[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Konnektor für ein Hörinstrument, insbesondere
ein am Kopf eines Hörgeräteträgers tragbares Hörgerät, insbesondere ein RiC-BtE-Hörgerät
(Receiver-in-Canal - Behind-the-Ear - Hörgerät bzw. HdO, Hinter-dem-Ohr), ein Hörinstrument
und Hörinstrumentsystem.
[0002] Hörinstrumente können als Hörgeräte ausgeführt sein. Ein Hörgerät dient der Versorgung
einer hörgeschädigten Person mit akustischen Umgebungssignalen, die zur Kompensation
bzw. Therapie der jeweiligen Hörschädigung verarbeitet und verstärkt sind. Es besteht
prinzipiell aus einem oder mehreren Eingangswandlern, aus einer Signalverarbeitungseinrichtung,
einer Verstärkungseinrichtung und aus einem Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist
in der Regel ein Schallempfänger, z.B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer
Empfänger, z.B. eine Induktionsspule. Der Ausgangssignalerzeuger ist in der Regel
als elektroakustischer Wandler, z.B. Miniaturlautsprecher, oder als elektromechanischer
Wandler, z.B. Knochenleitungshörer, realisiert. Er wird auch als Hörer oder Receiver
bezeichnet. Der Ausgangssignalerzeuger erzeugt Ausgangssignale, die zum Gehör des
Patienten geleitet werden und beim Patienten eine Hörwahrnehmung erzeugen sollen.
Der Verstärker ist in der Regel in die Signalverarbeitungseinrichtung integriert.
Die Stromversorgung des Hörgeräts erfolgt durch eine ins Hörgerätegehäuse integrierte
Batterie. Die wesentlichen Komponenten eines Hörgeräts sind in der Regel auf einer
gedruckten Leiterplatine als Schaltungsträger angeordnet bzw. damit verbunden.
[0003] Außer als Hörgerät, welches der Kompensation eines geschwächten Hörvermögens, üblicherweise
als Schwerhörigkeit bezeichnet, dient, können Hörinstrumente auch als sogenannte Tinnitus-Masker
ausgeführt sein. Tinnitus-Masker werden zu Therapie von Tinnitus-Patienten verwendet.
Sie erzeugen von der jeweiligen Hörbeeinträchtigung und je nach Wirkprinzip auch von
Umgebungsgeräuschen abhängige akustische Ausgangssignale, die zur Verringerung der
Wahrnehmung störender Tinnitus- oder sonstiger Ohrgeräusche beitragen können. Im Folgenden
sollen unter dem Begriff Hörinstrument auch Tinnitus-Masker und sonstige derartige
Geräte verstanden werden.
[0004] Hörgeräte sind in verschiedenen grundlegenden Gehäusekonfigurationen bekannt. Bei
IdO-Hörgeräten (In-dem-Ohr, In-the-Ear) wird ein Gehäuse, das sämtliche funktionalen
Kompo-nenten einschließlich Mikrofon und Receiver enthält, größtenteils im Gehörgang
getragen. CiC-Hörgeräte (Completely-in-Canal) sind den IdO-Hörgeräten ähnlich, werden
jedoch voll-ständig im Gehörgang getragen. Bei HdO-Hörgeräten (Hinter-dem-Ohr, Behind-the-Ear)
wird ein Gehäuse mit Komponenten wie Batterie und Signalverarbeitungseinrichtung hinter
dem Ohr getragen und ein flexibler Schallschlauch, auch als Tube bezeichnet, leitet
die akustischen Ausgangssignale eines Receivers vom Gehäuse zum Gehörgang. RiC-BtE-Hörgeräte
(Receiver-in-Canal Behind-the-Ear) gleichen den HdO-Hörgeräten, jedoch wird der Receiver
im Gehörgang getragen und statt eines Schallschlauchs leitet ein flexibler Hörerschlauch
elektrische Signale anstelle akustischer Signale zum Receiver, welcher vorne am Hörerschlauch
angebracht ist. Allen Gehäusekonfigurationen ist gemein, dass möglichst kleine Gehäuse
angestrebt werden, um den Tragekomfort zu erhöhen und die Sichtbarkeit des Hörgeräts
aus kosmetischen Gründen zu reduzieren.
[0005] RiC-BtE-Hörgeräte können mit mehreren Mikrofonen ausgestattet sein, um eine räumliche
Auflösung des durch die Mikrofone aufgenommenen Umgebungsschalls zu ermöglichen. Man
spricht von Direktionalität (Directionality). Um Direktionalität zu ermöglichen, sind
die mehreren Mikrofone räumlich getrennt voneinander angeordnet. Es liegt auf der
Hand, dass die räumliche Anordnung der Mikrofone zueinander und zum Ohr des Hörgeräteträgers
Einfluss auf die räumliche Auflösung hat. Gehäuse und Hörerschlauch von RiC-BtE-Hörgeräten
sind in der Regel lösbar miteinander verbunden. Dazu ist ein Konnektor vorgesehen,
der in der Regel als Steckverbindung ausgeführt ist. Der Konnektor umfasst mindestens
eine elektrische Verbindungs-Komponente, z.B. einen Stiftstecker, mit der die elektrische
Verbindung zwischen den im Gehäuse des Hörgeräts angeordneten elektrischen Komponenten
und dem am Hörerschlauch angeordneten Receiver hergestellt wird.
[0006] In
Figur 1 ist ein herkömmliches RiC-BtE-Hörgerät nach dem vorangehend geschilderten Stand der
Technik dargestellt, allerdings ohne Receiver. Es umfasst ein hinter der Ohrmuschel
eines Hörgeräteträgers zu tragendes Gehäuse 1. In dem Gehäuse sind neben weiteren,
nicht dargestellten elektronischen Komponenten zwei Mikrofone 2 angeordnet. Eines
der Mikrofone 2 ist an einer weiter vorne liegenden Position angeordnet und wird daher
auch als Front-Microphone FM bezeichnet, das andere Mikrofon 2 ist an einer weiter
hinten liegenden Position angeordnet und wird daher auch als Rear-Microphone RM bezeichnet.
[0007] Zur elektrischen Verbindung mit einem Receiver umfasst das Gehäuse eine Buchse 3.
Die Buchse 3 ist Teil einer Konnektoraufnahme, mittels der ein Hörerschlauch 5 über
den Konnektor 4 lösbar mit dem Gehäuse 1 und den innerhalb des Bereiches 10 angeordneten
elektronischen Komponenten verbunden werden kann. Der Konnektor ist an der vorne liegenden
Stirnwand des länglichen Gehäuses 1 angeordnet. Diese Stirnwand des Gehäuses 1 ragt,
wenn das Gehäuse bestimmungsgemäß hinter dem Ohr eines Hörgeräteträgers getragen wird,
zum oberen vorderen Rand der Ohrmuschel hin und eventuell auch über diese hinaus,
kann also von vorne und eventuell auch von der Seite betrachtet sichtbar sein. Am
nicht dargestellten anderen Ende des Hörerschlauchs 5 ist ein ebenfalls nicht dargestellter
Receiver angebracht, der im Gehörgang des Hörgeräteträgers angeordnet getragen wird.
[0008] Nachteilig an dem vorangehend beschriebenen vorbekannten RiC-BtE-Hörgerät ist unter
anderem, dass der Konnektor 4 aufgrund seiner exponierten Position vorne am Gehäuse
1 und auch aufgrund seiner Größe sehr auffällig und unter ästhetischen und kosmetischen
Gesichtspunkten optisch wenig gefällig wirkt. Nachteilig ist auch, dass die vordere
Stirnwand des Gehäuses 1 wegen des Konnektors 4 bzw. der Konnektoraufnahme nicht wesentlich
verkleinert werden kann. Nachteilig ist zudem, dass die Mikrofone 2, die hinter dem
Konnektor 4 angeordnet sind, beide so weit hinten am Gehäuse 1 angeordnet sind, dass
sie eventuell teilweise vom Ohr bzw. der Ohrmuschel des Hörgeräteträgers überdeckt
werden können, was die Aufnahme akustischer Umgebungssignale behindert. Nachteilig
ist außerdem, dass die Mikrofone 2 der Kontur der Ohrmuschel folgend in unterschiedlicher
Höhe angeordnet sind, und zwar das hintere Mikrofon 2 unterhalb des vorderen Mikrofons
2, wohingegen eine Anordnung auf gleicher Höhe für die Direktionalität bzw. den Direktionalitäts-Index
günstiger wäre. Weiter ist nachteilig, dass der Konnektor 4 im Allgemeinen für jedes
Hörgerätegehäusemodell individuell konstruiert und entworfen werden muss, da er funktional
und optisch zu dem Hörgerätegehäuse passen muss. Mit der Lage des Konnektors, vorne
am Gehäuse 1, ist dieser Raum für andere Komponenten des Hörinstruments nicht mehr
bzw. nur sehr eingeschränkt verfügbar, so dass zum Beispiel Bedienelemente, funktionale
Elemente, wie Programmierschnittstellen, oder Öffnungen, wie z.B. die Öffnung zur
Aufnahme einer Batterie oder eines Mikrofons an einer anderen Stelle des Hörinstrumentengehäuses
platziert werden müssen.
[0009] Vorangehend und nachfolgend werden die Begriffe "vorne", "hinten", "oben" und "unten"
jeweils ausgehend von dem hinter dem Ohr getragenen Hörgerätegehäuse verstanden. Damit
bezeichnet "vorne" eine Ausrichtung in Blickrichtung des Hörgeräteträgers und "unten"
eine Ausrichtung in vertikaler Richtung nach unten und damit von oben kommend hin
zum Ohr des Hörgeräteträgers. Weiter bezeichnet "Konnektor" ein Verbindungselement,
das eine elektrische und/oder akustische und/oder mechanische Verbindungskomponente
umfassen kann.
[0010] Vorbekannte Hörgeräte umfassen gewöhnlich einen inneren Rahmen, in dem Komponenten
befestigt und montiert werden, sowie ein äußeres Gehäuse. Das Gehäuse ist häufig austauschbar
montiert und kann zur Umgestaltung hinsichtlich Farbe und Form des Hörgeräts ausgetauscht
werden. Der bei vorbekannten Hörgeräten übliche Konnektor schränkt allerdings die
Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Farbe und Form ein, da er im Gegensatz zum Gehäuse
eine funktionale Komponente des Hörgeräts ist, indem er eine mechanische, gegebenenfalls
eine elektrische und/oder gegebenenfalls eine akustische Verbindung zwischen dem Gehäuse
und dem zu verbindenden Hörerschlauch oder sonstigen Bauteil herzustellen hat.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Konnektor für ein Hörinstrument anzugeben,
der am getragenen Hörinstrument nicht sichtbar sein soll, und der bei Verwendung an
einem BtE-Hörgerät eine für Direktionalität und Schallaufnahme günstige Mikrofonanordnung
ermöglicht. Weiter soll der Konnektor für mehrere verschiedene Hörinstrumentendesigns
universell einsetzbar sein.
[0012] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit einem Konnektor, einem Hörinstrument, sowie
einem Hörinstrumentensystem mit Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0013] Ein Grundgedanke der Erfindung bezüglich des Konnektors besteht in einem Konnektor
für ein Hörinstrument, der eine elektrische bzw. akustische Verbindungskomponente
und eine mechanische Verbindungskomponente umfasst, wobei die elektrische bzw. akustische
Verbindungskomponente mit einem elektrischen bzw. akustischen Verbindungsbauteil innerhalb
eines Gehäuses eines Hörinstruments und die mechanische Verbindungskomponente mit
einem mechanischen Verbindungsbauteil des Hörinstruments in gegenseitigen Eingriff
bringbar sind. Der Konnektor ist dazu ausgebildet, an einem Hörerschlauch bzw. einem
Schallschlauch angeordnet zu werden. Der Konnektor ist zur Verbindung des Hörerschlauchs
bzw. des Schallschlauchs mit dem elektrischen bzw. akustischen Verbindungsbauteil
des Hörinstruments, insbesondere eines BtE-Hörgeräts, ausgebildet und er ist innerhalb
des Gehäuses des Hörinstruments mit einer Konnektoraufnahme eines Hörinstruments insbesondere
lösbar verbindbar. Weiter ist der Konnektor durch Einlegen in die Konnektoraufnahme
vollständig innerhalb des Gehäuses des Hörinstruments angeordnet.
[0014] Der Konnektor verbindet bei einem HdO-Hörgerät einen flexiblen Schallschlauch akustisch
mit einem akustischen Verbindungsbauteil des Hörinstruments und bei einem RiC-BtE-Hörgeräte
einen flexiblen Hörerschlauch elektrisch mit einem elektrischen Verbindungsbauteil
des Hörinstruments. Die akustische Verbindung kann dabei zum Beispiel als Muffe-Nippel-Verbindung
ausgeführt sein, die elektrische Verbindung kann zum Beispiel durch eine Stecker-Buchse-Verbindung
oder durch Federkontakte erfolgen. Die mechanische Verbindungskomponente, die eine
Arretierung der akustischen bzw. elektrischen Verbindung gewährleistet, kann entweder
Bestandteil der akustischen bzw. elektrischen Verbindungskomponente sein, d.h. das
elektrische bzw. das akustische Verbindungsbauteil und das mechanische Verbindungsbauteil
des Hörgeräts sind in einem Bauteil integriert, oder die mechanische Verbindungskomponente
ist räumlich von der akustischen bzw. elektrischen Verbindungskomponente getrennt.
Kann beispielsweise die Haltekraft von gesteckten, elektrischen Verbindungsstiften
die mechanische Stabilität der Steckverbindung nicht gewährleisten, sollte eine mechanische
Fixierung, z.B. durch eine Klemme oder ein Schnappverschluss vorgesehen werden. Ist
die Verbindung von Konnektor und Konnektoraufnahme lösbar, kann zum Beispiel im Reparaturfall
der Schallschlauch bzw. der Hörerschlauch mit dem Konnektor auf einfache Weise ausgetauscht
werden. Wesentlich für die Erfindung ist, dass sich der Konnektor durch Einlegen in
die Konnektoraufnahme vollständig innerhalb des Gehäuses des Hörinstruments befindet.
Somit sind Konnektor und Konnektoraufnahme von außen optisch nicht wahrnehmbar. Beispielsweise
kann das Hörgerätegehäuse Konnektor und Konnektoraufnahme vollständig umschließen,
so dass nur der Schallschlauch bzw. der Hörerschlauch ab der Austrittsstelle im Hörgerätegehäuse
sichtbar ist. Ein Auswechseln von Schallschlauch bzw. Hörerschlauch wäre durch Öffnen
des Gehäuses, das z.B. verschraubt oder durch einen Schnapp- oder einen Klappmechanismus
verschließbar ist, leicht möglich. Durch den von außen nicht sichtbaren Konnektor
ist es nun möglich, eine Bauform des Konnektors für eine Vielzahl verschiedener Hörgerätemodelle
zu verwenden. Durch den Wegfall des optischen Kriteriums, kann der Konnektor insbesondere
in Bezug auf andere Kriterien, wie Kosten, Zuverlässigkeit, Handhabbarkeit, etc. optimiert
werden. Weiter bietet die Erfindung den Vorteil, dass die Lage der Konnektoraufnahme
innerhalb des Hörgerätegehäuses freier gewählt werden kann, da der Schallschlauch
bzw. der Hörerschlauch flexibel ist und somit auch innerhalb des Gehäuses verlegt
werden kann. Insbesondere können die Konnektoraufnahme und der Austritt des Schallschlauchs
bzw. des Hörerschlauchs von der Position vorbekannter Hörgeräte, nämlich vorne am
Hörgerätegehäuse, weg zu einer Position Richtung Hörgerätegehäuseboden verlagert werden.
Dies schafft Platz im vorderen Bereich des Hörgeräts, mit dem Vorteil, dass die Mikrofone
weiter nach vorne und annähernd auf gleicher Höhe platziert werden können.
[0015] Ein Grundgedanke der Erfindung bezüglich eines Hörinstruments besteht in einem Hörinstrument,
insbesondere ein BtE-Hörgerät, das ein Gehäuse und eine Konnektoraufnahme zur Aufnahme
eines Konnektors umfasst. Ein elektrisches bzw. akustisches Verbindungsbauteil innerhalb
des Gehäuses des Hörinstruments ist mit einer elektrischen bzw. akustischen Verbindungskomponente
des Konnektors und ein mechanisches Verbindungsbauteil des Hörinstruments ist mit
einer mechanischen Verbindungskomponente des Konnektors in gegenseitigen Eingriff
bringbar. Die Konnektoraufnahme ist innerhalb des Gehäuses des Hörinstruments angeordnet
und lösbar mit dem Konnektor verbindbar. Durch Einlegen des Konnektors in die Konnektoraufnahme
ist der Konnektor vollständig innerhalb des Gehäuses des Hörinstruments angeordnet.
Weiter weist das Gehäuse eine Öffnung auf, durch die der Konnektor in das Gehäuse
einführbar und in die Konnektoraufnahme einlegbar ist.
[0016] Die in Bezug auf den Konnektor genannten Vorteile treffen auch bei dem erfindungsgemäßen
Hörinstrument zu. Insbesondere dadurch, dass das Gehäuse des Hörinstruments den Konnektor
vollständig aufnimmt und dieser somit von außen optisch nicht wahrnehmbar ist, kann
ein Konnektor verwendet werden, der auf Kriterien, wie Kosten, Zuverlässigkeit, Handhabbarkeit,
etc. hin optimiert ist. Weiter kann durch Trennung der elektrischen bzw. akustischen
Verbindungskomponente und der mechanischen Verbindungskomponente die Lage der Konnektoraufnahme
in gewissen Grenzen innerhalb des Gehäuses gewählt werden, so dass insbesondere die
Platzierung der Mikrofone des Hörgeräts und den zugehörigen Mikrofonöffnungen im Gehäuse
bezüglich akustischer Gesichtspunkte besser möglich ist. Schließlich bietet die Öffnung
im Gehäuse des Hörgeräts die Möglichkeit, den Konnektor in das Gehäuse einzuführen
und mit der Konnektoraufnahme zu verbinden, d.h. die elektrische bzw. akustische Verbindung
herzustellen und den Konnektor mechanisch zu arretieren. Da die Verbindung lösbar
ausgeführt sein kann, ist ein Auswechseln von Hörerschlauch bzw. Schallschlauch auf
einfache Weise möglich.
[0017] In einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst das Gehäuse eine Abdeckung, welche die
Öffnung insbesondere lösbar und/oder verriegelbar verschließt.
[0018] Eine Abdeckung, die die Öffnung im Hörgerätegehäuse verschließt, verhindert ein Eindringen
von Schmutz in das Hörgerätegehäuse. Sie kann beispielweise in Form eines Schraub-,
Bajonett-, Schnapp- oder Klappverschlusses ausgeführt sein. Eine weitere Ausführungsform
wäre eine Abdeckung, die mit dem Hörgerätegehäuse verschraubbar oder mit einer anderen,
lösbaren Verbindungtechnik verriegelbar oder verschließbar ist. Die Abdeckung, insbesondere
wenn sie verriegelbar ausgeführt ist, kann dabei das mechanische Verbindungsbauteil
des Hörinstruments darstellen, durch das der Konnektor und/oder der Hörerschlauch
bzw. der Schallschlauch in seiner Position fixiert wird.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Gehäuse im Bereich der
Öffnung und/oder die Abdeckung ein Dichtmittel, und/oder das Gehäuse umfasst im Bereich
der Öffnung eine Aufnahmemöglichkeit eines Dichtmittels, das insbesondere am Hörerschlauch
bzw. am Schallschlauch angebracht ist.
[0020] Soll das Gehäuse eine hohe Dichtigkeit aufweisen, also insbesondere wasser- und/oder
staubdicht sein, wird im Allgemeinen ein Dichtmittel zur Abdichtung der Öffnung oder
der Durchführung des Hörerschlauchs bzw. des Schallschlauchs benötigt. Dieses Dichtmittel
kann am Gehäuse, an der Abdeckung, am Hörerschlauch bzw. am Schallschlauch angebracht
sein. Oder das Dichtmittel setzt sich aus mehreren Teildichtungen zusammen, die an
verschiedenen der genannten Teile befestigt sind und in Kombination die erwünschte
Dichtwirkung erzielen. Dichtmittel sind beispielsweise reversibel komprimierbare Objekte,
wie O-Ringe, Dichtlippen oder Labyrinthdichtungen.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist die Abdeckung als Klappe ausgeführt.
[0022] Eine Klappe als Abdeckung bietet den Vorteil, dass die Abdeckung sowohl öffenbar
ist als auch gelenkig mit dem Hörgerätegehäuse verbunden ist, so dass die Abdeckung
nicht verloren gehen kann. Wie die Abdeckung, kann auch die Klappe einen Schließ-
oder Verriegelungsmechanismus umfassen.
[0023] Vorteilhafterweise ermöglicht die Öffnung zusätzlich einen Zugang zu einer Hörgerätebatterie.
[0024] Hörinstrumente umfassen in der Regel eine Batterie, die die Elektronik des Hörinstruments
mit elektrischer Energie versorgt. Diese Batterie muss regelmäßig ausgetauscht werden,
so dass üblicherweise ein Zugang zur Batterie und gegebenenfalls eine Abdeckvorrichtung
zum Schutz der Batterie vorgesehen ist. Erfindungsgemäß dient die Öffnung zum Einführen
des Konnektors auch dem Zugriff auf die Hörgerätebatterie und eine gegebenenfalls
vorhandene Abdeckung, zum Beispiel in Form einer Klappe, deckt sowohl die Batterie
als auch den Konnektor ab.
[0025] In einer weiteren Ausführung der Erfindung ermöglicht die Öffnung zusätzlich ein
Mittel zur Programmierung des Hörinstruments und/oder einen Zugang zu einem Interface,
insbesondere zum Laden eines Akkumulators.
[0026] Heutige Hörinstrumente beinhalten oftmals die Möglichkeit, diverse Eigenschaften,
wie z.B. die Verstärkercharakteristik, über eine Programmierschnittstelle zu verändern.
Geschieht dies drahtgebunden, umfasst das Hörinstrument meist eine Buchse zur Verbindung
mit einem Programmiergerät, die vorzugsweise über dieselbe Öffnung wie der erfindungsgemäße
Konnektor erreichbar ist. Weiter kann über den Zugang zum Konnektor auch auf andere
Interfaces, wie z.B. die Ladebuchse eines Akkumulators, oder Bedienelemente des Hörinstruments
zugegriffen werden.
[0027] Ein Grundgedanke der Erfindung bezüglich eines Hörinstrumentensystems besteht in
einem Hörinstrumentensystem, das ein Hörinstrument mit den vorangegangen beschriebenen
Merkmalen und einen Konnektor mit den vorangegangen beschriebenen Merkmalen umfasst.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 2
- ein Hörgerät mit einem erfindungsgemäßen Konnektor, der innerhalb des Hörgerätegehäuses
angeordnet ist;
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Hörgeräts mit Konnektor und Öffnung
in einem geöffneten Zustand;
- Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Hörgeräts mit Konnektor und verschlossener
Öffnung;
- Fig. 5
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Hörgeräts mit kombinierter Konnektor-
und Batterie-abdeckklappe in Seitenansicht und
- Fig. 6
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Hörgeräts mit kombinierter Konnektor-
und Batterie-abdeckklappe in Schrägsicht.
[0029] In
Figur 2 ist ein Hörgerät mit Konnektor 24 bzw. Konnektoraufnahme 29 in einer Seitenansicht
schematisch dargestellt. Das Hörgerät umfasst ein hinter dem Ohr eines Hörgeräteträgers
zu tragendes Gehäuse 21, in dem neben weiteren üblicherweise erforderlichen, innerhalb
des Bereiches 30 angeordneten Komponenten, Mikrofone 22 und ein Steckverbinder 23
zur Verbindung mit einem Hörerschlauch 25 angeordnet sind. Der Steckverbinder 23 ist
als Buchse ausgeführt und in einer Konnektoraufnahme 29 angeordnet. Der Hörerschlauch
25 weist einen Konnektor 24 auf, der einen Stecker umfasst. Der Konnektor 24 ist in
die vorgesehene Konnektoraufnahme 29 eingelegt. Dabei ist der Stecker des Konnektors
24 in die Buchse des Steckverbinders 23 eingesteckt. Dadurch wird mittels einer nicht
dargestellten, im Hörerschlauch 25 verlaufenden elektrischen Leitung ein am ebenfalls
nicht dargestellten Ende des Hörerschlauchs 25 angeordneter, auch nicht dargestellter
Receiver elektrisch verbunden.
Figur 2 zeigt außerdem eine als Klappe ausgeführte Abdeckung 26 mit Drehachse 33, die eine
Öffnung 32 verschließt.
[0030] In der Darstellung wird angedeutet, dass der Konnektor 24 durch Einführen durch die
Öffnung 32 in die Konnektoraufnahme 29 einlegbar ist und damit vollständig im Gehäuse
21 angeordnet ist. Nach Schließen der Klappe 26 ist der Konnektor 24 von außen nicht
mehr sichtbar, so dass optische Gesichtspunkte für die Ausgestaltung des Konnektors
eine untergeordnete Rolle spielen. Weiter ist erkennbar, dass Konnektor 24, Konnektoraufnahme
29 und Hörerschlauch 25 im Vergleich zu einem Hörinstrument nach dem Stand der Technik
weiter nach unten verschoben werden können und so Raum im vorderen Teil des Hörgerätegehäuses
21 frei wird, der für eine, aus akustischer Sicht bessere Platzierung der Mikrofone
22 und deren Öffnungen 27 und 28 genutzt werden kann. Dies ist in
Figur 2 dadurch erkennbar, dass die Mikrofone 22 auf gleicher Höhe sind und sich die Öffnung
27 des vorderen Mikrofons an der Stirnseite des Gehäuses 21 befindet.
[0031] Figur 3 stellt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Hörgeräts mit einem Hörgerätegehäuse
41 und einem Hörerschlauch 45 dar. Eine geöffnete Klappe 46 legt eine Öffnung 52 im
Hörgerätegehäuse 41 frei, wodurch eine Kontaktsteckerleiste 53, ein Konnektor 44 und
eine Konnektoraufnahme 59 sichtbar werden. Der Konnektor 44, der an einem Ende des
Hörerschlauchs 45 angeordnet ist, ist in die Konnektoraufnahme 59 eingelegt und verbindet
diese elektrisch mittels einer nicht dargestellten, im Hörerschlauch 45 verlaufenden
elektrischen Leitung mit einem am ebenfalls nicht dargestellten anderen Ende des Hörerschlauchs
45 angeordneten, auch nicht dargestellten Receiver. Konnektor 44 und Konnektoraufnahme
59 umfassen ebenfalls einen Verriegelungsmechanismus, der den Konnektor 44 in der
Konnektoraufnahme 59 arretiert. Die Kontaktsteckerleiste 53 kann beispielsweise zur
Programmierung oder Parametrierung des Hörgeräts mit Hilfe eines nicht dargestellten
Programmiergerätes dienen. Weiter zeigt
Figur 3 eine Batterie 51, die durch Schließen der Klappe 46 durch die Öffnung 52 in das Hörgerätegehäuse
41 eingeführt wird. Schließlich umfasst die Klappe 46 ein Dichtelement 54, das im
geschlossenen Zustand der Klappe 46 die Kontaktstelle zwischen Klappe 46 und Hörerschlauch
45 abdichtet.
[0032] In
Figur 4 ist das Hörinstrument aus
Figur 3, mit Hörgerätegehäuse 61 und Hörerschlauch 65 in einem Zustand dargestellt, in dem
die Klappe 66 geschlossen ist. Der Konnektor ist erfindungsgemäß nicht sichtbar.
[0033] Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Hörgeräts mit einem Hörgerätegehäuse 81, einem
Hörerschlauch 85 und einer kombinierten Konnektor- und Batterieabdeckklappe 86 in
Seitenansicht. Die Abdeckklappe 86 lässt sich mittels einer Schwenkbewegung um die
Drehachse 83 öffnen und gewährt dann Zugang zu einer nicht dargestellten Batterie
und einem nicht dargestellten Konnektor.
[0034] Figur 6 schließlich zeigt das Hörgerät aus
Figur 5 mit Hörgerätegehäuse 91, Hörerschlauch 95, kombinierter Konnektor- und Batterieabdeckklappe
96 und Drehachse 93 in einer Schrägansicht. Durch die Verlagerung des Verbindungselements
von der nach dem Stand der Technik Hörgerätegehäuseaußenseite in das Hörgerätegehäuseinnere
sind von außen nunmehr einzig das Hörgerätegehäuse und der Hörerschlauch sichtbar.
1. Konnektor (24) für ein Hörinstrument, der eine elektrische bzw. akustische Verbindungskomponente
und eine mechanische Verbindungskomponente umfasst, wobei die elektrische bzw. akustische
Verbindungskomponente mit einem elektrischen bzw. akustischen Verbindungsbauteil (23)
innerhalb eines Gehäuses (21) eines Hörinstruments und die mechanische Verbindungskomponente
mit einem mechanischen Verbindungsbauteil des Hörinstruments in gegenseitigen Eingriff
bringbar sind, wobei der Konnektor (24) dazu ausgebildet ist, an einem Hörerschlauch
bzw. einem Schallschlauch (25) angeordnet zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Konnektor (24) zur Verbindung des Hörerschlauchs bzw. des Schallschlauchs (25)
mit dem elektrischen bzw. akustischen Verbindungsbauteil (23) des Hörinstruments,
insbesondere eines BtE-Hörgeräts, ausgebildet ist und dass der Konnektor (24) innerhalb
des Gehäuses (21) des Hörinstruments mit einer Konnektoraufnahme (29) eines Hörinstruments
insbesondere lösbar verbindbar ist und dass der Konnektor (24) im verbundenen Zustand
vollständig innerhalb des Gehäuses (21) des Hörinstruments angeordnet ist.
2. Hörinstrument, insbesondere BtE-Hörgerät, umfassend ein Gehäuse (21) und eine Konnektoraufnahme
(29) zur Aufnahme eines Konnektors (24) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Konnektoraufnahme (29) von dem Gehäuse (21) umfasst wird und dass das Gehäuse
(21) eine Öffnung (32) aufweist, durch die der Konnektor (24) in das Gehäuse (21)
einführbar und in die Konnektoraufnahme (29) einlegbar ist.
3. Hörinstrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (21) eine Abdeckung (26) umfasst, welche die Öffnung (32) insbesondere
lösbar und/oder verriegelbar verschließt.
4. Hörinstrument nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (21) im Bereich der Öffnung (32) und/oder die Abdeckung (26) ein Dichtmittel
(54) umfasst, und/oder dass das Gehäuse (21) eine Aufnahmemöglichkeit eines Dichtmittels,
das insbesondere am Hörerschlauch bzw. am Schallschlauch (25) angebracht ist, umfasst.
5. Hörinstrument nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (26) als Klappe ausgeführt ist.
6. Hörinstrument nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (32) zusätzlich einen Zugang zu einer Hörgerätebatterie (51) ermöglicht.
7. Hörinstrument nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (32) zusätzlich ein Mittel zur Programmierung des Hörinstruments und/oder
einen Zugang zu einem Interface (53), insbesondere zum Laden eines Akkumulators ermöglicht.
8. Hörinstrumentensystem, umfassend ein Hörinstrument nach einem der Ansprüche 3 bis
7 und einen Konnektor (24) nach Anspruch 1.