[0001] Die Erfindung betrifft eine Brandschutzvorrichtung bzw. ein Brandschutzelement für
ein Gebäude, vorzugsweise zur Verhinderung oder Reduzierung eines Brandüberschlags.
Ferner betrifft die Erfindung ein Gebäude, vorzugsweise eine Gebäudefassade mit einer
solchen Brandschutzvorrichtung bzw. einem solchen Brandschutzelement.
[0002] Im Brandfall besteht bei Gebäuden mit geschossübergreifenden Hohl- oder Lufträumen
(z.B. hinterlüftete Gebäudefassaden oder Doppelfassaden) die Gefahr des geschossübergreifenden
Brandüberschlags und die Gefahr einer schnellen Brandausbreitung wegen des Kamineffektes.
Um diese Gefahr zu reduzieren, werden üblicherweise Bleche als Brandschott im Bereich
der Hinterlüftungsebene angebracht.
[0003] EP 1 731 685 A2 offenbart ein Blech, das als Brandschott verwendet wird und Löcher aufweist, um im
normalen Anwendungsfall einen Luftdurchtritt zu ermöglichen. Das Blech ist zwischen
zwei einen Teil einer Dämmebene ausbildenden Schaumplatten eingeschoben und befestigt
und ragt in die Hinterlüftungsebene der Gebäudefassade vor. Auf dem Blech ist ein
Material befestigt, das im Brandfall aufschäumt, um die Löcher zu verschließen, wodurch
die Gefahr des Brandüberschlags reduziert wird.
[0004] Nachteilhaft daran ist z.B., dass die Dämmebene durch die Bleche unterbrochen wird,
die aufwendig anzubringen sind und als Wärmebrücke wirken.
[0005] In Anbetracht obiger Ausführungen wird es Fachleuten anhand dieser Offenbarung ersichtlich,
dass ein Bedarf an der Lösung oder Überwindung oben beschriebener Probleme oder Nachteile
besteht. Diese Erfindung bezieht sich auf diesen Bedarf des Standes der Technik sowie
auf andere Bedürfnisse, die Fachleuten anhand dieser Offenbarung ersichtlich werden.
[0006] Die sich aus vorstehend Genanntem ergebenden Aufgaben können im Wesentlichen mit
den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs gelöst werden. Die Erfindung ist jedoch nicht
auf Ausführungsformen beschränkt, die sämtliche eingangs genannten Probleme oder Nachteile
des Standes der Technik beseitigen. Vielmehr beansprucht die Erfindung auch allgemein
Schutz für die nachstehend beschriebenen Ausführungsformen.
[0007] Erfindungsgemäß wird eine Brandschutzvorrichtung und/oder ein Brandschutzelement
z.B. für ein Gebäude bereitgestellt.
[0008] Das Gebäude kann z.B. einen geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden Hohl-
oder Luftraum und/oder eine Fassade mit Hinterlüftungsebene aufweisen.
[0009] Die Brandschutzvorrichtung und/oder das Brandschutzelement dient insbesondere zur
Verhinderung oder Reduzierung eines geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden
Brandüberschlags.
[0010] Die Brandschutzvorrichtung ist als Brandschutzelement ausgebildet bzw. umfasst zumindest
ein Brandschutzelement.
[0011] Das Brandschutzelement ist aus einem Material ausgebildet, das im Brandfall aufschäumt,
insbesondere um einen vorzugsweise geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden
Brandüberschlag zu reduzieren oder zu verhindern.
[0012] Die Brandschutzvorrichtung und/oder das Brandschutzelement kann vorzugsweise ein
Dämmelement umfassen, insbesondere zur Wärmedämmung und/oder Schalldämmung.
[0013] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement an dem Dämmelement befestigbar oder befestigt
ist.
[0014] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement als Platte ausgebildet ist, vorzugsweise
als Hartschaumplatte.
[0015] Insbesondere ist das Brandschutzelement vorgesehen, um an dem Dämmelement befestigbar
zu sein und vorzugsweise nicht wie herkömmlich an einem Brandschottblech.
[0016] Insbesondere kann das Brandschutzelement aus Polyurethan-Hartschaum, z.B. aus Bayfomox®
oder ähnlichen Materialien ausgebildet sein.
[0017] Es ist möglich, dass auch das Dämmelement als Platte ausgebildet ist, vorzugsweise
als Hartschaumplatte.
[0018] Vorzugsweise ist das Brandschutzelement ausgebildet, um im Brandfall so aufzuschäumen,
dass der geschossübergreifende und/oder raumübergreifende Hohl- oder Luftraum und/oder
die Gebäudefassaden-Hinterlüftungsebene (insbesondere der Belüftungsspalt zwischen
Fassaden-Außenverkleidung und Fassaden- bzw. Gebäude-Dämmebene) zumindest teilweise,
vorzugsweise gänzlich unterbrochen wird.
[0019] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement separat ausgebildet ist, insbesondere
als Einzelbauteil, z.B. um vor Ort (z.B. auf der Baustelle und/oder erst bei oder
kurz vor Montage am Gebäude, vorzugsweise am Dämmelement) an das Dämmelement oder
ein anderes geeignetes Gebäudeteil befestigt bzw. aufkaschiert zu werden.
[0020] Ferner kann auch das Dämmelement separat ausgebildet sein, insbesondere als Einzelbauteil.
[0021] Das Brandschutzelement und das Dämmelement können modulartig ausgebildet sein, um
z.B. vor Ort (z.B. auf der Baustelle und/oder erst bei oder kurz vor Montage am Gebäude,
vorzugsweise am Dämmelement) aneinander befestigt zu werden.
[0022] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement und das Dämmelement ein vorzugsweise
vorgefertigtes und/oder einstückiges Verbundbauteil ausbilden, insbesondere ein Fertigbauteil.
[0023] Vorzugsweise ist das Brandschutzelement ausgebildet, um im normalen Anwendungsfall
einen Luftdurchtritt zu gewährleisten.
[0024] Vorteilhaft ist insbesondere, dass die Brandschutzvorrichtung bzw. das Brandschutzelement
schnell und einfach hergestellt und insbesondere schnell und einfach montiert werden
kann. So kann z.B. das Brandschutzelement einfach, schnell und kostengünstig an einem
bereits am Gebäude montierten Dämmelement befestigt werden. Es ist aber auch möglich,
dass das Brandschutzelement und das Dämmelement als Verbundbauteil ausgebildet sind,
das einfach, schnell und kostengünstig am Gebäude montiert werden kann. Vorteilhaft
ist ferner, dass die Brandschutzvorrichtung bzw. das Brandschutzelement die Möglichkeit
schafft, dass im normalen Anwendungsfall der geschossübergreifende und/oder raumübergreifende
Hohl- oder Luftraum und/oder die Gebäudefassaden-Hinterlüftungsebene gänzlich oder
zumindest in hohem Maße offen bleibt, wodurch der in der Regel gewünschte Luftdurchtritt
nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird.
[0025] Das Brandschutzelement kann eine Höhenmittelebene definieren und das Dämmelement
kann eine Höhenmittelebene definieren, wobei die zwei Höhenmittelebenen im Wesentlichen
parallel und vorzugsweise beabstandet zu einander ausrichtbar oder ausgerichtet sind,
um insbesondere einen Schichtaufbau auszubilden.
[0026] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement eine Brandschutzschicht ausbildet und
das Dämmelement eine Dämmschicht ausbildet.
[0027] Das Brandschutzelement und/oder das Dämmelement sind vorzugsweise aus nicht-entflammbarem
oder schwer-entflammbarem Material ausgebildet, z.B. Polyurethan-Schaum (PUR-Schaum),
insbesondere PUR-Hartschaum. Es ist auch möglich, das Dämmelement aus Steinwolle,
Glaswolle, Schaumglas, Polystyrol-Hartschaum, Polystyrol-Extruderschaum, Holzfasern,
etc. auszubilden und optional mit einer Brandschutzmaßnahme zu versehen, um die Widerstandsfähigkeit
im Brandfall zu erhöhen (z.B. eine Kaschierung, eine Vlieskaschierung, etc.). Es ist
möglich, dass das Dämmelement aus normal entflammbarem Material ausgebildet ist.
[0028] Vorzugsweise ist das Brandschutzelement so an dem Dämmelement befestigbar, insbesondere
aufkaschierbar, oder befestigt, insbesondere aufkaschiert, dass das Dämmelement nicht
oder nur im Wesentlichen punktuell geschwächt wird, wodurch vorteilhaft eine im Wesentlichen
wärmebrückenfreie Dämmung zur Verfügung gestellt werden kann.
[0029] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement auf das Dämmelement vorzugsweise unmittelbar
aufkaschierbar oder aufkaschiert ist, z.B. angeklebt, angeschraubt, angeklammert,
etc..
[0030] Vorzugsweise umfasst die Brandschutzvorrichtung zumindest ein Befestigungsmittel,
um das Brandschutzelement an dem Dämmelement und/oder dem Gebäude, insbesondere der
Gebäudefassade, zu befestigen.
[0031] Das zumindest eine Befestigungsmittel kann zumindest eines von folgenden umfassen:
Klebemittel, Schrauben, Dübel (z.B. Dämmstoffdübel), Klammermittel.
[0032] Das Brandschutzelement und das Dämmelement sind mittels des zumindest einen Befestigungsmittels
aneinander befestigbar, vorzugsweise aneinander andübelbar, anschraubbar, anklebbar,
anklammerbar, etc..
[0033] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement unmittelbar an dem Dämmelement befestigbar
ist und/oder unmittelbar an dem Dämmelement anliegt.
[0034] Ferner ist es möglich, dass das Brandschutzelement an dem Dämmelement so befestigbar
oder befestigt ist bzw. aufkaschierbar oder aufkaschiert ist, dass eine Stirnfläche
des Dämmelements teilweise oder im Wesentlichen vollflächig durch das Brandschutzelement
bedeckt wird.
[0035] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement eine Höhenerstreckung aufweist, die so
bemessen und ausgebildet ist, dass das Brandschutzelement vorzugsweise mittels des
Befestigungsmittels insbesondere sicher an dem Dämmelement befestigbar oder befestigt
ist.
[0036] Vorzugsweise ist das Brandschutzelement an einer Stirnfläche des Dämmelements befestigt
oder befestigbar und/oder ragt von einer Stirnfläche des Dämmelements vor, die zu
dem geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden Hohl- oder Luftraum und/oder
der Gebäudefassaden-Hinterlüftungsebene weist, wenn montiert am Gebäude.
[0037] Vorzugsweise weist das Brandschutzelement Durchlassöffnungen auf, um im normalen
Anwendungsfall einen Luftdurchtritt durch das Brandschutzelement zu ermöglichen und/oder
die geschlossen werden, wenn das Brandschutzelement im Brandfall aufschäumt.
[0038] Es ist möglich, dass die Durchlassöffnungen kammförmig, löcherförmig, kanalförmig
und/oder nutförmig ausgebildet sind. Vorzugsweise ist die Längserstreckung der zumindest
einen Durchlassöffnung gleich groß wie oder größer als die Quererstreckung (z.B. die
Breite oder der Durchmesser) der zumindest einen Durchlassöffnung, wodurch vorteilhaft
besonders effektiv ein Brandüberschlag reduziert oder vermieden werden kann.
[0039] Es ist möglich, dass das Brandschutzelement kammförmig ausgebildet ist.
[0040] Es ist möglich, dass das Dämmelement mechanisch (z.B. mittels eines Dübels) und/oder
mittels eines Klebemittels an dem Gebäude, insbesondere der Gebäudefassade oder einem
anderen geeigneten Gebäudeteil fixiert oder fixierbar ist.
[0041] Die Erfindung umfasst auch ein Gebäude und/oder eine Gebäudefassade mit einem vorzugsweise
geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden Hohl- oder Luftraum und/oder einer
Hinterlüftungsebene (insbesondere ein Belüftungsspalt zwischen Fassaden-Außenverkleidung
und Fassaden- bzw. Gebäude-Dämmebene) sowie einer Brandschutzvorrichtung wie hierin
offenbart. Insbesondere umfasst die Erfindung eine hinterlüftete Gebäudefassade bzw.
eine Doppelfassade.
[0042] Es ist möglich, dass im normalen Anwendungsfall das Brandschutzelement nicht in den
geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden Hohl- oder Luftraum und/oder die
Hinterlüftungsebene hineinragt und insbesondere im Wesentlichen bündig zu dem geschossübergreifenden
und/oder raumübergreifenden Hohl- oder Luftraum und/oder der Hinterlüftungsebene angeordnet
ist und ferner vorzugsweise bündig zu einer Dämmebene des Gebäudes angeordnet ist.
[0043] Es ist möglich, dass im normalen Anwendungsfall das Brandschutzelement in den geschossübergreifenden
und/oder raumübergreifenden Hohl- oder Luftraum und/oder die Hinterlüftungsebene hineinragt
und sich beispielsweise über die im Wesentlichen gesamte Breite des geschossübergreifenden
und/oder raumübergreifenden Hohl- oder Luftraums und/oder der Hinterlüftungsebene
erstreckt.
[0044] Die Brandschutzvorrichtung und/oder das Brandschutzelement wird vorzugsweise im Wesentlichen
auf Geschosshöhe am Gebäude bzw. der Fassade fixiert (z.B. an einer Gebäudewand, einer
Gebäudedecke oder einem anderen geeigneten Gebäudeteil, insbesondere Fassadenteil).
[0045] Es ist möglich, dass an dem Brandschutzelement und/oder dem Dämmelement ein Verbindungsmechanismus
ausgebildet ist, um mit anderen Brandschutzelementen und/oder Dämmelementen verbunden
zu werden. Der Verbindungsmechanismus ist vorzugsweise ein Steckverbindungsmechanismus
(z.B. Nut-Feder-Verbindungsmechanismus, Nut-Spund-Verbindungsmechanismus, Falz-Verbindungsmechanismus,
Stufenfalz-Verbindungsmechanismus, etc.), insbesondere ein Formschluss-Verbindungsmechanismus.
[0046] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
oder werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Vertikalschnitt durch eine Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung bzw.
einem Brandschutzelement gemäß einer Ausführungsform der Erfindung,
- Figur 2A
- einen Vertikalschnitt durch eine Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung bzw.
einem Brandschutzelement gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung,
- Figur 2B
- eine perspektivische Ansicht einer Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung
bzw. einem Brandschutzelement gemäß Figur 2A mit Weglassungen zur besseren Verständlichkeit,
- Figur 2C
- einen aus Figur 2B vergrößerten Ausschnitt,
- Figur 3A
- eine perspektivische Ansicht einer Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung
bzw. einem Brandschutzelement gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung mit
Weglassungen zur besseren Verständlichkeit,
- Figur 3B
- einen aus Figur 3A vergrößerten Ausschnitt, und
- Figur 4
- einen Vertikalschnitt durch eine Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung bzw.
einem Brandschutzelement gemäß einer wiederum anderen Ausführungsform der Erfindung.
[0047] Figur 1 zeigt einen Vertikalschnitt durch ein Gebäude, insbesondere durch eine Gebäudefassade
mit einer Brandschutzvorrichtung bzw. einem Brandschutzelement 10 gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung. Die beispielhafte Gebäudefassade umfasst ein verputztes Mauerwerk 1,
eine aus Dämmplatten 2 ausgebildete Dämmebene, eine Lattung 3, eine an der Lattung
3 montierte Fassadenverkleidung 4 und Dübel 5, die die Lattung 3 an dem Mauerwerk
1 fixieren.
[0048] Ferner zeigt Figur 1 eine Brandschutzvorrichtung, die das Brandschutzelement 10,
das im Brandfall aufschäumt, um einen geschossübergreifenden Brandüberschlag zu reduzieren
oder zu vermeiden, und optional ein Dämmelement 20, das Teil der Dämmebene ist, umfasst.
Es ist möglich, dass im Wesentlichen allein das Brandschutzelement 10 die Brandschutzvorrichtung
ausbildet.
[0049] Das Brandschutzelement 10 und das Dämmelement 20 sind als Hartschaumplatten ausgebildet,
insbesondere aus Polyurethan (PUR). Es ist auch möglich, dass das Dämmelement 20 z.B.
aus Steinwolle oder Glaswolle mit Vlieskaschierung zur besseren Widerstandsfähigkeit
im Brandfall ausgebildet wird.
[0050] Die Brandschutzvorrichtung kann als vorgefertigtes einstückiges Verbundbauteil bzw.
Fertigbauteil ausgebildet sein, bei dem das Brandschutzelement 10 vorzugsweise unmittelbar
an dem Dämmelement 20 befestigt bzw. auf das Dämmelement 20 aufkaschiert ist. Beispielsweise
in diesem Fall umfasst die Brandschutzvorrichtung das Brandschutzelement 10 und das
Dämmelement 20. Alternativ ist es auch möglich, dass das Brandschutzelement 10 separat,
vorzugsweise als Einzelbauteil, ausgebildet ist und erst vor Ort (z.B. auf der Baustelle
und/oder erst bei oder kurz vor Montage am Gebäude) an das Dämmelement 20 bzw. eine
Dämmplatte 2 befestigt bzw. aufkaschiert wird (siehe z.B. Figur 4). Beispielsweise
in diesem Fall bildet das Brandschutzelement 10 die Brandschutzvorrichtung.
[0051] Wie in Figur 1 zu sehen ist, sind das Brandschutzelement 10 und das Dämmelement 20
insbesondere so aneinander befestigt, dass das Dämmelement 20 zumindest nicht wesentlich
geschwächt wird und somit eine zumindest im Wesentlichen wärmebrückenfreie Dämmung
mittels des Dämmelements 20 gewährleistet werden kann.
[0052] Die Brandschutzvorrichtung wird mittels Dämmstoffdübeln 30 an dem Mauerwerk 1 fixiert.
Es ist möglich, dass die Dämmstoffdübel 30 vorgesehen werden, um ein separates Brandschutzelement
10 an dem Dämmelement 20 zu befestigen und zugleich das Brandschutzelement 10 und
das Dämmelement 20 am Mauerwerk 1 fixieren. Es ist auch möglich, dass ein Brandschutzelement
10 und ein Dämmelement 20 in Form eines vorgefertigten Verbundbauteils mittels der
Dämmstoffdübel 30 an dem Mauerwerk 1 fixiert werden.
[0053] Das Brandschutzelement 10 kann mittels geeigneten Befestigungsmitteln wie z.B. Dübeln
(z.B. die Dübel 30), Schrauben oder Klammern (nicht gezeigt) an dem Dämmelement 20
befestigt werden. Eine Befestigung mittels Dübeln oder Schrauben führt zu einer nur
punktuellen Schwächung des Dämmelements 20, so dass eine im Wesentlichen wärmebrückenfreie
Dämmung gewährleistet werden kann. Eine Befestigung mittels Klebemittel oder Klammern
führt zu keinerlei Schwächung des Dämmelements 20, so dass eine wärmebrückenfreie
Dämmung gewährleistet werden kann.
[0054] Die Dämmplatten 2 und/oder das Dämmelement 20 können mechanisch (z.B. mittels Dübeln)
oder mittels eines Klebemittels an dem Gebäude, insbesondere dem Mauerwerk 1 fixiert
werden.
[0055] Das Brandschutzelement 10 definiert eine Höhenmittelebene E1 und das Dämmelement
20 definiert eine Höhenmittelebene E2, wobei die zwei Höhenmittelebenen E1, E2 parallel
und beabstandet zu einander ausgerichtet sind. Das Brandschutzelement 10 weist eine
Höhenerstreckung HE auf, die so ausgebildet und bemessen ist, dass das Brandschutzelement
10 sicher an dem Dämmelement 20 befestigt ist und eine Stirnfläche S des Dämmelements
20 vollflächig bedeckt.
[0056] Das Gebäude bzw. die Gebäudefassade weist einen geschossübergreifenden Luft- oder
Hohlraum auf, insbesondere eine Hinterlüftungsebene BB, die im normalen Anwendungsfall
einen geschossübergreifenden Luftdurchtritt gewährleisten soll, jedoch ohne geeignete
Vorkehrungen im Brandfall nachteilhaft einen geschossübergreifenden Brandüberschlag
begünstigt.
[0057] Figur 1 zeigt die Brandschutzvorrichtung, insbesondere das Brandschutzelement 10
im normalen Anwendungsfall. Das Brandschutzelement 10 ragt nicht in die Hinterlüftungsebene
BB hinein, wodurch es zu keiner Beeinträchtigung des geschossübergreifenden Luftdurchtritts
im normalen Anwendungsfall kommt. Ferner ist das Brandschutzelement 10 bündig zu der
Hinterlüftungsebene BB angeordnet und ferner bündig zu der durch die Dämmplatten 2
ausgebildeten Dämmebene des Gebäudes angeordnet.
[0058] Im Brandfall schäumt das Brandschutzelement 10 so auf, dass die Hinterlüftungsebene
BB vorzugsweise über ihre gesamte Breite b unterbrochen wird, um einen geschossübergreifenden
Brandüberschlag zu reduzieren oder zu vermeiden, was in Figur 1 durch den gepunkteten
Abschnitt schematisch angedeutet ist.
[0059] Figur 2A zeigt einen Vertikalschnitt durch eine Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung
gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung. Figur 2B zeigt eine entsprechende
perspektivische Ansicht mit Weglassungen zur besseren Verständlichkeit. Figur 2C zeigt
einen aus Figur 2B vergrößerten Ausschnitt.
[0060] Die Ausführungsform gemäß den Figuren 2A, 2B, 2C stimmt teilweise mit der Ausführungsform
gemäß Figur 1 überein, wobei ähnliche oder identische Teile mit dem gleichen Bezugszeichen
versehen sind und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der vorstehend beschriebenen
Ausführungsform verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0061] Die Ausführungsform gemäß den Figuren 2A, 2B, 2C unterscheidet sich von der Ausführungsform
gemäß Figur 1 dadurch, dass das Brandschutzelement 10 im normalen Anwendungsfall in
die Hinterlüftungsebene BB hineinragt und sich über die im Wesentlichen gesamte Breite
b der Hinterlüftungsebene BB erstreckt.
[0062] Ferner unterscheidet sich die Ausführungsform gemäß den Figuren 2A, 2B, 2C von der
Ausführungsform gemäß Figur 1 dadurch, dass das Brandschutzelement 10 Durchlassöffnungen
Ö aufweist, um im normalen Anwendungsfall einen Luftdurchtritt durch das Brandschutzelement
10 zu ermöglichen und die geschlossen werden, wenn das Brandschutzelement 10 im Brandfall
aufschäumt.
[0063] Wie insbesondere in Figur 2C zu sehen ist, sind die Durchlassöffnungen Ö löcherförmig
bzw. kanalförmig ausgebildet, wodurch ein Branddurchschlag effektiv reduziert oder
verhindert werden kann. Insbesondere ist die Längserstreckung L der Durchlassöffnungen
Ö größer als die Quererstreckung bzw. der Durchmesser d der Durchlassöffnungen Ö.
[0064] Figur 3A zeigt eine perspektivische Ansicht einer Gebäudefassade mit einer Brandschutzvorrichtung
gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung mit Weglassungen zur besseren Verständlichkeit.
Figur 3B zeigt einen aus Figur 3A vergrößerten Ausschnitt.
[0065] Die Ausführungsform gemäß den Figuren 3A, 3B stimmt teilweise mit den obigen Ausführungsformen
überein, wobei ähnliche oder identische Teile mit dem gleichen Bezugszeichen versehen
sind und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der obigen Ausführungsformen
verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0066] Die Ausführungsform gemäß den Figuren 3A, 3B unterscheidet sich insbesondere von
der Ausführungsform gemäß den Figuren 2A, 2B, 2C dadurch, dass, wie vor allem in Figur
3B zu sehen, das Brandschutzelement 10 bzw. die Durchlassöffnungen Ö nutförmig bzw.
kammförmig ausgebildet sind. Wie ferner insbesondere in Figur 3B zu sehen ist, ist
die Längserstreckung L der Durchlassöffnungen Ö größer als die Quererstreckung d der
Durchlassöffnungen Ö.
[0067] Die Ausführungsform gemäß Figur 4 stimmt ebenfalls teilweise mit den obigen Ausführungsformen
überein, wobei ähnliche oder identische Teile mit dem gleichen Bezugszeichen versehen
sind und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der obigen Ausführungsformen
verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0068] Eine Besonderheit der in Figur 4 gezeigten Ausführungsform besteht darin, dass das
Brandschutzelement und das Dämmelement kein vorgefertigtes Verbundbauteil bilden,
sondern das Brandschutzelement 10 der Figur 4 als separate Hartschaumplatte ausgebildet
ist, um vor Ort (z.B. auf der Baustelle oder erst bei oder kurz vor Montage am Gebäude)
an eine Dämmplatte 2 bzw. ein Dämmelement 20 befestigt zu werden.
[0069] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Insbesondere sind die Gegenstände der Unteransprüche auch unabhängig von den
Merkmalen der vorangegangenen und in Bezug genommenen Ansprüche realisierbar.
1. Brandschutzvorrichtung für ein Gebäude,
a) wobei die Brandschutzvorrichtung ein Brandschutzelement (10) ist oder ein Brandschutzelement
(10) umfasst, das im Brandfall aufschäumt, um einen geschossübergreifenden und/oder
raumübergreifenden Brandüberschlag zu reduzieren oder zu vermeiden, wobei
b) das Brandschutzelement (10) an einem Dämmelement (2; 20) befestigbar oder befestigt
ist, und/oder
c) das Brandschutzelement (10) als Platte ausgebildet ist.
2. Brandschutzvorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Brandschutzelement (10) und/oder
das Dämmelement (2; 20) als Hartschaumplatte ausgebildet ist.
3. Brandschutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Brandschutzelement (10) separat
ausgebildet ist, um vor Ort an das Dämmelement (2; 20) befestigt zu werden.
4. Brandschutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Brandschutzelement (10) und
das Dämmelement (2) ein Verbundbauteil ausbilden.
5. Brandschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Brandschutzelement
(10) so an dem Dämmelement (2; 20) befestigbar oder befestigt ist, dass das Dämmelement
(2; 20)
a) nicht oder nur im Wesentlichen punktuell geschwächt wird, und/oder
b) eine im Wesentlichen wärmebrückenfreie Dämmung gewährleistet.
6. Brandschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Brandschutzelement
(10) auf das Dämmelement (2; 20) aufkaschiert oder aufkaschierbar ist.
7. Brandschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
a) die Brandschutzvorrichtung zumindest ein Befestigungsmittel umfasst, um das Brandschutzelement
(10) an dem Dämmelement (2; 20) und/oder dem Gebäude zu befestigen, und/oder
b) das Befestigungsmittel zumindest eines von folgenden ist:
b1) ein Klebemittel,
b2) zumindest eine Schraube,
b3) zumindest ein Dübel,
b4) zumindest eine Klammer.
8. Brandschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
a) das Brandschutzelement (10) unmittelbar an dem Dämmelement (2; 20) befestigbar
oder befestigt ist, und/oder
b) das Brandschutzelement (10) unmittelbar an dem Dämmelement (2; 20) anlegbar ist
oder anliegt, und/oder
c) das Brandschutzelement (10) eine Stirnfläche des Dämmelements (2; 20) teilweise
oder im Wesentlichen vollflächig bedeckt.
9. Brandschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Brandschutzelement
(10) eine Höhenmittelebene (E1) definiert und das Dämmelement (2; 20) eine Höhenmittelebene
(E2) definiert und die zwei Höhenmittelebenen (E1, E2) im Wesentlichen parallel zu
einander ausrichtbar oder ausgerichtet sind, um einen Schichtaufbau auszubilden.
10. Brandschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Brandschutzelement
(10) zumindest eine Durchlassöffnung (Ö) umfasst, um im normalen Anwendungsfall einen
Luftdurchtritt durch das Brandschutzelement (10) zu ermöglichen und/oder die geschlossen
wird, wenn das Brandschutzelement (10) im Brandfall aufschäumt.
11. Brandschutzvorrichtung nach Anspruch 10, wobei die zumindest eine Durchlassöffnung
(Ö) eine Längserstreckung (L) aufweist die größer ist als oder gleich groß ist wie
deren Quererstreckung (d).
12. Brandschutzvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, wobei die Durchlassöffnung (Ö) zumindest
eines von folgenden ist oder die Durchlassöffnungen (Ö) zumindest eines von folgenden
sind:
a) kammförmig ausgebildet,
b) löcherförmig ausgebildet,
c) kanalförmig ausgebildet,
d) nutförmig ausgebildet.
13. Gebäude und/oder Gebäudefassade mit einem geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden
Luftraum und/oder einer Hinterlüftungsebene (BB), umfassend eine Brandschutzvorrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
14. Gebäude und/oder Gebäudefassade nach Anspruch 13, wobei im normalen Anwendungsfall
a) das Brandschutzelement (10) nicht in den geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden
Luftraum und/oder die Hinterlüftungsebene (BB) hineinragt, und/oder
b) das Brandschutzelement (10) im Wesentlichen bündig zu dem geschossübergreifenden
und/oder raumübergreifenden Luftraum und/oder der Hinterlüftungsebene (BB) angeordnet
ist, und/oder
c) das Brandschutzelement (10) im Wesentlichen bündig zu einer Dämmebene (20) des
Gebäudes angeordnet ist.
15. Gebäude und/oder Gebäudefassade nach Anspruch 13 oder 14, wobei im normalen Anwendungsfall
a) das Brandschutzelement (10) in den geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden
Luftraum und/oder die Hinterlüftungsebene (BB) hineinragt, und/oder
b) das Brandschutzelement (10) sich über die im Wesentlichen gesamte Breite (b) des
geschossübergreifenden und/oder raumübergreifenden Luftraums und/oder der Hinterlüftungsebene
(BB) erstreckt.