[0001] Die Erfindung betrifft ein plattenförmiges, rechteckiges Baupaneel, aufweisend:
- eine Sichtfläche,
- eine der Sichtfläche gegenüber liegende Basisfläche,
- zwei parallel zueinander liegende, profilierte erste Seitenflächen und zwei übrige,
senkrecht zu den Seitenflächen verlaufende, ebenso zueinander parallele, profilierte
zweite Seitenflächen, wobei alle Seitenflächen durch die Sichtfläche und Basisfläche
begrenzt sind,
- wenigstens ein Paar von an den Seitenflächen des Baupaneels eingearbeiteten, zueinander
kompatiblen und im Verlegezustand zusammenwirkenden Verriegelungsmitteln zur lösbaren
Verbindung gleichartiger Baupaneele miteinander, wobei die an den Seitenflächen des
Baupaneels befindlichen Verriegelungsmittel nach der Zusammenfügung mit gleichartigem
Baupaneel eine formschlüssige Nut-Feder-Verbindung bilden, bei der das Verriegelungsmittel
eine trapezförmige, sich in Richtung ihres Nutbodens verjüngende Nut umfasst, die
eine im Wesentlichen parallel zur Sichtfläche verlaufende, erste Nutflanke, eine der
ersten gegenüber liegende zweite, geneigte Nutflanke aufweist, wobei die zweite Nutflanke
über eine abgerundete Abstufung in eine gegenüber der besagten Nut abgesenkte, außerhalb
des Verriegelungsmittels liegende Mulde übergeht, welche an einem über die Nut ragenden
und in eine Lippe auslaufenden Schenkel angeordnet ist, wobei die Lippe durch eine
plane Innenwand und eine freie, planparallel zur Basisfläche liegende Fläche begrenzt
ist,
- und bei der das Verriegelungsmittel eine ebenso trapezförmige, in die Nut eingreifende
Feder umfasst, die außerdem in einen auf die Basisfläche gerichteten, etwa halbrunden
Vorsprung zur Unterbringung in der besagten Mulde übergeht, wobei der halbrunde Vorsprung
sich an eine Aussparung anschließt, in die die Lippe eingreift.
[0002] Ein Baupaneel, hier: Fußbodenpaneel, der eingangs genannten Art ist aus der
EP 1585876 B1 der Anmelderin bekannt. Die nach dem Stand der Technik hergestellten Fußbodenpaneele
haben sich auf dem Markt gut bewährt und werden weiter vertrieben. Die Konstruktion
der bekannten Fußbodenpaneele sichert eine ungehinderte Verschiebbarkeit bei feuchtigkeitsbedingten
Maßänderungen in einer senkrechten Richtung zur Längsseite des Fußbodenpaneels.
[0003] Allerdings besteht Bedarf nach Weiterentwicklung der Baupaneele, insbesondere in
Hinblick auf Verschiebbarkeit zueinander entlang ihrer Längsseite und auf Verminderung
der inneren Spannungen in Verbindungsbereichen der Baupaneele.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein gattungsgemäßes Baupaneel gemäß Erfindung gelöst, bei
dem
- die Innenwand der Lippe einerseits bis zu einer der Mulde zugewandten und sich an
die freie Fläche der Lippe anschließenden, gerundeten Gleitfläche und andererseits
bis zu einer Muldenkante reicht, die in einem niedrigsten, der Basisfläche nah liegenden
Bereich der Mulde liegt, so dass die Mulde von ihrer Muldenkante ausgehend stetig
bis zur abgerundeten Abstufung ansteigt,
- und dass nach Einführung der Feder in die Nut der Vorsprung derart in der Mulde untergebracht
ist, dass zwischen dem Vorsprung und einem Übergang der Innenwand zur Gleitfläche
ein sich dem Nullwert annäherndes Spiel einstellt oder ein linearer Kontakt gebildet
ist.
[0005] Im Weiteren wird der Begriff "Baupaneel" durch "Fußbodenpaneel" ersetzt, der sich
jedoch auch auf Wand- oder Deckenverkleidung bzw. Möbelwände bezieht. Als Fußbodenpaneel
wird hier ein plattenförmiges Gebilde verstanden, das sich durch eine Längsseite und
eine Schmalseite auszeichnet. Unter dem Begriff "gerundete Gleitfläche" kann eine
zylindrische Gleitfläche, aber auch eine hiervon abweichende geometrische Form, beispielsweise
eine parabolische oder elliptische Form verstanden werden.
[0006] Die Fußbodenpaneele gemäß Erfindung können aus Holz, Holzwerkstoff, Kunststoff oder
Metall hergestellt sein, und zwar in einer massiven, d. h. einschichtigen, oder mehrschichtigen
Ausführung. Darüber hinaus können die Fußbodenpaneele aus Vollholz oder aus sogenanntem
HDF-Laminat (high density fiberboard) oder aus MDF-Laminat (medium density fiberboard)
oder aus anderen Holzwerkstoffen, darin Holzwerkstoff-Kunststoff-Kombinationen, gefertigt
sein.
[0007] Die Erfindung richtet sich insbesondere auf Ausführungen aus Holz. Die Holzfußböden
sind im Allgemeinen langlebig und belastbar. Entscheidendes Merkmal eines Holzfußbodens
ist die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und auch wieder abzugeben und in Folge
dessen zu quellen und zu schwinden. Das Holzmaterial gewährt viele positive Eigenschaften:
Luftionisierung, Regelung des Mikroklimas in Innenräumen, Schutz vor elektrostatischer
Aufladung und vor Staubanzug. Auch seine antiallergische Wirkung ist bekannt.
[0008] Die Innenwand der Lippe kann senkrecht oder schräg gegenüber der Basisfläche angeordnet
sein. Vorzugsweise wird aber eine schräge Anordnung der Innenwand gewählt, bei der
die Innenwand unter einem spitzen Winkel gegenüber einer senkrecht zur Basisfläche
verlaufenden Ebene bzw. unter einem stumpfen Winkel (Komplementwinkel) zur Basisfläche
liegt.
[0009] Die der Innenwand gegenüber liegende Abstufung zur Mulde kann innerhalb oder außerhalb
einer Projektion der seitlichen Nut auf die Basisfläche liegen.
[0010] Das geringfügige Spiel zwischen dem Vorsprung und dem Übergang der Innenwand zur
Gleitfläche tritt grundsätzlich bei einer massiven Ausführung der Fußbodenpaneele
aus Vollholz auf. Dies ist dadurch begründet, dass die im Wesentlichen in Längsrichtung
des Fußbodenpaneels verlaufenden Holzfasern bei Feuchtigkeit der größten Quellung
unterliegen. Das Spiel kann einen Wert zwischen 0,01 mm und 0,20 mm, vorzugsweise
zwischen 0,12 und 0,15 mm bei einer Paneeldicke von 14 mm haben.
[0011] Dagegen tritt der lineare Kontakt - anstelle des Spiels - bei mehrschichtigen, in
vorliegendem Fall dreischichtigen Fußbodenpaneelen auf, denn die Maßzunahme ist nicht
gleich, sondern unterschiedlich bei allen drei Schichten. Die summarische Maßzunahme
bei feuchtigkeits- und temperatur-bedingten Volumenänderungen ist kleiner die der
massiven Fußbodenpaneele. Hierbei wird auf die früheren Dokumente
EP 1585876 B1 und
DE 203 21 445 U1 der Anmelderin verwiesen, deren Offenbarungsgehalt in vollem Umfang bei der vorliegenden
Erfindung einzubeziehen ist.
[0012] Die Holzfasern der oberen und unteren Schicht (Nutzschicht und Bodenschicht) verlaufen
grundsätzlich parallel, dagegen die der mittleren Schicht (Kernschicht) senkrecht
zur Längsseite des Fußbodenpaneels. Infolge dessen tritt die Quellung der oberen und
unteren Schicht senkrecht zur Längsseite, sowohl in Plattenebene als auch senkrecht
zur Plattenebene auf.
[0013] Die Quellung der Kernschicht tritt senkrecht zur Längsseite, jedoch in einer senkrecht
zur Basisfläche gerichteten Ebene sowie parallel zur Längsseite in der Plattenebene
auf. Die letztere Quellrichtung hat praktisch keinen Einfluss auf Maßänderungen der
Paneelverbindung. Die längliche Faseranordnung der Kernschicht gegenüber der Quellrichtung
der Nutz- und Bodenschichten hemmt wirksam die Quellungskraft dieser beiden Schichten.
[0014] Die Form des Lippenquerschnitts ist so gewählt, dass das Höhenmaß der Lippe, gemessen
von der Basisfläche, annähernd einer Höhe entspricht, auf der ein Übergang der Abstufung
zur Nutflanke liegt.
[0015] Die Mulde kann eben und/oder bogenförmig sein. Vorzugsweise ist die Mulde in zwei
teilkreisförmige Bereiche unterteilt, von denen der der Innenwand nah liegende Bereich
einen Radius aufweist, der einem Radius der Gleitfläche gleich ist. Der andere Bereich
der Mulde hat einen Radius, der den Wert der anderen Radien überschreitet.
[0016] Von besonderem Vorteil ist, dass die Kontaktfläche des Vorsprungs mit der Mulde bzw.
der Übergangsstelle der Innenwand zur Gleitfläche zu dem besagten linearen Kontakt
begrenzt ist. Dadurch wird die Verschieblichkeit der Fußbodenpaneele zueinander sowohl
während als auch nach deren Verlegung erheblich verbessert.
[0017] Von Vorteil ist, dass die normalerweise auftretenden Spannungen zumindest an den
Längsseiten der neuen Paneel-konstruktion sowie die eventuellen konkaven Ausbauchungen
an der Nutzschicht im Bereich der Stoßflächen vermieden oder stark begrenzt werden
können.
[0018] Für das Fußbodepaneel gemäß Erfindung kommen u.a. folgende einheimische, aber auch
besonders widerstandsfähige tropische Holzarten in Frage:
- Amerikanischer Ahorn
- Amerikanischer Kirschbaum (black cherry)
- Amerikanischer Nussbaum
- Bambus hell
- Birke
- Birnbaum
- Bubinga
- Buche
- Cabreuva
- Cumaru
- Diamantholz (Guatambu)
- Doussie (afzelia superior)
- Eiche
- Erle
- Esche
- Eukalyptus
- Europäischer Ahorn (Bergahorn)
- Europäischer Kirschbaum
- Hevea
- Ipe
- Iroko
- Jatoba
- Kempas
- Lärche
- Mahagoni
- Merbau
- Mutenye
- Niangon
- Padouk
- Palisander
- Peroba
- Pitch Pine
- Red Pine
- Sucupira
- Tali-Missanda
- Teak
- Tigerwood
- Wenge (Panga-Panga)
[0019] Hölzer aus verantwortungsvoller und nachhaltiger Forstwirtschaft sind durch das FSC
(Forest Stewardship-Council)-Siegel gekennzeichnet und werden bei der Ausführung bevorzugt
eingesetzt.
[0020] Die Brinell-Härte der oben aufgeführten Holzarten liegt zwischen 43 N/mm
2 (Bergahorn) und 90 N/mm
2 (Sucupir).
[0021] Schließlich bezieht sich die Erfindung auch auf einen aus gefügten Baupaneelen der
vorstehend benannten Art bestehenden Flächenbelag. Der Flächenbelag kann ein Fußboden,
eine Wandoder Deckenverkleidung, eine Fassadenverkleidung oder eine Möbelwandung sein.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind anhand der Zeichnung näher erläutert. Die
Zeichnung und die Einzelheiten der Figuren umfassen wichtige Informationen, die sich
für den Fachmann aus der Anschauung der Figuren ergeben. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- ein Fußbodenpaneel gemäß Erfindung, in einer Draufsicht auf seine Flachseite;
- Fig. 2
- einen Schnitt A-A gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- ein vergrößertes Detail der an der Längsseite verlaufenden und in Fig. 2 dargestellten
Seitenfläche mit Nut, in einem Schnitt;
- Fig. 4
- ein vergrößertes Detail zweier mehrschichtigen Fußbodenpaneele im Bereich ihrer länglichen
Seitenflächen nach der Zusammenfügung, in einem Schnitt;
- Figuren 5 bis 7
- jeweils ein vergrößertes Detail einer anderen Variante der in Fig. 3 dargestellten
Seitenfläche mit Nut und zurückversetzter Abstufung zur Mulde, in einem Schnitt;
- Fig. 8a
- ein vergrößertes Detail zweier mehrschichtigen Fußbodenpaneele nach deren Zusammenfügung,
in einem Schnitt;
- Fig. 8b
- ein vergrößertes Detail zweier massiven Fußbodenpaneele nach deren Zusammenfügung,
in einem Schnitt;
- Fig. 9
- einen Schnitt B-B gemäß Fig. 1;
- Figuren 10 und 11
- vergrößertes Detail zweier mehrschichtigen Fußbodenpaneele im Bereich ihrer Schmalseiten
vor und nach der Zusammenfügung, in einem Schnitt;
- Fig. 12
- die in Fig. 11 gezeigten Fußbodenpaneele während deren Verlegung, in einer perspektivischen
Ansicht.
[0023] Zur besseren Verständlichkeit der Ausführungsbeispiele werden folgende Begriffe erläutert,
wie sie im Zusammenhang mit der Zeichnung verwendet werden:
- Die "Sichtfläche", auch Trittfläche genannt, entspricht der sich nach der Verlegung
ergebenden Oberseite der Fußbodenpaneele bzw. deren Nutzschicht;
- Die "Basisfläche" entspricht einer der Sichtfläche gegenüberliegenden Unterseite des
Fußbodenpaneels;
- "Stoßfläche" bzw. "Stoß" bezieht sich in vorliegendem Fall auf zwei senkrecht zur
Sicht- bzw. Basisfläche gerichtete, miteinander in Kontakt stehende Flächen der Seitenflächen,
insbesondere der Nutzschicht;
- "Gegenpaneel" bezieht sich auf das Fußbodenpaneel, das mit dem anderen zusammenwirkt
und sich durch denselben Aufbau auszeichnet. Im vorliegenden Fall sind die Gegenpaneele
mit Bezugszeichen 100', 200' und 300' bezeichnet.
- "Seitenfläche" ist die durch die Sicht- und Basisflächen begrenzte und von deren Kanten
ausgehende Fläche des Fußbodenpaneels.
[0024] Begriffe, wie "oben", "obere", "unten", "untere", "unterste", "unterhalb", "oberhalb",
"links", rechts" usw. beziehen sich auf die auf einen waagerechten Untergrund verlegten
Fußbodenpaneele, wie diese auch in der Zeichnung dargestellt sind.
[0025] Fig. 1 zeigt ein rechteckiges Fußbodenpaneel 100, 100' bzw. 200, 200' in einer schematischen
Draufsicht auf seine Sichtfläche 11. Das Fußbodenpaneel 100, 100' bzw. 200, 200' weist
zwei zueinander parallele Seitenflächen 1.1, 2.1 und zwei senkrecht zur Seitenfläche
1.1, 2.1 liegende Seitenflächen 1.2, 2.2 auf, wobei die Seitenflächen 1.1, 2.1 an
den Längsseiten und die übrigen Seitenflächen 1.2, 2.2 an den Schmalseiten des Fußbodenpaneels
angeordnet sind.
[0026] Die Einzelheiten der Seitenflächen 1.2, 2.2; 1.2, 2.2 sind der Fig. 1 auf Grund ihrer
schematischen Darstellung nicht entnehmbar. Sie werden durch weitere Figuren der vorliegenden
Beschreibung abgehandelt werden. So umfasst die Fig. 1 zwei sich voneinander unterscheidende
Ausführungsformen der Fußbodenpaneele. Die Unterschiede zwischen den Ausführungsformen
betreffen nur die Längsseiten der Fußbodenpaneele.
[0027] Das Fußbodenpaneel 100, 100' ist in Figuren 2, 3 und 4 näher dargestellt. So weisen
die an den Längsseiten liegenden Seitenflächen 1.1, 2.1 Verriegelungsmittel 9; 19
auf, die eine in Fig. 4 dargestellte Nut-Feder-Verbindung 40 bilden.
[0028] Gemäß Fig. 2 setzt sich das Fußbodenpaneel 100, 100' aus drei Schichten, nämlich
aus einer unteren Bodenschicht 7, einer oberen Nutzschicht 5 mit der Sichtfläche 11
und aus einer mittleren Kernschicht 3 zusammen. Weiterhin zeigt die Fig.2 eine schematische
Anordnung von Quellungsrichtungen QR1, QR2, QR3 und QR4.
[0029] Die Holzfaser von Nutz- und Bodenschicht 5; 7 verlaufen parallel zur Längseite des
Fußbodenpaneels (in Fig. 2 nicht sichtbar). Die Quellrichtung QR1 ist durch Pfeile
senkrecht zur Längseite angedeutet. Die Quellrichtung QR2 zeigen senkrecht zur Sicht-
bzw. Basisfläche gerichtete Pfeile.
[0030] Die Kernschicht 3 zeigt schematisch senkrecht zur Längsseite verlaufende Holzfasern
23. Mit QR3 ist die Quellrichtung senkrecht zur Längsseite und zur Basisfläche 12
gezeigt. Die schräg verlaufende Quellrichtung QR4 ist durch schräg gezeigte Pfeile
angedeutet. Die Quellrichtung QR4 entspricht dem Verlauf der Längsseite, also parallel
zur Plattenebene und ist in Fig. 2 als Punkt P bezeichnet.
[0031] Die Seitenfläche 2.1 umfasst, ausgehend von der Sichtfläche 11, eine Stoßfläche 28.1,
eine Nut 13 und einen unteren, über die Stoßfläche 28.1 ragenden Schenkel 4, der mit
einer nach oben zeigenden Lippe 8 endet.
[0032] Am Schenkel 4 ist eine Mulde 10 zu sehen, die sich einerseits an eine Innenwand 21
der Lippe 8 und andererseits an eine sanft abgerundete Abstufung 17 anschließt, die
wiederum in eine untere, schräge Nutflanke 25 der Nut 13 übergeht. Eine freie, obere
Fläche 44 der Lippe 8 geht über eine kreisförmige Gleitfläche 20 in die besagte Innenwand
21 über. Eine obere, zweite Nutflanke 15 der Nut 13 liegt parallel zur Sichtfläche
11. Die Nut 13 hat also die Form eines orthogonalen Trapezes und verjüngt sich daher
in Richtung ihres Nutbodens 14.
[0033] Das Verriegelungsmittel 19 umfasst eine über eine Stoßfläche 28.2 ragende, trapezförmige
Feder 24, die sich wiederum in einen nach unten zeigenden, halbrunden Vorsprung 26
fortsetzt. In zusammengefügten Zustand gemäß Fig. 4 ist der Vorsprung 26 geringfügig
oberhalb der Mulde 10 angeordnet und bildet dort ein Spiel 29. Allerdings stützt der
Vorsprung 26 sich an einem Übergang 18 der Innenwand 21 zur Gleitfläche 20 derart
ab, dass dort ein linearer Kontakt 41 entstanden ist, der in Fig. 4 als Punkt zu sehen
ist.
[0034] Die Stoßfläche 28.1 (vgl. Fig. 3) endet mit einer unteren Abschrägung 45 im Bereich
der Nutzschicht 5. Die Abschrägung 45 führt zu einer Abrundung 46, die sich wiederum
an die obere Nutflanke 15 anschließt.
[0035] Die Fig. 5 zeigt ein Fußbodenpaneel 200 bzw. 200' im Bereich seiner Seitenfläche
2.1, die sich von der ersten Ausführung gemäß Fig.3 durch Anordnung der Abstufung
17 unterscheidet. Die Abstufung 17 ist platziert vor einer Ebene E1, die als Fortsetzung
der Stoßfläche 28.1 nach unten definiert ist. Weiterhin ist der Fig. 5 zu entnehmen,
dass die Innenwand 21 schräg gegenüber der Basisfläche 12 angeordnet ist.
[0036] Gemäß Fig. 6 liegt die Innenwand 21 unter einem spitzen Winkel β zu einer Ebene E2,
die durch den Übergang 18 der Gleitfläche 20 zur Innenwand 21 und parallele Anordnung
zur bereits beschrieben Ebene E1 definiert ist. Der Winkel β beträgt in vorliegendem
Fall 18°.
[0037] Gemäß Fig. 6 weist die Lippe 8 ein Höhenmaß Hl auf, das etwa einer Höhe H2 entspricht,
auf der ein Übergang 31 der Abstufung 17 zur Nutflanke 25 angeordnet ist. Weiterhin
ist der Fig. 6 eine Abschrägung 22 bzw. Fase an der Stoßfläche 28.1 zu entnehmen,
die sich an die obere Nutflanke 15 anschließt.
[0038] Die Fig. 7 zeigt die in zwei teilkreisförmige Bereiche L1, L2 unterteilte Mulde 10.
Der Bereich L1 weist einen Radius R2 auf, der einem Radius R1 der Gleitfläche 20 entspricht
und kleiner ist als ein Radius R3 des größeren Bereichs L2.
[0039] Die zusammengefügten Fußbodenpaneele 200, 200' sind in Fig. 8a dargestellt. Die Lippe
8 ist innerhalb einer Aussparung 27 des Gegenpaneels untergebracht, wobei der untere
Vorsprung 26 der Feder ähnlich wie bei der Ausführung gemäß Fig. 4 mit der Mulde 10
das Spiel 29 und an dem Übergang 18 der Innenwand 21 zur Gleitfläche 20 den linearen
Kontakt 41 bildet. Ferner ist in einem untersten Bereich 43 der Mulde eine Muldenkante
42 als Punkt sichtbar. Insbesondere ist sichtbar, dass die Mulde 10 trotz teilkreisförmiger
Bereiche L1, L2 (vgl. Fig. 7) stets bis zur Abstufung 17 ansteigt.
[0040] In Fig. 8b sind massive Fußbodenpaneele 300, 300' aus Holz vor und nach der Einführung
der Feder 24 in die Nut 13 dargestellt. Mit Punkt-Strichlinie ist das Fußbodenpaneel
300 in seiner geneigten Stellung gezeigt, bei der die Feder 24 mit seiner unteren
abgeschrägten Kante 47 über die sanft abgerundete Abstufung 17 gleitet. In dieser
Position stützt sich der untere Vorsprung 26 noch an einer Kante 48 ab, die durch
die obere Fläche 44 der Lippe 8 und die Gleitfläche 20 gebildet ist. Wird die Feder
24 tiefer in die Nut 13 geschoben, gleitet auch der runde Vorsprung 26 über die Gleitfläche
20 und sinkt in Richtung Mulde 10 derart ab, bis dort das beschriebe Spiel 29 entsteht.
Allerdings entsteht auch ein weiteres Spiel 30 zwischen dem Vorsprung 26 und dem Übergang
18 der Gleitfläche 20 zur Innenwand 21. Das Spiel 30 weist einen maximalen Wert von
0,14 mm bei einer Paneeldicke von 14 mm auf.
[0041] Die Fig. 9 zeigt das bereits beschriebene Fußbodenpaneel 100 bzw. 100' (gilt auch
für das Fußbodenpaneel 200, 200') im Schnitt B-B gemäß Fig. 1. Das dreischichtige
Fußbodenpaneel 100 (100') weist ein weiteres Verriegelungsmittel 6 (linke Seite der
Figur) in Form eines auf der Seitenfläche 1.2 angeordneten, trapezförmigen Kopfstücks
48 und einer an das Kopfstück 48 angrenzenden, nutförmigen Ausnehmung 49 auf, die
von einer Lippe 51 begrenzt wird.
[0042] Wie die Fig. 10 zeigt, weist das Kopfstück 48 eine planparallel zur Basisfläche 12
verlaufende Trapezbasisfläche 35 sowie zwei sich an die Trapezbasisfläche anschließende,
schräge Seitenwände 36, 56 auf. Die äußere Seitenwand 36 des Kopfstücks 48 geht in
eine Abstufung 38.2 einer Stoßfläche 64.2 über. Die Ausnehmung 49 weist eine senkrecht
auf Basisfläche 12 gerichtete Flanke 65 auf, welche gegenüber der Seitenwand 56 des
Kopfstücks 48 liegt.
[0043] Dementsprechend weist die Ausnehmung 49 die Form eines orthogonalen Trapezes auf,
dessen Boden 67 breiter ist als eine lichte Breite 66 der Ausnehmung 49. Außerdem
ist das Kopfstück 48 in seinem unterstem Bereich zwecks Erleichterung der Einführung
in eine Nut 34 des Gegenpaneels beidseitig abgeschrägt (nicht dargestellt).
[0044] Die zweite Seitenfläche 2.2 (vgl. rechte Seite der Fig. 9) umfasst ein zum Verriegelungsmittel
6 kompatibles Verriegelungsmittel 16, das einen über eine Stoßfläche 64.1 des Fußbodenpaneels
ragenden Verriegelungsarm 33 trägt, der in die nach oben abstehende, trapezförmige
Lippe 51 ausläuft.
[0045] Die offene Nut 34 ist an dem Verriegelungsarm 33 ausgefräst. Die Nut 34 weist einen
parallel zu einer Basisfläche 12 des Fußbodenpaneels angeordneten Nutboden 39 und
zwei derart geneigte Nutflanken 52.1, 52.2 auf, dass sich die Nut 34 nach oben verjüngt.
Dabei schließt sich an die Nutflanke 52.1 eine Abstufung 38.1 der Stoßfläche 64.1
an. Die Nut 34 ist als nahezu gleichschenkliges Trapez ausgebildet.
[0046] Die beiden Abstufungen 38.1, 38.2 verlaufen parallel zur Basisfläche 12 des Fußbodenpaneels
und sind zueinander geringfügig dadurch versetzt, dass das Höhenmaß der Stoßfläche
64.1 das Höhenmaß der Stoßfläche 64.2 etwas überragt.
[0047] In zusammengefügtem Zustand (vgl. Fig. 11) ist eine formschlüssige Nut-Feder-Verbindung
50 (Schwalbenschwanzverbindung) gebildet, bei der die Nutflanken 52.1, 52.2 gegen
die Seitenwände 36, 56 des Kopfstücks 48 drücken. Allerdings verbleibt zwischen den
beiden Abstufungen 38.1, 38.2 ein Spiel 37 und zwischen der Trapezbasisfläche 35 und
dem Nutboden 39 ein weiteres Spiel 60.
[0048] Die Größe des Spiels 37 sowie des zweiten Spiels 60 nähert sich beim Schwellen des
Holzmaterials dem Nullwert an.
[0049] Die Aufgabe der beiden Spiele 37 und 60 ist, die Maßänderungen der verlegten Fußbodenpaneele
zu kompensieren. Die Abstufungen 38.1, 38.2 stabilisieren die entstandene Schwalbenschwanzverbindung
32 senkrecht zur Sichtfläche 11 und sichern die Stoßflächen vor dem zerstörerischen
Druck bei feuchtigkeitsbedingten Maßänderungen des Holzwerkstoffs. Die Ausmaße des
Spiels 37 sowie des Spiels 60 sind geringfügig und liegen in vorliegendem Fall zwischen
0,1 mm und 0,2 mm.
[0050] Die Fig. 12 zeigt eine Montage der massiven Fußbodenpaneele 300, 300' an der Schmalseite.
Beim Herabschwenken des Fußbodenpaneels 300' um eine Schwenkachse X wird das Kopfstück
48 in die Nut 34 des Gegenpaneels hineingedrückt, bis es zur formschlüssigen Nut-Feder-Verbindung
50 (wie bei Fig. 11) kommt. Die Schwenkachse X verläuft parallel zur Längsseite der
Fußbodenpaneele und ist durch ihre zusammenwirkenden Teile, nämlich durch den unteren
halbrunden Vorsprung 26 eines Fußbodenpaneels und die Gleitfläche 20 des Gegenpaneels
definiert. Die Schwenkachse X stellt nicht unbedingt eine Gerade im geometrischen
Sinne dar, sie kann auch als Schwenkachsenbereich bezeichnet werden.
1. Plattenförmiges, rechteckiges Baupaneel (100; 200; 300) aufweisend:
- eine Sichtfläche (11),
- eine der Sichtfläche (11) gegenüber liegende Basisfläche (12),
- zwei parallel zueinander liegende, profilierte erste Seitenflächen (1.1, 2.1) und
zwei übrige, senkrecht zu den Seitenflächen (1.1, 2.1) verlaufende, ebenso zueinander
parallele, profilierte zweite Seitenflächen (1.2, 2.2), wobei alle Seitenflächen (1.1,
2.1; 1.2, 2.2) durch die Sichtfläche (11) und Basisfläche (12) begrenzt sind,
- wenigstens ein Paar von an den Seitenflächen (1.2, 2.2) des Baupaneels eingearbeiteten,
zueinander kompatiblen und im Verlegezustand zusammenwirkenden Verriegelungsmitteln
(9, 19) zur lösbaren Verbindung gleichartiger Baupaneele miteinander,
wobei die an den Seitenflächen (1.1, 2.1) des Baupaneels befindlichen Verriegelungsmittel
(9, 19) nach der Zusammenfügung mit gleichartigem Baupaneel eine formschlüssige Nut-Feder-Verbindung
(40) bilden,
- bei der das Verriegelungsmittel (9) eine trapezförmige, sich in Richtung ihres Nutbodens
(14) verjüngende Nut (13) umfasst, die eine im Wesentlichen parallel zur Sichtfläche
(11) verlaufende, erste Nutflanke (15), eine der ersten gegenüber liegende zweite,
geneigte Nutflanke (25) aufweist, wobei die zweite Nutflanke (25) über eine abgerundete
Abstufung (17) in eine gegenüber der besagten Nut (13) abgesenkte, außerhalb des Verriegelungsmittels
(9) liegende Mulde (10) übergeht, welche an einem über die Nut (13) ragenden und in
eine Lippe (8) auslaufenden Schenkel (4) angeordnet ist, wobei die Lippe (8) durch
eine plane Innenwand (21) und eine freie, planparallel zur Basisfläche (12) liegende
Fläche (44) begrenzt ist,
- und bei der das Verriegelungsmittel (19) eine ebenso trapezförmige, in die Nut (13)
eingreifende Feder (24) umfasst, die außerdem in einen auf die Basisfläche (12) gerichteten,
etwa halbrunden Vorsprung (26) zur Unterbringung in der besagten Mulde (10) übergeht,
wobei der halbrunde Vorsprung (26) sich an eine Aussparung (27) anschließt, in die
die Lippe (8) eingreift,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Innenwand (21) der Lippe (8) einerseits bis zu einer der Mulde (10) zugewandten
und sich an die freie Fläche (44) der Lippe (8) anschließenden, gerundeten Gleitfläche
(20) und andererseits bis zu einer Muldenkante (42) reicht, die in einem niedrigsten,
der Basisfläche (12) nah liegenden Bereich (43) der Mulde (10) liegt, so dass die
Mulde (10) von ihrer Muldenkante (42) ausgehend stetig bis zur abgerundeten Abstufung
(17) ansteigt,
- und dass nach Einführung der Feder (24) in die Nut (13) der Vorsprung (26) derart
in der Mulde (10) untergebracht ist, dass zwischen dem Vorsprung (26) und einem Übergang
(18) der Innenwand (21) zur Gleitfläche (20) ein sich dem Nullwert annäherndes Spiel
(30) einstellt oder ein linearer Kontakt (41) gebildet ist.
2. Baupaneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand (21) senkrecht oder schräg gegenüber der Basisfläche (12) angeordnet
ist.
3. Baupaneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstufung (17) zwischen der Mulde (10) und einer senkrecht zur Sichtfläche (11)
verlaufenden Ebene (E1) liegt, die als Fortsetzung einer Stoßfläche (28.1) des Baupaneels
definiert ist.
4. Baupaneel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand (21) unter einem spitzen Winkel (β) zu einer Ebene (E2) angeordnet
ist, die durch den Übergang (18) der Gleitfläche (20) zur Innenwand (21) und parallele
Anordnung zur besagten Ebene (E1) definiert ist.
5. Baupaneel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (β) zwischen 1° und 45°, vorzugsweise zwischen 16° und 20° liegt, insbesondere
vorzugsweise einen Winkelwert 18° mit Winkeltoleranz ± 0,5° aufweist.
6. Baupaneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel (30) einen Wert zwischen 0,01 mm und 0,20 mm hat.
7. Baupaneel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel (30) maximal 0,14 mm beträgt.
8. Baupaneel nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass der lineare Kontakt (41) an dem Übergang (18) auftritt.
9. Baupaneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippe (8) ein Höhenmaß (H1) aufweist, das annährend einer Höhe (H2) entspricht,
auf der ein Übergang (31) der Abstufung (17) zur Nutflanke (25) liegt.
10. Baupaneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mulde (10) in zwei teilkreisförmige Bereiche (L1, L2) unterteilt ist, von denen
der Bereich (L1) einen Radius (R2) aufweist, der einem Radius (R1) der Gleitfläche
(20) gleich ist.
11. Baupaneel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich (L2) der Mulde (10) einen Radius (R3) hat, der den Wert des Radius (R2)
überschreitet.
12. Baupaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Baupaneel massiv ist.
13. Baupaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Baupaneel mehrschichtig ist.
14. Baupaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Baupaneel um ein Wand-, Decken- oder Fussbodenpaneel handelt.
15. Baupaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Baupaneel um ein Möbelpaneel handelt.
16. Flächenbelag, bestehend aus gefügten Baupaneelen nach einem der Ansprüche 1 bis 13.