(19)
(11) EP 2 431 521 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.03.2012  Patentblatt  2012/12

(21) Anmeldenummer: 10009623.9

(22) Anmeldetag:  15.09.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01B 29/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME RS

(71) Anmelder: GSG Knape Gleissanierung GmbH
85551 Kirchheim b. München (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfinder haben auf ihre Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner GbR 
Postfach 31 02 20
80102 München
80102 München (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Durchführen von Gleisbauarbeiten


(57) Vorrichtung zum gleisgebundenen Durchführen von Arbeiten an einer oder für eine Schienenfahrbahn, wie Erdbauarbeiten, Schienenarbeiten, Oberleitungs- und Signalarbeiten, Schwellenlegen, Schwellenaustauschen und dergleichen, wobei die Einrichtungen (7-12) zum Durchführen der Arbeiten eine Transporteinheit (15) bilden oder in einer Transporteinheit (15) untergebracht sind und dass die Transporteinheit lösbar auf einem Schienenfahrzeug (1), insbesondere Eisenbahnwaggon, befestigbar ist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum gleisgebundenen Durchführen von Arbeiten an einer oder für eine Schienenfahrbahn, wie Erdbauarbeiten, Schienenarbeiten, Oberleitungs- und Signalarbeiten, Schwellenlegen, Schwellenaustauschen und dergleichen.

[0002] Vorrichtungen zum Durchführen von Gleisbauarbeiten sind in vielfältigen Bauarten bekannt, beispielsweise als Gleisumbauzüge. Die Vorrichtungen werden dabei als Spezialanfertigungen hergestellt, die schienenfahrbar ausgebildet sein können oder schienenunabhängige Fahrwerke aufweisen. Schienenfahrbare Vorrichtungen haben den Vorteil, dass das Schienenbett nicht oder nur verhältnismäßig wenig beeinträchtigt wird. Zudem können sie über das Gleis an und abtransportiert werden.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, derartige Vorrichtungen zu verbessern. Insbesondere soll der An- und Abtransport zum Einsatzort der Vorrichtungen erleichtert werden.

[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Einrichtungen zum Durchführen der Arbeiten eine Transporteinheit bilden oder in einer Transporteinheit untergebracht sind und dass die Transporteinheit lösbar auf einem Schienenfahrzeug, insbesondere Eisenbahnwaggon, befestigbar ist.

[0005] Wie bekannte schienenfahrbare Vorrichtungen kann auch die erfindungsgemäße Vorrichtung über das Gleis an- und abtransportiert werden. Durch die Transporteinheit, die lösbar auf einem Schienenfahrzeug befestigbar ist, kann die Vorrichtung aber auch vorteilhaft auf andere Weise transportiert werden, beispielsweise auf einem Tieflader oder einem Schiff. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann daher auch in günstiger Weise zu Arbeitsstätten gebracht werden, die nicht oder nur umständlich per Gleis erreichbar sind.

[0006] Um einen Transport zu erleichtern oder überhaupt zu ermöglichen, ist nach einer Ausgestaltung der Erfindung ein Teil der Einrichtungen zwischen einer Transportstellung und einer Arbeitsstellung verstellbar. Bestimmte Ausleger können so beispielsweise eingefahren werden, um beim Transport den Platzbedarf zu verringern.

[0007] Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Maße der Transporteinheit zumindest in ihrer Transportstellung auf Standardcontainermaße, insbesondere Seecontainermaße beschränkt. Die Vorrichtung kann dadurch in einem Container transportiert werden, wodurch die Transportkosten sehr gering gehalten werden können.

[0008] Die Transporteinheit kann nach einer Ausgestaltung der Erfindung auch selbst als Container, insbesondere Seecontainer, ausgebildet sein. Auch dadurch können die Kosten für den Transport entsprechend gering gehalten werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Transporteinheit als Rahmengestell auszubilden. Dies ist von der Herstellung her kostengünstig und erlaubt ein geringes Gewicht der Vorrichtung.

[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist insbesondere mit Schienenrollenzangen versehene Hebearme und/oder eine Schienenjustiereinrichtung und/oder eine Kranbahn und/oder mindestens einen Schwellenhubzylinder und/oder eine Schwellendrehvorrichtung und/oder eine Spannklemmenkontrolleinrichtung und/oder einen Bedienerstand auf. Damit können die entsprechenden Arbeiten mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung durchgeführt werden.

[0010] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Transporteinheit lösbar mit einem Schienenfahrzeug verbunden, welches zusätzlich zu der Transporteinheit mindestens eine für die Arbeiten nutzbare Einrichtung wie Lagerplatz aufweist.

[0011] Nach noch einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Transporteinheit mit einem Schienenfahrzeug lösbar verbunden, welches nicht oder nur im Rahmen seiner Zulassungsvorschriften gegenüber einem normalen Fahrzeug modifiziert ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann dadurch mit dem Schienenfahrzeug als Ladung transportiert werden, ohne dass Genehmigungen erforderlich sind. Ein schneller Transport zwischen verschiedenen Einsatzorten ist dadurch möglich.

[0012] Die Verbindung der Transporteinheit mit dem Schienenfahrzeug erfolgt bevorzugt mittels Standardbefestigungen. Dadurch können die Kosten gesenkt werden.

[0013] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Transporteinheit mit einem Schienenfahrzeug lösbar verbunden, welches mit einem oder mehreren weiteren Schienenfahrzeugen wie Eisenbahnwaggon oder gleisgebundene Antriebsvorrichtung gekoppelt ist. Damit kann in günstiger Weise ein Arbeitszug zusammengestellt werden, der aus normalen Schienenfahrzeugen besteht und damit wenig Kosten verursacht.

[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen, jeweils in schematischer Darstellung,
Fig. 1
einen Eisenbahnwaggon mit einer erfindungsgemäßen Arbeitsvorrichtung in perspektivischer Darstellung in Transportstellung,
Fig. 2
eine Seitenansicht zu Fig. 1,
Fig. 3
eine Draufsicht zu Fig. 1,
Fig. 4
eine Vorderansicht zu Fig. 1, und
Fig. 5
eine Seitenansicht auf den Eisenbahnwaggon mit erfindungsgemäßer Arbeitsvorrichtung von Fig. 1 in Arbeitsstellung.


[0015] Bei der dargestellten Arbeitsvorrichtung handelt es sich um einen Schwellenleger. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist als Transporteinheit 15 ausgebildet und mit einem Eisenbahnwaggon 1 lösbar verbunden, der gegenüber einem normalen Eisenbahnwaggon nicht oder nur im Rahmen seiner Zulassungsvorschriften modifiziert ist. Wie man in den Fig. 1 bis 4 sieht, ist die erfindungsgemäße Arbeitsvorrichtung 15 so ausgebildet, dass in Transportstellung die zulässigen Außenmaße einer Ladung nicht überschritten werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 15 kann daher mit dem Eisenbahnwaggon 1 ganz normal als Ladung transportiert werden.

[0016] Der erfindungsgemäße Eisenbahnwaggon 1 umfasst mehrere Radachsen 2, im dargestellten Beispiel sechs, eine von den Radachsen 2 getragene Plattform 3, ein am vorderen Ende des Eisenbahnwaggons 1 auf der Plattform 3 angeordnetes Gestell 4 und ein dahinter angeordnetes Schwellenlager 5 für eine Vielzahl von Schwellen 6.

[0017] In dem Gestell 4 sind die Arbeitsgeräte der Vorrichtung 15 untergebracht, nämlich eine Schienenhebevorrichtung 7 mit Schienenzangen und eine Kranbahn 8 mit Auslegern 9. An der Kranbahn 8 ist eine erste Hub- und Drehvorrichtung 10 zwischen dem Schwellenlager 5 und einem Zwischenlager 11 verfahrbar angeordnet. Eine zweite Hub- und Drehvorrichtung 12 ist zwischen dem Zwischenlager 11 und dem vorderen Ende des Kranauslegers 9 verfahrbar an der Kranbahn 8 angeordnet.

[0018] Wie in den Figuren dargestellt, sind die Arbeitseinrichtungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung 15, nämlich Schienenhebearm 7, Kranbahn 8 mit Kranausleger 9 und den daran angebrachten Drehvorrichtungen 10, 12 zwischen der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Transportstellung und der in Fig. 5 dargestellten Arbeitsstellung verstellbar. In der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Transportstellung überragen die Arbeitseinrichtungen nicht die seitlichen Außenabmessungen des Eisenbahnwaggons 1. In der in Fig. 5 dargestellten Arbeitsstellung sind die Einrichtungen dagegen vor Kopf des Eisenbahnwaggons 1 angeordnet, um mit den Schienen 14 des Gleises 13 in Eingriff zu gelangen und Schwellen 6 unter die Schienen 14 zu legen. In entsprechender Weise kann auch jegliche andere Art von Arbeitseinrichtungen zum Durchführen von Gleisbauarbeiten ausgebildet sein.

[0019] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann vorteilhaft für vielseitige Arbeiten an einer oder für eine Schienenfahrbahn eingesetzt werden, beispielsweise Schwellen ein- und ausbauen, Schienen bearbeiten, beispielsweise Schleifen, Erdbauarbeiten, z.B. im Zusammenhang mit Planums-Verbesserungsarbeiten, Schweißarbeiten an Schienen, Kabelverlegearbeiten, Vegetationsarbeiten, z.B. Baumbeschnitt, Vermessungsarbeiten, Gleismessungen, Schienenprüfungen, Oberleitungsmessungen, Videoauf nahmen, Arbeiten an Oberleitungen und Signalanlagen, Arbeiten an Kunstbauten, wie Brücken und Tunnel und vieles mehr. In allen Fällen kann die Vorrichtung schnell an den Einsatzort gebracht und, ggf. nach Ausfahren von Arbeitseinrichtungen, eingesetzt werden.

Bezugszeichenliste



[0020] 
1
Eisenbahnwaggon
2
Radachse
3
Plattform
4
Gestell
5
Schwellenlager
6
Schwelle
7
Schienenhebearm mit Schienenzange
8
Kranbahn
9
Kranausleger
10
erste Hub- und Drehvorrichtung
11
Zwischenlager
12
zweite Hub- und Drehvorrichtung
13
Gleis
14
Schiene
15
Transporteinheit



Ansprüche

1. Vorrichtung zum gleisgebundenen Durchführen von Arbeiten an einer oder für eine Schienenfahrbahn, wie Erdbauarbeiten, Schienenarbeiten, Schwellenlegen, Oberleitungs- und Signalarbeiten, Schwellenaustauschen und dergleichen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einrichtungen (7 - 12) zum Durchführen der Arbeiten eine Transporteinheit (15) bilden oder in einer Transporteinheit untergebracht sind und dass die Transporteinheit (15) lösbar auf einem Schienenfahrzeug (1), insbesondere Eisenbahnwaggon, befestigbar ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Teil der Einrichtungen (7 - 12) zwischen einer Transportstellung und einer Arbeitsstellung verstellbar ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Maße der Transporteinheit (15) zumindest in ihrer Transportstellung auf Standardcontainermaße, insbesondere Seecontainermaße beschränkt sind.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Transporteinheit (15) selbst als Standardcontainer, insbesondere Seecontainer ausgebildet ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Transporteinheit (15) ein auf dem Schienenfahrzeug (1) lösbar befestigbares Rahmengestell (4) aufweist, in welchem die Arbeitseinrichtungen (7 - 12) untergebracht sind.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Transporteinheit (15) mit Schienenrollenzangen versehene Hebearme (7) und/oder eine Schienenjustiereinrichtung und/oder eine Kranbahn (8) und/oder mindestens einen Schwellenhubzylinder (10, 12) und/oder eine Schwellendrehvorrichtung und/oder eine Spannklemmenkontrolleinrichtung und/oder einen Bedienerstand und/oder Antriebs- und/oder Steuerorgane zur Durchführung der Arbeiten umfasst.
 
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schienenfahrzeug (1) zusätzlich zu der Transporteinheit (15) mindestens eine für die Arbeiten nutzbare Einrichtung wie Lagerplatz (5) aufweist.
 
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schienenfahrzeug (1) nicht oder nur im Rahmen seiner Zulassungsvorschriften gegenüber einem normalen Schienenfahrzeug modifiziert ist.
 
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung der Transporteinheit (15) mit dem Schienenfahrzeug (1) mittels Standardbefestigungen erfolgt.
 
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Transporteinheit (15) mit einem Schienenfahrzeug (1) lösbar verbunden ist, welches mit einem oder mehreren weiteren Schienenfahrzeugen wie Eisenbahnwaggon oder gleisgebundene Antriebsvorrichtung gekoppelt ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht