[0001] Die Erfindung betrifft ein Spaltkontrollsystem zum Einstellen eines Laufspalts zwischen
einem Rotorschaufeln umfassenden Rotor einer Strömungsmaschine, insbesondere einer
Gasturbine, und einer diesen zumindest abschnittsweise umgebenden, wenigstens zwei
Segmente umfassenden Ummantelung. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Strömungsmaschine,
insbesondere eine Gasturbine, der im Oberbegriff des Patentanspruchs 11 angegebenen
Art sowie ein Verfahren zum Einstellen eines Laufspalts zwischen einem Rotorschaufeln
umfassenden Rotor einer Strömungsmaschine, insbesondere einer Gasturbine, und einer
diesen zumindest abschnittsweise umgebenden, wenigstens zwei Segmente umfassenden
Ummantelung.
[0002] Der Wirkungsgrad einer Strömungsmaschine, beispielsweise eines Verdichters oder einer
Turbine, hängt wesentlich von der Größe des radialen Laufspalts zwischen einem Rotor
und statischen Bauteilen der Strömungsmaschine ab. Bei Verdichtern wird zusätzlich
die Lage der Pumpgrenze - das heißt die Grenze, bis zu der ein stabiler Betrieb der
Strömungsmaschine möglich ist - wesentlich durch die Größe des Laufspalts bestimmt.
Die Verwirklichung von möglichst kleinen, über die Betriebsdauer der Strömungsmaschine
konstant bleibenden radialen Laufspalten ist daher ein vorrangiges Auslegungsziel.
Dies ist umso wichtiger, je kleiner die Abmessungen der Rotorschaufeln des Rotors
sind. Dies ist beispielsweise in hinteren Stufen eines Hochdruckverdichters bzw. einer
als Hochdruckturbine ausgebildeten Strömungsmaschine der Fall.
[0003] Betrachtet man das Laufspaltverhalten einer Strömungsmaschine, so stellt man fest,
dass der Laufspalt aufgrund unterschiedlicher zeitlicher Dehnverhalten des Rotors
und seiner Ummantelung, welche beispielsweise als Gehäuse oder Gehäuseteil ausgebildet
sein kann, relativ stark variiert. Zur näheren Erläuterung zeigt Fig. 1 ein schematisches
Liniendiagramm einer zeit- und lastabhängigen Spaltänderung zwischen einer Rotorscheibe
und einer diese umgebenden Ummantelung einer Strömungsmaschine, wie sie typischerweise
während des Betriebs einer als Hochdruckverdichter ausgebildeten, aus dem Stand der
Technik bekannten Strömungsmaschine für ein Triebwerk der 30 klb Schubklasse auftritt.
Dabei beschreiben die durchgezogene Linie φ
1 einen Radius der Rotorscheibe und die durchgezogene Linie φ
2 einen Radius der Ummantelung, wohingegen die gestrichelte Linie φ
3 den zum Einstellen eines Laufspalts L mit einer optimalen Größe Δr
opt geforderten Radius der Ummantelung beschreibt.
[0004] Die optimale Größe Δr
opt des Laufspalts L soll dabei mit Hilfe eines Spaltkontrollsystems der Strömungsmaschine
eingestellt werden können. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird ein zumindest annähernd
konstanter Laufspalt L mit der Größe Δr
opt=0,1-0,2 mm angestrebt. Beim Beschleunigen (Phase Ib) aus einer Leerlaufphase Ia,
in welcher der Laufspalt L die Anfangsgröße Δr
1 besitzt, erfährt der Radius des Rotors bzw. der Rotorscheibe im Bereich B
1 - proportional zur Drehzahländerung - eine Radiusänderung aufgrund der wirkenden
Fliehkräfte. Demgegenüber erfolgt eine thermisch bedingte Dehnung der Rotorscheibe
aufgrund ihrer vergleichsweise großen radialen Erstreckung und großen Masse deutlich
langsamer (Bereich B
2). Die Ummantelung mit ihrer im Vergleich zum Rotor geringeren Masse reagiert in der
Regel thermisch wesentlich schneller (Bereich B
3). Beim Beschleunigen gemäß Phase Ib verringert sich daher der ursprünglich vorhandene
Laufspalt L=Δr
1 zunächst wegen der sehr schnell wirkenden Fliehkraftdehnung des Rotors und wird dann
deutlich größer, weil die Ummantelung thermisch schneller reagiert. Der Laufspalt
L erreicht im Bereich B
4 seinen Maximalwert Δr
max - z.B. Δr
max=0,8 mm - über welchen der mit Pfeil I markierte geforderte Verstellbereich der Ummantelung
bzw. der Segmente der Ummantelung definiert ist.
[0005] Nachdem auch der Rotor durchgeheizt ist, wird in Phase Ic die stationäre Laufspaltgröße
Δr
stat - z.B. Δr
stat=0,4 mm - erreicht. Beim Verzögern in Phase Id vergrößert sich zunächst der Laufspalt
L wegen der geringer werdenden Fliehkraftbelastung des Rotors. Anschließend wird der
Laufspalt L wieder kleiner und erreicht seinen Minimalwert Δr
min, da die Ummantelung schneller abkühlt als der Rotor. Beim Abkühlen der Strömungsmaschine
stellt sich nach einer gewissen Zeit wieder die Anfangsgröße Δr
1 des Laufspalts L ein. Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass der erforderliche Verstellhub
der Ummantelung relativ klein ist und weniger als 1,0 mm beträgt. Um eine deutliche
Verbesserung zu erzielen, sind daher Spaltkontrollsysteme mit Verstelleinrichtungen
erforderlich, die möglichst präzise funktionieren.
[0006] Das beschriebene transiente Spaltverhalten eines rein passiven Spaltkontrollsystems
und die Forderung, dass ein "hartes" Anstreifen der Rotorschaufeln an der Ummantelung
unbedingt zu vermeiden ist, führt insbesondere im Hochdruckbereich von modernen Strömungsmaschinen
zu stationären Laufspaltgrößen Δr
stat im Bereich von etwa 2-3% der Höhe der Rotorschaufeln. Die maximalen Laufspaltgrößen
Δr
max, die während des transienten Betriebes auftreten, können dabei jedoch mehr als die
doppelten Werte erreichen. Die Größe des Laufspalts einer Strömungsmaschine hängt
zusammenfassend von verschiedenen Einflussgrößen ab:
- Dehnungen des Rotors aufgrund von Fliehkraftwirkungen;
- Thermische Dehnungen des Rotors und der Ummantelung;
- Dehnungen und Ovalisierung der Ummantelung aufgrund von Manöverlasten und Druckkräften;
- Versatz zwischen der Drehachse des Rotors und der Mittelachse der Ummantelung aufgrund
von Manöverlasten; sowie
- Fertigungstoleranzen, beispielsweise Unrundheiten oder Exzentrizitäten.
[0007] Bei den aus dem Stand der Technik bekannten passiven Spaltkontrollsystemen wird versucht,
anhand der Masse des Rotors und der Ummantelung bzw. deren Masseverteilung, durch
geeignete Führung von Sekundärluftströmen sowie durch Beeinflussung des Wärmeflusses
mithilfe geometrisch optimierter Gestaltung und Wärmedämmschichten das Dehnverhalten
der Strömungsmaschinenbauteile derart zu optimieren, dass geringstmögliche Diferenzdehnungen
zwischen dem Rotor und dem Stator bzw. der Ummantelung erzielt werden.
[0008] Alternativen stellen thermisch aktive Spaltkontrollsysteme dar, bei denen der Laufspalt
durch gezieltes Kühlen bzw. Aufheizen der relevanten Bauteile optimiert wird. Beispiele
hierfür sind das Spaltkontrollsystem der CFM56-Triebwerksfamilie, bei der die Rotortemperatur
geregelt wird, oder das aus der
US 4,329,114 bekannte Spaltkontrollsystem, mittels welchem die Gehäusetemperatur der Strömungsmaschine
geregelt wird. Da diese Spaltkontrollsysteme nur über die Beeinflussung der Bauteiltemperaturen
wirken, reagieren sie relativ langsam und können daher nur die stationären Laufspalte
signifikant verbessern. Auf schnelle Änderungen des Laufspalts - wie sie wie vorstehend
beschrieben bei transienten Betriebszuständen entstehen -, auf einen Versatz zwischen
einer Drehachse des Rotors und einer Mittelachse der Ummantelung sowie auf Exzentrizitäten,
wie sie bei Manöverlasten entstehen, können diese Spaltkontrollsysteme jedoch nicht
bzw. nur sehr eingeschränkt reagieren.
[0009] Als weitere Alternative sind mechanisch aktive Spaltkontrollsysteme bekannt. Um einen
möglichst kleinen Laufspalt unter Berücksichtigung der genannten Einflussgrößen erzielen
zu können, sollte sich die Ummantelung des Rotors zu jedem Zeitpunkt möglichst gut
an dessen Durchmesser und relative Lage anpassen können. Zu diesem Zweck wird die
Ummantelung häufig segmentiert. Die
GB 2108591 A zeigt beispielsweise ein Spaltkontrollsystem für eine derartige, segmentierte Ummantelung
einer Strömungsmaschine. Jeweils drei Segmente sind dabei durch einen Hebelmechanismus
miteinander gekoppelt. Diese zusammengekoppelten Segmente werden mit jeweils einem
Aktuator in Abhängigkeit von Messsignalen mehrerer Sensoreinrichtungen gleichförmig
verstellt. Der Laufspalt bei jeder dieser zusammengekoppelten Segmentgruppe kann hierdurch
über die Umfangsersteckung der Segmentgruppe auf einen mittleren Laufspalt eingestellt
werden. Bei Durchmesseränderungen des Rotors und der Ummantelung liefert das Spaltkontrollsystem
damit vergleichsweise gute Ergebnisse gegenüber thermisch aktiven Spaltkontrollsystemen.
[0010] Ein Versatz zwischen der Drehachse des Rotors und der Mittelachse der Ummantelung
sowie Ovalisierungen der Ummantelung können jedoch nicht oder nicht zufrieden stellend
ausgeglichen werden. Da die Segmente der Segmentgruppe in Umfangsrichtung ortsfest
gelagert sind, entstehen bei einem Versatz der Drehachse des Rotors gegenüber der
Mittelachse der Ummantelung sichelförmige Laufspalte, da alle gekoppelten Segmente
der Ummantelung die gleiche Hubbewegung ausführen. Um eine im Vergleich zu einem passiven
Spaltkontrollsystem verbesserte Einstellbarkeit des Laufspalts erreichen zu können,
ist zudem eine relativ große Anzahl von zwölf oder mehr Segmentgruppen erforderlich.
Gleichzeitig wird auch eine entsprechende Anzahl von Aktuatoren und Sensoreinrichtungen
benötigt, wodurch neben den Herstellungskosten auch der Bauraumbedarf und die Fehleranfälligkeit
steigen.
[0011] Aus der
GB 2099515 A ist ebenfalls eine Strömungsmaschine mit einer segmentierten Ummantelung zu entnehmen,
wobei jedes Segment zum Einstellen des Laufspalts durch ein Spaltkontrollsystem bewegbar
ist. Die Segmente werden zwischen keilförmigen Führungselementen bewegt, wobei ein
Tellerfeder-Stapel die Segmente in Bezug auf die Drehachse des Rotors radial nach
außen und das Spaltkontrollsystem die Segmente radial in Richtung Rotor bewegen kann.
Um den Laufspalt über den gesamten Umfang der Ummantelung einstellen zu können, sind
jedoch eine hohe Anzahl von Aktuatoren und Sensoreinrichtungen erforderlich, wodurch
das Spalthaltungssystem nicht nur teuer und schwer ist, sondern auch eine vergleichsweise
hohe Ausfallwahrscheinlichkeit besitzt.
[0012] Die
US 5,104,287 beschreibt ein Spaltkontrollsystem für eine segmentierte Ummantelung eines Rotorschaufeln
umfassenden Rotors einer Strömungsmaschine. Jedes Segment der Ummantelung kann mit
Hilfe von zwei zugeordneten, Gewindespindeln umfassenden Verstelleinrichtungen des
Spalthaltungssystems radial in Bezug auf die Drehachse des Rotors bewegt werden. Hierzu
sind die als Verstellgetriebe ausgebildeten Verstelleinrichtungen jeweils paarweise
mit einem als Ring ausgebildeten und konzentrisch um den Rotor angeordneten Verstellelement
gekoppelt. Die Einstellung des Laufspalts wird durch Verdrehen des Rings vorgenommen,
dessen rotatorische Bewegung durch die Verstelleinrichtungen in eine gleichmäßige
radiale Bewegung der Segmente vom Rotor weg umgewandelt wird. Zwischen den Segmenten
und einem Traggehäuse der Ummantelung sind wellenförmige Flachfedern angeordnet, die
die Segmente radial nach innen, d. h. in Richtung des Rotors drücken.
[0013] Als nachteilig ist dabei der Umstand anzusehen, dass die Segmente der Ummantelung
nur gemeinsam radial bewegt werden können, so dass nur wenigen der oben genannten
Einflussgrößen entgegengewirkt werden kann. Insbesondere Ovalisierungen der Ummantelung
oder ein Versatz zwischen der Drehachse des Rotors und der Mittelachse der Ummantelung
können nicht ausgeglichen werden. Weiterhin ist nachteilig, dass die Flachfedern und
die Verstelleinrichtungen während des Betriebs der Strömungsmaschine unmittelbar mit
den hohen Rotorraumtemperaturen in Kontakt treten. Bei modernen, als Gasturbinen ausgebildeten
Strömungsmaschinen mit hohen Gesamtdruckverhältnissen können die Temperaturen jedoch
so hoch werden, dass die Federwirkung der Flachfedern verloren geht oder die Tragfähigkeit
der Verstelleinrichtungen nicht mehr ausreicht. Zudem besitzt das Spalthaltungssystem
eine hohe Komplexität sowie ein vergleichsweise hohes Gewicht, wodurch neben den Herstellungs-
und Wartungskosten auch die Ausfallwahrscheinlichkeit des gesamten Spalthaltungssystems
erhöht ist.
[0014] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Spaltkontrollsystem der eingangs
genannten Art zu schaffen, welches auf konstruktiv einfache Weise eine Kompensierung
möglichst vieler Einflussgrößen und damit eine zuverlässige und betriebssichere Einstellbarkeit
des Laufspalts unter verschiedenen Betriebszuständen der zugeordneten Strömungsmaschine
ermöglicht. Eine weitere Aufgabe besteht darin, eine Strömungsmaschine mit einem derartigen
Spaltkontrollsystem sowie ein entsprechendes Verfahren zum Einstellen eines Laufspalts
einer Strömungsmaschine zu schaffen.
[0015] Die Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Spaltkontrollsystem mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1, durch eine Strömungsmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs
11 sowie durch ein Verfahren zum Einstellen eines Laufspalts gemäß Patentanspruch
15 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung
sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben, wobei vorteilhafte Ausgestaltungen
des Spaltkontrollsystems als vorteilhafte Ausgestaltungen der Strömungsmaschine bzw.
des Verfahrens und umgekehrt anzusehen sind.
[0016] Ein Spaltkontrollsystem, welches auf konstruktiv einfache Weise eine Kompensierung
möglichst vieler Einflussgrößen und damit eine zuverlässige und betriebssichere Einstellbarkeit
des Laufspalts unter verschiedenen Betriebszuständen der zugeordneten Strömungsmaschine
ermöglicht, ist erfindungsgemäß dadurch geschaffen, dass jedes Segment der Ummantelung
mit wenigstens drei Verstelleinrichtungen des Spaltkontrollsystems gekoppelt ist.
Die Verstelleinrichtungen können dabei grundsätzlich einzelne Elemente wie Verstellgetriebe,
Aktuatoren, Steuerstangen und dergleichen oder beliebige Kombination dieser Elemente
umfassen bzw. aus diesen bestehen. Hierdurch ist es im Unterschied zum Stand der Technik
möglich, die Segmente betriebszustandsunabhängig auf eine Kreisbahn zu zwingen und
somit eine stetige und konstante Krümmung der Segmente zu gewährleisten. Da die Segmente
der Ummantelung auf einen bestimmten Durchmesser ausgelegt sind, können sich beim
rein radialen Bewegen der Segmente - wie im Stand der Technik beschrieben - sichelförmige
Laufspalte ergeben. Zudem muss bei instationären Betriebszuständen der Strömungsmaschine
mit einem radialen Temperaturgradienten, der die Krümmung unkontrolliert verändern
könnte, sowie mit Verformungen durch mechanische Beanspruchung (z.B. durch Gaslasten)
gerechnet werden. Damit die Segmente betriebszustandsunabhängig die gewünschte konstante
Krümmung aufweisen, wird jedes Segment mindestens an drei Umfangsstellen mit jeweils
einer der Verstelleinrichtungen gekoppelt und kann somit einfach auf eine Kreisbahn
mit dem aktuellen Rotordurchmesser zuzüglich des gewünschten Laufspalts gezwungen
werden. In der Regel hat es sich dabei als vorteilhaft gezeigt, wenn die Verstelleinrichtungen
gleichmäßig beabstandet voneinander angeordnet sind, um eine entsprechend gleichmäßige
Kraftverteilung über das Segment und eine gute Einstellung der Kreisbogenform sicherzustellen.
Der Laufspalt kann mit Hilfe des erfindungsgemäßen Spaltkontrollsystems unabhängig
vom Betriebszustand der zugeordneten Strömungsmaschine optimal eingestellt werden,
wodurch der Wirkungsgrad der Strömungsmaschine erhöht und deren Kraftstoffbedarf entsprechend
gesenkt wird. Aufgrund des konstruktiv einfachen Aufbaus des erfindungsgemäßen Spaltkontrollsystems
ergeben sich im Vergleich zu bekannten Spaltkontrollsystemen zudem erhebliche Kosten-
und Gewichtseinsparungen sowie eine vorteilhaft gesteigerte Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit.
Das Spaltkontrollsystem eignet sich grundsätzlich sowohl für eine Einzelstufe als
auch für mehrere Stufen einer Strömungsmaschine.
[0017] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zwei Verstelleinrichtungen
an entgegengesetzten Randbereichen ihres zugeordneten Segments angeordnet sind und/oder
eine Verstelleinrichtung in der Mitte ihres zugeordneten Segments angeordnet ist.
Indem zwei Verstelleinrichtungen an den Segmenträndern des Segments angreifen, kann
die gewünschte Kreissegmentbahn unter Einhaltung der erforderlichen Tangentenbedingungen
unter allen Betriebsbedingungen besonders zuverlässig eingehalten werden. Indem eine
Verstelleinrichtung in der Mitte ihres zugeordneten Segments angeordnet ist kann alternativ
oder zusätzlich ebenfalls eine vorteilhafte Krafteinleitung in das Segment erzielt
werden. Eine betriebszustandsunabhängige Erzeugung der konstanten, kreisbahnförmigen
Krümmung des Segments ist somit besonders einfach zu verwirklichen.
[0018] Eine besonders gewichts- und bauraumsparende Anordnung ist in weiterer Ausgestaltung
dadurch gegeben, dass wenigstens zwei benachbarte Segmente mit einer gemeinsamen Verstelleinrichtung
gekoppelt sind. Auf diese Weise werden zudem eine hohe Dichtigkeit der Ummantelung
und ein entsprechend hoher Wirkungsgrad der Strömungsmaschine sichergestellt. Durch
eine Kopplung mittels der Verstelleinrichtung können benachbarte Randbereiche zweier
Segmente vorteilhaft gemeinsam radial bewegt werden. Auf diese Weise wird ein stetiger
Übergang vom einen Segment zum benachbarten Segment sichergestellt, so dass das Entstehen
sichelförmiger Laufspalte besonders zuverlässig verhindert wird. Zudem wird hierdurch
auch an der Verbindungsstelle zwischen den Segmenten und der Verstelleinrichtung eine
hohe Spielfreiheit erreicht. Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass alle benachbarten
Segmente jeweils mit einer oder mehreren gemeinsamen Verstelleinrichtungen gekoppelt
sind, um eine optimierte Anordnung zu erhalten.
[0019] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist ein um den Rotor anordenbares
Verstellelement vorgesehen ist, welches mit wenigstens einer Verstelleinrichtung gekoppelt
und zum Betätigen der Verstelleinrichtung relativ zu dieser bewegbar ist. Hierdurch
ist eine konstruktiv einfache, kostengünstige und bauraumsparende Anordnung des Verstellelements
im Bereich des Rotors bzw. der Ummantelung ermöglicht. Zudem können beim Bewegen bzw.
Verschwenken des Verstellelements auftretende Kräfte gut verteilt werden, wodurch
die mechanische Stabilität und Lebensdauer des Verstellelements entsprechend verlängert
wird. Das Verstellelement kann dabei vorzugsweise zumindest im Wesentlichen als Ring
ausgebildet sein.
[0020] Weitere Vorteile ergeben sich, indem das Verstellelement mehrere Teilabschnitte umfasst,
die vorzugsweise gelenkig miteinander verbunden sind. Hierdurch besitzt das Verstellelement
zusätzliche Bewegungsfreiheitsgrade, so dass eine zusätzlich verbesserte Einstellbarkeit
des Laufspalts beim Verschwenken des Verstellelements ermöglicht ist. So kann beispielsweise
durch ein Verknicken des Verstellelements, d.h. durch ein relatives Bewegen der Teilabschnitte
zueinander, eine Ovalisierung der Ummantelung aufgrund von Manöverlasten und Druckkräften
besonders einfach ausgeglichen werden.
[0021] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Verstellelement zum Einstellen des Laufspalts
axial bezüglich der Drehachse des Rotors verschiebbar und/oder gegenüber dem Rotor
verschwenkbar ist. Im Unterschied zum Stand der Technik ermöglicht das erfindungsgemäße
Spaltkontrollsystem durch axiales Bewegen des Verstellelements eine über den Umfang
des Rotors gleichmäßige Bewegung der Segmente und eine entsprechend gleichmäßige Veränderung
des Laufspalts. Alternativ oder zusätzlich kann durch Verschwenken bzw. Verkippen
des Verstellelements gegenüber der Drehachse des Rotors eine über den Umfang des Rotors
ungleichmäßige Bewegung der Segmente erzeugt werden, so dass auch Ovalisierung der
Ummantelung aufgrund von Manöverlasten und Druckkräften sowie ein etwaiger Versatz
zwischen der Drehachse des Rotors und der Mittelachse der Ummantelung problemlos berücksichtigt
werden können.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens eine der Verstelleinrichtungen ausgebildet ist, eine zumindest überwiegend
axiale Bewegung des Verstellelements in eine zumindest überwiegend radiale Bewegung
des zugeordneten Segments der Ummantelung umzuwandeln. Mit Hilfe der Verstelleinrichtung
können somit große Bewegungen des Verstellelements vorteilhaft in kleine Bewegungen
des zugeordneten Segments und umgekehrt umgewandelt werden, wodurch eine besonders
präzise Einstellbarkeit des Laufspalts gegeben ist. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass
alle Verstelleinrichtungen derartig ausgebildet sind.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens eine Verstelleinrichtung an einem Traggehäuse festgelegt ist. Hierdurch
ergibt sich eine besonders stabile und betriebssichere Anordnung der Verstelleinrichtung.
Das Traggehäuse kann dabei beispielsweise als Außengehäuse der Strömungsmaschine ausgebildet
sein oder innerhalb eines separaten Außengehäuses anordenbar sein.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Traggehäuse ringförmig ausgebildet ist und/oder außenumfänglich der Ummantelung
und/oder konzentrisch zur Drehachse des Rotors anordenbar ist. Hierdurch können die
mechanischen und konstruktiven Eigenschaften des Traggehäuses optimal an die Anforderungen
der Strömungsmaschine angepasst werden.
[0025] Weitere Vorteile ergeben sich, indem wenigstens ein Dichtelement vorgesehen ist,
mittels welchem das Traggehäuse gegenüber der Ummantelung abzudichten ist. Hierdurch
kann ein unerwünschtes Entweichen oder Rückströmen des Arbeitsmediums der Strömungsmaschine
verhindert werden, wodurch ein entsprechend hoher Wirkungsgrad sichergestellt ist.
[0026] In weiterer Ausgestaltung hat es sich als vorteilhaft gezeigt, wenn die Ummantelung
wenigstens eine Leitschaufel umfasst und/oder vorzugsweise mittels einer Schubstange
gegenüber dem Traggehäuse abgestützt ist. Bei bekannten Spaltkontrollsystemen und
Strömungsmaschinen sind die Leitschaufeln üblicherweise am Traggehäuse befestigt,
so dass auf den inneren Laufspalt kein Einfluss genommen werden kann. Wenn die Ummantelung
die wenigstens eine Leitschaufel umfasst - z. B. indem die Leitschaufel an der Ummantelung
festgelegt ist - kann die Leitschaufel demgegenüber vorteilhaft beim Einstellen des
Laufspalts des Rotors mitbewegt werden, wodurch auch der innere Spalt der Strömungsmaschine
einstellbar ist. Durch eine Anordnung der wenigstens einen Leitschaufel an der Ummantelung
werden zudem während des Betriebs der Strömungsmaschine auftretende Kräfte besonders
gut abgeleitet und verteilt. Vorteilhaft kann vorgesehen sein, dass die wenigstens
eine Leitschaufel in Umfangs- und/oder Axialrichtung am Traggehäuse abgestützt ist.
[0027] Weitere Vorteile ergeben sich, indem wenigstens eine Sensoreinrichtung vorgesehen
ist, mittels welcher eine Größe des Laufspalts ermittelbar ist. Dies erlaubt eine
besonders einfache, schnelle und präzise Ermittlung der Größe des Laufspalts, wodurch
eine entsprechend verbesserte Einstellung des Laufspalts ermöglicht ist. Die Sensoreinrichtung
kann grundsätzlich nach unterschiedlichen physikalischen Prinzipen arbeiten, beispielsweise
kapazitiv, induktiv, optisch, mit Mikrowellen oder mit Wirbelstrom.
[0028] Indem die Sensoreinrichtung im Bereich wenigstens einer Verstelleinrichtung angeordnet
ist, ist eine zusätzliche Verbesserung der Einstellbarkeit des Laufspalts gegeben,
da Bewegungen der Ummantelung bzw. des jeweiligen, der Verstelleinrichtung zugeordneten
Segments mittels der Sensoreinrichtung nahe des Ankoppelbereichs der Verstelleinrichtung
erfolgen können.
[0029] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind mehrere Sensoreinrichtung
vorgesehen, welche, vorzugsweise gleichmäßig, voneinander beabstandet angeordnet sind
und/oder außenumfänglich der Ummantelung anordenbar sind. Auf diese Weise ist es möglich,
den Laufspalt mittels der mehreren Sensoreinrichtungen an verschiedenen Umfangspositionen
des Rotors zu ermitteln. Der Laufspalt kann somit besonders präzise und ortsaufgelöst
ermittelt werden, so dass gezielt entsprechend unterschiedliche Einstellbewegungen
der Segmente ausführbar sind und ein gleichmäßiger Laufspalt erzeugbar ist.
[0030] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens ein mit dem Verstellelement gekoppelter Aktuator vorgesehen ist, mittels
welchem das Verstellelement axial bezüglich der Drehachse des Rotors verschiebbar
oder gegenüber dem Rotor verschwenkbar ist. Mit Hilfe wenigstens eines Aktuators kann
das Verstellelement besonders einfach und präzise bewegt werden. Zusammen mit den
Verstelleinrichtungen können dabei vorteilhafterweise große Bewegungen des wenigstens
einen Aktuators in kleine Bewegungen der Segmente oder umgekehrt umgewandelt werden.
Der Aktuator kann grundsätzlich nach unterschiedlichen physikalischen Prinzipien funktionieren,
beispielsweise hydraulisch, pneumatisch, elektrisch, piezoelektrisch oder magnetisch.
[0031] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der wenigstens eine Aktuator im Bereich wenigstens einer Verstelleinrichtung angeordnet
ist. Hierdurch ist ein besonders kurzer Kraftübertragungsweg und eine entsprechend
präzise Einstellbarkeit des Laufspalts gegeben. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen
sein, dass der Aktuator im Bereich einer Sensoreinrichtung angeordnet ist. Hierdurch
wird aufgrund der geringen räumlichen Distanz zwischen der Sensoreinrichtung und dem
Aktuator eine vereinfachte und besonders präzise Einstellbarkeit des Laufspalts sichergestellt.
[0032] Weitere Vorteile ergeben sich, indem mehrere Aktuatoren vorgesehen sind, welche,
vorzugsweise gleichmäßig, voneinander beabstandet angeordnet sind und/oder außenumfänglich
der Ummantelung anordenbar sind. Mit Hilfe mehrerer Aktuatoren an verschiedenen Umfangspositionen
kann das Verstellelement besonders einfach axial bewegt oder verschwenkt werden, wodurch
gezielt gleiche oder unterschiedliche Hubbewegungen der Segmente zum Einstellen des
Laufspalts ausgeführt werden können. Indem die Aktuatoren im Bereich jeweils zugeordneter
Sensoreinrichtungen angeordnet sind, können weiterhin etwaige gegenseitige Beeinflussungen
mehrerer Aktuatoren und Sensoreinrichtungen vorteilhaft unterdrückt bzw. verunmöglicht
werden.
[0033] Eine weitere Verbesserung der Einstellbarkeit des Laufspalts ist in weiterer Ausgestaltung
dadurch gegeben, dass wenigstens eine Steuer- und/oder Regeleinheit vorgesehen ist,
welche mit wenigstens einer Sensoreinrichtung und wenigstens einem Aktuator gekoppelt
ist und ausgelegt ist, den wenigstens einen Aktuator in Abhängigkeit der mittels der
wenigstens einen Sensoreinrichtung ermittelten Größe des Laufspalts zu steuern bzw.
zu regeln.
[0034] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens zwei Verstelleinrichtungen axial bezüglich der Drehachse des Rotors angeordnet
und gemeinsam mittels des Verstellelements betätigbar sind. Da die Rotoren mehrerer
Stufen einer als Hochdruckverdichter ausgebildeten Strömungsmaschine ein ähnliches
zeitliches Dehnungsverhalten zeigen - speziell wenn die Wärmeausdehnungskoeffizienten
der verwendeten Werkstoffe ähnlich sind -, können hierdurch die Laufspalte mehrerer
Stufen mit der gleichen Bewegung des Verstellelements eingestellt werden. Dabei kann
gegebenenfalls vorgesehen sein, dass - beispielsweise durch unterschiedliche Hebellängen
an den Verstelleinrichtungen - unterschiedliche Hubbewegungen an den Segmenten der
mehrteiligen Ummantelung verschiedener Stufen erzielbar ist. Zudem kann bei Bedarf
an jeder Stufe eine unterschiedliche Laufspaltgröße erzeugt werden.
[0035] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens eine Verstelleinrichtung einen Betätigungshebel und/oder ein Drucklager
und/oder ein Kugelumlaufgewinde und/oder einen Spindeltrieb und/oder eine Exzenterwelle
und/oder eine Biegefeder und/oder ein Federelement und/oder einen Kniehebel und/oder
eine Rasterung umfasst. Auf diese Weise kann besonders einfach eine variable Anbindung
an das Verstellelement und eine spielfreie Kraftübertragung vom Verstellelement auf
die Verstelleinrichtung sichergestellt werden. Dies ermöglicht in weiterer Folge eine
ebensolche spielfreie und gegebenenfalls gerasterte Bewegung des jeweils zugeordneten
Segments. Zudem ermöglicht die wenigstens eine Verstelleinrichtung hierdurch auf konstruktiv
einfache Weise, dass eine zumindest überwiegend axiale Bewegung des Verstellelements
in eine kleinere radiale Bewegung des Segments der Ummantelung umgesetzt wird.
[0036] Weitere Vorteile ergeben sich, indem wenigstens eine Verstelleinrichtung ein Dichtelement
umfasst, welches vorzugsweise als Spannband und/oder Balgdichtung und/oder Kolbenring
und/oder C-Dichtung ausgebildet ist. Mit Hilfe eines derartigen Dichtelements kann
einerseits die erforderliche Bewegungsmöglichkeit, beispielsweise eine Hubbewegung
oder thermische Differenzdehnung, bereitgestellt werden, andererseits können zugleich
Räume mit unterschiedlichen Drücken gegeneinander abgedichtet werden.
[0037] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens eine Verstelleinrichtung einen mit zumindest einem Segment gekoppelten
Zugbolzen und einen mit dem zumindest einen Segment gekoppelten Druckbolzen umfasst,
wobei der Zugbolzen und der Druckbolzen relativ zueinander bewegbar und gegeneinander
kraftbeaufschlagt sind. Hierdurch wird vorteilhaft erreicht, dass die gesamte Verstelleinrichtung
in sich vorgespannt und damit spielfrei ist, so dass eine besonders präzise Spalteinstellung
realisierbar ist. Die Kraftbeaufschlagung zwischen Zug- und Druckbolzen kann beispielsweise
mit Hilfe eines Federelements bewerkstelligt sein, wobei grundsätzlich beliebige Federbauformen
wie Schraubenfedern, Tellerfederpackete oder dergleichen vorgesehen sein können.
[0038] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Strömungsmaschine, insbesondere eine
Gasturbine, mit einem Rotorschaufeln umfassenden Rotor, einer diesen zumindest abschnittsweise
umgebenden, wenigstens zwei Segmente umfassenden Ummantelung, und einem Spaltkontrollsystem,
mittels welchem ein Laufspalt zwischen dem Rotor und der Ummantelung einstellbar ist.
Um auf konstruktiv einfache Weise eine Kompensierung möglichst vieler Einflussgrößen
und damit eine zuverlässige und betriebssichere Einstellbarkeit des Laufspalts unter
verschiedenen Betriebszuständen der Strömungsmaschine zu ermöglichen, ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Spaltkontrollsystem gemäß einem der vorhergehenden Ausführungsbeispiele
ausgebildet ist. Die sich hieraus ergebenden Vorteile sind aus den entsprechenden
Beschreibungen zu entnehmen und als Vorteile der Strömungsmaschine anzusehen.
[0039] In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Spaltkontrollsystem in einem Gehäuse
aufgenommen ist und/oder zumindest einen Teil des Gehäuses bildet. Die Aufnahme in
einem Gehäuse der Strömungsmaschine erlaubt eine mechanisch stabile, betriebssichere
und bauraumsparende Anordnung des Spaltkontrollsystems. Alternativ oder zusätzlich
kann dabei vorgesehen sein, dass das Spaltkontrollsystem selbst zumindest einen Teil
des Gehäuses bildet. Hierdurch werden aufgrund von Synergieeffekten erhebliche Kosten-
und Gewichtssenkungen erzielt.
[0040] Weitere Vorteile ergeben sich, indem die Ummantelung wenigstens eine Leitschaufel
umfasst. Wenn die wenigstens eine Leitschaufel an der Ummantelung bzw. an einem Segment
vorgesehen ist, werden vorteilhaft auch die Laufspalte an der Ringrauminnenkontur,
das heißt dem Spalt zwischen dem Rotor und der wenigstens einen Leitschaufel, durch
das Spaltkontrollsystem eingestellt. Die während des Betriebs der Strömungsmaschine
von der wenigstens einen Leitschaufel erzeugten Kräfte wirken dann auf die Segmente.
[0041] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die wenigstens zwei Segmente der Ummantelung, vorzugsweise mittels wenigstens einer
Verstelleinrichtung des Spaltkontrollsystems, miteinander gekoppelt sind. Auf diese
Weise werden eine hohe Dichtigkeit der Ummantelung und ein entsprechend hoher Wirkungsgrad
der Strömungsmaschine sichergestellt. Durch eine Kopplung mittels wenigstens einer
gemeinsamen Verstelleinrichtung können benachbarte Bereiche zweier Segmente vorteilhaft
gemeinsam radial bewegt werden. Auf diese Weise wird zudem ein stetiger Übergang von
einem Segment zum benachbarten Segment sichergestellt, so dass das Entstehen sichelförmiger
Laufspalte besonders zuverlässig verhindert wird. Zudem wird hierdurch auch an der
Verbindungsstelle zwischen den Segmenten und der Verstelleinrichtung eine hohe Spielfreiheit
erreicht.
[0042] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
wenigstens ein Segment ein Versteifungselement umfasst, mittels welchem eine Krümmung
des Segments in Abhängigkeit der Größe des Laufspalts einstellbar ist. Mit Hilfe eines
derartigen Versteifungselements kann die Steifigkeitsverteilung des Segments der Ummantelung
so gewählt werden, dass unter allen Betriebzuständen der Strömungsmaschine eine konstante
Krümmung erzeugbar ist. Damit wird bei der Einstellung der Radialposition des Segments
zumindest nahezu eine ideale Kreisform beibehalten. Das Versteifungselement kann dabei
als Rippe mit variabler radialer Bauhöhe oder durch Rippen mit abnehmender Breite
zu den Segmenträndern hin ausgebildet sein, wodurch die Steifigkeitsverteilung konstruktiv
einfach und kostengünstig an das jeweilige Anforderungsprofil der Strömungsmaschine
anpassbar ist.
[0043] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Spaltkontrollsystem im Bereich einer Niederdruckverdichterstufe und/oder einer
Hochdruckverdichterstufe und/oder einer Niederdruckturbinenstufe und/oder einer Hochdruckturbinenstufe
der Strömungsmaschine angeordnet ist. Eine derartige Anordnung erlaubt eine besonders
variable Ausgestaltung der Strömungsmaschine sowie einen besonders hohen, zumindest
weitgehend betriebzustandsunabhängigen Wirkungsgrad.
[0044] Weitere Vorteile ergeben sich, indem die Ummantelung zwei als Halbringe ausgebildete
Segmente und/oder höchstens acht, besonders bevorzugt höchstens sechs Segmente umfasst.
Auf diese Weise wird im Gegensatz zum Stand der Technik die Anzahl der Bauteile und
dadurch der potenziellen Leckagestellen klein gehalten. Neben einer Verringerung der
Herstellungskosten der Strömungsmaschine wird hierdurch auch die Montage- und Wartungsfreundlichkeit
erheblich verbessert.
[0045] In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass jedes Segment der Ummantelung mit
wenigstens drei voneinander beabstandeten Verstelleinrichtungen des Spaltkontrollsystems
gekoppelt ist. Hierdurch wird die Darstellung einer kontanten Krümmung jedes Segments
besonders zuverlässig sichergestellt. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Einstellbarkeit
einer konstanten Krümmung durch eine entsprechende geometrische Gestaltung und/oder
eine Steifigkeitsverteilung der Segmente gefördert wird. Hierzu kann beispielsweise
eine Querschnittskontur jedes Segments so gewählt sein, dass die zweite Ableitung
der Biegelinie einen konstanten Wert ergibt und dementsprechend unter allen Betriebszuständen
der Strömungsmaschine eine konstante Krümmung erzeugbar ist.
[0046] Weitere Vorteile ergeben sich, indem mehrere Ummantelungen unter Ausbildung mehrerer
Laufspalte entlang der Drehachse des Rotors angeordnet und die Laufspalte mittels
des Spaltkontrollsystems zwischen dem Rotor und den Ummantelungen gemeinsam einstellbar
sind. Hierdurch können die Laufspalte mehrerer Stufen der Strömungsmaschine vorteilhaft
gemeinsam mittels des Spaltkontrollsystems eingestellt werden, wodurch signifikante
Kosten- und Gewichtseinsparungen gegeben sind.
[0047] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen eines Laufspalts
zwischen einem Rotorschaufeln umfassenden Rotor einer Strömungsmaschine, insbesondere
einer Gasturbine, und einer diesen zumindest abschnittsweise umgebenden, wenigstens
zwei Segmente umfassenden Ummantelung. Um eine Kompensierung möglichst vieler Einflussgrößen
und damit eine zuverlässige und betriebssichere Einstellbarkeit des Laufspalts unter
verschiedenen Betriebszuständen der Strömungsmaschine zu ermöglichen, umfasst das
Verfahren erfindungsgemäß zumindest die Schritte Ermitteln einer Größe des Laufspalts
mittels wenigstens einer Sensoreinrichtung und Übermitteln der Größe an eine Steuer-
und/oder Regeleinheit, Steuern bzw. Regeln wenigstens eines Aktuators mittels der
Steuer- und/oder Regeleinheit in Abhängigkeit der ermittelten Größe des Laufspalts,
axiales Verschieben und/oder Verschwenken bezüglich einer Drehachse des Rotors eines
um den Rotor angeordneten Verstellelements mittels des wenigstens einen Aktuators,
Betätigen wenigstens einer Verstelleinrichtung mittels des Verstellelements und radiales
Bewegen bezüglich der Drehachse des Rotors wenigstens eines Segments der Ummantelung
mittels der wenigstens einen Verstelleinrichtung. Die sich hieraus ergebenden Vorteile
sind bereits aus den vorhergehenden Beschreibungen des Spaltkontrollsystems bzw. der
Strömungsmaschine zu entnehmen Dabei kann vorgesehen sein, dass eine Strömungsmaschine
bzw. ein Spaltkontrollsystem gemäß einem der vorhergehenden Ausführungsbeispiele verwendet
wird.
[0048] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Größe
des Laufspalts im Fall einer fehlerhaften Sensoreinrichtung mittels der Steuer- und/oder
Regeleinheit anhand der übermittelten Größe einer weiteren Sensoreinrichtung ermittelt
und der wenigstens eine Aktuator in Abhängigkeit der ermittelten Größe gesteuert bzw.
geregelt wird. Hierdurch kann durch eine entsprechende Steuer- bzw. Regellogik eine
erhöhte Ausfallsicherheit erzielt werden, indem der wenigstens eine Aktuator in Abhängigkeit
der Messsignale der weiteren, intakten Sensoreinrichtung gesteuert wird.
[0049] Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie
die nachfolgend in den Ausführungsbeispielen genannten Merkmale und Merkmalskombinationen
sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Weitere
Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen, in welchen gleiche
oder funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisches Liniendiagramm einer zeit- und lastabhängigen Radiusänderung eines
Rotors und einer diesen umgebenden Ummantelung einer Strömungsmaschine;
- Fig. 2
- eine schematische Perspektivansicht eines Spaltkontrollsystems gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel;
- Fig. 3
- eine schematische Schnittansicht des in Fig. 2 gezeigten Spaltkontrollsystems, wobei
neben einer Durchmesseränderung und einem Mittelachsenversatz zusätzlich eine Ovalisierung
der Ummantelung auftritt;
- Fig. 4
- eine schematische Perspektivansicht dreier Segmente der in Fig. 2 gezeigten Ummantelung,
wobei jedes Segment mit mehreren Verstelleinrichtungen des Spaltkontrollsystems gekoppelt
ist;
- Fig. 5
- mehrere Ausführungsbeispiele von mit Versteifungselementen versehenen Segmenten der
Ummantelung;
- Fig. 6
- eine schematische Perspektivansicht eines mehrere Leitschaufeln umfassenden Segments,
welches mittels einer Schubstange gegenüber einem Traggehäuse abgestützt ist;
- Fig. 7
- ein Ausführungsbeispiel der Verstelleinrichtung in schematischer Perspektiv- und Seitenansicht;
- Fig. 8
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der Verstelleinrichtung in schematischer Perspektiv-
und Seitenansicht;
- Fig. 9
- eine schematische Perspektivansicht des Spaltkontrollsystems gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 10
- eine schematische und ausschnittsweise seitliche Schnittansicht einer mit dem in Fig.
9 gezeigten Spaltkontrollsystem versehenen Strömungsmaschine;
- Fig. 11
- eine schematische und teilgeschnittene Perspektivansicht einer in Fig. 9 gezeigten
Verstelleinrichtung; und
- Fig. 12
- eine schematische seitliche Schnittansicht der Verstelleinrichtung gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel.
[0050] Fig. 1 zeigt ein schematisches Liniendiagramm einer zeit- und lastabhängigen Radiusänderung
eines Rotors und einer diesen umgebenden Ummantelung einer Strömungsmaschine und wurde
bereits vorstehend erläutert. Um unabhängig vom Betriebszustand der Strömungsmaschine
stets die optimale Laufspaltgröße Δr
opt und damit einen optimalen Wirkungsgrad zu erzielen, ist es wie beschrieben erforderlich,
den mit der Linie φ2 charakterisierten Ist-Radius der Ummantelung des Rotors mit Hilfe
eines Spaltkontrollsystems an den mit der gestrichelt dargestellte Linie φ3 charakterisierten
SollRadius anzupassen.
[0051] Fig. 2 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines Spaltkontrollsystems gemäß
einem ersten Ausführungsbeispiel. Das Spaltkontrollsystem dient dabei zum Einstellen
des Laufspalts L zwischen einem Rotorschaufeln 10 (s. Fig. 10) umfassenden Rotor 12
(s. Fig. 3) einer Strömungsmaschine 14 (s. Fig. 10), insbesondere einer Gasturbine,
und einer diesen zumindest abschnittsweise umgebenden Ummantelung 18. Um einen möglichst
kleinen Laufspalt L unter Berücksichtigung aller relevanten Einflussgrößen zu erzielen,
ist es notwendig, dass sich die Ummantelung 18 über dem Rotor 12 zu jedem Zeitpunkt
an den Durchmesser bzw. den Radius und die Lage des Rotors 12 bzw. seiner Drehachse
D anpassen kann. Zu diesem Zweck weist die Ummantelung 18 im vorliegenden Ausführungsbeispiel
vier Segmente 16a-d (Liner) auf, die zumindest weitgehend unabhängig voneinander bewegbar
sind. Das Spaltkontrollsystem umfasst vorliegend acht, als Verstellgetriebe ausgebildete
Verstelleinrichtungen 20, welche jeweils mit wenigstens einem Segment 16 der Ummantelung
18 gekoppelt sind. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Verstelleinrichtungen
20 als Aktuatoren, Steuerstangen oder dergleichen ausgebildet sind bzw. Aktuatoren,
Steuerstangen oder äquivalente Elemente umfassen. Mittels der Verstelleinrichtungen
20 können die Segmente 16a-d zum Einstellen des Laufspalts radial bezüglich einer
Drehachse D des Rotors 12 bewegt werden. Weiterhin umfasst das Spaltkontrollsystem
ein um den Rotor 12 anordenbares Verstellelement 22, welches vorliegend im Wesentlichen
als Ring ausgebildet ist und zwei gelenkig miteinander verbundene Halbringe als Teilabschnitte
22a, 22b umfasst. Das Verstellelement 22 ist mit den Verstelleinrichtungen 20 gekoppelt
und kann zum Betätigen der Verstelleinrichtungen 20 und damit zum Einstellen des Laufspalts
L axial bezüglich der Drehachse D des Rotors 12 verschoben oder gegenüber dem Rotor
12 verschwenkt werden. Entsprechend sind die Verstelleinrichtungen 20 ausgebildet,
eine zumindest überwiegend axiale Bewegung des Verstellelements 22 in eine zumindest
überwiegend radiale Bewegung der jeweils zugeordneten Segmente 16a-d der Ummantelung
18 umzuwandeln. Die Segmente 16a-d sind innerhalb eines konzentrisch zur Drehachse
D des Rotors 12 angeordneten, ringförmig ausgebildeten Traggehäuses 24 angeordnet.
Das Traggehäuse 24 kann dabei als Außengehäuse der Strömungsmaschine 14 ausgebildet
sein oder innerhalb eines separaten Außengehäuses liegen. Die Verstelleinrichtungen
20 - und damit mittelbar das Verstellelement 22 - sind am Traggehäuse 24 festgelegt.
Zusätzlich sind im Nahbereich jeder zweiten Verstelleinrichtung 20 insgesamt vier
Sensoreinrichtungen 26a-d gleichmäßig voneinander beabstandet am Traggehäuse 24 festgelegt,
mittels welchen eine Größe des Laufspalts L an unterschiedlichen Umfangspositionen
ermittelbar ist. Zwischen dem Traggehäuse 24 und den radial verschiebbaren Segmenten
16a-d sind Dichtelemente (nicht gezeigt) angeordnet. Die Dichtelemente können als
Dichtungsplättchen (sogenannte "Leaf Seals") ausgebildet sein, wobei auch andere Dichtungstypen,
beispielsweise Bürstendichtungen oder C-Ringe, vorgesehen sein können. Die Dichtelemente
40 verhindern eine traggehäuseseitige Umströmung der Segmente 16a-d in axialer Richtung.
[0052] Das Spaltkontrollsystem umfasst weiterhin vier mit dem Verstellelement 22 gekoppelte
Aktuatoren 28a-d, mittels welchem das Verstellelement 22 axial bezüglich der Drehachse
D des Rotors 12 verschiebbar oder gegenüber dem Rotor 12 verschwenkbar ist. Die Aktuatoren
28a-d sind dabei gleichmäßig voneinander beabstandet außenumfänglich der Ummantelung
18 sowie jeweils im Bereich einer Verstelleinrichtung 20 angeordnet. Das Spaltkontrollsystem
weist Steuer- und/oder Regeleinheit 30 auf, welche mit den Sensoreinrichtungen 26a-d
und den Aktuatoren 28a-d gekoppelt ist. Die Steuer- und/oder Regeleinheit 30 ist ausgelegt,
die Aktuatoren 28a-d in Abhängigkeit der mittels der Sensoreinrichtungen 26a-d ermittelten
Größe Δr des Laufspalts L zu steuern bzw. zu regeln. Die von den Sensoreinrichtungen
26a-d gelieferten Steuersignale werden hierzu in der Steuer- und/oder Regeleinheit
30 verarbeitet.
[0053] Von der Steuer- und/oder Regeleinheit 30 erhält der jeweilige, der betreffenden Sensoreinrichtung
26a-d zugeordnete Aktuator 26a-d im Normalfall ein Signal, das Verstellelement solange
axial zu bewegen, bis durch die betreffende Sensoreinrichtung 26a-d die optimale Größe
Δr
opt des Laufspalts L ermittelt werden kann. Das Gleiche geschieht an den anderen Sensorpositionen.
Dadurch wird es möglich, an verschiedenen Umfangspositionen unterschiedliche Hubbewegungen
der Segmente 16a-d auszuführen. Die Sensoreinrichtungen 26a-d können nach verschieden
physikalischen Prinzipen arbeiten, beispielsweise kapazitiv, induktiv, optisch, mit
Mikrowellen oder mit Wirbelstrom. Gleiches gilt für die Aktuatoren 28a-d, die beispielsweise
hydraulisch, pneumatisch, elektrisch, piezoelektrisch oder magnetisch betreibbar sein
können.
[0054] Im Fehlerfall, z.B. beim Ausfall einer Sensoreinrichtung 26a-d, kann über eine entsprechende
Fehlerlogik durch die vorzugsweise redundant ausgebildete Steuer- und/oder Regeleinheit
30 derjenige Aktuator 26a-d, dessen normalerweise zugeordnete Sensoreinrichtung 26a-d
ausgefallen ist, dennoch angesteuert werden. Hierzu kann beispielsweise aus den Signalen
der verbliebenen funktionsfähigen Sensoreinrichtung 26a-d ein entsprechendes Steuersignal
abgeleitet werden.
[0055] Bei einer über den Umfang gleichmäßigen Änderung des Laufspalts wird das Verstellelement
22 von allen Aktuatoren 28a-d axial bezüglich der Drehachse D des Rotors 12 verschoben.
Bei einem Versatz der Mittelachse M des Traggehäuses 24 gegenüber der Drehachse D
wird das Verstellelement 22 hingegen an den einzelnen Aktuatorpositionen unterschiedlich
in axialer Richtung bewegt. Das Verstellelement 22 führt dadurch eine räumliche Schwenkbewegung
gegenüber dem Rotor 12 bzw. seiner Drehachse D (Taumelbewegung) aus. Hierdurch kann
ein konstanter Laufspalt L über den ganzen Umfang der Ummantelung 18 eingestellt werden.
Ein besonderer Vorteil der Verstelleinrichtungen 20 liegt dabei darin, dass sie vergleichsweise
große Bewegungen der Aktuatoren 28a-d in vergleichsweise kleine Bewegungen der Segmente
16a-d umwandeln können, wodurch der Laufspalt L besonders präzise einstellbar ist.
[0056] Grundsätzlich gilt, dass bei einer Rotation des Rotors 12 ein Punkt auf einer Spitze
einer Rotorschaufel 10 eine ideale Kreisbahn beschreibt. Ein Kreis ist eindeutig bestimmt,
wenn drei Raumpunkte bekannt sind, die auf unterschiedlichen Umfangspositionen in
der Kreisebene liegen. Wenn man zunächst den Fall einer Ovalisierung der Ummantelung
18 vernachlässigt, genügen insgesamt drei Sensoreinrichtungen 26 und drei Aktuatoren
28, die mit einem einteiligen Verstellelement 22 verbunden sind, um in unterschiedlichen
Betriebszuständen der Strömungsmaschine einen über den Umfang der Ummantelung 18 konstanten
Laufspalt L einzustellen.
[0057] Fig. 3 zeigt eine schematische Schnittansicht des in Fig. 2 gezeigten Spaltkontrollsystems,
wobei neben einer Änderung des Durchmessers φ bzw. des Radius des Rotors 12 zusätzlich
ein Versatz zwischen der Mittelachse M und der Drehachse D sowie eine Ovalisierung
der Ummantelung 18 auftritt. Die Ummantelung 18 weist dadurch ihrerseits einen minimalen
Durchmesser φ
min sowie einen maximalen Durchmesser φ
max auf, wodurch der Laufspalt L über den Umfang variiert und unterschiedliche Größen
Δr
a-d aufweist.
[0058] Zum Einstellen eines konstanten Laufspalts L umfasst das bereits in Fig. 2 erläuterte
Spaltkontrollsystem die vier Aktuatoren 28a-d und die vier Sensoreinrichtungen 26a-d.
Jeder der Aktuatoren 28a-d bewegt das Verstellelement 22 unterschiedlich weit entlang
der Drehachse D, wodurch eine Schwenkbewegung erzeugt wird. Dies wird durch den mehrteiligen
und gelenkigen Aufbau des Verstellelements 22 ermöglicht. Durch ein lineares Verschieben
des Verstellelements 22 entlang der Mittelachse M bzw. der Drehachse D kann eine gleichmäßige
Radiusänderung der Ummantelung 18 erzielt werden. Durch ein Kippen des Verstellelements
22 gegenüber der Mittelachse M kann ein Mittellinienversatz ausgeglichen werden. Mit
den vier Akuatoren 28a-d kann schließlich auch durch "Verknicken" des Verstellelements
22, d.h. durch relatives Verschwenken der Teilabschnitte 22a, 22b zueinander, die
Ovalisierung vollkommen ausgeglichen werden, wenn die gelenkige Verbindung der Teilabschnitte
22a, 22b des Verstellelements 22 in einer durch die Triebwerksachse T und einer Hauptachse
H der entstehenden Querschnittsellipse gebildeten Ebene liegen. Bei beliebiger Lage
der Hauptachsen H der Querschnittsellipsen wird die Ovalisierung nur teilweise ausgeglichen.
Wenn auch bei beliebiger Lage der Querschnittsellipsen die Ovalisierung zumindest
annähernd vollkommen ausgeglichen werden soll, so hat sich eine weitere Unterteilung
des Verstellelements 22 z.B. in drei Teilabschnitte oder die Verwendung von sechs
Aktuatoren 28 als vorteilhaft gezeigt. Da aber die Ovalisierung der Ummantelung 18
normalerweise klein im Vergleich zum Versatz zwischen der Mittelachse M und der Drehachse
D ist, hat sich ein Spaltkontrollsystem mit vier Aktuatoren 28 in aller Regel als
vollkommen ausreichend gezeigt. Zusammenfassend ist das erfindungsgemäße Spaltkontrollsystem
in der Lage, den Laufspalt L über dem Umfang der Ummantelung 18 mit unterschiedlichen
Verstellwegen einzustellen. Dadurch kann sowohl auf Änderungen des Durchmessers φ
bzw. des Radius' r des Rotors 12 als auch auf einen Versatz zwischen der Mittelachse
M der Ummantelung 18 und der Drehachse D des Rotors 12 als auch auf eine Ovalisierung
der Ummantelung 18 reagiert werden.
[0059] Fig. 4 zeigt eine schematische Perspektivansicht dreier Segmente 16a-c der in Fig.
2 gezeigten Ummantelung 18, wobei jedes Segment 16a-c mit mehreren Verstelleinrichtungen
20 des Spaltkontrollsystems gekoppelt ist. Die Segmente 16a-c werden üblicherweise
für einen bestimmten Durchmesser hergestellt. Würden die relativ großen Segmente 16a-d
einfach auf einen anderen Radius verschoben, ergäben sich aufgrund ihrer Krümmung,
sichelförmige Laufspalte L. Zudem muss bei instationären Betriebszuständen der Strömungsmaschine
mit einem radialen Temperaturgradienten, der die Krümmung unkontrolliert verändert,
sowie mit Verformungen durch mechanische Beanspruchung (z.B. durch Gaslasten) gerechnet
werden. Zur Sicherstellung der geforderten Krümmung der Segmente 16a-d wird daher
jedes Segment 16a-d an drei Umfangsstellen mit einer Verstelleinrichtung 20 gekoppelt
und durch diese auf eine Kreisbahn mit dem aktuellen Rotordurchmesser zuzüglich des
gewünschten Laufspalts L gezwungen. Dabei ist jeweils eine Verstelleinrichtung 20
zwei Segmenten 16 zugeordnet.
[0060] Die Segmente 16a-d sind in radialer Richtung mit ihren jeweils benachbarten Segmenten
16 an den Segmenträndern formschlüssig verbunden. Der Formschluss wird durch einen
Zugbolzen 31 und eine federbelastete Druckplatte 33 der Verstelleinrichtung 20 erzeugt.
Damit wird auch an der Verbindungsstelle der Segmente 16a-d mit den jeweiligen Verstelleinrichtungen
20 Spielfreiheit erreicht. In Umfangsrichtung sind die Segmente 16a-d zueinander verschiebbar,
was einerseits wegen der im Betrieb auftretenden unterschiedlichen Temperaturen zwischen
den Segmenten 16a-d und dem Traggehäuse 24 und anderseits aufgrund der Möglichkeit
die Segmente 16a-d radial zu verschieben notwendig ist (eine radiale Verschiebung
aller Segmente 16a-d um z.B. 0,5 mm ergibt eine Änderung der Umfangslänge von 3,14
mm). Zwischen den Angriffspunkten der Verstelleinrichtungen 20 an den Segmenten 16a-d
ist die Steifigkeitsverteilung so gewählt, dass unter allen Betriebzuständen eine
konstante Krümmung vorliegt.
[0061] Fig. 5 zeigt hierzu mehrere Ausführungsbeispiele von jeweils mit Versteifungselementen
32 versehenen Segmenten 16. Mit Hilfe der Versteifungselemente 32 wird bei einer Variation
der Radialposition der Segmente 16a-d nahezu eine ideale Kreisform beibehalten. Die
Versteifungselemente 32 können dabei einteilig mit den Segmenten 16 ausgebildet sein.
Mögliche Ausgestaltungen der Versteifungselemente 32 umfassen beispielsweise Variation
der radialen Bauhöhe des Segments 16 oder Rippen mit abnehmender Breite zu den Segmenträndern
hin. Auf diese Weise lässt sich die Steifigkeitsverteilung der Segmente 16 optimal
anpassen.
[0062] Fig. 6 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines mehrere Leitschaufeln 34 umfassenden
Segments 16, welches mittels einer an ihren Enden gelenkig gelagerten Schubstange
36 mittelbar gegenüber dem Traggehäuse 24 (nicht dargestellt) der Strömungsmaschine
abgestützt ist. Dabei fungiert vorliegend ein Befestigungselement der Verstelleinrichtung
20 gleichzeitig als Stützelement für die Schubstange 36, so dass auftretende Kräfte
in das Traggehäuse eingeleitet werden. Die Leitschaufeln 34 können als separate Bauteile
oder als integraler Bestandteil der Segmente 16 ausgebildet sein. Alternativ oder
zusätzlich können die Leitschaufeln 34 am Traggehäuse 24 festgelegt sein. Wenn die
Leitschaufeln 34 wie gezeigt an den Segmenten 16 befestigt sind, werden auch die Laufspalte
an der Ringrauminnenkontur, das heißt der Laufspalt zwischen dem Rotor 12 und den
Leitschaufeln 34, durch das Spaltkontrollsystem eingestellt. Die von den Leitschaufel
34 erzeugten Kräfte wirken dann auf das Segment 16. Damit das Spaltkontrollsystem
nicht nachteilig durch diese Kräfte beeinflusst wird, ist es sinnvoll die Kräfte mittels
der Schubstange 36 abzuleiten und zu verteilen.
[0063] Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Verstelleinrichtung 20 in schematischer
Perspektiv- und Seitenansicht. Die Verstelleinrichtung 20 ermöglicht ebenfalls die
Umwandlung einer überwiegend axialen Bewegung des Verstellelements 22 in eine kleine
radiale Bewegung des zugeordneten Segments 16. Die Verstelleinrichtung 20 umfasst
eine Biegefeder 38, welche auf das Traggehäuse 24 montiert ist und durch einen mit
dem Verstellelement 22 gekoppelten Kniehebelmechanismus 42 verformt werden kann. Eine
an die Biegefeder 38 angehängte Traverse 44 überträgt die Bewegung auf das Segment
16.
[0064] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Verstelleinrichtung 20 ist in schematischer
Perspektiv- und Seitenansicht in Fig. 8 gezeigt. Hierbei wird die radiale Bewegung
der Traverse 44 und damit des Segments 16 durch Verdrehen von mit dem Verstellelement
22 gekoppelten Exzenterwellen 46 erzeugt.
[0065] Fig. 9 zeigt eine schematische Perspektivansicht des Spaltkontrollsystems gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel. Der grundsätzliche Aufbau ist dabei bereits aus der Beschreibung
von Fig. 2 bekannt. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel umfasst das vorliegende
Spaltkontrollsystem mehrere Gruppen von jeweils drei, über eine Koppelstange 48 miteinander
gekoppelten Verstelleinrichtungen 20, welche jeweils axial bezüglich der Drehachse
D des Rotors 12 angeordnet und gemeinsam mittels des Verstellelements 22 betätigbar
sind. Entsprechend umfasst die Ummantelung 18 mehrere Gruppen von Segmenten 16, die
ebenfalls entlang der Drehachse D des Rotors 12 angeordnet sind. Das Spalthaltungssystem
eignet sich daher insbesondere für mehrstufige Strömungsmaschinen. Da die Rotordehnungen
der Stufen in einem Hochdruckverdichter ein ähnliches zeitliches Verhalten zeigen
- speziell wenn die Wärmeausdehnungskoeffizienten der verwendeten Werkstoffe ähnlich
gewählt sind - ist es in Verbindung mit einer Optimierung des zeitlichen Dehnverhaltens
des Traggehäuses 24 (geometrische Gestaltung, Masseverteilung, Isolierung und dergleichen)
möglich, das Spaltverhalten der Stufen weitestgehend aneinander anzugleichen. Durch
unterschiedliche Hebellängen an den Verstelleinrichtungen 20 lassen sich bei gleicher
Axialbewegung des Verstellelements 22 unterschiedliche Hubbewegungen an den Segmenten
16 der verschiedenen Stufen erzielen. Zudem kann an jeder Stufe ein anderer Laufspalt
L eingestellt werden. Damit wird es möglich, durch die Laufspaltgrößenermittlung an
einer Stufe die Laufspalte L der anderen Stufen mit derselben Aktuatorbewegung einzustellen.
[0066] Fig. 10 zeigt eine schematische und ausschnittsweise seitliche Schnittansicht einer
mit dem in Fig. 9 gezeigten Spaltkontrollsystem versehenen, mehrstufigen Strömungsmaschine
14. Die Strömungsmaschine 14 bzw. das Spaltkontrollsystem werden im Folgenden in Zusammenschau
mit Fig. 11 und Fig. 12 erläutert werden. Fig. 11 zeigt hierbei eine schematische
und teilgeschnittene Perspektivansicht einer in Fig. 10 gezeigten Verstelleinrichtung
20, während in Fig. 12 schließlich eine schematische seitliche Schnittansicht der
Verstelleinrichtung 20 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel dargestellt ist. Der
allgemeine Aufbau der Strömungsmaschine 14 ist dabei aus dem Stand der Technik bekannt.
Die drei in Fig. 10 erkennbaren Verstelleinrichtungen 20 sind entlang der Drehachse
D des Rotors 12 angeordnet und an einem Traggehäuse 24 der Strömungsmaschine 14 festgelegt.
Aufgrund eines vergleichbaren Ausdehnungsverhaltens werden die drei Verstelleinrichtungen
20 gemeinsam angesteuert und betätigt. Grundsätzlich kann jedoch vorgesehen sein,
dass die Verstelleinrichtungen 20 einzeln oder gruppenweise gesteuert bzw. geregelt
betätigt werden. Das Spaltkontrollsystem kann dabei grundsätzlich sowohl in Verdichter-
als auch in Turbinenstufen angeordnet sein. Besondere Vorteile ergeben sich, wenn
das Spaltkontrollsystem im Bereich hinterer Stufen der Strömungsmaschine angeordnet
ist, da bei diesen aufgrund der kleinen Schaufeln das Verhältnis zwischen Laufspalt
und Schaufelgröße besonders relevant ist.
[0067] Jede Verstelleinrichtung 20 ist mit Dichtelementen 52 abgedichtet. Zwei Liner-Segmente
16a, 16b werden von einem Federelement 54 (z.B. Schraubenfeder, Tellerfederpacket
etc.) über eine Druckhülse 80 und die Druckplatte 33 radial nach innen in Richtung
Rotor 12 gedrückt. Damit kein Segment 16 in den Rotor 12 bewegt wird, kann jedes Segment
16 über ein Gewinde 58, welches im in Fig. 11 gezeigten Ausführungsbeispiel als Kugelumlaufgewinde
und im in Fig. 12 gezeigten Ausführungsbeispiel als Bewegungsgewinde ausgebildet ist,
radial vom Rotor 12 wegbewegt werden. Die Kraftübertragung erfolgt jeweils über ein
Drucklager 60 auf eine Ankerplatte 62 und den Zugbolzen 31. Dieser ist formschlüssig
mit dem Segment 16 bzw. den Segmenten 16a, 16b verbunden, wobei in Fig. 12 eine Gleitstelle
zwischen dem Segment 16b und dem Zugbolzen 31 beispielhaft mit Pfeil XII gekennzeichnet
ist. Die beschriebene Anordnung bietet den Vorteil, dass durch die Federelemente 54
die gesamte Verstelleinrichtung 20 verspannt und damit spielfrei ist.
[0068] Das Gewinde 58 bietet in Kombination mit dem Drucklager 60 den Vorteil, dass die
Verstelleinrichtung 20 einen geringen Verschleiß und eine geringe innere Reibung besitzt.
Im Gegensatz zum aus der
US 5,104,287 bekannten Spaltkontrollsystem sind die Federelemente 54 vorliegend in die Verstelleinrichtung
20 integriert und außerhalb des Außengehäuses 50 und damit im vergleichsweise kalten
Bereich der Strömungsmaschine 14 angeordnet. Zwischen dem Außengehäuse 50 und der
Verstelleinrichtung 20 sowie innerhalb der Verstelleinrichtung 20 sind mehrere Dichtelemente
52 angeordnet. Diese geben den Bauteilen die erforderliche Bewegungsmöglichkeit (Hubbewegung
und thermische Differenzdehnung) und dichten zugleich Räume mit unterschiedlichen
Drücken gegeneinander ab. Alternativ können auch als Kolbenringe, C-Dichtungen, Faltenbälge
oder dergleichen ausgebildete Dichtelemente 52 vorgesehen sein.
[0069] In Fig. 12 ist ein Betätigungshebel 66 der Verstelleinrichtung 20 erkennbar, welche
einerseits mit dem Verstellelement 22 gekoppelt und andererseits drehfest mit dem
Gewinde 58 verbunden ist, um die zumindest im Wesentlichen axiale Bewegung des Verstellelements
22 in eine kleinere radiale Bewegung umzuwandeln. Eine grundsätzlich optionale Rasterung
erleichtert in manchen Anwendungen die gewünschte Einstellbarkeit des Laufspalts L.
Wie bereits vorstehend erläutert, funktioniert die Verstelleinrichtung 20 gemäß dem
gezeigten Ausführungsbeispiel in der Art eines Spindeltriebs. Die Verstelleinrichtung
20 ist am Traggehäuse 24 der Strömungsmaschine durch Schrauben, Schweißen oder dergleichen
befestigt.
[0070] In Fig. 12 ist weiterhin eine Verbindungshülse 82 erkennbar. Das Federelement 54
(Schraubenfeder, Tellerfederpacket etc.) drückt die Segmente 16a, 16b über einen Druckbolzen
80 und die Druckplatte 33 an den Segmenträndern oder in der Segmentmitte (nicht gezeigt)
radial in Richtung der Triebwerksachse, wobei sich das Federelement 54 am Bolzenteil
des Gewindes 58 abstützt. Das Mutterteil 58a des Gewindes 58 wirkt über ein Drucklager
auf die Ankerplatte 62 und über den Zugbolzen 31 auf die Segmente 16a, 16b bzw. im
Fall einer Anordnung in einer Segmentmitte auf ein einzelnes Segment 16. Der Zugbolzen
31 wirkt dem Druckbolzen 80 entgegen, wodurch die gesamte Verstelleinrichtung 20 in
sich vorgespannt und damit spielfrei ist. Das Verdrehen des Mutterteils 58a bewirkt
eine radiale Verschiebung der Ankerplatte 62 und der mittelbar mit dieser verbundenen
Segmente 16a, 16b. An den Gleitstellen (Pfeil XII) zwischen Verstelleinrichtung 20
und Gehäusen (Außengehäuse 50 bzw. Traggehäuse 24) sowie innerhalb der Verstelleinrichtung
20 sind verschiedene Dichtelemente 52 (Kolbenringe, C-Ringe, Faltenbälge, etc.) vorgesehen.
Die Verbindungshülse 82, das Gewinde 58 und die Ankerplatte 62 bilden dabei vorliegend
ein Verstelleinrichtungsgehäuse 90.
[0071] Die in den Unterlagen angegebenen Parameterwerte zur Definition von Prozess- und
Messbedingungen für die Charakterisierung von spezifischen Eigenschaften des Erfindungsgegenstands
sind auch im Rahmen von Abweichungen - beispielsweise aufgrund von Messfehlern, Systemfehlern,
Einwaagefehlern, DIN-Toleranzen und dergleichen - als vom Rahmen der Erfindung mitumfasst
anzusehen.
1. Spaltkontrollsystem zum Einstellen eines Laufspalts (L) zwischen einem Rotorschaufeln
(10) umfassenden Rotor (12) einer Strömungsmaschine (14), insbesondere einer Gasturbine,
und einer diesen zumindest abschnittsweise umgebenden, wenigstens zwei Segmente (16a-d)
umfassenden Ummantelung (18), mit wenigstens einer Verstelleinrichtung (20), welche
mit wenigstens einem Segment (16a-d) der Ummantelung (18) koppelbar ist und mittels
welcher das wenigstens eine Segment (16a-d) zum Einstellen des Laufspalts (L) radial
bezüglich einer Drehachse (D) des Rotors (12) bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Segment (16a-d) der Ummantelung (18) mit wenigstens drei der Verstelleinrichtungen
(20) des Spaltkontrollsystems gekoppelt ist.
2. Spaltkontrollsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Verstelleinrichtungen (20) an entgegengesetzten Randbereichen ihres zugeordneten
Segments (16a-d) angeordnet sind und/oder eine Verstelleinrichtung (20) in der Mitte
ihres zugeordneten Segments (16a-d) angeordnet ist.
3. Spaltkontrollsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei benachbarte Segmente (16a-d) mit einer gemeinsamen Verstelleinrichtung
(20) gekoppelt sind.
4. Spaltkontrollsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein um den Rotor (12) anordenbares Verstellelement (22) vorgesehen ist, welches mit
wenigstens einer Verstelleinrichtung (20) gekoppelt und zum Betätigen der Verstelleinrichtung
(20) relativ zu dieser bewegbar ist.
5. Spaltkontrollsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellelement (22) mehrere Teilabschnitte (22a, 22b) umfasst, die vorzugsweise
gelenkig miteinander verbunden sind.
6. Spaltkontrollsystem nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellelement (22) zum Einstellen des Laufspalts (L) axial bezüglich der Drehachse
(D) des Rotors (12) verschiebbar und/oder gegenüber dem Rotor (12) verschwenkbar ist.
7. Spaltkontrollsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (18) wenigstens eine Leitschaufel (34) umfasst und/oder vorzugsweise
mittels einer Schubstange (36) gegenüber einem Traggehäuse (24) abgestützt ist.
8. Spaltkontrollsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Sensoreinrichtung (26) vorgesehen ist, mittels welcher eine Größe
(Δr) des Laufspalts (L) ermittelbar ist.
9. Spaltkontrollsystem nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein mit dem Verstellelement (22) gekoppelter Aktuator (28) vorgesehen
ist, mittels welchem das Verstellelement (22) axial bezüglich der Drehachse (D) des
Rotors (12) verschiebbar oder gegenüber dem Rotor (12) verschwenkbar ist.
10. Spaltkontrollsystem nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Steuer- und/oder Regeleinheit (30) vorgesehen ist, welche mit wenigstens
einer Sensoreinrichtung (26a-d) und wenigstens einem Aktuator (28a-d) gekoppelt ist
und ausgelegt ist, den wenigstens einen Aktuator (28a-d) in Abhängigkeit der mittels
der wenigstens einen Sensoreinrichtung (26a-d) ermittelten Größe (Δr) des Laufspalts
(L) zu steuern bzw. zu regeln.
11. Strömungsmaschine (14), insbesondere Gasturbine, mit einem Rotorschaufeln (10) umfassenden
Rotor (12), einer diesen zumindest abschnittsweise umgebenden, wenigstens zwei Segmente
(16a-d) umfassenden Ummantelung (18), und einem Spaltkontrollsystem, mittels welchem
ein Laufspalt (L) zwischen dem Rotor (12) und der Ummantelung (18) einstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Spaltkontrollsystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet ist.
12. Strömungsmaschine (14) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Spaltkontrollsystem im Bereich einer Niederdruckverdichterstufe und/oder einer
Hochdruckverdichterstufe und/oder einer Niederdruckturbinenstufe und/oder einer Hochdruckturbinenstufe
der Strömungsmaschine (14) angeordnet ist.
13. Strömungsmaschine (14) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (18) zwei als Halbringe ausgebildete Segmente (16) oder höchstens
acht, bevorzugt höchstens sechs Segmente (16) umfasst.
14. Strömungsmaschine (14) nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Ummantelungen (18) unter Ausbildung mehrerer Laufspalte (L) entlang der Drehachse
(D) des Rotors (12) angeordnet und die Laufspalte (L) mittels des Spaltkontrollsystems
zwischen dem Rotor (12) und den Ummantelungen (18) gemeinsam einstellbar sind.
15. Verfahren zum Einstellen eines Laufspalts (L) zwischen einem Rotorschaufeln (10) umfassenden
Rotor (12) einer Strömungsmaschine (14), insbesondere einer Gasturbine, und einer
diesen zumindest abschnittsweise umgebenden, wenigstens zwei Segmente (16a-d) umfassenden
Ummantelung (18), folgende Schritte umfassend:
- Ermitteln einer Größe (Δr) des Laufspalts (L) mittels wenigstens einer Sensoreinrichtung
(26a-d) und Übermitteln der Größe (Δr) an eine Steuer- und/oder Regeleinheit (30);
- Steuern bzw. Regeln wenigstens eines Aktuators (28a-d) mittels der Steuer- und/oder
Regeleinheit (30) in Abhängigkeit der ermittelten Größe (Δr) des Laufspalts (L);
- axiales Verschieben und/oder Verschwenken bezüglich einer Drehachse (D) des Rotors
(12) eines um den Rotor (12) angeordneten Verstellelements (22) mittels des wenigstens
einen Aktuators (28a-d); gekennzeichnet durch
- Betätigen wenigstens einer von drei an jedem Segment (16a-d) gekoppelten Verstelleinrichtung
(20) mittels des Verstellelements (22); und
- radiales Bewegen bezüglich der Drehachse (D) des Rotors (12) wenigstens eines Segments
(16a-d) der Ummantelung (18) mittels wenigstens einer vom den drei Verstelleinrichtungen
(20), und die Größe (Δr) des Laufspalts (L) im Fall einer fehlerhaften Sensoreinrichtung
(26a-d) mittels der Steuer- und/oder Regeleinheit (30) anhand der übermittelten Größe
(Δr) einer weiteren Sensoreinrichtung (26a-d) ermittelt und der wenigstens eine Aktuator
(28a-d) in Abhängigkeit der hierdurch ermittelten Größe (Δr) gesteuert bzw. geregelt
wird.
1. A clearance control system for adjusting a running clearance (L) between a rotor (12),
comprising rotor blades (10), of a turbomachine (14), in particular a gas turbine,
and a casing (18) that surrounds the rotor at least in sections and comprises at least
two segments (16a-d), having at least one adjusting device (20) which can be coupled
to at least one segment (16a-d) of the casing (18) and by means of which the at least
one segment (16a-d) for the adjustment of the running clearance (L) can be moved radially
in relation to a rotational axis (D) of the rotor (12), characterised in that each segment (16a-d) of the casing (18) is coupled to at least three of the adjusting
devices (20) of the clearance control system.
2. A clearance control system according to claim 1, characterised in that two adjusting devices (20) are arranged at opposite edge regions of their associated
segment (16a-d), and/or one adjusting device (20) is arranged in the centre of its
associated segment (16a-d).
3. A clearance control system according to claim 1 or 2, characterised in that at least two adjacent segments (16a-d) are coupled to a common adjusting device (20).
4. A clearance control system according to one of claims 1 to 3, characterised in that an adjusting element (22) is provided that can be arranged around the rotor (12),
is coupled to at least one adjusting device (20) and, in order to actuate the adjusting
device (20), can be moved relatively to it.
5. A clearance control system according to claim 3, characterised in that the adjusting element (22) comprises a plurality of subsections (22a, 22b) which
are preferably connected together in an articulated manner.
6. A clearance control system according to claim 4 or 5, characterised in that in order to adjust the running clearance (L) the adjusting element (22) can be shifted
axially in relation to the rotational axis (D) of the rotor (12) and/or can be pivoted
with respect to the rotor (12).
7. A clearance control system according to one of claims 1 to 6, characterised in that the casing (18) comprises at least one guide vane (34) and/or is supported with respect
to a support housing (24) preferably by means of a thrust rod (36).
8. A clearance control system according to one of claims 1 to 7, characterised in that at least one sensor device (26) is provided by means of which a magnitude (Δr) of
the running clearance (L) can be determined.
9. A clearance control system according to one of claims 4 to 8, characterised in that at least one actuator (28) is provided that is coupled to the adjusting element (22)
and by means of which the adjusting element (22) can be shifted axially in relation
to the rotational axis (D) of the rotor (12) or can be pivoted with respect to the
rotor (12).
10. A clearance control system according to claim 8 or 9, characterised in that at least one control and/or regulating unit (30) is provided which is coupled to
at least one sensor device (26a-d) and at least one actuator (28a-d) and is designed
to control or to regulate the at least one actuator (28a-d) as a function of the magnitude
(Δr) of the running clearance (L) determined by means of the at least one sensor device
(26a-d).
11. A turbomachine (14), in particular a gas turbine, having a rotor (12) comprising rotor
blades (10), a casing (18) surrounding the rotor at least in sections and comprising
at least two segments (16a-d), and a clearance control system by means of which a
running clearance (L) can be adjusted between the rotor (12) and the casing (18),
characterised in that the clearance control system is formed in accordance with one of claims 1 to 10.
12. A turbomachine (14) according to claim 11, characterised in that the clearance control system is arranged in the region of a low-pressure compressor
stage and/or a high-pressure compressor stage and/or a low-pressure turbine stage
and/or a high-pressure turbine stage of the turbomachine (14).
13. A turbomachine (14) according to claim 11 or 12, characterised in that the casing (18) comprises two segments (16) formed as half-rings or at most eight,
preferably at most six, segments (16).
14. A turbomachine (14) according to one of claims 11 to 13, characterised in that a plurality of casings (18) are arranged along the rotational axis (D) of the rotor
(12) with the formation of a plurality of running clearances (L), and the running
clearances (L) can be adjusted jointly by means of the clearance control system between
the rotor (12) and the casings (18).
15. Method for adjusting a running clearance (L) between a rotor (12), comprising rotor
blades (10), of a turbomachine (14), in particular a gas turbine, and a casing (18)
that surrounds the rotor at least in sections and comprises at least two segments
(16a-d), comprising the following steps:
- determination of a magnitude (Δr) of the running clearance (L) by means of at least
one sensor device (26a-d) and transmission of the magnitude (Δr) to a control and/or
regulating unit (30);
- control or regulation of at least one actuator (28a-d) by means of the control and/or
regulating unit (30) as a function of the magnitude (Δr) of the running clearance
(L) determined;
- axial shifting and/or pivoting in relation to a rotational axis (D) of the rotor
(12) of an adjusting element (22), arranged around the rotor (12), by means of the
at least one actuator (28a-d); characterised by
- actuation of at least one of three adjusting device (20), coupled to each segment
(16a-d), by means of the adjusting element (22); and
- radial movement in relation to the rotational axis (D) of the rotor (12) of at least
one segment (16a-d) of the casing (18) by means of at least one of the three adjusting
devices (20), and the magnitude (Δr) of the running clearance (L) is determined in
the case of a defective sensor device (26a-d) by means of the control and/or regulating
unit (30) on the basis of the transmitted magnitude (Δr) of a further sensor device
(26a-d), and the at least one actuator (28a-d) is controlled or regulated as a function
of the magnitude (Δr) hereby determined.
1. Système de contrôle de jeu servant à régler un jeu fonctionnel (L) entre un rotor
(12), comportant des pales de rotor (10), d'une turbomachine (14), en particulier
d'une turbine à gaz, et une enveloppe (18) entourant ledit rotor au moins par endroits,
comportant au moins deux segments (16a-d), avec au moins un dispositif d'ajustement
(20), qui peut être couplé à au moins un segment (16a-d) de l'enveloppe (18) et qui
permet de déplacer de manière radiale par rapport à un axe de rotation (D) du rotor
(12) ledit au moins un segment (16a-d) pour régler le jeu fonctionnel (L), caractérisé en ce que chaque segment (16a-d) de l'enveloppe (18) est couplé à au moins trois des dispositifs
d'ajustement (2C) du système de contrôle de jeu.
2. Système de contrôle de jeu selon la revendication 1, caractérisé en ce que deux dispositifs d'ajustement (20) sont disposés au niveau de zones de bord opposées
de leur segment associé (16a-d), et/ou en ce qu'un dispositif d'ajustement (20) est disposé au centre de son segment associé (16a-d).
3. Système de contrôle de jeu selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins deux segments (16ad) adjacents sont couplés à un dispositif d'ajustement
(20) commun.
4. Système de contrôle de jeu selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'un élément d'ajustement (22) pouvant être disposé autour du rotor (12) est prévu,
lequel est couplé à au moins un dispositif d'ajustement (20) et peut être déplacé
par rapport au dispositif d'ajustement (20) aux fins de l'actionnement de ce dernier.
5. Système de contrôle de jeu selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'élément d'ajustement (22) comporte plusieurs section partielles (22a, 22b), qui
sont reliées de préférence entre elles de manière articulée.
6. Système de contrôle de jeu selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que l'élément d'ajustement (22) peut être déplacé par coulissement de manière axiale
par rapport à l'axe de rotation (D) du rotor (12) pour régler le jeu fonctionnel (L)
et/ou peut être pivoté par rapport au rotor (12).
7. Système de contrôle de jeu selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'enveloppe (18) comporte au moins une pale directrice (34) et/ou s'appuie de préférence
au moyen d'une barre de poussée (36) contre un boîtier de support (24).
8. Système de contrôle de jeu selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'au moins un dispositif capteur (26) est prévu, lequel permet de déterminer une dimension
(Δr) du jeu fonctionnel (L).
9. Système de contrôle de jeu selon l'une quelconque des revendications 4 à 8, caractérisé en ce qu'au moins un actionneur (28)' couplé à l'élément d'ajustement (22) est prévu, lequel
permet de déplacer par coulissement de manière axiale par rapport à l'axe de rotation
(D) du rotor (12) l'élément d'ajustement (22) et/ou permet de faire pivoter ce dernier
par rapport au rotor (12).
10. Système de contrôle de jeu selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce qu'au moins une unité de commande et/ou de réglage (30) est prévue, laquelle est couplée
à au moins un dispositif capteur (26a-d) et au moins à un actionneur (28a-d) et est
configurée pour commander ou régler au moins un actionneur (28a-d) en fonction de
la dimension (Δr) du jeu fonctionnel (L) déterminée au moyen dudit au moins un dispositif
(26a-d).
11. Turbomachine (14), en particulier turbine à gaz, avec un rotor (12) comportant des
pales de rotor (10), une enveloppe (18) entourant ce dernier au moins par endroits
et comportant au moins deux segments (16a-d), et un système de contrôle de jeu, lequel
permet de régler un jeu fonctionnel (L) entre le rotor (12) et l'enveloppe (18), caractérisée en ce que le système de contrôle de jeu est réalisé selon l'une quelconque des revendications
1 à 10.
12. Turbomachine (14) selon la revendication 11, caractérisée en ce que le système de contrôle de jeu est disposé dans la zone d'un étage de compresseur
basse pression et/ou d'un étage de compresseur haute pression et/ou d'un étage de
turbine à basse pression et/ou d'un étage de turbine à haute pression de la turbomachine
(14).
13. Turbomachine (14) selon la revendication 11 ou 12, caractérisée en ce que l'enveloppe (18) comporte deux segments (16) réalisés sous la forme de demi-bagues
ou comporte au maximum huit segments, de préférence au maximum six segments (16).
14. Turbomachine (14) selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, caractérisée en ce que plusieurs enveloppes (18) sont disposées le long de l'axe de rotation (D) du rotor
(12) en formant plusieurs jeux fonctionnels (L), et en ce que les jeux fonctionnes (L) peuvent être réglés ensemble entre le rotor (12) et les
enveloppes (18) au moyen du système de contrôle de jeu.
15. Procédé pour régler un jeu fonctionnel (L) entre un rotor (12) d'une turbomachine
(14), en particulier d'une turbine à gaz, comportant des pales de rotor (10), et une
enveloppe (18) entourant ledit rotor au moins par endroits, comportant au moins deux
segments (16a-d), lequel procédé comprend les étapes suivantes consistant à :
- déterminer une dimension (Δr) du jeu fonctionnel (L) au moyen d'au moins un dispositif
de détention (26a-d) et transmettre ladite dimension (Δr) à une unité de commande
et/ou de réglage (30) ;
- commander ou régler au moins un actionneur (28a-d) au moyen de l'unité de commande
et/ou de réglage (30) en fonction de la dimension déterminée (Δr) du jeu fonctionné
(L) ;
- déplacer par coulissement axialement et/ou faire pivoter par rapport à un axe de
rotation (D) du rotor (12) un élément d'ajustement (22) disposé autour du rotor (12)
au moyen dudit au moins un actionneur (28a-d), caractérisé par les étapes consistant à
- actionner au moins un des trois dispositifs d'ajustement (20) couplés à chaque segment
(16a-d) au moyen de l'élément d'ajustement (22) ; et
- déplacer radialement par rapport à l'axe de rotation (D) du rotor (12) au moins
un segment (16a-d) de l'enveloppe (18) au moyen au moins d'un des trois dispositifs
d'ajustement (20),
- déterminer la dimension (Δr) du jeu fonctionnel (L) dans le cas d'un dispositif
capteur (26a-d) défaillant au moyen de l'unité de commande et/ou de réglage (30) à
l'aide de la dimension (Δr) transmise d'un autre dispositif capteur (26a-d), et
- commander ou régler ledit au moins un actionneur (28a-d) en fonction de la dimension
(Δr) déterminée à cet effet.