[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Backofen mit einem in einem Ofengehäuse angeordneten
beheizbaren Garraum, der durch eine Ofentür verschließbar ist, die frontseitig eine
Wärmestrahlung gut durchlässige Frontfläche z. B. Glasfläche und auf der Außenseite
derselben mindestens eine Applikation aus einem Material mit niedrigem Wärmeleitwert,
vorzugsweise aus Metall, aufweist.
[0002] Bei Wärmegeräten jedweder Bauweise für die Garbehandlung von Lebensmitteln, als Gattung
zusammengefasst als Backöfen, ist die den Garraum innerhalb des Ofengehäuses bei Betrieb
verschließende Ofentür wärmetechnisch insofern problematisch, als diese Ofentür vom
stark erhitzten Garraum her einer starken Wärmebelastung durch Wärmeleitung und insbesondere
bei Ofentüren mit Glasfront durch Wärmestrahlung ausgesetzt ist. Zugunsten einer Reduzierung
der Oberflächentemperatur ist es bei Backöfen mit Glasfront und Durchsichtfenster
bekannt, die Ofentür mit einem aus mehreren wärmedämmenden Glasscheiben bestehenden
Scheibenverbund zu versehen. Demselben Ziel dienen Wärmeleitbleche, die im nicht sichtbaren
Bereich der Ofentür unsichtbar hinter der Frontfläche, also an deren Rückseite großflächig
angebracht sind und dazu dienen, insbesondere die vom Garraum ausgehende Wärmestrahlung
aufzufangen, d. h. zu absorbieren und die Wärme weitgehend ungehindert in kühlere
Bereiche abzuleiten.
[0003] Es sind Backöfen bekannt, auf deren mit einer frontseitigen Glasplatte ausgestatteten
Ofentür metallische Applikationen auf dessen Außenseite angebracht sind, z. B. in
Form von seitlichen schmalen, ein Durchsichtfenster rahmenartig umfassenden Edelstahlblechen.
Derartige außenliegende und bei Ofenbetrieb von Personen berührbare metallische Applikationen
besitzen einen relativ niedrigen Wärmeleitwert und werden insbesondere durch vom Garraum
ausgehender Wärmestrahlung z. B. partiell unterschiedlich stark erhitzt unter Bildung
von unzulässig heißen Stellen, sogenannten Hotspots.
[0004] Der Erfindung ist die Aufgabe gestellt, einen Backofen der eingangs genannten Art
so auszugestalten, dass mit einfachen, unaufwendigen Mitteln eine Reduzierung der
Oberflächentemperatur an den außenliegenden Applikationen erhalten wird, insbesondere
sogenannte Hotspots vermieden werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zwischen der mindestens einen
Applikation und der Frontfläche ein Wärmeleitelement aus einem Material mit gegenüber
der Applikation höherem Wärmeleitwert angebracht ist.
[0006] Erfindungsgemäß sind Applikationen an der Außenseite der Ofen-Frontfläche in Form
von großflächigen metallischen Einfassungen eines Durchsichtfensters oder auch in
Form von kleinflächigen Design-Elementen wie Marken oder dergleichen direkt von einem
angepassten Wärmeleitelement, insbesondere gegenüber Wärmestrahlung abgeschirmt, in
dem dieses unmittelbar benachbarte Wärmeleitelement die ankommende Wärmeenergie z.
B. Wärmestrahlung absorbiert und aufgrund ihres höheren Wärmeleitwertes rasch in kühlere
Bereiche weiterleitet und insgesamt an die Applikation eine deutlich niedrigere, mittlere
Temperatur weitergibt unter Vermeidung von Hotspots. Im Gegensatz hierzu sollen mit
innen liegenden Wärmeleitblechen nicht individuelle Stellen, sondern größere und außerhalb
des Sichtbereiches liegende Bereiche der Ofentür thermisch vor zu starker Erhitzung
geschützt werden. Erfindungsgemäß können diese individuellen Stellen in sichtbaren
Bereichen oder Stellen der Ofentür liegen, wobei jeweils das Wärmeleitelement geometrisch
und insbesondere konturmäßig an die zugeordnete Applikation angepasst ist. Das Wärmeleitelement
befindet sich in unmittelbarer Kontaktnähe zur zugeordneten Applikation und verhindert
- im Gegensatz zu innerhalb der frontseitigen Glasscheibe bzw. dem Scheibenverbund
angeordneten Wärmeleitelementen mit großem Abstand zwischen Wärmeleitelement und zu
schützendem Objekt - ein direktes Auftreffen und Absorption der Wärmestrahlung auf
der Applikation.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht das Wärmeleitelement
aus Aluminium.
[0008] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das plattenförmige
Wärmeleitelement zumindest an der Applikation mit geringem Luftabstand vorzugsweise
durch partiell aufgebrachten Klebstoff befestigt ist. Dadurch wird eine direkte Wärmeleitung
verbunden mit partieller Erhitzung zwischen dem thermisch, insbesondere durch Wärmestrahlung
hoch belasteten Wärmeleitelement und der zugeordneten Applikation weitgehend verhindert,
wobei eine materielle Verbindung und eventuell dadurch gebildete Wärmeleitbrücken
durch die nur partiell, d. h. kleinflächig aufgebrachten Verbindungsstellen, z. B.
Klebestellen, weitgehend minimiert wird.
[0009] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
nachstehend erläutert.
[0010] Es zeigt:
- Figur 1
- die Frontansicht der Ofentür eines Backofens;
- Figur 2
- die Schnittdarstellung der Ofentür gemäß der Schnittlinie II - II in Figur 1.
[0011] Die Ofentür 1 gemäß den Figuren eines nicht weiter dargestellten Backofens, z. B.
mit an horizontal schubladenartig verschiebbaren Verschiebezügen winkelsteif befestigter,
vorgenannter Ofentür 1 besitzt als bedienungsseitiges Frontelement eine Glasscheibe
mit außenliegender Glasfläche 2, die sich zumindest annähernd über die gesamte Breite
und Höhe der Ofentür 1 erstreckt. Die Ofentür 1 besitzt einen die Glasfläche 2 überragenden
Handgriff 3 und deren Glasfläche 2 wird frontseitig, d. h. außenseitig überdeckt von
einer beim Ausführungsbeispiel etwa U-förmigen Applikation 4 aus Edelstahlblech, die
die Glasfläche 2 seitlich und unten überzieht.
[0012] Die Ofentür 1 ist Bestandteil eines Backofens, eines Grillgeräts oder dergleichen
mit Heizfunktion, die einen in einem Ofengehäuse integrierten Garraum im Garbetrieb
verschließt. Im Betrieb z. B. Hochtemperaturbetrieb bei etwa 400°C im sogenannten
Selbstreinigungsbetrieb wird die Ofentür 1 aus dem Garraum heraus thermisch hoch belastet
durch Wärmeleitung und durch Wärmestrahlung. Die Wärmestrahlung wird an der außenliegenden
metallischen Applikation 4 absorbiert und insbesondere bei großflächiger, vertikaler
Ausdehnung dieser Applikation 4 gemäß Figur 1 werden partiell unterschiedlich und
zum Teil sehr stark erhitzte Bereiche oder Stellen - sogenannte Hotspots - erzeugt,
die durch die erfindungsgemäße Maßnahme verhindert werden sollen. Dieses thermische
Problem ist bedingt durch den relativ niedrigen Wärmeleitwert des Materials der Applikation
4 und der dadurch schlechten Wärmeleitung und Verteilung der Wärmeenergie über die
Gesamtfläche der Applikation 4, d. h. insbesondere die Weiterleitung in kühlere Flächenbereiche,
wodurch sich partiell die genannten Hotspots, d. h. unzulässig heiße Stellen bilden
können.
[0013] Um dies zu verhindern, ist zwischen der metallischen Applikation 4 und der Frontfläche
der Ofentür 1, d. h. über der Glasfläche 2 der Glasscheibe ein aus Aluminiumblech
gebildetes Wärmeleitelement 5 gemäß Figur 2 angeordnet, das einen höheren Wärmeleitwert
hat als das Material der Applikation 4 und das die vom Garraum herkommende Wärme,
insbesondere Wärmestrahlung auffängt und unverzüglich innerhalb des Wärmeleitelements
5 weiterleitet, z. B. in kühlere Bereiche ableitet. Dadurch übermittelt das Wärmeleitelement
5 eine deutlich niedrigere Temperatur an die benachbarte Applikation 4 als die partiell
vom Wärmeleitelement 5 empfangene Temperatur, z. B. der erwähnten Wärmestrahlung.
[0014] Wie in Figur 2 angedeutet, ist das Wärmeleitelement 5 sowohl gegenüber der Glasfläche
2 als auch gegenüber der Applikation 4 mit geringem Luftabstand von ungefähr 0,5 Millimeter
beabstandet und mittels kleinflächig aufgebrachten Klebematerials 6 mit den benachbarten
Flächenelementen verbunden, wodurch eine direkte Wärmeleitung vom eventuell nur partiell
erhitzten Wärmeleitblech 5 zur außenliegenden Applikation 4 weitestgehend verhindert
wird.
[0015] Das Wärmeleitelement 5 ist im wesentlichen an die Kontur der Applikation 4 angepasst
und unterzieht damit die gesamte Applikation 4 vorzugsweise mit geringem Abstand zur
Außenkontur der Applikation 4, um dieses Wärmeleitelement 5 außerhalb des Blickfeldes
des Benutzers zu bringen.
1. Backofen mit einem in einem Ofengehäuse angeordneten beheizbaren Garraum, der durch
eine Ofentür (1) verschließbar ist, die frontseitig eine Wärmestrahlung durchlässige
Frontfläche (2) und auf der Außenseite derselben mindestens eine Applikation (4) aus
einem Material mit niedrigem Wärmeleitwert, vorzugsweise aus Metall, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der mindestens einen Applikation (4) und der Frontfläche (2) ein Wärmeleitelement
(5) aus einem Material mit gegenüber der Applikation (4) höheren Wärmeleitwert angebracht
ist.
2. Backofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmeleitelement (5) aus Aluminium besteht.
3. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das plattenförmige Wärmeleitelement (5) zumindest an der Applikation (4) mit geringem
Luftabstand vorzugsweise durch partiell aufgebrachten Klebestoff (6) befestigt ist.
4. Backofen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand um 0,5 Millimeter beträgt.
5. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmeleitelement (5) entsprechend der Kontur der Applikation bemessen ist.