[0001] Die Erfindung betrifft ein Zylinderschloss mit
- einem Zylindergehäuse,
- einem im Zylindergehäuse drehbar gelagerten, einen Schlüsselkanal aufweisenden Zylinderkern,
- Zuhaltungen, und
- einem im Zylinderkern beweglich gelagerten Zusatzsperrelement, wobei ein Riegelabschnitt
des Zusatzsperrelements
- in dessen Verriegelungsstellung in einer über den Umfang des Zylinderkerns hinausragenden
Position fixiert ist, und
- in dessen Freigabestellung vollständig in einen innerhalb des Umfangs des Zylinderkerns
liegenden Bereich bewegbar ist.
[0002] Bei derartigen, aus dem Stand der Technik bekannten Zylinderschlössern beaufschlagt
ein vollständig in den Schlüsselkanal eingeführter Schlüssel die Zuhaltungen sowie
das Zusatzsperrelement derart, dass ein Verdrehen des Zylinderkerns im Zylindergehäuse
ermöglicht wird.
[0003] Bei nicht oder nicht vollständig in den Schlüsselkanal eingeführtem Schlüssel befindet
sich das Zusatzsperrelement in seiner Verriegelungsstellung, in der der Riegelabschnitt
des Zusatzsperrelements über den Umfang des Zylinderkerns hinausragt und in dieser
Position derart fixiert ist, dass er zumindest nicht vollständig in einen Bereich
innerhalb des Umfangs des Zylinderkerns bewegt werden kann. In dieser Verriegelungsstellung
greift ein Ende des Riegelabschnitts in eine innenseitig im Zylindergehäuse vorgesehene
Ausnehmung ein, wobei die Größe dieser Ausnehmung an die Größe des in sie greifenden
Riegelabschnitts angepasst ist. Insofern wirken Riegelabschnitt und Ausnehmung derart
zusammen, dass der Zylinderkern im Zylindergehäuse nicht oder nur über einen sehr
kleinen Winkelbereich verdreht werden kann.
[0004] Die Zuhaltungen bei derartigen Zylinderschlössern können ebenso wie bei dem nachstehend
beschriebenen erfindungsgemäßen Zylinderschloss beispielsweise als Plättchen-, oder
aber auch als Stiftzuhaltungen ausgebildet sein.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Zylinderschloss der eingangs genannten
Art bereitzustellen, dessen Aufbruchsicherheit zusätzlich erhöht ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein Betätigungsabschnitt
des Zusatzsperrelements mit einer in Längsrichtung des Schlüsselkanals wirkenden Komponente
derart beaufschlagbar ist, dass das Zusatzsperrelement von seiner Verriegelungsstellung
in seine Freigabestellung bewegbar ist.
[0007] Der mit dem Schlüssel zusammenwirkende Betätigungsabschnitt des erfindungsgemäßen
Zusatzsperrelements wird also anders als beim Stand der Technik nicht in einer Richtung
senkrecht zum Schlüsselkanal beaufschlagt, sondern entweder direkt in Längsrichtung
des Schlüsselkanals oder schräg zu dieser Längsrichtung. Diese Beaufschlagung erfolgt
mittels des in den Schlüsselkanal eingeführten Schlüssels und insbesondere mittels
dessen Schlüsselspitze, die dann den erfindungsgemäßen Betätigungsabschnitt darstellt.
Andere Bereiche des Schlüssels können aber ebenso den erfindungsgemäßen Betätigungsabschnitt
bilden. Eine Bewegung des Zusatzsperrelements in die Freigabestellung ist erst dann
vollständig erfolgt, wenn auch der Schlüssel vollständig in den Schlüsselkanal eingeführt
wurde. Grundsätzlich erfolgt die Bewegung des Zusatzsperrelements bei Beaufschlagung
mittels des Schlüssels derart, dass zumindest eine Bewegungskomponente den Abstand
zwischen zumindest einem Bereich des Zusatzsperrelements bzw. seinem Betätigungsabschnitt
und der Schlüsseleinführöffnung des Schlüsselkanals vergrößert, was letztlich bedeutet,
dass sich das Zusatzsperrelement bzw. sein Betätigungsabschnitt beim Einführen des
Schlüssels von der Schlüsseleinführöffnung weg bewegt.
[0008] Dadurch, dass es erforderlich ist, das Zusatzsperrelement bzw. seinen Betätigungsabschnitt
zur Bewegung in dessen Freigabestellung mit einer in Längsrichtung des Schlüsselkanals
wirkenden Komponente zu beaufschlagen, wird der erfolgreiche Einsatz von Picking-Werkzeugen
zum Zweck des unautorisierten Öffnens des Zylinderschlosses deutlich erschwert. Mit
Picking-Werkzeugen wird üblicherweise versucht, die Zuhaltungen in eine Position zu
bringen, in der der Zylinderkern im Zylindergehäuse drehbar ist. Wenn diese Situation
bei einem erfindungsgemäßen Zylinderschloss erreicht werden sollte, ist es zusätzlich
nötig, mittels des Picking-Werkzeugs das Zusatzsperrelement mit einer Komponente in
Längsrichtung des Schlüsselkanals zu beaufschlagen, was dann zwangsläufig zur Folge
hat, dass sich das Picking-Werkzeug relativ zu den Zuhaltungen bewegt, sodass diese
nicht mehr in ihrer eine Drehbewegung des Zylinderkerns ermöglichenden Position gehalten
werden können. Hierdurch wird ein unautorisiertes Öffnen des erfindungsgemäßen Zylinderschlosses
mit hoher Zuverlässigkeit verhindert.
[0009] Bevorzugt ist es, wenn der Abstand zwischen jeder der Zuhaltungen und der Schlüsseleinführöffnung
des Schlüsselkanals kleiner ist als der Abstand zwischen dem Riegelabschnitts des
Zusatzsperrelements und der Schlüsseleinführöffnung des Schlüsselkanals. Durch diese
Ausführungsform wird sichergestellt, dass sich zumindest der Riegelabschnitt des Zusatzsperrelements
in Längsrichtung des Zylinderschlosses gesehen außerhalb des Bereichs der Zuhaltungen
befindet, sodass im Bereich der Zuhaltungen weder am Zylindergehäuse noch am Zylinderkern
das Zusatzsperrelement betreffende Maßnahmen getroffen werden müssen. Dies vereinfacht
die Herstellung eines erfindungsgemäßen Zylinderschlosses und ermöglicht es insbesondere,
die erfindungsgemäße Technik auch bei bereits auf dem Markt befindlichen Zylinderschlössern
einzusetzen, ohne die Grundkonzeption dieser Zylinderschlösser zu ändern.
[0010] Bei bestimmten Ausführungsformen ist es möglich, dass sich nicht dem Riegelabschnitt
zuzuordnende Bereiche des Zusatzsperrelements, insbesondere dessen Betätigungsabschnitt,
innerhalb des Bereichs der Zuhaltungen befinden. Konkret kann beispielsweise der Betätigungsabschnitt
eine Plättchenzuhaltung durchdringen.
[0011] Der Betätigungsabschnitt des Zusatzsperrelements ist bevorzugt parallel oder schräg
zum Schlüsselkanal bewegbar. Der Riegelabschnitt des Zusatzsperrelements ist bevorzugt
senkrecht oder schräg zum Schlüsselkanal bewegbar. Durch diese Varianten, die beliebig
miteinander kombinierbar sind, lässt sich ein erfindungsgemäßes Zylinderschloss besonders
wirtschaftlich fertigen.
[0012] Bevorzugt wird das Zusatzsperrelement mittels einer Feder in seine Verriegelungsstellung
vorgespannt. So wird sichergestellt, dass sich das Zusatzsperrelement bei nicht oder
nicht vollständig in den Schlüsselkanal eingeschobenem Schlüssel immer in seiner Verriegelungsstellung
befindet, in der es ein Verdrehen des Zylinderkerns im Zylindergehäuse verhindert.
[0013] Das Zusatzsperrelement kann ein- oder mehrteilig ausgeführt werden. Bei einer bevorzugten
mehrteiligen Ausführungsform des Zusatzsperrelements besitzt dieses einen den Betätigungsabschnitt
aufweisenden Schubstift und einen Riegelabschnitt, wobei der Riegelabschnitt ein separates,
mit dem Schubstift zusammenwirkendes Bauteil darstellt. Eine solche Ausführungsform
wird im Rahmen der Figurenbeschreibung noch näher erläutert. Bei dieser Ausführungsform
kann der Riegelabschnitt seinerseits ebenfalls ein- oder mehrteilig ausgeführt sein,
bevorzugt wird er durch eine oder mehrere Kugeln gebildet, wobei aber auch beliebige
andere Ausführungsformen möglich sind. Der Schubstift wird bevorzugt rotationssymmetrisch
ausgeführt, kann aber auch eine andere Form aufweisen. Bevorzugt ist es, wenn nur
der Schubstift in Richtung der Schlüsseleinführöffnung des Schlüsselkanals mittels
einer Feder in seine Verriegelungsstellung vorgespannt ist. Ein weiteres Federelement
für eine Vorspannung des Riegelabschnitts wird nicht benötigt, was sich ebenfalls
aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung ergibt.
[0014] Weiterhin vorteilhaft ist es, wenn Schubstift und Riegelabschnitt senkrecht oder
schräg zueinander bewegbar sind. Der Schubstift kann dabei eine Betätigungsrampe aufweisen,
die in der Verriegelungsposition mit zunehmendem Abstand vom Betätigungsabschnitt
zum Riegelabschnitt hin läuft. Über diese Betätigungsrampe wird der Riegelabschnitt
bei Beaufschlagung des Schubstiftes mittels einer Schlüsselspitze von seiner Verriegelungsstellung
in seine Freigabestellung bewegt.
[0015] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Schubstift in einem Bereich zwischen der Betätigungsrampe
und dem Betätigungsabschnitt eine dem Riegelabschnitt zugewandte Ausnehmung oder eine
Einschnürung aufweist. Auf diese Weise wird der Schubstift in seine Längsrichtung
in drei Bereiche unterteilt, in denen er auf unterschiedliche Weise mit dem Riegelabschnitt
zusammenwirkt. Diese drei Abschnitte und die Vorteile, die sich durch die Vorsehung
dieser drei Abschnitte ergeben, werden nachfolgend anhand der in Fig. 3 dargestellten
Ausführungsform noch näher erläutert.
[0016] Im Zylinderkern kann ein die Bewegung des Zusatzsperrelements in Richtung der Schlüsseleinführöffnung
des Schlüsselkanals begrenzender Anschlag vorgesehen sein. Bei der zuvor erläuterten
Ausführungsform mit Schubstift und Riegelabschnitt verhindert dieser Anschlag beispielsweise,
dass sich der Schubstift so weit in Richtung der Schlüsseleinführöffnung des Schlüsselkanals
bewegt, dass der Schubstift den Kontakt mit dem Riegelabschnitt verliert.
[0017] Schließlich ist es vorteilhaft, wenn das Zusatzsperrelement in einer Ausnehmung des
Zylinderkerns aufgenommen ist, welche stirnseitig oder mantelseitig mittels eines
Stopfens oder Deckels verschlossen ist. Diese Ausnehmung befindet sich jeweils wiederum
bevorzugt außerhalb desjenigen Bereichs des Zylinderkerns, in dem die Zuhaltungen
vorgesehen sind. Der Verschluss dieser Ausnehmungen mittels eines Stopfens oder Deckels
wird ebenfalls im Rahmen der Figurenbeschreibung noch näher erläutert.
[0018] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von drei Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Figuren erläutert; in diesen zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Zylinderkern mit nur bereichsweise
dargestelltem Zylindergehäuse gemäß einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Zylinderkern mit nur bereichsweise
dargestelltem Zylindergehäuse gemäß einer zweiten Ausführungsform, und
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Zylinderkern mit nur bereichsweise
dargestelltem Zylindergehäuse gemäß einer dritten Ausführungsform.
[0020] Fig. 1 zeigt eine teilweise geschnittene Darstellung eines Zylinderkerns 10 und eines
nur abschnittsweise dargestellten Zylindergehäuses 12. Der Zylinderkern 10 ist in
üblicher Weise mit Plättchenzuhaltungen 14 versehen und besitzt stirnseitig eine Schlüsseleinführöffnung
16. Im Zylinderkern ist ein Schlüsselkanal vorgesehen, dessen Längsachse mit der Bezugsziffer
18 bezeichnet ist.
[0021] In einem der Schlüsseleinführöffnung 16 abgewandten Bereich des Zylinderkerns 10
ist benachbart zu den Plättchenzuhaltungen 14 ein erfindungsgemäßes Zusatzsperrelement
vorgesehen, welches aus einem Schubstift 20 und zwei Kugeln 22 besteht, wobei die
Kugeln 22 den Riegelabschnitt des Zusatzsperrelements bilden.
[0022] Der Schubstift 20 ist rotationssymmetrisch ausgebildet und besitzt an seinem der
Schlüsseleinführöffnung zugewandten Ende eine Spitze 24, an die sich ein Bereich 26
mit kleinerem Durchmesser anschließt. An diesen Bereich 26 wiederum schließt eine
Betätigungsrampe 28 an, in deren Bereich sich der Durchmesser des Schubstifts 20 mit
zunehmendem Abstand von der Schlüsseleinführöffnung 16 vergrößert. Anschließend an
die Betätigungsrampe 28 weist der Schubstift 20 dementsprechend einen Bereich 30 mit
größerem Durchmesser auf. Das stirnseitige Ende dieses Bereichs 30 ist als Angriffsfläche
32 für eine Feder 34 ausgebildet.
[0023] Der Schubstift 20 ist beweglich in einem Kanal 36 geführt, dessen Längsachse mit
der Längsachse des Schlüsselkanals 18 zusammenfällt oder parallel zu dieser verläuft.
[0024] In Fig. 1 ist der Schubstift 20 in seiner Verriegelungsstellung gezeigt, in der die
Betätigungsrampe 28 an einem Anschlag 39 anstößt, welcher im Zylinderkern 10 ausgebildet
ist und eine Bewegung des Schubstifts 20 in Richtung der Schlüsseleinführöffnung 16
begrenzt.
[0025] Senkrecht zum für den Schubstift 20 vorgesehenen Kanal 36 verläuft ein weiterer Kanal
38 durch den Zylinderkern 10, in welchem die Kugeln 22 in einer Richtung senkrecht
zur Längsachse des Schlüsselkanals 18 beweglich gelagert sind. Die obere Kugel 22
stößt an dem einen größeren Durchmesser aufweisenden Bereich 30 des Schubstifts 20
an, die untere Kugel 22 steht über den Umfang des Zylinderkerns 10 hervor.
[0026] Bei der Montage des Zusatzsperrelements 20, 22 gemäß Fig. 1 wird zuerst der Schubstift
20 von der der Schlüsseleinführöffnung 16 abgewandten Seite des Zylinderkerns 10 in
den Kanal 36 eingeführt. Anschließend wird die Feder 34 in diesen Kanal 36 eingeführt.
Schließlich wird der Kanal 36 rückseitig mittels eines Stopfens 40 verschlossen. Die
Kugeln 22 werden von außen in den Kanal 38 des Zylinderkerns 10 eingeführt. Nachdem
der Schubstift 20 in die in Fig. 1 nicht dargestellte Freigabestellung verschoben
wurde, kann der Zylinderkern 10 mit Zusatzsperrelement 20, 22 in das Zylindergehäuse
12 eingeschoben werden.
[0027] Das Zylindergehäuse 12 weist im Bereich der unteren Kugel 22 eine Ausnehmung 42 auf,
in die die Kugel 22 in der Verriegelungsstellung des Zusatzsperrelements 20, 22 eingreifen
kann, um so eine Drehbewegung des Zylinderkerns 10 relativ zum Zylindergehäuse 12
zu verhindern.
[0028] Solange kein Schlüssel vollständig in den Schlüsselkanal eingeschoben ist, befindet
sich das Zusatzsperrelement 20, 22 in seiner in Fig. 1 dargestellten Position. In
dieser Position ist eine Bewegung der Kugeln 22 in Richtung senkrecht zur Längsachse
18 des Schlüsselkanals durch den Bereich 30 mit größerem Durchmesser des Schubstifts
20 blockiert, sodass sichergestellt ist, dass die untere Kugel 22 in die Ausnehmung
42 des Zylindergehäuses 12 eingreift. Wenn nun ein Schlüssel vollständig in den Schlüsselkanal
eingeschoben wird, berührt dessen Spitze die Spitze 24 des Schubstifts 20, welche
den erfindungsgemäßen Betätigungsabschnitt bildet, und verschiebt diesen unter Komprimierung
der Feder 34 derart, dass die obere Kugel 22 entlang der Betätigungsrampe 28 gleitet,
bis sie an dem Bereich 26 mit verringertem Durchmesser anliegt. In dieser Position
des Schubstifts 20 sind die Kugeln 22 im Kanal 38 derart beweglich, dass sie vollständig
in einen Bereich innerhalb des Umfangs des Zylinderkerns 10 eintreten können, so dass
die untere Kugel 22 bei Rotation des Zylinderkerns 10 außer Eingriff mit der Ausnehmung
42 gelangt. In dieser Position des Zusatzsperrelements 20, 22 wird eine weitere Drehbewegung
des Zylinderkerns relativ zum Zylindergehäuse 12 freigegeben.
[0029] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform, der das gleiche Funktionsprinzip zugrunde
liegt, wie der Ausführungsform gemäß Fig. 1. Ein Unterschied besteht hier lediglich
in der Montage des Zusatzsperrelements 20, 22. Gemäß Fig. 2 weist der Zylinderkern
10 mantelseitig eine vergleichsweise große Öffnung auf, die mittels eines Deckels
44 verschließbar ist. Durch diese Öffnung werden Schubstift 20 und Feder 34 in den
Zylinderkern 10 eingebracht, woraufhin die Öffnung mittels des Deckels 44 verschlossen
wird. Der Deckel 44 übernimmt dabei nicht nur eine Verschlussfunktion, sondern teilweise
auch die Funktion des Anschlags 39 sowie vollständig die Funktion des Kanals 38 für
die beiden Kugeln 22. Der Kanal 38 ist in den Deckel 44 in Form einer Bohrung eingebracht,
deren Längsachse senkrecht zur Längsachse des Schlüsselkanals verläuft.
[0030] Die Ausführungsform gemäß Fig. 3 unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 lediglich in der Ausgestaltung des Schubstifts 20'.
[0031] Der Schubstift 20' gemäß Fig. 3 unterteilt sich ausgehend von seiner Spitze 24 in
die aufeinanderfolgenden Abschnitte:
Bereich 26' mit geringem Durchmesser, schräg verlaufende Anschlagfläche 50, Verdickung
48, Einschnürung 46, Betätigungsrampe 28 und Bereich 30' mit größerem Durchmesser.
Die Funktion dieses Schubstifts 20' ist wie folgt:
Bei nicht vollständig in den Schlüsselkanal eingeführtem Schlüssel befindet sich der
Schubstift 20' in der in Fig. 3 dargestellten Position, in der der Bereich 30' eine
Bewegung der Kugeln 22 in Richtung senkrecht zur Längsachse 18 des Schlüsselkanals
verhindert. In dieser Position befindet sich die Anschlagfläche 50 des Schubstifts
20' in Kontakt mit dem Anschlag 39 des Zylinderkerns 10, so dass eine weitere Bewegung
des Schubstifts 20' in Richtung der Schlüsseleinführöffnung 16 blockiert ist.
Wenn nun ein passender Schlüssel vollständig in den Schlüsselkanal eingeschoben wird,
bewegt sich der Schubstift 20' unter Komprimierung der Feder 34 so weit von der Schlüsseleinführöffnung
16 weg, bis die obere Kugel 22 im Bereich der Einschnürung 46 zu liegen kommt. Während
dieses Einschiebens des Schlüssels gleitet die obere Kugel 22 an der Betätigungsrampe
28 des Schubstifts 20' entlang. In derjenigen Position, in der die obere Kugel 22
im Bereich der Einschnürung 46 zu liegen kommt,
kann die untere Kugel 22 aus der Ausnehmung 42 des Zylindergehäuses 12 herausbewegt
werden, so dass eine Drehbewegung des Zylinderkerns 10 freigegeben wird.
Der wesentliche Vorteil der Ausführungsform gemäß Fig. 3 liegt darin, dass bei Betätigung
des Schubstifts 20' mittels eines Manipulationswerkzeugs derart, dass der Schubstift
20' unter Komprimierung der Feder 34 zu weit von der Schlüsseleinführöffnung 16 wegbewegt
wird, die Verdickung 48 im Bereich der oberen Kugel 22 zu liegen kommt, wobei diese
Verdickung 48 wiederum eine Bewegung der unteren Kugel 22 aus der Ausnehmung 42 des
Zylindergehäuses 12 heraus blockiert. Ein Verdrehen des Zylinderkerns 10 relativ zum
Zylindergehäuse 12 durch den Einsatz eines Manipulationswerkzeugs wäre also nur dann
möglich, wenn es gelänge, den Schubstift 20' exakt so weit von der Schlüsseleinführöffnung
16 wegzubewegen, dass die obere Kugel 22 im Bereich der Einschnürung 46 zu liegen
kommt. Dies ist aber nur unter großen Schwierigkeiten bzw. überhaupt nicht bewerkstelligbar,
so dass hier eine noch höhere Auf bruchsicherheit gegeben ist.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 10
- Zylinderkern
- 12
- Zylindergehäuse
- 14
- Plättchenzuhaltungen
- 16
- Schlüsseleinführöffnung
- 18
- Längsachse des Schlüsselkanals
- 20, 20'
- Schubstift
- 22
- Kugeln
- 24
- Spitze
- 26, 26'
- Bereich mit geringem Durchmesser
- 28
- Betätigungsrampe
- 30, 30'
- Bereich mit vergrößertem Durchmesser
- 32
- Angriffsfläche
- 34
- Feder
- 36
- Kanal
- 38
- Kanal
- 39
- Anschlag
- 40, 40'
- Stopfen
- 42
- Ausnehmung
- 44
- Deckel
- 46
- Einschnürung
- 48
- Verdickung
- 50
- schräg verlaufende Anschlagfläche
1. Zylinderschloss mit
- einem Zylindergehäuse (12),
- einem im Zylindergehäuse (12) drehbar gelagerten, einen Schlüsselkanal aufweisenden
Zylinderkern (10),
- Zuhaltungen (14), und
- einem im Zylinderkern (10) beweglich gelagerten Zusatzsperrelement (20, 20', 22),
wobei ein Riegelabschnitt (22) des Zusatzsperrelements (20, 20', 22)
- in dessen Verriegelungsstellung in einer über den Umfang des Zylinderkerns (10)
hinausragenden Position fixiert ist, und
- in dessen Freigabestellung vollständig in einen innerhalb des Umfangs des Zylinderkerns
(10) liegenden Bereich bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Betätigungsabschnitt (24) des Zusatzsperrelements (20, 20', 22) mit einer in
Längsrichtung (18) des Schlüsselkanals wirkenden Komponente derart beaufschlagbar
ist, dass das Zusatzsperrelement (20, 20', 22) von seiner Verriegelungsstellung in
seine Freigabestellung bewegbar ist.
2. Zylinderschloss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand zwischen jeder der Zuhaltungen (14) und der Schlüsseleinführöffnung (16)
des Schlüsselkanals kleiner ist als der Abstand zwischen dem Riegelabschnitt (22)
des Zusatzsperrelements (20, 20', 22) und der Schlüsseleinführöffnung (16) des Schlüsselkanals.
3. Zylinderschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
dass der Betätigungsabschnitt (24) parallel oder schräg zum Schlüsselkanal bewegbar ist
und/oder dass der Riegelabschnitt (22) senkrecht oder schräg zum Schlüsselkanal bewegbar
ist.
4. Zylinderschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
dass das Zusatzsperrelement (20, 20', 22) mittels einer Feder in seine Verriegelungsstellung
vorgespannt ist.
5. Zylinderschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
dass das Zusatzsperrelement (20, 20', 22) ein- oder mehrteilig ausgeführt ist und insbesondere
aus einem den Betätigungsabschnitt (24) aufweisenden Schubstift (20, 20') und dem
davon separaten Riegelabschnitt (22) besteht.
6. Zylinderschloss nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet ,
dass Schubstift (20, 20') und Riegelabschnitt (22) senkrecht oder schräg zueinander bewegbar
sind, und wobei der Schubstift (20, 20') bevorzugt eine Betätigungsrampe (28) aufweist,
die in der Verriegelungsposition mit zunehmendem Abstand vom Betätigungsabschnitt
(24) zum Riegelabschnitt (22) hin verläuft.
7. Zylinderschloss nach einem der Ansprüche 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schubstift (20') in einem Bereich zwischen der Betätigungsrampe (28) und dem
Betätigungsabschnitt (24) eine dem Riegelabschnitt (22) zugewandte Ausnehmung oder
eine Einschnürung (46) aufweist.
8. Zylinderschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
dass im Zylinderkern (10) ein die Bewegung des Zusatzsperrelements (20, 20', 22) in Richtung
der Schlüsseleinführöffnung (16) des Schlüsselkanals (39) begrenzender Anschlag vorgesehen
ist.
9. Zylinderschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
dass das Zusatzsperrelement (20, 20', 22) in einer Ausnehmung des Zylinderkerns (10) aufgenommen
ist, welche stirnseitig oder mantelseitig mittels eines Stopfens (40, 40') oder Deckels
(44) verschlossen ist.