[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zur
Handhabung von stangenartigen Bauteilen, insbesondere für eine Tiefbohrvorrichtung,
die entweder im Onshore-Bereich oder im Offshore-Bereich zum Einsatz kommt. Der Einsatz
derartiger Tiefbohrvorrichtungen kann beispielsweise zum Vertikalbohren im Hinblick
auf die Erschließung von Lagerstätten erfolgen. Der Begriff "Lagerstätte" beinhaltet
dabei insbesondere das Vorkommen eines Stoffes in flüssiger, gasförmiger oder fester
Form oder das Vorliegen von energetisch nutzbaren Verhältnissen in geologischen Strukturen,
insbesondere in Bezug auf Erdöl, Erdgas oder geothermische Energie. Mit der Bezeichnung
"stangenartiges Bauteil" werden nachfolgend insbesondere, jedoch nicht ausschließlich,
derartige Bauteile verstanden, deren Längsausdehnung größer als deren Querausdehnung
ist. Derartige Bauteile sind bevorzugt rohrartig ausgestaltet und dienen beispielsweise
zum Einbringen von Bohrungen.
[0002] Das Vertikalbohren gelangt bevorzugt zur Ausbeutung von Öl- und Gasfeldern und bei
der Gewinnung von geothermischer Energie zum Einsatz.
[0003] Das Prinzip der vorliegenden Erfindung ist nicht auf einen Einsatz beim Tiefbohren
beschränkt, sondern kann beispielsweise auch für andere Bohrvorrichtungen, zum Beispiel
für horizontale Bohrvorrichtungen oder Schrägbohrvorrichtungen, verwendet werden.
Stand der Technik
[0004] Aus dem Stand der Technik ist eine Vertikalbohrvorrichtung beispielsweise entsprechend
der Patentschrift
EP1387924 B1 bekannt, bei der eine Vielzahl von Rohren, die im Erdreich einen Rohrstrang bilden,
vor dem Einbringen im wesentlichen vertikal auf einer Bohrplattform angeordnet werden.
In dieser genannten Patentschrift werden eine Vorrichtung und ein Verfahren beschrieben,
durch die sichergestellt wird, dass beim Einbringen oder Ausbringen von Rohren jeweils
eines von zwei Rohren mit Sicherheit durch eine Befestigungseinrichtung gehalten wird.
Ein typisches Verfahren zum vertikalen Anordnen der Rohre besteht in einem Fördersystem,
das ein Greifer aufweist und das die Rohre in die gewünschte Vertikalposition bringt.
[0005] Eine Verbesserung in Bezug auf das in der
EP1387924 B1 beschriebene Verfahren besteht im Einsatz von Bohrstangengreifsystemen, wie diese
in der
DE 102004004315 A1 beschrieben sind und in, Figur 1 gezeigt sind. Ein Bohrmast 1 ist auf einem aus Einzelsegmenten
gefertigten Unterbau 2 angebracht an den Bohrmast 1 ist ein Schlitten 4, an dem ein
Top-Drive vorgesehen ist, in Vertikalrichtung verfahrbar. Bei einer unterhalb des
Top-Drives am Schlitten 4 befindlicher Bohrstange 6 kann diese in das Bohrloch eingeführt
und durch das Top-Drive ein entsprechender Bohrvorgang ausgeführt werden. Benachbart
zum Unterbau 2 und zu ebener Erde befindet sich ein Bohrstangenmagazin 8 in dem die
einzubringenden Bohrstangen gelagert werden und auf dem aus dem Bohrloch entnommene
Bohrstangen abgelegt werde. In dieser Anmeldung
DE 102004004315 A1 ist zur Erleichterung des Vorsehens der Bohrstange ein Bohrstaiogengreifer 10 an
einem Führungsrahmen 12 vorgesehen. Dieser Bohrstangengreifer greift eine auf dem
Bohrstangenmagazin 8 senkrecht zur Verbindungslinie von Bohrmast und Bohrloch liegende
Bohrstange 6a, verschwenkt diese senkrecht dazu über eine mit 6b gezeigte Position
der Bohrstange, führt eine Translationsbewegung entlang des Führungsrahmens 12 in
die mit Figur 6C gezeigte Position aus, verschwenkt in eine Position oberhalb des
Bohrloches und ermöglicht dann das Einbringen über den am Schlitten 4 befindlichen
Top-Drive der Bohrstange in das Bohrloch. Zum Entfernen einer Bohrstange aus dem Bohrloch
wird eine umgekehrte Vorgehensreihenfolge gewählt.
[0006] Zwar entfällt bei einem derartigen Pipehandlingsystem, wie es in dem nächstkommenden
Stand der Technik D
102004004315 A1 beschrieben ist, die Unsicherheit von an einem Kran befindlichen schwebenden Lasten.
Andererseits bedarf es jedoch der manuellen Mitwirkung einer Bedienperson, um ein
sicheres Verbringen der Bohrstangen in einem ersten Schritt auf das Bohrstangenmagazin,
ein sicheres Greifen durch den Bohrstangengreifer 10, ein sicheres Verschwenken in
die vorgeschriebene Position unterhalb des Top-Drives und ein sicheres Einbringen
in das Bohrloch von der Bohrstange sicherzustellen.
[0007] Es ist zu beachten, dass bei herkömmlichen Onshore-Bohranlagen das Einbringen von
Bohrstangen in das Magazin 8 häufig manuell oder vermittels Gabelstapler vorgenommen
wird, was das sichere einzelne Greifen von Bohrstangen zusätzlich erschwert.
Zusammenfassung der Erfindung
[0008] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Handhabung
von stangenartigen Bauteilen, insbesondere für Tiefbohrvorrichtungen, vorzusehen durch
die eine automatisierte und/oder sichere Handhabung der stangenartigen Bauteile, insbesondere
Bohrstangen, bis zum Einbringen in ein Bohrloch und ab dem Entfernen aus dem Bohrloch
sicherstellt. Es wird ferner bevorzugt, wenn durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
und das erfindungsgemäße Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen eine
Umsetzung sowohl bei Onshore-Bohranlagen als auch bei Offshore-Bohranlagen möglich
ist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch Verfahren und Vorrichtungen zur Handhabung von stangenartigen
Bauteilen entsprechend den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Erfindungsgemäße Weiterbildungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Erfindungsgemäß wird eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
vorgesehen, die eine Ablageeinrichtung für stangeartige Bauteile, in der stangenartige
Bauteile ablegbar sind, eine Hubeinrichtung, die einen Hubschlitten, eine Führungseinrichtung
zum Führen des Hubschlittens und einen Antrieb zum Verfahren des Hubschlittens aufweist,
und einer an dem Hubschlitten angebrachte Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen eines
stangenartigen Bauteils von der Ablageeinrichtung aufweist, wobei die Aufnahmeeinrichtung
in Bezug auf den Hubschlitten in einer zu der Verfahrrichtung des Hubschlittens senkrechten
Ebene in einer solchen Weise schwenkbar ist, dass ein stangenartiges Bauteil oberhalb
eines Bohrloches anordenbar ist. Auf diese Weise kann der Transport von stangenartigen
Bauteilen von der Ablageeinrichtung bis oberhalb des Bohrloches durch eine Einrichtung
vorgenommen werden und ein Höhenunterschied überwunden werden. Es wird bevorzugt,
dass die stangenartigen Bauteile in der Ablageeinrichtung im Wesentlichen parallel
zu einer Verbindungslinie zwischen Bohrlochmitte und Mitte des Bohrmastes ablegbar
sind. Durch eine derartige Anordnung ist neben einer kompakten Bauweise der Bohranlage
mit Ablageeinrichtung auch ein raumökonomisches Entnehmen aus der Ablageeinrichtung
möglich. Die vorstehend genannte Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
wird nachfolgend als Grundstruktur bezeichnet.
[0011] Erfindungsgemäß kann ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
an einer Bohranlage, vorzugsweise mit der vorstehenden Grundstruktur, vorgesehen werden,
wobei diese Vorrichtung eine Transporteinrichtung und eine Steuereinrichtung aufweist.
Die Transporteinrichtung ist für den Transport der stangenartigen Bauteile von einer
Zwischenablageeinrichtung zu einer Ablageeinrichtung für stangenartige Bauteile bestimmt,
wobei ein oder mehrere stangenartige Bauteile von der Ablageeinrichtung durch eine
Aufnahmeeinrichtung abnehmbar sind. Die Steuereinrichtung ist zur Steuerung der Transporteinrichtung
bestimmt und durch diese ist die Transporteinrichtung mit einer solchen Weise steuerbar,
dass eine Freigabe eines stangenartigen Bauteils bei der Ablageeinrichtung in Abhängigkeit
von einer Relativposition der Transporteinrichtung in Bezug auf die Ablageeinrichtung
erfolgen kann. Durch die vorstehend genannte Gestaltung der Vorrichtung kann verhindert
werden, dass während eines Transportes zur Ablageeinrichtung die Bohranlage oder in
der Nähe von diesen befindliche Einrichtungen beschädigt oder zerstört werden und
kann ein Ablegen der stangenartigen Bauteile mit höherer Sicherheit in der Ablageeinrichtung
sichergestellt werden. Dadurch lässt sich bereits beim Einbringen der stangenartigen
Bauteile in die Ablageeinrichtung eine erhöhte Sicherheit umsetzen.
[0012] Es wird bevorzugt, wenn die vorstehend genannte Vorrichtung eine Erfassungseinrichtung
zum Erfassen in Bezug auf das Aufbringen auf die Ablageeinrichtung aufweist. Dabei
wird bevorzugt, dass die Entlastung an der Transporteinrichtung erfasst wird. Beim
Erfassen der Entlastung an der Transporteinrichtung, beispielsweise an einem Kran,
kann sichergestellt werden, dass das stangenartige Bauteil aufliegt und somit eine
unkontrollierte Abwärtsbewegung des stangenartigen Bauteils bei der Freigabe durch
die Transporteinrichtung mit höherer Sicherheit ausgeschlossen wird.
[0013] Alternativ oder in Ergänzung dazu kann in der vorstehend genannten Vorrichtung eine
Erfassungseinrichtung an der Ablageeinrichtung vorgesehen sein, die das Aufbringen
eines oder mehrerer stangenartiger Bauteile auf die Ablageeinrichtung erfasst. Durch
eine derartige Erfassung kann sichergestellt werden, dass das stangenartige Bauteil
auf die Ablageeinrichtung und nicht beispielsweise durch eine unkontrollierte Neigung
des stangenartigen Bauteils auf einen Abschnitt in der Umgebung der Ablageeinrichtung
aufsitzt.
[0014] Es wird ferner bevorzugt, wenn bei der vorstehend genannten Vorrichtung die Steuereinrichtung
die Freigabe des oder der stangenartigen Bauteile in Abhängigkeit von einer vorbestimmten
Relativposition zur Ablageeinrichtung gestattet. Diese Abhängigkeit der Freigabe von
der Relativposition ermöglicht es, einen nahen Bereich oberhalb der Ablageeinrichtung
festzulegen, indem nur eine Freigabe erfolgen kann. Dadurch kann auch im stärkeren
Maße sichergestellt werden, dass sich das stangenartige Bauteil in einer gewünschten
Position an der Ablageeinrichtung befindet.
[0015] Die vorstehend genannte Vorrichtung kann in einer solchen Weise weitergebildet sein,
dass diese eine Erfassungseinrichtung für die Relativposition der/des stangenartigen
Bauteils an der Transporteinrichtung in Bezug auf die Ablageeinrichtung aufweist.
Ferner kann eine Steuereinrichtung in Abhängigkeit von einem Ausgangssignal der Erfassungseinrichtung
für die Relativposition eine Bewegung des stangenartigen Bauteils bzw. der stangenartigen
Bauteile an der Transporteinrichtung nur in einem bestimmten Raum gestatten. Auf diese
Weise kann dreidimensional festgelegt werden, in welchem Bereich sich das stangenartige
Bauteil oberhalb der Ablageeinrichtung und in einem benachbarten Bereich befinden
kann. Somit können eine Fehlbedienung der Transporteinrichtung und eine Beschädigung
der Bohranlage mit höherer Sicherheit ausgeschlossen werden und die Automatisierung
der Bohranlage und des Pipehandlings im verstärkten Maße umgesetzt werden.
[0016] Es wird bevorzugt, dass bei der vorstehend genannten Vorrichtung die Erfassungseinrichtung
für die Relativposition eine oder mehrere Positionsgeber an der Transporteinrichtung
aufweist. Derartige Positionsgeber sind beispielsweise Drehgeber oder Längenmesssysteme.
Durch eine derartige Detektierung des Haltelementes für ein stangenartiges Bauteil
an der Transporteinrichtung kann die Position des stangenartigen Bauteils im Raum
effizient bestimmt werden, ohne dass eine Ermittlung der realen Lage des stangenartigen
Bauteils beispielsweise durch berührungslose Abtastung notwendig ist. Alternativ dazu
lässt sich natürlich auch die Position des stangenartigen Bauteils im Raum durch mechanische
Elemente, beispielsweise einer Transporteinrichtung, oder berührungslos erfassen.
[0017] Die Transporteinrichtung ist bevorzugt ein Kran, wodurch beengten Raumverhältnissen
bei einer Offshore-Bohranlage, jedoch auch bei einer Onshore-Bohranlage Rechnung getragen
werden kann und Fehlbedienungen beispielsweise bei einem Transport der stangenartigen
Bauteile mittels Gabelstapler ausgeschlossen werden können.
[0018] Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
in einer Bohranlage, vorzugsweise entsprechend der Grundstruktur vorgesehen, die eine
Ablageeinrichtung für stangenartige Bauteile aufweist, die zumindest eine Übergabeeinrichtung
für die einzelne Entnahme des stangenartigen Bauteils durch eine Aufnahmeeinrichtung
aufweist. In eine derartige Übergabeeinrichtung, die beispielsweise eine Übergaberinne
sein kann, ist ein stangenartiges Bauteil entweder durch eine Transporteinrichtung
für den Transport der stangenartigen Bauteile zur Ablageeinrichtung einbringbar oder
durch eine in der Ablageeinrichtung vorgesehene Vereinzeleinrichtung in Abhängigkeit
von einem Erfassungssignal für die Position des stangenartigen Bauteils an der Ablageeinrichtung
einbringbar. Eine derartige Vereinzeleinrichtung kann beispielsweise einen Hubzylinder
aufweisen. Beim Einbringen des stangenartigen Bauteils in die Übergabeeinrichtung
durch die Transporteinrichtung lässt sich ein stangenartiges Bauteil bereits in einer
Weise einbringen, dass eine sichere einzelne Entnahme des stangenartigen Bauteils
durch die Aufnahmeeinrichtung sichergestellt werden kann. Bei der Verwendung von Vereinzelungseinrichtungen
an der Ablageeinrichtung lässt sich eine Vielzahl von stangenartigen Bauteilen in
der Ablageeinrichtung zuerst vorsehen, und in Abhängigkeit von der Position eines
einzelnen stangenartigen Bauteils an der Ablageeinrichtung eine Vereinzelung vornehmen.
Dadurch können die Genauigkeitsanforderungen beim Transport von stangenartigen Bauteilen
in die Ablageeinrichtung verringert werden und dennoch eine einzelne Aufnahme der
stangenartigen Bauteile durch die Aufnahmeeinrichtung sichergestellt werden.
[0019] Bei der vorstehend genannten Vorrichtung wird bevorzugt, wenn die Ablageeinrichtung
zumindest eine Fördereinrichtung aufweist, die zumindest einen an einer Förderkette
angeordneten Mitnehmer bzw. eine Vielzahl von an einer Förderkette angeordnete Mitnehmern
aufweist, durch den/die jeweils ein stangenartiges Bauteil zur Position der Aufnahme
durch die Aufnahmeeinrichtung transportierbar ist. Dadurch lässt sich eine parallele
Anordnung der stangenartigen Bauteile auf der Ablageeinrichtung realisieren.
[0020] Es wird ferner bevorzugt, wenn die Ablageeinrichtung zumindest eine Fördereinrichtung
aufweist, durch die zumindest zwei stangenartige Bauteile zu der Übergabeeinrichtung
transportierbar sind. Auf diese Weise lässt sich durch die Aufnahmeeinrichtung ein
stangenartiges Bauteil entnehmen und entweder gleichzeitig oder mit geringem Zeitversatz
durch eine Transporteinrichtung ein weiteres stangenartiges Bauteil in der Ablageeinrichtung
positionieren.
[0021] Ferner wird bevorzugt, wenn die Ablageeinrichtung eine Vielzahl von Fördereinrichtungen
aufweist, so dass die stangenartigen Bauteile an zumindest jeweils zwei Positionen
durch die Fördereinrichtung bewegbar sind. Auf diese Weise lässt sich ein Schrägstellen
der stangenartigen Bauteile in der Ablageeinrichtung vermeiden.
[0022] Es wird besonders bevorzugt, wenn die Ablageeinrichtung drei Fördereinrichtungen
aufweist und die Ablageeinrichtung in Bezug auf die Aufnahmeeinrichtung mit einer
solchen Weise angeordnet ist, dass das stangenartige Bauteil durch die Aufnahmeeinrichtung
zwischen zwei Fördereinrichtungen und der Ablageeinrichtung entnehmbar ist. Die Lagerung
eines stangenartigen Bauteils auf drei Fördereinrichtungen ermöglicht ein sicheres
Halten des stangenartigen Bauteils bei dem insbesondere bei Tiefbohranlagen üblichen
Längen von Bohrstangen. Die Entnahme des stangenartigen Bauteils zwischen zwei der
drei Fördereinrichtungen ermöglicht eine Entnahme außerhalb des Massenmittelpunktes
und somit einen vereinfachten Transport des stangenartigen Bauteils und eine geringe
Bauhöhe einer Hubeinrichtung für die stangenartigen Bauteile an der Aufnahmeeinrichtung.
[0023] Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
an einer Bohranlage, vorzugsweise entsprechend der Grundstruktur, mit einer Ablageeinrichtung
vorgesehen, die eine Einrichtung zum Messen der Länge des stangenartigen Bauteils
aufweist. Die Längenmesseinrichtung weist entweder zumindest zwei mechanische Erfassungseinrichtungen
auf, durch die jeweils das eingebrachte stangenartige Bauteil erfassbar ist, oder
weist eine Erfassungseinrichtung zum berührungslosen Erfassen des stangenartigen Bauteils
an einer vorbestimmten Position auf. Durch mechanische Erfassungseinrichtungen kann
mit akzeptabler Genauigkeit die Position eines stangenartigen Bauteils in der Ablageeinrichtung
bestimmt werden und somit eine genaue Entnahme durch die Aufnahmeeinrichtung erleichtert
werden.
[0024] Beim berührungslosen Erfassen von stangenartigen Bauteilen an einer vorbestimmten
Position lässt sich unter Ausschluss mechanischer Fehler bei einer mechanischen Erfassungseinrichtung
ein sicheres Detektieren eines stangenartigen Bauteils an der vorbestimmten Position
vornehmen.
[0025] Die vorliegende Vorrichtung ist vorzugsweise in einer solchen Weise weitergebildet,
dass die mechanische Erfassungseinrichtung jeweils einen in einer Einbringvertiefung
für ein stangenartiges Bauteil vorgespannten Hebel aufweist, durch dessen Bewegung
bei angebrachten stangenartigen Bauteil ein Erfassungssignal auslösbar ist. Durch
diese einfache mechanische Gestaltung lässt sich ein kostengünstiges Erfassungssystem
mit geringer Ausfallrate umsetzen.
[0026] Es wird ferner bevorzugt, wenn zumindest zwei Erfassungseinrichtungen zum berührungslosen
Erfassen vorgesehen sind, durch die in Längsrichtung des stangenartigen Bauteils entgegengesetzt
liegende Abschnitte des stangenartigen Bauteils erfassbar sind. Auf diese Weise kann
mit einem Messvorgang festgestellt werden, in welcher Richtung ein stangenartiges
Bauteil von der gewünschten Position des stangenartigen Bauteils auf der Ablageeinrichtung
abweicht.
[0027] Bei der vorstehend genannten Vorrichtung wird bevorzugt, wenn die Erfassungseinrichtung
zum berührungslosen Erfassen eine Lichtschranke aufweist. Dadurch lässt sich kostengünstig
ein berührungsloses Erfassungssystem umsetzen.
[0028] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ferner bevorzugt, wenn die Längenmesseinrichtung
neben der Erfassungseinrichtung zum berührungslosen Erfassen eine Bewegungseinrichtung
zum Bewegen des in der Ablageeinrichtung eingebrachten Bauteils in seiner Längsrichtung
oder zum Bewegen der Längenmesseinrichtung in Längsrichtung des eingebrachten stangenartigen
Bauteils aufweist. Auf diese Weise lässt sich entweder das stangenartige Bauteil in
eine gewünschte Position verschieben, die durch die Längenmesseinrichtung feststellbar
ist, oder es lässt sich die genaue Lage des stangenartigen Bauteils ermitteln, so
dass eine Aufnahmeeinrichtung zum Greifen des stangenartigen Bauteils aus der Ablageeinrichtung
dieses an der gewünschten Relativposition in Bezug auf seine Längsrichtung greifen
kann.
[0029] Darüber hinaus wird bevorzugt, wenn die Längenmesseinrichtung eine Steuereinrichtung
aufweist, durch die die Bewegungseinrichtung ansteuerbar ist, so dass das stangenartige
Bauteil in der Ablageeinrichtung angeordnet wird, um durch eine Aufnahmeeinrichtung
an einer definierten Stelle gegriffen zu werden. Somit können Längenmesseinrichtung,
Bewegungseinrichtung und Steuereinrichtung zusammenwirken um einen definierten Zustand
für die Aufnahme durch die Aufnahmeeinrichtung herbeizuführen.
[0030] Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
an einer Bohranlage, vorzugsweise entsprechend der vorstehend genannten Grundstruktur,
vorgesehen, die eine Aufnahmeeinrichtung aufweist, durch die das stangenartige Bauteil
mit mehreren, vorzugsweise zwei, Greiferarmpaaren aufnehmbar ist. Eine derartige Aufnahmeeinrichtung
kann einen Erfassungshebel für das stangenartige Bauteil in der Aufnahmeeinrichtung
aufweisen, dessen Drehpunkt in Bezug auf einen Greiferarm ortsfest ist. Auf diese
Weise kann auch bei stangenartigen Bauteilen mit unterschiedlichem Durchmesser ein
sicheres Detektieren von diesem in der Aufnahmeeinrichtung umgesetzt werden.
[0031] Es wird bevorzugt, wenn bei der vorstehend genannten Vorrichtung der Hebel in den
zwischen den Greiferarmen definierten Raum hin vorgespannt ist, dadurch kann über
ein Drücken des Hebels aus dem Raum zwischen den Greiferarmen heraus ein Detektieren
des vorhandenen stangenartigen Bauteils in diesem Raum vorgenommen werden.
[0032] Ferner kann erFindungsgemäß eine Steuereinrichtung vorgesehen sein, die eine Bedienung
der Aufnahmeeinrichtung nur bei erfasstem stangenartigen Bauteil in der Aufnahmeeinrichtung
gestattet. Dadurch lassen sich die Fehlerhäufigkeit verringern und Unfälle vermeiden.
[0033] Darüber hinaus kann bei der vorstehend genannten Vorrichtung eine Druckerfassungseinrichtung
für den hydraulischen Steuerdruck bzw. Schließdruck zum Schließen der Greiferarme
an der Aufnahmeeinrichtung vorgesehen sein, wobei die Steuereinrichtung eine Bewegung
der Aufnahmeeinrichtung nur bei erfassten stangenartigen Bauteil in der Aufnahmeeinrichtung
und bei dem vorbestimmten erfassten Steuerdruck gestattet. Auf diese Weise kann sichergestellt
werden, dass nicht nur bei detektiertem stangenartigen Bauteil in der Aufnahmeeinrichtung
sondern erst auch bei einem gewünschten Haltedruck für das stangenartige Bauteil durch
die Aufnahmeeinrichtung eine Bewegung des stangenartigen Bauteils stattfinden kann,
so dass sich die Fehleranfälligkeit des Gesamtsystems verringern lässt.
[0034] Es wird ferner bevorzugt, wenn ein oder mehrere Greifarme mit Erfassungshebel versehen
sind, wobei der Greiferarm oder die Greiferarme entgegengesetzt zur Aufnahmeöffnung
für das stangenartige Bauteil bevorzugt angeordnet sind. Auf diese Weise lässt sich
vermeiden, dass bei einem nur lockeren Greifen des stangenartigen Bauteils durch das
vordere Greiferarmpaar das Vorhandensein des stangenartigen Bauteils in der Aufnahmeeinrichtung
fehlerhaft detektiert wird und somit ein sicherer Transport des stangenartigen Bauteils
nicht möglich ist.
[0035] Es wird bei der vorstehend genannten Vorrichtung ferner bevorzugt, wenn die Greiferarme
von jedem Greiferarmpaar in einer solchen Weise mechanisch verbunden sind, dass diese
nur um jeweils den gleichen Winkel bewegbar sind. Auf diese Weise lässt sich ein definiertes
Halten des stangenartigen Bauteils durch die Aufnahmeeinrichtung mit einer vorgesehenen
Kraft umsetzen und somit den Transport nochmals sicherer gestalten.
[0036] Es wird erfindungsgemäß ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen
Bauteilen an einer Bohranlage, vorzugsweise mit der Grundstruktur, vorgesehen, wobei
diese eine Erfassungseinrichtung für das stangenartige Bauteil an einer über dem Bohrloch
angeordneten Hubeinrichtung aufweist. Auf diese Weise lässt sich die Automatisierung
der Handhabung des stangenartigen Bauteils an einer Bohranlage stärker umsetzen und
die Fehlerquote, beispielsweise aufgrund einer unkontrollierten Abwärtsbewegung eines
an der Hubeinrichtung vorgesehenen stangenartigen Bauteils, verringern.
[0037] Die vorstehend genannte Vorrichtung ist bevorzugt in einer solchen Weise weitergebildet,
dass die Erfassungseinrichtung einen an der Hubeinrichtung angebrachten und in einer
Ebene senkrecht zur Hubeinrichtung verschwenkbaren mechanischen Hebel aufweist, die
eine Erfassungseinrichtung für das Vorliegen des stangenartigen Bauteils in der Hubeinrichtung
auslöst. Auf diese Weise kann mit einfachen mechanischen Mitteln eine Detektion durchgeführt
werden.
[0038] Die vorstehend genannte Vorrichtung ist bevorzugt in einer solchen Weise weitergebildet,
dass die Erfassungseinrichtung einen Sensor für den hydraulischen Druck zum Sicherstellen
des geschlossenen Zustandes der Hubeinrichtung aufweist. Damit kann aufgrund des Zustands
der Hubeinrichtung eine Einschätzung über das Einbringen des stangenartigen Bauteils
vorgenommen werden. Insbesondere wird bevorzugt, wenn dieses in Ergänzung zu dem mechanischen
Hebel vorgesehen ist, weil auf diese Weise aufgrund von zwei Erfassungssignalen das
Vorhandensein des stangenartigen Bauteils in der Hubeinrichtung festgestellt werden
kann.
[0039] Es wird ferner bevorzugt, dass bei der vorstehend genannten Vorrichtung die Erfassungseinrichtung
einen Schalter zum Erfassen der geschlossenen Halteeinrichtung für das stangenartige
Bauteil an der Hubeinrichtung aufweist. Dieses erhöht nochmals die Sicherheit, da
alternativ oder in Ergänzung zur vorstehend genannten Erfassungseinrichtung für den
hydraulischen Druck der geschlossene Zustand der Hubeinrichtung feststellbar ist.
[0040] Ferner kann die vorstehend genannte Vorrichtung in einer solchen Weise weitergebildet
sein, dass dies eine Aufnahmeeinrichtung für das stangenartige Bauteil aufweist, durch
die das stangenartige Bauteil an die Hubeinrichtung übergebbar ist und die durch die
Hubeinrichtung aufwärts bewegbar ist. Bei dieser Vorrichtung wird zusätzlich eine
Steuereinrichtung vorgesehen, die eine von der Aufnahmeeinrichtung unabhängige Bewegung
der Hubeinrichtung mit dem stangenartigen Bauteil erst gestattet, nachdem die Aufnahmeeinrichtung
über das stangenartige Bauteil durch die Hubeinrichtung angehoben wurde. Auf diese
Weise lässt sich durch eine mechanische Kopplung zwischen Hubeinrichtung über das
stangenartige Bauteil zur Aufnahmeeinrichtung ermitteln, dass ein sicheres Halten
des stangenartigen Bauteils durch die Hubeinrichtung oberhalb des Bohrlochs vorliegt.
Im Ergebnis ist es möglich, mit hoher Sicherheit ein Freigeben der Aufnahmeeinrichtung
von dem stangenartigen Bauteil vorzunehmen, ohne das die Gefahr eine Abwärtsbewegung
des stangenartigen Bauteils in unkontrollierter Weise vorliegt.
[0041] Die vorliegende Erfindung bezieht sich ferner auf eine Vorrichtung zur Handhabung
von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage, vorzugsweise mit der Grundstruktur,
die vorstehend beschrieben wurde, wobei eine Erfassungseinrichtung für die Position
der Aufnahmeeinrichtung und eine Steuereinrichtung vorgesehen sind, die ein Öffnen
der Aufnahmeeinrichtung mit einbrachten stangenartigen Bauteilen nur oberhalb der
Ablageeinrichtung, vorzugsweise unmittelbar oberhalb bzw. auf dieser und benachbart
zu einer Hubeinrichtung oberhalb des Bohrlochs gestattet. Auf diese Weise lässt sich
eine Freigabe des stangenartigen Bauteils auf der Aufnahmevorrichtung außerhalb des
gewünschten Bereiches verhindern und somit die Sicherheit der Bohranlage erhöhen.
[0042] Bei einer derartig ausgebildeten Vorrichtung wird bevorzugt, wenn die Steuereinrichtung
vorzugsweise in einem Bereich außerhalb der Position oberhalb der Ablageeinrichtung
und vorzugsweise in einem Bereich benachbart zu einer Hubeinrichtung oberhalb des
Bohrlochs ermöglicht, dass ein hydraulischer Druck zum Halten des stangenartigen Bauteils
an der Aufnahmeeinrichtung erhalten wird. Auf diese Weise lassen sich Verluste ausgleichen,
ohne dass eine unerwünschte Freigabe des stangenartigen Bauteiles erfolgt.
[0043] Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
an einer Bohranlage, vorzugsweise entsprechend der Grundstruktur mit zwei, vorzugsweise
als Doppelkonus ausgebildeten, Führungselementen für das stangenartige Bauteil vorgesehen,
durch die das in einer Führungs- bzw. Zentriereinrichtung oberhalb des Bohrloches
befindliche stangenartige Bauteil in Bezug auf ein im Bohrloch befindliches stangenartigen
Bauteils zentrierbar ist. Durch eine derartige Zentrierung lässt sich ein unkontrolliertes
Aufsetzen eines stangenartigen Bauteils auf eine Arbeitsbühne bzw. auf eine im Bohrloch
befindliche Stange verhindern. Ferner kann auch dadurch eine automatische Verschraubung
von mehreren stangenartigen Bauteilen oberhalb des Bohrlochs vorgenommen werden.
[0044] Bei einer derartigen Vorrichtung wird bevorzugt, wenn die Führungselemente wegsynchron
zueinander hin bewegbar sind. Diese Ansteuerung ermöglicht eine genaue Vorausbestimmung
der Position für das stangenartige Bauteil und verlangt nur einen geringen gerätetechnischen
Aufwand.
[0045] Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen
an einer Bohranlage, vorzugsweise entsprechend der Grundstruktur vorgesehen, die eine
über den Bohrloch befindliche Hubeinrichtung und eine Steuereinrichtung aufweist,
durch die Hubeinrichtung ansteuerbar ist, so dass nach einer Aufwärtsbewegung der
Hubeinrichtung mit im Bohrloch befindlichen stangenartigen Bauteilen Sicherungskeile
entfernbar sind, das Entfernen der Keile bestätigt werden kann und ein weiteres Absenken
bzw. Anheben des stangenartigen Bauteils in das Bohrloch oder aus diesem heraus erfolgen
kann. Auf diese Weise kann ein kontrolliertes Einbringen von stangenartigen Bauteilen
in das Bohrloch bzw. Herausnehmen der stangenartigen Bauteile aus dem Bohrloch mit
hoher Sicherheit umgesetzt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0046]
Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht einer Bohranlage nach dem Stand der Technik.
Fig. 2 zeigt eine Perspektivansicht einer Bohranlage mit der erfingungsgemäßen Handhabevorrichtung,
Die Fig. 3 und 4 zeigen Ausschnitte aus Fig. 2, d.h. die Ablageeinrichtung mit Bohrstangengreifer
bzw. den Bohrstangengreifer mit Elevator,
Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf eine Abwandlung der Ablageeinrichtung mit Lichtschranke
und Bewegungseinrichtung für die Bohrstange.
Fig. 6 zeigt eine Einrichtung zum mechanischen Erfassen der Bohrstange in der Ablageeinrichtung.
Fig. 7 zeigt eine Vielzahl von Einrichtungen zum mechanischen Erfassen der Bohrstange
in der Ablageeinrichtung.
Fig. 8 zeigt eine Draufsicht auf die Bohranlage und die Ablageeinrichtung bei im Greifer
befindlicher Bohrstange.
Die Fig. 9A, 9B und 9C zeigen einen Greifer in der Seitenansicht, eine Hebelanordnung
zum Erfassen der Bohrstange in der Vorderansicht sowie in der Draufsicht.
Fig. 10 zeigt eine Perspektivansicht eines Elevators mit zugeordneter Erfassungseinrichtung.
Die Fig. 11A und 11B zeigen ein Zentriergestänge sowie eine Detailansicht von diesem
zur Zentrierung der Bohrstange oberhalb des Bohrlochs.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
[0047] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Bezeichnungen beschrieben.
[0048] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Bohreinlage 20, bei der die Vorrichtung
zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen und das erfindungsgemäße Verfahren zur
Handhabung von stangenartigen Bauteilen umsetzbar sind. Es ist zu beachten, dass bei
der Darstellung der Bohranlage in Fig. 2 eine Darstellung gewählt wurde, bei der für
die Vorrichtungshandhabung von stangenartigen Bauteilen relevante Elemente der Bohranlage
und ihrer Umgebung dargestellt sind. Eine Bohranlage, beispielsweise zum Tiefbohren,
weist jedoch noch weitere Einheiten auf, wie z. B. einen Generator, elektrische Steuereinheiten,
elektrische Energieverteilermodule, Druckspeicher und ähnliches.
[0049] Die in Fig. 2 dargestellte Bohranlage 20 weist einen Unterbau 22 mit einem Bohrmast
24, einen Pipehandler 26, auf den sich nachfolgend auch als Bohrstangenhandhabeeinrichtung
bezogen wird, und ein Bohrstangenmagazin 28 auf, auf das sich nachfolgend ebenfalls
als Ablageeinrichtung bezogen wird.
[0050] Die vorliegende Bohranlage 20 kann entweder eine Offshore-Bohranlage oder eine Onshore-Bohranlage
sein. Im Fall der Offshore-Bohranlage wird bevorzugt, dass der Unterbau 22 auf Schienen
in Bezug auf einen Untergrund sowohl in einer Längsrichtung X als auch in einer Querrichtung
Y verfahrbar ist. Nachfolgend wird davon ausgegangen, dass unter der Längsrichtung
X eine Richtung verstanden wird, in die sich auch eine Verbindungslinie zwischen dem
Mittelpunkte des Bohrloches 30 benachbart zum Bohrmast 24 und einer Mittellinie des
Bohrmastes 24 erstreckt. Die Querrichtung Y erstreckt sich rechtwinklig zur Längsrichtung
X. Der Unterbau 22 weist in der in Fig. 2 gezeigten Ausführung drei Etagen auf, die
vorzugsweise über Treppen miteinander verbunden sind. Die vorliegende Erfindung ist
jedoch nicht auf das Vorsehen des Unterbaus mit drei Etagen beschränkt, sondern es
kann in Abhängigkeit von den Bohranforderungen eine beliebige Etagenzahl vorgesehen
werden. Der Unterbau ist bevorzugt modular ausgebildet, so dass eine stufenweise Errichtung
des Unterbaus möglich ist.
[0051] Im Unterbau können ein in Fig. 2 nicht dargestellter Blowout-Preventer und ein in
Fig. 2 nicht dargestellter Trip-Tank vorgesehen sein. Der Unterbau befindet sich auf
dem einzubringenden Bohrloch, das sich in der oberhalb des Unterbaus vorgesehenen
Arbeitsbühne 32 in dem Bohrloch 30 fortsetzt. Auf der Arbeitsbühne sind ferner eine
Steuerkabine 34 und ein Kran 36 zum Handhaben von Gegenständen auf der Arbeitsbühne
32 angeordnet.
[0052] In Längsrichtung X benachbart gemäß Vorbeschreibung zum Bohrloch 30 ist der bevorzugt
modular aufgebaute Bohrmast 24 vorgesehen, der in der dargestellten Ausführung zwei
miteinander verbundene Bohrmastsegmente aufweist. Am Bohrmast 24 sind in seiner Längsrichtung
Z, die senkrecht zur Längsrichtung X und zur Querrichtung Y verläuft, Zahnstangen
38 und Laufschienen angebracht, an denen ein Vorschubschlitten 40 verfahrbar ist.
Dabei wird zumindest ein Zahnrad am Vorschubschlitten 40 durch zumindest einen Vorschubmotor
angetrieben. Ferner sind am Vorschubschlitten Haltebremsen ausgebildet, über die der
Vorschubschlitten 40 am Bohrmast 24 ortsfest angeordnet werden kann.
[0053] Der Vorschubschlitten weist ferner einen Topdrive 42 mit einer Aufnahmevorrichtung
zum Anbringen einer Bohrstange sowie einen Stabschaft 44 mit angebrachtem Elevator
46 zum Anheben vor Bohrstangen auf. Der Elevator dient zum schnellen Einund Ausbau
des Bohrgestänges in Bezug auf das Bohrloch. Während des Bohrvorgangs, bei dem das
Drehmoment vom Topdrive 42 auf den im Bohrloch befindlichen Bohrkopf aufgebracht wird,
wird der Elevator aus einer Verbindungslinie zwischen Topdrive und Bohrloch 30 weggeschwenkt.
In Fig. 2 nicht dargestellt ist eine Verschraubeinrichtung, über die Bohrstangen am
Bohrloch miteinander verschraubt werden können. Während des Verschraubens wird eine
bereits im Bohrloch befindliche Bohrstange durch nicht dargestellte Keile an der Arbeitsbühne
gehalten. Zum Anbringen der weiteren Bohrstange wird die weitere Bohrstange über den
Pipehandler 26 bzw. die Bohrstangenhandhabelvorrichtung 26 senkrecht über dem Bohrloch
an der in dieses eingebrachten Bohrstange angeordnet und mittels der Verschraubeinrichtung
mit der im Bohrloch befindlichen Bohrstange verschraubt.
[0054] Das Anbringen der Bohrstangen wird über die Steuerkabine 34 überwacht. Neben dieser
Überwachung in der Steuerkabine waren bisher eine Vielzahl von Überwachungs- und Korrekturvorgängen
vom Einbringen der Bohrstange in das Bohrstangenmagazin 28 bis zum Verschrauben der
Bohrstange mit einer weiteren im Bohrloch 30 befindlichen Bohrstange notwendig. Mit
der vorliegenden Erfindung wird eine Vielzahl von Maßnahme vorgeschlagen, um diese
Überwachungs- und Korrekturvorgänge auf ein Minimum zu reduzieren bzw. vollständig
weglassen zu können, so dass sich das Bedienpersonal in der Steuerkabine 34 auf die
Aufgaben im Zusammenhang mit dem Erstellen des Bohrlochs bzw. mit dem Entfernen von
Bohrgestänge aus diesem konzentrieren kann, ohne dass ein Schwerpunkt der Tätigkeit
auf der Überwachung des Bohrstangentransportes liegt.
[0055] In der nachfolgenden Beschreibung werden unterschiedliche Teilabschnitte der Automatisierung
beim Bohrstangentransport beschrieben. Diese Teilabschnitte können in einer beliebigen
Kombination ausgeführt werden.
[0056] In der folgenden Beschreibung wird sich ebenfalls auf die Figuren 3 und 4 bezogen,
wobei Fig. 3 eine vergrößerte Ansicht aus Fig. 2 ist, in der die Bohrstangenhandhabevorrichtung
26 und das Bohrstangenmagazin 28 dargestellt sind. In Fig. 4 ist die Bohrstangehandhabevorrichtung
zusammen mit dem Elevator 46 am Bohrmast 24 vergrößert dargestellt.
Erster Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
[0057] Unter Bezugnahme auf Fig. 3 wird nun das Einbringen der Bohrstangen in das Bohrstangenmagazin
28 näher erläutert. Vorzugsweise bei Offshore-Anlagen wird zur Bildung von Stapeln
von Bohrstangen ein Drehkran verwendet. Von diesem Bohrstangenstapel aus werden die
Bohrstangen dann über einen weiteren Drehkran, der ein Ausführungsbeispiel für die
nachfolgende bezeichnete Transporteinrichtung ist, von dem Stapel zum Bohrstangenmagazin
28 transportiert, in dem die Bohrstangen für die Aufnahme durch die Bohrstangenhandhabevorrichtung
26 abgelegt werden. Bei dem Transport mit dem weiteren Kran sind unterschiedliche
Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Erst einmal ist sicherzustellen, dass eine
Freigabe der Bohrstangen von dem weiteren Kran nur oberhalb des Bohrstangenmagazins
28 bei abgelegter Bohrstange erfolgen darf. Ferner ist zu beachten, dass bei dem Transport
der Bohrstange mit dem weiteren Kran eine Beschädigung der Bohranlage oder Umgebung
von diesem mit der in Bewegung befindlichen Bohrstange vermieden wird. Diese Möglichkeiten
der Erhöhung der Sicherheit werden erfindungsgemäß dadurch umgesetzt, dass eine Freigabe
der Bohrstangen von der Relativposition der Bohrstangen im Raum, insbesondere im Bezug
auf die Ablageeinrichtung, erfolgt. Eine Möglichkeit besteht darin, dass bei einer
erfassten Entlastung des zweiten Krans davon ausgegangen wird, dass sich die Bohrstange
auf dem Bohrstangenmagazin 28 befindet. Anschließend kann dann der weitere Kran geöffnet
werden, so dass die Bohrstange auf dem Bohrstangenmagazin zu liegen kommt.
[0058] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass an dem Bohrstangenmagazin 28 eine Erfassungseinrichtung
vorgesehen ist, deren Ausgangssignal eine Freigabe der Bohrstange am zweiten Kran
bewirkt. Diese weitere Erfassungseinrichtung kann alternativ oder in Ergänzung zur
Vorrichtung zum Erfassen der Entlastung an der Transporteinrichtung vorgesehen werden.
In Ergänzung dazu oder alternativ dazu kann eine Freigabe der Bohrstange aus dem zweiten
Kran oberhalb der Ablageeinrichtung nur dann erfolgen, wenn sich die Halteeinrichtung
für die Bohrstange am zweiten Kran in einem vorbestimmten Raumbereich oberhalb der
Ablageeinrichtung befindet.
[0059] Alternativ oder in Ergänzung dazu kann für die Bewegung der Bohrstange durch den
zweiten Kran nur ein vorbestimmter Raumbereich oberhalb der Ablageeinrichtung und
hin zu dem Stapel, dem die Bohrstangen durch den zweiten Kran entnommen werden, vorgesehen
sein. Eine Bewegung der Bohrstange aus diesem Bereich heraus ist durch eine Bewegungsblockierung
der entsprechenden translatorischen oder rotatorischen Bewegung des zweiten Krans
verhindert. Durch die letztgenannte Maßnahme lässt sich die Geschwindigkeit des Bohrstangentransportes
vom Stapel zum Bohrstangenmagazin erhöhen und gleichzeitig eine hohe Sicherheit garantieren.
[0060] Somit kann mit dem ersten Teilabschnitt des im Vergleich zum Bohrstangentransport
mittels Gabelstapler Bohrstangentransportes eine erhöhte Sicherheit erreicht werden.
Im Vergleich zum Bohrstangentransport ausschließlich durch eine manuelle Bedienung
des zweiten Kranes lässt sich entsprechend der vorliegenden Erfindung die Fehlerquote
stark verringern.
[0061] Die vorliegende Erfindung ist nicht darauf beschränkt, dass durch den zweiten Kran
lediglich eine Bohrstange gleichzeitig zur Ablageeinrichtung gebracht wird, sondern
es können nach Bedarf zwei oder mehr Stangen durch den zweiten Kran transportiert
werden.
Zweiter Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
[0062] Unter Bezugnahme auf Fig. 3 wird nun der zweite Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
beschrieben. In diesem zweiten Teilabschnitt werden die auf das Bohrstangenmagazin
28 aufgebrachten Bohrstangen in einer solchen Weise vereinzelt, dass diese durch einen
der Bohrstangenhandhabevorrichtung 26 vorgesehenen Greifer 48 einzeln greifbar sind
und oberhalb des Bohrloches 30 angeordnet werden können. Zu diesem Zweck wird es bevorzugt,
dass die Längserstreckung X' der Bohrstangenmagazins 28 parallel zur Längsrichtung
der Anordnung von Bohrlochmitte 30 und Mitte des Bohrmastes 24 verläuft. Auf diese
Weise lässt sich die vereinzelte Bohrstange aus dem Bohrstangenmagazin 28 durch den
Greifer in unmittelbarer Nachbarschaft zum Unterbau 22, zu dem das Bohrstangenmagazin
28 in geringem Abstand ist, greifen und mit geringen Anforderungen an den Platz in
die beabsichtigte Position fördern.
[0063] Das Bohrstangenmagazin 28 weist entsprechend der Ausführung aus Fig. 3 drei Fördereinrichtungen
50a, 50b und 50c auf, die sich jeweils in Querrichtung Y erstrecken und die jeweils
eine Übergabeeinrichtung, die in Fig. 3 als Übergaberinne 51a, 51b, 51c ausgebildet
ist und eine jeweilige Förderkette 54a, 54b, 54c aufweisen. Die Fördereinrichtungen
50a, 50b, 50c verlaufen parallel zueinander und ihre Übergaberinnen 51 a, 51 b und
51c fluchten miteinander. Im Ergebnis können auf die Förderketten 54a, 54b, 54c aufgebrachte
Bohrstangen durch die Förderketten in Querrichtung Y gefördert werden. Beim Erfassen
der Bohrstange auf der Förderkette 54a, 54b, 54c an einer vorbestimmten Position benachbart
zur Übergabe 51 a, 51 b, 51 c wird eine Vereinzelungseinrichtung ausgelöst, die beispielsweise
ein Zylinder sein kann, so dass die Bewegung einer einzelnen Bohrstange in die Übergaberinne
51a, 51b, 51c ermöglicht wird. Die Anordnung des Greifers 48 der Bohrstangenhandhabevorrichtung
ist bevorzugt in einer solchen Weise vorgenommen, dass in einen Abschnitt zwischen
zwei der drei Fördereinrichtungen 50a, 50b, 50c der Greifer 48 eingreifen kann und
die Bohrstange greifen kann. Im Ausführungsbeispiel von Fig. 3 sind dieses die Fördereinrichtungen
50a und 50b. Der Greifer 48 mit der Bohrstange dreht sich dann in einer solchen Weise,
dass die Bohrstange in eine senkrechte Position gelangt, in der das kürzere Ende der
Bohrstange nach unten zeigt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass ein minimaler
Hub für den Greifer 48 ausreichend ist, um die Bohrstange oberhalb des Bohrlochs 30
zu positionieren und damit keine weiteren Anlagenteile der Bohranlage berührt werden.
An der Förderkette sind bevorzugt Mitnehmer angeordnet, die eine oder eine bestimmte
Anzahl an Bohrstangen auf der Förderkette zur Übergaberinne 51a, 51b, 51c transportieren
können.
[0064] Als Alternative zur Verwendung einer Vereinzelungseinrichtung an den Fördereinrichtungen
ist es möglich, dass eine Bohrstange direkt durch den zweiten Kran in die Übergaberinne
eingebracht wird oder dass auf der Förderkette vorbestimmte Abteilungen, beispielsweise
vorbestimmte Kammern, vorgesehen sind, in denen jeweils nur eine Bohrstange abgelegt
werden kann. Auf diese Weise kann beim Weitertransport um die Abmessung einer Kammer
ein sicheres Einbringen der Bohrstange in die Übergaberinne 51a, 51b, 51c umgesetzt
werden.
[0065] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf eine Übergaberinne 51a, 51b, 51c beschränkt,
sondern kann auch bei der Verwendung einer beliebigen Übergabeeinrichtung eingesetzt
werden. Fig. 5 offenbart die Draufsicht auf eine Fördereinrichtung 50d, die statt
der Fördereinrichtung 50a in Fig. 3 verwendet werden kann. Die Fördereinrichtungen
50b und 50c werden dann in entsprechend vergleichbarer Weise ausgebildet. Neben der
Förderkette 54d weist die Fördereinrichtung eine Übergabeeinrichtung 51d auf, die
rollenförmig ausgebildet ist. Die Rolle wird vorzugsweise durch einen Doppelkonus
gebildet, dessen Abschnitte mit geringerem Durchmesser miteinander verbunden sind.
Eine derartige Übergabeeinrichtung 51 d in Rollenform ermöglicht es, dass eine Bohrstange
auf dieser zur Aufnahme durch den Greifer 48 aufgebracht wird. Gleichzeitig besteht
die Möglichkeit, dass bei einem Antrieb der Rolle 51 d durch einen benachbart zu dieser
vorgesehenen Motor 56 ein Transport der Bohrstange in der Längsrichtung X' erfolgen
kann und somit eine Ausrichtung der Bohrstange vorgenommen werden kann, damit ein
Greifen durch den Greifer 48 in einer definierten Position erleichtert wird.
[0066] Die Vereinzelung der Bohrstangen kann als Alternative beispielsweise zum Hubzylinder
ebenfalls durch eine entsprechende Vorbewegung der Förderkette ausgelöst werden. Es
wird auch hier bevorzugt, dass eine Erfassung der Position der Bohrstange zuvor erfolgt.
Dritter Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
[0067] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 3, 6 und 7 in Bezug auf eine erste
Variante beim dritten Teilabschnitt und unter Bezugnahme auf die Figuren 5 und 8 in
Bezug auf eine zweite Variante des dritten Teilabschnitts beschrieben.
[0068] Es ist günstig das Vorhandensein der Bohrstange in der Übergaberinne 51a, 51 b und
51 c in Figur 3 durch eine in Figur 6 in der Perspektivansicht dargestellte Erfassungseinrichtung
58 zu erfassen. Die Erfassungseinrichtung 58 weist einen Winkelhebel 60 auf, der vom
Einbringen einer Bohrstange in eine Vertiefung 62 in der Halterung für den Winkelhebel
60 in Figur 6 nach unten gedrückt wird. An diesem Winkelhebel 60 ist eine Schaltfahne
66 befestigt und mit diesem bewegbar. Wenn diese Schaltfahne 66 in die Nähe eines
an der Halterung 66 angebrachten Sensors 68 gelangt, wird dieser Sensor 68 ausgelöst
und gibt ein Signal zur Anzeige des Vorhandenenseins der Bohrstange in der Vertiefung
62 aus.
[0069] Der Winkelhebel 60 ist durch eine Feder 70 in einer solchen Weise vorgespannt, dass
dieser in die Vertiefung 62 hineinragt. Die genannte Erfassungseinrichtung 58 ist
jedoch nicht darauf begrenzt, dass Vorhandensein einer Bohrstange in der Übergaberinne
anzuzeigen. In der Draufsicht von Figur 7 ist eine Variante der Ausgestaltung des
Bohrstangenmagazins 28 von Figur 3 angezeigt, in der eine Vielzahl von Erfassungseinrichtungen
58a-g sowohl zwischen den Fördereinrichtungen 50a, 50b, 50c als auch außerhalb von
diesen angeordnet sind. Der Abstand der Erfassungseinrichtungen 58a-g wird von einem
Anschlag 72 bestimmt, der in Figur 7 an der rechten Seite vorgesehen ist. Die beiden
Erfassungseinrichtungen 58g und 58f, die außerhalb des Bereiches zwischen den Fördereinrichtungen
50a, 50b und 50c vorgesehen sind, sind für den Fall vorgesehen, dass beispielsweise
die Bohrstange eine zu starke Fehllage hat. In Abhängigkeit von der Länge der eingebrachten
Bohrstange lösen die entsprechenden Erfassungseinrichtungen 58a-g je nach Bohrstangenlänge
aus. Aufgrund der Anordnung der Bohrstange in der Übergaberinne 51a, 51b, 51c können
entweder der Bohrgreifer 48 in einer Position die Bohrstange greifen oder kann der
Hub des Greifers 48 entsprechend eingestellt werden, damit eine geeignete Übergabe
zum Elevator am Bohrmast stattfinden kann.
[0070] Entsprechend einer Abwandlung ist es möglich, die aufgrund der Signale an den Erfassungseinrichtungen
58a-g ermittelten Werte für die Länge der Bohrstange mit einem Sollwert für die Bohrstange
zu vergleichen. Bei einer vorbestimmten Abweichung der Werte kann eine Fehlermeldung
erzeugt werden. Eine Fehlermeldung kann auch erzeugt werden, wenn Signale von Näherungsschaltern
bzw. Erfassungseinrichtungen erfasst werden, die bei gemeinsamer Auslösung beim Einbringen
einer durchgehenden Bohrstange nicht möglich ist.
[0071] Aufgrund einer derartigen Gestaltung lässt sich die Fehleranfäliigkeit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen verringern.
[0072] Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf den Einsatz von Erfassungseinrichtungen
58 entsprechend Figur 6 beschränkt. Es können beliebige andere mechanische Auslöseeinrichtungen
verwendet werden oder es kann berührungslos gearbeitet werden. Somit können statt
eines oder mehrere Erfassungseinrichtungen 58 z. B. Lichtschranken verwendet werden.
In Figur 5 ist eine Lichtschranke 74 dargestellt, die bei auf die Übergabeeinrichtung
51d aufgebrachter Bohrstange ein Erfassungssignal auslöst. Der Einsatz einer Lichtschranke
74 ist insbesondere im Zusammenhang mit der translatorischen Bewegung einer Bohrstange
in der Übergabeeinrichtung von Vorteil. Bei einem Verfahren der Bohrstange in die
Längsrichtung X' von dieser über eine Betätigung beispielsweise des Motors 56 in Figur
5 kann die Bohrstange in genau die Position eingestellt werden, in der beispielsweise
nach dem Detektieren der Bohrstange durch die Lichtschranke diese sich gerade nicht
mehr in der Lichtschranke befindet. Auf diese Weise kann eine vordefinierte Position
der Bohrstange im Bohrstangenmagazin 28 vorgesehen werden und somit die Aufnahme durch
den Greifer 48 in einer definierten Position ermöglicht werden.
[0073] Als Alternative zur ortsfesten Anordnung einer oder mehrerer Lichtschranken 74 ist
es auch möglich statt einer Bewegung der Bohrstange über beispielsweise einen Motor
56 in Figur 5 eine Bewegung der Lichtschranke vorzunehmen. Auf diese Weise verbleibt
die Bohrstange in der gleichen Relativanordnung im Bohrstangenmagazin, kann jedoch
ihre Position im Bohrstangenmagazin 28 mit Genauigkeit vorhergesagt werden, sodass
eine geeignete Betätigung der Aufnahmeeinrichtung und ein genaues Anordnen der Bohrstange
oberhalb des Bohrlochs 30 ermöglicht wird.
[0074] In Figur 8 ist eine Draufsicht auf eine Bohranlage mit dem Bohrstangenmagazin 28
gezeigt, in der eine Bohrstange 76 durch den Greifer 48 in Längsrichtung X oberhalb
des Bohrstangenmagazins 28 gehalten wird und in der die Lichtschranke 74 dargestellt
ist. Aus dieser Draufsicht lässt sich erkennen, dass aufgrund der parallelen Anordnung
der Längsrichtung X der Bohranlage und der Längsrichtung X' des Bohrstangenmagazins
eine platzsparende Anordnung des Bohrstangenmagazins 28 neben dem Unterbau möglich
ist und der Greifer 48 und die Bohrstange 76 ohne eine Bewegung in Querrichtung Y
greifen kann und auf einen geringen Raumbedarf zum Bohrloch hin 30 verschwenken kann.
Vierter Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
[0075] Unter Bezugnahme auf Figur 3 wird nun die Struktur der Bohrstangenhandhabevorrichtung
26 mit dem Greifer 48 detaillierter beschrieben. Die Bohrstangenhandhabevorrichtung
26, die nachfolgend auch als Aufnahmeeinrichtung bezeichnet wird, weist einen Führungsrahmen
80, einen Hubschlitten 82 einen Schwenkarm 84, eine Greiferdrehvorrichtung 86 und
den Greifer 48 auf. Der Führungsrahmen 80 ist in einer seitlichen Ausnehmung 88 des
Unterbaus 22 angebracht und vorzugsweise modular aufgebaut, so dass sich der Führungsrahmen
80 aus mehreren Teilen zusammensetzen lässt.
[0076] In seinem unteren Abschnitt, in dem sich der Führungsrahmen in Unterbau befindet,
kann dieser am Unterbau direkt befestigt sein. In dem Bereich oberhalb der Arbeitsbühne
32 ist der Führungsrahmen 80 an einem Gittermast 90 befestigt. Entlang des Führungsrahmens
sind sowohl Führungsflächen als auch beispielsweise Zahnstangen zur Bewegung des Hubschlittens
am Führungsrahmen in der Richtung Z vorgesehen. Die Führungsflächen und die Zahnstangen
können ebenfalls modular angeordnet sein. An den Hubschlitten 82 ist der Schwenkarm
84, vorzugsweise um 180° oder kleiner, verschwenkbar. Der Greifer 48 ist über die
Greifdrehvorrichtung 86 verdrehbar. Auf diese Weise lässt sich bei einem Verschwenken
des Schwenkarms 84 in die in Figur 3 gezeigte linke Richtung, d.h. zum Bohrstangenmagazin
28 hin in einer Position anordnen, in der die Längsachse des Greifers in Richtung
der Längsachse X' des Bohrstangenmagazins verläuft. Andererseits ermöglicht eine Bewegung
des Schwenkarms 84 vom Bohrstangenmagazin 28 weg zum Bohrmast 24 hin die Anordnung
eines Bohrstangengreifers achsparallel zum Bohrloch 30 und in einer solchen Weise,
dass die Längsachse des Greifers zur Mittelachse des Topdrives fluchtend verläuft.
Auf diese Weise ist es möglich, eine Bohrstange aus dem Bohrstangenmagazin 28 lediglich
durch eine Schwenkbewegung und eine Drehbewegung des Greifers oberhalb des Bohrlochs
30 anzuordnen.
[0077] Es wird bevorzugt, dass das Bohrstangenmagazin 28 in einer solchen Weise zum Unterbau
benachbart ist, dass eine Längenänderung des Schwenkarms 84 nicht notwendig ist, um
die beschriebene Bewegung auszuführen.
[0078] Bei Betrieb des vorstehend beschriebenen Greifers wird mit der vorliegenden Erfindung
die Sicherheit und/oder der Automatisierungsgrad erhöht.
[0079] Zu diesem Zweck wird mit höherer Sicherheit das Vorliegen der Bohrstange im Greifer
vor einer Transportbewegung von diesem ermittelt. Figur 9a zeigt eine Seitenansicht
des erfindungsgemäßen Bohrgreifers 48 in einer Ebene senkrecht zur Längsachse des
Greifers. Figur 9b zeigt einen Hebelmechanismus zum Erfassen der vorhandenen Bohrstange
im Greifer in der Vorderansicht und Figur 9c zeigt die Draufsicht auf die erfindungsgemäße
Hebelanordnung für den Greifer.
[0080] Der Greifer 48 weist im Wesentlichen einen Greiferkörper 100 und eine Vielzahl, in
Figur 3 vier, von an diesem angebrachten Greifarmanordnungen 102 auf. Diese Greifarmanordnungen
102 werden entsprechend Figur 9A über Hydraulikzylinder 102a, 104b betätigt. Jede
Greifarmanordnung hat zwei Greifarmpaare, die gesteuert über die Hydraulikzylinder
104, 104b um den gleichen Winkelbetrag bewegbar sind. In Figur 9A sind ein Greifarmpaar
106a, 106b und ein Greifarmpaar 108a, 108b dargestellt. In dieser in Figur 9A gezeigten
geöffneten Position des Greifers 48 ist der zum Greiferarm 108a gehörige Greifarm
108b nicht sichtbar. Bei einer Betätigung der Greifarmpaare 106, 106b und 108a, 108b
bewegen sich diese auf einen Bohrstangenmittelpunkt zu, der unabhängig vom Durchmesser
der Bohrstange ist.
[0081] Um nun zu erfassen, dass sich die Bohrstange im Greifer 48 befindet, ist am Greifarm
108a die Hebelanordnung 110 vorgesehen, die ein am Greifarm 108a starr befestigbares
Element 112 und einen drehbar an diesem befestigten Hebel 114 aufweist. Der Hebel
114 ist an seinem Drehpunkt über ein Gummifederelement 116 zu dem Raum 118 zwischen
den Greifarmen zum Einbringen der Bohrstange hin vorgespannt. Bei einer Bewegung des
Hebels 114 in Bezug auf das Element 112 entgegen der Federvorspannkraft des Gummifederelementes
116 wird ein Signal in einem am Hebel 114 und Element 112 vorgesehenen Sensor 120
ausgelöst, der das Vorhandensein der Bohrstange im Greifer 48 anzeigt. Die vorliegende
Erfindung ist nicht auf ein Gummifederelement 116 beschränkt, sondern es kann eine
beliebige Vorspanneinrichtung für den Hebel in den Raum 118 zwischen den Greiferarmen
vorgesehen sein. Der Sensor 120 ist bevorzugt ein induktiver Näherungsschalter.
[0082] Es wird bevorzugt, dass der Hebel an einem benachbart zum Ausleger 100 angeordneten
Greiferarmpaar 108a, 108b vorgesehen ist, um eine Fehldetektierung zu vermeiden, die
bei einem Vorsehen an dem äußeren Greifarmpaar 106a, 106b auftreten würde.
[0083] Es wird ferner bevorzugt, wenn die Drücke in den Hydraulikzylindern 104a, 104b erfasst
werden und eine Bewegung des Greifers 48 in Bezug auf den Führungsrahmen 80 nur dann
stattfindet, wenn sowohl durch die Hebelanordnung 110 das Vorhandensein der Bohrstange
im Greifer 48 als auch der Druck zum Anpressen der Greiferarme mit einem vorbestimmten
Wert detektiert wird. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die Bohrstange
mit einer ausreichenden Haltekraft transportiert wird.
Fünfter Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
[0084] Bei dem fünften Teil des Bohrstangentransportes ist der Gegenstand eine sichere Übergabe
zwischen der in Figur 4 dargestellten Bohrstangenhandhabevorrichtung 26 und dem Elevator
46, der eine Hubeinrichtung für Bohrstangen oberhalb des Bohrloches darstellt. Figur
10 zeigt den Elevator 46 mit eingebrachter Bohrstange 76 detaillierter. Der Elevator
46 weist zwei Halbschalen 130a, 130b auf, die zum Ergreifen der Bohrstange 76 hydraulisch
geschlossen werden. In Figur 10 oberhalb der Halbschalen 130a, 130b ist ein Hebel
132 vorgesehen, der zu der Bohrstange 76 hin vorgespannt ist. Die Vorspannung kann
zum Beispiel durch einen Vierkant, der durch Gummielemente in eine Richtung vorgespannt
ist, erzeugt werden.
[0085] Da die Bohrstange 76 durch den Greifer 48 zwischen die Halbschalen 130a, 130b hereingeschwenkt
wird, ist der Hebel in einer solchen Weise anzuordnen, dass dieser bei einem Hereinschwenkvorgang
zurückgedrückt wird. Bei geschlossenen Halbschalen 130a, 130b baut sich ein vorbestimmter
Druck in den Schließzylindern für die Halbschalen auf. Dieser Druck kann gemessen
werden und zusätzlich zu einem Betätigungssignal, das durch den Hebel 132 beispielsweise
über Näherungssensoren erzeugt wird, zur Ermittlung der im Elevator befindlichen Bohrstange
76 verwendet werden. Darüber hinaus ist es möglich, am Elevator 46, eine Schließklinke
für die Halbschalen vorzusehen, durch die im geschlossenen Zustand ebenfalls ein Schließsignal
für den Elevator erzeugbar ist.
[0086] In Ergänzung oder alternativ zu dem vorstehend genannten Verfahren zum Erfassen der
Bohrstange im Elevator ist es möglich, den Hubschlitten 82 im Führungsrahmen 80 mit
einem in Figur 4 nach oben, das heißt in Z-Richtung des Bohrmastes freilaufenden Freilauf
zu versehen. Bei einer derartigen Gestaltung kann die durch den Greifer 48 gegriffene
Bohrstange durch den Elevator 46 ebenfalls gegriffen werden und kann die Bohrstange
76 durch den Elevator einen vorbestimmten Abstand angehoben werden. In dem Fall, in
dem über einen Bewegungssensor zum Erfassen der Bewegung des Hubschlittens 82 in Bezug
auf den Führungsarm 80 eine Aufwärtsbewegung des Hubschlittens erfasst wird, wird
die Annahme getroffen, dass die Bohrstange 76 durch den Elevator gegriffen ist.
[0087] Durch die vorstehend genannte mechanische Kopplung zwischen Elevator und Greifer
kann mit höherer Sicherheit ein festes Greifen der Bohrstange durch den Elevator sichergestellt
werden. Auf diese Weise kann die Gefahr einer Abwärtsbewegung der Bohrstange, die
nicht fest durch den Elevator gegriffen wurde, verhindert werden.
[0088] Aus Gründen der erhöhten Sicherheit wird es jedoch bevorzugt, dass am Bohrmast vorgesehene
Sicherheitsbügeln 134, 136 bei im Elevator befindlicher Bohrstange ebenfalls in die
verriegelte Position gebracht werden, so dass unabhängig von der Fehlerart ein Herabfallen
der Bohrstange vom Bohrmast verhindert werden kann.
[0089] Alternativ zum Freilauf des Hubschlittens am Führungsrahmen ist es möglich, die Aufwärtsbewegung
des Greifers auf eine beliebige andere Art, beispielsweise durch Federelastizität
bei der Bewegung zu gestatten.
[0090] Für eine Sicherstellung des unfallfreien Betriebes der Bohranlage wird ferner bevorzugt,
dass die Position der Bohrstangenhandhabevorrichtung 26 und/oder des Greifers 48 erfasst
wird, bevor eine Aufnahme der Bohrstange auf den Bohrstangen-magazin 26 bzw. eine
Freigabe am Elevator 46 gestattet wird. Dieser Umstand erhöht die Sicherheit zusätzlich.
Die Schaltungsanordnung zur hydraulischen Versorgung der Bohrstangenhandhabevorrichtung
kann dafür in einer solchen Weise ausgelegt werden, dass in dem Bereich außerhalb
der definierten Räume für die Freigabe nur ein Nachspeisen von Druck in Schließrichtung,
beispielsweise zum Leckageausgleich, möglich ist, jedoch kein Öffnen des Greifers.
Sechster Teilabschnitt des Bohrstangentransportes
[0091] In diesem Teilabschnitt erfolgt ein zentriertes Aufbringen der Bohrstange in Bezug
auf eine Verschraubeinrichtung oberhalb des Bohrlochs 30. Ferner soll ein gesichertes
Entfernen der Keile ermöglicht werden.
[0092] Zu diesem Zweck ist oberhalb des Bohrloches 30 und einer nicht gezeigten Verschraubeinrichtung
eine in der Draufsicht schematisch dargestellte Gestängezentriereinrichtung Figur
11 a vorgesehen, deren Einzelelement in Figur 11b dargestellt ist.
[0093] Eine derartige Gestängezentriereinrichtung soll eine außermittig vom Bohrloch 30
angeordnete Bohrstange mittig über dem Bohrloch anordnen. Die Gestängezentrierung
140 weist zwei Zentrierelemente 142a, 142b auf, von denen das Zentrierelement 142a
in der Perspektivansicht in Figur 11b wiedergegeben ist. Das Zentrierelement 142a
weist ein Führungselement 144a auf, dass drehbar in einer Gabel 146a gelagert ist
und vorzugsweise als Doppelkonus mit einer Nut zwischen den kleinen Durchmessern des
Konus ausgebildet ist. Die Gabel 146a wird durch einen Hydraulikzylinder 148a betätigt
und durch zwei Führungsstangen 150 a in der Ausrichtung konstant gehalten. Zwei dieser
Zentrierelemente 142a, 142b sind gegenüberliegend angeordnet und werden wegsynchron
zueinander hin mit hydraulischem Druck beaufschlagt. Auf diese Weise findet eine Zwangsführung
der Bohrstange über das Bohrloch 30 statt. Der Einsatz der Gestängezentrierung 140
erfolgt, nachdem die Bohrstange im Elevator 46 detektiert wurde und vor einem Verschrauben
mit einer im Bohrloch 30 befindlichen weiteren Bohrstange.
[0094] Mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Gestängezentrierung entfällt die bisher
übliche manuelle Zentrierung der Bohrstange über dem Bohrloch.
[0095] Nach dem Zentrieren der Bohrstange über der im Bohrloch 30 befindlichen Bohrstange
ist ein sicheres Absenken der durch die Bohrstangenhandhabevorrichtung 26 als letztes
eingebrachten Bohrstange notwendig.
[0096] Anschließend findet das Verschrauben der eingebrachten Bohrstange mit der im Bohrloch
30 befindlichen Bohrstange statt. Danach wird eine Aufwärtsbewegung des Topdrives
mit der Bohrstange bewirkt. Anschließend werden die Keile, mit denen der im Bohrloch
30 befindliche Bohrstrang verkeilt ist, entfernt und durch eine Detektionseinrichtung
erfasst, dass die Keile entfernt sind. Erst nach diesem Erfassungssignal erfolgt ein
Absenken der durch die Bohrstangenhandhabevorrichtung 26 als letztes eingebrachten
Bohrstange in das Bohrloch. Bei diesem Absenken kann eine Kraftdetektion vorgenommen
werden, um Keile, die sich noch im Bohrloch befinden, zu erfassen. Im Falle des Erfassens
eines derartigen Hindernisses kann eine Notabschaltung des Top-Drives vorgenommen
werden.
[0097] Die vorliegende Erfindung mit den genannten Teilabschnitten ist nicht auf das Einbringen
einer Bohrstange in ein Bohrloch beschränkt, sondern kann auch entgegengesetzt ausgeführt
werden, wobei sich das Erfassungsprozedere umkehrt. Um den Einbauvorgang und den Ausbauvorgang
besser vergleichen zu können, wird nachfolgend das Einbau bzw. Ausbauverfahren beschrieben.
[0098] Als erstes wird der Einbau beschrieben. Nach dem Erfassen der Länge der Bohrstange
im Bohrstangenmagazin erfolgt eine Aufnahme der Bohrstange durch die Bohrstangenhandhabevorrichtung.
Wenn die vorhandene Bohrstange in der Bohrstangenhandhabevorrichtung erfasst wird
und optional der dazugehörige Hydraulikdruck anliegt, verfährt die Bohrstangenhandhabevorrichtung
in die Warteposition. Bei einem entsprechenden Einbausignal verschwenkt dann die Bohrstangenhandhabevorrichtung
in die Übergabeposition, während das Top-Drive in die Übernahmeposition gelangt. Der
Elevator wird eingeschwenkt und geschlossen. Das Signal "Elevator geschlossen" wird
in Abhängigkeit von den genannten Sensorsignalen erzeugt und es wird die Bohrstange
im Elevator detektiert. Bei detektierter Bohrstange im Elevator verfährt das Top-Drive
nach oben. Bei einem Mitbewegung der Bohrstangenhandhabevorrichtung wird diese detektiert
und es erfolgt ein Abbremsen des Top-Drives, woran sich ein Öffnen des Greifers der
Bohrstangenhandhabevorrichtung anschließt. Anschließend verschwenkt der Greifer der
Bohrstangenhandhabevorrichtung zum Bohrstangenmagazin zur Aufnahme einer neuen Stange.
[0099] Zum Einbringen der Bohrstange wird zuerst das Top-Drive nach oben gezogen und es
werden die Keile oberhalb des Bohrlochs geöffnet. Beim Öffnungssignal für die Keile
wird das Top-Drive nach unten bewegt und das Gestänge in die Keile wieder abgehängt.
Anschließend erfolgt ein Öffnen des Elevators und ein Feststellen des geöffneten Zustandes
des Elevators, woran sich ein Ausschwenken des Elevators und bei ausgeschwenktem Elevator
eine Bewegung des Top-Drives in die Warteposition nach oben anschließt. Im Anschluss
ist der weitere Einbau des Gestänges möglich.
[0100] Bei im Elevator befindlicher Bohrstange fährt der Elevator zum Entlasten der Keile
nach oben, die Keile werden geöffnet, das Topdrive fährt um eine Gestängelänge nach
oben. Der Bohrstrang wird in die Keile abgehängt. Dann wird der Bohrstrang entschraubt.
Dann schwenkt der Greifer ein.
[0101] Die Greifer der Bohrstangenhandhabevorrichtung werden geschlossen und bei in der
Bohrstangenhandhabevorrichtung detektierter Bohrstange wird der Elevator geöffnet
und weggeschwenkt. Bei ausgeschwenktem Elevator wird das Top-Drive nach oben gezogen,
der Greifer ausgeschwenkt und die Stange in das Bohrstangenmagazin abgelegt. Wenn
ein Signal erzeugt wird, dass keine Bohrstange im Greifer vorliegt und die Stange
im Bohrstangenmagazin vorhanden ist, wird der Bohrstangengreifer in die Warteposition
geführt und das Top-Drive nach unten in die Aufnahmeposition gefahren, um den Ausbau
weiteren Gestänges vorzubereiten.
[0102] Erfindungsgemäß kann eine weitere Vorrichtung und ein weiteres Verfahren zur Handhabung
von stangenartigen Bauteilen vorgesehen werden. Diese Vorrichtung und dieses Verfahren
beziehen sich auf den Ausbau der Bohrstangen bzw. auf das Versehen der Bohrstangen
mit Kappen.
[0103] Zur Vermeidung des Auslaufens von Bohrspülung aus der Bohrstange kann die Bohrstangenhandhabevorrichtung,
beispielsweise benachbart zum Greifer mit einer Bohrspülungsaufnahmeeinrichtung, beispielsweise
als wannenartig ausgebildetes Element, vorgesehen sein. Dieses wannenartige Element
gestattet beim Ausbauen der Bohrstange den Austritt von Rohrspülung aus der Bohrstange
und verhindert ein Verschmutzen der Arbeitsbühne 32 und Umgebung mit der Bohrspülung.
[0104] Entsprechend einer Weiterbildung der Erfindung ist am Bohrstangenmagazin eine Einrichtung
vorgesehen, die entweder eine Seite oder beide Seiten der Bohrstangen, die in das
Bohrstangenmagazin eingebracht wurden, mit Schutzkappen versieht. Auf diese Weise
ist es möglich, manuelle Arbeit vom Bedienpersonal zu vermeiden.
[0105] Die vorliegende Erfindung bezieht sich somit auf eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage. Durch vorrichtungstechnische
und verfahrenstechnische Abwandlungen wird der Automatisierungsgrad und die Sicherheit
u.a. dadurch erhöht, dass die Ablage von stangenartigen Bauteilen auf einer Ablageeinrichtung
in definierten Positionen und unter definierten Voraussetzungen erfolgt, eine Vereinzelung
der stangenartigen Bauteile auf der Ablageeinrichtung überwacht wird, das sichere
Halten an einem Greifer überprüft wird und die abgeschlossene Übergabe an einen Elevator
bestätigt wird.
Bezugszeichenliste
[0106]
- 1
- Bohrmast
- 2
- Unterbau
- 4
- Schlitten
- 6, 6a, 6b
- Bohrstange
- 8
- Bohrstangenmagazin
- 10
- Bohrstangengreifer
- 12
- Führungsrahmen
- 20
- Bohranlage
- 22
- Unterbau
- 24
- Bohrmast
- 26
- Bohrstangen-Handhabevorrichtung
- 28
- Bohrstangenmagazin
- 30
- Bohrloch
- 32
- Arbeitsbühne
- 34
- Steuerkabine
- 36
- Kran
- 38
- Zahnstange
- 40
- Vorschubschlitten
- 42
- Top-Drive
- 44
- Stabschaft
- 46
- Elevator
- 48
- Greifer
- 50a,b,c,d
- Fördereinrichtung
- 51a,b,c,d
- Übergaberinne
- 54a,b,c,d
- Förderkette
- 56
- Motor
- 58
- Näherungsschalter
- 60
- Winkelhebel
- 62
- Vertiefung
- 64
- Halterung
- 66
- Schaltfahne
- 68
- Sensor
- 70
- Feder
- 72
- Anschlag
- 74
- Lichtschranke
- 76
- Bohrstange
- 80
- Führungsrahmen
- 82
- Hubschlitten
- 84
- Schwenkarm
- 86
- Greiferdrehvorrichtung
- 88
- seitliche Ausnehmung
- 90
- Gittermast
- 100
- Greiferkörper
- 102
- Greifarmanordnung
- 104a,b
- Hydraulikzylinder
- 106a,b
- Greifarm
- 108a,b
- Greifarm
- 110
- Hebelanordnung
- 112
- Element
- 114
- Hebel
- 116
- Gummifederelement
- 118
- Raum
- 120
- Sensor
- 130a, b
- Halbschale
- 132
- Hebel
- 134
- Klappstütze bzw. Sicherheitsbügel
- 136
- Klappstütze bzw. Sicherheitsbügel
- 140
- Gestängezentrierung
- 142a,b
- Zentrierelement
- 144a
- Rolle
- 146a
- Gabel
- 148a
- Hydraulikzylinder
- 150a
- Führungsstange
- X
- Längsrichtung Bohranlage
- Y
- Querrichtung Bohranlage
- Z
- Längsrichtung Bohrmast
- X'
- Längsrichtung Bohrstangenmagazin
1. Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage (20),
mit:
einer Ablageeinrichtung (28) für stangenartige Bauteile, in der stangenartige Bauteile
(76) ablegbar sind,
einer Hubeinrichtung, die einen Hubschlitten (82), eine Führungseinrichtung (80) zum
Führen des Hubschlittens (82) und einen Antrieb zum Verfahren des Hubschlittens (82)
aufweist,
einer an dem Hubschlitten (82) angebrachten Aufnahmeeinrichtung (48) zum Aufnehmen
eines stangenartigen Bauteils (76) von der Ablageeinrichtung (28),
gekennzeichnet durch eine Erfassungseinrichtung (132) für das stangenartige Bauteil an einer über dem
Bohrloch (30) angeordneten Hubeinrichtung (46),
dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (48) in Bezug auf den Hubschlitten (82) in einer zu der Verfahrrichtung
(Z) des Hubschlittens (82) senkrechten Ebene in einer solchen Weise schwenkbar ist,
dass ein stangenartiges Bauteil (76) oberhalb eines Bohrloches (30) anordenbar ist.
2. Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage (20) nach
Anspruch 1 mit einer Ablageeinrichtung (28) für stangenartige Bauteile, die zumindest
eine Übergabeeinrichtung (51a, 51b, 51c; 51d) für die einzelne Entnahme des stangenartigen
Bauteils (76) durch eine Aufnahmeeinrichtung (48)aufweist, in die ein stangenartiges
Bauteil
a) entweder durch eine Transporteinrichtung für den Transport der stangenartigen Bauteile
(76) zur Ablageeinrichtung (28) einbringbar ist,
b) oder durch eine an der Ablageeinrichtung (28) vorgesehen Vereinzelungseinrichtung
in Abhängigkeit von einem Erfassungssignal für die Position des stangenartigen Bauteils
(76) an der Ablageeinrichtung (28) einbringbar ist.
3. Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach Anspruch
1 und/oder 2, mit einer Ablageeinrichtung (28), die eine Einrichtung (58) zum Messen
der Länge des stangenartigen Bauteils (76) aufweist, wobei die Längenmesseinrichtung
(58)
a) entweder zumindest zwei mechanische Erfassungseinrichtungen (58a, 58b) aufweist,
durch die jeweils das eingebrachte stangenartige Bauteil (76) bzw. die Relativposition
von diesem in Bezug auf die Ablageeinrichtung (28) erfassbar sind,
b) oder eine Erfassungseinrichtung (74) zum berührungslosen Erfassen des stangenartigen
Bauteils (76) an einer vorbestimmten Position aufweist.
4. Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage, nach
einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2 und 3, mit einer Aufnahmeeinrichtung (48),
durch die das stangenartige Bauteil mit mehreren Greiferarmpaaren (106a, 106b; 108a)
aufnehmbar ist und die einen Erfassungshebel (114) für das stangenartige Bauteil in
der Aufnahmeeinrichtung aufweist, dessen Drehpunkt in Bezug auf einen Greiferarm (108a)
ortsfest ist.
5. Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4 mit einer
Erfassungseinrichtung für die Position der Aufnahmeeinrichtung (48) und
einer Steuereinrichtung, die ein Öffnen der Aufnahmeeinrichtung (48) mit eingebrachtem
stangenartigem Bauteil (76) nur oberhalb der Ablageeinrichtung (28) und benachbart
zu einer Hubeinrichtung (46) oberhalb des Bohrlochs gestattet.
6. Vorrichtung zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5 mit
einer über dem Bohrloch befindlichen Hubeinrichtung, und
einer Steuereinrichtung, durch die die Hubeinrichtung ansteuerbar ist, so dass nach
einer Aufwärtsbewegung der Hubeinrichtung mit im Bohrloch befindlichen stangenartigen
Bauteilen Sicherungskeile entfernbar sind, das Entfernen der Keile bestätigt wird
und ein weiteres Absenken des stangenartigen Bauteile in das Bohrloch bzw. ein weiteres
Anheben der stangenartigen Bauteile aus dem Bohrloch erfolgt.
7. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage mit den
Schritten
Ablegen zumindest eines stangenartigen Bauteils in einer Ablageeinrichtung, und
Aufnehmen eines stangenartigen Bauteils von der Ablageeinrichtung durch eine an einem
Hubschlitten angebrachten Aufnahmeeinrichtung, wobei der Hubschlitten mit einer Führungseinrichtung
zum Führen des Hubschlittens und einem Antrieb zum Verfahren des Hubschlittens eine
Hubeinrichtung bildet,
gekennzeichnet durch den Schritt
Schwenken der Aufnahmeeinrichtung in Bezug auf den Hubschlitten in einer zu der Verfahrrichtung
des Hubschlittens senkrechten Ebene in einer solchen Weise, dass ein stangenartiges
Bauteil oberhalb eines Bohrloches anordenbar ist, und
Erfassen des stangenartigen Bauteils durch eine Erfassungseinrichtung an einer über
dem Bohrloch angeordneten Hubeinrichtung.
8. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach Anspruch
7 mit dem Schritt
a) Einbringen eines stangenartigen Bauteils in eine Übergabeeinrichtung für die einzelne
Entnahme des stangenartigen Bauteils durch eine Aufnahmeeinrichtung durch eine Transporteinrichtung
für den Transport der stangenartigen Bauteile zu einer Ablageeinrichtung für stangenartige
Bauteile, oder
b) Einbringen eines stangenartigen Bauteils in eine Übergabeeinrichtung für die einzelne
Entnahme des stangenartigen Bauteils durch eine Aufnahmeeinrichtung durch eine an
der Ablageeinrichtung vorgesehene Vereinzelungseinrichtung in Abhängigkeit von einem
Erfassungssignal für die Position des stangenartigen Bauteils an der Ablageeinrichtung.
9. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 7 und 8 mit dem Schritt der Längenmessung an dem stangenartigen
Bauteil in einer Ablageeinrichtung, in dem
a) entweder durch zumindest zwei mechanische Erfassungseinrichtungen jeweils das eingebrachte
stangenartige Bauteil erfasst wird,
b) oder über eine Erfassungseinrichtung das stangenartige Bauteil an einer vorbestimmten
Position berührungslos erfasst wird.
10. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9 mit dem Schritt
Aufnehmen des stangenartigen Bauteils mit mehreren Greiferarmpaaren einer Aufnahmeeinrichtung,
und Erfassen des stangenartigen Bauteils in der Aufnahmeeinrichtung über einen Erfassungshebel,
dessen Drehpunkt in Bezug auf einen Greiferarm ortsfest ist.
11. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 7 bis 10 mit dem Schritt
Erfassen der Position der Aufnahmeeinrichtung über eine Erfassungseinrichtung und
Gestatten des Öffnens der Aufnahmeeinrichtung mit eingebrachtem stangenartigem Bauteil
nur oberhalb der Ablageeinrichtung und benachbart zu einer Hubeinrichtung oberhalb
des Bohrlochs durch eine Steuereinrichtung.
12. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 7 bis 11 mit dem Schritt Zentrieren des an einer Hubeinrichtung
oberhalb des Bohrlochs befindlichen stangenartigen Bauteils in Bezug auf ein im Bohrloch
befindliches stangenartiges Bauteil über zwei Führungsrollen für das stangenartige
Bauteil.
13. Verfahren zur Handhabung von stangenartigen Bauteilen an einer Bohranlage nach einem
oder mehreren der Ansprüche 7 bis 12 mit dem Schritt Ansteuern einer über dem Bohrloch
befindlichen Hubeinrichtung über eine Steuereinrichtung, so dass nach einer Aufwärtsbewegung
der Hubeinrichtung mit im Bohrloch befindlichen stangenartigen Bauteilen Sicherungskeile
entfernbar sind, das Entfernen der Keile bestätigt wird und ein weiteres Absenken
des stangenartigen Bauteile in das Bohrloch erfolgt.
1. An apparatus for handling rod-shaped components at a rig (20), comprising:
a depositing means (28) for rod-shaped components in which rod-shaped components (76)
can be deposited,
a lifting means including a lift carriage (82), a guide means (80) for guiding the
lift carriage (82) and a drive for displacing the lift carriage (82),
a pick-up means (48) attached to the lift carriage (82) for picking up a rod-shaped
component (76) from the depositing means (28),
characterized by a detecting means (132) for the rod-shaped component at a lifting means (46) arranged
above the drill hole (30),
characterized in that the pick-up means (48) is pivoting with respect to the lift carriage (82) at a plane
perpendicular to the displacing direction (Z) of the lift carriage (82) such that
a rod-shaped component (76) can be arranged above a drill hole (30).
2. The apparatus for handling rod-shaped components at a rig (20) according to claim
1, comprising a depositing means (28) for rod-shaped components including at least
a transfer means (51a, 51b, 51c; 51d) for a separate removal of the rod-shaped component
(76) by a pick-up means (48) into which a rod-shaped component
a) either can be introduced by a transport means for the transport of the rod-shaped
components (76) to the depositing means (28),
b) or can be introduced by a separating means provided at the depositing means (28)
in response to a detecting signal for the position of the rod-shaped component (76)
at the depositing means (28).
3. The apparatus for handling rod-shaped components at a rig according to claim 1 and/or
2, comprising a depositing means (28) having a means (58) for measuring the length
of the rod-shaped component (76), wherein the length measuring means (58)
a) either includes at least two mechanical detecting means (58a, 58b) by which the
respectively introduced rod-shaped component (76) and the position thereof relative
to the depositing means (28) are detectable,
b) or includes a detecting means (74) for contact-free detection of the rod-shaped
component (76) at a predetermined position.
4. The apparatus for handling rod-shaped components at a rig according to one or more
of the claims 1, 2, and 3, comprising a pick-up means (48) by which the rod-shaped
component can be picked up by plural pairs of gripper arms (106a, 106b; 108a) and
which includes a detecting lever (114) for the rod-shaped component in the pick-up
means whose pivot is stationary with respect to a gripper arm (108a).
5. The apparatus for handling rod-shaped components at a rig according to one or more
of the claims 1 to 4, comprising
a detecting means for the position of the pick-up means (48) and
a control means that permits opening of the pick-up means (48) when a rod-shaped component
(76) is introduced only above the depositing means (28) and adjacent to a lifting
means (46) above the drill hole.
6. The apparatus for handling rod-shaped components at a rig according to one or more
of the claims 1 to 5 comprising
a lifting means provided above the drill hole, and
a control means by which the lifting means is controllable so that after an upward
movement of the lifting means with rod-shaped components provided in the drill hole
securing wedges are removable, the removal of the wedges is confirmed and the rod-shaped
components are further lowered into the drill hole or the rod-shaped components are
further lifted out of the drill hole.
7. A method of handling rod-shaped components at a rig, comprising the steps of
depositing at least one rod-shaped component in a depositing means, and
picking up a rod-shaped component from the depositing means by a pick-up means mounted
at a lift carriage, wherein the lift carriage forms a lifting means with a guide means
for guiding the lift carriage and a drive for displacing the lift carriage,
characterized by the step of
pivoting the pick-up means with respect to the lift carriage in a plane perpendicular
to the displacing direction of the lift carriage such that a rod-shaped component
can be arranged above a drill hole, and
detecting the rod-shaped component by a detecting means at a lifting means arranged
above the drill hole.
8. The method of handling rod-shaped components at a rig according to claim 7, comprising
the step of
a) introducing a rod-shaped component into a transfer means for the individual removal
of the rod-shaped component by a pick-up means by a transport means for the transport
of the rod-shaped components to a depositing means for rod-shaped components, or
b) introducing a rod-shaped component into a transfer means for the individual removal
of the rod-shaped component by a pick-up means by a separating means provided at the
depositing means in response to a detecting signal for the position of the rod-shaped
component at the depositing means.
9. The method of handling rod-shaped components at a rig according to one or more of
the claims 7 and 8, comprising the step of length measurement at the rod-shaped component
in a depositing means in which
a) either the respectively introduced rod-shaped component is detected by at least
two mechanical detecting means,
b) or the rod-shaped component is detected contact-free at a predetermined position
by a detecting means.
10. The method of handling rod-shaped components at a rig according to one or more of
the claims 7 to 9, comprising the step of
picking up the rod-shaped component by plural pairs of gripper arms of a pick-up means,
and detecting the rod-shaped component in the pick-up means via a detecting lever
the pivot of which is stationary with respect to a gripper arm.
11. The method of handling rod-shaped components at a rig according to one or more of
the claims 7 to 10 comprising the steps of
detecting the position of the pick-up means by a detecting means and
allowing to open the pick-up means with an introduced rod-shaped component only above
the depositing means and adjacent to a lifting means above the drill hole by a control
means.
12. The method of handling rod-shaped components at a rig according to one or more of
the claims 7 to 11, comprising the step of centering the rod-shaped component provided
at a lifting means above the drill hole with respect to a rod-shaped component provided
in the drill hole via two guide rollers for the rod-shaped component.
13. The method of handling rod-shaped components at a rig according to one or more of
the claims 7 to 12, comprising the step of controlling a lifting means provided above
the drill hole via a control means so that after an upward movement of the lifting
means with rod-shaped components provided in the drill hole securing wedges can be
removed, the removal of the wedges is confirmed and the rod-shaped components are
further lowered into the drill hole.
1. Dispositif pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage (20), comprenant
un système de stockage (28) pour composants en forme de barre, dans lequel des composants
en forme de barre (76) peuvent être stockés,
un système de levage, qui comprend un chariot de levage (82), un moyen de guidage
(80) pour guider le chariot de levage (82) et un entraînement pour déplacer le chariot
de levage (82),
un moyen de réception (48) monté sur le chariot de levage (82) pour recevoir un composant
en forme de barre (76) du système de stockage (28),
caractérisé par un moyen de détection (132) pour le composant en forme de barre, au niveau d'un moyen
de levage (46) agencé au-dessus du trou de forage (30),
caractérisé en ce que le moyen de réception (48) est capable de pivoter, par référence au chariot de levage
(82), dans un plan perpendiculaire à la direction de déplacement (Z) du chariot de
levage (82) d'une telle manière que le composant en forme de barre (76) est susceptible
d'être agencé au-dessus d'un trou de forage (30).
2. Dispositif pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage (20) selon la revendication 1, comprenant un système de stockage (28) pour
composants en forme de barre, qui comprend au moins un moyen de transfert (51a, 51b,
51c, 51d) pour le prélèvement individuel du composant en forme de barre (76) par un
moyen de réception (48), dans lequel ledit composant en forme de barre
a) ou bien est susceptible d'être introduit par un moyen de transport pour le transport
des composants en forme de barre (76) vers le système de stockage (28),
b) ou bien est susceptible d'être introduit au niveau du système de stockage (28)
par un moyen d'individualisation, prévu au niveau du système de stockage (28), en
fonction d'un signal de détection pour la position du composant en forme de barre
(76).
3. Dispositif pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon la revendication 1 et/ou 2, comprenant un système de stockage (28)
qui comprend un moyen (58) pour mesurer la longueur du composant en forme de barre
(76), dans lequel le moyen de mesure de longueur (58)
a) ou bien comprend au moins deux organes de détection mécaniques (58a, 58b) au moyen
desquels le composant forme de barre introduit (76) ou respectivement la position
relative de celui-ci par référence au système de stockage (28) sont susceptibles d'être
détectés,
b) ou bien comprend un organe de détection (74) pour la détection sans contact du
composant en forme de barre (76) à une position prédéterminée.
4. Dispositif pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 1, 2 et 3, comprenant un moyen
de réception (48), au moyen duquel le composant forme de barre est susceptible d'être
reçu avec plusieurs paires de bras de préhension (106a, 106b ; 108a), et qui comprend
un levier de détection (114) pour le composant en forme de barre dans le moyen de
réception, dont le centre de rotation est stationnaire par référence à un bras de
préhension (108a).
5. Dispositif pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, comprenant
un moyen de détection pour la position du moyen de réception (48) et
un dispositif de commande, qui permet une ouverture du moyen de réception (48) avec
un composant en forme de barre introduit (76) uniquement au-dessus du système de stockage
(28) et au voisinage d'un moyen de levage (46) au-dessus du trou de forage.
6. Dispositif pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 5, comprenant
un dispositif de levage qui se trouve au-dessus du trou de forage, et
un dispositif de commande au moyen duquel le dispositif de levage peut être piloté
de telle façon qu'après un mouvement montant du dispositif de levage avec des composants
en forme de barre qui se trouvent dans le trou de forage, des coins de sécurité peuvent
être enlevés, l'enlèvement des coins est confirmé et il se produit une poursuite de
la descente des composants en forme de barre dans le trou de forage ou une poursuite
du levage des composants en forme de barre hors du trou de forage.
7. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage, comprenant les étapes consistant à
stocker au moins un composant en forme de barre dans un système de stockage, et
recevoir un composant en forme de barre depuis le système de stockage par un moyen
de réception monté sur un chariot de levage, ledit chariot de levage formant, avec
un moyen de guidage destiné à guider le chariot de levage et un entraînement pour
déplacer le chariot de levage, un système de levage,
caractérisé par l'étape consistant à
faire pivoter le moyen de réception par référence au chariot de levage dans un plan
perpendiculaire à la direction de déplacement du chariot de levage, d'une manière
telle qu'un composant en forme de barre est susceptible d'être agencé au-dessus d'un
trou de forage, et
détecter le composant en forme de barre par un moyen de détection sur un moyen de
levage agencé au-dessus du trou de forage.
8. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon la revendication 7, comprenant l'étape consistant à
a) introduire un composant en forme de barre dans un moyen de transfert pour le prélèvement
individuel du composant en forme de barre par un moyen de réception à l'aide d'un
moyen de transport pour le transport des composants en forme de barre jusqu'à un système
de stockage pour composants en forme de barre, ou bien
b) introduire un composant en forme de barre dans un moyen de transfert pour le prélèvement
individuel du composant en forme de barre par un moyen de réception à l'aide d'un
dispositif d'individualisation prévu au niveau du système de stockage, en fonction
d'un signal de détection pour la position du composant en forme de barre dans le système
de stockage.
9. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 7 et 8, comprenant l'étape consistant
à mesurer la longueur du composant en forme de barre dans un système de stockage,
dans laquelle
a) ou bien on détecte respectivement le composant forme de barre introduit grâce à
au moins deux organes de détection mécaniques,
b) ou bien on détecte sans contact le composant en forme de barre à une position prédéterminée,
à l'aide d'un moyen de détection.
10. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 7 à 9, comprenant l'étape consistant
à recevoir le composant forme de barre avec plusieurs paires de bras de préhension
d'un moyen de réception,
et à détecter le composant forme de barre dans le moyen de réception via un levier
de détection dont le centre de rotation est stationnaire par référence à un bras de
préhension.
11. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 7 à 10, comprenant l'étape consistant
à
détecter la position du moyen de réception via un moyen de détection, et
permettre l'ouverture du moyen de réception avec un composant en forme de barre introduit
uniquement au-dessus du système de stockage et au voisinage d'un moyen de levage au-dessus
du trou de forage par un dispositif de commande.
12. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 7 à 11, comprenant l'étape consistant
à centrer le composant en forme de barre qui se trouve sur un moyen de levage au-dessus
du trou de forage, par référence à un composant en forme de barre qui se trouve dans
le trou de forage, via deux galets de guidage pour le composant en forme de barre.
13. Procédé pour la manipulation de composants en forme de barre dans une installation
de forage selon l'une ou plusieurs des revendications 7 à 12, comprenant l'étape consistant
à piloter un moyen de levage qui se trouve au-dessus du trou de forage via un moyen
de commande, de sorte qu'après un mouvement montant du dispositif de levage avec des
composants en forme de barre qui se trouvent dans le trou de forage des coins de sécurité
peuvent être enlevés, l'enlèvement des coins est confirmé et il se produit une poursuite
de la descente des composants en forme de barre dans le trou de forage.