[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Einschmelzen von NE-Metallen, insbesondere
Kupferkathoden und Kupferschrotte, in einem gasbefeuerten Schachtofen, wobei das einzuschmelzende
NE-Metall im Kopfbereich des Schachtofens zugeführt, infolge Schwerkraft nach unten
sinkt und mittels mehrerer gasbetriebener Brenner aufgeschmolzen wird. Die Erfindung
betrifft ferner eine geeignete Schachtofenanlage zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Ein heute noch in der Praxis zum Einsatz kommender Schachtofen ist aus der
US 3 199 977 A und der
US 3 366 465 A bekannt Der Ofen besteht aus einem vertikal angeordneten Ofenschacht mit kreisrundem
Querschnitt. Am unteren Ende befindet sich ein flacher, zur Abstichöffnung hin geneigter
Boden (Gefälle ca. 16%). Am oberen Ende sitzt eine Abgashaube auf der Ofenöffnung,
über die die Ofenabgase abgeführt werden. Die Abgashaube hat eine große Öffnung, durch
die Kupfer-Kathoden und Kupferschrott dem Schachtofen zugeführt werden.
[0003] Im unteren Teil des Ofenschachtes verengt sich der Schschtquerschnitt konisch kontinuierlich
auf etwa 80% der Querschnittsfläche im oberen Bereich.
[0004] In der Ofenmantelfläche befinden sich in ringförmiger Anordnung acht oder neun Erdgas-Luft-Brenner,
die auf einer Höhe liegen. Je nach Ofengröße sind drei oder vier derartiger Brenner-Ringe
in unterschiedlichen Höhen (vom Boden aus betrachtet) beabstandet zueinander angeordnet.
Der letzte Brennerring ist in einem Fall, z.B. in einer Höhe angeordnet, die 36% der
Gesamthöhe beträgt. Auch der vorletzte Brennerring ist oberhalb der konischen Verjüngung,
im zylindrischen Teil des Ofenschachtes angebracht.
[0005] Aus der
DE 692 30 152 T2 ist eine Verfahrensweise bekannt, mit der die Beheizung des vorgenannten Schachtofens
so gesteuert werden kann, dass eine Kupferschmelze entsteht, die nur geringe Mengen
an Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel enthält.
[0006] Hierzu wird jeder Brenner mit einem Erdgas-Luft-Gemisch versorgt, das kontinuierlich
analysiert wird. Das Analyseergebnis ist ein CO-Wert, der mit einem Sollwert verglichen
und dann dazu benutzt wird, das Verhältnis von Erdgas und Luft so zu verändern, dass
die Brennerflamme reduzierend eingestellt ist.
[0007] Der Nachteil dieses Ofens besteht darin, dass der feuerungstechnische Wirkungsgrad
gering ist. Im praktischen Betrieb (Aufheizen, Anheizen, schlechtere Auslastung) werden
nur Werte von knapp über 40% erreicht. Die Betriebkosten dieses Schachtofens sind
sehr hoch. Außerdem fällt verfahrensbedingt ein relativ hoher Anteil an CO
2 pro Tonne Kupferschmelze an, wodurch die Umwelt belastet wird.
[0008] Bekannt ist auch ein Schachtschmelzofen (
DE 3 603 251 A1) zum Schmelzen von Aluminium oder Aluminiumlegierungen, der aus einem zylindrischen
Schacht und einem Ofenherd, der konkav und steil abfallend ausgebildet ist, sowie
einem Auslasstrog besteht. Herd und Auslasstrog verlaufen gegen die Absticheinrichtung
nach unten geneigt.
[0009] Die Brenner zum Beheizen des Schmelzgutes sind im Herd und im Schacht in verschiedenen
Höhen angeordnet. Die Austrittsöffnungen der Brenner sind so gewählt, dass deren Achsen
abwärts geneigt verlaufen, um zu verhindern, dass Metalltröpfchen an die gegenüberliegende
Wandung bzw. die Brenneröffnung gelangen können. Der Auslasstrog muss mit einem separaten
Brenner heiß gehalten werden. Das heiße Metall soll dadurch so schnell wie möglich
in Richtung Austritt fließen.
[0010] Im Falle von Kupfer würde sich dies als Nachteil erweisen, weil die Überhitzung (Temperaturdifferenz
zwischen Flüssigmetall und Schmelztemperatur) des Metalls sehr gering bleibt.
[0011] Dieser Ofen ist daher zum Schmelzen von Kupfer ungeeignet.
[0012] Da die Schmelztemperatur von Kupfer höher liegt als die von Aluminium, wären auch
geringere Wirkungsgrade zu erwarten.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Einschmelzen von NE-Metallen
in einem gasbefeuerten Schachtofen zu schaffen, das sich im Vergleich zu den bekannten
Verfahren durch einen höheren Wirkungsgrad auszeichnet und zu geringeren Umweltbelastungen
führt. Ferner soll eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Schachtofenanlage
geschaffen werden.
[0014] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen 1 und 8 angegebenen
Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand
der jeweils abhängigen Ansprüche.
[0015] Gemäß der vorgeschlagenen Verfahrensweise gelangt das einzuschmelzende Metall (Vorlaufmaterial)
zuerst in eine vertikale zylindrische Vorwärmzone. Über eine erste Anordnung von Brennern,
die an der Phasengrenze zwischen Vorwärmzone und Schmelzzone im Schachtofen ringförmig
in gleichen radialen Abständen zueinander eingebaut sind, sowie durch die durch aufsteigende,
heiße Abgase abgegebene Wärmeenergie wird das Vorlaufmaterial aufgeheizt. Die Aufheizung
wird so gesteuert, dass das Vorlaufmaterial gleichmäßig aufgeheizt wird, bis auf einen
Temperaturbereich nahe der Schmelztemperatur, die im unteren Austrittsbereich der
Vorwärmzone erreicht wird, in axialer Richtung des Schmelzofens besteht ein Temperaturgefälle.
Die Regulierung der Wärmezufuhr in den Schachtofen wird so abgestimmt, dass in der
Vorwärmzone noch kein Schmelzvorgang stattfindet.
[0016] Das weiter nach unten sinkende heiße Vorlaufmaterial wird in der nachfolgenden Schmelzzone
vollständig zu Flüssigmetall aufgeschmolzen.
[0017] Der hierzu erforderliche Wärmeeintrag erfolgt über eine zweite Brenneranordnung,
wobei die Brenner in einer Ebene gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnet sind,
vorzugsweise in einem radialen Versatz zu den Brennem der ersten Anordnung.
[0018] Die Schmelzzone unterscheidet sich in ihrer Ofengeometrie deutlich von der Vorwärmzone.
An der Phasengrenze zwischen Vorwärm- und Schmelzzone erfolgt eine Schachtofenquerschnittserweiterung
mit anschließender kontinuierlicher Querschnittsverengung des Ofeninnenraumes in Richtung
Austragsöffnung. Beispielsweise entspricht die Geometrie des Ofeninnenraumes der Schmelzzone
der äußeren Form eines Obelisk.
[0019] Diese spezielle Gestaltung des Ofeninnenraumes in Verbindung mit der gezielten Wärmezuführung
ermöglicht ein gezieltes Einschmelzen in Richtung Flüssigmeiallaustrag. Im Bereich
der Ofensohle fließt das Flüssigmetall als Gerinne in Richtung Austragsöffnung ab.
[0020] Im Bereich der Austragsöffnung wird über eine dritte Brenneranordnung, die aus einem
Brenner bestehen kann, ebenfalls Wärmeenergie zugeführt. Diese Maßnahme gewährleistet
einen sicheren kontinuierlichen Austrag des Flüssigmetalls aus der Austragsöffnung
und eine gegebene Flüssigmetallüberhitzung.
[0021] Während des Betriebes des Schachtofens wird die Temperatur der Abgase am Ofenkopf
gemessen und durch Steuerung der Ofenleistung (Schmelzleistung) und/oder durch Veränderung
der thermischen Leistung der Brenner so geregelt, dass diese kleiner, höchstens 600
°C wird. Bei bekannten Schachtöfen zum Schmelzen von Kupferschrott liegen die Abgastemperaturen
am Kopf des Schachtofens bei über 1000 °C.
[0022] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen zur Reduzierung der Abgastemperatur sind für eine
wirtschaftliche Betriebsweise von entscheidender Bedeutung. Die spezielle Ofengeometrie
wirkt sich vorteilhaft auf eine Absenkung der Abgastemperatur aus, ohne nachteilige
Auswirkungen auf die Schmelzleistung. Die Ofengeometrie sorgt für eine gleichmäßig
konstante Strömung des Abgases im Ofenschacht. Die vorgeschlagene Verfahrensweise
ermöglicht die Erzielung feuerungstechnischer Wirkungsgrade ηf von ca. 0,70. Der Verbrauch
an Brenn- bzw. Erdgas, um eine Tonne Kupferschrott zu schmelzen, lässt sich somit
in Abhängigkeit der jeweils gewählten Schmelzleistung um ca. 20 bis 25% verringern.
[0023] Die Zuführung von Wärmeenergie in die Vorwärmzone und Schmelzzone kann separat (getrennte
Heizzonen) voneinander geregelt werden. Dadurch kann die Feuerungsleistung gezielt
auf die Qualität und Beschaffenheit des Vorlaufmaterials abgestimmt werden. Die am
Schachtofenkopf gemessene Abgastemperatur wird als Leitgröße zur Steuerung und Regelung
der Prozessparameter (des Schachtofenschmelzbetriebes) verwendet, durch Verknüpfung
der Feuerungsleistungsregelung je Heizzone, der Steuerung des Beschickungspegelstandes
sowie der Steuerung der mechanischen Abgasableitung. Wie bereits erwähnt, wird die
Temperatur der zur Vorwärmung genutzten Abgase in der Abgasleitung gemessen und auf
einen Wert von kleiner/gleich 600 °C eingestetlt.
[0024] Der Ofenraumdruck im Kopfbereich des Schachtofens kann durch Veränderung der Förderleistung
zur Abgasabsaugung auf einen Wert < Nullniveau eingeregelt werden.
[0025] Über die In der Vorwärmzone vorgesehene erste Anordnung an Brennern können 40 bis
50% und über die in der Schmelzzone vorgesehene zweite und dritte Anordnung an Brennern
50 bis 60% der Gesamtfeuerungsleistung zugeführt werden.
[0026] Die Ofenabgase werden abgesaugt und einer Abgasnachbehandlung unterzogen. Entsprechend
der Betriebsweise kann die Abwärme der anfallenden Abgase primär oder sekundär genutzt
werden.
[0027] Insbesondere zum sauerstoffarmen Einschmelzen von Kupfer wird die Gasbefeuerung aller
Brenner über eine Gas/Luft/Verhäitnisregetung vorgenommen.
[0028] Eine geeignete Schachtofenaniage zum Einschmelzen von NE-Metallen, insbesondere Kupferkathoden
und Kupferschrotte, ist durch folgende Merkmale charakterisiert:
- a) einer unterhalb der Beschickungsöffnung vertikal angeordneten Vorwärmzone mit einem
zylindrischen Ofeninnenraum, dessen Ofenvolumen 60 bis 80% des Gesamtvolumens des
Schachtofens beträgt,
- b) einer sich an die Vorwärmzone anschließenden Schmeizzone, die eine Schachtofenquerschnittserweiterung
mit einer Verjüngung in Richtung Flüssigmetallaustragsöffnung besitzt, wobei die Schmelzzone
durch eine in Fließrichtung leicht geneigt angeordnete ebene Ofensohle, an deren Ende
sich die Austragsöffnung befindet, begrenzt ist,
- c) einer ersten Anordnung gasbefeuerter Brenner, die an der Phasengrenze zwischen
Vorwärmzone und Schmelzzone in der zylindrischen Wandung in einer Ebene ringförmig
angeordnet ist und
- d) einer zweiten Anordnung gasbefeuerter Brenner, die im unteren Bereich der Schmelzzone
In der Wandung in einer Ebene angeordnet Ist,
- e) in dem gegenüberllegend zur Ofensohle angeordneten Wandabschnitt eine dritte Anordnung
mit mindestens einem gasbefeuerter Brenner vorgesehen ist, wobei die vertikale Achse
der Brenner in Richtung vertikaler Mittelachse Schachtofen geneigt ist, und
- f) einer Messeinrichtung für die Abgastemperatur sowie einer computergestützten Steuer-und
Regeleinheit mindestens zur Veränderung der Vorlaufmateriaimenge und/oder Feuerleistung
der Brenner der ersten und/oder zweiten Brenneranordnung.
[0029] Die Höhe bzw. Länge der Vorwärmzone beträgt ca. 4D bis 6D, wobei D der lichte Innendurchmesser
des Ofenschachtes ist.
[0030] Die Höhe der Schmelzzone, bezogen auf die Mittelachse des Schachtofens liegt im Bereich
von ca. 1 D bis 1,SD.
[0031] Die Länge der Ofensohle ab Mittelachse Schachtofen beträgt ca. 1,07D bis 1,2D.
[0032] Die in der Wandung der Vorwärmzone angeordneten Brenner sind In Achsrichtung in einem
Winkel von ca. 8 bis 15° nach unten geneigt angeordnet.
[0033] Die in der Wandung von Vorwärmzone und Schmelzzone angeordneten Brenner sind als
erste Anordnung und zweite Anordnung in ihren Ebenen zueinander radial versetzt.
[0034] Die Beschickungsöffnung ist verschließbar und am Kopf des Schachtofens ist eine unter
Saugkraft stehende Abgasleitung mit einer Temperaturmesseinrichtung vorgesehen.
[0035] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Schachtschmelzofenantage in vereinfachter schematischer
Darstellung, als Längsschnitt,
Fig. 2 den mittleren und unteren Teil des Schachtschmelzofens gemäß Fig. 1 in perspektivischer
Darstellung,
Fig. 3 den unteren Teil des Schachtschmelzofens gemäß Fig. 1 als Längsschnitt,
Fig. 4 einen Schnitt gemäß der Linie B-B in Fig. 3,
Fig. 5 einen Schnitt gemäß der Unie A-A in Fig. 3 und
Fig. 6 die Einzelheit X in Fig. 4 als Längsschnitt.
[0036] Die in Fig. 1 gezeigte Schachtschmelzofenanlage besteht aus einem gasbeheizten Schachtofen
1 und einem Schachtofen-Oberteil 2 mit einer Beschickungsschleuse 3 und einem Schacht
4 zur Zuführung von einzuschmelzendem Material, wie Kupferkathoden und Kupferschrott,
sowie einer Abgasleitung bzw. Abgaskanal 5. In die Abgasleitung 5 sind eine Notesse
6 und ein Saugzug 7 eingebunden. Außerdem ist in der Wandung der Abgasleitung ein
Temperaturfühler 8 Installiert, mit dem die Abgastemperatur gemessen wird. Die gemessenen
Werte werden an eine computergestützte, nicht weiter gezeigte Steuer- und Regeleinheit
übermittelt, auf die nachfolgend noch kurz eingegangen wird.
[0037] Zur Beschickungsschleuse 3 gehört mindestens ein Schleusentor 9 mit Schieber 9a.
Über das Schleusentor 9 wird die Öffnung des Beschickungsschachtes 4 verschlossen.
[0038] Der Schachtofen 1 besteht aus einem vertikal angeordneten, zylindrischen Ofenschacht
10a, als Vorwärmzone 10, an den sich ein Abschnitt 11a anschließt, der die Schmelzzone
11 bildet. Der Innenraum der Vorwärmzone 10 ist zylindrisch, Der Innenraum der Schmelzzone
11 hat eine sich stetig nach unten, in Richtung Ofensohle 18, vergrößernde Erweiterung,
die z.B. die Form eines Obelisken hat. Der Ofeninnenraum verjüngt sich in der Flüssigmetallzone
in Richtung Flüssigmetallaustrag 19,
[0039] Die Höhe eines Schachtofens 1 beträgt in etwa das 5 bis 7,5-fache des Innendurchmessers
D. Die Höhe bzw. Länge der Vorwärmzone beträgt 4D bis 6D, wobei D der lichte Innendurchmesser
des Ofenschachtes Ist und z.B. 1,5 bis 2 m beträgt.
[0040] Das Ofenvolumen der Vorwärmzone beträgt ca. 80 bis 90% des Gesamtofenvoiumens. Die
Vorwärmzone 10 ist ausschließlich als zylindrischer Raum mit konstantem Innendurchmesser
D ausgeführt.
[0041] An der Phasengrenze zwischen Vorwärmzone 14 und Schmelzzone 11 befindet sich eine
erste ringförmige Brenneranordnung 12, die aus neun gasbetriebenen Brennem 13 besteht,
die in gleichen radialen Abständen (jeweils 4D°) zueinander in einer Ebene angeordnet
sind, wie in den Figuren 1 bis 3 zu sehen ist. Wie in Fig. 6 gezeigt, sind die einzelnen
Brenner 13 so angeordnet, dass die Brennerachsen leicht nach unten, in Richtung Ofensohle
18 zeigen. In der Zeichnung sind die Brenner 13 nicht detailliert dargestellt, sondern
nur die entsprechenden Einsätze zur Aufnahme der Brenner angedeutet.
[0042] Die Schmelzzone 11 beginnt unmittelbar nach der Brenneranordnung 12 und Ist nach
unten durch eine ebene Ofensohle 18 begrenzt, die leicht geneigt in Fließrichtung
verläuft. Am vorderen, tiefsten Ende der Ofensohle 18 befindet sich die Austragsöffnung
19 für das Flüssigmetall. Die hintere Wand 16 der Schmelzzone ist halbkreisförmig,
wie insbesondere in den Figuren 2 und 4 zu sehen ist. Die vordere Wand 14 des Schachtofens
1 geht in den oberen Wandabschnitt 20 über, welcher in etwa parallel zur Ofensohle
18 verläuft. Die sich unten an der hinteren Wand 16 anschließenden Seitenwände 17
verlaufen konisch verjüngt in Richtung Austragsöffnung 19. Die Ofensohle 18 hat z.B.
einen tropfenförmigen Querschnitt, wie in Fig. 4 zu sehen.
[0043] Im unteren Bereich der Schmelzzone 11, oberhalb der Ofensohle 18, ist eine zweite
Brenneranordnung 21 vorgesehen, bestehend aus zehn Brennern 22. Die Brenner 22 sind
in gleichen Abständen zueinander in einer Ebene angeordnet (Figuren 1 bis 3). Die
im halbreisförrnigen Abschnitt 16 angeordneten Brenner 22 sind in einem radialen Abstand
von 36° angeordnet. Bezogen auf die Brenner 13 der ersten Brenneranordnung 12 sind
die Brenner 22 um die Hälfte des radialen Abstandes versetzt (Fig. 3). In der zugehörigen
Zeichnung sind nur die Brennereinsätze zu sehen,
[0044] Zusätzlich ist in dem oberen Wandabschnitt 20 noch eine dritte Brenneranordnung 23
vorgesehen, die z.B. nur aus einem Brenner 24 besteht. Über diesen Brenner 24 wird
im Dauerbetriebszustand dem Bereich in unmittelbarer Nähe der Austragsöffnung 19 so
viel Wärmeenergie zugeführt, dass das Flüssigmetall kontinuierlich abfließen kann.
Gegebenenfalls kann über diesen Brenner 24 auch eine Überhitzung des Flüssigmetallgerinnes
erzeugt werden. Dieser Brenner 24 ist in Richtung zur Mittelachse des Schachtofens
1 geneigt (Fig. 1) und so angeordnet, dass ein möglicher Einlauf von Flüssigmetall
weitgehend ausgeschlossen ist.
[0045] Der gezeigte Schachtofen 1 ist insgesamt mit zwanzig Brennern ausgerüstet. Durch
die versetzte Anordnung der Brenner 13 und 22 der ersten und zweiten Brenneranordnungen
12 und 21 wird im Betriebszustand eine kontinuierliche Querschnittswärmebelastung
erzielt, die sich günstig auf den Schmelzprozess auswirkt.
[0046] Bezogen auf eine Auslegung des gasbeheizten Schachtschmelzofens mit einer Schmelzleistung
von 30 t/h (Kupferkathoden und Kupferschrotte) ist von folgenden charakteristischen
Ofendaten auszugehen:
- Gesamthöhe des Schachtofens: 5 bis 7,5 fache des lichten Schachtofendurchmessers,
bezogen auf Leerrohrgeschwindigkeit im Normzustand,
- Lichter Ofenschachtdurchmesser 1,5 m bis 2 m,
- Anzahl der Brenner 20 Stück (Anordnung wie vorstehend),
- Brennerleistung je Brenner ≤ 450 kW (ohne primäre Abwärmerückführung),
- Brenngas: Erdgas H.
[0047] Nachfolgend wird die Verfahrensweise näher erläutert.
[0048] Die Brenner des Schachtofens 1 werden mit Erdgas Hals Brenngas betrieben. Die Parameter
dieses Brenngases sind allgemein bekannt. Zur Einhaltung eines sauerstoffarmen Einschmelzens
erfolgt die Befeuerung über die Brenner 12, 21 und 24 mit einer Gas-Luft-Verhältnisregelung.
Gegebenenfalls kann auch noch eine Verbrennungsluftvorerwärmung erfolgen.
[0049] Das zu schmelzende Vorlaufmaterial (Kupferkathoden, Kupferschrotte) wird aus einer
Beschickungsschleuse 3 in den zylindrischen Ofenschacht 4 entsprechend der jeweils
geforderten Schmelzleistung abgesenkt.
[0050] In der Vorwärmzone 10 wird das zugeführte Vorlaufmaterial durch die spezifische Feuerungsleistung
der ringförmig angeordneten Brenner 13 der ersten Brenneranordnung 12 und der aufsteigenden
heißen Abgase auf Temperaturen nahe Schmelzpunkt aufgeheizt. Da die Abgase entsprechende
Wärme an das Vorlaufmaterial abgeben, wird deren Temperatur gesenkt. Durch die Absaugung
der Abgase (mechanische Abgasableitung) wird im Bereich der Vorwärmzone 10 eine auf
den gesamten Ofenquerschnitt bezogene kontinuierliche Abgasumströmung des Vorlaufmateriais
erreicht. Gleichzeitig wird somit auch der Ofenrauminnendruck geregelt. Die Regelung
ist so vorzunehmen, dass die Nulldruckebene im Bereich der Schnittstelle zwischen
Vorwärmzone 10 und Schmelzzone 11 liegt, insbesondere, um Falschluftansaugungen über
den Flüssigmetallaustritt zu vermeiden. Verfahrenstechnisch wird somit sichergestellt,
dass das Abgas gleichmäßig abströmt und keinen größeren Temperaturschwankungen unterworfen
ist.
[0051] Dadurch kann die Abgastemperatur als Leitgröße bzw. wesentlicher Regelparameter für
die gesamte Prozessteuerung des Schmelzofens verwendet werden.
[0052] Die Abgastemperatur wird mittels Temperaturfühler 8 am oberen Ende der Vorwärmzone
10 kontinuierlich gemessen und durch mengenmäßige Veränderung bzgl. der Zuführung
von Vorlaufmaterial (Schmelzleistung) und/oder Veränderung der Feuerungsleistung,
insbesondere der Brenner 13 an der Phasengrenze zwischen Vorwärmzone 10 und Schmelzzone
11, so eingestellt, dass die tatsächliche Abgastemperatur im Dauerbetrieb möglichst
unter und höchstens 600 °C beträgt. Der Vorteil der vergleichsweise niedrigen Abgastemperatur
besteht in einer erheblich kostenmindernden Nachbehandlung (Reinigung) des Abgases.
Zusätzlich kann das anfallende Abgas noch als Sekundärenergie wirtschaftlich genutzt
werden.
[0053] In der Schmelzzone 11 wird das zugeführte vorgewärmte Vorlaufmaterial geschmolzen,
die hierzu erforderliche Wärmeenerglezuführung erfolgt über die beiden Gasbrenneranordnungen
12 und 21. Die vorgeschlagene Ofengeometrie, insbesondere die Schachtofenquerschnittserweiterung
15 mit nachfolgender kontinuierlicher Verjüngung durch die Seitenwände 17, sorgt für
ein über den Querschnitt kontinuierliches Einschmelzen sowie einer gleichmäßigen und
annähernd konstanten Temperaturverteilung im Flüssigmetall. Das zu Flüssigmetall geschmolzene
Vorlaufmaterial sammelt sich als Gerinne auf der leicht schräg geneigten Ofensohle
18 und fließt am Ende der Ofensohle über die Austragsöffnung 19 ab.
[0054] Die geometrische Auslegung der Schmelzzone 11 in Verbindung mit der Anordnung der
Brenner, insbesondere des Brenners 24, ermöglichen einen kontinuierlichen und konstanten
Flüssigmetallaustrag.
[0055] Über die Steuer- und Regeleinheit wird ausgehend von der momentan gemessenen Abgastemperatur
die aktuelle Schmelzleistung ermittelt und angezeigt. Auch der aktuelle Verbrauch
an Erdgas wird für jeden Brenner gesondert angezeigt sowie als Gesamtverbrauchswert.
Liegt die gemessene Abgastemperatur oberhalb von 600 °C, so wird zuerst berechnet,
ob eine Korrektur über die Anpassung der Füllhöhe im Schacht erfolgen kann. Ist dies
nicht möglich, so muss die Feuerungsleistung angepasst werden.
[0056] Sowohl die Vorwärmzone als auch die Schmelzzone können technologisch unabhängig voneinander
geregelt werden.
1. Verfahren zum Einschmelzen von NE-Metallen, insbesondere Kupferkathoden und Kupferschrotte,
In einem gasbefeuerten Schachtofen, wobei das einzuschmelzende NE-Metall im Kopfbereich
des Schachtofens (1) zugeführt, in einem zylindrischen Ofenabschnitt (10a) vorgewärmt
und in einer sich daran anschließenden Zone mittels mehrerer betriebener Brenner zu
Flüssigmetall aufgeschmolzen wird, das aus der Austragsöffnung 19 ausgetragen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das einzuschmelzende Metall im Bereich des zylindrischen Ofenabschnittes (10a) unter
Zuführung von in einer Ebene ringförmig in gleichen radialen Abständen zueinander,
an der Phasengrenze zwischen Vorwärmzone (10) und Schmelzzone (11) angeordneten Brennern
(13) einer ersten Brenneranordnung (12) erzeugter und durch aufsteigende Abgase abgegebener
Wärmeenergie aufgeheizt und nachfolgend in der Schmelzzone (11) über in einer Ebene,
gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnete Brenner (22) einer zweiten Brenneranordnung
(21) die zum Schmelzen erforderliche Wärmeenergie zugeführt wird, wobei an der Phasengrenze
zwischen Vorwärm- (10) und Schmelzzone (11) durch eine Schachtofenquerschnittserweiterung
mit In Richtung Ofensohle (18) und Austragsöffnung (19) folgender Verjüngung ein gezieltes
Einschmelzen in Richtung Austragsöffnung (19) erfolgt, wobei das Flüssigmetall im
Bereich der Ofensohle (18) als Gerinne in Richtung Austragsöffnung (19) abfließt und
im Bereich des oberen Wandabschnittes (20) über mindestens einen Brenner (24) einer
dritten Brenneranordnung (23) Wärmeenergie eingeleitet wird, um einen sicheren kontinuierlichen
Abfluss des Flüssigmetalls aus der Austragsöffnung (19) zu gewährleisten, und die
Temperatur der zur Vorwärmung genutzten Abgase in der Abgasleitung (5) gemessen und
durch Veränderung der Ofenleistung (Schmelzleistung) und/oder thermischen Leistung
auf einen Wert von ≤ 600 °C eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführung von Wärmeenergie in die Vorwärmzone (10) und Schmelzzone (11) und in
die Zone des Flüssigmetallaustrages separat voneinander geregelt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die gemessene Abgastemperatur als Leitgröße zur Steuerung und Regelung der Prozessparameter
verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass über die in der Vorwärmzone (10) vorgesehenen Brenner (13) der ersten Brenneranordnung
(12) 40 bis 50% der Gesamtfeuerungsleistung zugeführt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass über die in der Schmelzzone (11) vorgesehenen Brenner (22, 24) der zweiten und dritten
Brenneranordnung (21, 23) 50 bis 60% der Gesamtfeuerungsleistung zugeführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofenraumdruck im Kopfbereich des Schachtofens (1) durch Veränderung der Förderleistung
zur Abgasabsaugung auf einen Wert < Nullniveau eingeregelt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zum sauerstoffarmen Einschmelzen von Kupfer die Gasbeheizung aller Brenner (13, 22,
24) über eine Gas/Luft/Verhältnisregelung vorgenommen wird.
8. Schachtofenanlage zum Einschmelzen von NE-Metallen, insbesondere Kupferkathoden und
Kupferschrotte, mit folgenden Merkmalen:
a) einer unterhalb der Beschickungsöffnung (4) vertikal angeordneten Vorwärmzone (10)
mit einem zylindrischen Ofeninnenraum, dessen Ofenvolumen 60 bis 80% des Gesamtvolumens
des Schachtofens (1) beträgt,
b) einer sich an die Vorwärmzone (10) anschließenden Schmelzzone (11) mit einer Schachtofenquerschnittserweiterung
(15), die sich in Richtung Austragsöffnung (19) verjüngt, wobei die Schmelzzone (11)
durch eine In Fließrichtung leicht geneigt angeordnete ebene Ofensohle (18), an deren
unterem Ende sich die Austragsöffnung (19) befindet, begrenzt ist,
c) einer ersten Brenneranordnung (12) mit gasbetriebenen Brennern (13), die an der
Phasengrenze zwischen Vorwärmzone (10) und Schmelzzone (11) in der zylindrischen Wandung
in einer Ebene ringförmig angeordnet ist,
d) einer zweiten Brenneranordnung (21) mit gasbetriebenen Brennern (22), die im unteren
Bereich der Schmelzzone (11) in einer Ebene in der Ofenwandung angeordnet ist,
e) einer dritten Brenneranordnung (23) mit mindestens einem gasbetriebenen Brenner
(24), die in dem gegenüberliegend zur Ofensohle (18) angeordneten oberen Wandabschnitt
(20) angeordnet ist, wobei die vertikale Achse der Brenner (24) in Richtung zur vertikalen
Mittelachse (X) des Schachtofens (1) geneigt ist, und
f) einer Messeinrichtung für die Abgastemperatur sowie einer computergestützten Steuer-und
Regeleinheit mindestens zur Veränderung der Vorlaufmaterialmenge und/oder Feuerleistung
der Brenner der ersten und/oder zweiten Brenneranordnung (12, 21).
9. Schachtofenanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (Länge) der Vorwärmzone (10) 4D bis 6D beträgt, wobei D der lichte Innendurchmesser
des Ofenschachtes ist.
10. Schachtofenanlage nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Schmelzzone (11), bezogen auf die Mittelachse (X) des Schachtofens (1)
1 D bis 1,5D beträgt, wobei D der lichte Innendurchmesser des Ofenschachtes ist.
11. Schachtofenanlage nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Ofensohle (18) ab Mittelachse (X) des Schachtofens (1) 1,07D bis 1,2D
beträgt, wobei D der lichte Innendurchmesser des Ofenschachtes ist.
12. Schachtofenanlage nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Wandung der Vorwärmzone (10) angeordneten Brenner (13) in Achsrichtung
in einem Winkel von 8 bis 15° nach unten, in Richtung Ofensohle (18), geneigt angeordnet
sind,
13. Schachtofenanlage nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Wandung von Vorwärmzone (10) und Schmelzzone (11) angeordneten Brenner
(13, 22) ersten und zweiten Brenneranordnung (12, 21) in ihren Ebenen zueinander radial
versetzt sind.
14. Schachtofenanlage nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickungsöffnung (4) verschließbar ist und am Kopf des Schachtofens (1) eine
unter Saugkraft stehende Abgasleitung (5) mit einer Temperaturmesseinrichtung (8)
vorgesehen ist.