[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung und Weiterverarbeitung von Papier,
wobei zur Optimierung wenigstens eines Weiterverarbeitungsprozesses bei der Papierherstellung
ermittelte Informationen über das jeweilige Papier an den jeweiligen Weiterverarbeitungsprozess
übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden.
[0002] Die Erfindung wird im Folgenden im Zusammenhang mit der Herstellung und Weiterverarbeitung
von Papier erläutert. Der Begriff "Papier" oder die in der weiteren Beschreibung auf
Grund der im Herstellungs- oder Weiterverarbeitungsprozess üblicherweise vorliegenden
Bahnform benutzten Begriffe "Papierbahn" oder einfach "Bahn" sollen im Zusammenhang
mit der vorliegenden Schrift aber im weiteren Sinne aufgefasst werden, und die vom
Fachmann im engeren Sinne unterschiedenen Bahnen aus Karton, Pappe oder Tissue mit
umfassen.
[0003] Papierbahnen werden in relativ großen Breiten von bis zu über 11 m in einer Papiermaschine
produziert. Die Produktion erfolgt quasi endlos. Dabei definiert die Warenlaufrichtung
der Papiermaschine für alle in der Papierfabrik befindlichen Maschinen und Einrichtungen
die Längs- und in horizontaler Ebene senkrecht dazu die Querrichtung. Zur Vereinfachung
der vorliegenden Schrift wird im Weiteren an geeigneten Stellen die Längsrichtung
als MD (Main Direction) oder X-Richtung, die Querrichtung als CD (Cross Direction)
oder Y-Richtung und die auf einer durch diese beiden Richtungen aufgespannten Ebene
senkrecht stehende Höhenrichtung als Z-Richtung bezeichnet.
[0004] Beim Papierherstellungsprozess wird eine Vielzahl von für einen oder mehrere nachfolgende
Weiterverarbeitungsprozesse bedeutsamen Eigenschaftsmerkmalen, zumeist mechanischen
und technologischen Merkmalen, des Papiers festgelegt. Diese verändern sich während
der Produktion auch innerhalb einer jeweiligen Papiersorte und über die Bahnbreite
mehr oder weniger stark.
[0005] Bei diesen Merkmalen kann es sich beispielsweise um Quer- und Längsprofile, um Faserverteilungen,
Dichte, Glätte, Feuchtigkeitsgehalt, Schrumpfverhalten, Rauhigkeits- und Reibwerte,
entstandene Schwächungen oder Rissbildungen und vieles mehr handeln.
[0006] Bei dem jeweiligen Weiterverarbeitungsprozess kann es sich beispielsweise um einen
Veredelungsprozess, wie eine Kalandrierung, einen Streich- oder Coatingprozess, oder
einen Wickelprozess handeln. Neben diesen, im allgemeinen in örtlicher Umgebung vom
Herstellungsprozess, meist innerhalb einer Papierfabrik, stattfindenden Weiterverarbeitungsprozessen
kann es sich aber auch um einen Druckprozess handeln, der in der Regel erst bei einem
Kunden des Papierherstellers stattfindet.
[0007] Am Ende der Papiermaschine wird die erzeugte Papierbahn jedoch zunächst in voller
Breite auf einen Wickelkern aufgewickelt. Dieser Wickelkern wird zyklisch, in aller
Regel bei laufender Produktion, ersetzt. Die auf diese Weise entstehende, bahnbreite
Wickelrolle wird üblicherweise als Mutterrolle oder Volltambour bezeichnet.
[0008] Die zuvor genannten positionsbezogenen Informationen über die Bahneigenschaften stehen
also den nachfolgenden Weiterverarbeitungsprozessen nicht zur Verfügung.
[0009] Denn die zur Kenntlichmachung einer speziellen Mutterrolle üblicherweise verwendeten
Barcodes enthalten nur sehr generelle Informationen, wie Herstelldatum und einige
Solldaten.
[0010] Um für einen späteren Verwender, beispielsweise eine Druckerei, handhabbar zu sein,
muss die auf einer Mutterrolle gewickelte Papierbahn in mehrere parallel verlaufende
Teilbahnen geschnitten werden, deren Breiten für den jeweiligen späteren Verwender
geeignet sind. Diese Breiten können fallweise stark variieren, so dass die Aufteilung
der Papierbahn üblicherweise nach einem individuell definierbaren Schnittmuster vorgenommen
wird. Die Teilbahnen werden dann zu Wickelrollen aufgewickelt, die man Teilbahn- oder
Fertigrollen nennt und die gemeinsam als sogenannter Rollenwurf ausgegeben werden.
Das Schnittmuster ist von Rollenwurf zu Rollenwurf änderbar. Das Längsschneiden und
Aufwickeln erfolgt zweckmäßigerweise in einer einzigen Maschine, die dann häufig als
Rollenschneidvorrichtung bezeichnet wird.
[0011] Allen oben beschriebenen Aufwickeleinrichtungen, also denen zur Erzeugung von Mutterrollen
wie auch denen zur Erzeugung von Teilbahn- oder Fertigrollen, ist gemeinsam, dass
die zur Ausbildung einer Wickelrolle aufzuwickelnde Bahn einen Wickelspalt mit mindestens
einer Wickelwalze bildet, an der sie sich abstützt oder an der sie an- oder aufliegt
und die dementsprechend als Stütz- oder Tragwalze bezeichnet wird. Diese, unmittelbar
mit den sich bildenden Wickelrollen in Kontakt stehenden Wickelwalzen, stellen somit
auch die unmittelbar wirkenden Werkzeuge dar, mittels derer die Wickelgüte beeinflussbar
ist. Das Verständnis von Wickelgüte wird dabei aus dem Blickwinkel des Kunden bestimmt
und heute durch zahlreiche objektive und subjektive Parameter definiert. Einfach gesprochen,
sollen die von den Fertigrollen abgewickelten Papierbahnen störungsfrei bearbeitbar
und gute Druckergebnisse erzielbar sein.
[0012] Dazu ist insbesondere ein störungsfreier Lauf in der Abwickeleinrichtung der Druckmaschine
nötig, der einen zentrischen Wickelrollenaufbau, einen symmetrischen Hülsensitz und
einen günstigen Wickelhärteverlauf in der Wickelrolle voraussetzt.
[0013] Ferner soll die einzelne Wickelrolle frei von Wickelfehlern, insbesondere frei von
Kreppfalten, Platzstellen, Riegeln (die auch als Waschbrettmuster oder Seilmarkierungen
bekannt sind), Sternbildung, seitlichen Lageverschiebungen und Markierungen an der
Materialbahnoberfläche sein.
[0014] Zur Erreichung dieser Ziele sind eine Vielzahl von Einrichtungen und Vorkehrungen
im Zusammenhang mit der Ausgestaltung von Rollenwickelvorrichtungen bekannt.
[0015] Ausgehend von den papierseitig auf den Wickelprozess Einfluss nehmenden Basisparametern,
wie Flächengewicht, Dichte, Kompresssibilität, Reibbeiwerte, Glätte, Feuchtigkeitsgehalt
sowie CD- und MD-Profile stehen dem Fachmann maschinenseitig zur Beeinflussung der
Wickelrollenbildung im Wesentlichen die Wahl des Wickelprinzips, Fahrdaten, wie Bahnzug
und Geschwindigkeit und unterschiedliche Schwingungsdämpfungsmethoden zur Verfügung.
[0016] Dabei ist es nachteilig, dass alle bisher aus dem Stand der Technik bekannten Maßnahmen
ausschließlich unter Rückschluss aus den direkt innerhalb eines, dem eigentlichen
Herstellungsprozess folgenden Wickel- und/oder Formatierungsprozess, beobachteten
Gegebenheiten erfolgt ist.
[0017] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung und
Weiterverarbeitung von Papier derart weiterzuentwickeln, dass der Wickelaufbau verbessert
und insbesondere die Verhältnisse im Aufwickelbereich stabilisiert werden.
[0018] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass es sich bei dem Weiterverarbeitungsprozess
um einen, in einer offline stehenden Doppeltragwalzenwickelvorrichtung durchgeführten
Wickel- und/oder Formatierungsprozess handelt, wobei die Doppeltragwalzenwickelvorrichtung
Wickelwalzen aufweist, unter deren Einfluss Wickelrollen ausgebildet werden.
[0019] Auf diese Weise ist der Wickelprozess an die zu erwartenden Gegebenheiten anpassbar
und in hohem Maße hinsichtlich der unterschiedlichen Ausbildung der zu verarbeitenden
endlichen Materialbahnabschnitten individualisierbar.
[0020] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Informationen über ein Datennetzwerk
an die Doppeltragwalzenwickelvorrichtung übermittelt werden. Dies klingt aus der Sicht
eines Fachmanns natürlich abwegig, weil eine Rollenwickelvorrichtung stets ein vollkommen
anders geartetes Steuerungssystem aufweist als eine Papierherstellungsmaschine. Der
zu erwartende Verknüpfungsaufwand ist beträchtlich und die damit verbundenen Störungspotentiale
erheblich.
[0021] Es hat sich aber in Versuchen überraschender Weise gezeigt, dass die Anzahl der auf
diese Weise vermeidbaren Störungen größer ist, als die Anzahl der durch die Datennetz-Verknüpfung
entstehenden Störungen.
[0022] Mit Vorteil wird dafür gesorgt, dass ferner Informationen innerhalb der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung
ermittelt werden und die Informationen gewichtet oder ungewichtet auf den Wickel-
und/oder Formatierungsprozess Einfluss nehmen.
[0023] Damit stehen dann Daten als Grundlage für eine wirklich umfassende Beurteilungsmöglichkeit
zur Verfügung.
[0024] Es ist auch bevorzugt, dass die innerhalb der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung ermittelten
Informationen an eine Papiermaschine übermittelt werden und in wenigstens einem Prozessschritt
der Papierherstellung vor dem Wickel und-/oder Formatierungsprozess mit berücksichtigt
werden.
[0025] Auf diese Weise ist auch der Erzeugungsprozess der Papierbahn, in gewissen Schranken,
an die, insbesondere aktuell vorliegenden, Verarbeitungsmöglichkeiten der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung
anpassbar. Unter aktuell wird in diesem Zusammenhang dann natürlich nicht eine zeitlich
exakte Übereinstimmung, wie sie bei der Übermittlung der Daten bevorzugt ist, verstanden.
Unter den aktuellen Verarbeitungsmöglichkeiten wird in diesem Zusammenhang vielmehr
die Leistungsfähigkeit der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung unter den real vorliegenden
Umgebungsparametern, wie Umgebungsklima, aktuell zu verarbeitende Papierbahn, momentane
Verschleißerscheinungen, wie beispielsweise des oder der Wickelbeläge einer Tragwalze
u.v.m. verstanden.
[0026] Mit großem Vorteil werden die ermittelten Informationen zur Vermeidung oder Reduzierung
von auftretenden Schwingungen herangezogen.
[0027] Auf diese Weise ist das erfindungsgemäße Verfahren besonders effektiv einsetzbar,
da auftretende Schwingungen bei heutigen Wickelprozessen meist die Hauptursache für
Wickelfehler darstellen.
[0028] Im Gegensatz zum bisherigen Stand der Technik ist auf diese Weise eine vorausschauende
Steuerung / Regelung der den Schwingungsgefahren entgegenwirkenden Einrichtungen der
Doppeltragwalzenwickelvorrichtung erzielbar.
[0029] Es ist von Vorteil, wenn die ermittelten Informationen, insbesondere hinsichtlich
der örtlichen Verteilung erfasster Parameter wenigstens einer Art, ganz insbesondere
hinsichtlich einer über ein Wickelschema gelegte periodische Wiederkehr, untersucht
und/oder verarbeitet und/oder bewertet werden.
[0030] Auf diese Weise sind in der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung vorhandene Einrichtungen
besonders gezielt einsetzbar. Periodisch wiederkehrende Parameter stellen eine besonders
gefährliche Quelle zur Schwingungsinitiierung dar.
[0031] Es ist von besonderem Vorteil, wenn die ermittelten Informationen, hinsichtlich im
Wickelprozess zu erwartender Komplikationen bewertet werden, wobei mit besonderem
Vorteil Einflussnahme und Wirkzusammenhänge unterschiedlicher Parameter in die Bewertung
mit einfließen.
[0032] Dabei ist es denkbar, dass die Information hinsichtlich eines einzelnen Merkmals
stärkeren Einfluss auf die Steuerung / Regelung der
[0033] Doppeltragwalzenwickelvorrichtung nimmt als eine Gruppe anderer erfasster Merkmale.
Ausschlaggebend ist der stärkste Einfluss auf den Wickelprozess. Dabei ist es denkbar,
dass die Steuerungs- / Regelungseinheit selbstlernend ausgestaltet ist.
[0034] Bevorzugt werden die ermittelten Informationen zur Steuerung einer passiven Dämpfungseinrichtung
oder Tilgungseinrichtung herangezogen.
[0035] Beispielsweise können der Reibungsquerschnitt einer Dämpfungseinrichtung, die Viskosität
eines elektrorheologischen Öls einer Dämpfungseinheit oder der wirksame Hebelarm der
Tilgungsmasse einer Tilgereinheit in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit variiert werden.
Damit sind stets ideale Dämpfungswirkungsgrade erzielbar.
[0036] Auch kann es bevorzugt sein, dass die ermittelten Informationen zur Steuerung einer
aktiven Dämpfungseinrichtung oder Tilgungseinrichtung herangezogen werden.
[0037] Ein Impuls einer derartigen Einrichtung ist dann stets in idealer Weise der gerade
benötigten Impulse zur Überlagerung ungewünschter Schwingungszustände durch abgestimmte
Erregung steuerbar.
[0038] Mit großem Vorteil werden die ermittelten Informationen zur Steuerung von Form und/oder
Lage wenigstens einer am Wickelprozess beteiligte Wickelwalze herangezogen.
[0039] Es ist besonders vorteilhaft, wenn wenigstens eine Wickelwalze als, insbesondere
aus Segmenten bestehende Andruckwalze ausgebildet ist und die ermittelten Informationen
zu einer Verlagerung und/oder zu einer Dosierung einer Druckbeaufschlagung, Erzeugung
oder betragsmäßigen Veränderung einer Linienkraft in Richtung eines sich zwischen
der sich ausbildenden Wickelrolle und der jeweiligen Wickelwalze beziehungsweise des
jeweiligen Segments bildenden Wickelspaltes mit berücksichtigt werden.
[0040] Auf diese Weise ist das Rollenwachstum der einzelnen sich nebeneinander im Wickelbett
der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung bildenden Teilbahnbeziehungsweise Fertigrollen
vergleichmäßigbar. Damit werden Relativbewegungen der sich bildenden Teilbahn- beziehungsweise
Fertigrollen wirksam verhindert oder mindestens erheblich reduziert. Somit stabilisieren
sich die Verhältnisse im Wickelsystem erheblich und es sind teilbahnbeziehungsweise
Fertigrollen von hoher Qualität erzeugbar.
[0041] Auch ist es bevorzugt, dass die ermittelten Informationen zur Steuerung eines Wickelhärteverlaufs
mit berücksichtigt werden.
[0042] Da auch der bereits in der Wickelrolle konservierte Wickelhärteverlauf unmittelbaren
Einfluss auf sich auf der Oberfläche beziehungsweise in den oberen Wickellagen einer
sich noch weiter bildenden Wickelrolle abbildenden Wickelfehlern auswirkt, ist es
von großem Vorteil, wenn der Verlauf der Wickelhärte einer individuellen Wickelrolle
den noch zu erwartenden Eigenschaften der zu wickelnden Papierbahnen anpassbar ist.
[0043] Ebenso kann es bevorzugt sein, dass die ermittelten Informationen zur Steuerung eines
Beschleunigungs- und/oder Geschwindigkeitsverlaufs mit berücksichtigt werden.
[0044] So können beispielsweise Bahnrisse vermieden oder in ihrer Anzahl reduziert werden.
[0045] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die ermittelten Informationen sich auf einen,
auf einen Tambour gewickelten endlichen Abschnitt einer Papierbahn beziehen und bei
der Festlegung der eines zur Formatierung innerhalb eines einzelnen Formatierungsprozesses
zu wählenden Schnittmusters, hinsichtlich einer möglichst störungsunanfälligen und/oder
fehlerfreien Produktion mit berücksichtigt werden.
[0046] Damit lässt sich die Gesamteffektivität einer Doppeltragwalzenwickelvorrichtung über
einen mittleren Zeitraum, beispielsweise einer Tages- oder Wochenproduktion erheblich
steigern.
[0047] Mit ganz besonderem Vorteil werden, als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen
über das jeweilige Papier mechanische und/oder technologische Eigenschaften an den
Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in diesem mit berücksichtigt.
[0048] Von ganz besonderem Vorteil ist es, wenn als bei der Papierherstellung ermittelte
Informationen über das jeweilige Papier Informationen über die Papierbestandteile
oder die Papierzusammensetzung an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in
diesem mit berücksichtigt werden,
und/oder
dass als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen über das jeweilige Papier
Informationen über wenigstens ein Eigenschafts- und/oder Zusammmensetzungslängsprofil
an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden,
und/oder
dass als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen über das jeweilige Papier
Informationen über wenigstens ein Eigenschafts- und/oder Zusammmensetzungsquerprofil
an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden,
und/oder
das als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen über das jeweilige Papier
Informationen über wenigstens ein Längs- und wenigstens ein Querprofil von die Papierbahn
betreffenden Daten an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in diesem mit
berücksichtigt werden,
und/oder
dass positionsbezogene Schrumpfwerte berücksichtigt werden.
[0049] Damit lassen sich Wickelrollen individuell auf die exakten Qualitätsanforderungen
und deren Prioritäten erzielen. Somit ist es für den Verwender eines erfindungsgemäßen
Verfahrens, beispielsweise den Betreiber einer für ein erfindungsgemäßes Verfahren
ausgerüsteten Doppeltragwalzenwickelvorrichtung möglich, dem Kunden stets ökonomisch
gefertigte Produkte, insbesondere Wickelrollen, zu seiner höchsten Zufriedenstellung
zu liefern.
[0050] Die einzige Figur zeigt eine Doppeltragwalzenwickelvorrichtung in der ein Wickel-und
Formatierungsprozess WP als Nachfolgeprozess NP eines in einzelne Prozesschritte PS
aufgeteilten aber kontinuierlich arbeitenden Papeierherstellungsprozess durchführbar
ist. In dem aus zwei als Tragwalzen 2, 3 ausgebildenen Wickelwalzen gebildeten Wickelbett
bilden sich während des Wickelprozesses WP Wickelrollen 15 aus. Auf die im Verlaufe
des Wickel- und Formatierungsprozesses WP wachsenden Wickelrollen 15 nimmt zudem eine
in Segmente 5 aufgeteilte Andruckwalze 4 Einfluss. Die Lage und die Druckbeaufschlagung
F der Segmente 5 ist über eine Steuerungs- / Regelungseinheit 11 der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung
1 beeinflussbar. Diese erhält von einer Vielzahl von unterschiedlichen Sensoren 10
erfasste Informationen I aus der Steuerungs- / Regelungseinheit 12 der Papiermaschine
14. Beide Steuerungs- / Regelungseinheiten sind über ein Datennetzwerk 13 verbunden.
[0051] Ferner ist die Andruckwalze 4 im dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer aktiven
Tilgungseinrichtung 7und eine der beiden Tragwalzen 2,3 mit einer ebenfalls aktiven
Dämpfungseinrichtung 6 ausgestattet. Auch diese Einrichtungen sind unter Einfluss
der übermittelten Informationen (I) beeinflussbar.
[0052] Schließlich nehmen die übermittelten Informationen (I), in Abhängigkeit der in der
Doppeltragwalzenwickelvorrichtung selber durch hier vorgesehene Sensoren 9 erfasste
Informationen (I) ebenfalls Einfluss auf die Fahrdaten der Doppeltragwalzenvorrichtung,
also beispielsweise deren Geschwindigkeits, Beschleunigungs- und Belastungkurven beziehungsweise
diese erzeugende Einrichtungen.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Doppeltragwalzenwickelvorrichtung
- 2
- Wickelwalze, Tragwalze
- 3
- Wickelwalze, Tragwalze
- 4
- Wickelwalze, Andruckwalze
- 5
- Segment der Andruckwalze
- 6
- Dämpfungseinrichtung
- 7
- Tilgungseinrichtung
- 8
- Wickelspalt
- 9
- Tambour
- 10
- Sensor
- 11
- Steuerungs- / Regelungseinheit
- 12
- Steuerungs- / Regelungseinheit
- 13
- Datennetzwerk
- 14
- Papiermaschine
- 15
- Wickelrolle
- F
- Druck
- I
- Information
- M
- Papierbahn
- P
- Parameter
- S
- Schwingung
- HP
- Herstellungsprozess
- PS
- Prozessschritt
- NP
- Weiterverarbeitungsprozess (Nachfolgeprozess)
- WP
- Wickel- und/oder Formatierungsprozess
1. Verfahren zur Herstellung und Weiterverarbeitung von Papier (M), wobei zur Optimierung
wenigstens eines Weiterverarbeitungsprozesses (NP) bei der Papierherstellung (HP)
ermittelte Informationen (I) über das jeweilige Papier (M) an den jeweiligen Weiterverarbeitungsprozess
(NP) übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei dem Weiterverarbeitungsprozess (NP) um einen, in einer offline stehenden
Doppeltragwalzenwickelvorrichtung (1) durchgeführten Wickel- und/oder Formatierungsprozess
(WP) handelt, wobei die Doppeltragwalzenwickelvorrichtung (1) Wickelwalzen (2, 3,
4) aufweist, unter deren Einfluss Wickelrollen (15) ausgebildet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ferner Informationen (I) innerhalb der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung (1) ermittelt
werden und die Informationen (I) gewichtet oder ungewichtet auf den Wickel- und/oder
Formatierungsprozess (WP) Einfluss nehmen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die innerhalb der Doppeltragwalzenwickelvorrichtung (1) ermittelten Informationen
(I) an eine Papiermaschine (14) übermittelt werden und in wenigstens einem Prozessschritt
(PS) der Papierherstellung (HP) vor dem Wickel und-/oder Formatierungsprozess (WP)
mit berücksichtigt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) zur Vermeidung oder Reduzierung von auftretenden
Schwingungen (S) herangezogen werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I), insbesondere hinsichtlich der örtlichen Verteilung
erfasster Parameter (P), ganz insbesondere hinsichtlich einer periodische Wiederkehr,
untersucht werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I), hinsichtlich Komplikationen bewertet werden, wobei
mit besonderem Vorteil Einflussnahme und Wirkzusammenhänge unterschiedlicher Parameter
(P) in die Bewertung mit einfließen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) zur Steuerung einer passiven Dämpfungseinrichtung
(6) oder Tilgungseinrichtung (7) herangezogen werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) zur Steuerung einer aktiven Dämpfungseinrichtung
(6) oder Tilgungseinrichtung (7) herangezogen werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) zur Steuerung von Form und/oder Lage wenigstens
einer am Wickelprozess (WP) beteiligte Wickelwalze (2, 3, 4) herangezogen werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Wickelwalze (2, 3, 4) als, insbesondere aus Segmenten (5) bestehende
Andruckwalze (5) ausgebildet ist und die ermittelten Informationen (I) zu einer Verlagerung
und/oder zu einer Dosierung einer Druckbeaufschlagung (F), in Richtung eines Wickelspaltes
(8) mit berücksichtigt werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) zur Steuerung eines Wickelhärteverlaufs mit berücksichtigt
werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) zur Steuerung eines Beschleunigungs- und/oder Geschwindigkeitsverlaufs
mit berücksichtigt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Informationen (I) sich auf einen, auf einen Tambour (9) gewickelten
endlichen Abschnitt einer Papierbahn (M) beziehen und bei der Festlegung der eines
zur Formatierung innerhalb eines einzelnen Formatierungsprozesses (WP) zu wählenden
Schnittmusters, hinsichtlich einer möglichst störungsunanfälligen und/oder fehlerfreien
Produktion mit berücksichtigt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 10 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass als bei der Papierherstellung (HP) ermittelte Informationen (I) über das jeweilige
Papier (M) mechanische und/oder technologische Eigenschaften an den Weiterverarbeitungsprozess
übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen (I) über das jeweilige Papier
(M) Informationen (I) über die Papierbestandteile oder die Papierzusammensetzung an
den Weiterverarbeitungsprozess (NP, WP) übermittelt und in diesem mit berücksichtigt
werden,
und/oder
dass als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen (I) über das jeweilige Papier
(M) Informationen (I) über wenigstens ein Eigenschafts-und/oder Zusammmensetzungslängsprofil
an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden,
und/oder
dass als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen (I) über das jeweilige Papier
(I) Informationen über wenigstens ein Eigenschafts-und/oder Zusammmensetzungsquerprofil
an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und in diesem mit berücksichtigt werden,
und/oder
das als bei der Papierherstellung ermittelte Informationen (I) über das jeweilige
Papier () Informationen über wenigstens ein Längs- und wenigstens ein Querprofil von
die Papierbahn betreffenden Daten an den Weiterverarbeitungsprozess übermittelt und
in diesem mit berücksichtigt werden,
und/oder
dass positionsbezogene Schrumpfwerte berücksichtigt werden.