[0001] Die Erfindung betrifft eine Speiseranordnung zum Gebrauch mit einer beim Gießen von
Metallen verwendeten Gießform aufweisend einen Speisereinsatz mit einem ein Speiservolumen
ausbildenden Speiserkorpus aus einem exothermen und/oder isolierenden Material, wobei
der das Speiservolumen zur Aufnahme des aus dem Formhohlraum der Gießform überströmenden
flüssigen Metalls beinhaltende Speiserkorpus Seitenwände, einen Deckelbereich sowie
einen Bodenbereich mit einer darin ausgebildeten Speiseröffnung als Verbindung zum
Formhohlraum der Gießform aufweist und in dem Deckelbereich eine Entlüftungsöffnung
für das Speiservolumen ausgebildet ist.
[0002] Ein Speisereinsatz mit den vorgenannten Merkmalen ergibt sich beispielsweise aus
der
DE 20 2007 005 575 U1. Damit die bei dem Gießvorgang durch das Einströmen des flüssigen Metalls in das
Speiservolumen des Speisereinsatzes entsprechend verdrängte Luft entweichen kann,
ist in dem Deckelbereich des Speiserkorpus eine Entlüftungsöffnung ausgebildet. Dabei
ist es nicht auszuschließen, dass beim Befüllen des Speiservolumens flüssiges Metall
auch über diese Entlüftungsöffnung nach außen austritt. Soweit der Speisereinsatz
in eine Sandform eingebettet ist, ist ein derartiger Metallüberschuss nicht weiter
von Belang, da sich das überschüssige Metall auf der Außenseite der Sandform verteilt
und hier erstarrt. Es gibt jedoch auch Anwendungsfälle, bei denen der Speisereinsatz
frei auf dem Oberteil einer Gießform aufgesetzt und nicht von einem Sandbett umgeben
ist. Bei derartigen Anwendungsfällen wird über die Entlüftungsöffnung austretendes
überschüssiges Metall über die Außenseite des Speisereinsatzes ablaufen und mit Teilen
der Gießform in Berührung kommen, was nachteilig und daher unerwünscht ist.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Speiseranordnung mit den gattungsgemäßen
Merkmalen so auszubilden, dass insbesondere bei einem Einsatz des Speisereinsatzes
außerhalb einer Sandform ein Austreten überschüssigen flüssigen Metalls nach außerhalb
des Speisereinsatzes vermieden ist.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich einschließlich vorteilhafter Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung aus dem Inhalt der Schutzansprüche, welche dieser
Beschreibung nachgestellt sind.
[0005] Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, dass auf der äußeren Oberfläche des
Deckelbereich des Speiserkorpus ein an die Entlüftungöffnung angeschlossener Tümpels
zur Aufnahme von über die Entlüftungöffnung aus dem Speiservolumen austretendem flüssigem
Metall angeordnet ist. Mit der Erfindung ist der Vorteil verbunden, dass aus der Entlüftungsöffnung
des Speiserkorpus nach außen überströmendes flüssiges Metall sich in dem auf der Oberfläche
des Deckelbereichs ausgebildeten Tümpel sammelt und insoweit nicht nach außerhalb
des Speiserkorpus abfließen kann.
[0006] Die Auslegung des Volumens des Tümpels ist dabei von den Gießbedingungen abhängig
und kann bei der Auslegung des Speisereinsatzes beliebig festgelegt werden. Im Gießbetrieb
besteht die Möglichkeit, den Speisereinsatz zu überwachen und die weitere Metallzufuhr
in den Formhohlraum der Gießform zu stoppen, sofern ein Austritt von flüssigem Metall
aus der Entlüftungsöffnung des Speisereinsatzes sichtbar wird. In diesem Fall kann
das bis dahin ausgetretene flüssige Metall keinen Schaden anrichten, soweit es sich
in dem an dem Speisereinsatz ausgebildeten Tümpel sammelt.
[0007] Gemäß einer ersten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Tümpel aus einer auf
der Außenseite des Deckelbereichs in dem Deckelbereich des Speiserkorpus ausgebildeten
Vertiefung besteht, wobei in einer zweckmäßigen Weise vorgesehen sein kann, dass die
die Vertiefung umschließende Randfläche des Deckelbereichs einen der Ausbildung eines
zur Entlüftungsöffnung gerichteten Trichters entsprechenden geneigten Verlauf aufweist.
[0008] Hinsichtlich der Herstellung eines solchermaßen ausgebildeten Speisereinsatzes kann
vorgesehen sein, dass die Vertiefung des Deckelbereichs des Speiserkorpus bei der
Herstellung des Speisereinsatzes eingeformt ist.
[0009] In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist zunächst vorgesehen, dass
ein den Speiserkorpus außen übergreifendes und an der Gießform festzulegendes Halteelement
vorgesehen ist, welches seinerseits zur Ausbildung des Tümpels herangezogen werden
kann, ohne die Grundform des Speiserkorpus zu verändern. Hierbei ist vorgesehen, dass
das Halteelement den Deckelbereich des Speiserkorpus mit einem umlaufenden Halteansatz
lediglich über einen Teilbereich übergreift derart, dass die Randfläche des Halteansatzes
den Tümpel auf der Oberseite des Deckelbereichs des Speiserkorpus ausbildet.
[0010] Soweit bei der Herstellung des Speiserkorpus wie auch des Halteelements jeweils ein
organischer Binder mit in der Regel unterschiedlichen Anteilen zum Einsatz kommt,
kann der Fall eintreten, dass der organische Binder bei dem Eintritt des heißen Metalls
in das Speiservolumen unter Bildung einer Flamme verbrennt. Um diesen unerwünschten
Vorgang zu vermeiden oder zumindest einzuschränken, ist gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen, dass ein den Speiserkorpus außen übergreifendes und an der
Gießform festzulegendes Haltelement vorgesehen ist, welches den Deckelbereich des
Speiserkorpus vollständig mit einem Deckel übergreift, wobei der Tümpel auf der äußeren
Oberfläche des Deckels des Halteelements angeordnet ist und der Deckel des Halteelements
eine mit der Entlüftungsöffnung des Speiserkorpus fluchtende Durchgangsöffnung aufweist.
Hiermit ist der Vorteil verbunden, dass der den Speiserkorpus einhausende Deckel des
Halteelements die Bildung einer Flamme verhindert. Hierbei kann ebenso wie bei der
Ausbildung des Tümpels in dem Deckelbereich des Speiserkorpus vorgesehen sein, dass
der Tümpels aus einer auf der Außenseite des Deckels des Halteelements in dem Deckel
ausgebildeten Vertiefung besteht. Entsprechend kann weiterhin die die Vertiefung umschließenden
Randfläche des Deckels des Halteelements an der Ausbildung eines zur Entlüftungsöffnung
gerichteten Trichters entsprechenden geneigten Verlauf aufweisen, und es kann die
Vertiefung in dem Deckel des Halteelements bei der Herstellung des Haltelements eingeformt
sein.
[0011] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung wiedergegeben, welche nachstehend
beschrieben sind.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Speisereinsatz mit einem in dessen Deckelbereich ausgeformten Tümpel im Schnitt,
- Fig. 2
- einen mittels eines gesonderten Halteelementes an einer Gießform festzulegenden Speisereinsatz
mit einem durch das Halteelement gebildeten Tümpel,
- Fig. 3
- eine andere Ausführungsform der Speiseranordnung gemäß Figur 2 in einer gegenüber
Figur 2 um 90° gedrehten Schnittdarstellung.
[0013] Wie sich zunächst aus Figur 1 ergibt, hat ein die Speiseranordnung bildender Speiserkorpus
10 eines Speisereinsatzes Seitenwände 11, einen Deckelbereich 12 und einen Bodenbereich
13, wobei innerhalb des Speiserkorpus 10 ein Speiservolumen 14 ausgebildet ist, welches
der Aufnahme des beim Abgießen des Metalls in die Gießform daraus aufsteigenden Metalls
dient.
[0014] Hierzu weist der Bodenbereich 13 des Speiserkorpus 10 eine Speiseröffnung 15 als
Verbindung zum nicht dargestellten Formhohlraum der Gießform auf. In dem Deckelbereich
12 des Speiserkorpus 10 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel zwei Entlüftungen
16 vorgesehen, die außerhalb eines zentrisch angeordneten, vom Deckelbereich 12 in
das Speiservolumen 14 vorstehenden Williamskerns 21 angeordnet sind. Die Funktion
eines derartigen Williamskerns 21 ist im Stand der Technik bekannt und spielt für
die Verwirklichung der vorliegenden Erfindung keine Rolle.
[0015] An der äußeren Oberseite des Deckelbereich 12 ist eine Vertiefung 17 in das Material
des Deckelbereichs 12 eingelassen, in die die beiden Entlüftungsöffnungen 16 einmünden.
Die die Vertiefung 17 ausbildende, umlaufende Randfläche 18 ist mit einer derartigen
Neigung ausgebildet, dass sich eine Trichterform der Vertiefung 17 ergibt, wobei sich
der Trichter in Richtung der Entlüftungsöffnungen 16 beziehungsweise des im Speiserkorpus
10 ausgebildeten Speiservolumens 14 verjüngt. Soweit auf der äußeren Oberseite des
Deckelbereichs 12 noch Materialrippen 22 hervorstehen, sind diese durch die Herstellung
des Speiserkorpus 10 auf einer Schießmaschine in einem Schuss bedingt.
[0016] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel einer Speiseranordnung ist der
Speiserkorpus 10 von einem Halteelement 30 umschlossen und dadurch auf der nicht weiter
dargestellten Gießform beziehungsweise einer Formplatte als Teil davon festgelegt.
Der Speiserkorpus 10 selbst ist dabei nicht zur Ausbildung eines Tümpels 20 eingerichtet,
sondern ist in herkömmlicher Weise ausgebildet; eine derartige einfache Speiserform
wird üblicherweise als Speiserkappe bezeichnet. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist
nun das Halteelement 30 zur Ausbildung eines Tümpels 20 herangezogen, indem das Halteelement
30 den Deckelbereich 12 des Speiserkorpus 10 nicht vollständig übergreift, sondern
nur mit einem umlaufenden Halteansatz 31, der den Deckelbereich 12 des Speiserkorpus
10 lediglich in dessen äußeren Eckbereich und damit lediglich über einen Teilbereich
der gesamten Fläche des Deckelbereichs 12 übergreift. Damit ist die Möglichkeit gegeben,
die Materialstärke des umlaufenden Halteansatzes 31 des Halteelementes 30 zur Ausbildung
des Tümpels 20 heranzuziehen, indem die Randfläche 32 des umlaufenden Halteansatzes
31 den Tümpel 20 auf der Oberseite des Deckelbereichs 12 des Speiserkorpus 10 ausbildet
bzw. umgrenzt. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Randfläche 32 des Halteansatzes
31 derart geneigt, dass der Durchmesser des von der Randfläche 32 umschlossenen Tümpels
20 an dem Deckelbereichs 12 des Speisereinsatzes 10 größer ist als an der freien Oberkante
des Halteansatzes 31.
[0017] Das in Figur 3 dargestellte Ausführungsbeispiel einer Speiseranordnung unterscheidet
sich von dem vorstehend zu Figur 2 beschriebenen Ausführungsbeispiel dadurch, dass
das den Speiserkorpus 10 übergreifende Halteelement 40 einen den Deckelbereich 12
des Speiserkorpus 10 übergreifenden, massiven Deckel 41 aufweist, in welchem eine
mit der Entlüftungsöffnung 16 des Speiserkorpus 10 fluchtende Durchgangsöffnung 42
ausgebildet ist. Ähnlich dem zu Figur 1 beschriebenen Ausführungsbeispiel ist auf
der äußeren Oberseite des Deckels 41 die den Tümpel 20 bildende Vertiefung 17 in das
Material des Deckels 41 eingelassen, in die die Durchgangsöffnung 42 als Verbindung
zu dem Speiservolumen 14 über die Entlüftungsöffnung 16 des Speisereinsatzes 10 mündet.
Gleichfalls ist die die Vertiefung 17 ausbildende, umlaufende Randfläche 18 mit einer
derartigen Neigung ausgebildet, dass sich eine Trichterform der Vertiefung 17 ergibt.
Soweit auf der äußeren Oberseite des Deckels 41 noch Materialrippen 22 hervorstehen,
sind diese durch die Herstellung des Halteelements 40 auf einer Schießmaschine in
einem Schuss bedingt.
[0018] Mit der Anordnung des Deckels 41 und der damit verbundenen vollständigen Einhausung
des Speiserkorpus 10 ist ein Herausschlagen von Flammen aus der Speiserordnung insbesondere
bei der Verbrennung des bei der Herstellung des Speisereinsatzes 10 verarbeiteten
Binders ausgeschlossen.
[0019] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Schutzansprüchen und der Zeichnung offenbarten
Merkmale des Gegenstandes dieser Unterlagen können einzeln als auch in beliebigen
Kombinationen untereinander für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen
Ausführungsformen wesentlich sein.
1. Speiseranordnung zum Gebrauch mit einer beim Gießen von Metallen verwendeten Gießform
aufweisend einen Speisereinsatz mit einem ein Speiservolumen ausbildenden Speiserkorpus
aus einem exothermen und/oder isolierenden Material, wobei der das Speiservolumen
zur Aufnahme des aus dem Formhohlraum der Gießform überströmenden flüssigen Metalls
beinhaltende Speiserkorpus Seitenwände, einen Deckelbereich sowie einen Bodenbereich
mit einer darin ausgebildeten Speiseröffnung als Verbindung zum Formhohlraum der Gießform
aufweist und in dem Deckelbereich eine Entlüftungsöffnung für das Speiservolumen ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass auf der äußeren Oberfläche des Deckelbereichs (12) des Speiserkorpus (10) ein an
die Entlüftungsöffnung (16) angeschlossener Tümpel (20) zur Aufnahme von über die
Entlüftungsöffnung (16) aus dem Speiservolumen (14) austretendem flüssigem Metall
angeordnet ist.
2. Speiseranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tümpel (20) aus einer auf der Außenseite des Deckelbereichs (12) in dem Deckelbereich
(12) des Speiserkorpus (10) ausgebildeten Vertiefung (17) besteht.
3. Speiseranordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Vertiefung (17) umschließende Randfläche (18) des Deckelbereichs (12) einen
der Ausbildung eines zur Entlüftungsanordnung (16) gerichteten Trichters entsprechenden
geneigten Verlauf aufweist.
4. Speiseranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (17) des Deckelbereichs (12) des Speiserkorpus (10) bei der Herstellung
des Speisereinsatzes eingeformt ist.
5. Speiseranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein den Speiserkorpus (10) außen übergreifendes und an der Gießform festzulegendes
Halteelement (30) vorgesehen ist, welches den Deckelbereich (12) des Speiserkorpus
(10) mit einem umlaufenden Halteansatz (31) lediglich über einen Teilbereich übergreift
derart, dass die Randfläche (32) des Halteansatzes (31) den Tümpel (20) auf der Oberseite
des Deckelbereichs (12) des Speiserkorpus (10) ausbildet und umschließt.
6. Speiseranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein den Speiserkorpus (10) außen übergreifendes und an der Gießform festzulegendes
Haltelement (40) vorgesehen ist, welches den Deckelbereich (12) des Speiserkorpus
(10) vollständig mit einem Deckel (41) übergreift, wobei der Tümpel (20) auf der äußeren
Oberfläche des Deckels (41) des Halteelements (40) angeordnet ist und der Deckel (41)
des Halteelements (40) eine mit der Entlüftungsöffnung (16) des Speiserkorpus (10)
fluchtende Durchgangsöffnung (42) aufweist.
7. Speiseranordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Tümpel (20) aus einer auf der Außenseite des Deckels (41) des Halteelements (40)
in dem Deckel (41) ausgebildeten Vertiefung (17) besteht.