(19)
(11) EP 2 436 294 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.04.2012  Patentblatt  2012/14

(21) Anmeldenummer: 11182860.4

(22) Anmeldetag:  27.09.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47L 9/19(2006.01)
A47L 9/28(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 29.09.2010 DE 102010041684

(71) Anmelder: BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH
81739 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Flegler, Alexander
    97616 Bad Neustadt (DE)
  • Lehmann, Peter
    98617 Meiningen (DE)
  • Strehler, Thomas
    97616 Bad Neustadt (DE)

   


(54) Staubsauger und Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers


(57) Ein Staubsauger (1) weist einen Gebläsemotor (10), einen Staubraum (6) zur Aufnahme eines Hauptfilters (7; 8) und ein Sensorsystem (11) zum Erfassen einer einen Luftdurchsatz charakterisierenden Größe auf. Eine Elektronikeinheit (12) leitet einen Störungsmodus ein, in welchem der Gebläsemotor (10) mit reduzierter Leistung betrieben wird, wenn der Luftdurchsatz für eine vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen unterhalb eines vorgebbaren Durchsatz-Grenzwertes liegt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Staubsauger und ein Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers nach den Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche.

[0002] Bekannte Staubsauger werden üblicherweise mit einem in einen Staubraum des Staubsaugers einsetzbaren Wechselfilterbeutel als Hauptfilter betrieben. Es sind auch Staubsauger bekannt, bei welchen wiederverwendbare Staubsammelbehälter als Hauptfilter zum Einsatz kommen. In einer Weiterbildung sind bereits Staubsauger bekannt, die so ausgebildet sind, dass der Benutzer je nach Bedarf die Wahlmöglichkeit hat, den wiederverwendbaren Staubsammelbehälter oder den Einweg-Filterbeutel zu verwenden.

[0003] Verminderter Luftdurchsatz, welcher z.B. durch einen gefüllten Hauptfilter, eine Verstopfung oder eine verschlossene Saugdüse hervorgerufen werden kann, kann bei motorgetriebenen Staubsaugern zu einer Überhitzung des Gebläsemotors führen. Um eine Gefahr für den Benutzer und/oder eine dauerhafte Schädigung des Staubsaugers sicher auszuschließen, sind Vorkehrungen zu treffen, um eine derartige Überhitzung des Gebläsemotors zu vermeiden.

[0004] Üblicherweise werde dazu Temperaturüberwachungsschalter eingesetzt, welche den Gebläsemotor bei Überschreiten einer Grenztemperatur abschalten. Dies führt jedoch zu einem zusätzlichen Kosten- und Montageaufwand.

[0005] Aus der DE 10 2008 005 150 A1 ist ein Staubsauger bekannt, der wahlweise mit oder ohne Wechselfilterbeutel in einem Staubraum betreibbar ist, bei dem eine Elektronik vorgesehen ist, die den Unterdruck im Staubraum mit einem Sollwert vergleicht und bei Überschreiten des Sollwerts einen Störungszyklus einleitet. Dabei ist es auch vorgesehen, bei eingeleitetem Störungszyklus nach einer vorgegebenen Zeitdauer zu prüfen, ob der Unterdruck immer noch oberhalb des Sollwertes liegt und in diesem Fall die Leistung des Staubsaugers herunter zu regeln.

[0006] Dieses Verfahren führt jedoch auch dann zu einer Reduzierung der Leistung des Gebläsemotors, wenn der Unterdruck zu den Prüfzeitpunkten, z.B. aufgrund der Struktur des aktuell gereinigten Bodenbelags, nur kurzfristig oberhalb des Sollwertes liegt, eine echte Störung aber nicht vorliegt.

[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Staubsauger und ein Verfahren zu dessen Betrieb bereitzustellen, bei welchen ein Störungsfall in Form eines verminderten Luftdurchsatzes mit geringem Kosten- und Montageaufwand sicher detektiert werden kann und bei hoher Bedienerfreundlichkeit ein zuverlässiger Schutz gegen Überhitzung des Gebläsemotors gewährleistet ist.

[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Staubsauger und ein Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen 1 bzw. 8 gelöst.

[0009] Demgemäß umfasst der Staubsauger einen Gebläsemotor, einen Staubraum zur Aufnahme eines Hauptfilters und ein Sensorsystem zum Erfassen einer einen Luftdurchsatz charakterisierenden Größe. Erfindungsgemäß leitet eine Elektronikeinheit einen Störungsmodus ein, in welchem der Gebläsemotor mit reduzierter Leistung betrieben wird, wenn der Luftdurchsatz für eine vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen unterhalb eines vorgebbaren Durchsatz-Grenzwertes liegt.

[0010] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers wird eine einen Luftdurchsatz charakterisierende Größe erfasst und ein Störungsmodus, in welchem der Gebläsemotor mit reduzierter Leistung betrieben wird, eingeleitet, wenn der Luftdurchsatz für eine vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen unterhalb eines vorgebbaren Durchsatz-Grenzwertes liegt.

[0011] Durch die Reduktion der Motorleistung im Störungsfall, das heißt bei dauerhaft reduziertem Luftdurchsatz, wird eine Überhitzung des Gebläsemotors sicher vermieden. Im Gegensatz zu einer unmittelbaren Abschaltung bleibt der Staubsauger aber auch im Störungsfall weiterhin funktionsfähig, so dass eine Bedienperson begonnene Reinigungsarbeiten noch abschließen kann. Der Weiterbetrieb des Staubsaugers mit reduzierter Leistung hat darüber hinaus den Vorteil, dass die im Gebläsemotor gespeicherte Wärmeenergie weiterhin wirksam abgeführt wird, so dass der Staubsauger nach Beseitigung der Störung, also z.B. nach einem Wechsel des Wechselfilterbeutels oder nach dem Entleeren des Staubsammelbehälters ohne Abwarten einer Abkühlzeit sofort wieder einsatzbereit ist. Dadurch, dass der Störungsmodus erst eingeleitet wird, wenn der Luftdurchsatz über einen längeren Zeitraum dauerhaft im Wesentlichen ununterbrochen eingeschränkt ist, ist sichergestellt, dass die Motorleistung wirklich nur in einem echten Störungsfall reduziert wird.

[0012] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird der Luftdurchsatz durch den Füllgrad des Hauptfilters charakterisiert. In diesem Fall erfasst das Sensorsystem eine den Füllgrad des Hauptfilters charakterisierende Größe und die Elektronikeinheit leitet den Störungsmodus ein, wenn der Füllgrad des Hauptfilters für die vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb eines vorgebbaren ersten Füllgrad-Schwellwertes liegt. Zur Realisierung einer Filterwechselanzeige wird der Füllgrad in vielen Staubsaugern ohnehin erfasst, so dass die Erfindung ohne jeglichen zusätzlichen Hardwareaufwand realisiert werden kann.

[0013] Der Füllgrad des Hauptfilters kann besonders einfach und zuverlässig anhand des im Staubraum herrschenden Unterdrucks ermittelt werden. Demgemäß ist es gemäß einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass das Sensorsystem mindestens einen analogen oder digitalen Drucksensor umfasst, welcher den Unterdruck im Staubraum erfasst und die Elektronikeinheit den Störungsmodus einleitet, wenn der Unterdruck im Staubraum für die vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb eines vorgebbaren ersten Druck-Schwellwertes liegt. Anhand des Unterdrucks im Staubraum können neben dem Füllgrad des Hauptfilters auch anderweitig verursachte Einschränkungen des Luftdurchsatzes, z.B. durch eine Verstopfung in einem Zubehörteil, wie Düse, Saugrohr oder Saugschlauch, detektiert werden.

[0014] Zum Überwachen der ersten Zeitdauer kann die Elektronikeinheit ein Zeitglied umfassen, welches bei erstmaligem Unterschreiten des Durchsatz-Grenzwertes oder bei erstmaligem Überschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes gestartet wird und bei nachfolgendem Überschreiten des Durchsatz-Grenzwertes bzw. Unterschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes zurückgesetzt wird. Auf diese Weise wird auf einfache Weise gewährleistet, dass der Störungsmodus nur dann eingeleitet wird, wenn der Durchsatz-Grenzwert für die vorgebbare erste Zeitdauer ununterbrochen unterschritten wird bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druckgrenzwert für die vorgebbare erste Zeitdauer ununterbrochen überschritten wird.

[0015] Alternativ dazu kann das Zeitglied auch bei erstmaligem Unterschreiten des Durchsatz-Grenzwertes oder bei erstmaligen Überschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes gestartet werden und bei nachfolgendem Überschreiten des Durchsatz-Grenzwertes bzw. Unterschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes zurückgesetzt werden, wenn der Durchsatz-Grenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer überschritten wird bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druckgrenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer unterschritten wird und/oder wenn der Durchsatz-Grenzwert um einen vorgebbaren Betrag überschritten bzw. der erste Füllgrad-oder erste Druck-Grenzwert um einen vorgebbaren Betrag unterschritten wird.

[0016] Auf diese Weise wird vermieden, dass ein kurzfristiges Über- bzw. Unterschreiten des Grenzwertes, welches z.B. durch einen kurzfristigen Wechsel des aktuell gereinigten Bodenbelags verursacht werden kann, unmittelbar zu einem Zurücksetzen des Zeitgliedes und damit ggf. zu einer verspäteten Einleitung des Störmodus führt.

[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Staubsauger eine Filterwechselanzeige auf, mit Hilfe derer eine Notwendigkeit eines Wechsels oder einer Entleerung des Hauptfilters signalisiert wird, wenn der Füllgrad des Hauptfilters einen vorgebbaren zweiten Füllgrad-Schwellwert übersteigt oder der Unterdruck im Staubraum einen vorgebbaren zweiten Druck-Schwellwert übersteigt. Die Ausgangssignale des Sensorsystems werden auf diese Weise sowohl als Grundlage für die Einleitung des Störmodus als auch zur Anzeige eines notwendigen Filterwechsels genutzt. Dabei ist es vorteilhaft, wenn der zweite Füllgrad-Schwellwert dem ersten Füllgrad-Schwellwert bzw. der zweite Druck-Schwellwert dem ersten Druck-Schwellwert entspricht.

[0018] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung werden die erste und/oder zweite Zeitdauer in Abhängigkeit von Betriebsparametern und/oder Kenngrößen des Staubsaugers festgelegt. Dadurch kann der Zeitpunkt der Einleitung eines Störmodus optimal an die konkreten Rahmenbedingungen, wie z.B. die Leistungsfähigkeit des Gebläsemotors, angepasst werden.

[0019] Um eine unerwünschte automatische oder manuelle Erhöhung der Leistung des Gebläsemotors in einem Störungsfall sicher zu vermeiden ist es vorteilhaft, eine derartige Leistungserhöhung erst nach Beendigung des Störmodus zuzulassen.

[0020] Nach Einleitung des Störmodus kann die damit verbundene Leistungsreduzierung des Gebläsemotors bei allem bei Gebläsemotoren mit geringer Leistungsfähigkeit dazu führen, dass die Grenzwerte für den Luftdurchsatz, den Füllgrad des Hauptfilters oder der Unterdruck im Staubraum nicht mehr erreicht werden. Um eine vorzeitige Beendigung des Störmodus vor Beseitigung der Störung zu vermeiden, kann vorgesehen werden, dass der Störungsmodus nur beendet wird, wenn der Staubsauger ausgeschaltet oder von einer Energieversorgung getrennt wird.

[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme auf die beigefügte Figur erläutert, welche eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Staubsaugers zeigt.

[0022] In Figur 1 ist ein Staubsauger 1 mit einem Gehäuse 2 dargestellt. Im Heckbereich des Staubsaugers 1 sind zwei an gegenüberliegenden Längsseiten des Gehäuses 2 angeordnete Laufrollen 3 drehbar gelagert. Ein im Frontbereich des Staubsaugers 1 an dessen Oberseite angeordneter Anschlussstutzen 4 ist am Gehäuse 2 befestigt. Am Anschlussstutzen 4 ist ein Saugschlauch 5 angeschlossen, der mit einer nicht dargestellten Saugdüse verbunden ist. Im Gehäuse 2 befindet sich ein Staubraum 6. Der Staubsauger 1 ist wahlweise mit einem Wechselfilterbeutel 7, vorzugsweise einem Einweg-Filter ("bag"-Betrieb) oder einem wieder verwendbaren und entleerbaren Staubsammelbehälter 8 ("bagless"-Betrieb) als Hauptfilter in dem Staubraum 6 betreibbar. Der Staubsammelbehälter 8 ist mit einem Filtersystem 9 kombiniert. Der Staubsammelbehälter 8 ist durch Aufklappen des Gehäuses 2 entnehmbar.

[0023] In dem Gehäuse 2 sind außerdem ein Gebläsemotor 10, ein Sensorsystem 11 und eine Elektronikeinheit 12 vorgesehen. Das Sensorsystem 11 dient zum Erfassen einer den Luftdurchsatz charakterisierenden Größe und kann z.B. als analoger oder digitaler Drucksensor 13 ausgeführt sein, welcher den Unterdruck im Staubraum 6 und damit indirekt den Füllgrad des Wechselfilterbeutels 7 oder des Staubsammelbehälters 8 erfasst. Ohne Einfluss auf die Anwendbarkeit der Erfindung kann das Sensorsystem 11 aber auch eine andere den Luftdurchsatz charakterisierende Größe erfassen. Die Elektronikeinheit 12 wertet dann die Ausgangssignale des Sensorsystems 11 aus. Insbesondere wird die erfasste den Luftdurchsatz charakterisierende Größe mit einem Schwellwert, also z.B. der erfasste Unterdruck im Staubraum 6 mit einem ersten vorgebbaren Druck-Schwellwert verglichen. Liegt der Unterdruck im Staubraum 6 über eine vorgebbare erste Zeitdauer von z.B. fünf Minuten ununterbrochen oder zumindest im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb des ersten Druck-Schwellwertes, so leitet die Elektronikeinheit 12 einen Störmodus ein, in welchem der Gebläsemotor 10 mit reduzierter Leistung betrieben wird. Die Leistung wird dabei sinnvoll derart festgelegt, dass die sich daraus ergebende Strömgeschwindigkeit gerade noch ausreicht, um einen sicheren Betrieb des Staubsaugers zu gewährleisten. Die erste Zeitdauer wird dabei durch ein Zeitglied überwacht, welches integraler Bestandteil der Elektronikeinheit 12 ist.

[0024] An dem Gehäuse 2 des Staubsaugers 1 ist auch eine von außen sichtbare Filterwechselanzeige 14 angeordnet. Diese dient dazu, einer Bedienperson die Notwendigkeit eines Wechsels des Wechselfilterbeutels 7 oder eines Entleerens des Staubsammelbehälters 8 zu signalisieren. Dazu wird die durch das Sensorsystem 11 erfasste, den Füllgrad des Hauptfilters charakterisierende Größe, also z.B. der Unterdruck im Staubraum 6, mit einem zweiten Füllgrad- bzw. Druck-Schwellwert verglichen, welcher vorteilhaft dem ersten Füllgrad- bzw. dem ersten Druckschwellwert entspricht. Wird dieser zweite Schwellwert überschritten, so deutet das auf einen Füllgrad des Hauptfilters hin, welcher einen Wechsel oder eine Entleerung erforderlich machen, was über die Filterwechselanzeige 14 signalisiert wird.

[0025] Um die Einleitung des Störmodus auch gegen kurzfristige Schwankungen des Luftdurchsatzes oder des Unterdrucks im Staubraum 6 tolerant zu machen, kann es vorgesehen sein, den Störmodus auch dann einzuleiten, wenn die erfassten Größen kurzfristig, das heißt nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer oberhalb bzw. unterhalb des entsprechenden Grenzwertes liegen und/oder der entsprechende Grenzwert um nicht mehr als einen vorgebbaren Wert über- bzw. unterschritten wird. Dieses kann z.B. dadurch erreicht werden, dass das Zeitglied der Elektronikeinheit 12 bei derartigen kurzfristigen Schwankungen nicht zurückgesetzt wird.

[0026] Um die Einleitung des Störmodus möglichst optimal an die konkrete Ausgestaltung des Staubsaugers 1 und insbesondere dessen Gebläsemotors 10 anzupassen, können die erste und/oder zweite Zeitdauer in Abhängigkeit von Betriebs- und/oder Kenngrößen, wie z.B. der Leistungsfähigkeit des Gebläsemotors 10, des Staubsaugers 1 festgelegt werden.

[0027] Nach Einleitung eines Störmodus ist eine erneute Erhöhung der Leistung des Gebläsemotors 10 ist erst nach Beendigung des Störmodus wieder möglich. Dies gilt sowohl für automatische Leistungsanpassungen, welche im Normalbetrieb aufgrund aktueller Betriebsparameter vorgesehen sein können, als auch für manuelle Leistungserhöhungen, welche im Normalbetrieb z.B. über einen manuell zu betätigenden Leistungsregler vorgenommen werden können. Der Störmodus kann z.B. dadurch beendet werden, dass der Staubsauger 1 ausgeschaltet oder von einer Energieversorgung, also z.B. dem öffentlichen Stromnetz, getrennt wird.

[0028] Sollte der Staubsauger ohne Beseitigung des Fehlers, also z.B. ohne Wechsel des Wechselfilterbeutels 7 oder eine Entleerung des Staubsammelbehälters 8, wieder in Betrieb genommen werden, so werden die entsprechenden Grenzwerte erneut überschritten bzw. unterschritten und nach Ablauf der ersten Zeitdauer würde erneut ein Störmodus eingeleitet.

[0029] Die Erfindung wurde beispielhaft anhand eines Staubsaugers erläutert, welcher wahlweise mit einem Wechselfilterbeutel 7 oder einem Staubsammelbehälter 8 betrieben werden kann. Die Erfindung ist aber selbstverständlich auch für Staubsauger anwendbar, welche nur mit einem dieser Hauptfilter-Typen betrieben werden können.

[0030] Verwendete Bezugszeichen:
1
Staubsauger
2
Gehäuse
3
Laufrollen
4
Anschlussstutzen
5
Saugschlauch
6
Staubraum
7
Wechselfilterbeutel
8
Staubsammelbehälter
9
Filtersystem
10
Gebläsemotor
11
Sensorsystem
12
Elektronikeinheit
13
Drucksensor
14
Filterwechselanzeige



Ansprüche

1. Staubsauger (1) mit

- einem Gebläsemotor (10),

- einem Staubraum (6) zur Aufnahme eines Hauptfilters (7; 8) und

- einem Sensorsystem (11) zum Erfassen einer einen Luftdurchsatz charakterisierenden Größe,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Elektronikeinheit (12) einen Störungsmodus einleitet, in welchem der Gebläsemotor (10) mit reduzierter Leistung betrieben wird, wenn der Luftdurchsatz für eine vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen unterhalb eines vorgebbaren Durchsatz-Grenzwertes liegt.


 
2. Staubsauger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass

- der Luftdurchsatz durch den Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) charakterisiert wird,

- das Sensorsystem (11) eine den Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) charakterisierende Größe erfasst und

- die Elektronikeinheit (12) den Störungsmodus einleitet, wenn der Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) für die vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb eines vorgebbaren ersten Füllgrad-Schwellwertes liegt.


 
3. Staubsauger nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass

- der der Luftdurchsatz und/oder Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) durch einen Unterdruck im Staubraum (6) charakterisiert wird,

- das Sensorsystem (11) mindestens einen analogen oder digitalen Drucksensor (13) umfasst, welcher den Unterdruck im Staubraum (6) erfasst und

- die Elektronikeinheit (12) den Störungsmodus einleitet, wenn der Unterdruck im Staubraum (6) für die vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb eines vorgebbaren ersten Druck-Schwellwertes liegt.


 
4. Staubsauger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektronikeinheit (12) ein Zeitglied zum Überwachen der ersten Zeitdauer umfasst, welches bei erstmaligem Unterschreiten des Durchsatz-Grenzwertes oder bei erstmaligen Überschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes gestartet wird und bei nachfolgendem Überschreiten des Durchsatz-Grenzwertes bzw. Unterschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes zurückgesetzt wird.
 
5. Staubsauger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektronikeinheit (12) ein Zeitglied zum Überwachen der ersten Zeitdauer umfasst welches bei erstmaligem Unterschreiten des Durchsatz-Grenzwertes oder bei erstmaligen Überschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes gestartet wird und bei nachfolgendem Überschreiten des Durchsatz-Grenzwertes bzw. Unterschreiten des ersten Füllgrad- oder ersten Druck-Grenzwertes zurückgesetzt wird, wenn der Durchsatz-Grenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer überschritten wird bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druckgrenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer unterschritten wird und/oder wenn der Durchsatz-Grenzwert um einen vorgebbaren Betrag überschritten bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druck-Grenzwert um einen vorgebbaren Betrag unterschritten wird.
 
6. Staubsauger nach einem Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Filterwechselanzeige (14) vorgesehen ist, mit Hilfe derer eine Notwendigkeit eines Wechsels oder einer Entleerung des Hauptfilters (7; 8) signalisiert wird, wenn der Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) einen vorgebbaren zweiten Füllgrad-Schwellwert übersteigt oder der Unterdruck im Staubraum (6) einen vorgebbaren zweiten Druck-Schwellwert übersteigt.
 
7. Staubsauger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Füllgrad-Schwellwert dem ersten Füllgrad-Schwellwert bzw. der zweite Druck-Schwellwert dem ersten Druck-Schwellwert entspricht.
 
8. Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers (1) mit einem Gebläsemotor (10) und einem Staubraum (6) zur Aufnahme eines Hauptfilters (7; 8), bei dem

- eine einen Luftdurchsatz charakterisierende Größe erfasst wird und

- ein Störungsmodus eingeleitet wird, in welchem der Gebläsemotor (10) mit reduzierter Leistung betrieben wird, wenn der Luftdurchsatz für eine vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen unterhalb eines vorgebbaren Durchsatz-Grenzwertes liegt.


 
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine den Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) charakterisierende Größe erfasst wird und der Störungsmodus eingeleitet wird, wenn der Füllgrad des Hauptfilters (7; 8) für die vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb eines vorgebbaren ersten Füllgrad-Schwellwertes liegt.
 
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Unterdruck im Staubraum (6) erfasst wird und der Störungsmodus eingeleitet wird, wenn der Unterdruck im Staubraum (6) für die vorgebbare erste Zeitdauer im Wesentlichen ununterbrochen oberhalb eines vorgebbaren ersten Druck-Schwellwertes liegt.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Störungsmodus eingeleitet wird, wenn der Durchsatz-Grenzwert für die vorgebbare erste Zeitdauer ununterbrochen unterschritten wird bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druck-grenzwert für die vorgebbare erste Zeitdauer ununterbrochen überschritten wird.
 
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Störungsmodus eingeleitet wird, wenn der Durchsatz-Grenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer überschritten wird bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druckgrenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer nicht länger als eine vorgebbare zweite Zeitdauer unterschritten wird und/oder der Durchsatz-Grenzwert während der ersten Zeitdauer um nicht mehr als einen vorgebbaren Wert überschritten wird bzw. der erste Füllgrad- oder erste Druckgrenzwert während der vorgebbaren ersten Zeitdauer um nicht mehr als einen vorgebbaren Wert unterschritten wird.
 
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Zeitdauer in Abhängigkeit von Betriebsparametern und/oder Kenngrößen des Staubsaugers (1) festgelegt wird.
 
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine manuelle oder automatische Erhöhung der Leistung des Gebläsemotors (10) erst nach Beendigung des Störmodus zugelassen wird.
 
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Störungsmodus beendet wird, wenn der Staubsauger (1) ausgeschaltet oder von einer Energieversorgung getrennt wird.
 




Zeichnung








Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente