TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Hochspannungsdurchführung nach dem
Oberbegriff von Patentanspruch 1. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung
einer Hochspannungsdurchführung nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 8.
[0002] Eine Hochspannungsdurchführung der vorgenannten Art verbindet einen in einer metallgekapselten
Komponente einer Hochspannungsanlage angeordneten und mit einem flüssigen oder gasförmigen
Isoliermittel gegenüber der Metallkapselung isolierten Stromleiter mit einem externen
Stromleiter, der im allgemeinen durch die umgebende Luft isoliert wird, der aber auch
mit einem anderen Isoliermittel, wie beispielsweise einem Feststoff, Öl oder SF
6, isoliert sein kann und Teil eines Hochspannungskabels, eines Kabelendverschlusses,
einer Kabelmuffe oder einer gasisolierten Schaltanlage sein kann.
[0003] Eine typische Ausführungsform einer solchen Durchführung enthält einen feldsteuernden
Kondensatorwickel, der auf einen als metallener Voll- oder Hohlzylinder ausgeführten
Rundkörper aufgewickelt ist. Der Kondensatorwickel umfasst eine aus Papier oder Kunststoff
gebildete Isolierfolie, in die beim Wickeln in bestimmten Abständen Kondensatorbeläge
41 einfügt werden. Das Einfügen kann durch Einlegen von Metallfolien, etwa auf der
Basis von Aluminium oder durch Aufdrucken von leitfähigem Material auf die Isolierfolie,
erfolgen. Die Kondensatorbeläge sind dann in Form konzentrischer Zylinder angeordnet.
Die Längen der Kondensatorbeläge sind so abgestuft, dass die Kapazitäten zwischen
zwei aufeinanderfolgender Beläge weitgehend gleich sind. Daher weisen Kondensatorbeläge
mit grösserem Durchmesser eine kürzere Länge in axialer Richtung auf. Es wird so mit
dem Kondensatorwickel eine feingestufte Steuerung eines elektrischen Feldes erreicht,
das bei Betrieb der Durchführung zwischen einem auf Hochspannungspotential befindlichen
Stromleiter und der Metallkapselung der Komponente, welche typischerweise als Transformator
ausgebildet ist, wirkt.
[0004] In dem der umgebenden Luft ausgesetzten Bereich der Durchführung ist ein Abschnitt
des Kondensatorwickels zum Schutz gegen äussere Einflüsse, wie Wetter, Verschmutzung
und Strahlung, durch eine Beschirmung aus einem Porzellan oder einem Polymer, wie
insbesondere Silicon, umhüllt.
[0005] Der mechanische Einbau der Durchführung in die Komponente, beispielsweise in einen
Transformator, erfolgt mit Hilfe eines Montageflansches, der an einem den Kondensatorwickel
enthaltenden Isolator befestigt ist.
STAND DER TECHNIK
[0006] Durchführungen der eingangs genannten Art sind beispielsweise beschrieben in
EP 1 284 484 B1,
EP 1 417 689 B1,
EP 1 771 866 B1 und
WO 2009/053147 A1. Die beschriebenen Durchführungen sind jeweils zum Einbau in ein metallenes Gehäuse
eines elektrischen Hochspannungsapparates, beispielsweise eines Transformators, bestimmt
und weisen jeweils einen in einen Isolator integrierten Kondensatorwickel auf. Am
Isolator ist ein Montageflansch befestigt, der einen oberhalb des Montageflanschs,
in Luft angeordneten Abschnitt des Kondensatorwickels von einem Abschnitt des Kondensatorwickels
trennt, der unterhalb des Montageflanschs gelegen ist und der nach Einbau der Durchführung
in den Apparat in einem von Luft abweichenden Isoliermittel, typischerweise Öl oder
SF
6, angeordnet ist. Ein der umgebenden Luft ausgesetzter Bereich dieser Durchführungen
weist jeweils eine als Wetter- und Strahlenschutz wirkende Beschirmung auf, die den
oberhalb des Montageflanschs gelegenen Abschnitt des Kondensatorwickels einschliesst.
[0007] Die Beschirmung kann wie in
EP 1 284 484 B1 und
EP 1 771 689 B1 gezeigt in einen Porzellanisolator integriert sein oder aus Silicon gefertigt und
auf einem faserverstärkten Kunststoffrohr befestigt sein. Sie kann aber auch wie in
EP 1 417 689 B1 und
WO 2009/053147 A1 beschrieben unmittelbar auf die zwischen dem Montageflansch und einem Stromanschluss
der Durchführung erstreckte Aussenfläche des den Kondensatorwickel aufnehmenden Isolators
aufgebracht sein.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0008] Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Hochspannungsdurchführung der eingangs genannten Art zu schaffen, die sich trotz
eines kompakten Aufbaus durch eine grosse Betriebssicherheit auszeichnet, und ein
Verfahren anzugeben, mit dem eine Hochspannungsdurchführung der eingangs genannten
Art in einfacher und wirtschaftlicher Weise gefertigt werden kann.
[0009] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird einen Hochspannungsdurchführung bereitgestellt,
die in koaxialer Anordnung einen längs einer Achse geführten Stromleiter aufweist
sowie einen am Stromleiter befestigten und den Stromleiter umfassenden Isolator, einen
in den Isolator integrierten Kondensatorwickel mit voneinander elektrisch isolierten
Kondensatorbelägen, die in radialer Richtung durch eine um die Achse gewickelte Isolierfolie
voneinander mit Abstand gehalten sind, einen am Isolator befestigten Montageflansch
und eine den Isolator umfassende, längs der Achse vom Montageflansch an einen Anschluss
des Stromleiters geführte Beschirmung. In den Isolator ist eine Verstärkung mit einem
auf den Kondensatorwickel aufgebrachten Faserwickel integriert. Der Faser - und der
Kondensatorwickel sind in eine elektrisch isolierende Matrix aus einer gehärteten
Polymermasse eingebettet. Die Beschirmung ist auf die Verstärkung aufgebracht.
[0010] Bei der Durchführung nach der Erfindung verstärken der Faserwickel und die den Faser-
und den Kondensatorwickel gemeinsam einbettende gehärtete Polymermasse den Isolator
erheblich. Mit der aus dem Faserwickel und dem diesen Wickel einbettenden Teil der
Polymermasse gebildeten Verstärkung wird mit einfachen Mitteln ein kompakter Aufbau
und ein mechanisch stabiles Design der Durchführung nach der Erfindung erreicht. Zudem
verbessert die mechanische Stabilisierung des Kondensatorwickels dessen durch die
hohe Sprödigkeit des gehärteten Polymers bei niedrigen Temperaturen reduzierte Festigkeit
erheblich. Zugleich wird ein Eindringen von Feuchtigkeit vermieden, da die den Kondensatorwickel
umgebende Verstärkung als Diffusionssperre wirkt und gegebenenfalls durch die Beschirmung
diffundierendes Wasser von dem als Vorrichtung zur Steuerung des elektrischen Feldes
wirkenden Kondensatorwickel fernhält. Eine Beeinträchtigung der elektrischen Eigenschaften
der Durchführung infolge von in den Kondensatorwickel eindringendem Wasser wird so
vermieden. Die Durchführung nach der Erfindung zeichnet sich daher auch durch eine
grosse Betriebssicherheit aus.
[0011] Durch Integration der Verstärkung in den den Kondensatorwickel enthaltenden Isolator
entfallen zugleich ein sonst den Kondensatorwickel stabilisierender und zugleich wasserdicht
aufnehmender Aussenisolator und ein den Raum zwischen Kondensatorwickel und Aussenisolator
ausfüllendes, im allgemeinen flüssiges isoliermittel.
[0012] Je nach Anforderung an die Durchführung kann die Verstärkung zumindest teilweise
in mindestens einen der folgenden Abschnitte des Isolators integriert sein: in einen
Abschnitt, der in einem der Umgebungsluft ausgesetzten Bereich der Durchführung angeordnet
ist, in einen Abschnitt, der in einem dem Isoliermittel der Komponente ausgesetzten
Bereich der Durchführung angeordnet ist, sowie in einen durch den Montageflansch geführten
Abschnitt. Der in die Verstärkung eingesetzte Faserwickel kann mindestens eine um
den Kondensatorwickel geführte Lage eines flächenhaften Faserhalbzeugs aufweisen,
welches mit Vorteil mindestens ein Gewebe, ein Gelege, eine Matte oder ein Vlies aufweist.
[0013] Der Kondensatorwickel kann eine ringförmig um die Achse geführte Imprägnierhilfe
aufweisen, die auf dem Faserwickel aufgebracht ist und die aus einem flächenhaften,
die Polymermasse vorm Härten durchlassenden Isoliermaterial gebildet ist. Diese Imprägnierhilfe
fördert bei der Fertigung der Durchführung die Durchtränkung des Faserwickels mit
einer später die Matrix bildenden ungehärteten Polymermasse. Die Imprägnierhilfe kann
aus zusätzlichen Windungen der Isolierfolie gebildet sein.
[0014] Das Verfahren nach der Erfindung dient der Herstellung einer Hochspannungsdurchführung,
die in koaxialer Anordnung einen längs einer Achse geführten Stromleiter aufweist
sowie einen am Stromleiter befestigten und den Stromleiter umfassenden Isolator, einen
in den Isolator integrierten Kondensatorwickel mit voneinander elektrisch isolierten
Kondensatorbelägen, die in radialer Richtung durch eine um die Achse gewickelte Isolierfolie
voneinander mit Abstand gehalten sind, einen am Isolator befestigten Montageflansch
und eine den Isolator umfassende, längs der Achse vom Montageflansch an einen Anschluss
des Stromleiters geführte Beschirmung. Bei diesem Verfahren wird der am Stromleiter
gehaltene Kondensatorwickel in einer Giessform angeordnet, in der Giessform getrocknet
und in der Giessform mit einer härtbaren, fliessfähigen Polymermasse imprägniert,
wird die Polymermasse unter Bildung des Isolators in der Giessform gehärtet, und wird
der Montageflansch auf einer als Sitz ausgebildeten Aussenfläche des Isolators befestigt
und nachfolgend die Beschirmung auf den Isolator aufgebracht. Vorm Anordnen des Kondensatorwickels
in der Giessform wird auf den Kondensatorwickel mindestens ein als Verstärkung dienender
Faserwickel aufgebracht.
[0015] Mit dem Verfahren nach der Erfindung können Durchführungen mit einem Kondensatorwickel
in besonders wirtschaftlicher Weise gefertigt werden. Dies ist zum einen dadurch bedingt,
dass eine zur Fertigung des Kondensatorwickels benötigte Wickelvorrichtung zugleich
auch zum Fertigen des Faserwickels verwendet wird. Zum anderen werden der Kondensatorwickel
und der Faserkörper in der Giessform gemeinsam getrocknet, gemeinsam mit der fliessfähigen
Polymermasse imprägniert und durch Härten der Polymermasse gemeinsam in den sich beim
Härten bildenden Isolator integriert. Es wird so mit wenigen Verfahrensschritten ein
durch den Faserwickel verstärkter, vor Feuchtigkeit geschützter Kondensatorwickel
erreicht, aus dem durch nachfolgendes Anbringen des Montageflansches und der Beschirmung
leicht eine hochwertige Durchführung gefertigt werden kann. Das Fertigen eines zusätzlichen
Aussenisolators aus einem beschirmten Porzellan oder aus einem beschirmten, faserverstärkte
Kunststoffrohr kann daher in fertigungstechnisch vorteilhafter Weise entfallen. Da
die den Faserwickel enthaltende Verstärkung hohlraum- und porenfrei in den den Kondensatorwickel
enthaltenden Isolator integriert wird, ist es nun nicht mehr erforderlich, einen sonst
vom zusätzlichen Aussenisolator umschlossenen Hohlraum mit einem die dielektrische
Festigkeit der Durchführung erhöhenden Isoliermittel zu füllen. Zugleich wird der
für eine mechanische Nachbearbeitung benötigte Aufwand reduziert, da lediglich der
für das Anbringen des Montageflanschs benötigte Sitz durch spanabhebendes Bearbeiten
in den den Kondensatorwickel aufnehmenden Isolator eingeformt werden muss.
[0016] Um das Imprägnieren des Faserwickels zu verbessern, kann vor dem Aufbringen des Faserwickels
in den Kondensatorwickel eine ringförmig um die Achse geführte Imprägnierhilfe integriert
werden, die eine den Faserwickel tragende Aussenfläche des Kondensatorwickels bildet
und die ein flächenhaftes, die Polymermasse vorm Härten durchlassendes Faserhalbzeug
enthält.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0017] Anhand von Zeichnungen wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig.1
- eine Aufsicht auf eine längs einer Achse A erstreckte Ausführungsform einer Durchführung
nach der Erfindung, die links der Achse geschnitten dargestellt ist, und,
- Fig.2
- eine Vergrösserung eines umrandet dargestellten Teils der Durchführung nach Fig.1.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0018] In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen auch gleichwirkende Teile. Die
in Fig.1 dargestellte, längs der Achse A erstreckte Durchführung enthält in koaxialer
Anordnung einen längs der Achse A geführten Stromleiter 10, einen am Stromleiter befestigten
und den Stromleiter umfassenden Isolator 20, einen am Isolator 20 befestigten Montageflansch
30, einen in den Isolator 20 integrierten Kondensatorwickel 40 und eine den Isolator
20 umfassende Beschirmung 50.
[0019] Der Stromleiter 10 kann mit seinem nicht dargestellten unteren Ende mit einem Stromanschluss
eines in einem isoliermittelgefüllten Metallgehäuse angeordneten Stromleiter eines
elektrischen Apparates, typischerweise einem Transformator, elektrisch leitend verbunden
werden. Sein vom Stromanschluss 11 gebildetes oberes Ende ist mit einem im allgemeinen
luftisolierten Hochspannungsleiter elektrisch leitend verbindbar.
[0020] Die Beschirmung 50 ist längs der Achse A vom Montageflansch 30 an einen Stromanschluss
11 des Stromleiters 10 geführt. Sie dient als Wetter- und Strahlungsschutz und wird
von einem elastomeren Polymer, insbesondere auf der Basis von Silicon oder EPDM, gebildet.
[0021] Der Kondensatorwickel 40 weist voneinander elektrisch isolierte Kondensatorbeläge
41 auf, die in radialer Richtung durch eine in Form einer Spirale gewickelten Isolierfolie
42, welche typischerweise aus Papier und/oder Kunststoff besteht, mit Abstand voneinander
gehalten sind. Die Längen der Kondensatorbeläge 41 oberhalb des Montageflansches 30,
also in einem der Luft ausgesetzten Teil der Durchführung, wie auch unterhalb des
Montageflansches 30, also in einem dem Isoliermittel des metallgekapselten Apparates
ausgesetzten, nur teilweise dargestellten Teil der Durchführung verkleinern sich mit
zunehmendem, radialem Abstand zum Stromleiter 10 stetig.
[0022] Der Kondensatorwickel 40 dient der Steuerung eines elektrischen Feldes, welches sich
während des Betriebs der Durchführung zwischen dem dann auf Hochspannungspotential
befindlichen Stromleiter 10 und dem dann auf dem Potential des Metallgehäuses des
Transformators befindlichen Montageflansch 30 ausbildet.
[0023] In den Isolator 20 ist eine Verstärkung mit einem auf den Kondensatorwickel 40 aufgebrachten,
rohrförmig ausgebildeten Faserwickel 21 integriert. Die Verstärkung ist zumindest
teilweise in einen Abschnitt 22 des Isolators integriert, der in dem der Umgebungsluft
ausgesetzten Teil der Durchführung angeordnet ist. Ersichtlich ist die Verstärkung
aber auch in einen durch den Montageflansch 30 geführten Abschnitt 23 der Durchführung
integriert. Alternativ kann die Verstärkung auch nur in einen der beiden Abschnitte
22 oder 23 integriert sein oder aber auch in einem unterhalb des Montageflanschs 30
befindlichen Abschnitt 24 des Isolators 20, also in einem dem Isoliermittel des Transformators
ausgesetzten Bereich der Durchführung. Der Faserwickel 21 weist mindestens eine um
den Kondensatorwickel 40 geführte Lage eines flächenhaften Faserhalbzeugs auf, welches
mit Vorteil mindestens ein Gewebe, ein Gelege, eine Matte oder ein Vlies enthält.
Geeignete Fasern sind anorganische Fasern, etwa auf der Basis von Glas oder Basalt,
oder anorganische Fasern, etwa auf der Basis von Aramid.
[0024] Die in den Kondensatorwickel 20 integrierte Verstärkung stützt den im allgemeinen
vergleichsweise spröden Kondensatorwickel 40 und trägt auf seiner Aussenseite den
Montageflansch 30 wie auch die zwischen Montageflansch 30 und Stromanschluss 11 erstreckte
Beschirmung 50.
[0025] Aus den Figuren ist ersichtlich, dass in den Kondensatorwickel 40 eine ringförmig
um die Achse A geführte Imprägnierhilfe 43 integriert ist, auf welcher die Faserwicklung
21 aufliegt. Die Imprägnierhilfe 43 ist ebenfalls aus einem flächenhaften Faserhalbzeug
gebildet, welches für eine härtbare Polymermasse vor deren Härtung durchlässig ist.
Sie ist auf der Isolierfolie 42 aufgebracht, kann aber auch von zusätzlichen äusseren
Windungen der Isolierfolie 42 gebildet sein.
[0026] Der Faserwickel 21, die Imprägnierhilfe 43, die Isolierfolie 42 und die Kondensatorbeläge
41 sind in eine Matrix aus der vorgenannten, durch Härten jedoch verfestigten Polymermasse
25 eingebettet. Die Polymermasse weist ein gefülltes oder ein ungefülltes Polymer,
typischerweise auf der Basis eines Epoxidharzes, auf. Als Füllstoff wird im allgemeinen
ein Pulver verwendet, etwa auf der Basis von SiO
2 oder Al
2O
3.
[0027] Zum Fertigen der Durchführung wird - wie etwa in
EP 1 771 866 B1 - beschrieben die typischerweise Papier oder Kunststoff enthaltende Isolierfolie
42 auf den drehbar gelagerten Stromleiter 10 unter Bildung einer Spirale aufgewickelt
und werden die typischerweise Metallfolie enthaltenden Kondensatorbeläge 41 während
des Wickelvorgangs in die einzelnen Windungen der Spirale eingefügt. Der hierbei sich
bildende Kondensatorwickel 40 wird durch Aufbringen mindestens einer Windung des für
die ungehärtete Polymermasse durchlässigen, flächenhaften Faserhalbzeugs der Imprägnierhilfe
43 nach aussen abgeschlossen.
[0028] Auf die Imprägnierhilfe 43 wird dann das ebenfalls flächenhafte Faserhalbzeug des
Faserwickels 21 aufgebracht. Gegebenenfalls kann die Polymermasse 25 zusätzlich einen
pulverförmigen Füllstoff, etwa auf der Basis von Quarz, enthalten. Die Zugabe dieses
Füllstoffs wird erleichtert, wenn die Isolierfolie 42 und gegebenenfalls auch die
Kondensatorbeläge 41 Öffnungen aufweisen, durch die beim Imprägnieren mit der ungehärteten
Polymermasse die Partikel des Füllstoffs hindurchgeführt werden.
[0029] Der den Faserwickel 43 tragende Kondensatorwickel 40 wird in einer nicht dargestellten
Giessform angeordnet und in der Giessform getrocknet. Nach dem Trocknen wird die die
beiden getrockneten Wickel 40 und 43 enthaltende Anordnung in der Giessform mit der
ungehärteten Polymermasse imprägniert. Die im Stand der Technik, etwa in
EP 1 771 866 B1 oder in
WO 2009/053147 A1, beschriebene Isolierfolie 42 und gegebenenfalls auch die Kondensatorbeläge 41 weisen
für die Polymermasse durchlässige Poren und Kanäle auf. Da auch das Faserhalbzeug
der Imprägnierhilfe 43 für die ungehärtete Polymermasse durchlässig ist, wird so der
Kondensatorwickel 40 rasch mit dieser Polymermasse imprägniert. Die Imprägnierhilfe
43 liegt mit einer grossen Fläche am Faserwickel 21 der Verstärkung an und führt daher
unabhängig von der Porenstruktur des Faserwickels 21 sehr schnell Polymermasse in
den gegenüber seiner axialen Erstreckung lediglich eine geringe radiale Dicke aufweisenden
Faserwickel 21. Das Imprägnieren kann selbst bei der Verwendung einer hochviskosen
Polymermasse rasch durchgeführt werden.
[0030] Nachfolgend wird die Polymermasse in der Giessform unter Bildung der Matrix und damit
auch unter Bildung des Isolators 20 - im allgemeinen bei erhöhten Temperaturen - gehärtet.
Sodann wird ein den Isolator 20 und den am Isolator befestigten Stromleiter 10 enthaltender
Formkörper der Giessform entnommen. In den Isolator 20 wird spanabhebend ein Sitz
für den Montageflansch 30 eingeformt. Der Montageflansch 30 wird typischerweise durch
Kleben, Kaltaufschrumpfen oder Verklemmen am Isolator 20 fixiert. Wie aus Fig.1 ersichtlich
ist, kann in den Sitz eine ringförmig um die Achse geführte Schulter 26 eingeformt
sein, auf die der Montageflansch 30 von oben aufgesetzt und mit Hilfe eines von unten
gegen die Schulter 26 geführten Druckrings 31 festgeklemmt wird. Die erforderliche
Klemmkraft wird durch axial geführte, aus Fig.1 nicht ersichtliche Schrauben erzeugt,
die in den Montagering 30 eingreifen und die beim Einschrauben den Montagering 30
von oben und den Druckring 31 von unten gegen die Schulter 26 pressen.
[0031] Der Montageflansch 30 trägt auf dem Sitz abgestützte Dichtungsringe 32. Nach Einbau
in eine weitere Giessform kann dann die Beschirmung 50 - wie in
WO 2009/053147 A1 beschrieben - durch Einbringen von elastomerem Polymer in die Giessform gefertigt
werden. Die Dichtungsringe verhindern nach Einbau der Durchführung ins Metallgehäuse
der Hochspannungskomponente das Eindringen von Luft ins Innere des Metallgehäuses
resp. das Austreten von Öl aus dem Gehäuse in das vom der Beschirmung 50 umschlossene
Volumen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0032]
- 10
- Stromleiter
- 11
- Stromanschluss
- 20
- Isolator
- 21
- Faserwickel
- 22, 23, 24
- Abschnitte des Isolators 20
- 25
- gehärtete Polymermasse
- 26
- Schulter
- 30
- Montageflansch
- 31
- Druckring
- 32
- Dichtungsringe
- 40
- Kondensatorwickel
- 41
- Kondensatorbeläge
- 42
- Isolierfolie
- 43
- Imprägnierhilfe
- 50
- Beschirmung
- A
- Achse
1. Hochspannungsdurchführung, enthaltend in koaxialer Anordnung:
einen längs einer Achse (A) geführten Stromleiter (10),
einen am Stromleiter (10) befestigten und den Stromleiter (10) umfassenden Isolator
(20),
einen in den Isolator (20) integrierten Kondensatorwickel (40) mit voneinander elektrisch
isolierten Kondensatorbelägen (41), die in radialer Richtung durch eine um die Achse
(A) gewickelte Isolierfolie (42) mit Abstand voneinander gehalten sind,
einen am Isolator (20) befestigten Montageflansch (30) und
eine den Isolator (20) umfassende, längs der Achse (A) vom Montageflansch (30) an
einen Anschluss (11) des Stromleiters (10)
geführte Beschirmung (50),
dadurch gekennzeichnet, dass in den Isolator (20) eine Verstärkung mit einem auf den Kondensatorwickel (40) aufgebrachten
Faserwickel (21) integriert ist, dass der Faserwickel (21) und der Kondensatorwickel
(40) in eine elektrisch isolierende Matrix aus einer gehärteten Polymermasse (25)
eingebettet sind, und dass die Beschirmung (50) auf die Verstärkung aufgebracht ist.
2. Durchführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung zumindest teilweise in einen Abschnitt (22) des Isolators (20) integriert
ist, der in einem der Umgebungsluft ausgesetzten Bereich der Durchführung angeordnet
ist.
3. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung in einen Abschnitt (23) des Isolator (20) integriert ist, der durch
den Montageflansch (30) hindurchgeführt ist.
4. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserwickel (21) mindestens eine um den Kondensatorwickel (40) geführte Lage
eines flächenhaften Faserhalbzeugs aufweist.
5. Durchführung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Faserhalbzeug mindestens ein Gewebe, ein Gelege, eine Matte oder ein Vlies aufweist.
6. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensatorwickel (40) eine ringförmig um die Achse (A) geführte Imprägnierhilfe
(43) aufweist, auf der der Faserwickel (21) aufgebracht ist, und die aus einem flächenhaften,
die Polymermasse (25) vorm Härten durchlassenden Isoliermaterial gebildet ist.
7. Durchführung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierhilfe (43) aus zusätzlichen Windungen der Isolierfolie (42) gebildet
ist.
8. Verfahren zur Herstellung einer Hochspannungsdurchführung, enthaltend in koaxialer
Anordnung:
einen längs einer Achse (A) geführten Stromleiter (10),
einen am Stromleiter befestigten und den Stromleiter (10) umfassenden Isolator (20),
einen in den Isolator (20) integrierten Kondensatorwickel (40) mit voneinander elektrisch
isolierten Kondensatorbelägen (41), die in radialer Richtung durch eine um die Achse
(A) gewickelte Isolierfolie (42) mit Abstand voneinander gehalten sind,
einen an Isolator (20) befestigten Montageflansch (30) und
eine den Kondensatorwickel (40) umfassende, längs der Achse (A) vom Montageflansch
(30) an einen Anschluss (11) des Stromleiters (10)
geführte Beschirmung (50,
bei dem der am Stromleiter (10) gehaltene Kondensatorwickel (40) in einer Giessform
angeordnet, in der Giessform getrocknet und in der Giessform mit einer härtbaren,
fliessfähigen Polymermasse imprägniert wird, bei dem die Polymermasse unter Bildung
des Isolators (20) in der Giessform gehärtet wird, und bei dem der Montageflansch
(30) auf einer als Sitz ausgebildeten Aussenfläche des Isolators (20) befestigt und
nachfolgend die Beschirmung (50) auf den Isolator (20) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass vorm Anordnen des Kondensatorwickels (40) in der Giessform auf den Kondensatorwickel
(40) mindestens ein als Verstärkung dienender Faserwickel (21) aufgebracht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass vor Aufbringen des Faserwickels (21) in den Kondensatorwickel (40) eine ringförmig
um die Achse (A) geführte Imprägnierhilfe (43) integriert wird, die eine den Faserwickel
(21) tragende Aussenfläche des Kondensatorwickels (40) bildet und die ein flächenhaftes,
die Polymermasse vorm Härten durchlassendes Faserhalbzeug enthält.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserwickel (21) zumindest teilweise auf einen Abschnitt (22) des Kondensatorwickels
(40) aufgebracht wird, der in einem der Umgebungsluft ausgesetzten Bereich der Durchführung
angeordnet ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis10, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserwickel (21) zumindest teilweise auf einen Abschnitt (23) des Kondensatorwickels
(40) aufgebracht wird, der durch den Montageflansch (30) hindurchgeführt ist.