[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren wie in den Ansprüchen definiert zum Beschichten
der Oberfläche eines Metallsubstrates, das kein Leichtmetallsubstrat ist. Das Metallsubstrat
kann insbesondere Buntmetall wie z.B. Messing, Neusilber, Bronzen oder Edelmetall,
wie Silber oder Goldlegierungen, aber auch Stahlwerkstoff, wie z.B. Edelstahl oder
Werkzeugstahl sein. Die aufzubringende Schicht zeichnet sich durch eine vorteilhafte
Kombination von Kratz- und Abrasionsfestigkeit, Dehnbarkeit, Transparenz und ggf.
Korrosionsschutzwirkung aus. Weitere Schichteigenschaften sind sehr gute spezifische
elektrische Isolationswirkung, chemische und thermische Stabilität, als auch Barriereeigenschaften.
Die Erfindung betrifft ferner beschichtete Metallsubstrate, wie in den Ansprüchen
definiert
[0002] Unbehandelte Oberflächen von Gegenständen (beispielsweise Halbzeuge, Sanitärartikel,
Metallbänder, insbesondere aus Stahl und Messing und Kupfer, Instrumente, insbesondere
Percussion-Instrumente oder Becken, Gegenstände zur Lebensmittelverarbeitung wie Pfannen
oder Backformen, (Edelstahl-)Behälter beispielsweise für die chemische Industrie,
Schmuck, Beschläge) aus Nicht-Leichtmetallen, insbesondere aus Messing, Kupfer, Stahl
weisen besonders in bestimmten Medien, wie z.B. Laugen oder Säuren, in wässriger Umgebung,
oder in Kontakt mit Fingerschweiß eine starke Korrosionsanfälligkeit auf. Zudem ist
ihre Kratzbeständigkeit vergleichsweise gering. Daher werden z. B. Messingoberflächen
häufig durch Pulverlacke oder PVD-Beschichtungen veredelt. Die Kratzfestigkeit und
der Korrosionsschutz von PVD-Beschichtungen auf der Basis von Siliziumoxid ist ausreichend,
jedoch kann das gerichtete Beschichtungsverfahren in der Praxis keine komplex geformten
3D-Bauteile wie Türklinken oder Wasserhähne mit einer Schutzschicht ausrüsten. Pulverlacke
überwinden dieses Problem, jedoch wird bei diesem Verfahren eine nicht so hohe Kratzfestigkeit
erreicht wie bei vakuumgestützen Beschichtungsprozessen. Weiterhin geht der hohe Glanz
des metallischen Bauteils etwas verloren. Aufgrund der aufgeführten Nachteile werden
zum Beispiel im Sanitärbereich metallische Schutzschichten auf die metallischen Bauteile
galvanisch aufgetragen. In Werkzeugen der Kunststoffverarbeitung, insbesondere von
Spritzgusswerkzeugen, können abrasionsfeste, thermisch isolierende Beschichtungen
die Beweglichkeit der Polymerschmelze an der Werkzeugoberfläche verbessern, da die
Schmelze aufgrund der geringeren Wärmeübertragung nicht so schnell erstarrt.
[0003] Oft werden entsprechende Oberflächeneigenschaftsverbesserungen durch PVD-Beschichtungen
erzeugt. Nachteilig an PVD-Beschichtungen ist jedoch ihre geringe Dehnbarkeit. Typisch
ist eine Rissdehnung (crack-onset-strain, Dehnung bis Mikroriss) von max. 1 bis 1.5%,
die somit schlechter ist als bei dem Metallsubstrat. Dies bedeutet bei der Verarbeitung
von entsprechenden Halbzeugen und Bauteilen aus Nicht-Leichtmetallen beispielsweise
im Fall von Metallbändern, plattenförmigen Produkten oder Strangprofilen eine starke
Einschränkung. Risse oder Haarrisse beobachtet man auch bei einer Erwärmung auf über
ca. 100°C, wie sie regelmäßig etwa beim Schweißen oder Warmbiegen auftreten. Zudem
werden die Eigenspannungen im Grenzschichtbereich zwischen Schicht und Substrat erhöht.
Die Haftung wird belastet. An den Stellen, an denen Risse bzw. Haarrisse verlaufen,
versagt insbesondere die Korrosionsschutzwirkung der PVD-Beschichtung.
[0004] In anderen Fällen wird die Oberfläche beispielsweise durch keramische Spritzschichten
im mechanischen Verschleißverhalten verbessert. Zusätzlich wird hierdurch eine Wärmeisolation
erreicht, die für Formen der Kunststoffverarbeitung eingesetzt werden kann. Nachteilig
ist jedoch ihre körnige Oberfläche, so dass keine hochwertigen Bauteile produziert
werden können.
[0005] Für den Fall des Einsatzes einer Schicht aus Schutzlack kommt es bei einer Verletzung
einer Oberflächenlackierung häufig zur Lackunterwanderung. Die Fehlstelle vergrößert
sich rasch. Die Korrosionsschutzwirkung geht verloren. Außerdem entstehen starke optische
Beeinträchtigungen.
[0006] EP 0 752 483 A1 offenbart ein Verfahren zur Beschichtung von Gegenständen aus Metall, Metall-Legierungen,
Kunststoffen oder mit entsprechenden Oberflächen mit einer Schutzschicht nach vorheriger
Reinigung mittels eines plasmaunterstützten CVD-Verfahrens durch eine elektrische
Plasmaanregung bei vermindertem Gasdruck unter Einleitung einer Gasmischung mit reaktionsfähigen,
schichtbildenden Gasen und Steuerung des Arbeitsdrucks, wobei zur Bildung einer quarzartigen
Schicht als die reaktionsfähigen Gase neben Sauerstoff der Dampf einer das Element
Silizium in organischer Verbindung enthaltenden, leicht verdampfbaren siliziumorganischen
Verbindung oder ein siliziumhaltiges Gas eingeleitet werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die reaktionsfähigen Gase in einer solchen Mischung eingeleitet werden, dass
der Anteil des reaktiven Sauerstoffs nicht zur quantitativen Umsetzung zu Siliziumdioxid
ausreicht, und dass die Abscheideparameter der elektrischen Gasentladung so gesteuert
werden, dass sich eine quarzähnliche Schicht bildet, die neben Silizium und Sauerstoff
auch organische, plasmapolymerisierte Komponenten in homogener Verteilung enthält.
[0007] DE 195 23 442 A1 offenbart ein Verfahren zur Beschichtung von Gegenständen aus Metall oder Metall-Legierungen
oder mit entsprechenden Oberflächen mit einer Schutzschicht nach vorheriger Reinigung
mittels eines plasmaunterstützten CVD-Verfahrens durch eine elektrische Hochfrequenzentladung
bei vermindertem Gasdruck unter Einleitung einer Gasmischung mit reaktionsfähigen,
schichtbildenden Gasen und Steuerung des Arbeitsdrucks, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Bildung einer quarzartigen Schicht als die reaktionsfähigen Gase neben Sauerstoff
der Dampf einer das Element Silizium in organischer Verbindung enthaltenden, leicht
verdampfbaren siliziumorganischen Verbindung oder ein siliziumhaltiges Gas in einer
solchen Mischung eingeleitet werden, dass der Anteil des reaktiven Sauerstoffs nicht
zur quantitativen Umsetzung zu Siliziumdioxid ausreicht, und dass die Self-Biasspannung
der elektrischen Gasentladung so gesteuert wird, dass sich eine Schicht mit einer
Mischstruktur aus Quarz mit eingelagerten organischen Strukturkomponenten bildet.
[0008] DE 10 2004 049111 A1 offenbart ein Verfahren zur Hochglanzbeschichtung von Substraten, zumindest umfassend
die Schritte
- Bereitstellen eines Substrates mit einer glatten Oberfläche, insbesondere mit einer
Oberflächenrauhigkeit Rqvon höchstens 10 nm,
- Plasmavorbehandlung des Substrates im Vakuum,
- Aufbringen einer Basisschicht aus einem zumindest Silizium, Sauerstoff und Kohlenstoff
umfassenden Polymer mittels Plasmapolymerisation im Vakuum,
- Aufbringen einer Glanzschicht aus einem Metall, einer Metalllegierung oder Metallverbindung
mittels Sputtern im Vakuum und
- Aufbringen einer zumindest teiltransparenten, verschleißfesten Lackdeckschicht.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein Verfahren anzugeben, mit dem auf einem
Metallsubstrat, das kein Leichtmetall ist, eine Schutzschicht erzeugt werden kann,
die einige oder alle der oben beschriebenen Nachteile des Standes der Technik nicht
oder zumindest nur in verringertem Ausmaß aufweist. Insbesondere sollte eine solche
Schicht eine verbesserte Rissdehnung und geringe Eigenspannungen aufweisen, so dass
eine Kalt- oder Warmverformung besser möglich ist. Weiterhin ist eine verbesserte
chemische Stabilität gegenüber alkalischen Medien sowie generell eine gute Korrosionsschutzwirkung
erstrebenswert. Bevorzugt sollte eine solche Schicht eine hohe Abrasions- und Kratzfestigkeit
besitzen, so dass sie auch mit Schichtdicken von über 20µm aufgetragen werden kann.
Außerdem sollte das Beschichtungsverfahren wirtschaftlich, bevorzugt auch in kontinuierlichem
Prozess durchführbar sein.
[0010] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass diese Aufgabe gelöst wird durch ein Verfahren
zum Beschichten der Oberfläche eines Metallsubstrates wie in Anspruch 1 definiert,
mit folgenden Schritten:
- A. Bereitstellen des Metallsubstrates und gegebenenfalls Säubern der zu beschichtenden
Substratoberfläche,
- B. Beschichten der gegebenenfalls in Schritt A gesäuberten Substratoberfläche in einem
Plasmapolymerisationsreaktor mittels Plasmapolymerisation, wobei
- in Schritt B für das Plasma (a) Precursoren bestehend aus einer oder mehreren siliciumorganischen
Verbindungen oder (b) Precursor(en) bestehend aus einer oder mehreren siliciumorganischen
Verbindungen und weiteren Verbindungen eingesetzt werden und
- in Schritt B das Metallsubstrates im Plasmapolymerisationsreaktor so angeordnet wird,
dass es als Kathode geschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren so geführt wird, dass die durch das Verfahren
hergestellte Beschichtung
- eine Dehnung bis Mikroriss von ≥ 1,5 %, vorzugsweise ≥ 2,5 %
- einen nach ASTM D 1925 bestimmten Gelbindex (Yellow Index) von ≤ 4, vorzugsweise ≤
3, weiter bevorzugt ≤ 2,5 und
- eine mittels Nanoindentation zu messende Härte im Bereich von 2,5 bis 10 GPa, vorzugsweise
3,1 bis 10 GPa, weiter bevorzugt 3,1 bis 6 GPa,
- einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil von Kohlenstoff von 3 bis 28 Atom-%,
vorzugsweise 5 bis 28 Atom-%, weiter vorzugsweise 7 bis 28 Atom-%,
bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-, Silicium-
und Sauerstoffatome
sowie bevorzugt
- eine Wärmeleitfähigkeit ≤ 5 W / m°K, vorzugsweise ≤ 2,5 W / m°K und/oder
- eine elektrische Durchschlagsfestigkeit von 10 - 100 kV/mm, vorzugsweise von ≥ 40
kV/mm
aufweist,
mit der Maßgabe, dass das Metallsubstrat kein Leichtmetallsubstrat und kein Titan
ist und mit der Maßgabe, dass für den Fall
einer Dehnung bis Mikroriss der Beschichtung von ≤ 2,2 % die mittels Nanoidentation
zu messende Härte ≥ 6 GPa beträgt,
wobei
- das Verhältnis der dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und
den Precursor(en) im Bereich von 1:1 bis 6:1 liegt
und
- während Schritt B eine Regelung erfolgt, so dass der Self-Bias im Bereich von 50 bis
1000 V liegt.
[0011] Metall im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein metallischer Werkstoff mit einer
Dichte von > 4,5 g/cm
3 bei 20°C wobei Titan ausgeschlossen ist. Dazu gehören insbesondere Eisen, Nickel,
Kupfer, Zink, Nickel, Blei, Chrom und Edelmetalle sowie deren Legierungen wie beispielsweise
Stahl, Messing und Bronze. Bevorzugte Metallsubstrate sind Messing und Kupfersubstrate
und insbesondere Stahlsubstrate. Ein Leichtmetall ist ein metallischer Werkstoff im
Sinne der vorliegenden Erfindung mit einer Dichte von maximal 4,5 g/cm
3 bei 20°C. Für Metallsubstrate ist die Dichte des Bereiches für die Einordnung als
Leichtmetall entscheidend, auf dem die Beschichtung aufliegt.
[0012] Bevorzugt ist das Metallsubstrat ein Halbzeug, welches in weiter bevorzugten erfindungsgemäßen
Verfahren nachfolgend noch verformt wird.
[0013] Eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Beschichtung zeichnet sich
durch eine bisher unbekannte vorteilhafte Kombination von Eigenschaften aus, die bislang
als nicht miteinander vereinbar betrachtet wurden, nämlich gute Kratz- und Korrosionsfestigkeit
bei hoher Dehnbarkeit (Rissdehnung vorzugsweise größer oder gleich 2 %, insbesondere
größer oder gleich 2,5 %). Zudem können durch das erfindungsgemäße Verfahren auch
eine gute Substrathaftung, gute optische Transparenz im sichtbaren Bereich und/oder
eine hohe Schichtdickenhomogenität erreicht werden. Darüber hinaus weist die Beschichtung
bevorzugt eine Wärmeleitfähigkeit von ≤ 5 W / m°K und bevorzugt eine elektrische Durchschlagfestigkeit
nach DIN 53841 von 10 - 100 kV/mm auf.
[0014] Beschichtungen mit einem Gelbindex von 2,5 oder darunter weisen in der Regel keine
für das menschliche Auge feststellbare Gelbfärbung auf. Bei Beschichtungen, die als
transparente Schutzschichten vorgesehen sind, ist jedoch auch eine minimale Gelbfärbung
wie bei einem Gelbindex im Bereich von über 2,5 bis 3 tolerierbar. Der Gelbindex wird
weiterhin wesentlich von dem Anteil an Si-H-Bindungen in der mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Beschichtung bestimmt, der wie weiter unten ausgeführt für
das Erzielen von günstigen Bereichen von Härte und Elastizität und damit für das Erreichen
der vorteilhaften Eigenschaftskombination entscheidend ist. Möchte man die Härte der
Beschichtung erhöhen und/oder ist eine leicht gelbliche Farbe, die letztendlich zu
einem intensiven Goldton führen kann, erlaubt, so müssen Einschränkungen in der Dehnung
bis Mikroriss hingenommen werden. Der Gelbindex kann bis 4 eingestellt werden ohne
die Korrosionsschutzwirkung zu verlieren. Hierzu kann man die Self-Bias durch eine
Leistungssteigerung erhöhen.
[0015] Eine weitere wichtige Kenngröße ist der Kohlenstoffanteil in der mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Beschichtung, der durch den Anteil an organischen Gruppen
beeinflusst wird. Dieser wiederum ist ebenso wichtig für die Härte und Elastizität
der Beschichtung, die ebenfalls für das Erreichen der vorteilhaften Eigenschaftskombination
erwünscht ist. Durch eine hohe Elastizität der Beschichtung kann diese z.B. zusammen
mit dem beschichteten Gegenstand gedehnt werden, ohne dass es zu einer Rissbildung
kommt. Bei sehr hoher Elastizität der Beschichtung kann das Substrat sogar plastisch
verformt werden, ohne dass die Beschichtung geschädigt wird. Hierdurch werden Umformprozesse
des beschichteten Materials in gewissem Rahmen möglich.
[0016] Bei den durch das erfindungsgemäße Verfahren herstellbaren Beschichtungen ist die
Kratzfestigkeit der Schichten ist in vielen Fällen vergleichbar mit der von Glasoberflächen.
Es stellte sich erstaunlicherweise heraus, dass es durch Einsatz des erfindungsgemäßen
(trockenchemischen) Verfahrens möglich ist, z. B. gänzlich auf das (nasschemische)
Verchromen (Dekorverchromung) zu verzichten. Dies ist vorteilhaft, da das Verchromen
wegen des hohen Energieeinsatzes ein teures und aus Umweltgesichtspunkten problematisches
Verfahren ist. Zudem können an der Beschichtungsoberfläche schmutzabweisende (niederenergetische)
Oberflächeneigenschaften eingestellt werden. Die erzielbare Schichteigenschaftsfunktion
ist nicht nur als Chromatierungsersatz von Interesse, sondern auch für die generelle
Beschichtung von Nicht-Leichtmetallen.
[0017] Aus der
DE 197 48 240 A1 ist ein Verfahren zur korrosionsfesten Beschichtung von Metallsubstraten, insbesondere
aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen, mittels Plasmapolymerisation bekannt. Als
Precursor(en) wird wenigstens eine kohlenwasserstoff- oder siliciumorganische Verbindung
eingesetzt. In der
DE 197 48 240 A1 finden sich keine Angaben zum Anteil der Kohlenstoffatome in den hergestellten plasmapolymeren
Beschichtungen oder zu deren Gelbindex. Die dort offenbarten Schichten schützen die
Oberfläche gut vor Korrosion, ohne sie optisch zu verändern. Eine Einschränkung ist
jedoch ihre geringe Kratzfestigkeit. Das dort offenbarte Verfahren ist aufgrund der
geringen Abscheideraten nicht geeignet, wirtschaftlich höhere Schichtdicken herzustellen,
wie sie für Kratzschutz-Beschichtungen notwendig sind. Außerdem stellt es sehr hohe
Anforderungen an die Oberflächenrauhigkeit des Substrates.
[0018] In der
WO 03/002269 A2 sind Artikel, umfassend ein Substrat und eine flächig mit dem Substrat verbundene
plasmapolymere, O, C und Si umfassende Beschichtung offenbart, in der die Stoffmengenverhältnisse
von O zu Si und C zu Si jeweils in bestimmten Bereichen liegen und die sich leicht
reinigen lässt. Die dort offenbarten Beschichtungen besitzen jedoch mit mindestens
25 Atom-% einen höheren Kohlenstoffanteil als die durch das erfindungsgemäße Verfahren
herstellbaren Beschichtungen und weisen nicht die oben genannte Kombination von günstigen
Eigenschaften auf. Auch ist nichts über den einzustellenden Gelbindex gesagt.
[0019] Domingues et al. (2002) Electrochimica Acta 47, 2253-2258 offenbart eine Aluminiumlegierung mit einer plasmapolymeren Beschichtung, die einen
gewissen Korrosionsschutz bewirkt (nachgewiesen durch elektrochemische Impedanzspektroskopie).
Der offenbarten Beschichtung fehlt jedoch insbesondere die gute Kratzfestigkeit und
die hohe Dehnbarkeit, wie sie der erfindungsgemäß hergestellten Beschichtung zu Eigen
sind. Weiterhin zeichnet sie sich durch eine hohe Wasseraufnahme aus, vergleichbar
mit der von organischen Beschichtungen. Domingues et al. enthält keine Informationen
hinsichtlich einer Gelbfärbung oder hinsichtlich des Kohlenstoffanteiles. Aufgrund
der Verfahrensführung (Verhältnis der Gasflüsse von Sauerstoff zum siliciumorganischen
Precursor etwa 23 : 1; Näheres zum Einfluss dieser Parameter s. unten) hat die in
Domingues et al. offenbarte Beschichtung einen geringeren Kohlenstoffanteil als die
durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellte Beschichtung.
[0020] In der
EP 0 748 259 B1 sind Beschichtungen für weiche Substrate offenbart. Es ist nicht offenbart, dass
die Beschichtungen geeignet sein könnten, um Metallsubstrate vor Korrosion zu schützen.
Die in der
EP 0 748 259 B1 offenbarten Beschichtungen, die einen Gelbindex von ≤ 3 aufweisen, haben jedoch eine
Nanoindentations-Härte von unter 2,5 GPa.
[0021] Ferner wird keine Lehre gegeben den Überschuss an Silizium und damit die Bildung
von Si-H zu verringern, um besonders harte (gut vernetzte), dehnfähige Schichten bei
geringer Gelbfärbung zu erzeugen. Die erfinderisch optimierte Vernetzung sorgt für
ein optimiertes Korrosionsschutzverhalten.
[0022] Dickschichtverfahren, z.B. der Auftrag von Lacken oder Sol-Gel-Beschichtungen, können
zwar die notwendige Korrosionsbeständigkeit erzielen, jedoch verändern sie das optische
Erscheinungsbild. Dieser Effekt wird im Fall von Unregelmäßigkeiten wie etwa bei mechanischer
Beschädigung oder mangelnder Haftung der Dickschichten noch verstärkt.
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren ist in der Lage, den Bedarf an einem preiswerten Verfahren
zum Erzeugen einer Dünnschicht zu decken, welche die Oberflächenfarbe des Metalls
nicht verändert (keine Eigenfarbe und somit im sichtbaren Bereich eine hinreichend
hohe Transmission besitzt), welche die Oberflächenstruktur (z.B. poliert, geschliffen,
mattiert) nachbildet, so dass kein "Lackglanz" entsteht, welche neben einer hohen
Korrosionsstabilität eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit (Kratzfestigkeit,
Dehnbarkeit) besitzt und welche auch bei komplexen Geometrien eine hohe Schichtdickengleichmäßigkeit
aufweist.
[0024] Durch Variation von Verfahrensparametern lassen sich die Schichteigenschaften in
weiten Grenzen wie im Folgenden beschrieben einstellen.
[0025] Eine Erhöhung des Self-Bias erhöht hierbei die Härte der Schicht, ihre optische Absorption
im sichtbaren Bereich (und damit den Gelbindex) und ihre Korrosionsschutzwirkung.
[0026] Durch Einstellung der Härte und der Dicke der durch das erfindungsgemäße Verfahren
herstellbaren Beschichtungen ist es dem Fachmann möglich, hinsichtlich der Kratzfestigkeit
der Beschichtung ein Optimum zu erzielen: Ist die Härte zu gering, so ist die abgeschiedene
plasmapolymere Schicht nicht genügend kratzfest. Bei zu großer Härte nimmt die Kratzfestigkeit
jedoch ebenfalls ab, da die Schicht dann zu spröde wird. Dies kann man beispielsweise
in der mikroskopischen Beurteilung des Fehlerbildes erkennen. Allgemein wird die Kratzfestigkeit
der Schicht durch die geeignete Auswahl von Schichtdicke und -zusammensetzung bestimmt.
[0027] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, das so geführt wird, dass die durch
das Verfahren hergestellte Beschichtung eine Bleistifthärte von 4H oder höher aufweist,
bestimmt nach ASTM D 3362. Die Messung der Härte mittels Nanoindentation ist im Beispiel
2 erläutert.
[0028] Bei der Einstellung des Self-Bias ist auch die Zusammensetzung des Gasgemisches zu
berücksichtigen, aus dem das Plasma erzeugt wird. So ist etwa bei einer hohen Molekülmasse
eines Precursors im Allgemeinen ein niedrigerer Self-Bias zu wählen als bei einer
geringen. Je leichter sich ein Precursor ionisieren lässt, desto geringer muss die
Plasmaleistung sein, um einen bestimmten Self-Bias zu erreichen. Bei einer hohen elektrischen
Leitfähigkeit des Plasmas wird eine geringe Plasmaleistung benötigt, um einen vorgegebenen
Self-Bias zu erzielen.
[0029] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei während Schritt B eine Regelung
erfolgt, so dass der Self-Bias im Bereich von 100 bis 400 V, bevorzugt im Bereich
von 100 bis 300 V, liegt.
[0030] Der Self-Bias kann z.B. bei gleichbleibender Plasmaleistung verringert werden, indem
die Plasmaanregungsfrequenz erhöht wird. Er kann aber alternativ und/oder bevorzugt
durch Anlegen einer zusätzlichen Gleichspannung an der Elektrode eingestellt beziehungsweise
beeinflusst werden, so dass er unabhängig von anderen Verfahrensparametern eingestellt
werden kann.
[0031] Eine Erhöhung des Self-Bias bewirkt auch eine Verbesserung der Schichtdickenhomogenität.
So konnte in eigenen Versuchen etwa festgestellt werden, dass sich auf einem runden
Substrat mit einem Durchmesser von 10 cm die maximale Schichtdicke von der minimalen
Schichtdicke bei 100 V Self-Bias um den Faktor 1,1 unterscheiden kann, während dieser
Faktor bei 200 V Self-Bias 1,005 betragen kann.
[0032] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird in Schritt B das Metallsubstrat im Plasmapolymerisationsreaktor
so angeordnet, dass es als Kathode geschaltet ist. Als Kathode wirkt das Metallsubstrat
dann, wenn es in direktem elektrisch leitenden Kontakt zu dem Teil der Kathode steht,
der vom Metallsubstrat unterscheidbar ist. Hierdurch wird das Erzielen einer hohen
Abscheiderate der positiv geladenen Ionen des Plasmas, die zur Kathode hingezogen
werden, erleichtert. Wenn das Substrat selbst als Kathode wirkt, wird die kinetische
Energie erhöht, mit der die positiv geladenen Ionen auf die Oberfläche prallen. Dadurch
verändert sich der Aufbau der Schicht in Richtung eines geringeren Anteils an organischen
(in der Regel vorwiegend aus C und H bestehenden) Gruppen und eines dementsprechend
höheren Anteils an Si und O. Der gleiche Effekt tritt auch auf (gegebenenfalls verringert),
wenn das Substrat zwar nicht als Kathode wirkt, aber in der Beschleunigungsbahn der
Kationen angeordnet ist.
[0033] Erfindungsgemäß bevorzugt wird im erfindungsgemäßen Verfahren keine separate lonenquelle
verwendet.
[0034] Ohne durch eine bestimmte Theorie festgelegt sein zu wollen, wird davon ausgegangen,
dass eine erhöhte kinetische Energie der Ionen das Abschlagen von organischen Gruppen
sowohl in den schichtbildenden Ionen als auch in der entstehenden Beschichtung erleichtert,
wobei die abgespaltenen Gruppen eine geringe Wahrscheinlichkeit besitzen, in die Schicht
eingebaut zu werden. Außerdem wird durch die hohe kinetische Energie der aufprallenden
Ionen die innere Spannung (Eigenspannungen) der Schicht herabgesetzt, was die Dehnung
bis Mikroriss der Schicht erhöht. Hierdurch ist es auch möglich geworden mit diesem
Verfahren Schichtdickenbereiche von deutlich über 30 µm herzustellen. Zur Messung
der Dehnung bis Mikroriss (Rissdehnung) vergleiche Beispiel 1.
[0035] Die gleichen Beobachtungen (höhere Abscheiderate, geringerer Anteil organischer Gruppen,
geringere innere Spannung, höhere Rissdehnung) werden gemacht, wenn der Self-Bias
erhöht wird. Aus diesem Grund können harte Beschichtungen eine höhere Rissdehnung
als weiche aufweisen. Bei sehr niedrigem Self-Bias fehlt eine ausreichende Wucht (Impact),
die die Beschichtung entspannt, was zu weichen (z.B. durch Nanoindentation zu messende
Härte von 1 GPa) und gleichzeitig rissempfindlichen Beschichtungen führen kann.
[0036] Wird allerdings der Self-Bias über einen vorteilhaften Bereich (siehe dazu auch oben)
hinaus erhöht, so entstehen Beschichtungen, die einen zu geringen Anteil an organischen
Gruppen und einen zu hohen Anteil von Si-H-Bindungen (siehe dazu auch unten) enthalten,
wodurch sie zu hart und zu spröde werden und ihre Kratzfestigkeit abnimmt. Anzustreben
ist somit ein Optimum im Hinblick auf die Härte und Elastizität der durch das erfindungsgemäße
Verfahren hergestellten Beschichtung bei einem akzeptablen Gelbindex (siehe dazu auch
unten).
[0037] Eine Erhöhung des Self-Bias bewirkt in der entstehenden Schicht einerseits den Abbau
von Eigenspannungen und damit einen die Rissdehnung erhöhenden Effekt, andererseits
eine Erhöhung der Härte und des Elastizitätsmoduls und damit einen die Rissdehnung
verringernden Effekt. Dadurch, dass sich zwei gegenläufige Effekte teilweise aufheben,
gibt es ein Optimum der Rissdehnung in Abhängigkeit vom Self-Bias, so dass eine hervorragende
Kombination von jeweils verhältnismäßig hoher Härte und hoher Rissbildung erzeugt
werden kann.
[0038] Zusätzlich führt eine Erhöhung des Self-Bias zu einer erhöhten Abscheiderate und
einer verbesserten Korrosionsbeständigkeit in der resultierenden Schicht.
[0039] Es handelt sich bei den mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugbaren Schichten
um organisch modifizierte SiO
2-Gerüste. Die organischen Anteile lassen sich im IR-Spektrum durch Banden bei ca.
2950 cm
-1 und bei ca. 1275 cm
-1 nachweisen. Zudem können sie durch Messung der Oberflächenenergie mit Testtinten
nachgewiesen werden. Je höher der Anteil organischer Gruppen, desto geringer ist die
Oberflächenenergie. Daher ist die Oberflächenenergie umso größer, je höher der Self-Bias
eingestellt wird.
[0040] Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen Verfahren während Schritt B des Self-Bias
auf dem Substrat eingestellt. Die Abhängigkeit der Abscheiderate und der Schichteigenschaften
vom Self-Bias wurde bereits erläutert. Wird der Self-Bias direkt auf dem Substrat
und somit auf dem zu beschichtenden Gegenstand eingestellt, so erleichtert dies das
Erzielen einer Schicht mit den gewünschten genau definierten Eigenschaften.
[0041] Vorzugsweise erfolgt in einem erfindungsgemäßen Verfahren während Schritt B eine
Regelung, so dass der Self-Bias konstant ist. Hierdurch kann der Aufbau der Schicht
genau kontrolliert werden. Vorteile eines möglichst konstanten Self-Bias sind ein
homogener Schichtaufbau und eine einfache Prozessübertragung auf verschiedenartige
Substrate oder eine Mehrzahl von Substraten. Vorzugsweise wird während Schritt B direkt
der Self-Bias geregelt. Wird die Plasmaleistung geregelt, so wird in der Regel der
Self-Bias nicht völlig konstant sein, sondern um einen bestimmten Wert fluktuieren.
In einem solchen Fall ist es bevorzugt, wenn die Gesamtschwankungsbreite des Self-Bias
maximal 5% des zeitlichen Mittelwertes ist, vorzugsweise maximal 3%.
[0042] Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren (insbesondere in Kombination
mit einem oder mehreren Merkmalen eines anderen als bevorzugt oder besonders bevorzugt
beschriebenen Verfahrens), wobei während Schritt B eine Regelung erfolgt, so dass
der Self-Bias auf dem Substrat im Bereich von 100 bis 400 V, weiter bevorzugt im Bereich
von 100 bis 300 V, liegt, insbesondere so, dass der Self-Bias konstant ist.
[0043] Für ein Rolle zu Rolle Verfahren ist es bevorzugt, dass an das metallische Substrat
eine Wechselspannung angelegt wird, so dass sich eine Self-Bias auf dem metallischen
Band ausbildet. Dabei kann zusätzlich eine Mikrowellenentladung in räumlicher Nähe
zum abgewickelten Band brennen und so die notwendige hohe Anzahl von Ionen bereit
stellen.
[0044] Weiterhin besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren (insbesondere in
Kombination mit einem oder mehreren Merkmalen eines anderen als bevorzugt oder besonders
bevorzugt beschriebenen Verfahrens), wobei der an der Elektrode anliegende Bias nicht
allein durch die Plasmaprozessparameter bestimmt wird, sondern durch eine zusätzliche
externe Gleichspannung erhöht oder erniedrigt wird. Dies ist insbesondere dann wichtig,
wenn die Elektrodenfläche groß gewählt wird und eine Gleichspannungserhöhung aus diesem
Grunde notwendig wird.
[0045] Eine Erhöhung des Zuflusses des oder der siliciumorganischen Precursoren für das
Plasma, (im Verhältnis zu gegebenenfalls ebenfalls zufließendem O
2 insbesondere unter Konstanthalten des Gesamtzuflusses) bewirkt im Allgemeinen eine
Erniedrigung der Härte, eine Erhöhung der Absorption im sichtbaren Bereich (Erhöhung
des Gelbindex), eine Verschlechterung der Korrosionsschutzwirkung und eine Verbesserung
der Rissdehnung.
[0046] Bei einer hohen Anzahl von Si-H-Bindungen in einer erfindungsgemäß hergestellten
Schicht kann im UV/Vis-Spektrum eine erhöhte Absorption von Licht des ultravioletten
und blauen Spektralbereichs festgestellt werden. Diese führt zu einer unerwünschten
Gelbfärbung (Erhöhung des Gelbindex). Es ist daher wünschenswert, den Anteil an Si-H-Bindungen
nicht zu groß werden zu lassen. Eine Verringerung des Self-Bias verhindert die Ausbildung
von Si-H-Bindungen in der Beschichtung. Ebenfalls inhibieren lässt sich die Ausbildung
von Si-H-Bindungen durch eine geeignete Auswahl der Menge und/oder Art an Precursor(en).
Dies wird in der Regel durch eine Verringerung des Zuflusses an siliciumorganischen
Precursoren erreicht, die darüber hinaus auch den Anteil an organischen Gruppen in
der Beschichtung reduziert. Das Auftreten von Si-H-Bindungen lässt sich auch im IR-Spektrum
(2150 bis 2250 cm
-1) nachweisen.
[0047] Die Ausbildung von Si-H-Bindungen in der Beschichtung wird ebenfalls verringert,
wenn dem Plasma eine hinreichende Menge an Sauerstoff zugeführt wird, was darüber
hinaus auch den Anteil an organischen Gruppen in der Beschichtung reduziert. Bevorzugt
ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei in Schritt B dem Plasma Sauerstoff (in
Form von O
2) zugeführt wird und vorzugsweise alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffen
vor Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig sind. Eine Verfahrensführung
in der Art, dass die dem Plasma zugeführten Stoffe nicht nur unter den Bedingungen
des Plasmas, sondern bereits vor dem Eintritt in den Reaktor gasförmig sind, erleichtert
die genaue Abstimmung der Dosierung der Stoffe.
[0048] Eine Erhöhung des Sauerstoffzuflusses führt zu einer Erhöhung der Härte, einer Verringerung
der Absorption im sichtbaren Bereich (Verringerung des Gelbindex), zu einer Verbesserung
der Korrosionsschutzwirkung, zu einer Verringerung der Anteile von organischen Gruppen
in der Beschichtung und zu einer Erniedrigung der Rissdehnung.
[0049] In einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren wird dem Plasma Sauerstoff (O
2) zugeführt, sind alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe vor Eintritt in
den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig und liegt das Verhältnis der dem Plasma
in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und Precursor(en) (insbesondere
siliziumorganischer Precursoren) im Bereich von 3:1 bis 5:1. In diesem Bereich ist
es erfindungsgemäß besonders einfach, den gewünschten Anteil von Kohlenstoff in der
durch das Verfahren hergestellten Beschichtung einzustellen und die gewünschten Eigenschaften
der Beschichtung zu erzielen.
[0050] Erhält man bei einem gegebenen Parametersatz eine gelbe Beschichtung, so kann der
O
2-Fluss erhöht werden. Alternativ kann der Zufluss an dem oder den siliciumorganischen
Precursoren oder der Self-Bias verringert werden. Ist die Beschichtung zu hart und
damit zu spröde, so kann die Self-Bias reduziert bzw. der Zufluss an dem oder den
siliciumorganischen Precursoren erhöht werden.
[0051] Die Wärmeleitfähigkeit, als auch die elektrische Leitfähigkeit wird durch die Veränderung
der eigentlichen Plasmaparameter im Rahmen der beanspruchten Beschichtung nur geringfügig
verändert. Lediglich die Schichtdicke ist ein wesentlicher Parameter, so dass die
Möglichkeit besteht, die mechanischen Anforderungen der Beschichtung der Fragestellung
möglichst gut anzupassen.
[0052] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, insbesondere in einer der als bevorzugt
bezeichneten Ausgestaltungen, wobei in Schritt B als Precursor(en) für das Plasma
ein oder mehrere Siloxane, gegebenenfalls Sauerstoff (O
2) sowie vorzugsweise keine weiteren Verbindungen eingesetzt werden. Siloxane, insbesondere
Hexamethyldisiloxan (HMDSO), haben sich als besonders geeignete Precursoren erwiesen,
um ein erfindungsgemäßes Verfahren zu führen, mit dem Beschichtungen mit der vorteilhaften
Eigenschaftskombination hergestellt werden können. Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen
Verfahren in Schritt B als Precursor(en) für das Plasma HMDSO, gegebenenfalls Sauerstoff
sowie vorzugsweise keine weitere Verbindung eingesetzt. Eine Erhöhung des Zuflusses
an HMDSO im Verhältnis zu Sauerstoff bewirkt u. a. eine Erniedrigung der Härte, eine
Erhöhung der Absorption im sichtbaren Bereich und eine Verschlechterung der Korrosionsschutzwirkung.
[0053] Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, in dem in Schritt B dem
Plasma Sauerstoff zugeführt wird, alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe
vor Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig sind, das Verhältnis der
dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und Precursor(en) im
Bereich von 1:1 bis 6:1 liegt und als Precursor(en) für das Plasma HMDSO, Sauerstoff
sowie insbesondere keine weitere Verbindung eingesetzt wird.
[0054] Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Plasmapolymerisation bei
einer Temperatur von weniger als 200°C, bevorzugt weniger als 180°C und/oder einem
Druck von weniger als 1 mbar, bevorzugt im Bereich von 10
-3 bis 10
-1 mbar durchgeführt. Falls der Druck während der Abscheidung zu hoch ist, kann eine
unerwünschte Pulverbildung des abgeschiedenen Materials auftreten. Bei einem Druck
kleiner als 10
-3 mbar kann das Plasma nicht mehr gezündet werden.
[0055] Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen Verfahren Schritt B bis zu einer Dicke
der abgeschiedenen Beschichtung von größer oder gleich 2 µm, bevorzugt größer oder
gleich 4 µm durchgeführt. Für bestimmte Anwendung, wenn z.B. extreme Abrasionsfestigkeit,
hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit oder auch eine gute thermische Isolation gewünscht
ist, ist eine höhere Dicke von > 4 µm, bevorzugt > 50 µm bis ca. 100 µm aufgrund der
geringen Eigenspannungen der Beschichtung möglich und auch bevorzugt.
[0056] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei in Schritt B die Abscheiderate
auf einen Wert von größer oder gleich 0,2 µm/min, vorzugsweise größer oder gleich
0,3 µm/min, eingestellt wird. Es kann beispielsweise ein Wert von 0,5 µm/min gewählt
werden. Hohe Abscheideraten erhöhen zum einen die Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen
Verfahrens und erleichtern zudem die Einstellung der gewünschten Schichteigenschaften.
[0057] Vorzugsweise ist in einem erfindungsgemäßen Verfahren das Metallsubstrat ein Buntmetallsubstrat,
ausgewählt aus der Gruppe von Substraten bestehend aus: Messing, Kupfer oder Bronze
mit gereinigter, unbeschichteter Oberfläche. Die Substratoberflächen sind optional
mechanisch und/oder elektrisch geglänzt und/oder glanzgebeizt bzw. durch eine chemische,
elektrochemische oder mechanische Vorbehandlung veredelt, beispielsweise glanzgebeizt,
elektropoliert oder poliert.
[0058] Es ist vorteilhaft, das erfindungsgemäße Verfahren so zu führen, dass in Schritt
A die zu beschichtende Substratoberfläche mittels eines Plasmas gereinigt wird. Eine
solche Plasmareinigung verbessert die Schichthaftung. Vorzugsweise wird im erfindungsgemäßen
Verfahren in Schritt A dem Plasma zur Durchführung der Plasmareinigung ein Gas oder
Gasgemisch zugesetzt, wobei das Gas oder Gasgemisch ausgewählt ist aus der Gruppe
bestehend aus: Argon, Argon-Wasserstoff-Gemisch, Sauerstoff.
[0059] In manchen Fällen ist es vorteilhaft, das erfindungsgemäße Verfahren so zu führen,
dass im Anschluss an Schritt B innerhalb des Plasmapolymerisationsreaktors nicht fragmentierte
siliciumorganische Verbindungen vorliegen, die sich mit reaktiven Stellen an der Oberfläche
der Beschichtung unter Ausbildung einer hydrophoben Oberfläche umsetzen. Dies kann
dadurch erreicht werden, dass der oder die unfragmentierten siliciumorganischen Precursoren
nach dem Ausschalten der Plasmaquelle zunächst im Reaktor belassen werden und so die
Gelegenheit bekommen, mit den Oberflächenradikalen der Plasmapolymerschicht zu reagieren.
Hierdurch lassen sich Schichten erzeugen, die besonders einfach zu reinigen sind.
Die Ausbildung einer oberflächennahen hydrophoben Schicht kann mittels XPS nachgewiesen
werden.
[0060] Hierbei werden zur Quantifizierung des Kohlenstoff-, Silicium- und Sauerstoff-Anteil
die Signale C1s, Si2p und O1s herangezogen. Zur Kalibrierung der Stöchiometrie-Messwerte
wird ein trimethylsiloxy-terminiertes Polydimethylsiloxan (PDMS) mit einer kinematischen
Viskosität von 350 mm
2/s bei 25 °C und einer Dichte von 0,970 g/mL bei 25 °C untersucht. Ein Beispiel hierfür
ist das Produkt DMS-T23E der Firma Gelest. Die relativen atomaren Empfindlichkeitsfaktoren
werden so angepasst, dass das ermittelte atomare stöchiometrische Verhältnis zwischen
Silicium und Sauerstoff 1,00±0,05 beträgt und das atomare stöchiometrische Verhältnis
zwischen Silicium und Kohlenstoff 0,50±0,03 beträgt.
[0061] Zu einer erfindungsgemäß bevorzugten Methode zur Durchführung der XPS-Untersuchung
vergleiche Beispiel 1 weiter unten.
[0062] Bei der genannten Verfahrensführung enthält eine mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellte Schicht vorzugsweise in den oberen (vom Substrat abgewandten) 5 nm einen
Kohlenstoffanteil von 40-55 Atom-%, einen Siliciumanteil von 15-25 Atom-% und einen
Sauerstoffanteil von 20-35 Atom-%, bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung
enthaltenen Si-, C- und O-Atome. Dem Fachmann ist dabei klar, dass dieser oberflächliche
Bereich erst nach Durchführung der erfindungswesentlichen Schritte aufgebracht wird.
[0063] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird das Plasma bevorzugt nicht mittels Gleichspannung,
sondern vorzugsweise mittels Hochfrequenz (HF) und in besonderen bevorzugten Fällen
(s.v.) mit Mikrowellen erzeugt. Hochfrequenzplasmen führen bei gleicher Self-Bias
zu höheren Abscheideraten, als niederfrequentere Plasmen.
[0064] Unter Hochfrequenz sollen Frequenzen größer/gleich 100 kHz verstanden werden.
[0065] Für ein ganz besonders bevorzugtes erfindungsgemäßes Verfahren gilt:
- in Schritt B wird dem Plasma Sauerstoff zugeführt;
- alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe sind vor Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor
gasförmig;
- das Verhältnis der dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und
Precursor(en) im Bereich von 1:1 bis 6:1;
- während Schritt B erfolgt eine Regelung, so dass der Self-Bias auf dem Substrat im
Bereich von 100 bis 400 V liegt, vorzugsweise so, dass der Self-Bias konstant ist;
- als Precursor(en) für das Plasma wird Hexamethyldisiloxan (HMDSO), Sauerstoff und
vorzugsweise keine weitere Verbindung eingesetzt;
- in Schritt B befindet sich das Metallsubstrat im Kontakt mit einem Teil der Kathode,
der vom Metallsubstrat unterscheidbar ist;
- die Plasmapolymerisation wird bei einer Temperatur von weniger als 200°C und einem
Druck im Bereich von 10-3 bis 10-1 mbar durchgeführt;
- in Schritt B wird die Abscheiderate auf einen Wert von größer oder gleich 0,2 mm/min
eingestellt;
- Schritt B wird bis zu einer Dicke der abgeschiedenen Beschichtung von größer oder
gleich 2 mm durchgeführt;
- das Metallsubstrat besteht aus Übergangsmetallen wobei Titan ausgeschlossen ist (bevorzugt
Ordnungszahlen von 22 bis 30, 39 bis 42, 44 bis 48 und 57 bis 79), Gallium, Germanium,
Indium, Zinn, Antimon, Bismut oder deren Legierungen; besonders bevorzugt besteht
es aus Legierungen, die Titan, Eisen, Kupfer und/oder Zink enthalten
- in Schritt A wird die zu beschichtende Substratoberfläche mittels eines Plasmas gereinigt,
wobei dem Plasma zur Durchführung der Plasmareinigung ein Gas oder Gasgemisch zugesetzt
wird, das ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus: Argon, Argon-Wasserstoff-Gemisch,
Sauerstoff;
- das Plasma wird mittels Hochfrequenz erzeugt.
[0066] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung auch ein beschichtetes
Metallsubstrat wie in den Ansprüchen definiert, herstellbar nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren, vorzugsweise in einer der vorstehend als bevorzugt bezeichneten Ausgestaltungen.
[0067] Ein erfindungsgemäß beschichtetes Metallsubstrat wie in Anspruch 11 definiert umfasst
ein Metallsubstrat und darauf angeordnet eine plasmapolymere Beschichtung mit folgenden
Merkmalen:
- eine Rissdehnung von ≥ 1,5 %, bevorzugt ≥ 2,5 %
- einen nach ASTM D 1925 bestimmten Gelbindex (Yellow Index) von ≤ 4 vorzugsweise ≤
3, weiter bevorzugt ≤ 2,5 und
- eine mittels Nanoindentation zu messende Härte im Bereich von 2,5 bis 10 GPa, vorzugsweise
3,1 bis 10 GPa, weiter bevorzugt 3,1 bis 6 GPa
- einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil von Kohlenstoff von 3 bis 28 Atom-%
bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-, Silicium-
und Sauerstoffatome
sowie bevorzugt
- eine Wärmeleitfähigkeit ≤ 5 W / m°K, vorzugsweise ≤ 2,5 W / m°K und/oder
- eine elektrische Durchschlagsfestigkeit von 10 - 100 kV/mm, vorzugsweise von ≥ 40
kV/mm,
mit der Maßgabe, dass das Metallsubstrat kein Leichtmetallsubstrat und kein Titan
ist und mit der Maßgabe, dass für den Fall einer Dehnung bis Mikroriss der Beschichtung
von ≤ 2,2 % die mittels Nanoidentation zu messende Härte ≥ 6 GPa beträgt.
[0068] Bevorzugte erfindungsgemäße beschichtete Metallsubstrate umfassend die weiter oben
beschriebenen als bevorzugt charakterisierten Substrate und/oder Beschichtungen.
[0069] So weist vorzugsweise bei einem erfindungsgemäßen beschichteten Metallsubstrat wie
in den Ansprüchen definiert die Beschichtung durch Messung mittels XPS bestimmbare
Anteile von 5 bis 30 Atom-%, bevorzugt 10 bis 25 Atom-% Silicium und 30 bis 70 Atom-%,
bevorzugt 40 bis 60 Atom-% Sauerstoff auf, bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung
enthaltenen Kohlenstoff-, Silicium- und Sauerstoffatome. Unabhängig von den genannten
Atom-%-werten für Silicium und Sauerstoff, bevorzugt aber in Kombination mit diesen
Werten weist die Beschichtung einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil
von Kohlenstoff von 3 bis 28 Atom-%, vorzugsweise 5 bis 28 Atom-% weiter bevorzugt
7 bis 28 Atom% bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-,
Silicium- und Sauerstoffatome. In diesen Atomprozent-Bereichen ist die Einstellung
der gewünschten Eigenschaftskombination besonders gut möglich. Die Abhängigkeit der
Anteile an Kohlenstoff, Silicium und Sauerstoff von der Anordnung des Substrats und
vom Self-Bias wurde bereits oben erläutert. Zudem können diese Anteile durch Wahl
geeigneter Precursoren beeinflusst werden.
[0070] Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen beschichteten Metallsubstrat weist ein von
der Beschichtung aufgenommenes IR-Spektrum eine oder mehrere, vorzugsweise alle der
folgenden Banden (Peaks) mit einem jeweiligen Maximum in den folgenden Bereichen auf:
C-H-Valenzschwingung im Bereich von 2950 bis 2970 cm
-1, Si-H-Schwingung im Bereich von 2150 bis 2250 cm
-1, Si-CH
2-Si-Schwingung im Bereich von 1350 bis 1370 cm
-1, Si-CH
3-Deformationschwingung im Bereich von 1250 bis 1280 cm
-1 und Si-O-Schwingung bei größer oder gleich 1150 cm
-1.
[0071] Die Lage des Maximums der Si-O-Si-Schwingung gibt Aufschluss über den Vernetzungsgrad
der Schicht. Je höher seine Wellenzahl, desto höher der Vernetzungsgrad. Schichten,
bei denen dieses Maximum bei größer oder gleich 1200 cm
-1, vorzugsweise größer oder gleich 1250 cm
-1 liegt, haben einen hohen Vernetzungsgrad, während etwa Antihaftschichten mit diesem
Maximum bei typischerweise ca. 1100 cm
-1 einen geringen Vernetzungsgrad besitzen.
[0072] Eine nachweisbare Si-CH
2-Si-Schwingungsbande zeigt an, dass zusätzlich zu Si-O-Si-Verknüpfungen, Si-CH
2-Si-Verknüpfungen in der Beschichtung vorhanden sind. Ein solches Material weist regelmäßig
eine erhöhte Flexibilität und Elastizität auf.
[0073] Zur Charakterisierung der Beschichtung kann das Verhältnis der Intensität der Si-H-Bande
zur Intensität der Si-CH
3-Bande dienen. Beschichtungen, bei denen dieses Verhältnis kleiner oder gleich ca.
0,2 ist, sind farblos. Bei einem Verhältnis von größer als ca. 0,3 sind die Beschichtungen
gelblich. Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes beschichtetes Metallsubstrat, wobei
in einem von der Beschichtung aufgenommenen IR-Spektrum das Verhältnis der Intensität
der Si-H-Bande zur Intensität der Si-CH
3-Bande kleiner oder gleich 0,3, vorzugsweise kleiner oder gleich 0,2 ist.
[0074] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes beschichtetes Metallsubstrat, wobei die Beschichtung
eine Absorptionskonstante k
300 nm von kleiner oder gleich 0,05 und/oder eine Absorptionskonstante k
400 nm von kleiner oder gleich 0,01 aufweist. Der Zusammenhang der Anzahl von Si-H-Bindungen,
welche eine Lichtabsorption im ultravioletten und blauen Bereich hervorrufen, mit
dem Self-Bias, einer Sauerstoffzufuhr zum Plasma und der Menge und Art an Precursor(en)
wurde bereits oben erläutert. Vorzugsweise weist die Beschichtung eines erfindungsgemäßen
beschichteten Metallsubstrats eine Oberflächenenergie im Bereich von 20 bis 40 mN/m,
bevorzugt 25 bis 35 mN/m auf. Die Oberflächenenergie wird wie oben ausgeführt durch
die Anteile an organischen Gruppen und somit durch den Betrag des Self-Bias bestimmt.
[0075] Wie bereits ausgeführt, können die Korrosionsschutzeigenschaften der Beschichtung
durch z. B. Einstellung des Self-Bias, der Zuflüsse an dem oder den siliciumorganischen
Precursoren und an Sauerstoff eingestellt werden. Vorzugsweise weist ein erfindungsgemäßes
beschichtetes Metallsubstrat nach einem 15-minütigen korrosiven Angriff von NaOH bei
pH 14 und 30°C keine mit bloßem Auge sichtbaren Korrosionsspuren auf.
[0076] Wie oben ausgeführt, wird die Rissdehnung u. a. durch die Einstellung des Self-Bias
bestimmt. Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Metallsubstrat weist die Beschichtung
eine Dehnung bis Mikroriss (Rissdehnung) von größer oder gleich 1,5%, vorzugsweise
größer oder gleich 2,5% auf.
[0077] Der Self-Bias beeinflusst die Schichtdickenhomogenität in der oben genannten Weise.
Im Fall von größeren Reaktoren sind jedoch auch die Gasflüsse von großer Bedeutung.
Hierunter sind beispielsweise solche Reaktoren zu verstehen, bei denen die Reaktorkammer
(Rezipient) 2 m
3 oder größer ist. Die Schichtdickenhomogenität u.a. wird durch die auf dem Substrat
erzeugten elektrischen Felder definiert, d.h. eine hohe Feldstärke bedeutet eine hohe
Abscheiderate. Homogenität ist nur dann zu erzielen, wenn die elektrische Feldstärke
auf dem Substrat überall weitgehend gleich ist. Allgemein gilt: Die Schichtdickenhomogenität
auf dem beliebigen dreidimensionalen Substrat gehorcht der Laplace-Gleichung, die
die Lösung für die elektrische Feldstärke auf dem Substrat angibt. Vorzugsweise unterscheidet
sich in einem erfindungsgemäßen beschichteten Metallsubstrat die maximale Schichtdicke
von der minimalen Schichtdicke um den Faktor 1,1 oder geringer.
[0078] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung
einer durch ein erfindungsgemäßes Verfahren herstellbaren oder hergestellten Beschichtung
(insbesondere in einer als bevorzugt gekennzeichneten Ausgestaltung) als Schutz- oder
Funktionsschicht auf Metallen wie in Anspruch 15 definiert.
[0079] Weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung wie in den Ansprüchen definiert ergeben
sich aus den nachfolgenden Beispielen, den Zeichnungen und den Ansprüchen.
Beispiel 1: XPS
[0080] XPS-Messungen (ESCA-Messungen) wurden mit dem Spektrometer KRATOS AXIS Ultra der
Firma Kratos Analytical durchgeführt. Die Kalibrierung des Messgerätes wurde so vorgenommen,
dass der aliphatische Anteil des C 1s Peaks bei 285,00 eV liegt. Aufgrund von Aufladungseffekten
wird es in der Regel notwendig sein, die Energieachse ohne weitere Modifikation auf
diesen Fixwert zu verschieben. Die Analysekammer war mit einer Röntgenquelle für monochromatisierte
Al K
α-Strahlung, einer Elektronenquelle als Neutralisator und einem Quadrupolmassenspektrometer
ausgerüstet. Weiterhin verfügte die Anlage über eine magnetische Linse, welche die
Photoelektronen über einen Eintrittsschlitz in einen Halbkugelanalysator fokussierte.
Während der Messung zeigte die Oberflächennormale auf den Eintrittsschlitz des Halbkugelanalysators.
Die Passenergie betrug bei der Bestimmung der Stoffmengenverhältnisse jeweils 160
eV. Bei der Bestimmung der Peak-Parameter betrug die Passenergie jeweils 20 eV.
[0081] Die genannten Messbedingungen sind bevorzugt, um eine weitgehende Unabhängigkeit
vom Spektrometertyp zu ermöglichen und um erfindungsgemäß hergestellte plasmapolymere
Produkte zu identifizieren.
[0082] Als Referenzmaterial wurde das Polydimethylsiloxan Silikonöl DMS-T23E der Firma Gelest
Inc. (Morrisville, USA) verwendet. Dieses trimethylsiloxy-terminierte Silikonöl besitzt
eine kinematische Viskosität von 350 mm
2/s (±10%) und eine Dichte von 0,970 g/mL bei 25 °C sowie ein mittleres Molekulargewicht
von ca. 13 650 g/mol. Das ausgewählte Material zeichnet sich durch einen extrem geringen
Anteil an verdampfbaren Bestandteilen aus: nach 24 Stunden bei 125 °C und 10
-5 Torr Vakuum wurden weniger als 0,01% flüchtige Anteile nachgewiesen (nach ASTM-E595-85
und NASA SP-R0022A). Es wurde mit Hilfe eines Spin-Coating-Prozesses als 40 bzw. 50
nm dicke Schicht auf einen Siliziumwafer aufgetragen; dabei wurde als Löse- bzw. Verdünnungsmittel
Hexamethyldisiloxan verwendet.
[0083] Mit der oben beschriebenen Vorgehensweise ergibt sich für das Silkonöl DMS-T23E folgende
atomare Zusammensetzung. Die Bindungsenergien der Elektronen sind ebenfalls aufgeführt.
Tabelle 1: Chemische Zusammensetzung und Bindungsenergie von Silikonöl DMS-T23E
| Element |
Si |
O |
C |
| Konzentration [Atom-%] |
24,76 |
25,40 |
49,84 |
| Bindungsenergie [eV] |
102,39 |
532,04 |
285,00 |
Beispiel 2: Messung der Härte mittels Nanoindentation
[0084] Die Nanoindentationshärte einer Probe wurde mit Hilfe eines Berkovich-Indenter (Hersteller:
Hysitron Inc. Minneapolis, USA) bestimmt. Die Kalibrierung und Auswertung geschah
nach dem etablierten Verfahren von
Oliver & Pharr (J. Mater. Res. 7, 1564 (1992)). Die Maschinensteifigkeit und die Flächenfunktion des Indenters wurden vor der
Messung kalibriert. Bei der Indentation wurde das "multiple partial unloading"-Verfahren
(
Schiffmann & Küster, Z. Metallkunde 95, 311 (2004)) benutzt, um tiefenabhängige Härtewerte zu erhalten und so einen Substrateinfluss
ausschließen zu können.
Beispiel 3: Dehnung bis Mikroriss (Rissdehnung)
[0085] Zur Bestimmung des Wertes der Dehnung des Mikroriss wird ein 0,5 mm dünnes und 10
cm langes Stahlblech (ST 37) analog beschichtet und solange gedehnt, bis optische
Risse sichtbar werden. Die Rissdehnungsgrenze ist gleich dem Quotienten aus Längendehnung
zur Ursprungsgesamtlänge des Stahls.
Beispiel 4: IR-Spektroskopie und Bestimmung des Intensitätsverhältnisses zweier Banden
im IR-Spektrum
[0086] Die Messungen wurden mit einem IFS 66/S IR-Spektrometer der Firma Bruker durchgeführt.
Als Verfahren wurde die IRRAS-Technik eingesetzt, mit deren Hilfe auch dünnste Beschichtungen
vermessen werden können. Die Spektren wurden im Wellenzahlbereich von 700 bis 4000
cm
-1 aufgenommen. Als Substratmaterial wurden kleine Plättchen von sehr sauberem und besonders
ebenem Aluminium verwendet. Der Einfallswinkel des IR-Lichts betrug bei der Messung
50°. Während sich die Probe im IR-Spektrometer befand, wurde die Probenkammer fortwährend
mit trockener Luft gespült. Das Spektrum unter solchen Bedingungen aufgenommen, dass
der Wasserdampfgehalt in der Probenkammer so klein war, dass im IR-Spektrum keine
Rotationsbanden des Wassers zu erkennen waren. Als Referenz wurde ein unbeschichtetes
Aluminiumplättchen verwendet.
[0087] Das Intensitätsverhältnis zweier Banden (Peaks) wird wie folgt bestimmt: Die Basislinie
(Baseline) im Bereich eines Peaks wird durch die beiden Minima definiert, die das
Maximum der Bande einschließen und entspricht der Strecke zwischen ihnen. Es wird
vorausgesetzt, dass die Absorptionsbanden gaußförmig sind. Die Intensität einer Bande
entspricht der Fläche zwischen Basislinie und Messkurve, begrenzt durch die beiden
Minima, die das Maximum einschließen, und kann vom Fachmann nach bekannten Methoden
einfach ermittelt werden. Die Bestimmung des Intensitätsverhältnisses zweier Banden
erfolgt durch Bilden des Quotienten ihrer Intensitäten. Grundvoraussetzung für den
Vergleich zweier Proben ist hierbei, dass die Beschichtungen die gleiche Dicke aufweisen
und dass der Einfallswinkel nicht verändert wird.
Ausführungsbeispiele 1 bis 4
[0088] Ein Zinkblech wird zusätzlich mit einer transparenten, dehnfähigen kratz- und korrosionsfesten
Beschichtung versehen.
[0089] Das Substrat wird auf oder in unmittelbarer Nähe der mit HF (13,56 MHz) betriebenen
Kathode (Fläche ca. 15 x 15 cm) befestigt, so dass das Substrat selbst als Kathode
wirkt. Nachdem der rechteckige Niederdruck-Reaktor mit einem Volumen von ca. 360 l
und einer installierten Nennsaugleistung von 4500 m
3/h auf einen Druck kleiner als 0.02 mbar evakuiert worden ist, wird Sauerstoff mit
einem Fluss von 280 sccm in den Reaktor eingelassen. Mit Hilfe einer Hochfrequenzplasmaentladung
(13.56 MHz) wird auf dem Substrat eine Self-Bias-Spannung von 250 V eingestellt. Unter
diesen Bedingungen läuft ein Sputterätzprozess ab, bei dem insbesondere organische
Verunreinigungen effizient abgebaut werden. Dieser Schritt als Schritts A des erfindungsgemäßen
Verfahrens hat eine Dauer von 5 min. Auf die vorgereinigte Substratoberfläche wird
nun in Schritt B des erfindungsgemäßen Verfahrens die Plasmabeschichtung abgeschieden.
Hierzu wird Hexamethyldisiloxan (HMDSO) mit einem Fluss von 66 sccm und Sauerstoff
mit einem Fluss von 280 sccm in den Reaktor eingelassen. Die Self-Bias Spannung wird
so geregelt, dass sich ein Wert von 100 V, 250 V, 300 V bzw. 400 V einstellt. Nach
einer Beschichtungszeit von 20 min hat sich eine ca. 4 µm dicke Schicht auf dem Substrat
abgeschieden, die die Kratzfestigkeit und die Korrosionsschutzwirkung gegenüber alkalischen
Medien stark verbessert: Ein korrosiver Angriff von NaOH (pH 14, 5 min, 30°C) ruft
keine mit bloßem Auge sichtbaren Korrosionsspuren hervor. Insbesondere die Beschichtungen
1 bis 3 (siehe Tabelle 2) sind im sichtbaren und UVA-Bereich transparent. Dies spiegelt
sich in der sehr geringen Absorptionskonstante k bei 300 bzw. 400 nm wider. Die Absorptionskonstanten
wurden aus den ellipsometrischen Daten entsprechend dem Manual des WVASE32 Spektrometer
der Firma J.A. Woolam Co, Inc. berechnet.
Tabelle 2: Optische Konstanten der Beschichtung bei der Variation der BIAS-Spannung.
| |
Self-Bias |
n 250 nm |
n 300 nm |
n 400 nm |
k 250 nm |
k 300 nm |
k 400 nm |
| 1 |
100 V |
1,58 |
1,52 |
1,50 |
0,015 |
0,00 |
0 |
| 2 |
250 V |
1,62 |
1,58 |
1,54 |
0,040 |
0,01 |
0 |
| 3 |
300 V |
1,85 |
1,76 |
1,58 |
0,110 |
0,06 |
0.01 |
| 4 |
400 V |
2,20 |
1,93 |
1,85 |
0,210 |
0,12 |
0.03 |
Ausführungsbeispiel 5
[0090] Ein Edelstahlblech (1.4544) wurde durch Plasmapolymerisation unter den in den Ausführungsbeispiel
2 (66 sccm HMDSO und 280 sccm O
2, Self-Bias = 250 V) aufgeführten Verfahrensparametern behandelt. Die Beschichtung
erwies sich kratzfester als eine verdichtete Eloxalbeschichtung mit ca. 8 µm Schichtdicke,
jedoch wurde eine wesentlich höhere Rissdehnung von 2,8% beobachtet. Die Rissdehnung
für die Eloxalbeschichtung wies dagegen nur einen Wert von 0,5% auf.
[0091] Um die Kratzfestigkeit auf dem Substrat zu bestimmen, wurde ein Excentergerät (Fa.
Starnberger) verwendet. Hierbei wurde mit einem Filzplättchen, das mit einem 1 kg
schweren Gewicht belastet worden ist, eine ca. 8 µm dicke Eloxaloberfläche (nicht
erfindungsgemäß), eine ca. 500 nm dicke, nach einem Verfahren des Stands der Technik
hergestellte plasmapolymere Beschichtung (nicht erfindungsgemäß, exemplarisch hergestellt
nach
T.W. Jelinek, Oberflächenbehandlung von Aluminium, Eugen G. Leuze Verlag, Saulgau,
1996) und eine 4 µm dicke erfindungsgemäß hergestellte plasmapolymere Beschichtung untersucht.
Die Eloxaloberfläche war bereits nach ca. 300 Doppelhüben und die nicht erfindungsgemäße
plasmapolymere Beschichtung nach etwa 500 Hüben optisch wahrnehmbar zerkratzt. Bei
der erfindungsgemäß hergestellten plasmapolymeren Beschichtung konnten auch nach 10.000
Hüben keine optisch wahrnehmbaren Kratzer festgestellt werden.
[0092] Die guten Korrosionsschutzeigenschaften der erfindungsgemäßen mittels Plasmapolymerisation
erzeugten Beschichtung gelten in sauren (20% Schwefelsäure, 45 min, 65°C) wie in basischen
(NaOH, pH 14, 5 min, 30°C) Medien. Nach diesen Korrosionstests konnten keine sichtbaren
Schäden bzw. an Beschichtungskanten keine Unterwanderung festgestellt werden.
[0093] Das Infrarot-Spektrum von dieser Beschichtung zeigt Figur 1. Deutlich zu erkennen
sind die CH-Valenzschwingungen bei 2966 cm
-1, die Si-H-Schwingung bei 2238 cm
-1, die Si-CH
2-Si-Schwingung bei ca. 1360 cm
-1, die Si-CH
3 Deformationsschwingung bei 1273 cm
-1, die Si-O-Schwingungen bei 1192 cm
-1 bzw. 820 cm
-1. Das Bandenverhältnis (gemäß Beispiel 4) zwischen Si-H und Si-CH
3 beträgt ca. 1:5. Das IR-Spektrum zeigt einen kleinen Peak bei 1360 cm-1. Diese Bande
ist mit einer Si-CH
2-Si-Schwingung korreliert. Zusätzlich zum Si-O-Si-Netzwerk liegt somit ein Si-CH
2-Si-Netzwerk in der Beschichtung vor.
[0094] Die Härte der Beschichtung wurde gemäß Beispiel 2 bestimmt. Sie beträgt 3 GPa. Die
Bleistifthärte beträgt 4H.
[0095] Die Beschichtung ist in der Tiefe homogen. Die Anteile an Kohlenstoff betragen ca.
10%, an Silizium ca. 10%, an Wasserstoff ca. 30% und an Sauerstoff ca. 50%. Eine rasterelektronenmikroskopische
Untersuchung der Bruchkante der Plasmapolymerschicht zeigt einerseits einen muschligen
Bruch, wie er für spröde Materialien (Glas) bekannt ist und andererseits kleine treppenartige
Brüche, wie sie eher für kristalline Materialien erwartet werden.
Ausführungsbeispiel 6
[0096] Das Experiment wird wie in Ausführungsbeispiel 5 durchgeführt, jedoch wurde zur Steigerung
der Abscheiderate und somit zur Verkürzung der Prozesszeit ein Plasmagenerator verwendet,
der mit einer Frequenz von 27.12 MHz oszilliert. Bei gleichen Gasflüssen (HMDSO: 66
sccm, O
2: 280 sccm) und Self-BIAS-Spannung (250 V) wird die Abscheiderate um Faktor 1,5 erhöht.
Die Beschichtungseigenschaften verändern sich nur unwesentlich und sind denen der
Beschichtung aus Ausführungsbeispiel 5 sehr ähnlich.
Ausführungsbeispiel 7
[0097] Die Abhängigkeit der Kratz-und Abrasionsschutzeigenschaften wurden in Abhängigkeit
der Schichtdicke bestimmt. Als Substrat diente 600 µm dickes Edelstahlblech (1.4544).
Die Schichtdicke wurde durch die Beschichtungszeit definiert. Der Kratzschutz wurde
durch Partikelbeschuss (50 µm Korund, Geschwindigkeit 100 km/h, Zeit 3 min, Partikelfluss
33 g/min/cm
2) überprüft. Die Beschichtungs-parameter sind in Tabelle 3 gezeigt.
[0098] Die Beschichtungen, deren Schichtdicke kleiner 10 µm sind, werden komplett abgetragen,
d.h. die Schichtdicke nach dem Kratzschutztest betrug 0 nm. Ab einer Schichtdicke
von ca. 17 µm konnte kein nennenswerter Abtrag festgestellt werden, d.h. die Schichtdicke
blieb unverändert.
Tabelle 3: Beschichtungsparameter für Kratz- und Abrasionsschutzbeschichtungen
| Bias [V] |
HMDSO [sccm] |
O2 [sccm] |
Zeit [min] |
Dicke [µm] |
| 200 |
60 |
60 |
5 |
0,7 |
| 200 |
60 |
60 |
10 |
1,6 |
| 200 |
60 |
60 |
20 |
3,4 |
| 200 |
60 |
60 |
40 |
7,7 |
| 200 |
60 |
60 |
80 |
17,5 |
| 200 |
60 |
60 |
160 |
36 |
Ausführungsbeispiel 8
[0099] Zur Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit wurden Edelstahlbleche mit einer 15µm dicken
Schicht versehen. Die Plasmaparameter sind in Tabelle 4 aufgelistet.
Tabelle 4 Beschichtungsparameter für die Proben 1 und 2.
| Probe |
BIAS [V] |
HMDSO [sccm] |
O2 [sccm] |
Zeit [min] |
Dicke [µm] |
| 1 |
300 |
60 |
60 |
80 |
15 |
| 2 |
300 |
60 |
180 |
80 |
15 |
[0100] Die wärmetechnischen Größen wurden durch die Flash-Methode ermittelt. Ihr Prinzip
beruht darauf, die Vorderseite einer Probe durch einen kurzen Lichtpuls schlagartig
zu erwärmen und danach zu messen, mit welcher Zeitverzögerung die Wärmefront die Probenrückseite
erreicht. Flash-Methoden liefern als primäre Messgröße die Temperaturleitfähigkeit
(α) der Probe, die bei Kenntnis von Dichte (p) und Wärmekapazität (Cp) in die Wärmeleitfähigkeit
(λ) umgerechnet werden kann. Das Messprinzipbild ist in Fig. 2 dargestellt.

[0101] Die Methode kann auch auf mehrschichtig aufgebaute Proben angewendet werden. Hier
lässt sich die Wärmeleitfähigkeit einer unbekannten Schicht bestimmen, wenn die thermophysikalischen
Parameter (α, Cp, p) aller anderen Schichten bekannt sind.
[0102] Die Daten zur unbeschichteten Edelstahlprobe finden sich in Tabelle5:
Tabelle 5
| Dichte (Dichtewaage nach dem Auftriebsprinzip, Trägermedium: Wasser, 24 °C) |
7,93 g/cm3 |
| Wärmekapazität (leistungskompensierte DSC, 25 °C) |
0,47 J/gK |
| Abmessungen der Probekörper für die Flash-Messung (Bügelmessschraube) |
12,7 x 12, 7 x 0,58 mm3 |
| Temperaturleitfähigkeit |
3,85 ± 0,02 mm2/s |
| (Netzsch Nanoflash LFA 447, 25 °C) |
|
| Wärmeleitfähigkeit (25°C) |
14,3 W/mK (ca. ± 10%) |
[0103] Mit plasmapolymerer Beschichtung wurden die Daten der Tabelle 6 gemessen. Neben der
Wärmeleitfähigkeit finden sich Angaben zur Temperaturleitfähigkeit und zum thermischen
Widerstand.
Tabelle 6
| Proben ID |
Dicke [µm] |
Temperaturleitfähigkeit [mm2/s] |
Wärmeleitfähigkeit [W/mK] |
gemittelte Wärmeleitfähigkeit [W/mK] |
thermischer Widerstand [mm2 K/W] |
| 1. Probe Stelle 1 |
15 |
0,124 |
0,20 |
0,18 |
83 |
| 1. Probe Stelle 2 |
0,097 |
0,16 |
| 2. Probe Stelle 1 |
15 |
0,107 |
0,17 |
0,18 |
83 |
| 2. Probe Stelle 2 |
0,110 |
0,18 |
[0104] Die hier gemessenen Schichten eignen sich besonders für die Beschichtung von Spritzgussformen.
Beispiel 9
[0105] Ein Türgriff aus Messing wurde mit einer korrosions- und kratzfesten Beschichtung
ausgerüstet. Der Türgriff ist als Kathode geschaltet worden, so dass während der Abscheidung
eine konstante Self-Bias-Spannung von -250 V herrschte. Nach einer Beschichtungszeit
von 20 min und einem HMDSO- bzw. O
2-Fluss von 66 sccm und 280 sccm entstand auf dem Griff eine transparente und interferenzfreie
Schicht von ca. 5 µm. Der Farbeindruck des Griffes war unverändert. Die Beständigkeit
der Beschichtung gegen Schweiß wurde durch 96- stündige Einlagerung in künstlichem
Schweiß untersucht. Der Griff zeigte keinerlei sichtbare Veränderung, die Schichthaftung
war nicht herabgesetzt.
1. Verfahren zum Beschichten der Oberfläche eines Metallsubstrates, mit folgenden Schritten:
A. Bereitstellen des Metallsubstrates,
B. Beschichten der Substratoberfläche in einem Plasmapolymerisationsreaktor mittels
Plasmapolymerisation, wobei
- in Schritt B für das Plasma (a) Precursor(en) bestehend aus einer oder mehreren
siliciumorganischen Verbindungen oder (b) Precursor(en) bestehend aus einer oder mehreren
siliciumorganischen Verbindungen und weiteren Verbindungen eingesetzt werden und
- in Schritt B das Metallsubstrates im Plasmapolymerisationsreaktor so angeordnet
wird, dass es als Kathode geschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren so geführt wird, dass die durch das Verfahren hergestellte Beschichtung
- eine Dehnung bis Mikroriss von ≥ 1,5 %,
- einen nach ASTM D 1925 bestimmten Gelbindex (Yellow Index) von ≤ 4 und
- eine mittels Nanoindentation zu messende Härte im Bereich von 2,5 bis 10 GPa,
- einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil von Kohlenstoff von 3 bis 28
Atom-%,, bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-,
Silicium- und Sauerstoffatome
aufweist,
mit der Maßgabe, dass das Metallsubstrat kein Leichtmetallsubstrat und kein Titan
ist
und mit der Maßgabe, dass für den Fall einer Dehnung bis Mikroriss der Beschichtung
von ≤ 2,2 % die mittels Nanoindentation zu messende Härte ≥ 6 GPa beträgt
wobei
- das Verhältnis der dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff
und den Precursor(en) im Bereich von 1:1 bis 6:1 liegt
und
- während Schritt B eine Regelung erfolgt, so dass der Self-Bias im Bereich von 50
bis 1000 V liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Metallsubstrat
- ein Halbzeug ist,
und/oder
- ausgewählt ist aus der Gruppe von Substraten bestehend aus Messing oder Messinglegierungen
mit gereinigter, unbeschichteter Oberfläche, Kupfer, Neusilber, Bronze, Silber, Gold
oder deren Legierungen jeweils ggf. mit oberflächlicher Oxidschicht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Verfahren so geführt wird, dass die durch das
Verfahren hergestellte Beschichtung eine Bleistifthärte von 4H oder höher aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in Schritt B
- als Precursor(en) für das Plasma ein oder mehrere Siloxane eingesetzt werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei während Schritt B
- eine Regelung erfolgt, so dass der Self-Bias im Bereich von 100 bis 400 V liegt
und/oder
- der Self-Bias auf dem Substrat eingestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Plasmapolymerisation bei
einer Temperatur von weniger als 200°C und/oder einem Druck von weniger als 1 mbar,
durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in Schritt B die Abscheiderate
auf einen Wert von größer oder gleich 0,2 µm/min eingestellt wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei Schritt B bis zu einer Dicke
der abgeschiedenen Schicht von größer oder gleich 2 µm durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in Schritt A die zu beschichtende
Substratoberfläche mittels eines Plasmas gereinigt wird.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Plasma mittels Hochfrequenz
erzeugt wird.
11. Beschichtetes Metallsubstrat, umfassend ein Metallsubstrat und darauf angeordnet eine
plasmapolymere Beschichtung, wobei die Beschichtung
- eine Dehnung bis Mikroriss von ≥ 1,5 %
- einen nach ASTM D 1925 bestimmten Gelbindex (Yellow Index) von ≤ 4 und
- eine mittels Nanoindentation zu messende Härte im Bereich von 2,5 bis 10 GPa,
- einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil von Kohlenstoff von 3 bis 28
Atom-%, bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-,
Silicium- und Sauerstoffatome
aufweist,
mit der Maßgabe, dass das Metallsubstrat kein Leichtmetallsubstrat und kein Titan
ist
und mit der Maßgabe, dass für den Fall einer Dehnung bis Mikroriss der Beschichtung
von ≤ 2,2 % die mittels Nanoindentation zu messende Härte ≥ 6 GPa beträgt.
12. Beschichtetes Metallsubstrat nach Anspruch 11, wobei die Beschichtung eines, mehrere
oder alle Merkmale aufweist aus der Gruppe bestehend aus:
- durch Messung mittels XPS bestimmbare Anteile von 5 bis 30 Atom-% Silicium und 30
bis 70 Atom-% Sauerstoff bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen
Kohlenstoff-, Silicium- und Sauerstoffatome,
- eine Absorptionskonstante k300 nm von kleiner oder gleich 0,05,
- eine Absorptionskonstante k400 nm von kleiner oder gleich 0,01,
- eine Oberflächenenergie im Bereich von 20 bis 40 mN/m
- eine maximale Schichtdicke, die sich von der minimalen Schichtdicke um den Faktor
1,1 oder geringer unterscheidet.
13. Beschichtetes Metallsubstrat nach Anspruch 11 oder 12, wobei ein von der Beschichtung
aufgenommenes IR-Spektrum eine oder mehrere der folgenden Banden mit einem jeweiligen
Maximum in den folgenden Bereichen aufweist: C-H-Valenzschwingung im Bereich von 2950
bis 2970 cm-1, Si-H-Schwingung im Bereich von 2150 bis 2250 cm-1, Si-CH2-Si-Schwingung im Bereich von 1350 bis 1370 cm-1, Si-CH3-Deformationschwingung im Bereich von 1250 bis 1280 cm-1 und Si-O-Schwingung bei größer oder gleich 1150 cm-1.
14. Beschichtetes Metallsubstrat nach einem der Ansprüche 11 bis 13, das nach einem 15-minütigen
korrosiven Angriff von NaOH bei pH 13,5 und 30°C keine mit bloßem Auge sichtbaren
Korrosionsspuren aufweist.
15. Verwendung einer durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 herstellbaren
oder hergestellten plasmapolymeren Beschichtung oder einer plasmapolymeren Beschichtung
wie in einem der Ansprüche 11 bis 14 definiert
- als Schutz- oder Funktionsschicht auf Metallen, mit der Maßgabe, dass es sich um
keine Leichtmetalle und kein Titan handelt,
und/oder
- wobei das Substrat eine Spritzgussform oder ein Teil hiervon ist.
1. Method for coating the surface of a metal substrate, comprising the following steps:
A. providing the metal substrate,
B. coating the substrate surface in a plasma polymerisation reactor by means of plasma
polymerisation, wherein
- in step B, (a) precursor(s) consisting of one or more organosilicon compounds or
(b) precursor(s) consisting of one or more organosilicon compounds and further compounds
are used for the plasma, and
- in step B, the metal substrate is arranged in the plasma polymerisation reactor
in such a way that the metal substrate is connected as a cathode,
characterised in that the method is conducted in such a way that the coating produced by the method has
- a strain to microcracking of ≥ 1.5%,
- a yellow index determined according to ASTM D 1925 of ≤ 4 and
- a hardness to be measured by means of nanoindentation in the range of 2.5 to 10
GPa,
- a carbon content, determinable by measurement using XPS, of 3 to 28 atom%, based
on the total number of carbon, silicon and oxygen atoms contained in the coating,
with the proviso that the metal substrate is not a light metal substrate and not titanium
and with the proviso that in the case of a strain to microcracking of the coating
of ≤ 2.2%, the hardness to be measured by means of nanoindentation is ≥ 6 GPa,
wherein
- the ratio of the gas flows of oxygen and the precursor(s) supplied to the plasma
in step B lies in the range of 1:1 to 6:1
and
- during step B, a control is performed, so that the self-bias lies in the range of
50 to 1000 V.
2. Method according to claim 1, wherein the metal substrate is
- a semi-finished product,
and/or
- selected from the group of substrates consisting of brass or brass alloys with cleaned,
uncoated surface, copper, nickel silver, bronze, silver, gold or their alloys in each
case if necessary with a superficial oxide layer.
3. Method according to claim 1, wherein the method is conducted in such a way that the
coating produced by the method has a pencil hardness of 4H or higher.
4. Method according to one of the preceding claims, wherein in step B
- one or more siloxanes are used as precursor(s) for the plasma.
5. Method according to one of the preceding claims, wherein during step B
- a control is performed, so that the self-bias lies in the range of 100 to 400 V
and/or
- the self-bias is adjusted to the substrate.
6. Method according to one of the preceding claims, wherein the plasma polymerisation
is carried out at a temperature of less than 200°C and/or a pressure of less than
1 mbar.
7. Method according to one of the preceding claims, wherein in step B the deposition
rate is set to a value of greater than or equal to 0.2 µm/min.
8. Method according to one of the preceding claims, wherein step B is carried out up
to a thickness of the deposited layer of greater than or equal to 2 µm.
9. Method according to one of the preceding claims, wherein in step A the substrate surface
to be coated is cleaned by means of a plasma.
10. Method according to one of the preceding claims, wherein the plasma is produced by
means of high frequency.
11. Coated metal substrate, comprising a metal substrate and arranged thereon a plasma
polymer coating, wherein the coating has
- a strain to microcracking of ≥ 1.5%,
- a yellow index determined according to ASTM D 1925 of ≤ 4 and
- a hardness to be measured by means of nanoindentation in the range of 2.5 to 10
GPa,
- a carbon content, determinable by measurement using XPS, of 3 to 28 atom%, based
on the total number of carbon, silicon and oxygen atoms contained in the coating,
with the proviso that the metal substrate is not a light metal substrate and not titanium
and with the proviso that in the case of a strain to microcracking of the coating
of ≤ 2.2%, the hardness to be measured by means of nanoindentation is ≥ 6 GPa.
12. Coated metal substrate according to claim 11, wherein the coating has one, a plurality
of or all the features from the group consisting of:
- oxygen contents, determinable by measurement using XPS, of 5 to 30 atom%, based
on the total number of carbon, silicon and oxygen atoms contained in the coating,
- an absorption constant k300 nm of less than or equal to 0.05,
- an absorption constant k400 nm of less than or equal to 0.01,
- a surface energy in the range of 20 to 40 mN/m
- a maximum layer thickness which differs from the minimum layer thickness by a factor
of 1.1 or less.
13. Coated metal substrate according to claim 11 or 12, wherein an IR spectrum taken of
the coating has one or more of the following bands with a respective maximum in the
following ranges: C-H stretching vibration in the range of 2950 to 2970 cm-1, Si-H vibration in the range of 2150 to 2250 cm-1, Si-CH2-Si vibration in the range of 1350 to 1370 cm-1, SiCH3 scissoring vibration in the range of 1250 to 1280 cm-1 and Si-O vibration at greater than or equal to 1150 cm-1.
14. Coated metal substrate according to one of claims 11 to 13, which shows no signs of
corrosion visible to the naked eye after a 15-minute corrosive attack of NaOH pH 13.5
and 30°C.
15. Use of a plasma polymer coating producible or produced by a method according to one
of claims 1 to 10 or of a plasma polymer coating as defined in one of claims 11 to
14
- as a protective or functional layer on metals, with the proviso that the metals
are not light metals and not titanium,
and/or
- wherein the substrate is an injection mould or a part thereof.
1. Procédé servant à recouvrir la surface d'un substrat métallique, comprenant les étapes
suivantes consistant à :
A. fournir le substrat métallique ;
B. recouvrir la surface de substrat dans un réacteur de polymérisation par plasma
au moyen d'une polymérisation par plasma, sachant
- qu'à l'étape B, (a) un ou des précurseurs constitués d'un ou de plusieurs composés
organosiliciés ou (b) un ou des précurseurs constitués d'un ou de plusieurs composés
organosiliciés et d'autres composés sont employés pour le plasma, et
- qu'à l'étape B, le substrat métallique est disposé dans le réacteur de polymérisation
par plasma de telle manière qu'il est installé en tant que cathode,
caractérisé en ce que le procédé est conduit de telle sorte que le revêtement fabriqué par le procédé présente
- une déformation à la micro-fissure ≥ 1,5 %,
- un indice de jaune (yellow index) déterminé selon la norme ASTM D 1925 ≤ 4, et
- une dureté à mesurer au moyen d'une nano-indentation située dans la plage allant
de 2,5 à 10 GPa,
- une proportion de carbone pouvant être déterminée par une mesure XPS allant de 3
à 28 % en atome, par rapport au nombre total des atomes de carbone, de silicium et
d'oxygène contenus dans le revêtement,
à condition que le substrat métallique ne soit pas un substrat en métal léger et pas
de titane,
et à condition que dans le cas d'une déformation à la micro-fissure du revêtement
≤ 2,2 %, la dureté à mesurer au moyen de la nano-indentation présente une valeur ≥
6 GPa,
sachant
- que le rapport des flux de gaz d'oxygène et du ou des précurseurs amenés au plasma
à l'étape B est compris dans la plage allant 1:1 à 6:1
et
- qu'un réglage est effectué au cours de l'étape B de sorte que l'auto-polarisation
est comprise dans la plage allant de 50 à 1000 V.
2. Procédé selon la revendication 1, sachant que le substrat en métal
- est un semi-produit,
et/ou
- est choisi parmi le groupe de substrats constitués de laiton ou d'alliages de laiton
présentant une surface nettoyée sans revêtement, de cuivre, de maillechort, de bronze,
d'argent, d'or ou d'alliages de ces derniers respectivement le cas échéant comprenant
une couche d'oxyde superficielle.
3. Procédé selon la revendication 1, sachant que le procédé est conduit de telle sorte
que le revêtement fabriqué par le procédé présente une dureté crayon de 4 H ou plus.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant qu'à l'étape
B
- un ou plusieurs siloxanes sont employés en tant que précurseurs pour le plasma.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant qu'au cours
de l'étape B,
- un réglage est effectué de sorte que l'auto-polarisation est comprise dans la plage
allant de 100 à 400 V
et/ou
- l'auto-polarisation est ajustée sur le substrat.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant que la polymérisation
par plasma est réalisée à une température inférieure à 200 °C et/ou à une pression
inférieure à 1 mbar.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant qu'à l'étape
B le taux de dépôt est ajusté sur une valeur supérieure ou égale à 0,2 µm/min.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant que l'étape
B est réalisée jusqu'à parvenir à une épaisseur de la couche déposée supérieure ou
égale à 2 µm.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant qu'à l'étape
A, la surface de substrat à recouvrir est nettoyée au moyen d'un plasma.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant que le plasma
est produit au moyen d'une fréquence élevée.
11. Substrat en métal recouvert, comprenant un substrat en métal et, disposé sur ce dernier,
un revêtement en polymère plasma, sachant que le revêtement présente
- une déformation à la micro-fissure ≥ 1,5 %,
- un indice de jaune (yellow index) déterminé selon la norme ASTM D 1925 ≤ 4, et
- une dureté à mesurer au moyen d'une nano-indentation située dans la plage allant
de 2,5 à 10 GPa,
- une proportion de carbone pouvant être déterminée par une mesure XPS allant de 3
à 28 % en atome, par rapport au nombre total des atomes de carbone, de silicium et
d'oxygène contenus dans le revêtement,
à condition que le substrat métallique ne soit pas un substrat en métal léger et pas
de titane,
et à condition que dans le cas d'une déformation à la micro-fissure du revêtement
≤ 2,2 %, la dureté à mesurer au moyen de la nano-indentation présente une valeur ≥
6 GPa.
12. Substrat en métal revêtu selon la revendication 11, sachant que le revêtement présente
une, plusieurs ou toutes les caractéristiques issues du groupe comprenant :
- des proportions d'oxygène pouvant être déterminées par une mesure XPS allant de
5 à 30 % en atome, par rapport au nombre total des atomes de carbone, de silicium
et d'oxygène contenus dans le revêtement,
- une constante d'absorption k300 nm inférieure ou égale à 0,05,
- une constante d'absorption k400 nm inférieure ou égale à 0,01,
- une énergie superficielle comprise dans la plage allant de 20 à 40 mN/m,
- une épaisseur de couche maximale, qui se distingue de l'épaisseur de couche minimale
du facteur de 1,1 ou moins.
13. Substrat en métal recouvert selon la revendication 11 ou 12, sachant qu'un spectre
IR enregistré sur le revêtement présente un ou plusieurs des groupes suivants avec
un maximum respectif compris dans les plages suivantes : une oscillation de valence
C-H située dans la plage allant de 2950 à 2970 cm-1, une oscillation Si-H située dans la plage allant de 2150 à 2250 cm-1, une oscillation Si-CH2-Si située dans la plage allant de 1350 à 1370 cm-1, une oscillation de déformation Si-CH3 située dans la plage allant de 1250 à 1280 cm-1 et une oscillation Si-O de l'ordre d'une valeur supérieure ou égale à 1150cm-1.
14. Substrat en métal revêtu selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, qui ne
présente aucune trace de corrosion visible à l'œil nu après une attaque corrosive
pendant 15 minutes de NaOH à une valeur pH de 13,5 et à 30 °C.
15. Utilisation d'un revêtement polymère plasma pouvant être fabriqué ou fabriqué par
un procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10 ou d'un revêtement polymère
plasma tel que défini dans l'une des revendications 11 à 14
- en tant que couche de protection ou fonctionnelle sur des métaux à la condition
qu'il ne s'agisse pas d'un métal léger et pas de titane
et/ou
- sachant que le substrat est un moule de coulée par injection ou une partie de ce
dernier.