der Draufsicht nahezu unsichtbar und es
kann ein Farbdruck über mehrere Gipskartonplatten 01b verteilt werden.
[0046] In der
Figur 3 wird skizzenhaft eine Ausführung dargestellt, bei der die Gipskartonplatte 01c an
den umlaufenden Rändern geschnitten ist und insofern keine bis über den Rand verlaufende
Deckschicht 03 aufweist. Weiterhin zeigt diese Ausführung auf der Sichtseite eine
kleine Fase 10c im Randbereich 08c, bei welcher die Deckschicht 03 teilweise bis auf
die Gipsschicht 02 entfernt ist. Hierbei überdeckt der Druck 07c den angefasten Randbereich
08c und liegt insofern über der Schnittkante der Deckschicht 03 sowie direkt auf der
Gipsschicht 02 auf.
[0047] Ein Beispiel für eine Ausführung mit einer Gipskartonplatte 01d in Art einer Lochplatte
skizziert die
Figur 4. Diese Gipskartonplatte 01d weist eine Vielzahl von Ausnehmungen 15 auf (nur eine
dargestellt), welche die Deckschicht 03 auf der Sichtseite sowie weitestgehend die
Gipsschicht 02 durchdringen. Es sind hierzu ebenso alternativ Ausführungen möglich,
bei denen die Ausnehmungen 15 die Gipskartonplatte 01 vollständig durchdringen. Zumindest
ist in diesem Falle vorgesehen, dass der Druck bis an den Rand der Ausnehmung verläuft
und insofern kein Sicherheitsabstand vorgesehen ist. Die Form der Ausnehmung ist hierbei
grundsätzlich beliebig, wobei eine in der Draufsicht runde oder quadratische Formgebung
die Regel ist.
[0048] Ein weiteres Beispiel zeigt die
Figur 5 mit einer Gipskartonplatte 11, in welcher ein Verbindungselement 12 integriert ist.
Wiederum ist lediglich ein kleiner Ausschnitt der Gipskartonplatte 11 im Schnitt skizziert.
Diese besteht, ebenso wie im vorherigen Beispiel, aus dem Schichtkörper 02 aus Gips
mit einer Deckschicht aus Karton 03 auf der Sichtseite 05 sowie einer Deckschicht
aus Karton 04 auf der Rückseite 06. Besonders vorteilhaft ist an dieser Ausführung,
dass das Verbindungselement 12 vormontiert in der Gipskartonplatte 11 integriert werden
kann. Hierbei kann zum Beispiel mit dem Verbindungselement 12 ein weiteres Befestigungselement
13 verbunden sein. Dieses weitere Befestigungselement 13 kann beispielsweise in komplementäre
Nuten am Aufstellungsort eingehängt werden. Somit bedarf es zur nachfolgenden Befestigung
der Gipskartonplatte 01 keiner weiteren Befestigungsmittel, insbesondere nicht von
Seiten der Sichtseite 05. Wesentlich in diesem Ausführungsbeispiel ist es, dass das
Verbindungselement 12 vom Farbdruck 07 überdeckt ist. Insofern ist das Verbindungselement
12 von Seiten der Sichtseite 05 im Wesentlichen unsichtbar verborgen. Zur Verbesserung,
insbesondere bei Vorhandensein von beispielsweise Schlitzschrauben, ist der Einsatz
einer Schraubenkappe 14 vorteilhaft oder wahlweise ein Verspachteln anwendbar. Durch
diese Maßnahme wird mit der Schraubenkappe 14 eine ebene Oberfläche in Bezug zur Deckschicht
03 auf der Sichtseite 05 erreicht. Folglich treten ebenso im Farbdruck 07 keine Unebenheiten
auf, welche ansonsten nachteilig für das optische Erscheinungsbild sein könnten. Eine
besondere Variante wird in der
Figur 6 skizziert. Hierbei weist die bedruckte Gipskartonplatte 16a auf der Rückseite 06
Einkerbungen 17 auf. Diese Einkerbungen 17 verlaufen linear über die Gipskartonplatte
16a über vorzugsweise die gesamte Erstreckung und durchdringen die Deckschicht 04
auf der Rückseite 06 sowie weitestgehend oder vollständig die Gipsschicht 02. Je nach
vorgesehenem Knickwinkel sind unterschiedliche Einkerbungen 17.1 (mit ca. 90° Winkel)
bzw. 17.2 (in Art einer Nut) vorteilhaft. Diese Einkerbungen 17 werden zweckmäßig
vor der Bedruckung 07 eingebracht. Um eine schadensfreie Handhabung und den Transport
gewährleisten zu können, ist es möglich, auf der Rückseite 06 ein oder mehrere Stabilisierungsmittel
19, wie z.B. aufgeklebte Dachlatten oder dergleichen, temporär aufzubringen.
[0049] Die Knickung der Ausführungsform aus Fig. 6 skizziert beispielhaft die
Figur 7. Hierbei wird die Gipskartonplatte 16b zweifach geknickt verbaut kann somit stoß-
und nahtfrei zwei Ecken mittels Knickungen 18.1 bzw. 18.2 überbrücken. Hierbei ist
es wesentlich, dass der Druck über die Ecken unterbrechungsfrei auch nach der Knickung
18 aus der zuvor ebenen Gipskartonplatte 16a verläuft.
1. Gipskartonplatte (01, 11, 16) zur Verwendung im Innenausbau mit einem inneren Schichtkörper
(02) aus Gips und einer Deckschicht (03, 04) aus Karton auf der Sichtseite (05) und
Rückseite (06), wobei die umlaufenden Kanten auf der Sichtseite (05) zumindest abschnittsweise
einen Randbereich (08) in Form einer Abrundung (09) und/oder Fase (10) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Sichtseite (05) direkt auf der Deckschicht (03) der Gipskartonplatte (01,
11, 16) ein mehrfarbiger Druck (07) mittels einer mehrfarbigen Tinte aufgebracht ist,
wobei die Tinte mittels ultraviolettem Licht ausgehärtet ist, wobei der Farbdruck
(07) zumindest bereichsweise die ebene Sichtseite (05) der Gipskartonplatte (01, 11,
16) überdeckt.
2. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Farbdruck (07) die gesamte ebene Sichtseite (05) der Gipskartonplatte (01, 11,
16) überdeckt und/oder zumindest abschnittsweise den Randbereich (08) überdeckt.
3. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gipskartonplatte (01, 11, 16) eine Vielzahl von im Wesentlichen identischen die
Deckschicht (03) auf der Sichtseite (05) durchdringenden Ausnehmungen (15) aufweist,
wobei der Farbdruck (07) zumindest eine Mehrzahl der Ausnehmungen (15) umgibt.
4. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Farbdruck (07) auf der Sichtseite (05) zumindest abschnittsweise direkt auf dem
Schichtkörper (02) aus Gips aufgebracht ist.
5. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Sichtseite (05) zumindest über die Größe des Farbdrucks (07), insbesondere
auf der gesamten Sichtseite (05), ein Klarlack aufgebracht ist.
6. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sichtseite (05) der Gipskartonplatte (01, 11) kratzfest und wasserfest ist, wobei
der Druck in der Anwendung im Innenraum über den Zeitraum von zumindest zwei Jahren
lichtecht ist.
7. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gipskartonplatte (01, 11, 16) zumindest ein Verbindungselement (12) umfasst,
welches den Schichtkörper (02) durchdringt, wobei das Verbindungselement (12) auf
der Sichtseite (05) direkt oder indirekt vom Farbdruck (07) abgedeckt ist.
8. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungselement (12) auf der Sichtseite (05) überspachtelt ist und/oder von
einer Kappe (14) überdeckt ist und eine im Wesentlichen bündige Oberfläche mit der
Sichtseite (05) der Gipskartonplatte (01, 11, 16) gegeben ist.
9. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rückseite (06) einen zur Sichtseite (05) im Wesentlichen identischen Aufbau mit
ebenso einem mehrfarbigen Druck aufweist.
10. Gipskartonplatte (01, 11, 16) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gipskartonplatte (01, 11, 16) auf der Rückseite (06) eine lineare Einkerbung
(17), insbesondere über die gesamte Erstreckung der Gipskartonplatte (01, 11, 16),
aufweist, wobei zur Montage die Gipskartonplatte (01, 11, 16) entlang der Einkerbung
(17) geknickt werden kann und im verbauten Zustand einen um eine Ecke (18) nahtlos
verlaufenden Druck (07) aufweist.
11. Verfahren zur Herstellung einer farbig bedruckten Gipskartonplatte (01, 11, 16), wobei
diese einen in der gesamten Größe der Gipskartonplatte (01, 11, 16) sichtbaren Wand-
oder Deckenabschnitt bilden kann, insbesondere zur Herstellung einer Gipskartonplatte
(01, 11, 16) nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit
- Herstellung oder Bereitstellung einer unbedruckten ebenen Gipskartonplatte,
- Bedruckung einer Sichtseite (05) der Gipskartonplatte mit einer mehrfarbigen Tinte,
- umgehender Bestrahlung der aufgebrachten Tinte mit ultraviolettem Licht unter Aushärtung
der Tinte,
wobei ein mehrfarbiger Druck (07) auf der Sichtseite (05) entsteht.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Herstellung oder nach der Herstellung der unbedruckten Gipskartonplatte eine
Vielzahl von die Deckschicht (03) auf der Sichtseite (05) durchdringende Ausnehmungen
(15) eingebracht werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass abschließend auf der Sichtseite (05) ein Klarlack aufgebracht wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach Bereitstellung der unbedruckten Gipskartonplatte zumindest ein Verbindungselement
(12) direkt oder in eine zuvor eingebrachte Bohrung eingeschraubt bzw. eingesetzt
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungselement (12) vor dem Arbeitsgang des Bedruckens auf der Sichtseite
(05) mit einer Kappe (14) oder von einer Spachtelmasse überdeckt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach Fertigstellung der Sichtseite (05) die Gipskartonplatte (01) gewendet wird und
in einer gleichen Verfahrensweise die Rückseite (06) bedruckt wird.