[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Applikation wenigstens eines Wirkstoffs
in zum Abduschen des Körpers eines Lebewesens vorgesehenem Wasser, das einen Duschkopf
durchströmt, der eine durch Durchströmöffnungen durchströmbare Aufnahmekammer für
eine Wirkstoffdarreichung aufweist.
[0002] In der Entwicklungsgeschichte und Zivilisation der Menschen hat das Baden des menschlichen
Körpers stets eine erhebliche Rolle gespielt. Neben dem Aspekt der Reinigung der Haut
des menschlichen Körpers werden durch ein Bad auch Krankheiten behandelt und die Gesundheit
gepflegt. Dabei beschränkt sich diese Anwendung nicht nur äußerlich auf die Haut des
Menschen, sondern kann auch den gesamten Organismus und dessen Funktionen beeinflussen.
So haben sich beispielsweise neben Körperpflege- und Wohlfühlbädern auch Gesundheits-
und Heilbäder zur Beruhigung und Entspannung sowie zur Behandlung von Erkältungskrankheiten
etabliert.
[0003] Für die genannten Anwendungsbereiche werden üblicherweise Wannenvollbäder verwendet,
die durch einen Badezusatz für die gewünschte Indikation ergänzt werden.
[0004] Die Badezusätze können Pflanzen, Pflanzenbestandteile oder Extrakte aus Pflanzen
enthalten. Wesentliche Bestandteile eines Badezusatzes können auch ätherische Öle,
fette Öle oder Mineralstoffe sein. Verwendbar sind auch Kombinationen der genannten
Stoffgruppen.
[0005] Die Anwendung von Vollbädern erfordert neben einem nicht unerheblichen Zeitaufwand
auch einen erheblichen Wasserverbrauch. Im Alltagsgeschehen wird daher für die alltägliche
Körperpflege überwiegend ein Duschvorgang benutzt, der durch die gezielte Richtung
des Wasserstrahls auf den Körper mit einem deutlich geringeren Wasserverbrauch auskommt.
Etwaige Haut pflegende Substanzen oder auch Aromastoffe werden dabei üblicherweise
dem Duschmittel zugegeben, das auf der Haut selbst mit dem Wasser aus dem Duschkopf
vermischt wird.
[0006] Es ist ferner bekannt, einen Duschkopf so auszubilden, dass Filtermaterialien oder
auch Gelfilter eingesetzt werden können, durch die das Wasser gefiltert und beispielsweise
vom schädlichen Chlor oder von Schimmelbakterien befreit wird. Dabei können auch Haut
pflegende Substanzen oder Vitamin C zugeführt werden. Durch derartige Filtereinsätze,
die der Technik von Wasserfiltern mit Enthärtersubstanzen in der Wasserversorgung
ähneln, können die gewünschten Wirkstoffe für lange Zeit dem Duschwasser zugegeben
werden. Für einen Aroma-Gelfilter, der unter der Bezeichnung "Aroma Sense 701" bekannt
ist (http://wasserkraft-online.eu/pr handbrause 701.php), ist eine Haltbarkeit für
ca. 260 Duschvorgänge angegeben.
[0007] Durch
US 2002/0070293 A1,
US 2009/0101733 A1 und
DE 72 41 861 U1 sind Duschköpfe bekannt, die ggf. mit einem auswechselbaren Aufnahmebehälter, ein
Reinigungs- oder Pflegemittel aufnehmen. Der Duschkopf oder der Aufnahmebehälter ist
mit siebähnlichen Durchtrittsöffnungen versehen, durch die das Wasser strömen kann.
Die Durchtrittsöffnungen müssen entsprechend klein und zahlreich sein, um ein Herausfallen
der Mittel zu vermeiden, insbesondere wenn das Reinigung- oder Pflegemittel in feinerer
Form, beispielsweise in Form von Körnern oder Granulat, vorliegt. Die Anwendung des
Reinigungs- oder Pflegemittels ist für zahlreiche Duschvorgänge vorgesehen.
[0008] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird bei einer derartigen Anordnung als nachteilig
angesehen, dass die Wirkstoffzugabe allenfalls qualitativ möglich ist, jedoch über
die Benutzungsdauer völlig unkontrolliert variiert. Die Wirkstoffabgabe wird bei einem
frisch eingesetzten Filter deutlich höher ausfallen als nach einer gewissen Benutzungsdauer.
Darüber hinaus wird die Wirkstoffabgabe auch wesentlich davon abhängen, ob die Dusche
regelmäßig benutzt wird oder auch für eine gewisse Zeit unbenutzt bleibt, wodurch
sich der Filter ggf. in einer trockenen oder halbfeuchten Umgebung befinden kann und
dadurch unkontrollierbaren chemischen Vorgängen ausgesetzt ist. Die bekannten Filter
sind daher allenfalls für die Vermittlung eines generellen Wohlbefindens bzw. guten
Gefühls geeignet, nicht jedoch für eine kontrollierte Wirkstoffabgabe.
[0009] Eine ähnliche Vorrichtung ist durch
DE 29 51 318 A1 offenbart. Eine Duschvorrichtung weist einen Duschkopf auf, in dem umschaltbar ein
zentraler Duschstrahl durch das Leitungswasser gebildet werden kann oder das Duschwasser
durch einen Ringraum fließt, in dem eine Seifenkartusche oder ein Flüssigseifenbehälter
in eine Seifenkartuschenkammer einsetzbar ist. Die Seifenkartusche soll dabei bei
einer einmaligen Körpereinseifung aufgebracht werden. Die Seifenkartuschen und Flüssigseifenbehälter
können in üblicher Weise mit medizinischen Badezusätzen ergänzt werden. Im Vordergrund
steht somit die Auflösung der Seife für die Körpereinseifung. Die Badezusätze können
dabei ausschließlich während des Einseifvorgangs wirksam werden.
[0010] Durch
EP 2 210 986 A1 ist ein Duschsystem bekannt, bei dem ein Medium, insbesondere ein Duftmedium, dem
Duschwasser zugefügt wird. Hierfür ist eine Vorrichtung angegeben, die auf dem Prinzip
einer Wasserstrahlpumpe beruht, sodass das zugefügte Medium aus einem Vorratsbehälter
angesaugt und in das Duschwasser eingemischt wird. Der Vorratsbehälter für das Medium
kann eine verschlossene Kapsel sein, wie sie für Kaffee-Vollautomaten benutzt wird.
Durch das Einsetzen der Kapsel kann diese auf einer Seite, insbesondere der Oberseite,
durchstoßen - und damit geöffnet - werden. Die Zufuhr des Mediums zu der Mischkammer,
in der das Medium mit dem Duschwasser gemischt wird, erfolgt über einen Zuflussregler,
der beispielsweise durch Drehung eines Gehäuseteils einstellbar ist und auch die Zufuhr
des Mediums in die Mischkammer vollständig unterbinden kann. Die Zugabe des Duftmediums
kann in einem Duschvorgang erfolgen, in dem zunächst die Körperreinigung mittels üblicher
Duschmittel für Kopf und Körper stattgefunden hat. Diese Duschmittel können in üblicher
Weise aus einer Flasche verwendet, aber auch mittels eigener Kapseln in der Mischvorrichtung
zugeführt werden.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, eine kontrollierte, gezielte
und wiederholbare Wirkstoffabgabe auch bei einem Duschvorgang vornehmen zu können.
[0012] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß ein Verfahren angegeben zur Applikation
wenigstens eines Wirkstoffs in zum Abduschen des Körpers eines Lebewesens vorgesehenem
Wasser, das einen Duschkopf durchströmt, der eine durch Durchströmöffnungen durchströmbare
Aufnahmekammer für eine Wirkstoffdarreichung aufweist, wobei während des Duschvorgangs
die Wirkstoffdarreichung mit durchströmbaren Gebinden für jeweils eine Anwendung erfolgen
soll, die durchströmbaren Gebinde, Pflanzenbestandteile und/oder Pflanzenextrakte
enthalten und durch durchströmbare Kapseln, Filterbeutel oder Pads gebildet werden,
vor jedem Duschvorgang, bei dem Wirkstoffe dem Körper zugeführt werden sollen, der
Duschkopf geöffnet, das Gebinde eingelegt und die Aufnahmekammer mit Ausnahme der
Durchströmöffnungen wasserdicht verschlossen wird, eine dosierte Wirkstoffabgabe dadurch
erfolgen soll, dass der Wirkstoff während des Duschvorgangs aus dem Gebinde abgegeben
wird, bis die Wirkstoffdarreichung aufgebraucht ist, und nach dem Duschvorgang oder
vor dem nächsten Duschvorgang, mit dem eine gezielte Wirkstoffabgabe wieder erfolgen
soll, das Gebinde entnommen wird.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht somit vor, dass vor jedem Duschvorgang, bei
dem Wirkstoffe dem Körper zugeführt werden sollen, der Duschkopf geöffnet, das Gebinde
eingelegt und der Duschkopf mit Ausnahme von Durchströmöffnungen wieder wasserdicht
verschlossen wird. Dann wird über den Duschvorgang, der dabei vorzugsweise eine gewisse
Mindestdauer aufweisen sollte, der Wirkstoff gezielt abgegeben, sodass auch eine für
praktische Anwendungsfälle ausreichend dosierte Wirkstoffabgabe erfolgt. Es ist vorgesehen,
dass nach dem Duschen das Gebinde entfernt wird. Die Entfernung des Gebindes kann
jedoch auch vor dem nächsten Duschvorgang, mit dem eine gezielte Wirkstoffzugabe wieder
erfolgen soll, vorgenommen werden.
[0014] Die Gebinde haben die Form von Filterbeuteln, Pads oder Kapseln, wie sie beispielsweise
für die Zubereitung von Kaffeegetränken bekannt sind. Die Wirkstoffdarreichung kann
dabei Pflanzenbestandteile oder Extrakte aus Pflanzen, ätherische Öle, fette Öle,
Mineralstoffe, Vitamine oder andere - auch chemisch hergestellte - geeignete Substanzen
enthalten.
[0015] Die pflanzlichen Bestandteile sind vorzugsweise getrocknete und pulverisierte Pflanzenteile,
insbesondere Blätter, Blüten, Früchte, Samen und Wurzeln. Weiterhin können Extrakte
von Pflanzen als pflanzliche Bestandteile verwendet werden. Ferner sind Kombinationen
von Pflanzenpulvern und -extrakten einsetzbar. Dabei können auch Pflanzenpulver verschiedener
Pflanzen, Extrakte verschiedener Pflanzen sowie entsprechende Mischungen von Pflanzenpulvern
und Extrakten verschiedener Pflanzen verwendet werden.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht auch die gezielte Applikation von pharmazeutischen
Wirkstoffen zur Behandlung von oder Vorbeugung gegen Krankheiten.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die gezielte dosierte Applikation der Wirkstoffe
auch unabhängig von der Länge des Duschvorgangs, sofern eine gewisse Mindestduschzeit
bei einem vorgegebenen Wasserdurchsatz eingehalten wird. Wenn die Wirkstoffdarreichung
aufgebraucht ist, kann der Duschvorgang ohne weiteres fortgesetzt werden, ohne dass
es zu einer Überdosierung kommt, weil die Wirkstoffdarreichung aufgebraucht ist.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Erzielung eines Gesundheits- und Pflegeeffekts
gegenüber der Anwendung von Vollbädern mit einem deutlich geringeren Zeitaufwand sowie
einem verringerten Aufwand von Wasser und Energie. Das erfindungsgemäße Verfahren
ermöglicht auch eine tägliche Applikation der Wirkstoffe und sogar eine Applikation,
die mehrmals täglich stattfindet. Darüber hinaus sind die sanitären Reinigungsmaßnahmen
nach einem Duschvorgang wesentlich einfacher als nach einem Vollbad.
[0019] Im Vergleich zu einem herkömmlichen Heil- oder Pflegebad ermöglicht die erfindungsgemäß
Gesundheits- und Pflegedusche auch eine unkomplizierte Kombination von Duschvorgängen
zur Körperhygiene und zur Gesundheits- und Körperpflege, indem der Duschvorgang zunächst
die übliche Reinigung wahrnimmt und sich anschließend nach Einlegen der Wirkstoffdarreichung
der Gesundheits- und/oder Pflegevorgang anschließt.
[0020] Die Aufnahmekammer für die Gebinde befindet sich vorzugsweise zwischen Schlauchanschluss
und einer Wassersprühplatte des Duschkopfes. Als Aufnahmekammer kann insbesondere
ein wasserdicht verschließbarer Adapter verwendet werden, der in den Duschkopf eingesetzt
wird. Der Duschkopf und ggf. der Adapter sollten die unkomplizierte Öffnung der Aufnahmekammer
ermöglichen, damit der Vorgang des Einsetzens des Gebindes der Wirkstoffdarreichung
unkompliziert erfolgen kann und nicht die Akzeptanz für die Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens stört.
[0021] Das Gebinde kann selbstverständlich neben dem Wirkstoff oder den Wirkstoffzusätzen,
insbesondere Aromen und ggf. Wasserenthärtungsmittel enthalten.
1. Verfahren zur Applikation wenigstens eines Wirkstoffs in zum Abduschen des Körpers
eines Lebewesens vorgesehenem Wasser, das einen Duschkopf durchströmt, der eine durch
Durchströmöffnungen durchströmbare Aufnahmekammer für eine Wirkstoffdarreichung aufweist,
wobei
während des Duschvorgangs die Wirkstoffdarreichung mit durchströmbaren Gebinden für
jeweils eine Anwendung erfolgen soll,
die durchströmbaren Gebinde Pflanzenbestandteile und/oder Pflanzenextrakte enthalten
und durch durchströmbare Kapseln, Filterbeutel oder Pads gebildet werden,
vor jedem Duschvorgang, bei dem Wirkstoffe dem Körper zugeführt werden sollen, der
Duschkopf geöffnet, das Gebinde eingelegt und die Aufnahmekammer mit Ausnahme der
Durchströmöffnungen wasserdicht verschlossen wird,
eine dosierte Wirkstoffabgabe dadurch erfolgen soll, dass der Wirkstoff während des
Duschvorgangs aus dem Gebinde abgegeben wird, bis die Wirkstoffdarreichung aufgebraucht
ist, und
nach dem Duschvorgang oder vor dem nächsten Duschvorgang, mit dem eine gezielte Wirkstoffabgabe
wieder erfolgen soll, das Gebinde entnommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei sich die Aufnahmekammer zwischen Schlauchanschluss
und einer Wassersprühplatte des Duschkopfs befindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Gebinde ätherische Öle, fette Öle, Mineralstoffe
oder Vitamine enthalten.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Gebinde ferner Aromen enthalten
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem das Gebinde zur gezielten Applikation
von pharmazeutischen Wirkstoffen ausgebildet ist.
1. Method for applying at least one active ingredient in water intended for showering
the body of a living being and flowing through a shower head which has a receiving
chamber for an active ingredient provision, which receiving chamber is able to be
flowed through by way of throughflow openings, wherein,
during the showering process, the active ingredient provision is to be realized using
containers for in each case one application that are able to be flowed through, the
containers able to be flowed through contain plant constituents and/or plant extracts
and are formed by capsules, filter bags or pads that are able to be flowed through,
prior to each showering process during which active ingredients are to be supplied
to the body, the shower head is opened, the container is inserted and the receiving
chamber, with the exception of the throughflow openings, is closed off in a water-tight
manner,
a dosed active substance release is to be realized in that, during the showering process,
the active substance is released from the container until the active substance provision
is exhausted, and,
after the showering process or prior to the next showering process during which a
targeted active ingredient release is to be realized, the container is removed.
2. Method according to Claim 1, wherein the receiving chamber is situated between a hose
connection and a water spray plate of the shower head.
3. Method according to Claim 1 or 2, wherein the containers contain essential oils, fatty
oils, mineral substances or vitamins.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, wherein the containers also contain aromatic
substances.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, in which the container is configured for
targeted application of pharmaceutical active ingredients.
1. Procédé pour l'application d'au moins une substance active dans de l'eau destinée
à doucher le corps d'un être vivant, eau qui s'écoule à travers une pomme de douche
qui présente une chambre de réception pour une administration de substance active
pouvant être traversée à travers des ouvertures de passage,
dans lequel
lors de l'opération de douche, l'administration de substance active doit être effectuée
avec des réceptacles traversables pour une application respective,
les réceptacles traversables contiennent des constituants végétaux et/ou des extraits
végétaux et sont formés par des capsules, des sacs filtrants ou des tampons traversables,
avant chaque opération de douche au cours de laquelle des substances actives doivent
être administrées au corps, la pomme de douche est ouverte, le réceptacle est inséré
et la chambre de réception est fermée de manière étanche à l'eau, à l'exception des
ouvertures de passage,
une administration dosée de la substance active doit être obtenue en dégageant la
substance active hors du réceptacle pendant l'opération de douche jusqu'à épuisement
de l'administration de substance active, et
le réceptacle est retiré après l'opération de douche ou avant l'opération de douche
suivante, opération par laquelle un dégagement ciblé de la substance active doit avoir
lieu à nouveau.
2. Procédé selon la revendication 1,
dans lequel
la chambre de réception est située entre un raccord de tuyau et une plaque de pulvérisation
d'eau de la pomme de douche.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
dans lequel
les réceptacles contiennent des huiles essentielles, des huiles grasses, des minéraux
ou des vitamines.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
dans lequel
les réceptacles contiennent également des arômes.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
dans lequel
le réceptacle est réalisé pour l'application ciblée de substances actives pharmaceutiques.