[0001] Die Erfindung betrifft ein zu verfahrendes Kehrgerät nach den Merkmalen des Oberbegriffes
des Anspruches 1.
[0002] In der
DE 44 14 683 A1 ist eine Kehrmaschine beschrieben und dargestellt, welche mit einer Vorrichtung zur
Aufnahme von Staub, Schmutzteilen oder dergleichen von einer zu reinigenden Fläche
mit Kehrbürsten und einer Aufnahmekammer für aufgenommenen Schmutz versehen ist. Dieses
Kehrgerät ist zur Entleerung der Aufnahmekammer mit einer Saugvorrichtung zusammenschaltbar.
Weiter ist dieses bekannte Kehrgerät als ein einen Elektromotor zum Antrieb der Kehrbürsten
aufweisendes hand- bzw. stielgeführtes Gerät ausgebildet.
[0003] Aus der
WO95/09577 A ist ein zu verfahrendes Kehrgerät bekannt, bei welchem in Verfahrrichtung der Kehrbürste
eine Scheuer-/Saugeinheit angeordnet ist, die Tellerbesen aufweist, sowie eine Sprühvorrichtung
und eine Saugvorrichtung. Eine Flüssigkeits-Auftragseinrichtung ist in Verfahrrichtung
hinter der Kehrbürste angeordnet, wobei eine solche Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
auch als Entfeuchtungs-Einrichtung betrieben sein kann.
[0004] Ausgehend von dem zuletzt genannten Stand der Technik stellt sich der Erfindung die
Aufgabe, ein zu verfahrendes Kehrgerät anzugeben, das hinsichtlich der Anordnung und
Abfolge von Funktionseinheiten günstig ausgebildet ist.
[0005] Diese Aufgabe ist beim Gegenstand des Anspruches 1 gelöst, wobei darauf abgestellt
ist, dass die Entfeuchtungs-Einrichtung hinter der Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
angeordnet ist, dass die Reinigungseinrichtung eine Reinigungswalze ist, und dass
die Reinigungswalze mit einem Reinigungstuch bespannt ist.
[0006] Die Erfahrung zeigt, dass übliches Kehren solcher Hartböden nicht zu einer vollständigen
Reinigung führt. Vielmehr ist häufig auch ein nachfolgendes Feuchtwischen des Hartbodens
erforderlich. Das Kehrgerät bietet die Möglichkeit, dem Kehren ein Feuchtwischen folgen
zu lassen. Es ist hierdurch eine vollständige Hartbodenreinigung in einem Arbeitsgang
ermöglicht. Diese benutzerfreundliche Lösung löst die bisher üblichen mehreren Arbeitsgänge
mit verschiedenen Geräten und entsprechenden Rüstzeiten ab.
[0007] Die einzelnen Baugruppen des Kehrgeräts - Kehreinrichtung, Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
und Entfeuchtungs-Einrichtung - arbeiten bevorzugt gleichzeitig. Denkbar ist jedoch
auch eine Lösung, bei welcher einzelne Baugruppen je nach Bedarf zuschaltbar sind.
Durch die angegebene Lösung ergibt sich ein Verfahren zur Reinigung von Hartböden
insbesondere im Haushaltsbereich, bei welchem in einem Arbeitsgang zunächst gekehrt,
hiernach ein Flüssigkeitsauftrag auf den Hartboden und abschließend die Aufnahme des
mit Schmutzpartikeln versetzten Flüssigkeitsfilms erfolgt. Eine Reinigung von Hartböden
erfolgt zufolge dieser Ausgestaltung ohne lange Rüstzeiten, ohne Körperkontakt zu
Schmutz- oder Reinigungsflüssigkeit, wie es beispielsweise beim üblichen Feuchtwischen
und Aufnehmen der Fall ist, und mit nur geringer körperlicher Anstrengung. Des Weiteren
ist mittels des angegebenen Kehrgeräts auch eine Kehr- und Feuchtreinigung von Überbodenflächen
und beispielsweise Vertikalflächen wie Wandfliesen, Duschkabinen oder ähnliches möglich.
[0008] Vor der Entfeuchtungs-Einrichtung ist die Reinigungswalze angeordnet, mittels welcher
der durch die Flüssigkeits-Auftragseinrichtung befeuchtete Boden mechanisch bearbeitet
wird. So können auch hartnäckige Verschmutzungen des Hartbodens in einem Arbeitsgang
beseitigt werden. Das Reinigen mit einer derartigen, bevorzugt elektromotorisch angetriebenen
rotierenden Reinigungswalze führt auch ohne mehrfaches Vor- und Zurückbewegen des
Kehrgeräts über dem zu reinigenden Bereich zu sehr guten Ergebnissen. Die Reinigungswalze
ist mit einem Reinigungstuch bespannt. Die Reinigungswalze kann eine Borstenwalze
sein.
[0009] Um eine deutlich größere mechanische Reinigungsarbeit gegenüber einem einfachen Überstreichen
einer verschmutzten Stelle mit einem konventionellen Wischer oder ähnlichem zu erreichen,
ist weiter vorgesehen, dass die Reinigungswalze mit einer im Vergleich zur Verfahrgeschwindigkeit
des Kehrgeräts höheren Relativgeschwindigkeit gegenüber dem Boden umläuft. So ist
beispielsweise bei einem Reinigungswalzen-Durchmesser von 40 - 60 mm eine Rotationsgeschwindigkeit
der Reinigungswalze von mehr als 500 U/min, so beispielsweise etwa 1000 U/min gegeben.
[0010] Die in Verfahrrichtung hinter der Kehrbürste angeordnete Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
dient zum Benetzen des Bodens mit Reinigungsflüssigkeit, wozu bevorzugt die Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
einen quer zur Verfahrrichtung ausgerichteten Dosierspalt aufweist. Denkbar ist auch
eine Ausgestaltung, bei welcher die Flüssigkeits-Auftragseinrichtung durch mehrere
quer zur Verfahrrichtung nebeneinander angeordnete Auftragsdüsen gebildet ist. Die
Flüssigkeitsausgabe kann schwerkraftunterstützt durch Öffnen und Schließen eines Ventils
erfolgen. Denkbar ist auch eine Ausgestaltung, bei welcher die Flüssigkeitsausgabe
durch Pumpen erfolgt, so beispielsweise durch Anordnung einer Dosierpumpe, wie etwa
eine Mini-Membranpumpe.
[0011] Durch den gezielten Auftrag ist eine geringe Menge der Reinigungsflüssigkeit zum
Benetzen des Bodens ausreichend. So erfolgt bevorzugt der Auftrag von 0,25 bis 1 Liter,
weiter bevorzugt 0,5 Liter je 10 m
2. Hierdurch bedingt können der Frischwassertank und ein ggf. vorgesehener Schmutzwassertank
relativ klein dimensioniert sein. Um an stark verschmutzten Stellen bei Bedarf mehr
Reinigungsflüssigkeit aufbringen zu können bzw. um auf empfindlichen Hartböden, wie
beispielsweise Parkett oder Laminat, eine geringere Dosiermenge aufzutragen, erweist
es sich als sinnvoll, dass die Ausgabemenge einstellbar ist. Das auf dem Boden zurückbleibende
Schmutzwasser wird abschließend von der Entfeuchtungs-Einrichtung aufgenommen, wobei
letztere eine Absaugeinrichtung sein kann. Eine solche Absaugeinrichtung ist mit einem,
einen Luftstrom erzeugenden Saug-/Gebläsemotor und einer Abschaltscheide versehen.
Bevorzugt wird eine Ausgestaltung, bei welcher die Entfeuchtungs-Einrichtung als Wischtuch
ausgebildet ist.
[0012] Ein solches Wischtuch kann hierbei ein im Bodenbereich des Kehrgeräts aufgespanntes
Tuch sein. In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Wischtuch umlaufend
angeordnet ist. Ein solches, insbesondere sehr langsam umlaufendes Wischtuch kann
deutlich länger eingesetzt werden, da dieses aufgrund seiner größeren Länge mehr Flüssigkeit
aufnehmen kann als ein bodenseitig aufgespanntes Wischtuch. Ergänzend kann das umlaufende
Wischtuch durch Quetschen entfeuchtet werden, wobei die hierbei austretende Flüssigkeit
in einem Sammelbehälter aufgenommen wird. Hierzu sind beispielsweise zwei Walzen vorgesehen,
zwischen welchen das Wischtuch durchbewegt wird.
[0013] In einer weiter bevorzugten Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes ist das Kehrgerät
über einen Akkumulator betrieben, was auch bei einem hand- oder stielgeführten Kehrgerät
von Vorteil sein kann. Über den Akkumulator wird sowohl die rotierende Kehrbürste
als auch die Reinigungswalze und die Entfeuchtungs-Einrichtung, insbesondere das umlaufende
Wischtuch angetrieben, wobei weiter beispielsweise über eine integrierte Elektronik
die Dosiermenge der Flüssigkeitsausgabe einstellbar ist. Über diese Elektronik kann
die Pumpe oder das Ventil zur Ausgabe der Flüssigkeit in, auf die gewünschte Dosiermenge
abgestimmten Intervallen ausgelöst werden.
[0014] Des Weiteren ist die Anordnung eines für sich bekannten Schmutzsensors denkbar, mittels
welchem die Ausgabemenge der Flüssigkeit selbsttätig entsprechend dem ermittelten
Verschmutzungsgrad des zu reinigenden Hartbodens angepasst wird. Die Grobschmutzaufnahme
der in Verfahrrichtung vor der Flüssigkeits-Auftragseinrichtung angeordneten Kehrbürste
erfolgt in bekannter Weise, indem die motorisch angetriebene Kehrbürste losen Schmutz
über eine Schmutzrampe in einen Schmutzbehälter, zum Beispiel einem schneckenhausförmigen
Behälter befördert. Dieser Schmutzbehälter kann nach dem Reinigungsvorgang entweder
entnommen und ausgeleert oder mit Hilfe eines Staubsaugers abgesaugt werden. Diesbezüglich
wird auf die eingangs erwähnte
DE 44 14 683 A1 verwiesen, deren Inhalt hiermit vollinhaltlich in die Offenbarung vorliegender Erfindung
mit einbezogen wird, auch zu dem Zwecke, Merkmale dieser Patentanmeldung in Ansprüche
vorliegender Erfindung mit einzubeziehen.
[0015] Nachstehend ist die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen, welche lediglich
mehrere Ausführungsbeispiele darstellen, näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- in einer perspektivischen Darstellung ein erfindungsgemäßes selbstfahrendes Kehrgerät
in Form eines Kehrroboters;
- Fig. 2
- die Unteransicht hierzu;
- Fig. 3
- den schematischen Schnitt gemäß der Linie III - III in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine der Fig. 3 entsprechende Schnittdarstellung, jedoch eine alternative Ausführungsform
betreffend;
- Fig. 5
- das selbstfahrende Kehrgerät in einer Schnittdarstellung gemäß Fig. 4, jedoch in Zuordnung
zu einer Basisstation des Kehrroboters;
- Fig. 6
- in perspektivischer Schemadarstellung das erfindungsgemäße Kehrgerät in Form eines
stielgeführten Geräts und
- Fig. 7
- eine Schnittdarstellung gemäß Fig. 4, jedoch die Ausführungsform gemäß der Darstellung
in Fig. 6 betreffend.
[0016] Die Figuren 1 und 2 zeigen ein erfindungsgemäßes Kehrgerät 1 in Form eines selbsttätig
verfahrbaren Reinigungsroboters mit einem Chassis 2 und einer das Chassis 2 überdeckenden
Abdeckhaube 3, wie aus der
DE 102 42 257 A1 als Bodenstaub-Aufsammelgerät bekannt ist. Der Inhalt dieser Patentanmeldung wird
hiermit vollinhaltlich in die Offenbarung vorliegender Erfindung mit einbezogen, auch
zu dem Zwecke, Merkmale dieser Patentanmeldung in Ansprüche vorliegender Erfindung
mit einzubeziehen.
[0017] Das autonom arbeitende Kehrgerät 1 weist zwei elektromotorisch angetriebene Verfahrräder
4 auf.
[0018] In Verfahrrichtung r ist stirnseitig eine sich quer zur Verfahrrichtung r erstreckende,
elektromotorisch angetriebene Kehrbürste 6 angeordnet, die der Grobschmutzaufnahme
dient. Dies geschieht durch mechanische Bürstbearbeitung des zu reinigenden Hartbodens
7 mittels der Kehrbürste 6, wobei die Schmutzpartikel über eine in Verfahrrichtung
r hinter der Kehrbürste 6 angeordneten Schmutzrampe 8 in einen Schmutzsammelraum 9
befördert werden. Letzterer und die in diesen übergehende Schmutzrampe 8 sind im Querschnitt
gemäß der Darstellung in Fig. 3 schneckenhausartig ausgeformt, so dass der in dem
Schmutzsammelraum 9 aufgenommene Schmutz nicht selbsttätig wieder austreten kann.
[0019] Des Weiteren ist hinter der Kehrbürste 6 bzw. der Schmutzrampe 8 - in Verfahrrichtung
r betrachtet - eine Flüssigkeits-Auftragseinrichtung 10 vorgesehen. Diese weist einen
Tank 11 zur Bevorratung einer Reinigungsflüssigkeit auf, welcher im Bereich des von
der Kehrbürste 6 und der Schmutzrampe 8 durchsetzten Chassisbodens 12 in einen quer
zur Verfahrrichtung r ausgerichteten Dosierspalt 13 mündet. Dieser Dosierspalt 13
ist über ein Ventil 14 öffen- und schließbar.
[0020] Die Flüssigkeitsabgabe erfolgt nach Öffnen des Ventils 14 schwerkraftunterstützt.
Denkbar ist auch eine Ausgestaltung, bei welcher die Flüssigkeitszufuhr über eine
Dosierpumpe erfolgt. Weiter ist eine Dosierung der Flüssigkeitsausgabe vorgesehen.
Diese Dosierung kann manuell über einen Regler erfolgen. Im Zusammenhang mit einem
gegebenenfalls vorgesehenen Schmutzsensor des Kehrgeräts 1, mittels welchem ein Verschmutzungsgrad
des zu reinigenden Hartbodens 7 ermittelt werden kann, kann die Dosierung auch mit
Hilfe einer elektronischen Auswerteeinheit erfolgen.
[0021] In Verfahrrichtung r ist der Flüssigkeits-Auftragseinrichtung 10 nachgeordnet eine
Reinigungswalze 15 vorgesehen, welche sich gleich der Kehrbürste 6 quer zur Verfahrrichtung
r erstreckt und hinsichtlich ihrer Rotationsrichtung gleichgerichtet ist zur Kehrbürste
6. In der in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsform handelt es sich bei der Reinigungswalze
15 um eine Borstenwalze zur mechanischen Bürstbearbeitung des über die Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
10 befeuchteten Hartbodens 7.
[0022] Die Rotationsgeschwindigkeit insbesondere der Reinigungswalze 15 ist so gewählt,
dass diese mit einer im Vergleich zur Verfahrgeschwindigkeit des Kehrgeräts 1 höheren
Relativgeschwindigkeit gegenüber dem Hartboden 7 umläuft. So rotieren sowohl die Reinigungswalze
15 als auch die Kehrbürste 6 bevorzugt mit einer Geschwindigkeit von etwa 1000 U/min.
[0023] Wie in der Ausführungsform gemäß der Darstellung in Fig. 4 gezeigt, kann die Reinigungswalze
15 auch mit einem Reinigungstuch 16 bespannt sein.
[0024] In Verfahrrichtung r abschließend ist eine Entfeuchtungs-Einrichtung 17 vorgesehen
zur Aufnahme des auf dem Hartboden 7 befindlichen Schmutzwassers. Diese Entfeuchtungs-Einrichtung
17 kann eine Absaugeinrichtung sein, wozu in dem Kehrgerät 1 ein nicht dargestelltes
Sauggebläse angeordnet ist. Diesem ist ein Flüssigkeitsabscheider zugeordnet.
[0025] Wie in Fig. 3 dargestellt, kann die Entfeuchtungs-Einrichtung 7 auch in einfachster
Weise durch ein unter dem Chassisboden 12 aufgespanntes Wischtuch 18 gebildet sein,
welches zur Aufnahme einer größeren Flüssigkeitsmenge entsprechend eingestellt ist.
[0026] Alternativ besteht, wie in Fig. 4 dargestellt, die Entfeuchtungs-Einrichtung 17 aus
einem umlaufenden Wischtuch 18, welches elektromotorisch angetrieben in einer Vertikalebene
um Umlenkrollen 19 geführt ist. Die Umlaufgeschwindigkeit dieses Endlos-Wischtuchs
ist gering eingestellt. Diese alternative Lösung kann deutlich länger eingesetzt werden,
da ein solches umlaufendes Wischtuch 18 aufgrund seiner größeren Länge mehr Flüssigkeit
aufnehmen kann.
[0027] Das umlaufende Wischtuch 18 wird durch Quetschen entfeuchtet, wozu zwei zusätzliche
Walzen 20 vorgesehen sind, zwischen welchen das Wischtuch 18 durchgeführt ist. Mittels
dieser Walzen 20 wird das Wischtuch 18 ausgewrungen, wobei die hierbei austretende
Flüssigkeit in einem Sammelbehälter 21 aufgenommen wird.
[0028] Weiter wird bevorzugt, wie in Fig. 4 dargestellt, dass das umlaufende Wischtuch 18
über eine relativ große Kontaktfläche über den Hartboden 7 zur Aufnahme des Schmutzwassers
geführt wird.
[0029] Mittels der erfindungsgemäßen Hintereinanderanordnung einer Grobschmutzaufnahme -
gebildet durch Kehrbürste 6 und Schmutzsammelraum 9 - einer Flüssigkeits-Auftragseinrichtung
10, einer Reinigungswalze 15 und einer abschließenden Entfeuchtungs-Einrichtung 17
in einem Gerät ist eine vereinfachte und darüber hinaus auch hygienische Komplettreinigung
eines Hartbodens erreichbar. Insbesondere dadurch bedingt, dass zunächst eine Grobschmutzaufnahme
durch Kehren erfolgt, ist zur anschließenden Feuchtreinigung nur ein relativ geringer
Flüssigkeitsauftrag bei üblicher Verschmutzung nötig. So reicht in einer bevorzugten
Ausführungsform ca. 1 Liter Reinigungsflüssigkeit für eine etwa 20 qm große zu reinigende
Fläche aus. Entsprechend klein kann der Tank 11 sowie der Sammelbehälter 21 bemessen
sein, was wiederum zu einer kompakten Bauform des Kehrgeräts 1 führt.
[0030] Die Elektromotoren für die Kehrbürste 6, die Reinigungswalze 15 sowie für den Antrieb
für das umlaufende Wischtuch 18 werden über einen lediglich schematisch dargestellten
Akkumulator 22 betrieben, über welchen auch eine Stromversorgung einer Steuerungseinheit
beispielsweise zur Steuerung des Ventils 14 im Dosierspalt 13 erreicht sein kann.
[0031] Es ist weiter aus der erwähnten
DE 102 42 257 A1 bekannt, dem Kehrgerät 1 eine Basisstation 23 zuzuordnen, zu welchem das Kehrgerät
1 unter anderem zum Aufladen des Akkumulators 22 selbsttätig zurückkehrt. An dieser
Basisstation 23 kann in bekannter Weise eine Entleerung des Schmutzsammelraums 9 mittels
eines gesonderten Staubsaugers durchgeführt werden.
[0032] Wie in der schematischen Darstellung in Fig. 5 gezeigt, kann die Basisstation 23
eine Reinigungseinrichtung 31 zur Selbstreinigung des Kehrgeräts 1 aufweisen, wozu
in der Basisstation 23 bodenseitig eine mit einer Reinigungsflüssigkeit 30 gefüllte
Wanne 24 vorgesehen ist, über welche die Kehrbürste 6, die Reinigungswalze 15 sowie
gegebenenfalls das Wischtuch 18 bei wannenrandseitiger Abstützung des Kehrgeräts 1
über dessen Verfahrräder 4 schweben. Über in der Wanne 24 angeordnete, sich parallel
zu der Kehrbürste 6 bzw. der Reinigungswalze 15 erstreckende und jedenfalls teilweise
in Reinigungsflüssigkeit 30 eintauchende Reinigungsbürsten 25 werden die Reinigungskomponenten
des Kehrgeräts 1 selbsttätig gereinigt, wobei die in der als Unterflurbecken ausgebildeten
Wanne 24 angeordneten Reinigungsbürsten 25 aktiv angetrieben sein können und über
diese rotierenden Reinigungsbürsten 25 die Kehrbürste 6 und die Reinigungswalze 15
zur vollständigen Reinigung derselben gedreht werden. Auch wird das umlaufende Wischtuch
18 über weitere Reinigungsbürsten 25 in Umlaufrichtung zur vollständigen Reinigung
desselben bewegt.
[0033] Denkbar ist diesbezüglich auch die Anordnung von inaktiven Reinigungsbürsten 25,
welche lediglich drehbar gelagert sind. Die Reinigung der entsprechenden Komponenten
des Kehrgeräts 1 erfolgt hierbei durch Einschalten der Elektromotoren und damit einhergehender
Rotation der Kehrbürste 6 und der Reinigungswalze 15 bzw. damit einhergehender Umlaufbewegung
des Wischtuchs 18, wobei durch kämmende Wirkung mit den Reinigungsbürsten 25 eine
Reinigung dieser Komponenten erfolgt.
[0034] Weiter denkbar, jedoch nicht dargestellt, ist in der Basisstation 23 auch eine Wiederbefüllung
des geräteseitigen Tanks 11 mit Reinigungsflüssigkeit, wozu in der Basisstation 23
ein Flüssigkeits-Vorratsbehälter vorgesehen ist und wobei weiter die Wiederbefüllung
des Tanks 11 selbsttätig bei einem Andocken des Geräts 1 an der Basisstation 23 erfolgt,
indem beispielsweise ein tankseitiges, selbstschließendes Ventil beaufschlagt wird.
[0035] Des Weiteren ist auch die Entleerung des Sammelbehälters 21 in der Basisstation 23
denkbar, wozu die Basisstation 23 ein Aufnahmebehältnis für das Schmutzwasser aufweist.
Auch diese Entleerung kann selbsttätig bei einem Andocken des Geräts 1 an der Basisstation
23 erfolgen, wobei beispielsweise ein selbstschließendes Ventil beim Andocken geöffnet
wird und das in dem Sammelbehälter 21 bevorratete Schmutzwasser schwerkraftunterstützt
in das stationsseitige Aufnahmebehältnis abläuft.
[0036] Wie weiter in den Darstellungen in den Fig. 6 und 7 gezeigt, kann das Kehrgerät 1
auch in Form eines hand- oder stielgeführten Geräts ausgebildet sein. So ist das Kehrgerät
1 mit einer Aufnahme 26 versehen, in welche ein, endseitig mit einem Führungsgriff
27 versehener Gerätestiel 28 einsteckbar ist. Die Anordnung der einzelnen Reinigungskomponenten
wie Kehrbürste 6, Flüssigkeits-Auftragseinrichtung 10, Reinigungswalze 15 und Entfeuchtungs-Einrichtung
17 entsprechen der Anordnung in den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen. Die
zum Antrieb der einzelnen Komponenten dienenden Elektromotoren sind von diesem stielgeführten
Gerät akkumulatorbetrieben. Im Unterschied zu dem zuvor beschriebenen Kehrrobotor
sind keine elektromotorisch angetriebenen Verfahrräder vorgesehen. Die Abstützung
des Geräts auf dem Hartboden 7 erfolgt über übliche Stützrollen oder dergleichen.
[0037] Mittels dieses handgeführten Kehrgeräts 1 ist auch eine Kehr-/Feuchtreinigung von
Überbodenflächen und beispielsweise auch Vertikalflächen möglich, so zum Reinigen
von Wandfliesen oder Duschabtrennungen.
1. Zu verfahrendes Kehrgerät (1) mit einer Kehrbürste (6), einem zugeordneten Schmutzsammelraum
(9), einer Flüssigkeits-Auftragseinrichtung (10), die in Verfahrrichtung (r) hinter
der Kehrbürste (6) angeordnet ist, und einer Entfeuchtungs-Einrichtung (17), wobei
vor der Entfeuchtungs-Einrichtung (17) eine Reinigungseinrichtung (15) angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfeuchtungs-Einrichtung (17) hinter der Flüssigkeits-Auftragseinrichtung (10)
angeordnet ist, dass die Reinigungseinrichtung eine Reinigungswalze (15) ist, und
dass die Reinigungswalze (15) mit einem Reinigungstuch (16) bespannt ist.
2. Kehrgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungswalze (15) eine Borstenwalze ist.
3. Kehrgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungswalze (15) mit einer im Vergleich zur Verfahrgeschwindigkeit des Kehrgeräts
(1) höheren Relativgeschwindigkeit gegenüber dem Boden (7) umläuft.
4. Kehrgerät nach einem derAnsprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeits-Auftragseinrichtung (10) einen quer zur Verfahrrichtung (r) ausgerichteten
Dosierspalt (13) aufweist.
5. Kehrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabe schwerkraftunterstützt ist.
6. Kehrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabe durch Pumpen erfolgt.
7. Kehrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabemenge einstellbar ist.
8. Kehrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfeuchtungs-Einrichtung (17) eine Absaugeinrichtung ist.
9. Kehrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfeuchtungs-Einrichtung (17) als Wischtuch (18) ausgebildet ist.
10. Kehrgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wischtuch (18) umlaufend angeordnet ist.
11. Kehrgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das umlaufende Wischtuch (18) durch Quetschen entfeuchtet wird und die hierbei austretende
Flüssigkeit in einem Sammelbehälter (21) aufgenommen wird.
12. Kehrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kehrgerät (1) über einen Akkumulator (22) betrieben ist.