[0001] Die Erfindung betrifft eine Leitung mit einem elektrischen Leiter, der vorzugsweise
ein Litzenleiter ist, wobei die Leitung einen Aufbau aufweist, der der Leitung eine
gute Flammwidrigkeit bzw. Feuerbeständigkeit verleiht, sowie eine große Beständigkeit
gegen niedrige Temperaturen, z.B. bis -40 °C in der Kälte in der Schlagprüfung. Entsprechend
kann die erfindungsgemäße Leitung auch als einadrige Trossenleitung z.B. für den Mittelspannungsbereich
verwendet werden, insbesondere als flexible flammwidrige und kältebeständige einadrige
Trossenleitung.
[0002] Weiterhin stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Leitung bereit.
Aufgabe der Erfindung
[0003] Die Aufgabe der Erfindung liegt in der Bereitstellung einer alternativen Leitung,
insbesondere einer einadrigen Leitung, die vorzugsweise eine gute Widerstandsfähigkeit
gegen Feuer hat, sowie eine gute Beständigkeit gegen niedrige Temperaturen, z.B. nachgewiesen
durch eine Kälteschlagprüfung nach EN60811-1-4.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
[0004] Die Erfindung löst die Aufgabe mit den Merkmalen der Ansprüche, und insbesondere
mit einer elektrischen Leitung, die von innen nach außen
- 1) einen Leiter, der vorzugsweise aus Kupfer, insbesondere feindrähtigen Kupferlitzen,
die vorzugsweise verzinnt sind, besteht und optional mit halogenfreiem leitendem Vlies
bandiert sein kann,
- 2) optional eine innere Leitschicht aus einer vernetzen halogenfreien Polymermischung,
- 3) eine Isolierschicht aus einer vernetzen halogenfreien Polymerschicht auf Basis
von EPR,
- 4) optional eine zweite Leitschicht aus einer vernetzten halogenfreien elektrisch
leitfähigen Polymermischung, die mit der Polymermischung der inneren Leitschicht identisch
sein kann,
- 5) eine erste Bandierung aus elektrisch leitfähigem Gewebeband, insbesondere aus halogenfreiem
elektrisch leitfähigem Gewebeband auf Basis von Baumwolle, insbesondere mit Aufbau
21/18,
- 6) eine metallische Schirmung, beispielsweise aus einer Umseilung mit Kupferdrähten
oder Kupferlitzen, die wahlweise verzinnt sind,
- 7) eine Bandierung aus Gewebe, vorzugsweise aus halogenfreiem, einseitig gummiertem
Baumwollgewebeband, insbesondere mit Aufbau 21/18,
- 8) eine Bandierung aus Glasgewebeband, vorzugsweise aus halogenfreiem Glasgewebeband
aus Silicaglas mit gewebten Kanten, wärmebeständig bis 1.000 °C, und
- 9) einen Außenmantel aus halogenfreier Polymermischung auf Basis von EVA aufweist
oder daraus besteht,
wobei die vorgenannten Schichten vorzugsweise unmittelbar aneinander angrenzen bzw.
einander kontaktieren. Vorzugsweise weist die Leitung einen um ihre Längsmittelachse
rotationssymmetrischen Aufbau ihrer Bestandteile auf.
[0005] Für die Zwecke der Erfindung werden Polymermischungen als halogenfrei bezeichnet,
wenn sie keine organischen Halogenverbindungen enthalten, insbesondere keine halogenierten
Polymerbestandteile. Die Schichten, die aus Polymermischungen hergestellt sind, sind
extrudierte und vernetzte Polymermischungen, die vorzugsweise jeweils frei von organischen
Halogenverbindungen sind, insbesondere keine organischen Chlorverbindungen enthalten.
Polymermischungen werden für die Zwecke der Erfindung als halogenfrei bezeichnet,
wenn sie alternativ oder zusätzlich dazu, dass sie frei von organischen Halogenverbindungen
sind, gemäß EN 50267-2-1 in Bezug auf Chlor- und Bromwasserstoff (<0,5% HCl und HBr
flüchtig) und gemäß EN 60684-2 in Bezug auf Fluorwasserstoff (<0,1% HF flüchtig) halogenfrei
sind.
[0006] Generell ist bevorzugt, dass die erfindungsgemäße Leitung bzw. das erfindungsgemäße
Kabel einen Leiter aufweist, insbesondere nur einen Leiter, der ein Litzenleiter ist
und bevorzugt von einer halogenfreien extrudierten inneren Leitschicht umfasst ist.
Optional kann zwischen dem Litzenleiter und der inneren Leitschicht eine Bandierung
aus Gewebe oder Vlies angeordnet sein, vorzugsweise aus halogenfreiem, elektrisch
leitfähigem Vlies. Der Leiter besteht vorzugsweise aus feindrähtigem Kupfer, vorzugsweise
verzinnt, insbesondere Klasse 5 nach EN 60228.
[0007] Der Außenmantel besteht vorzugsweise aus einer vernetzten Mischung, die die Anforderungen
der EM102 nach EN 50264-1, besonders bevorzugt entsprechend EM104 erreicht. Eine beispielhafte
Mischung für den Außenmantel weist auf oder besteht aus einer halogenfreien Polymermischung,
die als vernetzbare Bestandteile 95 bis 70 phr zumindest eines Alkylen-Vinylacetat-Copolymers
mit mindestens 40 Gew.-% Vinylacetateinheiten und 5 bis 30 phr zumindest eines Polyalkylenpolymers
mit einem Gehalt von 0,2 bis 2 Gew.-% Dicarbonsäuregruppen sowie ein Vernetzungssystem,
100 bis 250 phr eines flammhemmenden Füllstoffs, 10 bis 30 phr Kaolin und 1 bis 25
phr Weichmacher aufweist. Bevorzugt weist die halogenfreie Polymermischung für den
Mantel auf oder besteht aus 5 bis 30 phr, vorzugsweise 10 bis 25 phr, bevorzugter
15-20 phr eines oder einer Mischung von Polyalkylenpropfcopolymeren mit einem Gehalt
an 0,2 bis 2 Gew.-% Dicarbonsäureeinheiten, bevorzugt 0,5 bis 1,0 Gew.-% Dicarbonsäureeinheiten,
wobei die Alkyleneinheiten bevorzugt Ethylen und/oder Propylen sind und die Dicarbonsäureeinheiten
bevorzugt Maleinsäure sind, und 95 bis 70 phr, vorzugsweise 90 bis 75 phr, bevorzugter
85 bis 80 phr, noch bevorzugter 80 phr eines oder einer Mischung von Alkylen-Vinylacetat-Copolymeren
mit insgesamt 40 Gew.-% oder mehr, vorzugsweise 50-70 Gew.-%, bevorzugter 60 Gew.-%
Vinylacetateinheiten, wobei die Alkylen-Vinylacetat-Copolymeren insbesondere EthylenVinylacetat-Copolymere
sind.
[0008] Bevorzugte Bestandteile bzw. Zuschlagstoffe der Polymermischung für den Mantel, die
keine mit den vernetzbaren Bestandteilen reaktiven Gruppen aufweisen, sind flammhemmende
Füllstoffe, insbesondere ausgewählt aus Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid und/oder
Magnesiumcarbonat, zu insgesamt 100 bis 250 phr, bevorzugt 140 bis 180 phr, bevorzugter
150-160 phr,
Kaolin, insbesondere ausgewählt aus kalziniertem Kaolin, Hart-Kaolin, Weich-Kaolin
und/oder Talkum zu 10 bis 30 phr, bevorzugter 12 bis 15 phr, insbesondere 12,5 phr,
Weichmacher, insbesondere Adipat und/oder Sebacat, insbesondere Di-2-octylsebacat,
zu 1 bis 25 phr, bevorzugt 10 bis 20 phr, bevorzugter 13 bis 15 phr,
Alterungsschutzmittel, beispielsweise TMQ (2,2,4-Trimethyl-1,2-dihydrochinolin), ZMBI
(Zinksalz des 2-Mercaptobenzimidazols), MMBI (Methylmercaptobenzimidazol), ZMMBI (Zinksalz
des 4-und 5-Methyl-2-mercaptobenzimidazols), Kombinationen von TMQ mit ZMBI, MMBI
und ZMMBI, SDPA (styrolisiertes Diphenylamin), andere ASM (Klasse der substituierten
Diphenylamine), vorzugsweise SDPA zu 1 bis 5 phr, bevorzugt 2 bis 3 phr, optional
Farbstoff, der lichtecht, thermisch stabil, gegen die bei der peroxidischen Vernetzung
auftretenden Reaktionsbedingungen und Reaktanden stabil, insbesondere gegen Peroxidradikale
stabil, und vorzugsweise witterungsbeständig ist, beispielsweise Pigmente, z.B. Paligon
Rot K 3580 oder Ruß oder Titandioxid mit einem UV-Stabilisator für helle Farben, zu
1 bis 5 phr, insbesondere 2,2 phr,
optional Verarbeitungshilfsmittel, insbesondere Wachse, Carbonsäureamide, Stearinsäure,
Fettsäurederivate und/oder andere für EVAC-Mischungen geeignete Verbindungen, vorzugsweise
Carnaubawachs oder eine Kombination aus Stearinsäure und 2,2-Iminodiethanol (Polyplastol
51) zu 3 bis 10 phr, bevorzugt 5 bis 7 phr. Die in den Angaben zur Polymermischung
angegebenen Teile sind als phr (
parts per hundred rubber) zu verstehen, d.h. die Gewichtsteile der Bestandteile sind auf 100 Teile der vernetzbaren
Bestandteile in der Mischung bezogen.
[0009] Als Vernetzungssystem wird vorzugsweise eine Peroxidverbindung verwendet, beispielsweise
[1,3(oder 1,4)-phenylenbis(1-methylethyliden)]bis[tertbutyl]peroxid, bevorzugt mit
einem Co-Aktivator, vorzugsweise einem Triallylcyanurat, z.B. 2,4,6-Tris(allyloxy)-1,3,5-triazin.
Alternativ kann das Vernetzungssystem einen Co-Aktivator in Verbindung mit der Bestrahlung
der Mischung mit ionisierender Strahlung aufweisen oder daraus bestehen.
[0010] Das Polyalkylenpolymer mit Dicarbonsäuregruppen ist vorzugsweise ein Pfropfcopolymer,
bei dem Polyethylen, Polypropylen und/oder Ethylen-Propylen-Copolymer mit einer dicarbonsäuregruppenhaltigen
Verbindung gepfropft sind, beispielsweise mit Maleinsäureanhydrid und/oder einem Aryldisäureester.
Die Isolierschicht weist vorzugsweise eine Qualität entsprechend EI110 nach EN 50264-1
auf und ist eine halogenfreie, extrudierte und vernetzte Polymermischung auf Basis
von EPR. Bevorzugt weist die Isolierschicht eine Schichtdicke von 2 bis 10 mm auf
und der Leiter einen Querschnitt von 25 bis 300 mm
2. Eine Dimensionierung der Schichten und des Leiterquerschnitts kann mit fachüblichen
Mitteln und nach den anzuwendenden Normen bestimmt werden. Bevorzugt ist die Leitung
für die Verwendung in einer Spannungsebene von >20kV dimensioniert.
[0011] Generell erfüllen erfindungsgemäße Leitungen die Anforderungen nach EN 50264-1 an
die Beständigkeit gegen Kraftstoffe auf Mineralölbasis gemäß EM 102, bevorzugt gemäß
EM104, in Verbindung mit einer hohen Beständigkeit gegen Mineralöl. Die Kraftstoffbeständigkeit
wird z.B. als eine geringe Änderung der Zugfestigkeit und der Reißdehnung nach Lagerung
für 7 Tage bei 70°C in IRM903 bestimmt. Zusätzlich weist die erfindungsgemäße Leitung
eine Beständigkeit gegen aromatische Mineralöle auf, z.B. bestimmt nach Lagerung in
IRM902 bei 100°C. Weiter zusätzlich weist die Leitung eine gute thermische Beständigkeit
auf, insbesondere gegen Belastung für 10 Tage bei Temperaturen von 120 °C, vorzugsweise
in Kombination mit einer guten Beständigkeit gegen Wasser, z.B. gemäß IEC60811-1-3,
und einer guten Beständigkeit gegen UV und Ozon. Insgesamt erfüllt die Leitung die
Anforderungen des Eigenschaftsprofils EM104 nach EN 50264-1.
[0012] Generell bevorzugt ist die Leitung in Anlehnung an DIN VDE 0250 Teil 813 aufgebaut,
beispielsweise für Spannungen U
0/U = 26/45 kV.
[0013] Die erfindungsgemäße Leitung zeichnet sich zusätzlich zur Halogenfreiheit durch eine
besondere Flammen- bzw. Feuerbeständigkeit aus, die beispielsweise durch die Erfüllung
der Anforderungen nach EN 50264-1 dargestellt ist, insbesondere bezüglich des Verhaltens
der Leitung im Brandfall. So werden beispielsweise die Anforderungen der EN 60332-1-2
bezüglich der Flammenausbreitung an einer einzelnen, vertikal angeordneten Leitung
erfüllt, die Anforderungen gemäß EN 50266-2-4 zur Flammenausbreitung von im Bündel
angeordneten erfindungsgemäßen Leitungen, die Anforderungen der EN 61034-2 an die
Rauchgasentwicklung, die Anforderungen gemäß EN 50305, Punkt 9.2 zur Toxizität und
die Anforderungen gemäß EN 50267-2-2 bezüglich der Korrosivität entstehender Brandgase.
Bevorzugt wird die Halogenfreiheit der Leitung durch die Erfüllung der Anforderungen
an die Halogenfreiheit gemäß EN 50267-2-1 in Bezug auf Chlorwasserstoff und gemäß
EN 60684-2 in Bezug auf Fluor bestimmt.
[0014] Bevorzugt erfüllt die erfindungsgemäße Leitung zusätzlich zu den Anforderungen gemäß
EN 50264-1 auch die Anforderungen der NF F16101, Kategorie D zur Flammenausbreitung,
sowie die Anforderungen gemäß UIC 564-2, Anhang 9 zum Brennverhalten.
[0015] Zusätzlich zu der Kombination der Halogenfreiheit mit der Flammenbeständigkeit, bzw.
der geringen Flammenausbreitung mit der geringen Neigung zum Brennen erfüllt die erfindungsgemäße
Leitung vorzugsweise auch die Anforderungen gemäß EN 60811-1-4 Punkt 8.5 bezüglich
der Eignung zur Verwendung bei tiefen Temperaturen, beispielsweise das Bestehen der
Kälteschlagprüfung bei -40 °C.
[0016] Insgesamt erfüllt daher die erfindungsgemäße Leitung die Anforderungen an die Flammenbeständigkeit,
die Flammenausbreitung und das Brennverhalten bei Freiheit von organischen Halogenverbindungen,
insbesondere Halogenfreiheit der Polymere in den enthaltenen vernetzten Polymermischungen,
vorzugsweise in Kombination mit einer Beständigkeit gegen niedrige Temperaturen, insbesondere
dauerhafte Flexibilität und Widerstandsfähigkeit auch bei niedrigen Temperaturen von
bis zu -40°C, z.B. nachgewiesen durch Bestehen einer Kälteschlagprüfung in einem Prüfverfahren
gemäß EN60811-1-4, besonders bevorzugt bis -40°C. Entsprechend ist die erfindungsgemäße
Leitung vorzugsweise zur Verwendung als kältefeste und kälteelastische Leitung bei
bis -40°C geeignet, z.B. bei einer Belastung gemäß EN60811-1-4.
Genaue Beschreibung der Erfindung
[0017] Die Erfindung wird nun genauer mit Bezug auf die Figur beschrieben, die schematisch
den Aufbau einer erfindungsgemäßen Leitung im Querschnitt zeigt. Generell hat die
Leitung bevorzugt einen rotationssymmetrischen Querschnitt, in welchem die aufeinander
folgenden Schichten in konstanter Schichtdicke angeordnet sind. Die Leitung wird nachfolgend
mit Bezug auf die aufeinander folgenden Schichten in ihrer Abfolge vom innen liegenden
Leiter 1 zum außen liegenden Außenmantel 9 beschrieben.
[0018] Die Leitung ist entsprechend der bevorzugten Ausführungsform einadrig. Der Leiter
1, der insbesondere aus miteinander verseilten verzinnten Kupferlitzen besteht, ist
umfänglich von einer inneren Leitschicht 2 aus einer vernetzten, halogenfreien, elektrisch
leitenden Polymermischung umgeben.
[0019] Zwischen dem Leiter 1 und der Leitschicht 2 kann optional eine Bandierung (nicht
dargestellt) aus halogenfreiem, elektrisch leitendem Vlies angeordnet sein.
[0020] Die innere Leitschicht 2 ist von einer Isolierung 3 aus halogenfreier vernetzter
Polymermischung auf Basis von EPR umfasst. Besonders bevorzugt liegt auf der äußeren
Fläche der Isolierung 3 eine zweite Leitschicht 4 aus vernetzter halogenfreier, elektrisch
leitender Polymermischung.
[0021] Die Isolierschicht 3, wahlweise mit einer diese umfassenden zweiten Leitschicht 4,
wird von einer ersten Bandierung 5 mit oder aus leitfähigem Gewebe, z.B. Baumwollgewebeband
mit Aufbau 21/18, einer Schirmung 6 aus einer Umseilung mit oder aus Kupferdrähten
oder Kuperlitzen, vorzugsweise verzinnt, einer zweiten Bandierung 7 mit oder aus Gewebeband,
insbesondere halogenfreiem, einseitig gummiertem Baumwollgewebeband mit Aufbau 21/18
und einer dritten Bandierung 8 mit oder aus halogenfreien Glasgewebeband, vorzugsweise
mit gewebten Kanten, das aus Silicaglas besteht, umfasst. Durch diesen Aufbau wird
die metallische Schirmung 6 auf ihrer Innenseite von der ersten Bandierung 5 und auf
ihrer Außenseite von der zweiten Bandierung 7 kontaktiert und von einer dritten Bandierung
8 mit Glasgewebeband umfasst.
[0022] Das Glasgewebeband der dritten Bandierung 8 ist besonders bevorzugt Glasgewebeband
aus Silicaglas, das besonders bevorzugt gegen hohe Temperaturen beständig ist, z.B.
bis 1.000 °C und insbesondere für den Einsatz bis 1.000 °C geeignet ist.
[0023] Der Außenmantel 9 umfasst die dritte Bandierung 8 und liegt bevorzugt auf der dritten
Bandierung 8 auf und besteht aus einer halogenfreien vernetzten Polymermischung, insbesondere
auf Basis von EVA.
[0024] Die Eigenschaftskombination der erfindungsgemäßen Leitung aus Flammenbeständigkeit,
bzw. geringer Flammenausbreitung einer einzelnen vertikal angeordneten Leitung, beispielsweise
gemäß EN 60332-1-2 und der Flammenausbreitung im Bündel angeordneter erfindungsgemäßer
Leitungen gemäß EN 50266-2-4 in Kombination mit der geringen Rauchgasentwicklung gemäß
EN 61034-2, der geringen Toxizität gemäß EN 50305 Punkt 9.2, der geringen Korrosivität
der Brandgase gemäß EN 50267-2-2 und der Halogenfreiheit, z.B. gemäß EN 50267-2-1
für HCl bzw. EN 60684-2 bzgl. Fluor in Kombination mit der hohen Widerstandsfähigkeit
der Leitung auch bei Kälte, beispielsweise nachgewiesen durch Bestehen der Kälteschlagprüfung
bei -40 °C gemäß EN 60811-1-4. Die Leitung weist z.B. eine dauerhafte Flexibilität
und Biegetüchtigkeit z.B. bei Biegeradien von minimal 10xD (D=Außendurchmesser der
Leitung), insbesondere von 10xD bis 15xD auf und ist entsprechend zur Verwendung als
bei Kälte flexible Leitung mit bzw. für diese Biegeradien Leitung mit diesen Biegeradien
geeignet. Diese Flexibilität und Biegetüchtigkeit macht die Leitung zur Verlegung
auf engem Raum und in Verwendungen geeignet, in denen die Leitung bewegt wird. Die
Leitung weist die Flexibilität und Biegetüchtigkeit vorzugsweise in Kombination mit
einer geringen Flammenausbreitung auf, z.B. gemäß NF F16101, Kategorie D und einem
Brennverhalten entsprechend UIC 564-2, Anhang 9 auf. Die Leitung ist insbesondere
zur Verwendung als Versorgungsleitung für elektrische Maschinen geeignet, bei denen
die Leitung beweglich und in engen Biegeradien verlegt ist, beispielsweise entlang
eines Pantographen eines Zugs, insbesondere einer Lokomotive.
Bezugszeichenliste:
[0025]
- 1
- Leiter
- 2
- innere Leitschicht
- 3
- Isolierschicht
- 4
- zweite Leitschicht
- 5
- erste Bandierung
- 6
- Schirmung
- 7
- zweite Bandierung
- 8
- dritte Bandierung
- 9
- Außenmantel
1. Leitung mit einem elektrischen Leiter (1) mit umfassender Isolierschicht (3), einer
die Isolierschicht (3) umfassenden metallischen Schirmung (6) und einem Außenmantel
(9), dadurch gekennzeichnet, dass die metallische Schirmung (6) auf einer die Isolierschicht (3) umfassenden elektrisch
leitfähigen ersten Bandierung (5) aus Gewebe aufliegt und die metallische Schirmung
(6) von einer äußeren zweiten Bandierung (7) aus Gewebe und einer diese umgebenden
dritten Bandierung (8) mit Glasgewebe umfasst ist.
2. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bandierung (5) halogenfreies Baumwollgewebeband aufweist.
3. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die um die erste Bandierung (5) angeordnete metallische Schirmung (6) eine Umseilung
aus Kupferlitzen aufweist.
4. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bandierung (7) halogenfreies, auf der der Schirmung (6) zugewandten Fläche
gummiertes Baumwollgewebeband aufweist.
5. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Bandierung (8) mit Glasgewebe halogenfreies Glasgewebeband aus Silicaglas
aufweist.
6. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schirmung (6) auf der ersten Bandierung (5) aufliegt und die zweite Bandierung
(8) auf der Schirmung (6) aufliegt, wobei die dritte Bandierung (8) auf der zweiten
Bandierung (8) aufliegt und von einem angrenzenden Außenmantel (9) umfasst ist.
7. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Isolierschicht (3) und dem elektrischen Leiter (1) eine innere Leitschicht
(2) aus vernetzter halogenfreier elektrisch leitfähigen Polymermischung angeordnet
ist.
8. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Isolierschicht (3) und der ersten Bandierung (5) eine zweite Leitschicht
(4) aus vernetzter halogenfreier elektrisch leitfähigen Polymermischung angeordnet
ist.
9. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierschicht (3) halogenfrei und auf Basis von EPR ist.
10. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschicht (2) aus einer halogenfreien elektrisch leitfähigem Polymermischung
besteht.
11. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenmantel (9) aus einer halogenfreien Polymermischung auf Basis von EVA besteht.
12. Verfahren zur Herstellung einer Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche mit
den Schritten: Bereitstellen eines Leiters (1) aus Litzen, gleichzeitiges Extrudieren
einer elektrisch leitfähigen Polymermischung für eine innere Leitschicht (2), einer
elektrisch isolierenden Polymermischung für eine Isolierschicht (3) und einer elektrisch
leitfähigen Polymermischung für eine zweite Leitschicht (4) um den Leiter (1) aus
einer gemeinsamen Extruderdüse, Vernetzen der extrudierten Polymermischungen, Bandieren
der zweiten Leitschicht (4) mit einem elektrisch leitfähigen Gewebe als erste Bandierung
(5), Umflechten der ersten Bandierung (5) mit Metalldrähten als metallische Schirmung
(6), Bandieren der metallischen Schirmung (6) mit Gewebe als zweite Bandierung (7)
und Bandieren der zweiten Bandierung (7) mit Glasgewebe als dritter Bandierung (8)
und Extrudieren einer halogenfreien Polymermischung auf Basis von EVA um die dritte
Bandierung (8) und Vernetzen zu einem Außenmantel (9).
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiter (1) vor dem Extrudieren bandiert wird.
14. Verwendung einer Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 als bis -40°C kältebeständige
und flammwidrige Trossenleitung.
15. Verwendung einer Leitung nach Anspruch 14 als Versorgungsleitung einer elektrischen
Maschine in einem minimalen Biegeradius von zumindest 10xD bis zumindest 15xD, wobei
die Versorgungsleitung an zwei zueinander beweglich angeordneten Teilen der Maschine
fixiert ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Leitung mit einem elektrischen Leiter (1) mit umfassender Isolierschicht (3), einer
die Isolierschicht (3) umfassenden metallischen Schirmung (6) und einem Außenmantel
(9), wobei die metallische Schirmung (6) auf einer die Isolierschicht (3) umfassenden
elektrisch leitfähigen ersten Bandierung (5) aus Gewebe aufliegt und die metallische
Schirmung (6) von einer äußeren zweiten Bandierung__(7) umfasst ist, dadurch gekennzeichnet, dass die äußeren zweite Bandierung (7) aus Gewebe ist und die metallische Schirmung (6)
von einer die zweite Bandierung (7) umgebende dritten Bandierung (8) mit Glasgewebe
umfasst ist.
2. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bandierung (5) halogenfreies Baumwollgewebeband aufweist.
3. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die um die erste Bandierung (5) angeordnete metallische Schinnung (6) eine Umseilung
aus Kupferlitzen aufweist.
4. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bandierung (7) halogenfreies, auf der der Schirmung (6) zugewandten Fläche
gummiertes Baumwollgewebeband aufweist.
5. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Bandierung (8) mit Glasgewebe halogenfreie Glasgewebeband aus Silicaglas
aufweist.
6. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schirmung (6) auf der ersten Bandierung (5) aufliegt und die zweite Bandierung
(8) auf der Schirmung (6) aufliegt, wobei die dritte Bandierung (8) auf der zweiten
Bandierung (8) aufliegt und von einem angrenzenden Außenmantel (9) umfasst ist.
7. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Isolierschicht (3) und dem elektrischen Leiter (1) eine innere Leitschicht
(2) aus vernetzter halogenfreier elektrisch leitfähigen Polymermischung angeordnet
ist.
8. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Isolierschicht (3) und der ersten Bandierung (5) eine zweite Leitschicht
(4) aus vernetzter halogenfreier elektrisch leitfähigen Polymermischung angeordnet
ist.
9. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierschicht (3) halogenfrei und auf Basis von EPR ist.
10. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschicht (2) aus einer halogenfreien elektrisch leitfähigem Polymermischung
besteht.
11. Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenmantel (9) aus einer halogenfreien Polymermischung auf Basis von EVA besteht.
12. Verfahren zur Herstellung einer Leitung nach einem der voranstehenden Ansprüche mit
den Schritten: Bereitstellen eines Leiters (1) aus Litzen, gleichzeitiges Extrudieren
einer elektrisch leitfähigen Polymermischung für eine innere Leitschicht (2), einer
elektrisch isolierenden Polymermischung für eine Isolierschicht (3) und einer elektrisch
leitfähigen Polymermischung für eine zweite Leitschicht (4) um den Leiter (1) aus
einer gemeinsamen Extruderdüse, Vernetzen der extrudierten Polymermischungen, Bandieren
der zweiten Leitschicht (4) mit einem elektrisch leitfähigen Gewebe als erste Bandierung
(5), Umflechten der ersten Bandierung (5) mit Metalldrähten als metallische Schirmung
(6), Bandieren der metallischen Schirmung (6) mit Gewebe als zweite Bandierung (7)
und Bandieren der zweiten Bandierung (7) mit Glasgewebe als dritter Bandierung (8)
und Extrudieren einer halogenfreien Polymermischung auf Basis von EVA um die dritte
Bandierung (8) und Vernetzen zu einem Außenmantel (9).
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiter (1) vor dem Extrudieren bandiert wird.
14. Verwendung einer Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 als bis -40°C kältebeständige
und flammwidrige Trossenleitung.
15. Verwendung einer Leitung nach Anspruch 14 als Versorgungsleitung einer elektrischen
Maschine in einem minimalen Biegeradius von zumindest 10xD bis zumindest 15xD, wobei
die Versorgungsleitung an zwei zueinander beweglich angeordneten Teilen der Maschine
fixiert ist.