Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät mit einer Türe und ein zugehöriges Verfahren
zum Betätigen der Türe des Haushaltsgeräts.
Hintergrund
[0002] Haushaltsgeräte weisen regelmässig ein Gerätegehäuse und eine Beschickungstüre auf.
Je nach Funktion des Haushaltsgeräts soll ein Türverschluss für ein solches Haushaltsgerät
unterschiedlichen Kriterien genügen. Insbesondere bei Geschirrspülern ist in der Vergangenheit
verstärkt der Wunsch aufgetreten, aus Komfort- und technischen Gründen das Betätigen
der Türe zumindest für die letzte Wegstrecke automatisch zu gestalten.
Darstellung der Erfindung
[0003] Vor dem dargestellten Hintergrund stellt sich die Aufgabe, ein Haushaltsgerät mit
einem automatischen Türverschluss zu entwickeln.
[0004] Diese Aufgabe wird vom erfindungsgemässen Haushaltsgerät nach Patentanspruch 1 gelöst.
Ein solches Haushaltsgerät kann mit dem erfindungsgemässen Verfahren nach Patentanspruch
14 betrieben werden.
[0005] Das Haushaltsgerät weist dabei vorzugsweise geräteseitig angeordnet eine Stange auf,
die linear verschieblich gelagert ist. Geräteseitig in diesem Kontext heisst insbesondere
an einem Gehäuse oder Korpus des Haushaltsgeräts aber nicht an seiner Türe angeordnet.
An der Türe des Haushaltsgeräts, die vorzugsweise als Beschickungstüre schwenkbar
am Haushaltsgerät befestigt ist, ist ein mit der Stange koppelbarer Greifer vorgesehen.
Ein geräteseitig angeordneter Antrieb dient dem Beiholen der Türe zum Haushaltsgerät/Korpus
hin durch das Einfahren der Stange bei mit der Stange gekoppeltem Greifer aus einer
zumindest teilweise ausgefahrenen Position in eine sogenannte erste Position, in der
die Stange vollständig eingefahren ist.
[0006] Die Stange und ihr Antrieb können dabei in/an dem Gerät/Gehäuse/Korpus angeordnet
sein. Es ist aber auch denkbar, dass die Stange und der Antrieb türseitig angeordnet
sind und der Greifer dagegen geräteseitig angeordnet ist. Auch diese Variante sei
von den Patentansprüchen mit umfasst.
[0007] Die linear verschiebliche Stange kann sehr schnell angetrieben werden. Die Stange
ist typischerweise ein länglich ausgebildetes Element aus Metall oder Kunststoff,
die aus ihrer ersten Position bis maximal in eine zweite Position ausfahrbar ist.
Der Antrieb ist reversierbar ausgestaltet, so dass die Stange einfahrbar und ausfahrbar
ist. Die Stange erlaubt ein Beiholen der Türe mittelbar über den Greifer. Die Stange
weist typischerweise ein freies Ende auf, das in der zweiten Position der Stange aus
dem Gerät hervorsteht. In ihrer ersten Position ist die Stange typischerweise zu grossen
Teilen in dem Gerät versenkt.
[0008] Vorzugsweise kann durch den Einsatz von Positionsschaltern die erste und die zweite
Position erkannt werden und bei Erkennen der Antrieb abgeschaltet werden. Vorausgesetzt
Stange und Greifer sind miteinander gekoppelt, so repräsentiert die erste Position
der Stange vorzugsweise eine geschlossene Türe. Dabei hält der Verschluss die Türe
beispielsweise gegen den Druck einer Dichtung zwischen Türe und einem Bottich des
Geräts geschlossen. In der zweiten Position der Stange mag die Türe mit einem Spalt
von beispielsweise zwischen 6 und 15 cm geöffnet sein. Vorzugsweise wird die Türe
durch das Ausfahren der Stange aus ihrer ersten Position in ihre zweite Position programmgesteuert
überführt, sodass nach Ablauf eines Waschprogramms beispielsweise die Türe derart
geöffnet wird, dass Dampf durch den Spalt entweichen kann.
[0009] Bevorzugt geräteseitig sind Anpressmittel vorgesehen, die zusätzlich zu einer ohnehin
durch den Greifer hervorgerufenen Kopplungskraft eine Anpresskraft hervorrufen für
den Fall, dass die Stange mit dem Greifer gekoppelt ist. Dabei mag ein Stangenkopf
im Kopplungszustand in den Greifer gekoppelt, beispielsweise eingerastet, verhakt,
etc. sein. Insbesondere mag der Greifer zwei Greifarme aufweisen, die über ein Gelenk
miteinander verbunden sind, und die gegen eine Rückhaltekraft, beispielsweise hervorgerufen
durch eine Feder zwischen den Greifarmen, auslenkbar, d.h. voneinander weg bewegbar
sind. In gekoppeltem Zustand mag der Stangenkopf zwischen die Greifarme gegen die
Rückhaltekraft eingekoppelt sein. Die Anpresskraft wird dabei zwischen einer dritten
und einer vierten Position der Stange ausgeübt. In der dritten Position der Stange
ist diese um eine erste Distanz ausgefahren, die typischer geringer bemessen ist als
eine Distanz, die die zweite, vollständig ausgefahrene Position der Stange repräsentiert.
Insofern wird die zusätzliche Anpresskraft nicht über die gesamten verfügbare Wegstrecke
der Stange erzeugt, sondern nur über einen Teil, und bevorzugt einen Teil, der ein
Herbeiholen der Stange um die letzten cm repräsentiert. Vorzugsweise wirken die Anpressmittel
bis zu einer vierten Position der Stange, in welcher vierten Position die Stange um
eine im Vergleich zur obigen Distanz geringere Distanz ausgefahren ist. Der zusätzliche
Anpressdruck mag auch wirken, bis die Stange in ihre erste Position vollständig eingefahren
ist. Vorzugsweise ist die Anpresskraft variabel gestaltet über der Wegstrecke der
Stange und ist insbesondere in der dritten Position der Stange geringer als in ihrer
vierten Position, und mag zwischen diesen Positionen stetig ansteigen.
[0010] Eine solche variierende Anpresskraft je nach Position der Stange trägt vorzugsweise
den erwünschten Bedienszenarien Rechnung. Bei gekoppelter Stange und Greifer soll
die in der dritten Position der Stange noch leicht geöffnete Türe vorzugsweise in
einen geschlossenen Zustand überführt werden. Dennoch sollte in dieser ersten Position
wie auch in allen weiteren Position zwischen der zweiten und der dritten Position
der Stange die Kopplung zwischen Greifer und Stange durch den Benutzer noch lösbar
sein, beispielsweise für den Fall, dass noch weiteres Spülgut in den Bottich aufzunehmen
sei. Insofern sollte die notwendige Zugkraft zum Öffnen der Türe aus einer dieser
Positionen heraus vorzugsweise gering sein, etwa im Bereich zwischen 5N und 20N, welche
Zugkraft in diesen Positionen ausschliesslich zum Überwinden der Kopplungskraft zwischen
Greifer und Stange erforderlich ist. Erst ab der dritten Position der Stange steigt
diese Zugkraft an infolge der durch die Anpressmittel erzeugten zusätzlich zur Kopplungskraft
wirkenden Anpresskraft.
[0011] In der ersten Position der Stange jedoch, in der die Türe die Bottichöffnung verschliesst
und im Falle eines Geschirrspülers zum Betrieb dicht verschliesst, sollte die zum
Öffnen der Türe erforderliche Zugkraft vorzugsweise gross dimensioniert sein, da im
zugehörigen Programmbetrieb des Haushaltsgeräts ein Öffnen der Türe nicht erwünscht
sein mag. Dennoch sollte bei Bedarf die Türe auch aus dieser Position heraus öffenbar
sein. Dieses Öffnen sollte vorzugsweise aber nur mit einem relativ grossen Kraftaufwand
möglich sein, etwa mit 60N bis 80N. Insofern sind die Anpressmittel bevorzugt so gestaltet,
dass die dadurch verursachte Anpresskraft in der vierten Position der Stange deutlich
grösser ist als in der dritten Position der Stange. Dies kann durch geeignete Konstruktion
der Anpressmittel erreicht werden.
[0012] Die Anpressmittel können in einer bevorzugten Weiterbildung zumindest einen Schwenkarm
umfasst, der drehbar gelagert ist und gegen eine Rückstellkraft aus einer Ruheposition
auslenkbar ist. Der mindestens eine Schwenkarm wirkt dann zwischen der dritten und
der vierten Position der Stange mit dem Greifer oder aber mit der Stange zusammen.
Beim Einfahren der Stange wird also der zumindest eine Schwenkarm ab der dritten Position
der Stange durch den Greifer gegen die Rückstellkraft ausgelenkt, bevorzugt durch
diesen weggedrückt gegen die Kraft einer Druck- oder Zugfeder, die die Rückstellkraft
hervorruft. Weist der Greifer ähnlich einer Zange oder Klaue zwei Greifarme auf, so
mögen die Anpressmittel zwei Schwenkarme umfassen, die jeweils drehbar gelagert und
gegen die Kraft einer Zug- oder Druckfeder aus einer Ruheposition auslenkbar sind,
und die je mit einem der Greifarme zusammenwirken.
[0013] Soll die Türe aus ihrer geschlossenen Position regulär geöffnet werden, so kann am
Programmende beispielsweise programmgesteuert der Antrieb reversiert gesteuert werden,
so dass die Stange aus ihrer ersten Position in ihre zweite oder dritte Position ausgefahren
wird, welche beides Positionen sind, in der nur noch die reine Kopplungskraft die
Stange am Greifer hält, welche so dimensioniert ist, dass sie der Benutzer leicht
manuell zum vollständigen Öffnen der Türe überwinden kann.
[0014] Soll die Türe aus ihrer offenen Position geschlossen werden, so kann dieser Vorgang
in einer ersten Weiterbildung der Erfindung dadurch eingeleitet werden, dass die Stange
bei geöffneter Türe stets in etwa in seine dritte Position ausgefahren ist. Wird die
Türe durch den Benutzer in Richtung des Geräts/Korpus bewegt, so verrastet bei noch
leicht geöffneter Türe der Greifer mit der Stange. Dies mag durch einen Kopplungssensor
erkannt werden, der beispielsweise ein binäres Signal mit den Zuständen "gekoppelter
Zustand" oder "nicht gekoppelter Zustand" ausgibt. Wird also beispielsweise eine durch
einen sogenannten dritten Positionsschalter festgestellte dritte Position der Stange
erkannt, und wird ferner durch den Kopplungssensor eine Kopplung zwischen Greifer
und Stange neu erkannt, dann wird der Antrieb gesteuert zum Einfahren der Stange aus
ihrer dritten Position in ihre erste Position. Die Türe wird zugezogen.
[0015] In einer alternativen Weiterbildung mag das Türeschliessen einem anderen Konzept
folgen. Bei geöffneter Türe und nicht gekoppelter Stange und Greifer - beide Zustände
mögen durch oben genannte Sensoren erfassbar sein - wird, sobald eine Sensoreinrichtung
ein Annähern der Türe an das Gerät/den Korpus/den Bottich feststellt - welches Annähern
wahrscheinlich durch den Benutzer verursacht wird -, die Stange ausgefahren aus ihrer
ersten Position, in der sie bislang wartet. Sie mag aber beispielsweise auch in ihrer
dritten Position warten. Die Stange wird also einer antizipiert auf den Korpus hinzu
bewegten Tür mit optimierter Geschwindigkeit entgegengefahren, um die Türe an einer
beliebigen Stelle des Zusammentreffens von türseitigem Greifer und ausgefahrener Stange
durch Kopplung von Greifer und Stange aufzunehmen. Wird der Übergang aus einem nicht
gekoppelten in einen gekoppelten Zustand beispielsweise mittels des oben genannten
Kopplungssensors erkannt, so wird die Motordrehrichtung reversiert und die Stange
mit der Türe im Schlepptau eingefahren bis ihre erste Position erreicht ist. Ein erster
Positionsschalter zum Erfassen der ersten Position mag das Signal an den Antrieb gegen,
das Einfahren der Stange nun zu beenden. In gleicher Weise mag ein zweiter Positionsschalter
die zweite Position der Stange erkennen und ebenfalls auf den Antrieb dahingehend
einwirken, dass bei Erreichen der zweiten Position das Ausfahren beenden wird. In
obiger Weiterbildung wird also die Türe von der Stange dynamisch "abgeholt", wobei
sich die Stange zunächst auf die entgegenkommende Tür zu bewegt. Die Türe wird somit
"on-the-fly" abgeholt.
[0016] Zum Erfassen einer Annäherung der geöffneten Türe an das Gerät eignen sich einzelne
oder eine Kombination von mehreren der folgenden Sensoren. Die Sensoren mögen auch
jeweils als Schalter ausgebildet sein, die bei Erkennen einer gewissen Messgrösse
ein Schaltsignal liefern.
[0017] Ein solcher Sensor mag beispielsweise den Neigungswinkel der Türe erkennen. Ab dem
Erreichen eines bestimmten Neigungswinkels mag beispielsweise davon ausgegangen werden,
dass es dem Wunsch des Benutzers entspricht, die Türe zu schliessen. Auch mag aus
dem zeitlichen Neigungswinkelverlauf auf eine sich annähernde Türe geschlossen werden.
Alternativ oder zusätzlich mag ein Beschleunigungssensor in der Türe bei ausreichender
Beschleunigung in die richtige Richtung auf eine sich annähernde Türe schliessen lassen.
Ein oder mehrer Positionssensoren, beispielsweise als Lichtschranken ausgebildet,
mögen eine Annäherung der Türe erkennen. In einer Alternative mag ein Berührungssensor
die Berührung eines Benutzers beispielsweise am Griff der Türe erkennen, was alleine
oder in Kombination mit anderen Sensorsignalen auf den Wunsch des Schliessens und
damit eine sich zukünftig annähernde Tür schliessen lässt. Der oben genannte Kopplungssensor
mag auch dazu dienen, zunächst eine nicht mit der Stange gekoppelte Türe als eine
unter mehreren Voraussetzungen vorzufinden für das Annähern der Türe an den Bottich.
[0018] In einer weiteren Weiterbildung der Erfindung weist die Stange an ihrem freien Ende
ein Verriegelungselement auf, das zum Verriegeln von Stange und Greifer dient. Ein
solches Verriegelungselement mag entsprechend einem Schlüssel in den Greifer eingreifen.
Beispielsweise durch eine Drehung eines radial von der Stange abstehenden Zapfens,
welche Drehung hervorgerufen werden kann durch eine motorisch induzierte Drehbewegung
der Stange beispielsweise um eine Viertelumdrehung, können Stange und Greifer miteinander
verriegelt werden. Insofern können im gekoppelten Zustand von Stange und Greifer diese
entweder miteinander verriegelt sein, oder aber nicht miteinander verriegelt sein.
Aus dem gekoppelten aber nicht verriegelten Zustand können Stange und Greifer in den
gekoppelten und verriegelten Zustand überführt werden beispielsweise durch obige Drehbewegung
der Stange. Im verriegelten Zustand kann die Stange von dem Greifer nicht durch das
blosse Aufbringen einer Zugkraft gelöst werden. Dem Lösen muss eine Entriegelung vorausgehen.
Diese Weiterbildung ist vorteilhaft für Betriebssituationen, in denen die Türe aus
ihrer geschlossenen Position nicht geöffnet werden soll.
[0019] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betätigen, und insbesondere
zum Schliessen der Türe eines Haushaltsgeräts, bei dem eine Annäherung der geöffneten
Türe an das Gerät erfasst wird, die Stange ausgefahren wird, eine Kopplung zwischen
Greifer und Stange erkannt wird, und die Stange wieder eingefahren wird. Vorzugsweise
wird die Stange aus seiner ersten Position so lange ausgefahren, bis sie in den Greifer
einkoppel. Anschliessend wird die Stange in ihre erste Position eingefahren.
[0020] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren.
Dabei zeigen:
FIG. 1 einen Verschluss nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung in Diagramm a)
in einer Draufsicht von unten, und in Diagramm b) in einer perspektivischen Ansicht
von schräg unten,
FIG. 2 sechs Zustände eines Verschlusses nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,
und
FIG. 3 einen Verschluss nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung in einem
Schnittbild in zwei verschiedenen Zuständen in den Diagrammen a) und b).
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
[0022] FIG. 1 zeigt einen Verschluss nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung in Diagramm
a) in einer Draufsicht von unten, und in Diagramm b) in einer perspektivischen Ansicht
von schräg unten.
[0023] In einem geräteseitig angeordneten Funktionsteil 1 ist eine Stange 5 verschieblich
gelagert in einem zugeordneten Gehäuse 3. Aus einem Ende des Gehäuses 3 ragt die Stange
5 hervor. Ein am Gehäuse 3 angeordneter Antrieb 6 für die Stange 5 ist in Form eines
Elektromotors ersichtlich. Eine Rutschkupplung 9 in einer Spindelmutter dient der
Überlast-Sicherung. Ferner sind am Gehäuse 3 drei Positionsschalter P1, P2 und P3
angeordnet. Dabei erkennt der erste Positionsschalter P1 eine erste Position der Stange
5, in der die Stange 5 vollständig eingefahren ist. Der zweite Positionsschalter P2
erkennt eine zweite Position, in der die Stange 5 vollständig ausgefahren ist. Der
dritte Positionsschalter P3 erkennt eine dritte Position der Stange 5, in der die
Stange 5 nur teilweise ausgefahren ist. Der Antrieb 6 mag als Spindelantrieb ausgebildet
sein, wenn der Stange 5 als Spindel mit einem zumindest teilweisen Aussengewinde ausgebildet
ist.
[0024] Das Gehäuse 3 mag in/an einem Korpus eines Geschirrspülers angeordnet sein, beispielsweise
an einer Bottichwand des Geschirrspülers. Mit seinem freien Ende mag die Stange 5
leicht aus der Bottichöffnung in Richtung der Türe 2 herausragen. An ihrem freien
Ende weist die Stange 5 eine in Figur 1 nicht sichtbaren Stangenkopf auf, beispielsweise
in Form einer Kugel. In/an der Türe 2, die in Diagramm a) schematisch angedeutet ist,
ist ein Greifer zum Zusammenwirken mit der Stange angeordnet. In Figur 1 ist dieser
Greifer in der Ausbuchtung der Türe 2 angeordnet und somit nicht ersichtlich. Die
Türe 2 selbst ist gewöhnlich über ein Scharnier kippbar an dem Gerät gelagert. In
vorliegendem Ausführungsbeispiel sei die Türe 2 im Sockelbereich des Geräts an diesem
gelagert und ist damit abklappbar aus ihrer Vertikalen. Das Funktionsteil 1 mag hier
geräteseitig an einer Stelle angeordnet, die einem oberen Rand der Türe 2 bei geschlossener
Türe 2 entspricht.
[0025] Die Stange 5 ist in Figur 1 in ihrer ersten Position angeordnet, da die Türe 2 des
Geräts vollständig beigeholt ist. An dem Rahmen 4 sind Schwenkarme 71, 72 ersichtlich,
die dort drehbar gelagert sind, und die eine Anpresskraft auf den mit der Stange 5
gekoppelten Greifer 8 ausüben. Der Greifer 8, der gekoppelt ist mit dem Stangenkopf,
ist in Figur 1 durch den Türabschnitt 2 verdeckt. Der Greifer 8 weist keinen eigenen
Antrieb auf. Er ist stationär in/an der Türe 2 angeordnet. Er ist vielmehr als passives
Element zu verstehen, das in mit der Stange 5 gekoppeltem Zustand der Linearbewegung
der Stange 5 folgt.
[0026] FIG. 2 zeigt sechs Zustände eines Verschlusses nach einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung in Draufsicht, welcher Verschluss im Wesentlichen dem in Figur 1 dargestellten
Verschluss entspricht. Der Rahmen 4 hat jedoch in Figur 2 eine andere Form und dient
insbesondere als Lager für noch näher zu beschreibende Schwenkarme 71, 72. Auch der
dritte Positionsschalter P3 ist an anderer Stelle angeordnet und erkennt aber immer
noch eine Position der Stange 5 zwischen ihrer ersten und ihrer zweiten Position.
[0027] In Figur 2 ist nun auch der Greifer 8 ersichtlich, der zwei Greifarme 81 und 82 aufweist,
die durch ein Gelenk G1 gelenkig miteinander verbunden sind. Die Greifarme 81 und
82 weisen eine Ruheposition auf, die durch eine Feder 83 bestimmt ist. Die Greifarme
81, 82 können aus dieser Ruheposition ausgelenkt werden gegen eine durch die Feder
83 hervorgerufene Rückhaltekraft. Die Stange 5 weist an ihrem freien Ende einen Stangenkopf
51 auf, der in Eingriff mit dem Greifer 8 gebracht werden kann. Vorzugsweise weisen
dabei die Greifarme 81, 82 innenseitig eine Kontur auf wie gezeigt, die im wesentlichen
der Kontur des Stangenkopfes 51 entspricht, sodass dieser Aufnahme zwischen den Greifarmen
81, 82 findet und von diesen, zumindest wenn die Zugkraft an der Stange 5 nicht ein
Höchstmass überschreitet, in dieser gekoppelten Position gehalten wird. Die zwischen
Greifer 8 und Stange 5 wirkende Kraft in Zugrichtung der Stange 5 wird auch Kopplungskraft
genannt.
[0028] Andererseits sind geräteseitig am Rahmen gelagerte Schwenkarme 71 und 72 ersichtlich,
die als Anpressmittel 7 wirken. Die Schwenkarme 71, 72 haben vorliegend Flügelform
und sind über Gelenke G2 und G3 an dem Träger 4 des Funktionsteils 1 gelagert. Die
Drehachsen der Gelenke G2, G3 sind orthogonal zur Achse und Bewegungsrichtung der
Stange 5. Die Schwenkarme 71, 72 sind aus einer Ruheposition gegen eine Rückstellkraft,
beispielsweise hervorgerufen durch je eine Zugfeder oder eine Druckfeder auslenkbar.
[0029] Die Diagramme in Figur 2 zeigen den Verschluss in unterschiedlichen Zuständen. In
Figur 2a) ist die Türe 2 des zugehörigen Geschirrspülers zugezogen, und die Dichtung
zwischen Gerät und Türe 2 ist komprimiert. In diesem Zustand mag ein Programmbetrieb
des Geschirrspülers laufen. Bezogen auf den Verschluss heisst dies, dass die Stange
5 in ihrer ersten Position ist, und dass der Greifer 7 und die Stange 5 über den Stangenkopf
51 miteinander gekoppelt sind. In dieser Ausführung wirken in der ersten Position
der Stange 5 keine zusätzlichen Anpresskräfte auf die Stange/Greifer-Kombination.
[0030] In Figur 2b) möchte der Benutzer die Türe 2 des Geschirrspülers öffnen, um beispielsweise
während des Spülvorgangs noch eine Tasse nachzulegen. Da typischerweise aber der Spülbetrieb
nicht durch einfachen Zugang unterbrechbar sein sollte, sei die Türe 2 nur mit einer
hohen Kraft öffenbar. Diese hohe Kraft, etwa zwischen 60N und 120N, wird durch die
Anordnung und Geometrie von Stangenkopf 51, Greifarmen 81 und 82 und Schwenkarmen
71 und 72 bestimmt. Beim Herausziehen der Türe 2 aus der Position gemäss Fig. 2a)
werden infolge der Form des Stangenkopfes die Greifarme 81, 82 gegen die Rückstellkraft
nach aussen gedrückt. An ihren Aussenseiten erhalten Sie aber Gegendruck durch die
Schwenkarme 71, 72, die sich ihrerseits nur gegen die Rückhaltekraft der ihnen zugeordneten
Federn sich weiter nach aussen bewegen lassen, und somit die Anpresskraft zwischen
Stange 5 und Greifer 8 erhöhen. Da die Anpressmittel 7 aufgrund ihrer Lagerung Form
und der Krafteinleitung nahe bei dem Träger 4, also nahe bei der ersten Position der
Stange 5 den grössten Druck erzeugen, ist die zu überwindende Haltekraft des Verschlusses
am grössten, wenn die Türe 2 nahe am Gerät angeordnet ist.
[0031] In Fig. 2c) wurde die Tür 2 mit hoher Kraft ausgerastet und ist frei. In keiner der
Zustände nach den Fig. 2a) bis 2c) ist der Antrieb aktiviert.
[0032] Nach einem Ausrasten der Türe 2 oder allgemein bei geöffneter Türe 2 kann die Stange
5 aus ihrer ersten Position in eine weitere Position ausgefahren werden, insbesondere
auch in ihre dritte Position, in der der Greifer 8 gerade wieder eingerastet werden
kann, ohne dass bereits durch die Anpressmittel 7 eine zusätzliche Anpresskraft einwirkt.
In einer solchen Warteposition kann die Stange 5 verharren, bis durch Einwirken des
Benutzers auf die Türe 2 der Greifer 8 wieder in die Stange 5 eingerastet, siehe Fig.
2e). Aus dieser Position kann die Türe 2 beziehungsweise ihr Greifer 8 auch wieder
relativ leicht von der Stange 5 gelöst werden, durch eine Zugkraft von beispielsweise
5N bis 20 N.
[0033] Aus der Position aus Fig. 2e) kann der Antrieb 6 die Stange 5 auch wieder einfahren,
und damit die Türe 2 zum Schliessen bringen, und dann ein Spülprogramm starten. Am
Ende eines solchen Spülprogramms kann der Antrieb 6, gesteuert durch eine Steuereinheit,
die Stange 5 aus ihrer ersten Position in ihre zweite, maximal ausfahrbare Position
überführen und damit die Türe um einen grossen Spalt von etwa 10 cm öffnen. Dies mag
zum einen dem Dampfabzug aus dem Bottich dienen, und auch ein manuelles weiteres Öffnen
der Türe 2 durch den Benutzer erlauben.
[0034] Alternativ mag auch der Betrieb des Verschlusses leicht modifiziert erfolgen. Die
in Fig. 2c) gezeigte erste Position der Stange 5 mag auch als Wartestellung der Stange
5 bei geöffneter Türe 2 dienen. Die Türe 2 sei nun aber weiter beabstandet vom Gerät
als in Fig. 2c) eingezeichnet. Wird nun durch eine Sensoreinrichtung erkannt, dass
die Türe 2 sich wieder beispielsweise durch manuelle Bedienung dem Gerät annähert,
so bewirkt die Steuerung, dass die Stange 5 so schnell als möglich ausgefahren wird,
siehe Fig. 2d). An einer bestimmten Stelle werden sich dann Stange 5 und Greifer 8
treffen und ineinander einrasten. Dies mag durch einen sogenannten Kopplungssensor
erkannt werden. Ist die erfolgte Kopplung erkannt, so wird daraufhin die Antriebsrichtung
reversiert und die Stange 5 wieder eingefahren, nun gekoppelt an den Greifer 8 der
Türe 2. So wir die Türe 2 beigeholt. Die Türe 2 wird also "on the fly" abgeholt.
[0035] FIG. 3 zeigt einen Verschluss nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung
in einem Schnittbild in zwei verschiedenen Zuständen in den Diagrammen a) und b).
Bei dem Verschluss gegenüber den Figuren 1 und 2 sind nun die Schwenkarme 71 und 71
etwas anders ausgebildet. Sie sind weiterhin am Rahmen 4 drehbar gelagert, durch den
die Stange 5 hindurchgeführt ist. Druckfedern 711 und 721 zu den Seiten der Schwenkarme
71, 72 halten die Schwenkarme 71, 72 in einer Ruheposition, welche gegen die Rückstellkraft
der Druckfedern 721 und 711 bei dem Einführen der Greifarme 81 und 82 mit gekoppelter
Stange 5 verlassen wird. Die Schwenkarme 71, 72 werden dann gegen die Federkraft der
Druckfedern 711, 721 nach aussen gedrückt und stellen damit eine zusätzliche Anpresskraft
zwischen dem Greifer 8 und der Stange 5 her. Fig. 3b) zeigt dagegen den Greifer 8,
der noch nicht in Kontakt ist mit den Anpressmitteln 7 in Form von Schwenkarmen 71
und 72. Die Greifarme 81 und 82 sind wiederum drehbar gelagert im Sinne eines einseitigen
Doppelhebels, welche Greifarme 81, 82 ebenfalls gegen die Kraft einer Druckfeder auslenkbar
sind, beispielweise um sich zu öffnen und den Stangenkopf 51 in den Ausnehmungen der
Greifarme 81, 82 aufzunehmen.
[0036] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Haushaltsgerät mit einer Türe,
mit einer geräteseitig angeordneten Stange (5), die linear verschieblich gelagert
ist zumindest zwischen einer ersten Position, in der die Stange (5) vollständig eingefahren
ist, und einer zweiten Position, in der die Stange (5) vollständig ausgefahren ist,
mit einem türseitig angeordneten und mit der Stange (5) koppelbaren Greifer (8),
mit einem geräteseitig angeordneten Antrieb (6) zum Beiholen der Türe (2) zum Haushaltsgerät
durch ein Einfahren der Stange (5) aus einer zumindest teilweise ausgefahrenen Position
in ihre erste Position bei mit der Stange (5) gekoppeltem Greifer (8), und
mit einem geräteseitig angeordneten Anpressmittel (7) zum Erzeugen einer Anpresskraft
zwischen Stange (5) und Greifer (8) bei mit der Stange (5) gekoppeltem Greifer (8)
und zum Erzeugen dieser Anpresskraft zwischen einer dritten und einer vierten Position
der Stange (5), in welcher dritten Position die Stange (5) um eine erste Distanz ausgefahren
ist, und in welcher vierten Position die Stange (5) um eine im Vergleich zur ersten
Distanz geringere Distanz ausgefahren ist.
2. Haushaltsgerät nach Anspruch 1,
bei dem die vierte Position der Stange (5) der ersten Position der Stange (5) entspricht.
3. Haushaltsgerät nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
bei dem das Anpressmittel (7) ausgestaltet ist zum Erzeugen einer geringeren Anpresskraft
in der dritten Position der Stange (5) als in ihrer vierten Position.
4. Haushaltsgerät nach Anspruch 3,
bei dem das Anpressmittel (7) ausgestaltet ist zum Erzeugen einer stetig ansteigenden
Anpresskraft beim Überführen der Stange (5) von ihrer dritten Position in ihre vierte
Position.
5. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei dem das Anpressmittel (7) zumindest einen Schwenkarm (71) umfasst, der drehbar
gelagert ist und gegen eine Rückstellkraft aus einer Ruheposition auslenkbar ist,
und der mit dem Greifer (8) oder mit der Stange (5) zwischen der dritten und der vierten
Position der Stange (5) zusammenwirkt.
6. Haushaltsgerät nach Anspruch 5,
bei dem beim Einfahren der Stange (5) der zumindest eine Schwenkarm (71) ab der dritten
Position der Stange (5) durch den Greifer (8) gegen die Rückstellkraft ausgelenkt
wird.
7. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei dem der Greifer (8) zwei Greifarme (81, 82) aufweist, die über ein Gelenk (G1)
miteinander verbunden sind,
mit einer Rückhaltekraft zwischen den Greifarmen (81, 82) dergestalt, dass die Greifarme
(81, 82) gegen die Rückhaltekraft voneinander weg bewegbar sind, und
mit einem Stangenkopf (51) an einem freien Ende der Stange (5), der zum Koppeln von
Stange (5) und Greifer (8) zwischen die Greifarme (81, 82) gegen die Rückhaltekraft
einkoppelbar ist.
8. Haushaltsgerät nach Anspruch 5 in Verbindung mit Anspruch 7,
bei dem das Anpressmittel (7) zwei Schwenkarme (71, 72) umfasst, die jeweils drehbar
gelagert sind und gegen die Kraft einer Zug- oder Druckfeder aus einer Ruheposition
auslenkbar sind, und die mit den Greifarmen (81, 82) des Greifers (8) zusammenwirken.
9. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einer Sensoreinrichtung zum Erfassen einer Annäherung der geöffneten Türe an das
Gerät,
mit einer Steuereinheit für den Antrieb zum Ausfahren der Stange (5) abhängig von
einem Signal der Sensoreinrichtung und zum anschliessenden Einfahren der Stange (5)
bei mit der Stange (5) gekoppeltem Greifer (8).
10. Haushaltsgerät nach Anspruch 9,
bei dem die Sensoreinrichtung ein oder mehrere der folgenden Sensoren enthält:
- einen Sensor zum Erkennen eines Neigungswinkels der Türe (2),
- einen Beschleunigungssensor zum Erkennen einer Beschleunigung der Türe (2),
- mindestens einen Türpositionssensor zum Erkennen einer Position der Türe (2),
- einen Berührungssensor zum Erkennen einer Berührung zumindest eines Bestandteils
der Türe (2) durch einen Benutzer des Haushaltsgeräts,
- einen Kopplungssensor zum Erkennen einer Kopplung der Stange (5) mit dem Greifer
(8).
11. Haushaltsgerät nach Anspruch 9 oder Anspruch 10, bei dem die Steuereinheit ausgebildet
ist zum anschliessenden Einfahren der Stange (5) abhängig von einem Signal eines Kopplungssensors
zum Erfassen einer Kopplung zwischen dem Greifer (8) und der Stange (5).
12. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einem ersten Positionssensor (P1) zum Erfassen der ersten Position der Stange
(5), und
mit einem zweiten Positionssensor (P2) zum Erfassen der zweiten Position der Stange
(5).
13. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einem Verriegelungselement an einem freien Ende der Stange (5), das zum Verriegeln
von Stange (5) und Greifer (8) dient.
14. Verfahren zum Betätigen der Türe eines Haushaltsgeräts nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, welches Verfahren folgende Schritte umfasst:
- Erfassen einer Annäherung der geöffneten Türe (2) an das Gerät,
- Ausfahren der Stange (5),
- Erfassen einer Kopplung zwischen Greifer (8) und Stange (5), und
- Einfahren der Stange (5).
15. Verfahren nach Anspruch 14,
bei dem die Stange (5) aus ihrer ersten Position so lange ausgefahren wird, bis sie
in den Greifer (8) einkoppelt, und bei dem die Stange (5) anschliessend in ihre erste
Position eingefahren wird.