[0001] Die Erfindung betrifft ein Fenster oder eine Tür, mit einem an einem feststehenden
Rahmen schwenkbar gelagerten mit einem Füllelement versehenen Flügel. Als Füllelement
kommt zumeist eine Scheibe aus Glas zum Einsatz. Der Flügel ist mit einem Treibstangenbeschlag
mit einem ein schwenkbares Antriebsglied aufweisenden Treibstangenantrieb versehen,
über den sich der Flügel an dem Rahmen festlegen lässt. Rauminnenseitig ist auf einer
Sichtfläche des Flügels ein schwenkbares Betätigungselement angebracht, welches mittels
einer schwenkbaren Welle mit dem Antriebsglied antriebsverbunden ist. Ein solches
Fenster bzw. eine solche Türe sind bereits hinlänglich bekannt. Hierzu wird beispielhaft
auf die
EP 1619331 B1 verwiesen.
[0002] Neuartige Profilierungen der Flügel- und Rahmenholme sehen zur Vergrößerung der Glasflächen
vor, dass der Flügel rauminnenseitig den Rahmen überdeckt und gebäudeaußenseitig der
Flügel bis in den Bereich des Füllelementes von dem Rahmen übergriffen wird. Dadurch
überdeckt der Rahmen den Flügel, der gebäudeaußenseitig nur noch eine schmale Einfassung
für das Füllelement bildet.
[0003] Soll das Fenster oder die Türe mittels eines gebäudeaußenseitig angebrachten Betätigungsgriffes
steuerbar sein, dann ist dieser mangels einer sichtbaren bzw. zugänglichen Flügelfläche
nun nicht mehr am Flügel montierbar.
[0004] Aus der
FR 2239894 ist es bereits bekannt, einen Achsversatz des gebäudeinnenseitig montierten Betätigungselementes
und des gebäudeaußenseitigen Betätigungselementes mittels eines Getriebes zu überbrücken.
Bei der vorstehend beschriebenen Profilierung hätte dies zur Folge, dass das Getriebe
in den Bereich des Füllelementes vorragt. Zudem wäre eine Befestigung des Getriebes
problematisch.
[0005] Bei der
EP 1619331 B1 ist ein negatives Dornmaß vorgesehen, mit dem die Mittelachse des Antriebsgliedes
in den Falzraum ― also in Richtung des Rahmens - verlagert wird. Auch dies führt bei
der angesprochenen Profilierung nicht zum Erfolg, da gebäudeaußenseitig keine Montagefläche
für das Betätigungselement vorhanden ist.
[0006] In der
DE 8620381 U1 ist ein Kastenfenster mit zwei an einem Rahmen angeordneten, wahlweise dreh-oder
kippbaren Flügeln offenbart, die durch einen einzigen Griff betätigbar sind, mit im
Griffbereich angeordneten Kupplungsteilen und einer zusätzlichen Gelenkstange die
beide Flügel verbindet. Die Kupplungsteile bestehen aus einem Getriebe, bei dem ein
erstes Zahnrad koaxial mit der Welle des gebäudeinnenseitigen Hangriffs und Treibstangenantriebs
angeordnet ist. Dieses Zahnrad kämmt mit einem Zwischenrad, welches mit einem zweiten
Zahnrad in Antriebsverbindung steht, welches mit einer Welle nach Art eines Kardans
verbunden ist. Die Welle ist ihrerseits wieder mit dem Treibstangenantrieb des gebäudeaußenseitigen
Flügels verbunden. Durch diese Anordnung wird eine stets vorhandene Antriebsverbindung
des gebäude ―innenseitigen und -außenseitigen Treibstangenbeschlages sichergestellt.
[0007] In der
DE-OS 24 36 757 wird eine Bedienungsvorrichtung für zwei hintereinander angeordnete. mindestens teilweise
gemeinsam bedienbare, Kipp- Schwenk- Flügel an Fenstern gezeigt. Die als Hebelarme
ausgebildeten Bedienungsorgane der beiden Flügel sind durch ein auf einem der beiden
Hebelarme angeordnetes Kuppelorgan derart kuppelbar, dass sie mindestens zwischen
zwei, z. B. um etwa 90°zueinander versetzten Drehlagen in Drehrichtung miteinander
gekuppelt sind, jedoch nur in der einen dieser beiden Drehlagen axial gekuppelt, in
der anderen Drehlage dagegen axial entkuppelt sind.
[0008] Keine der genannten Druckschriften offenbart dabei eine Anordnung, welche geeignet
sein könnte einen Anschluss des gebäudeaußenseitigen Bedienorgans bei den eingangs
genannten Profilen zu erreichen.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Ausgestaltung des Fensters oder der Türe
zu finden, bei der die Bedienung auch gebäudeaußenseitig erfolgen kann.
[0010] Zur Lösung sieht die Erfindung vor, dass an der gebäudeaußenseitigen Rahmensichtfläche
ein zweites Betätigungselement des Treibstangenbeschlags angeordnet ist, dessen schwenkbare
Welle parallel versetzt zur Welle angebracht ist und mittels eines den Achsversatz
überbrückenden Übertragungsgliedes lösbar mit dem Treibstangenantrieb gekoppelt ist.
Die Ausgestaltung lässt eine Anordnung des gebäudeaußenseitigen Bedienelementes zu,
die nicht am Flügel sondern am Rahmen erfolgt, und die lösbar mit dem Übertragungsglied
koppelbar ist und die beispielsweise beim Schließen des Flügels gekoppelt wird und
die beim Öffnen des Flügels gelöst wird.
[0011] Eine Weiterbildung sieht vor, dass das Übertragungsglied aus einem Kardangelenk besteht.
Diese Ausgestaltung lässt eine vergleichsweise einfache Herstellung zu. Aus der
EP 0677631 B2 ist eine Ausgestaltung eines kuppelbaren Kardangelenks bei einem Treibstangenbeschlag
bereits bekannt.
[0012] Um die Montage zu vereinfachen und die Antriebskopplung beim Schließen des Flügels
sicher zu stellen ist vorgesehen, dass das Kardangelenk aus einer zu den Wellen geneigt
verlaufenden Welle besteht, welche in einem Gehäuse drehbar gelagert ist und an ihrem
freien, der Achse des gebäudeaußenseitigen Bedienelementes zugewandten Ende mit einer
Kupplungseinrichtung versehen ist.
[0013] Um die flache Ausgestaltung der Profile des Flügels und des Rahmens sicher zu stellen
ist vorgesehen, dass der Flügel aus Hohlprofilstäben zusammengesetzt ist und der Treibstangenantrieb
in einer bezogen auf das Füllelement versetzten Ebene liegt, während das Gehäuse zumindest
bereichsweise in der Ebene des Füllelementes angeordnet ist. Dadurch kann der Glasfalz
des Flügels sehr nahe an dem Flügelfalz angeordnet werden und der Treibstangenantrieb
liegt versetzt dazu.
[0014] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Zeichnungen, wobei nachfolgend
Türe zusammenfassend für Fenster oder Türe stehen soll. Es zeigt:
- Fig. 1
- in einer dreidimensionalen Ansicht eine teilgeöffnete Tür mit Profilabschnitten,
- Fig. 2
- eine Tür im geschlossenen Zustand mit Profilen im Querschnitt, und
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung nach Fig. 2 bei teilgeöffneter Tür.
[0015] In der Fig. 1 ist von einem Flügel 1 und einem Rahmen 2 jeweils ein aufrechter Holm
3 bzw. 4 in einer Teillänge dargstellt. An dem Holm 3 des Flügels 1 ist innenseitig
ein Bedienelement in Form einer Betätigungshandhabe 5 an der Sichtfläche 6 des Hohlprofilstabes
angebracht. Der Flügel 1 weist ein Füllelement 7 auf, welches beispielsweise eine
Glasscheibe ist. Dieses Füllelement 7 ist dem Flügel 1 an einem Glasfalz 8 zugeordnet,
der rauminnenseitig einen Schenkel 9 hat, an dem das Füllelement 7 anliegt. Gebäudeaußenseitig
ist das Füllelement in dessen Randbereich von einem L-förmigen Glasschenkel 10 umgriffen,
der eine zur Gebäudeaußenseite weisende Dichtung 11 trägt. Der Glasschenkel 10 mit
der Dichtung 11 ist - wie insbesondere der Fig. 2 entnehmbar -, bei geschlossenem
Flügel 1 einem Schenkel 12 des Holms 4 zugeordnet.
[0016] In der Fig. 2 ist über dies erkennbar, dass der Flügel 1 bedingt durch den Schenkel
12 keine bei geschlossenem Flügel 1 von der Gebäudeaußenseite sichtbare Profilfläche
bildet. Um dennoch eine Bedienung des Treibstangenbeschlages 13 zu ermöglichen ist
an dem Schenkel 12 ein Bedienelement 5" angebracht. Von dem Treibstangenbeschlag 13
ist in der Fig. 2 ein Treibstangenantrieb 14 erkennbar, der in einer Beschlagaufnahmenut
15 des Flügels 1 aufgenommen ist. Der Treibstangenantrieb besitzt in an sich bekannter
Weise ein in einem Gehäuse drehbar gelagertes Antriebsglied, welches z.B. durch ein
Zahnrad gebildet ist, dessen Zahnung mit einer korrespondierenden Zahnung einer längs
der Beschlagaufnahmenut 15 verschiebbar gelagerten Treibstange kämmt. Angetrieben
wird diese rauminnenseitig durch eine Welle 16, die als Mehrkantwelle - vorzugsweise
Vierkantwelle ausgebildet ist und die drehfest mit der Betätigungshandhabe 5 verbunden
ist. Die Welle 16 durchgreift dazu die Sichtfläche 6 in einer Bohrung und eine Mehrkantaufnahme
des Antriebsglieds greift schließlich mittels einer Zwischenwelle 17 in eine Aufnahme
18 eines in einem Gehäuse 19 gelagerten Kardangetriebes 20 ein. Dessen grundsätzlicher
Aufbau entspricht dem der aus der
EP 0677631 B1 bekannten Vorrichtung. Eine geneigt in dem Gehäuse 19 gelagerte Welle 21 ist an einem
Ende mit der Aufnahme 18 versehen, die für den Eingriff der Zwischenwelle 17 dient.
Diese ist vorzugsweise einstückig mit der Welle 16 ausgebildet. Das der Aufnahme 18
zugewandte Ende der Zwischenwelle 17 ist als Pendellager-Kopfstück ausgebildet und
lässt dadurch eine drehfeste Kopplung mit der Welle 21 zu. Die Welle 21 ist daher
im Gegensatz zur aus der
EP 0677631 B1 bekannten Welle, welche an beiden Enden mit Pendellager-Kopfstücken hat, beidendig
mit Aufnahmen 18, 23 versehen. In die zur Gebäudeaußenseite weisende Aufnahme 23 greift
eine Welle 24 der Betätigungshandhabe 5" ein. Die Aufnahme 23 ist mit einer im Wesentlichen
rechteckigen aber trichterförmigen Ausnehmung versehen, welche ein Einführen der Welle
21 beim Schließen des Flügels ermöglicht. Die Kopplung der Welle 21 mit der Aufnahme
erfolgt beim Schließen des Flügels.
[0017] Begünstigt wird das selbsttätige Koppeln der Welle 21 noch dadurch, dass die Welle
21 durch das Gehäuse 19 in vertikaler und horizontaler Lage ausgerichtet wird und
die Betätigungseinrichtung 5" eine Rastung aufweist, welche die bei der Entkopplung
von der Welle 21 eingenommene Lage der Welle 24 fixiert.
[0018] Von Bedeutung ist auch noch, dass durch die Anordnung gewisse Abweichungen des Achsversatzes
25 ausgeglichen werden können, die durch Fertigungstoleranzen und/oder eine Änderung
der Relativlage des Flügels 1 und des Rahmens 2 nach einem Zeitablauf entstehen können.
[0019] Durch die gewählte Anordnung wird zudem erreicht, dass der Treibstangenantrieb 14
in einer bezogen auf das Füllelement 7 versetzt liegenden Ebene angeordnet ist, während
das flach ausgebildete Gehäuse 19 zumindest bereichsweise in der Ebene des Füllelementes
angeordnet ist. Die für die Aufnahme des Treibstangenantriebs 14 notwendige Ausnehmung
kann daher in einer zum Glasfalz 8 versetzten Ebene angebracht sein.
[0020] Aus der Fig. 3 ist schließlich ersichtlich, dass die Aufnahme 23 durch das Gehäuse
19 bei geöffnetem Flügel 1 so ausgerichtet bleibt, dass beim Schließen des Flügels
1 eine Kopplung der Wellen 21 und 24 erfolgen kann. Eine Ausnehmung oder Unterbrechung
in dem Profilsteg 26 lässt die Zuordnung von Aufnahme 23 und der Welle 24 zu. In der
Fig. 3 ist zudem die Ausgestaltung des Endes der Welle 24 als Pendellager-Kopfstück
27 erkennbar.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- Flügel
- 2
- Rahmen
- 3
- Holm
- 4
- Holm
- 5
- Betätigungshandhabe
- 5"
- Betätigungshandhabe
- 6
- Sichtfläche
- 7
- Füllelement
- 8
- Glasfalz
- 9
- Schenkel
- 10
- Glasschenkel
- 11
- Dichtung
- 12
- Schenkel
- 13
- Treibstangenbeschlag
- 14
- Treibstangenantrieb
- 15
- Beschlagaufnahmenut
- 16
- Welle
- 17
- Zwischenwelle
- 18
- Aufnahme
- 19
- Gehäuse
- 20
- Kardangetriebe
- 21
- Welle
- 22
- Ende
- 23
- Aufnahme
- 24
- Welle
- 25
- Achsversatz
- 26
- Profilsteg
- 27
- Pendellager-Kopfstück
1. Fenster oder Türe, mit einem an einem feststehenden Rahmen (2) schwenkbar gelagerten
mit einem Füllelement (7) versehenen Flügel (1), der einen Treibstangenbeschlag (13)
mit einem ein schwenkbaren Antriebsglied versehenen Treibstangenantrieb (14) aufweist,
dem rauminnenseitig auf einer Sichtfläche (6) des Flügels (1) ein schwenkbares Betätigungselement
(5) zugeordnet ist, welches mittels einer schwenkbaren Welle (16) mit dem Antriebsglied
antriebsverbunden ist, wobei der Flügel (1) rauminnenseitig den Rahmen (2) überdeckt
und gebäudeaußenseitig der Flügel (1) bis in den Bereich des Füllelementes (7) von
dem Rahmen (2) übergriffen wird, dadurch gekennzeichnet,
dass an der gebäudeaußenseitigen Rahmensichtfläche (12) ein zweites Betätigungselement
(5") des Treibstangenbeschlags (13) angeordnet ist, dessen schwenkbare Welle (24)
parallel versetzt zur Welle (16) angebracht ist und mittels eines den Achsversatz
(25) überbrückenden Übertragungsgliedes (21) lösbar mit dem Treibstangenantrieb (14)
gekoppelt ist.
2. Fenster oder Türe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Übertragungsglied (21) aus einem Kardangelenk besteht.
3. Fenster oder Türe nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kardangelenk aus einer zu den Wellen (16, 24) geneigt verlaufenden Welle (21)
besteht, welche in einem Gehäuse (19) drehbar gelagert ist und an ihrem freien, der
Achse (24) zugewandten Ende mit einer Kupplungseinrichtung (23) versehen ist.
4. Fenster oder Türe nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Flügel (1) aus Hohlprofilstäben zusammengesetzt ist und der Treibstangenantrieb
(14) in einer bezogen auf das Füllelement (7) versetzten Ebene liegt, während das
Gehäuse (19) zumindest bereichsweise in der Ebene des Füllelementes (7) angeordnet
ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Fenster oder Türe, mit einem an einem feststehenden Rahmen (2) schwenkbar gelagerten
mit einem Füllelement (7) versehenen Flügel (1), der einen Treibstangenbeschlag (13)
mit einem ein schwenkbaren Antriebsglied versehenen Treibstangenantrieb (14) aufweist,
dem rauminnenseitig auf einer Sichtfläche (6) des Flügels (1) ein schwenkbares Betätigungselement
(5) zugeordnet ist, welches mittels einer schwenkbaren Welle (16) mit dem Antriebsglied
antriebsverbunden ist, wobei der Flügel (1) rauminnenseitig den Rahmen (2) überdeckt
und gebäudeaußenseitig der Flügel (1) bis in den Bereich des Füllelementes (7) von
dem Rahmen (2) übergriffen wird, dadurch gekennzeichnet, dass an der gebäudeaußenseitigen Rahmensichtfläche (12) ein zweites Betätigungselement
(5") des Treibstangenbeschlags (13) angeordnet ist, dessen schwenkbare Welle (24)
parallel versetzt zur Welle (16) angebracht ist und mittels eines den Achsversatz
(25) überbrückenden Übertragungsgliedes (21) lösbar mit dem Treibstangenantrieb (14)
gekoppelt ist.
2. Fenster oder Türe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Übertragungsglied (21) aus einem Kardangelenk besteht.
3. Fenster oder Türe nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kardangelenk aus einer zu den Wellen (16, 24) geneigt verlaufenden Welle (21)
besteht, welche in einem Gehäuse (19) drehbar gelagert ist und an ihrem freien, der
Achse (24) des zweiten Betätigungselementes (5") zugewandten Ende mit einer Kupplungseinrichtung
(23) versehen ist.
4. Fenster oder Türe nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Flügel (1) aus Hohlprofilstäben zusammengesetzt ist und der Treibstangenantrieb
(14) in einer bezogen auf das Füllelement (7) versetzten Ebene liegt, während das
Gehäuse (19) zumindest bereichsweise in der Ebene des Füllelementes (7) angeordnet
ist.