[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Motor zur Nutzung im Energiemaschinenbau
als Kolbenverbrennungsmotor, insbesondere eine Zweitakt-Brennkraftmaschine nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betreiben einer Zweitakt-Brennkraftmaschine.
Stand der Technik
[0002] Zweitakt-Brennkraftmaschinen sind seit langem bekannt, weisen in der Regel jedoch
einen geringeren Wirkungsgrad auf als Viertakt-Brennkraftmaschinen. Dies liegt beispielsweise
daran, dass die Ein- und Auslassperioden bei einer Zweitakt-Brennkraftmaschine relativ
kurz sind. So können während eines Spülungsvorgangs nicht alle Reste eines verbrannten
Gemisches aus dem Bereich oberhalb des Kolbens ausgespült werden. Ferner kann dieser
Bereich in der kurzen Füllzeit nicht optimal mit Kraftstoff-Luft-Gemisch gefüllt werden.
Es kann hierdurch zu einer Mischung aus verbrannten und frischen Gasen kommen, wodurch
es bei der Zündung gegenüber optimalen Gemischen zu Leistungsverlusten kommen kann.
[0003] Der Motor kann eine unterschiedliche Anzahl von Zylindern haben, die am Kreisumfang
auf der Stirnfläche eines zylindrischen Blocks parallel zur Achse der Rotorwelle angeordnet
sind, die sich innerhalb des Blocks befindet. Das Ansaugen des Arbeitsgemischs
(Kraftstoff-Luft-Gemisch mit Restgasen) in die Zylinder und das Ausstoßen der Abgase daraus wird durch einen Gaswechsel-
bzw. Gasverteilungsmechanismus gewährleistet. Der Gasverteilungsmechanismus ist typischerweise
mit Zylindern ausgeführt, die mit Einlass-, Auslass- und Überströmkanälen verbunden
sind.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind Brennkraftmaschinen bekannt, welche die folgenden
Merkmale aufweisen:
- der Motorblock ist von zylindrischer Form.
- zwei koaxiale Zylindergruppen sind auf den Stirnflächen des Blocks vorgesehen, die
enthalten:
- Einlassschlitze,
- Auslassschlitze,
- obere Überströmschlitze, die auf der Höhe der Auslassschlitze angeordnet sind,
- Einlasskanäle,
- Auslasskanäle,
- Überströmkanäle,
- Kolben,
- Dichtungs- bzw. Verdichtungsringe, die an den Köpfen der Kolben angeordnet sind.
[0005] Ein derartiger Motor hat folgende Nachteile:
- 1. Die große Längsabmessung des Motors durch die zweiseitige Anordnung der Zylinder.
- 2. Die großen Kraftstoffverluste, da die Spülung der Zylinder durch das Kraftstoff-Luft-Gemisch
über Überströmschlitze vorgenommen wird, die auf (axial) gleicher Höhe mit den Auslassschlitzen
angeordnet sind.
- 3. Die schlechte Entladung unter den Kolben der Zylinder oder die schlechte Überführung
vorverdichteten Gemisches von den Bereich unterhalb des Kolbens in den Bereich oberhalb
des Kolbens wegen der großen Hohlräume innerhalb der Kolben oder auch wegen der großen
Volumina der Kurbelgehäuse sowie durch die Kraftstoffdämpfe, die sich ständig unter
den Mänteln der Kolben bilden, und zwar beim Kontakt des Arbeitsgemischs mit den erhitzten
Flächen der Kolben.
- 4. Die schlechte Spülung der Zylinder, da der Teil des Gemischs, der unter den Kolben
verdichtet wird, wegen der Gegenströme nicht unter den Mänteln der Kolben austreten
kann, wobei er teilweise verdampft, und der verbleibende Teil über die Überströmkanäle,
die auf einer Höhe mit den Auslasskanälen angeordnet sind, unter sehr niedrigem Druck
in die Zylinder gelangt.
- 5. Die schlechte Entladung unter den Kolben der Zylinder sowie die schlechte Spülung
wirken sich negativ auf die Qualität des Anlassens des Motors aus.
[0006] Ziel der Erfindung ist die Beseitigung der obengenannten Nachteile und die Schaffung
eines einfacheren, zuverlässigeren, kompakteren und wirtschaftlicheren Motors.
[0007] Dieses Ziel wird erreicht mit einer Zweitakt-Brennkraftmaschine mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1, sowie mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Patentspruchs
7.
[0008] Die Erfindung gewährleistet die Einfachheit, Zuverlässigkeit, Kompaktheit und einen
hohen Wirkungsgrad des Motors.
[0009] Erfindungsgemäß ist eine sehr gute Ausspülung des Zylinderraums bzw. Bereiches oberhalb
des Kolbens zur Verfügung gestellt. Ferner ist erfindungsgemäß eine bessere Beschickung
bzw. Füllung des Bereiches oberhalb des Kolbens mit zu verbrennendem Luft-Kraftstoff-Gemisch
bereitgestellt. Unter "oberhalb den Kolbens" wird hierbei gemäß üblicher Terminologie
der Bereich des Zylinders auf der Seite des oberen Totpunktes OT des Kolbens verstanden.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Zweitakt-Brennkraftmaschine
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Zweckmäßigerweise ist in der Zylinderwand eine Ausströmöffnung vorgesehen, über welche
verbrannte Abgase aus dem Zylinder, d. h. aus dem Bereich des Zylinders oberhalb des
Kolbens, während sich dieser in der Umgebung seines unteren Totpunktes UT befindet,
austreten können. Eine derartige Anordnung einer Ausströmöffnung in der Zylinderwand
erweist sich als zusammen mit einem hin- und hergehendenen Kolben als effektiv nutzbar.
[0012] Besonders bevorzugt ist, dass eine in den Zylinder mündende Öffnung des Überstromkanals,
über die vorverdichtetes Luft-Kraftstoff-Gemisch in den Bereich des Zylinders oberhalb
des Kolbens (während sich dieser in der Umgebung seines unteren Totpunktes UT befindet)
eintritt, oberhalb der Ausströmöffnung ausgebildet ist. Unter "oberhalb der Ausströmöffnung"
wird hier wieder eine axiale Positionierung näher an dem oberen Totpunkt des Kolbens
innerhalb des Zylinders verstanden, d. h. axial näher an der Zylinderdeckfläche, in
welcher die Zündkerze vorgesehen ist. Mit dieser Maßnahme ist die Ausspülung von verbranntem
Luft-Kraftstoff-Gemisch in vorteilhafter Weise beeinflussbar, da über die Öffnung
des Überstromkanals eintretendes frisches, noch unverbranntes Luft-Kraftstoff-Gemisch
in optimaler Weise genutzt werden kann, um verbranntes Luft-Kraftstoff-Gemisch aus
dem Bereich des Zylinders oberhalb des Kolbens auszuspülen.
[0013] Der Spülungsvorgang, welcher bei herkömmlichen Zweitakt-Brennkraftmaschinen problematisch
war, kann somit signifikant verbessert werden.
[0014] Ferner bevorzugt ist, dass mittels des wenigstens einen Kolbens eine an einer Welle
vorgesehene Schrägscheibe zur Einleitung einer Rotation der Welle beaufschlagbar ist.
Die Kombination einer erfindungsgemäßen Zweitakt-Brennkraftmaschine mit einem Schrägscheibenantrieb
erweist sich als sehr vorteilhaft, da ein derartiger Schrägscheibenantrieb kein Kurbelgehäuse
benötigt, welches relativ viel Volumen erfordert. Die mittels der erfindungsgemäßen
Zweitakt-Brennkraftmaschine angetriebenen Kolbenstangen können im Fall eines Schrägscheibenantriebs
im Wesentlichen eine rein axiale bzw. hin- und hergehende Bewegung durchführen.
[0015] Ein Schrägscheibenantrieb ist mit einer erfindungsgemäßen Zweitakt-Brennkraftmaschine
in sehr wirtschaftlicher Weise bereitstellbar.
[0016] Es ist bevorzugt, dass die erfindungsgemäße Zweitakt-Brennkraftmaschine als Vierzylinder-Maschine
ausgebildet ist. Ein Schrägscheibenantrieb lässt sich mittels einer Vierzylinder-Maschine
in besonders gleichmäßiger und wirtschaftlicher Weise betreiben, da zu jedem Zeitpunkt
optimale bzw. günstige Beaufschlagungsverhältnisse bei wenigstens einem der vier Zylinder
gegeben ist.
[0017] In vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass in einem Motor, der einen zylindrischen
Motorblock hat, der zwei Gruppen koaxialer Zylinder enthält, die am Kreisumfang auf
den Stirnkappen des Blocks parallel zur Achse der Rotorwelle mit den Lagerungen in
den Stirnkappen angeordnet sind, der Block durch einen zylindrischen Motorblock mit
einer Gruppe von Zylindern ersetzt wird, die am Kreisumfang auf einer der beiden Stirnseiten
angeordnet ist.
[0018] Der Gasverteilungsmechanismus, der als Zylinder ausgeführt ist, die mit den Einlass-,
Auslass- und Überströmkanälen verbunden sind, und zwar über die Einlass-, Auslass-
und die oberen Überströmschlitze, wobei die oberen Überströmschlitze auf einer Höhe
mit den Auslassschlitzen der Kolben angeordnet sind, die mit der Möglichkeit der Überdeckung
der obengenannten Kanäle angebracht sind, sowie der Verdichtungsringe, die an den
Köpfen der Kolben angeordnet sind, wird durch einen Gasverteilungsmechanismus ersetzt,
der als Zylinder ausgeführt ist, die mit den Einlass-, Auslass- und Überströmkanälen
verbunden sind, und zwar über die Einlass-, Auslass-, die unteren und oberen Überströmschlitze,
wobei die Überströmschlitze höher als die Auslassschlitze der Kolben mit den Überströmschlitzen
angeordnet sind, die mit der Möglichkeit der Überdeckung der obengenannten Kanäle
angebracht sind, sowie der Dichtungsringe, die an den Köpfen und Mänteln der Kolben
angeordnet sind, und der Stirnflansche, die mit den Grundplatten der Zylinder über
Gewindeverbindungen verbunden sind.
[0019] Besonders vorteilhafte Merkmale, die den vorgeschlagenen Verbrennungsmotor kennzeichnen
bzw. diesen vorteilhaft weiterbilden, werden im Folgenden noch einmal aufgelistet:
- Der Motorblock ist von zylindrischer Form.
- Die Zylindergruppe ist auf der Stirnkappe des Blocks angeordnet und enthält:
- Einlassschlitze,
- Auslassschlitze,
- untere Überströmschlitze,
- obere Überströmschlitze, die über den Auslassschlitzen angeordnet sind,
- Einlasskanäle,
- Auslasskanäle,
- Überströmkanäle,
- Kolben mit Überströmschlitzen,
- Dichtungs- bzw. Verdichtungsringe, die an den Köpfen und Mänteln der Kolben angeordnet
sind,
- Stirnflansche mit Naben.
[0020] In Fig. 1 ist der Getriebeplan des Längsschnitts einer Ausführungsform einer Zweitakt-Brennkraftmaschine
bzw. eines Vierzylinderzweitaktkolbenmotors dargestellt.
[0021] In Fig. 2 ist die Ansicht A der Figur 1 dargestellt.
[0022] In Fig. 3 ist der zylindrische Block des Motors dargestellt.
[0023] In Fig. 4 ist der Kolben mit dem Überströmschlitz und den Dichtungsringen dargestellt
(in drei Projektionen).
[0024] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist, für verschiedene Stellungen eines
Kolbens innerhalb eines Zylinders, in den Figuren 5 bis 9 dargestellt.
[0025] In Fig. 5 ist der Schnitt eines Zylinders mit Kolben am Ende des Takts "Ansaugen
- Verdichten" dargestellt. Durch den geöffneten Einlasskanal wird das Kraftstoff-Luftgemisch
unter dem Kolben angesaugt. Über dem Kolben wird das Arbeitsgemisch verdichtet (die
Überström- und Auslasskanäle sind zu dieser Zeit geschlossen).
[0026] In Fig. 6 ist der Schnitt eines Zylinders mit Kolben vor dem Ende des Takts "Arbeitshub
- Ausstoßen" dargestellt. Durch den sich öffnenden Auslasskanal werden die Abgase
aus dem Zylinder über dem Kolben ausgestoßen. Unter dem Kolben wird das fertige Arbeitsgemisch
weiter verdichtet (die Einlass- und Überströmkanäle sind zu dieser Zeit geschlossen).
[0027] In Fig. 7 ist der Schnitt eines Zylinders mit Kolben am Ende des Takts "Arbeitshub
- Ausstoßen" dargestellt. Durch den geöffneten Kolbenschlitz gelangt das unter dem
Kolben verdichtete Arbeitsgemisch im Gleichstrom über den oberen Überströmschlitz
des Zylinders, der über dem Auslassschlitz angeordnet ist, unter erheblichem Druck
in den Hohlraum des Zylinders über dem Kolben und füllt ihn mit frischem Arbeitsgemisch,
dabei reinigt es über den geöffneten Auslasskanal den Zylinder von Abgasen (zu dieser
Zeit ist der Einlasskanal geschlossen, aber der Überströmschlitz im Kolben, der Überströmkanal
und der Auslasskanal im Zylinder sind geöffnet).
[0028] In Fig. 8 ist der Schnitt eines Zylinders mit Kolben zu Beginn des Taktes "Ansaugen
- Verdichten" dargestellt. Der Beginn der Entladung unter dem Kolben und des Verdichtens
des Arbeitsgemischs über dem Kolben (alle Kanäle sind geschlossen).
[0029] In Fig. 9 ist der Schnitt eines Zylinders mit Kolben in der Mitte des Takts "Ansaugen
- Verdichten" dargestellt. Der Prozess des Verdichtens des Arbeitsgemischs über dem
Kolben und der Entladung unter dem Kolben (alle Kanäle sind geschlossen).
[0030] In Fig. 10 ist ein Kreuzgelenk dargestellt, das zur Verhinderung des Festlaufens
der Zylinderwände durch die Kolben im Verlauf des Anlassens und des Betriebs des Motors
bestimmt ist.
[0031] Der dargestellte Zweitakt-Kolbenverbrennungsmotor weist ein Kühl-, Schmier-, Speise-
und Zündsystem sowie einen hin- und hergehenden Mechanismus und einen Gaswechsler-
bzw. Gasverteilungsmechanismus auf.
[0032] Der hin- und hergehende Mechanismus ist zur Umwandlung der Hin- und Herbewegung der
Kolben in eine Drehbewegung der Rotorwelle bestimmt. Er besteht aus beweglichen und
unbeweglichen Bauteilen. Zu den unbeweglichen Bauteilen gehört (s. Fig. 1, 2, 3) der
Motorblock 2. Zu den beweglichen Bauteilen gehören die Kolben 4, die Gelenke 27, die
Kolbenringe 5, die in Führungsnuten 33 im Motorblock hin und her schwingenden Kupplungen
8 (zur Kopplung der motorseitigen und getriebeseitigen Kolbenstangen 6 bzw. 7) mit
den Lagern 9 und die Welle 13 mit dem Rotor 12. Wie aus Fig. 1 zu erkennen, stellt
dieser Mechanismus einen Schrägscheibenantrieb dar, wobei der Rotor 12 als auf der
Welle 13 angebrachte Schrägscheibe ausgebildet ist.
[0033] Der Motorblock ist als Gestell bzw. Gehäuse ausgebildet. In seinem Innern sind die
Baugruppen und Bauteile des hin- und hergehenden Mechanismus angeordnet, darunter
die Führungsnuten 33 der Kupplungen 8. Er stellt insgesamt ein zylindrisches Gehäuse
2 dar, das an seinen Stirnflächen Kappen 1, 3 hat. Auf einer der Kappen ist am bzw.
über dem Kreisumfang eine Zylindergruppe angeordnet. In den Kappen des Blocks sind
die Lager 14, 15 der Rotorwelle 13 sowie Hülsen bzw. Führungshülsen 19, 31 der Kolbenstangen
6, 7 angeordnet. Außerdem sind auf den Kappen des Blocks und in seinem Innern verschiedene
Mechanismen und Vorrichtungen angeordnet.
[0034] Die Gelenke 27 (siehe insbesondere Fig. 5 bis 10) gewährleisten eine biegsame bzw.
flexible Verbindung der Kolben 4 mit den Kolbenstangen 6, 7. Sie schließen die Möglichkeit
eines Festlaufens bzw. einer Verklemmung der Zylinderwände 28 durch die Kolben 4 aus.
Insbesondere gewährleisten sie eine im Wesentlichen rein axiale Bewegung der Kolbenstangen.
[0035] Die Kolbenstangen 6, 7 gewährleisten die Übertragung der Kräfte von den Kolben 4
über die Gelenke 27, die Kupplungen 8 mit den Lagern 9 auf elliptisch ausgebildete
Bahnen bzw. Laufbahnen des Rotors bzw. der Schrägscheibe 10, 11. Die Welle 13 (s.
Fig. 1, 2) nimmt die durch die Kräfte auf die elliptischen Bahnen 10, 11 erzeugte
Drehbewegung des Rotors 12 auf und überträgt das hierdurch erzeugte Drehmoment auf
den Antrieb des vom Motor anzutreibenden Transportmittels und umgekehrt. Die Welle
ist innerhalb des zylindrischen Teils 2 des Motorblocks angeordnet. Die hin- und herschwingenden
Kupplungen 8 (s. Fig. 1) gewährleisten die Übertragung der Kräfte von den Kolbenstangen
6, 7 auf die Lager 9 und umgekehrt. Die Lager 9 (s. z. B. Fig. 1) sind zur Übertragung
der Kräfte bestimmt, die zwischen den hin- und herschwingenden Kupplungen 8 und den
elliptischen Bahnen 10, 11 des Rotors 12 entstehen.
[0036] Der Gasverteilungsmechanismus bzw. Gaswechselmechanismus dient zum Ansaugen des Arbeitsgemischs
in die Zylinder des Motors und zum Ausstoßen der Abgase aus den Zylindern und ist
als eine Gruppe von (vorzugsweise vier) Zylindern ausgeführt (s. auch Fig. 1,2), die
mit den Einlasskanälen 41, Auslasskanälen 42 und Überströmkanälen 20 über die Einlassschlitze
26, Auslassschlitze 25 und Überströmschlitze 22, 23 der Kolben 4 mit den Überströmschlitzen
21 verbunden sind, die mit der Möglichkeit der Überdeckung bzw. der gegenseitigen
Ausrichtung der obengenannten Kanäle 20, 41, 42 angebracht sind, wobei die oberen
Schlitze bzw. Öffnungen 23 der Überströmkanäle 20 über den Auslassschlitzen bzw. -öffnungen
25 (s. Fig. 7) angeordnet sind. Kolbenringe 5 können Verbindungen mit Rillen auf den
Kappen und Mänteln der Kolben 4 haben, und der Stirnflansche 35 mit den Naben 36,
die mit den Grundplatten der Zylinder über die Gewindeverbindungen 37 verbundenen
sind (s. Abb. 1, 5).
[0037] Das Speisesystem (s. Fig. 1) ist als eine Vorrichtung 40 zur Zubereitung des Kraftstoff-Luft-Gemischs
innerhalb oder außerhalb der Zylinder ausgeführt, und zwar vom Typ eines Vergasers,
der auf dem oberen Teil des Ansaugtopfes 43 angeordnet ist.
[0038] Das Zündsystem dient zur Zündung des verdichteten Arbeitsgemischs in den Zylindern
des Motors entsprechend der Zündreihenfolge und der Betriebsweise des Motors.
[0039] Das Luftkühlsystem wird mit Hilfe eines Flügelrads 45 realisiert (s. Fig. 1, 2),
das auf der Rotorwelle 13 des Motors befestigt ist.
[0040] Der oben beschriebene hin- und hergehende Mechanismus ist insbesondere in Figur 1
mit einer herkömmlichen Ausgestaltung der Kolben und der jeweiligen Schlitze (Ein-
und Ausströmschlitze, Überströmschlitze) dargestellt. Im Folgenden wird nun der Kern
der vorliegenden Erfindung beschrieben. Es wird betont, dass der oben beschriebene
Mechanismus (Schrägscheibenantrieb) in besonders vorteilhafter Weise mit der im Folgenden
beschriebenen Ausgestaltung einer Zweitakt-Brennkraftmaschine verwendbar ist.
[0041] Der Zweitaktvierzylindermotor zylindrischer Form funktioniert in bevorzugter Ausführung
wie folgt: Der Arbeitszyklus des Motors läuft in zwei Takten ab, "Ansaugen - Verdichten"
und "Arbeitshub - Ausstoßen". Die Arbeitsfolge der Zylinder ist aufeinanderfolgend
1 - 2 - 3 - 4.
TAKT "ANSAUGEN - VERDICHTEN"
[0042] Im Verlauf des Anlassens des Motors durch den Anlasser (s. Fig. 1) über das Schwungrad
18 verschieben die Lager 9 der hin- und herschwingenden Kupplungen 8, indem sie sich
auf den elliptischen Bahnen 10, 11 des Rotors 12 bewegen, die Kupplung 8 entlang der
Rotorwelle 13 zusammen mit dem Kolben des ersten Zylinders, der auf der rechten Stirnkappe
1 des zylindrischen Teils 2 des Motorblocks angeordnet ist, zur Seite des oberen Totpunkts.
Nach der Schließung des Auslassschlitzes 25 (s. Fig. 8, 9) wird unter dem Kolben 4
des ersten Zylinders 28 eine Entladung erzeugt und über dem Kolben 4 ein Verdichten
des Arbeitsgemischs, das innerhalb des Zylinders mithilfe der Vorrichtung 40 vom Typ
Vergaser erzeugt wurde, die am Ansaugtopf 43 angebracht ist. Im oberen Totpunkt wird
der Prozess des Verdichtens des Kraftstoff-Luftgemischs über dem Kolben des ersten
Zylinders beendet (s. Fig. 5), und unter dem Kolben 4, durch den Einlassschlitz 22,
der sich geöffnet hat, kommt aus dem Vergaser 40 über den Ansaugtopf 43 und den Einlasskanal
41 fertiges Arbeitsgemisch.
TAKT "ARBEITSHUB - AUSSTOSSEN"
[0043] Im ersten Zylinder (s. Fig. 1, 5) erfolgt mithilfe der Zündkerzen 32 die Entzündung
des verdichteten Arbeitsgemischs. Die im Zylinder 28 erzeugten Gase wirken auf den
Kolben 4 ein und verschieben ihn vom oberen Totpunkt zum unteren Totpunkt. Indem er
nicht bis zum unteren Totpunkt gelangt bzw. kurz bevor er zum unteren Totpunkt gelangt
(s. Fig. 6), öffnet der Kolben 4 des ersten Zylinders den Auslassschlitz 25 und die
Abgase treten aus dem Zylinder über den Schlitz 25, den Auslasskanal 42, den Auspufftopf
44 und den Schalldämpfer 34 in die Atmosphäre aus. Indem er die Bewegung zum unteren
Totpunkt fortsetzt (s. Fig. 7), öffnet der Kolben 4 des ersten Zylinders den unteren
Überströmschlitz 22 und das mithilfe der Nabe 36 (s. Fig. 5) unter dem Mantel des
Kolbens 4 (s. Fig. 7) verdichtete Arbeitsgemisch gelangt im Gleichstrom über den Überströmschlitz
21 des Kolbens 4, den unteren Überströmschlitz 22, den Überströmkanal 20 und den oberen
Überströmschlitz 23 in den oberen Teil des Zylinders, über dem Auslassschlitz 25,
füllt den Zylinder mit frischem Arbeitsgemisch und befreit ihn dabei von den restlichen
Verbrennungsgasen ohne Kraftstoffverlust im Verlauf der Spülung.
[0044] Analog funktionieren aufeinanderfolgend die anderen Zylinder des Motors.
[0045] Der Kern der Erfindung soll nun noch einmal wie folgt beschrieben werden: Es werde
angenommen, dass zunächst der Kolben 5 in seiner höchsten Stellung (oberer Totpunkt
OT) steht (Fig. 5). Hier wird das über dem Kolben 4 befindliche, verdichtete Kraftstoff-Gemsich
mittels der Zündkerze 32 gezündet.
[0046] Gleichzeitig strömt durch den hierbei offenen Einlassschlitz 26 frisches Luft-Kraftstoff-Gemisch
in den Bereich des Zylinders unterhalb des Kolbens 4.
[0047] Der Kolben geht durch die Zündung abwärts (in Richtung des unteren Totpunktes) und
gibt zunächst mit seiner Oberkante den Auslassschlitz 25 frei (Fig. 6). Dadurch können
sich die im Zylinder befindlichen, unter hohem Druck stehenden verbrannten Gase durch
diesen Schlitz 25 in den Auspuff (nicht dargestellt) entspannen. Gleichzeitig wird
das unterhalb des Kolbens 4 befindliche frische Kraftstoff-Luft-Gemisch durch die
Abwärtsbewegung des Zylinders 4 vorverdichtet. Hierfür steht insbesondere der Innenraum
des als einseitig offenen Hohlkolbens ausgebildeter Kolben 4 zur Verfügung. Der Schlitz
26 ist hierbei geschlossen. Erreicht nun der Kolben 4 seinen unteren Totpunkt (Fig.
7), kommt der in dem Kolben 4 ausgebildete Ausströmschlitz 21 in Kommunikation bzw.
Ausrichtung mit dem in der Zylinderwand 28a ausgebildeten Überstromkanal 20. Hierdurch
kann vorverdichtetes Luft-Kraftstoff-Gemisch durch den Überstromkanal 20 über die
Öffnung 23 in den Bereich des Zylinders oberhalb des Kolbens 4 strömen. Der Auslassschlitz
25 ist hierbei noch offen.
[0048] Wie in den Figuren, insbesondere Figur 7, zu erkennen, ist die Öffnung 23 (axial)
oberhalb des Auslassschlitzes 25 ausgebildet. Die führt dazu, dass in den Bereich
des Zylinders oberhalb des Kolbens 4 einströmendes frisches Kraftstoff-Luft-Gemisch
in sehr effektiver Weise dazu beitragen kann, noch in diesem Bereich des Zylinders
befindliches verbranntes Kraftstoff-Luft-Gemisch über den Auslassschlitz 25 auszuspülen.
[0049] Der Einlassschlitz 26 ist hierbei nach wie vor geschlossen.
[0050] Nach Durchgang durch den unteren Totpunkt UT bewegt sich der Kolben 4a wieder noch
oben (Fig. 8). Bei diesem Aufwärtsgang des Kolbens wird zunächst die Kommunikation
zwischen dem Auslassschlitz 21 und dem Überstromkanal 20 unterbrochen, ferner wird
der Ausströmschlitz 25 geschlossen. Das in dem Bereich des Zylinders oberhalb des
Kolbens befindliche Kraftstoff-Luft-Gemisch kann nun verdichtet und wieder mittels
der Zündkerze 32 gezündet werden. In den in den Figuren 8 und 9 dargestellten Stellungen
des Kolbens 4 findet keinerlei Gaswechsel statt.
1. Zweitakt-Brennkraftmaschine mit wenigstens einem in einem jeweiligen Zylinder (28)
verfahrbaren Kolben (4), dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (4) als einseitig offener Hohlkolben ausgebildet ist, so dass bei einem
Abwärtsgang des Kolbens (4) der Innenraum (4b) des Kolbens (4) als Vorverdichtungsraum
für in den Zylinder (28) eingeströmtes Luft-Kraftstoff-Gemisch verwendet werden kann,
wobei in dem Mantel (4a) des Kolbens ein Ausströmschlitz bzw. eine Ausströmöffnung
(21) ausgebildet ist, der durch die Bewegung des Kolbens (4) in dem Zylinder (28)
mit einem in der Wand (28a) des Zylinders (28) ausgebildeten Überströmschlitz bzw.
Überströmkanal (20) in Ausrichtung bzw. Kommunikation gebracht werden kann, so dass
vorverdichtetes Gemisch aus dem Innenraum (4b) des Kolbens 4 in den Bereich des Zylinders
oberhalb des Kolbens (4) strömen kann.
2. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zylinderwand (28a) eine Ausströmöffnung (25), über welche verbrannte Abgase
aus dem Zylinder (28) austreten können, vorgesehen ist.
3. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine in den Zylinder (28) mündende Öffnung (23) des Überstromkanals (20), über die
vorverdichtetes Luft-Kraftstoff-Gemisch in den Bereich des Zylinders oberhalb des
Kolbens (4) eintritt, oberhalb der Ausströmöffnung (25) ausgebildet ist.
4. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Schrägscheibenantrieb beaufschlagt.
5. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des wenigstens einen Kolbens (4) eine an einer Welle (13) vorgesehenen Schrägscheibe
zur Einleitung einer Rotation der Welle (13) beaufschlagbar ist.
6. Zweitakt-Brennkraftmaschine nach einem der vorstehendenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Vierzylinder-Maschine ausgebildet ist.
7. Zweitakt-Brennkraftmaschine, insbesondere nach einem der vorstehendenen Ansprüche,
bestimmt zur Umwandlung von Wärmeenergie in mechanische Energie, der ein Speise-,
ein Zünd-, ein Kühl- und ein Schmiersystem enthält sowie einen hin- und hergehenden
Mechanismus und einen Gasverteilungsmechanismus, ausgeführt als zwei koaxiale Kolbengruppen,
die auf den Stirnflächen des zylindrischen Teils des Blocks parallel zur Achse der
Rotorwelle angeordnet sind, die sich innerhalb des Blocks befindet, wobei die Lagerungen
der Welle sind am Mittelpunkt der Stirnkappen angeordnet sind, und die Kolben gegenüberliegender
Zylindergruppen kinematisch miteinander und mit der Rotorwelle verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet dass,
der Motor als zylindrischer Block ausgeführt ist, auf dessen Stirnfläche am Kreisumfang
eine Gruppe von Zylindern angeordnet ist, die mit Einlass-, Auslass- und Überströmkanälen
über Einlass-, Auslass- und obere und untere Überströmschlitze verbunden sind, wobei
die oberen Überströmschlitze über den Auslassschlitzen der Kolben mit Überströmschlitzen
angeordnet sind, die mit der Möglichkeit einer Überdeckung der obengenannten Kanäle
angebracht sind, sowie der Verdichtungsringe, die mit den Rillen der Kappen und Mäntel
der Kolben verbunden sind, und der Stirnflansche mit den Naben, die mit den Grundplatten
der Zylinder über Gewindeverbindungen verbunden sind.
8. Verfahren zum Betreiben einer Zweitakt-Brennkraftmaschine, insbesondere einer Zweitakt-Brennkraftmaschine
nach einem der vorstehendenen Ansprüche, mit folgenden Schritten:
a) Einbringung eines Luft-Kraftstoff-Gemisches in einen Bereich unterhalb eines in
einem Zylinder (28) hin- und herbewegbaren Hohlkolbens (4), vor, während und nach
dem Durchgang des Hohlkolbens (4) durch seinen oberen Totpunkt (OT),
b) vor, während und nach dem Durchgang des Hohlkolbens (4) durch seinen unteren Totpunkt
(UT) Freigabe eines Auslassschlitzes (25) in der Zylinderwand (28a), durch welchen
verbranntes Luft-Kraftstoff-Gemisch aus dem Bereich des Zylinders (28) oberhalb des
Kolbens (4) entweichen kann,
c) bei Durchgang des Kolbens (4) durch den unteren Totpunkt Strömen von vorverdichtetem
Luft-Kraftstoff-Gemisch über einen in dem Kolben (4) ausgebildeten Überstromschlitz
(21) und einen im unteren Totpunkt mit dem Überstromschlitz (21) kommunizierenden
Überstromkanal (20), der in der Wand (28a) des Zylinders (28) ausgebildet ist, in
den Bereich des Zylinders oberhalb des Kolbens (4),
d) bei einer anschließenden Bewegung des Kolbens (4) weg vom unteren Totpunkt blockieren
des Überstromschlitzes (21) und anschließend des Auslasschlitzes (25) durch den Kolben
(4) zum Verdichten und anschließenden Zünden des sich im Zylinder (28) oberhalb des
Kolbens befindlichen Luft-Kraftstoff-Gemisches.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das vorverdichtete Luft-Kraftstoff-Gemisch über eine Öffnung (23) des Überstromkanals
(20), welche oberhalb des Auslasschlitzes (25) in der Zylinderwand (28a) ausgebildet
ist, in den Bereich des Zylinders (28) oberhalb des Kolbens (4) strömt.