[0001] Die Erfindung betrifft ein Gargerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In Gargeräten werden Backbleche aufgenommen, um in mehreren Ebenen übereinander Gargut
in die Gargerätemuffel einzubringen. Bei der Bestückung des Backblechs wird dieses
aus dem Gargerät herausgezogen. Dafür sind an den Seitenwänden der Gargerätemuffel
Führungen angeordnet. In einem weit aus dem Ofen herausgezogenen Zustand wird das
Backblech nur an seinem hinteren Bereich gehalten. So bewirkt das Gewicht des Garguts
ein Biegemoment, welches bewirkt, dass sich das vordere Ende des Bleches nach unten
neigt. Sofern der Schräglagewinkel zu groß wird, so besteht die Gefahr, dass das Gargut
nach vorne rutschend vom Backblech fällt. Normgemäß gemäß IEC 60335-2-6 ist der maximal
zulässige Schräglagewinkel 6°. Um den Schräglagewinkel gering zu halten, ist es bekannt,
zum einen das Spiel in den Führungen möglichst klein zu halten. Zum anderen werden
Materialien mit hoher Steifigkeit oder entsprechend hoher Materialstärke verwendet,
um die elastischen Deformationen, und somit den Kippwinkel, bei den Belastungen möglichst
gering zu halten.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein Gargerät mit Gargutträgern bereitzustellen,
bei dem der maximal zulässige Kippwinkel eingehalten wird und das einfach und kostengünstig
zu fertigen ist.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Erfinderisch wird ein Gargerät mit einer Mehrzahl von Führungen zur Führung von Gargutträgern,
insbesondere Backblechen, bereitgestellt, wobei die Führungen an den Seitenwänden
der Gargerätemuffel angeordnet sind. Dabei ist die Auszugsrichtung der Führungen in
einem Neigungswinkel von mindestens 1° gegenüber der Horizontalen von der Muffelöffnung
zum Gargerätinneren abfallend. Da der Neigungswinkel der Führungen entgegengesetzt
zu dem sich ergebenden Schräglagewinkel des Gargutträgers in der ausgezogenen Stellung,
bzw. äußeren Endlage, wirkt, wird durch den Neigungswinkel der Schräglagewinkel reduziert,
was die Gefahr des Herabrutschens von Gargut vom Gargutträger reduziert.
[0006] Insbesondere ist an den Seitenwänden ein Einsatzträger mit einer Mehrzahl der Führungen
angeordnet. Gegenüber einer Prägung der Führungen in die Seitenwand der Muffel bietet
der Einsatzträger den Vorteil der genaueren Führung mit engeren Toleranzen. Mit Hilfe
des Einsatzträgers kann ein im Wesentlichen paralleler Schlitz zur Aufnahme einer
Führungskante des Backblechs geschaffen werden, wogegen eine derartige Form nur mit
hohem Aufwand prägend erzielt werden kann. An Befestigungspunkten (wie bspw. gestanzten
Öffnungen) wird der Einsatzträger an der Muffelseitenwand befestigt. Der Neigungswinkel
kann einfach durch die "verdrehte" Positionierung der Befestigungspunkte an der Seitenwand
erzielt werden, was in der Produktion keine besonderen Kosten verursacht und somit
deutlich kostengünstiger ist, als eine mechanisch/elastisch steifere Ausgestaltung
des Backblechs und dessen Führung.
[0007] Weiterführend weist der Einsatzträger ein die Führungen verbindendes Rahmenelement
auf, welches senkrecht zur Auszugsrichtung der Führungen ausgerichtet ist. Hierdurch
wird erzielt, dass der Einsatzträger selbst den Neigungswinkel nicht erzeugt, bzw.
aufweist, sondern dieser ergibt sich durch eine leicht verdrehte Befestigung des Einsatzträgers
an der Seitenwand. Dies bedeutet, dass jeweils ein identischer Einsatzträger an der
linken und rechten Seitenwand der Muffel verwendet werden kann, was die Einzelteilkosten
reduziert und die Montage vereinfacht.
[0008] Alternativ können die Führungen als Prägungen in den Seitenwänden der Gargerätemuffel
ausgeführt sein. Dies ist eine kostengünstige Variante, da hier kein gesonderter Einsatzträger
benötigt wird.
[0009] Weiterführend ist der Neigungswinkel kleiner als 6°, da bei einem größeren Neigungswinkel
die Gefahr bestehen würde, dass Gargut vom Backblech in der komplett eingeschobenen
Stellung des Backblechs in den Ofen nach hinten rutschen würde. Dieses Rutschen könnte
sowohl durch den Neigungswinkel selbst, als auch durch den verbleibenden Impuls des
Garguts beim Abbremsen des Backblechs beim Erreichen der eingeschobenen Stellung verursacht
werden.
[0010] Insbesondere weist der Einsatzträger als Rahmen zwei Drahtbügel auf und die Führungen
der Gargutträger sind jeweils als zwei parallel zueinander liegende Längsstreben ausgeführt.
Durch diese einfache Bauweise werden die Bauteilkosten reduziert und die Masse des
Einsatzträgers kann gering gehalten werden, was die Erwärmungsgeschwindigkeit des
Gargeräts verbessert.
[0011] Alternativ sind die Führungen des Einsatzträgers als Teleskoplagerungen ausgeführt,
was den Vorteil bewirkt, dass das Backblech zu 100% oder mehr aus der Muffel gezogen
werden kann.
[0012] Insbesondere ist ein Auszugsstopp als Begrenzung der Auszugsbewegung des Gargutträgers
aus der Führung vorgesehen, so dass durch irrtümliches zu weites Ausziehen zum einen
nicht das Backblech herausfallen kann und zum anderen bei zu weitem Herausziehen sich
kein zu großer Schräglagewinkel ergeben kann.
[0013] Im Folgenden wird die Erfindung mit Bezug auf die Zeichnungen anhand von bevorzugten
Ausführungsformen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf ein Gargerät,
- Fig. 2
- eine Ansicht einer Seitenwand der Garraummuffel mit einem Einsatzträger,
- Fig. 3
- den Schnitt B - B durch den Einsatzträger,
- Fig. 4
- den Schnitt A - A durch den Einsatzträger und
- Fig. 5
- eine Seitenansicht des Backblechs.
[0014] Fig. 1 zeigt ein Gargerät 1 in einer frontalen Ansicht und den Blick durch die Gargerätetür.
An beiden seitlichen Wänden 15 ist ein Einsatzträger 20 angebracht, der ein Rahmenelement
24 mit Führungen 22 umfasst. Das Rahmenelement besteht aus zwei im Groben vertikal,
dabei aber leicht schräg, ausgerichteten Drahtbügeln 24, an denen in regelmäßigen
Abständen und im Groben horizontal, dabei aber leicht schräg, ausgerichtete Führungen
22 befestigt sind. Die Führungen 22 umfassen zwei beabstandete Drahtbügel 26 mit einem
Abstand zueinander, der so bemessen ist, dass die Führungskante 42 des Backblechs
40 in ihm geführt werden kann.
[0015] Jeweils ein Einsatzträger 20 ist an jeder Seitenwand 15 unter einem geringen Neigungswinkel
von 2° befestigt, der von der Muffelöffnung 11 zum Geräteinneren 12 abfallend ist.
Aus Gründen der besseren Anschaulichkeit wurde in Fig.2 der Winkel α übergroß dargestellt.
Der Einsatzträger der Muffelöffnung liegt also um ein geringes Stück höher als im
Geräteinneren, also z.B. dem Ventilator benachbart.
[0016] Um das maximale Herausziehen des Backblechs 40 aus der Backofenmuffel 10 zu begrenzen,
dient ein Bereich der Längsstreben 26 als Anschlagkante 27. Fig. 5 zeigt ein Backblech
40 so, dass es mit seiner links dargestellten Kante in die Muffel eingeführt werden
kann. Dabei greifen die Führungskanten 42 in die Führungen 22 der Einsatzträger 20.
Es sind bei einer Entfernung von 2/3 bis 3/4 der Backblechtiefe von der vorderen Kante
des Backblechs entfernt Anschläge 44 als lokale Vertiefungen in die Führungskanten
42 eingeprägt. Sobald beim Herausziehen des Backblechs 40 aus der Muffel diese Anschläge
44 mit den Anschlagkanten 27 in Kontakt treten, so spürt der Anwender einen merklichen
Widerstand gegen weiteres Herausziehen und erkennt, dass die äußere Endlage des Backblechs
erreicht wurde. In dieser Lage liegt der Schwerpunkt des Backblechs und dem darauf
befindlichen Gargut deutlich außerhalb der Muffel. Sowohl ein Spiel in der Führung
des Backblechs, als auch elastische Deformationen der Lagerung sorgen dafür, dass
das Backblech sich nach vorne herabneigt. Bei einer zu großen Neigung oder Schräglage
besteht die Gefahr, dass das Gargut von dem Backblech rutscht. Es wurde erkannt, dass
diese Gefahr dann groß ist, wenn der Schräglagewinkel in der äußeren Endlage größer
als 6° ist und dieser maximale Winkel wird in der IEC 60335-2-6 gefordert.
[0017] Durch den Einbau des Einsatzträgers 20 mit dem beschriebenen Neigungswinkel α von
2° wird der maximale Schräglagewinkel in der äußeren Endlage teilweise kompensiert.
Wenn beispielsweise bei einer exakt horizontalen Auszugsrichtung der Gargutträger
sich ein Schräglagewinkel von 7° ergeben würde, wird dieser somit auf zulässige 5°
reduziert.
[0018] Zur Befestigung der Einsatzträger 20 an den Seitenwänden 15 sind an Seitenwänden
Bohrungen vorgesehen, in welche ein aus Kunststoff gefertigter Buchseneinsatz 28 gesteckt
wird. Aufgrund von elastischer Deformation beim Einstecken des Buchseneinsatzes 28
in die Öffnung der Bohrung kann ein Flansch des Buchseneinsatzes, der größer ist,
als die Bohrung selbst, eingesteckt werden und so formschlüssig den Buchseneinsatz
an der Seitenwand halten. Die Rahmenelemente 24 haben eine U-förmige Grundform und
am Ende der Flanken eine umlaufende Rille, in welche am Buchseneinsatz 28 angeformte
Rastnasen greifen und so wird das jeweilige Rahmenelement 24 an der Seitenwand 15
gehalten.
Bezugszeichen:
[0019]
- 1.
- Gargerät
- 4.
- Gargerätetür
- 10.
- Gargerätmuffel
- 11.
- Muffelöffnung
- 12.
- Seite des Gargeräteinneren
- 15.
- Seitenwand
- 20.
- Einsatzträger
- 22.
- Führung
- 24.
- Drahtbügel, Rahmenelement
- 26.
- Längsstreben / Drahtbügel
- 28.
- Buchseneinsatz
- 40.
- Backblech / Gargutträger
- 42.
- Führungskante
- 44.
- Anschlag des Backblechs
1. Gargerät (1) mit einer Mehrzahl von Führungen (22) zur Führung von Gargutträgern (40),
insbesondere Backblechen, wobei die Führungen (22) an den Seitenwänden (15) der Gargerätemuffel
(10) angeordnet sind
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auszugsrichtung der Führungen (22) in einem Neigungswinkel (α) von mindestens
1° gegenüber der Horizontalen von der Muffelöffnung (11) zum Gargerätinneren (12)
abfallend ist.
2. Gargerät gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Seitenwänden (12) ein Einsatzträger (20) mit der Mehrzahl der Führungen (22)
angeordnet ist.
3. Gargerät gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatzträger (20) ein die Führungen verbindendes Rahmenelement (24) aufweist,
welches senkrecht zur Auszugsrichtung der Führungen (22) ausgerichtet ist.
4. Gargerät gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatzträger (20) im Neigungswinkel (α) an der Seitenwand (15) befestigt ist.
5. Gargerät (1) gemäß einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Seitenwänden (15) der Gargerätemuffel (10) ein baugleicher Einsatzträger
(20) angeordnet ist.
6. Gargerät (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen (22) als Prägungen in den Seitenwänden der Gargerätemuffel (11) ausgeführt
sind.
7. Gargerät gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Neigungswinkel (α) kleiner als 6° ist.
8. Gargerät gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatzträger (20) als Rahmen zwei Drahtbügel (24) aufweist, und die Führungen
(22) der Gargutträger jeweils als zwei parallel zueinander liegende Längsstreben (26)
ausgeführt sind.
9. Gargerät gemäß einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen des Einsatzträgers (20) als Teleskoplagerungen ausgeführt sind.
10. Gargerät gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche mit einem Gargutträger (40), dadurch gekennzeichnet, dass ein Auszugsstopp als Begrenzung der Auszugsbewegung des Gargutträgers (40) aus der
Führung vorgesehen ist.