[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gleitbrettbindung, umfassend eine für die
Befestigung an einem Gleitbrett eingerichtete Basis, welche eine Gleitbrettebene definiert,
sowie eine vordere Halteeinrichtung zum Halten eines vorderen Abschnitts einen Gleitbrettschuhs.
[0002] Zu Gleitbrettbindungen der vorstehend genannten Art zählen insbesondere Tourenskibindungen,
mit denen ein Tourenskischuh an einem Tourenski gehalten werden kann, so dass er in
einer Gehstellung um eine quer zur Skiachse verlaufende Querachse schwenkbar ist und
in einer Abfahrtsstellung zusätzlich durch eine hintere Halteeinrichtung am Fersenabschnitt
gehalten ist. Auch wenn im folgenden vorrangig auf Tourenskibindungen Bezug genommen
wird, ist die Erfindung gleichwohl anwendbar auf andere Gleitbrettbindungen, insbesondere
auf Abfahrtsskibindungen, Snowboardbindungen, Schneeschuhbindungen oder Splitboardbindungen.
[0003] Bekannte Gleitbrettbindungen weisen Auslösemechanismen auf, welche beispielsweise
im Falle eines Sturzes bei Einwirkung eines hohen Drehmoments auf den Gleitbrettschuh
auslösen, um den Schuh freizugeben und das Verletzungsrisiko für den Stürzenden zu
reduzieren. So sind Mz-Auslösemechanismen dafür verantwortlich, den Gleitbrettschuh
freizugeben, wenn von dem Gleitbrettschuh auf Bindung eine Kraft in seitlicher Richtung
ausgeübt wird, die gleich oder größer ist, als eine einem vorbestimmten Mz-Auslösedrehmoment
der Bindung entsprechende Gegenkraft. Bei einigen Bindungen kann das Mz-Auslösedrehmoment
durch eine Verstelleinrichtung der Bindung auf einen dem Gewicht und Fahrstil des
Benutzers angepassten Wert eingestellt werden.
[0004] Da der Gleitbrettschuh in der Abfahrtsstellung der Gleitbrettbindung in der Regel
sowohl im vorderen Bereich des Schuhs als auch im Fersenbereich durch jeweils eine
vordere bzw. hintere Halteeinrichtung der Gleitbrettbindung gehalten ist, muss herkömmlich
ein Auslösemechanismus sowohl für die vordere Halteeinrichtung als auch für die hintere
Halteeinrichtung bereitgestellt werden. Da sich ferner vordere und hintere Halteeinrichtungen
konstruktiv zumeist deutlich voneinander unterscheiden und somit auch unterschiedliche
Auslösemechanismen vorgesehen sind, unterscheiden sich auch die Auslösecharakteristiken,
insbesondere die Auslöseschwellwerte und die Kraftverläufe während des Auslösens,
für vordere und hintere Halteeinrichtungen deutlich voneinander. Dies führt in der
Praxis dazu, dass das Auslöseverhalten des Gleitbrettschuhs insgesamt relativ schwer
vorhersehbar ist, da es auf einem kombinierten Auslösevorgang zweier separater Halteeinrichtungen
beruht. Um ein zuverlässiges Auslösen im Sturzfalle sicherzustellen, müssen dementsprechend
die Auslöseschwellwerte der Halteeinrichtungen tendenziell auf niedrigere Werte eingestellt
werden, was im Gegenzug dazu führt, dass die Gleitbrettbindung gelegentlich zu früh
auslöst. Dies hat den weiteren Nachteil, dass es insbesondere bei sportlicheren Fahren
(z.B. im Rennsportbereich) bei anspruchsvollen Fahrmanövern zu unerwünschten Fehlauslösungen
kommen kann.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Gleitbrettbindung der eingangs
genannten Art bereitzustellen, welche einfachen Aufbau aufweist, ein gut definiertes
und zuverlässiges Auslöseverhalten zeigt, und insbesondere auch für ein sportliches
Fahren geeignet ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Gleitbrettbindung der eingangs genannten
Art gelöst, bei welcher die vordere Halteeinrichtung an der Basis drehbar gelagert
ist, um in einem Schließzustand der vorderen Halteeinrichtung eine Drehung sowohl
der vorderen Halteeinrichtung als auch des Gleitbrettschuhs um eine gemeinsame, im
wesentlichen orthogonal zur Gleitbrettebene verlaufende Vertikaldrehachse zu ermöglichen.
[0007] Durch die erfindungsgemäße drehbare Lagerung der vorderen Halteeinrichtung an der
am Gleitbrett befestigten Basis kann sich der Gleitbrettschuh in der Schließstellung
der vorderen Halteeinrichtung zusammen mit der vorderen Halteeinrichtung um die gemeinsame
Vertikaldrehachse drehen, ohne dass die vordere Halteeinrichtung auslöst. Mit anderen
Worten, bleibt während der Drehung der vorderen Halteeinrichtung um die Vertikaldrehachse
der Gleitbrettschuh fest im Halteeingriff mit der vorderen Halteeinrichtung.
[0008] Weist die Gleitbrettbindung ferner eine hintere Halteeinrichtung zum Halten eines
hinteren Abschnitts (Fersenabschnitt) eines Gleitbrettschuhs auf, so kann durch eine
drehbare Lagerung der vorderen Halteeinrichtung erreicht werden, dass eine Drehbewegung
des Gleitbrettschuhs um eine vertikale Achse vorrangig, insbesondere im Wesentlichen
ausschließlich, durch entweder die hintere Halteeinrichtung oder die vordere Halteeinrichtung
kontrolliert werden kann. Dies bedeutet insbesondere, dass das Auslöseverhalten des
Gleitbrettschuhs in Bezug auf eine Mz-Auslösung maßgeblich durch den Mz-Auslösemechanismus
der vorderen oder der hinteren Halteeinrichtung gesteuert werden kann und somit die
Auslösecharakteristiken gut definiert sind, so dass die Bindung zuverlässig auslöst
und gleichzeitig ein ungewolltes, zu frühes Auslösen vermieden werden kann. Damit
ist die Bindung insbesondere auch für sportliches Fahren, z.B. im Rennsportbereich,
vorteilhaft einsetzbar.
[0009] Wirkt beispielsweise im Falle eines Sturzes auf den Gleitbrettschuh ein hohes Drehmoment
um eine vertikale Achse, so kann etwa zunächst nur die hintere Halteeinrichtung auslösen,
während der vordere Teil des Gleitbrettschuhs in der vorderen Halteeinrichtung gehalten
bleibt und zusammen mit der vorderen Halteeinrichtung die Drehung um die vertikale
Achse mitmacht. Ist der hintere Bereich des Gleitbrettschuhs aus der hinteren Halteeinrichtung
ausgelöst, so kann anschließend eine Auslösung der vorderen Halteeinrichtung erfolgen.
Alternativ könnte sich der Gleitbrettschuh mit der vorderen Halteeinrichtung mehr
oder weniger frei um die Vertikaldrehachse drehen, ohne dass sich der Schuh von der
vorderen Halteeinrichtung löst, bzw. erst bei Auftreten eines hohen Drehmoments um
eine andere Achse als die Z-Achse auslösen.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verläuft die Vertikaldrehachse
der vorderen Halteeinrichtung, um welche die vordere Halteeinrichtung drehbar an der
Basis gelagert ist, durch einen Abschnitt, in welchem im Schließzustand der Halteeinrichtung
ein Gleitbrettschuh, insbesondere ein Ballenabschnitt eines Gleitbrettschuhs angeordnet
ist. In einer solchen Konstruktion sind die vordere Halteeinrichtung und die Basis
in der Nähe des Gleitbrettschuhs, insbesondere in der Nähe eines vorderen Abschnitts
des Gleitbrettschuhs, miteinander verbunden, so dass der Verbindungsabschnitt auch
in der Nähe des Eingriffs zwischen vorderer Halteeinrichtung und Gleitbrettschuh liegt
und damit die vordere Halteeinrichtung insgesamt relativ kompakt ausgebildet sein
kann.
[0011] Im Grunde kann die vordere Halteeinrichtung so an der Basis angebracht sein, dass
sie im Bezug auf die Basis frei drehbar ist, d.h. im Wesentlichen ohne eine die normalen
mechanischen Reibungskräfte übersteigende Widerstandskraft drehbar ist. Zum Schließen
einer hinteren Halteeinrichtung der Gleitbrettbindung beim Einsteigen in die Gleitbrettbindung
verschwenkt der Nutzer (vor oder nach dem Einsteigen in die vordere Halteeinrichtung)
die vordere Halteeinrichtung in eine zentrale Normalstellung, in welcher der Gleitbrettschuh
in Längsrichtung des Gleitbretts ausgerichtet ist. Um das Einsteigen in die Gleitbrettbindung
zu erleichtern, kann jedoch in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung eine
Spanneinrichtung vorgesehen sein, welche die vordere Halteeinrichtung in Bezug auf
ihre Drehstellung um die vertikale Drehachse in eine zentrale Normalstellung vorspannt,
aus der die vordere Halteeinrichtung gegen ein elastisches Spanndrehmoment der Spanneinrichtung
in beide Richtungen verschwenkbar ist. In einer solchen Ausführungsform stellt sich
die vordere Halteeinrichtung in der geöffneten Stellung der Gleitbrettbindung automatisch
in die zentrale Normalstellung ein, so dass der Nutzer sofort in die Bindung einsteigen
kann.
[0012] Die Bereitstellung einer Spanneinrichtung der vorstehend genannten Art kann ferner
dazu genutzt werden, eine Sicherheitsfunktion bei Auftreten einer hohen seitlichen
Belastung der Verbindung zwischen Gleitbrettschuh und Gleitbrettbindung zu realisieren.
So wird bei einem Sturz die Aufnahme von seitlichen Kräften in dem Fall, dass die
Spannkraft der Spanneinrichtung größer ist als eine dem Mz-Auslösedrehmoment der hinteren
Halteeinrichtung entsprechende Gegenkraft, oder in dem Fall, dass überhaupt keine
hintere Halteeinrichtung vorgesehen ist, maßgeblich oder sogar ausschließlich durch
die Konstruktion der Spanneinrichtung der vorderen Halteeinrichtung kontrolliert.
Bei Erreichen bzw. Überschreiten der Spannkraft der Spanneinrichtung dreht sich der
Gleitbrettschuh zusammen mit der vorderen Halteeinrichtung um die gemeinsame Vertikaldrehachse,
um der übermäßigen Belastung (z.B. bei einem Sturz) nachzugeben und das Verletzungsrisiko
zu reduzieren. Um die Sicherheit der Gleitbrettbindung in diesem Falle weiter zu erhöhen,
kann die vordere Halteeinrichtung ferner so ausgestaltet sein, dass sie nach dem Verdrehen
der vorderen Halteeinrichtung und des Gleitbrettschuhs um einen vorbestimmten Winkelbetrag
um die gemeinsame Vertikaldrehachse den Halteeingriff zwischen der vorderen Halteeinrichtung
und dem Gleitbrettschuh löst, so dass sich der Gleitbrettschuh dann vollständig von
der Gleitbrettbindung lösen kann.
[0013] Soll dagegen die Mz-Auslösung, wie oben bereits angesprochen, durch eine hintere
Halteeinrichtung kontrolliert werden, so ist vorzugsweise die auf einen Schuh (insbesondere
auf einen Bezugsabschnitt des Schuhs) in seitlicher Richtung auszuübende Auslösekraft
zur seitlichen Auslösung der hinteren Halteeinrichtung entsprechend einem Mz-Auslösedrehmoment
der hinteren Halteeinrichtung größer als eine auf den Schuh (insbesondere auf den
Bezugsabschnitt des Schuhs) in seitlicher Richtung auszuübende Kraft zum Drehen der
vorderen Halteeinrichtung um die Vertikaldrehachse, also insbesondere größer als etwaige
Reibungskräfte der Drehverbindung und ggf. größer als eine zur Überwindung der Spannkraft
der Spanneinrichtung notwendige Kraft. Vorzugsweise ist die Auslösekraft der hinteren
Halteeinrichtung dann mindestens gleich dem Vierfachen der auf den Schuh in seitlicher
Richtung auszuübenden Kraft zum Drehen der vorderen Halteeinrichtung, wodurch der
Einfluss des Drehwiderstands der vorderen Halteeinrichtung auf die gesamte Mz-Auslösecharakteristik
der Gleitbrettbindung relativ gering und vorzugsweise vernachlässigbar klein wird,
so dass die Gleitbrettbindung in sehr gut definierter und besonders zuverlässiger
Weise auslöst und Fehlauslösungen besonders sicher vermieden werden können.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Drehwinkel der
vorderen Halteeinrichtung um die Vertikaldrehachse durch mindestens ein Drehbegrenzungsmittel
begrenzt sein. Durch ein solches Drehbegrenzungsmittel kann in konstruktiv überraschend
einfacher Weise ein Mechanismus bereitgestellt werden, der dazu beitragen kann, dass
sich im Anschluss an die gemeinsame Drehung der vorderen Halteeinrichtung und des
Gleitbrettschuhs um die Vertikaldrehachse der Gleitbrettschuh vollständig von der
Gleitbrettbindung löst. Wirkt auf den Gleitbrettschuh, beispielsweise während eines
Sturzes, ein hohes Drehmoment um eine vertikale Achse, so dreht sich zunächst die
vordere Halteeinrichtung gemeinsam mit dem Gleitbrettschuh um die Vertikaldrehachse
bis zum Erreichen des durch das Drehbegrenzungsmittel vorgegebenen maximalen Drehwinkels.
Die Drehbewegung wird dann durch das Drehbegrenzungsmittel gestoppt, wobei durch das
andauernde, vom Gleitbrettschuh ausgeübte Drehmoment sowie durch das Trägheitsmoment
des Gleitbrettschuhs und des Nutzers im Moment der Abbremsung des Gleitbrettschuhs
durch das Drehbegrenzungsmittel eine relativ hohe Belastung auf den Halteeingriff
zwischen der vorderen Halteeinrichtung und dem Gleitbrettschuh wirkt. Dieser Halteeingriff
kann dann beispielsweise in an sich bekannter Weise durch einen Mz-Auslösemechanismus
der vorderen Halteeinrichtung gelöst werden, um den Gleitbrettschuh von der vorderen
Halteeinrichtung zu entkoppeln.
[0015] Der durch das mindestens eine Drehbegrenzungsmittel insgesamt begrenzte Drehwinkel
kann zwischen ungefähr 10 Grad (ausgehend von einer zentralen Normalstellung ungefähr
5 Grad nach beiden Seiten) und ungefähr 30 Grad (ausgehend von einer zentralen Normalstellung
ungefähr 15 Grad nach beiden Seiten) liegen, wobei die Untergrenze von ungefähr 10
Grad erlaubt, dass die gemeinsame Drehbewegung des Gleitbrettschuhs und der vorderen
Halteeinrichtung erst dann gestoppt wird, wenn der hintere Abschnitt des Gleitbrettschuhs
sicher aus einer hinteren Halteeinrichtung ausgelöst ist, und wobei die obere Grenze
von ungefähr 30 Grad sicherstellen kann, dass der maximale Drehwinkel relativ schnell
erreicht wird, um das vollständige Entkoppeln zwischen Gleitbrettbindung und Gleitbrettschuh
zuverlässig zu ermöglichen. Besonders bevorzugt wird ein durch das mindestens eine
Drehbegrenzungsmittel vorgegebener Drehwinkelbereich von ungefähr 20 Grad, mit welchem
die besten Versuchsergebnisse erzielt wurden und Fehlauslösungen weitestgehend verhindert
werden können.
[0016] Weist die erfindungsgemäße Gleitbrettbindung das oben erwähnte Drehbegrenzungsmittel
auf und weist ferner die vordere Halteeinrichtung einen Mz-Auslösemechanismus auf,
um den Gleitbrettschuh von der vorderen Halteeinrichtung freizugeben (zu entkoppeln),
wenn von dem Gleitbrettschuh auf die vordere Halteeinrichtung eine Kraft in seitlicher
Richtung ausgeübt wird, die gleich oder größer ist, als eine einem vorbestimmten Mz-Auslösedrehmoment
der vorderen Halteeinrichtung entsprechende Gegenkraft, so kann die Gleitbrettbindung
in besonders bevorzugter Konstruktion für eine zweistufige Auslösung des Gleitbrettschuhs
eingerichtet sein, bei der in einer ersten Stufe die hintere Halteeinrichtung auslöst
und den hinteren Abschnitt des Gleitbrettschuhs freigibt, wobei der Gleitbrettschuh
zusammen mit der vorderen Halteeinrichtung um die gemeinsame Vertikaldrehachse dreht,
und in einer nachfolgenden zweiten Stufe die gemeinsame Drehung des Gleitbrettschuhs
und der vorderen Halteeinrichtung durch das Drehbegrenzungsmittel gestoppt wird und
die vordere Halteeinrichtung auslöst, um den vorderen Abschnitt des Gleitbrettschuhs
ebenfalls freizugeben. Die Auslösung des Schuhs an der hinteren und an der vorderen
Haltevorrichtung finden also zeitlich getrennt voneinander statt, sodass sich die
Auslöseverhalten der beiden Haltevorrichtungen nicht überlagern und die Auslösung
konstruktiv besser kontrolliert werden kann.
[0017] Vorzugsweise ist die Gleitbrettbindung eine Tourenbindung (für einen Tourenski oder
ein Splitboard), wobei die vordere Halteeinrichtung dafür eingerichtet ist, einen
Tourenskischuh in einer Gehstellung der Gleitbrettbindung um eine zur Gleitbrettebene
parallele und quer zu einer Gleitbrettlängsachse verlaufende Gleitbrettquerachse verschwenkbar
zu erhalten. Die Vorteile der Erfindung kommen in einer Tourenbindung besonders zum
Tragen, da Tourenbindungen zur Ermöglichung der genannten Gehstellung besonderen konstruktiven
Aufbau im Bereich der vorderen Halteeinrichtung aufweisen müssen, der die Bereitstellung
eines Auslösemechanismus an der vorderen Halteeinrichtung erschwert. Insbesondere
muss die vordere Halteeinrichtung den Tourenskischuh einerseits verschwenkbar lagern
und andererseits mit einer relativ hohen Haltekraft festhalten, um eine zu frühe Auslösung
im Bereich der vorderen Halteeinrichtung zu verhindern. Die erfindungsgemäße, in Bezug
auf die Basis drehbare Halteeinrichtung kann dann insbesondere in Kombination mit
einer hinteren Halteeinrichtung dazu verwendet werden, die Mz-Auslösung im Wesentlichen
nur durch die hintere Halteeinrichtung zu kontrollieren, um somit die vordere Halteeinrichtung
bei der Abfahrt zu entlasten und auch bei sportlichem Fahren eine Fehlauslösung zu
verhindern.
[0018] Da bei einer Tourenbindung in der Gehstellung der Bindung der hintere Abschnitt des
Gleitbrettschuhs von der hinteren Halteeinrichtung nicht am Ski festgehalten wird,
kann eine Tourenbindung der erfindungsgemäßen Art vorzugsweise ferner Mittel aufweisen,
welche in der Gehstellung der Tourenbindung eine Drehung der vorderen Halteeinrichtung
um die Vertikaldrehachse blockieren oder zumindest behindern. Solche Mittel können
beispielsweise durch eine bereits angesprochene Spanneinrichtung bereitgestellt werden,
die die vordere Halteeinrichtung in die zentrale Normalstellung vorspannt. Zur Verbesserung
der Zuverlässigkeit und der Stabilität der Tourenbindung in der Gehstellung kann jedoch
die als Tourenbindung ausgebildete Gleitbrettbindung alternativ oder zusätzlich mindestens
ein Blockiermittel umfassen, welches in der Gehstellung der Gleitbrettbindung eine
Drehung der vorderen Halteeinrichtung um die Vertikaldrehachse blockiert und in einer
Abfahrtsstellung der Gleitbrettstellung eine Drehung der vorderen Halteeinrichtung
um die Vertikaldrehachse zulässt. Die Gleitbrettbindung kann somit in der Gehstellung
die gewohnte seitliche Stabilität aufweisen, während in der Abfahrtsstellung die erfindungsgemäßen
Vorteile im Bezug auf die drehbare Halteeinrichtung bereitgestellt werden.
[0019] In einer konstruktiv besonders effektiven Realisierung eines solchen Blockiermittels
wird daran gedacht, dass die vordere Halteeinrichtung einen Verriegelungshebel aufweist,
welcher in der Gehstellung der Gleitbrettbindung in eine Verriegelungsstellung gestellt
oder stellbar ist, in der er eine Auslösung der vorderen Halteeinrichtung verhindert
oder erschwert, und dass das mindestens eine Blockiermittel einen gleitbrettfesten
Anschlag umfasst, welcher in der Gehstellung der Gleitbrettbindung mit dem Verriegelungshebel
zusammenwirkt. Ein Verriegelungshebel der genannten Art, an sich bereits in bekannten
Tourenbindungen genutzt wird, kann in der vorstehend beschriebenen Ausführungsform
vorteilhaft Doppelfunktion zur Verriegelung des Auslösemechanismus der vorderen Halteeinrichtung
in der Gehstellung einerseits und zur Blockierung einer ungewollten Verdrehung der
vorderen Halteeinrichtung in der Gehstellung andererseits übernehmen. Alternativ könnte
ein anderes Stellelement der Gleitbrettbindung, welches zur Einstellung der Gehstellung
bewegt wird, in der Gehstellung mit dem Blockiermittel zusammenwirken, um eine Verdrehung
der vorderen Halteeinrichtung zu blockieren.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann die vordere Halteeinrichtung
der als Tourenbindung ausgebildeten Gleitbrettbindung zwei auf der Gleitbrettquerachse
angeordnete Lagerzapfen aufweisen, welche dafür eingerichtet sind, gegenüberliegende
seitliche Lagerlöcher eines Gleitbrettschuhs in Eingriff zu nehmen. Damit kann die
erfindungsgemäße Gleitbrettbindung an die Verwendung eines verbreiteten Typs von Tourenskischuhen
mit gegenüberliegenden seitlichen Lagerlöchern angepasst werden und somit insbesondere
mit herkömmlichen Tourenskischuhen dieses Typs verwendet werden.
[0021] In der beschriebenen vorderen Halteeinrichtung mit Lagerzapfen kann ferner vorgesehen
sein, dass die Lagerzapfen bewegbar sind zwischen einer Schließstellung, in welcher
die Lagerzapfen voneinander einen Abstand aufweisen, der für einen Eingriff in den
Lagerlöchern eines Gleitbrettschuhs ausgelegt ist, und einer Öffnungsstellung, in
welcher die Lagerzapfen einen Abstand aufweisen, der größer ist als in der Schließstellung,
so dass der Gleitbrettschuh zwischen den Lagerzapfen eingeführt oder von der vorderen
Halteeinrichtung entfernt werden kann, wobei die Gleitbrettbindung ferner einen Schließbetätigungsabschnitt
aufweist, dessen Betätigung eine Bewegung der Lagerzapfen zwischen der Öffnungsstellung
und der Schließstellung bewirkt. Auf diese Weise wird in an sich aus dem Stand der
Technik bekannter Weise ein Mechanismus zum Öffnen bzw. Schließen der vorderen Halteeinrichtung
bereitgestellt werden, der eine einfache Bedienung der Gleitbrettbindung zum Einsteigen
bzw. Aussteigen erlaubt. Gleichzeitig kann die bewegliche Anordnung der Lagerzapfen
mit einem elastischen Mittel in die Schließstellung vorgespannt sein, so dass in einfacher
Weise ein Mz-Auslösemechanismus an der vorderen Halteeinrichtung realisiert ist, der
ein vollständiges Entkoppeln des Gleitbrettschuhs von der Gleitbrettbindung nach der
gemeinsamen Verdrehung der vorderen Halteeinrichtung und des Gleitbrettschuhs ermöglicht.
Die bewegliche Halterung der Lagerzapfen, der Schließbetätigungsabschnitt und der
angesprochene Mz-Auslösemechanismus können von an sich bekannter Konstruktion sein
(siehe zum Beispiel
EP 0 199 098 A2).
[0022] Ist die Gleitbrettbindung als Tourenbindung ausgebildet, in welcher der Gleitbrettschuh
um die Gleitbrettquerachse schwenkbar an der vorderen Halteeinrichtung gehalten ist,
so kann in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung die Vertikaldrehachse, um
welche die vordere Halteeinrichtung und der Gleitbrettschuh gemeinsam in Bezug auf
das Gleitbrett verschwenkbar sind, die Gleitbrettquerachse im Wesentlichen schneiden.
Eine solche Konstruktion erlaubt die symmetrische Anordnung der Lagerung der vorderen
Halteeinrichtung in Bezug auf Vertikaldrehachse und der Gleitbrettquerachse und ermöglicht
somit einen stabilen und kompakten Aufbau der vorderen Halteeinrichtung.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines Tourenskischuhs und einer Tourenskibindung gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung,
- Figuren 2a bis 2c
- eine Seitenansicht, eine Vorderansicht sowie eine Draufsicht der Tourenskibindung
des Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung in einer Öffnungsstellung,
- Figuren 2d und 2e
- perspektivische Ansichten der Tourenskibindung des Ausführungsbeispiels in der Öffnungsstellung;
- Figuren 3a und 3b
- eine Draufsicht und eine perspektivische Ansicht der Tourenskibindung des Ausführungsbeispiels
in einer Abfahrtsstellung,
- Figuren 4a - 4c
- eine Draufsicht, eine perspektivische Ansicht sowie eine Ausschnittsvergrößerung der
Tourenskibindungen des Ausführungsbeispiels in einer teilausgelösten Abfahrtsstellung,
und
- Figuren 5a - 5c
- eine Seitenansicht, eine perspektivische Ansicht sowie eine Ausschnittsvergrößerung
der Tourenskibindung des Ausführungsbeispiels in einer Gehstellung.
[0024] In Figur 1 ist mit 10 allgemein eine Tourenskibindung bezeichnet, welche zur Kopplung
eines Tourenskischuhs 12 an einem Tourenski 14 eingerichtet ist. Die Tourenskibindung
10 umfasst eine vordere Einheit 16 zum Halten eines vorderen Abschnitts 18 des Schuhs
12 sowie eine Ferseneinheit 19 zum Halten eines hinteren Abschnitts oder Fersenabschnitts
20 des Schuhs 12.
[0025] Später noch detaillierter zu beschreibende Befestigungsmittel der Tourenskibindung
10, insbesondere der vorderen Einheit 16, definieren eine horizontale Skiebene E des
Skis 14, auf welchem die Tourenskibindung 10 zu befestigen ist, eine X-Richtung in
der Skieebene E in Vorwärtsrichtung entlang der Längsachse des Skis 14, eine Y-Richtung
in der Skiebene E sowie orthogonal zur X-Richtung sowie eine Z-Richtung orthogonal
zur Skiebene E nach oben verlaufend. Wenn in der vorliegenden Offenbarung Orts- und
Richtungsangaben wie etwa "oben", "unten", "seitlich", "vorn", "hinten", "horizontal",
"vertikal" verwendet werden, so beziehen sich diese Angaben auf eine Gleitbrettbindung
im montierten Zustand auf einem Gleitbrett, dass auf einem ebenen, horizontalen Untergrund
aufliegt.
[0026] Die Tourenskibindung 10 des Ausführungsbeispiels ist in eine Öffnungsstellung (Figuren
2a - 2e) verstellbar, in welcher der Schuh 12 von der vorderen Einheit 16 sowie der
Ferseneinheit 19 gelöst ist und somit nicht von der Tourenskibindung 10 gehalten ist,
jedoch die Tourenskibindung 10 dafür vorbereitet ist, den Schuh 12 aufzunehmen, so
dass der Nutzer in die Bindung 10 einsteigen kann. Die Tourenskibindung ist ferner
in eine Abfahrtsstellung (Figuren 3a, 3b, 4a bis 4c) verstellbar, in welcher die vordere
Einheit 16 den vorderen Abschnitt 18 des Schuhs 12 hält und die Ferseneinheit 19 den
Fersenabschnitt 20 des Schuhs 12 hält, so dass der Schuh 12 insgesamt am Ski 14 fixiert
und für eine Talabfahrt bereit ist. Ferner ist die Tourenskibindung 10 in eine Gehstellung
verstellbar, in welcher die Ferseneinheit 19 den Fersenabschnitt 20 des Schuhs 12
freigibt, die vordere Einheit 16 den vorderen Abschnitt 18 des Schuhs 12 jedoch um
eine parallel zur Y-Richtung verlaufende Skiquerachse Q verschwenkbar hält, so dass
der Schuh 12 zur Ermöglichung des Vorwärtsgehens (insbesondere unter Verwendung von
an der Lauffläche der Skier 14 angeklebten Steigfellen) nach vorne kippen kann.
[0027] Der Aufbau der vorderen Einheit 16 der Tourenskibindung 10 wird nachfolgend unter
Bezugnahme auf die Figuren 2a bis 2e näher erläutert. Die vordere Einheit 16 umfasst
eine am Ski 14 zu befestigende Basis 22 sowie eine drehbar daran gehaltene, vordere
Halteeinrichtung 24, wobei eine Vertikaldrehachse V der drehbaren Verbindung zwischen
vorderer Halteeinrichtung 24 und Basis 22 parallel zur Z-Richtung und in etwa durch
einen vorderen Fußballenabschnitt des Skischuhs 12 verläuft. Zur Befestigung der Basis
22 am Ski 14 weist die Basis 22 eine Befestigungsanordnung auf, welche aus einer Mehrzahl
von Befestigungslöchern 26 gebildet sein kann, durch die Befestigungsschrauben 28
geführt sind.
[0028] Die vordere Halteeinrichtung 24 umfasst einen Grundkörper 30 sowie, daran angebracht,
Klemmwinkel 32 zum Halten und schwenkbaren Lagern des Tourenskischuhs 12 und einen
Bindungsbetätigungsmechanismus 34 zum Betätigen der vorderen Halteeinrichtung 24 zwischen
Öffnungsstellung, Abfahrtsstellung und Gehstellung. Die Klemmwinkel 32 sowie der Bindungsbetätigungsmechanismus
34 können hinsichtlich ihres prinzipiellen konstruktiven Aufbaus sowie hinsichtlich
ihrer Funktion von an sich bekannter Art sein, beispielsweise gemäß der Offenbarung
der
EP 0 199 098 A2, auf welche in Bezug auf diese an sich bekannten Elemente hiermit ergänzend hingewiesen
wird.
[0029] Einstückig am Grundkörper 30 ausgebildet oder daran befestigt sind linke und rechte
Lagerabschnitte 36, welche die Klemmwinkel 32 jeweils um eine in X-Richtung verlaufende
Schwenkachse 38 schwenkbar halten. Jeder Klemmwinkel 32 weist einen sich von der Schwenkachse
38 im Wesentlichen nach oben erstreckenden ersten Arm 40 und einen sich von der Schwenkachse
38 im Wesentlichen zur Skimitte hin erstreckenden zweiten Arm 42 auf. An einem oberen,
distalen Ende des ersten Arms 40 ist jeweils ein Lagerzapfen 44 angeordnet, dessen
Spitze im Wesentlichen nach innen, d.h.zur Skimitte hin, zeigt. Der Lagerzapfen 44
ist dafür eingerichtet, in eine seitliche Lageröffnung des vorderen Abschnitts 18
des Tourenskischuhs 12 einzugreifen, um den Schuh 12 in der Gehstellung der Tourenskibindung
10 um die Skiquerachse Q verschwenkbar an der Tourenskibindung 10 zu halten.
[0030] Die der Skimitte zugewandten distalen Enden der zweiten Arme 42 der Klemmwinkel 32
werden gemeinsam von einem gabelartigen Endabschnitt 46 eines Betätigungshebels 48
des Bindungsbetätigungsmechanismus 34 ergriffen, welcher um eine in Y-Richtung verlaufende
Schwenkachse 50 an einem am Grundkörper 30 ausgebildeten Lagerabschnitt schwenkbar
gelagert ist. Speziell ergreift der gabelartige Endabschnitt 46 im Ausführungsbeispiel
je eine Endkappe 52 jedes Klemmwinkels 32, welche jeweils verschiebbar auf von dem
zweiten Arm 42 jedes Klemmwinkels 32 abstehende Stifte 54 aufgeschoben ist, so dass
sich jede der Endkappen 52 entlang der Stifte 54 in Y-Richtung verschieben kann. Mittels
um die Stifte 54 gewickelter Druckfedern 56 sind die Endkappen 54 zur Skimitte hin
und damit aufeinander zu vorgespannt und sind in Kontakt miteinander gepresst.
[0031] In an sich bekannter Weise führt eine Schwenkbewegung des Betätigungshebels 48 um
die Schwenkachse 50 zu einer vertikalen Bewegung der beiden Endkappen 52 und damit
zu einer Schwenkbewegung der Klemmwinkel 32 um die Schwenkachsen 38.
[0032] An einem distalen Ende eines dem gabelartigen Endabschnitt 46 abgewandten Arms 58
des Betätigungshebels 48 ist an einer in Y-Richtung verlaufenden Schwenkachse 60 schwenkbar
ein zweiarmiger Bedienhebel 62 gehalten. Der Bedienhebel 62 weist einen Bedienabschnitt
64 auf, welcher per Hand oder mittels eines Skistocks (z.B. über eine Skistockaufnahmemulde
66) betätigbar ist, um die Bindung zwischen Öffnungsstellung und Abfahrtsstellung
bzw. Gehstellung zu bewegen. Ferner umfasst der Bedienhebel 62 einen dem Bedienabschnitt
64 abgewandten Verriegelungsabschnitt 68, welcher dafür eingerichtet ist, bei einer
Schwenkbewegung des Bedienhebels 62 mit einer Nockenfläche 70 (ausgebildet auf einer
Oberseite des Grundkörpers 30, der vorderen Halteeinrichtung 24, des Skis 14 oder
eines skifesten Teils) in Kontakt zu gelangen, um eine Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung
des Arms 58 des Betätigungshebels 48 entsprechend der Oberflächenkontur der Nockenfläche
70 zu erzwingen oder zu blockieren und damit die Schwenkbewegung des Betätigungshebels
48 und somit die Schwenkbewegung der Klemmwinkel 32 zu kontrollieren.
[0033] Wie bereits erwähnt ist die vordere Halteeinrichtung 24, einschließlich dem Grundkörper
30, den daran gehaltenen Klemmwinkeln 32 und dem Bindungsbetätigungsmechanismus 34,
schwenkbar an der Basis 22 gehalten, so dass diese Elemente sich gemeinsam um die
Vertikaldrehachse V drehen können. Dazu ist eine Drehlagerung zwischen dem Grundkörper
30 der vorderen Halteeinrichtung 24 und der Basis 22 vorgesehen. Im Ausführungsbeispiel
umfasst die Drehlagerung eine kreisförmige Aussparung am Grundkörper 30, in die ein
kreisförmiger Vorsprung 72 der Basis 22 passend eingreift. Insbesondere kann der Grundkörper
30 allgemein ringförmig ausgebildet sein und mit seiner inneren Lagerfläche 74 eine
komplementäre äußere Lagerfläche 76 des kreisförmigen Vorsprungs 72 der Basis 22 umlaufen.
Das auf diese Weise gebildete Lager zwischen Grundkörper 30 und Basis 22 kann ein
Gleitlager sein. Alternativ wäre der Einsatz von Wälzkörpern zwischen Grundkörper
30 und Basis 22 denkbar, so dass ein Wälzlager realisiert ist.
[0034] Im Ausführungsbeispiel sind die Befestigungslöcher 26 zur Befestigung der Basis 22
am Ski 14 im kreisförmigen Vorsprung 72 der Basis 22 ausgebildet. Insbesondere umläuft
die äußere Lagerfläche 76 des Vorsprungs 22 die Anordnung der Befestigungslöcher 26
im Wesentlichen konzentrisch um eine symmetrische Krafteinleitung zu gewährleisten.
Um die vordere Halteeinrichtung 24 so an der Basis 22 zu halten, dass sie relativ
zu dieser um die Vertikaldrehachse V drehbar ist, jedoch nicht nach oben von der Basis
22 abgezogen werden kann, sind die innere Lagerfläche 74 des Grundkörpers 30 und die
äußere Lagerfläche 76 des Vorsprungs 72 vorzugsweise so geformt, dass eine Trennung
des Grundkörpers 30 von der Basis 22 formschlüssig verhindert wird. Im Ausführungsbeispiel
weist die äußere Lagerfläche 76 des Vorsprungs 72 der Basis 22 eine kegelförmige Abschrägung
in der Form einer Hinterschneidung mit nach oben hin zunehmendem Außendurchmesser
auf und die innere Lagerfläche 74 des Grundkörpers 30 weist eine entsprechende kegelförmige
Abschrägung mit nach unten hin abnehmendem Innendurchmesser auf. Andere formschlüssig
ineinander greifende Ringflächenprofile sind für die Flächen 72, 74 ebenfalls denkbar.
[0035] Um Herstellung und Montage der Tourenskibindung zu erleichtern ist der Vorsprung
72 der Basis 22 im Ausführungsbeispiel als separate Scheibe bereitgestellt, welche
nach dem Aufsetzen des Grundkörpers 30 auf die Basis 22 in die innere Ringfläche 74
des Grundkörpers 30 eingesetzt wird. Die Befestigungsschrauben 26 dienen dann gleichzeitig
der Montage des aus Vorsprung 72, Grundkörper 30 und Basis 22 gebildeten Drehlagers
sowie der Befestigung der vorderen Einheit 16 am Ski 14.
[0036] Die vordere Einheit 16 weist vorzugsweise ferner eine Drehwinkelbegrenzungsanordnung
78 auf, um den Drehwinkel der vorderen Halteeinrichtung 24 in Bezug auf die Basis
22 um die Vertikaldrehachse V auf einen vorbestimmten Maximaldrehwinkel zu begrenzen.
Im Ausführungsbeispiel umfasst die Drehwinkelbegrenzungsanordnung 78 einen Anschlag
80, welcher in einem Langloch 82 geführt ist, so dass der Maximaldrehwinkel durch
den Kontakt des Anschlags 80 mit den gegenüberliegenden Enden des Langlochs 82 festgelegt
ist. Wie in den Figuren dargestellt ist, kann der Anschlag 80 als Vorsprung an der
Basis 22 ausgebildet sein und in ein entsprechendes Langloch 82 am Grundkörper 30
eingreifen.
[0037] Zwischen dem Anschlag 80 und den gegenüberliegenden Enden des Langlochs 82 sind jeweils
Druckfedern 84 eingesetzt, die sich jeweils einerseits am Anschlag 80 und andererseits
an den entsprechenden Enden des Langlochs 82 abstützen. Die Anordnung der Druckfedern
84 ist derart eingerichtet, dass der Anschlag 80 in einer unbelasteten Stellung zu
seiner zentralen Position in etwa der Mitte des Langlochs 82 hin getrieben wird und
aus dieser zentralen Position in beiden Richtungen durch Überwindung einer Federkraft
auslenkbar ist. Um die gesamte Länge des Langlochs für die Drehbewegung auszunutzen,
können die Druckfedern 84 in Sacklöchern des Grundkörpers 30 oder/und des Anschlags
80 angeordnet sein, anderenfalls wird der maximale Drehwinkel durch die Abmessung
der jeweils zusammengepressten Druckfeder 84 im maximal zusammengepressten Zustand
bestimmt. Alternative Mittel zur Zentrierung der Drehstellung der vorderen Halteeinrichtung
24, beispielsweise unter Verwendung einer Nocken-Nockenfolger-Anordnung, sind denkbar.
[0038] Die Drehbewegung der vorderen Halteeinrichtung 24 kann ferner durch ein Blockiermittel
beeinflusst werden, welches im Ausführungsbeispiel durch einen linken und einen rechten
Blockiervorsprung 26r, 26l realisiert ist. Die Blockiervorsprünge 86r, 86l sind vorzugsweise
an der Basis 22 angeordnet und ragen im Ausführungsbeispiel beiderseits der Nockenfläche
70 nach oben. Der Abstand zwischen den Blockiervorsprüngen 86r, 86l ist so bemessen,
dass sich der Verriegelungsabschnitt 68 des Bedienhebels 62 dann, wenn er auf die
Nockenfläche 70 aufgeschoben wird, zwischen den Blockiervorsprüngen 86r, 861 passend
einschiebt, so dass er sich in seitlicher Richtung im Wesentlichen nicht mehr bewegen
kann und somit in der Gehstellung die Verdrehung der vorderen Halteeinrichtung 24
um die vertikale Drehachse V blockierbar ist.
[0039] Die Funktionsweise der Tourenskibindung des in den Figuren illustrierten Ausführungsbeispiels
wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
[0040] In der Öffnungsstellung der Tourenskibindung 10 ist der Betätigungshebel 48 so verschwenkt,
dass der gabelartige Endabschnitt 46 angehoben ist und die Klemmwinkel 32 nach außen
so weg geklappt sind, dass ein Skischuh 12 mit einem vorderen Abschnitt 18 zwischen
den Lagerzapfen 44 eingeschoben werden kann, bis die Lagerzapfen 44 den seitlichen
Lageröffnungen des Skischuhs 12 gegenüberliegen. Mit der Sohle des Schuhs 12 übt der
Nutzer dann leichten Druck auf die Oberseite des gabelartigen Endabschnitts 46 aus,
um diesen nach unten zu drücken, bis die zweiten Arme 42 der Klemmhebel 32 in etwa
zueinander ausgerichtet sind (Totpunkt der durch die Druckfedern 56 vorgespannten
Klemmwinkel 32), so dass die Klemmwinkel 32 anschließend selbstätig in die geschlossene
Stellung schnappen und die Lagerzapfen 44 in die Lageröffnungen des Skischuhs 12 eindringen.
[0041] Zum Erreichen der Abfahrtsstellung wird anschließend die Ferseneinheit 19 am Fersenabschnitt
20 des Skischuhs angekoppelt, wobei ein an sich beispielsweise aus der
EP 0 199 098 A2 bekannter und im folgenden nicht detaillierter beschriebener Kopplungsmeachnismus
verwendet werden kann. Insbesondere können zwei von der Ferseneinheit 19 in X-Richtung
nach vorn vorstehende Stifte 88 in zwei entsprechende Aussparungen am Fersenabschnitt
20 des Skischuhs 12 eingreifen. Alternativ sind andere an sich beispielsweise aus
dem Bereich reiner Alpinbindungen bekannte Kopplungsmechanismen zwischen Ferseneinheit
und Schuh denkbar. Nachdem der Schuh 12 im vorderen Abschnitt 18 sowie im Fersenabschnitt
20 angekoppelt wurde ist die Abfahrtsstellung erreicht und die Ausrüstung kann für
eine Talabfahrt verwendet werden.
[0042] Wirkt auf die Tourenskibindung 10 eine besonders hohe Belastung beispielsweise im
Falle eines Sturzes, so ist es wünschenswert, dass die Skibindung dieser Belastung
in gewisser Weise nachgibt, um das Verletzungsrisiko für den Nutzer zu verringern.
Dazu kann die Ferseneinheit 19 einen an sich bekannten Mz-Auslösemechanismus aufweisen,
der dafür eingerichtet ist, bei Einwirkung einer seitlichen Kraft auf den Schuh 12,
welcher größer ist als ein einem vorbestimmten Mz-Auslösedrehmoment der Ferseneinheit
19 entsprechende Gegenkraft, den Kopplungseingriff zwischen Ferseneinheit 19 und dem
hinteren Abschnitt 20 des Schuhs 12 freizugeben, so dass der Schuh 12 seitlich auslösen
kann. Ist die Ferseneinheit 19 von dem aus der
EP 0 199 098 A2 bekannten Typ, so umfasst die Ferseneinheit 19 ein am Ski 14 befestigtes erstes Teil
90 und ein daran um eine in Z-Richtung verlaufende Drehachse V' drehbar gehaltenes
zweites Teil 92, an dem auch die Stifte 88 angeordnet sind. Die Drehung des zweiten
Teils 92 wird durch einen federvorgespannten Nocken-Nockenfolger-Mechanismus kontrolliert,
derart, dass das zweite Teil in eine zentrale Drehposition, in der die Stifte 88 in
X-Richtung nach vorn zeigen, vorgespannt ist und aus dieser zentralen Position in
beide Richtungen nur durch Überwindung eines vorbestimmten Mz-Auslösedrehmoments verdrehbar
ist. Die Größe dieses Mz-Auslösedrehmoments ist durch Einstellung einer Vorspannkraft
einer Druckfeder 94 mittels einer Stellschraube 96 einstellbar.
[0043] Bei der Sturzauslösung gibt die Ferseneinheit 19 den Fersenabschnitt 20 des Skischuhs
12 durch den oben beschriebenen Mz-Auslösemechanismus oder durch einen anderen an
sich für Ferseneinheiten bekannten Auslösemechanismus frei, so dass sich der Schuh
12 seitlich aus der Normalstellung parallel zur X-Richtung herausbewegt. Dabei wirkt
auch im vorderen Abschnitt 18 des Schuhs 12 ein Drehmoment um eine in Z-Richtung verlaufende
Achse, wobei das Drehmoment über die geschlossenen Klemmwinkel 32 auf den Grundkörper
30 übertragen wird. Da die durch die Druckfedern 84 einer Verdrehung des Grundkörpers
30 entgegengesetzte Kraft relativ klein ist gegenüber der zur seitlichen Auslösung
der Ferseneinheit 19 notwendigen Kraft, verdreht sich der Grundkörper 30 bei der Auslösung
des Fersenabschnitts 20 des Schuhs 12 um die Vertikaldrehachse V gegenüber der Basis
22 bis zu der in Figuren 4a bis 4c gezeigten Position.
[0044] Durch die Länge des Langlochs 82 sind die möglichen Drehwinkel von der zentralen
Normalstellung bis zu jedem der beiden Drehanschläge (Enden des Langlochs) im Ausführungsbeispiel
auf Winkel bis ungefähr 10° festgelegt (entspricht einem maximalen Drehwinkel von
insgesamt 20°), wobei die Drehung des Grundkörpers 30 durch jeden der Drehanschläge
der Drehwinkelbegrenzungseinrichtung 78 plötzlich gestoppt wird. In diesem Zeitpunkt
wirkt auf die Klemmwinkel 32 aufgrund des Trägheitsmoments des sich weiterdrehenden
Schuhs 12 eine relativ hohe Belastung, welche dazu führt, dass die Lagerzapfen 44
in an sich bekannter Weise aus den Lageröffnungen des Schuhs 12 heraus gedrängt werden.
Dazu verschwenken die Klemmwinkel 32 gegen den Widerstand der Druckfedern 56 ein Stück
weit nach außen, bis die Lagerzapfen 44 vollständig aus den Lageröffnungen heraustreten
und auch der vordere Abschnitt des Schuhs 12 vollständig von der vorderen Halteeinrichtung
24 entkoppelt ist.
[0045] Die vollständige Entkopplung des Skischuhs 12 von der Tourenskibindung 10 erfolgt
somit gemäß diesem Ausführungsbeispiel zweistufig, wobei in der ersten Stufe der Schuh
12 und die vordere Halteeinrichtung 24 um die gemeinsame Vertikaldrehachse V verschwenken,
bis die Ferseneinheit 19 ausgelöst ist, und wobei in der zweiten Stufe nach Erreichen
der durch die Drehwinkelbegrenzungseinrichtung 78 vorgegebenen maximalen Drehstellung
auch der Halteeingriff zwischen den Lagerzapfen 44 und dem vorderen Abschnitt 18 des
Schuhs 12 gelöst wird. Bis zum Erreichen der maximalen Drehposition (im Ausführungsbeispiel
10° ausgehend von der zentralen Normalposition) bleibt der vordere Abschnitt 18 des
Schuhs 12 jedoch unverändert und vollständig im Halteeingriff mit der vorderen Halteeinrichtung
24.
[0046] Ist der Schuh 12 von der Tourenskibindung 10 gelöst oder befindet sich die Tourenskibindung
10 in der unbelasteten Öffnungsstellung, so bewirkt die durch die Druckfedern 84 gebildete
Spanneinrichtung die Verstellung der vorderen Halteeinrichtung 24 in die zentrale
Normalstellung, so dass zum Einsteigen in die Bindung der Schuh 12 in X-Richtung auszurichten
ist.
[0047] Wird die Tourenskibindung 10 in die Gehstellung verstellt, in welcher die Ferseneinheit
19 den Fersenabschnitt 20 des Schuhs 12 freigibt, so kann die vordere Halteeinrichtung
durch den Verriegelungshebel 62 zusätzlich verriegelt werden. Dazu wird der Bedienhebel
62 an seinem Bedienabschnitt 64 so nach oben gezogen, dass der Verriegelungsabschnitt
68 sich auf die Nockenfläche 70 aufschiebt und somit der Verriegelungsabschnitt 68
im Hebelbewegungsweg des Betätigungshebels 48 angeordnet ist. Damit wird eine Bewegung
des Betätigungshebels 48 in die Öffnungsstellung blockiert, so dass die Klemmhebel
32 nicht in Richtung der Öffnungsstellung kippen können und eine unerwünschte Auslösung
der vorderen Halteeinrichtung beim Gehen verhindert wird.
[0048] Im Ausführungsbeispiel schiebt sich bei der Verstellung des Bedienhebels 62 in die
Verriegelungsstellung der Verriegelungsabschnitt 68 nicht nur auf die Nockenfläche
70 sondern auch zwischen die Blockiervorsprünge 86r, 861, so dass in der verriegelten
Stellung auch eine seitliche Bewegung des Bedienhebels 62 verhindert wird. Da die
Blockiervorsprünge 86r, 86l skifest montiert sind, z.B. an der Basis 22 ausgebildet
sind, blockieren sie nicht nur den Bedienhebel 62 sondern blockieren im Wesentlichen
jede Drehung der vorderen Halteeinrichtung 24 in Bezug auf die Basis 22. Damit kann
die Tourenskibindung 10 in der Gehstellung im Wesentlichen in der an sich bekannten
Funktion und mit der gewünschten Stabilität verwendet werden. Sobald der Bedienhebel
62 wieder in die Abfahrtsstellung verschwenkt wird, wird auch die Kopplung zwischen
dem Verriegelungsabschnitt 68 und den Blockiervorsprüngen 68r, 681 wieder aufgehoben
und die vordere Halteeinrichtung 24 kann sich in der erfindungsgemäßen Art um die
Basis 22 drehen.
1. Gleitbrettbindung (10), umfassend eine für die Befestigung an einem Gleitbrett (14)
eingerichtete Basis (22), welche eine Gleitbrettebene (E) definiert, sowie eine vordere
Halteeinrichtung (24) zum Halten eines vorderen Abschnitts (18) eines Gleitbrettschuhs
(12),
dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Halteeinrichtung (24) an der Basis (22) drehbar gelagert ist, um in einem
Schließzustand der vorderen Halteeinrichtung (24) eine Drehung sowohl der vorderen
Halteeinrichtung (24) als auch des Gleitbrettschuhs (12) um eine gemeinsame, im Wesentlichen
orthogonal zur Gleitbrettebene (E) verlaufende Vertikaldrehachse (V) zu ermöglichen.
2. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikaldrehachse (V) der vorderen Halteeinrichtung (24) durch einen Abschnitt
verläuft, in welchem im Schließzustand der Halteeinrichtung (24) ein Gleitbrettschuh
(12), insbesondere ein Ballenabschnitt eines Gleitbrettschuhs (12) angeordnet ist.
3. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, ferner gekennzeichnet durch eine Spanneinrichtung (84), welche die vordere Halteeinrichtung (24) in Bezug auf
ihre Drehstellung um die Vertikaldrehachse (V) in eine zentrale Normalstellung vorspannt,
aus der die vordere Halteeinrichtung (24) gegen ein elastisches Spanndrehmoment der
Spanneinrichtung (84) in beide Drehrichtungen verschwenkbar ist.
4. Gleitbrettbindung (10) nach einem der vorhergehen Ansprüche, ferner gekennzeichnet durch eine hintere Halteeinrichtung (19) zum Halten eines hinteren Abschnitts (20) eines
Gleitbrettschuhs (12), wobei die hintere Halteeinrichtung (19) einen Mz-Auslösemechanismus
aufweist, um den Gleitbrettschuh (12) von der hinteren Halteeinrichtung (19) freizugeben,
wenn von dem Gleitbrettschuh (12) auf die hintere Halteeinrichtung (19) eine Kraft
in seitlicher Richtung ausgeübt wird, die gleich oder größer ist, als eine einem vorbestimmten
Mz-Auslösedrehmoment der hinteren Halteeinrichtung (19) entsprechende Gegenkraft.
5. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einen Schuh (12) in seitlicher Richtung auszuübende Auslösekraft zur seitlichen
Auslösung der hinteren Halteeinrichtung (19) entsprechend einem Mz-Auslösedrehmoment
der hinteren Halteeinrichtung (19) größer ist als eine auf den Schuh (12) in seitlicher
Richtung auszuübende Kraft zum Drehen der vorderen Halteeinrichtung (24) um die Vertikaldrehachse
(V), vorzugsweise mindestens das Vierfache beträgt.
6. Gleitbrettbindung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehwinkel der vorderen Halteeinrichtung um die Vertikaldrehachse (V) durch mindestens
ein Drehbegrenzungsmittel (78) begrenzt ist.
7. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der durch das mindestens eine Drehbegrenzungsmittel (78) begrenzte Drehwinkel zwischen
ungefähr 10 Grad und ungefähr 30 Grad, vorzugsweise bei ungefähr 20 Grad liegt.
8. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 4 sowie nach einem der Ansprüche 6 und 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Halteeinrichtung einen Mz-Auslösemechanismus aufweist, um den Gleitbrettschuh
(12) von der vorderen Halteeinrichtung (24) freizugeben, wenn von dem Gleitbrettschuh
(12) auf die vordere Halteeinrichtung (24) eine Kraft in seitlicher Richtung ausgeübt
wird, die gleich oder größer ist, als eine einem vorbestimmten Mz-Auslösedrehmoment
der vorderen Halteeinrichtung (24) entsprechende Gegenkraft,
so dass die Gleitbrettbindung (10) für eine zweistufige Auslösung des Gleitbrettschuhs
(12) eingerichtet ist, bei der
- in einer ersten Stufe die hintere Halteeinrichtung (19) auslöst und den hinteren
Abschnitt (20) des Gleitbrettschuhs (12) freigibt, wobei der Gleitbrettschuh (12)
zusammen mit der vorderen Halteeinrichtung (24) um die gemeinsame Vertikaldrehachse
(V) dreht, und
- in einer nachfolgenden zweiten Stufe die gemeinsame Drehung des Gleitbrettschuhs
(12) und der vorderen Halteeinrichtung (24) durch das Drehbegrenzungsmittel gestoppt
wird und die vordere Halteeinrichtung (24) auslöst, um den vorderen Abschnitt (18)
des Gleitbrettschuhs (12) freizugeben.
9. Gleitbrettbindung (10) nach einem der vorhergehen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitbrettbindung (10) eine Tourenbindung ist, wobei die vordere Halteeinrichtung
(24) dafür eingerichtet ist, einen Gleitbrettschuh (12) in einer Gehstellung der Gleitbrettbindung
(10) um eine zur Gleitbrettebene (E) parallele und quer zu einer Gleitbrettlängsachse
(X) verlaufende Gleitbrettquerachse (Q) verschwenkbar zu halten.
10. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 9, ferner gekennzeichnet durch mindestens ein Blockiermittel (86r, 86l), welches in der Gehstellung der Gleitbrettbindung
(10) eine Drehung der vorderen Halteeinrichtung (24) um die Vertikaldrehachse (V)
blockiert und in einer Abfahrtsstellung der Gleitbrettbindung (10) eine Drehung der
vorderen Halteeinrichtung (24) um die Vertikaldrehachse (V) zulässt.
11. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Halteeinrichtung (24) einen Verriegelungshebel (62) aufweist, welcher
in der Gehstellung der Gleitbrettbindung (10) in eine Verriegelungsstellung gestellt
oder stellbar ist, in der er eine Auslösung der vorderen Halteeinrichtung (24) verhindert,
und
dass das mindestens eine Blockiermittel (86r, 86l) einen gleitbrettfesten Anschlag
umfasst, welcher in der Gehstellung der Gleitbrettbindung (10) mit dem Verriegelungshebel
(62) zusammenwirkt.
12. Gleitbrettbindung (10) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Halteeinrichtung (24) zwei auf der Gleitbrettquerachse (Q) angeordnete
Lagerzapfen (44) aufweist, welche dafür eingerichtet sind, gegenüberliegende seitliche
Lagerlöcher eines Gleitbrettschuhs (12) in Eingriff zu nehmen.
13. Gleitbrettbindung (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerzapfen (44) bewegbar sind zwischen einer Schließstellung, in welcher die
Lagerzapfen (44) voneinander einen Abstand aufweisen, der für einen Eingriff in den
Lagerlöchern eines Gleitbrettschuhs (12) ausgelegt ist, und einer Öffnungsstellung,
in welcher die Lagerzapfen (44) einen Abstand aufweisen, der größer ist als in der
Schließstellung, so dass der Gleitbrettschuh (12) zwischen den Lagerzapfen (44) eingeführt
oder von der vorderen Halteeinrichtung (24) entfernt werden kann,
wobei die Gleitbrettbindung (10) ferner einen Bindungsbetätigungsabschnitt (34) aufweist,
dessen Betätigung eine Bewegung der Lagerzapfen (44) zwischen der Öffnungsstellung
und der Schließstellung bewirkt.
14. Gleitbrettbindung (10) nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikaldrehachse (V) der vorderen Halteeinrichtung (24) die Gleitbrettquerachse
(Q) im Wesentlichen schneidet.