[0001] Die Erfindung betrifft eine Verfahren und ein Werkzeug zum Bördeln eines Werkstücks
mittels eines Bördelglieds, das gegen einen Flansch des Werkstücks drückend längs
des Flansches vorwärts bewegt wird und dadurch den Flansch in Vortriebsrichtung fortschreitend
umlegt, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 8. Das Werkstück kann insbesondere
ein Blechformteil sein.
[0002] In industriellen Fertigungen, beispielsweise der Serienfertigung von Automobilen,
gewinnt das Rollbördeln an Bedeutung. Durch Rollbördeln können insbesondere Falzverbindungen
erzeugt werden, beispielsweise eine Falzverbindung zwischen einem Außenhautteil eines
Fahrzeugs und einem Innenteil. Das Rollbördeln ist in dieser besonderen Verwendung
ein Rollfalzen. Durch Rollbördeln können nicht nur Falzverbindungen geschaffen werden,
sondern auch abragende Flansche für andere Arten des Fügens oder vollständig ungelegte
Bördelflansche zur Schaffung runder Bördelkanten oder auch nur teilweise umgelegte
Flansche für andere Zwecke. Das Bördeln mit einem den umzulegenden Flansch abfahrenden
Bördelglied, wie beispielsweise das Rollbördeln, hat gegenüber dem konventionellen
Kanten, Biegen oder Ziehen in einer Presse den Vorteil geringerer Investitionskosten
und höherer Flexibilität hinsichtlich des mehrdimensionalen Verlaufs der Bördelkante.
Andererseits sind auch dem Rollbördeln in Bezug auf den Verlauf der Bördelkante Grenzen
gesetzt. So hat es sich beispielsweise als problematisch erwiesen, an einem stirnseitigen
Rand eines um eine Achse gekrümmten Werkstücks, beispielsweise eines röhrenförmigen
Werkstücks, einen nach außen abragenden Flansch zu erzeugen, wenn der Krümmungsradius
im gekrümmten Werkstückbereich eine gewisse Größe unterschreitet. Die Bördelkante
neigt bei solch einer Bördeloperation zu Verwerfungen nach innen. Ein weiteres Problem
ist der beim Rollbördeln erreichbare Umformgrad. So ist der Winkel, um den der Flansch
in einem Bördelschritt, d.h. in einem einzigen Lauf des Bördelglieds umgelegt werden
kann, auf einen Bereich von etwa 30° bis 45° beschränkt. Soll der Flansch um 90° oder
größere Winkel, beispielsweise vollständig um 180° umgelegt werden, sind nacheinander
mehrere, aufeinander aufbauende
[0003] Bördelschritte erforderlich. Verfahren und Vorrichtungen zum Bördeln von Werkstücken,
insbesondere auch in mehreren Bördelschritten, werden beispielsweise in der
EP 1 420 908 B1, der
EP 1 685 915 B1 und der
EP 0 802 001 B1 beschrieben. Ein gattungsgemäßes Verfahren und ein gattungsgemäße Vorrichtung sind
aus der
DE 10 2006 028 833 A1 bekannt.
[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Flansch eines Werkstücks mittels eines den
Flansch abfahrenden Bördelglieds sauber umzulegen, so dass eine konturtreue, verwerfungsfreie
Bördelkante erhalten wird. Vorzugsweise soll der Winkel, um den der Flansch in einem
Bördelschritt verzugsfrei oder zumindest verzugsarm umgelegt werden kann, im Vergleich
mit dem Rollbördeln vergrößert werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren bzw. durch ein Werkzeug gemäß
Anspruch 1 bzw. 8.
[0006] Die Erfindung geht von einem Verfahren und einem Werkzeug aus, bei dem ein um eine
Rotationsachse rotierendes Bördelglied längs eines Flansches des Werkstücks in eine
Vortriebsrichtung bewegt, eine Stirndruckfläche des Bördelglieds während der Vortriebsbewegung
mit einer Druckkraft gegen den Flansch gedrückt und der Flansch durch die andrückende
Stirndruckfläche und eine um diese umlaufende Druckkante des Bördelglieds in Vortriebsrichtung
fortschreitend, vorzugsweise kontinuierlich fortschreitend, um eine in die Vortriebsrichtung
weisende Bördelkante umgelegt wird. Der Flansch kann bereits von einem an den Flansch
grenzenden Streifen mit einer Neigung abknicken, so dass bereits vor dem Bördeln eine
Bördelkante oder zumindest eine kantenartige Rundung vorhanden ist, längs der das
Bördelglied beim erfindungsgemäßen Bördeln bewegt wird. Die Erfindung eignet sich
jedoch insbesondere auch für ein Bördeln, durch das die Bördelkante überhaupt erstmalig
erzeugt wird. Der umzulegende Flansch kann daher den angrenzenden Streifen des Werkstücks
mit einer im Vergleich zu der zu schaffenden Bördelkante weichen Wölbung oder gerade
verlängern, wie dies in bevorzugten Verwendungen der Fall ist.
[0007] Nach der Erfindung weist die Rotationsachse des Bördelglieds während des Bördelns
zumindest im Wesentlichen orthogonal zu dem umgelegten Flansch, so dass das Bördelglied
nicht wie beim Rollbördeln auf dem Flansch abrollt, sondern mit der Stirndruckfläche
über den Flansch gleitet. Die Relativbewegung, die das Bördelglied mit seiner Stirndruckfläche
im Druckkontakt mit dem Flansch relativ zu diesem ausführt, ist zumindest im Wesentlichen
eine Gleitbewegung. Ein etwaiger Rollkontakt, der nicht kategorisch ausgeschlossen
werden soll, hat für die Umformung allenfalls eine untergeordnete Bedeutung. Bevorzugt
ist die Stirndruckfläche orthogonal zur Rotationsachse des Bördelglieds und plan.
Sie hat mit dem Flansch vorteilhafterweise nur Gleitkontakt und dreht sich im Druckkontakt
quasi schleifend auf dem Flansch, während das Bördelglied am vorlaufenden äußeren
Rand der Stirndruckfläche, seiner Druckkante, den Flansch um die Bördelkante umlegt.
[0008] Falls sich die Stirndruckfläche nicht genau orthogonal zur Rotationsachse des Bördelglieds
erstreckt, beträgt eine zur Radialen auf die Rotationsachse gemessene Neigung der
Stirndruckfläche maximal 10°, vorzugsweise beträgt eine maximale Neigung höchstens
5° und noch bevorzugter höchstens 2°, lokal auf die jeweilige Radiale zur Rotationsachse
gemessen. Dies kann von Vorteil sein, um beispielsweise den Flansch um eine Bördelkante
umzulegen, die in Bezug auf die Stirndruckfläche konkav gekrümmt ist. Solch eine Geometrie
können beispielsweise die Bördelkanten von Radhäusem oder Anbauteilen von Kraftfahrzeugen
aufweisen. Die Bördelkante beispielsweise eines Radhauses kann sich nicht nur um die
Radachse krümmen, also in der Seitenansicht auf das jeweilige Kraftfahrzeug gesehen
gekrümmt sein, sondern beispielsweise auch in Bezug auf eine senkrecht zur Radachse
in Längsrichtung des Fahrzeugs weisende Vertikalebene gekrümmt sein, nämlich entweder
nach innen oder aber nach außen. Ist die Bördelkante nach innen gekrümmt, kann ohne
weiteres eine Bördelrolle mit einer planen und exakt orthogonal zu der Rotationsachse
der Bördelrolle weisenden Stirndruckfläche verwendet werden. Wölbt sich im Falle des
beispielhaft genannten Radhauses die Bördelkante nach außen bauchig vor, zumindest
abschnittsweise, so entstünde zwischen einer überall exakt orthogonal zur Rotationsachse
weisenden Stirndruckfläche und der Bördelkante ein Hohlraum, die Bördelkante wäre
in Bezug auf die Stirndruckfläche konkav gewölbt. Für solch einen konkaven Verlauf
der Bördelkante ist es vorteilhaft, wenn die Stirndruckfläche zumindest innerhalb
einer um die Rotationsachse erstreckten Ringfläche eine geringe Neigung aufweist,
also von außen gesehen konvex, beispielsweise konisch ist. Die Neigung kann in besagter
Ringfläche oder über die gesamte Stirndruckfläche bis radial außen zur Druckkante
konstant sein, so dass die Stirndruckfläche insgesamt konisch wäre. Die Neigung kann
grundsätzlich aber auch von innen nach radial außen variieren, zweckmäßigerweise monoton,
und im Falle einer Variation in einem geringen Ausmaß, in Richtung auf den umzuformenden
Flansch rund ausbauchen, gering im Vergleich zur radialen Erstreckung der Stirndruckfläche.
[0009] Ein erfindungsgemäßes Werkzeug umfasst einen Träger und das von dem Träger um die
Rotationsachse drehbar gelagerte Bördelglied mit der zu der Rotationsachse zumindest
im Wesentlichen orthogonalen und zumindest im Wesentlichen planen Stirndruckfläche,
die in Bezug auf die Rotationsachse radial außen in die Druckkante des Bördelglieds
übergeht. Das Bördelglied kann im Bereich seiner Druckkante mit einem kleinen Krümmungsradius
von der Stirndruckfläche in eine beim Bördeln vorzugsweise freie Umfangsfläche des
Bördelglieds übergehen, also eine scharfe Druckkante aufweisen. Die Druckkante kann
aber auch vergleichsweise weich gekrümmt sein mit einem Krümmungsradius von mehreren
Millimetern, durchaus bis zu etwa 20 mm. Eine scharfe Druckkante mit einem Krümmungsradius
von nur wenigen Millimentern, vorzugsweise 2 bis 10 mm, gegebenenfalls auch nur in
Form einer um die Rotationsachse umlaufenden Anphasung, wird jedoch bevorzugt, um
den Flansch unmittelbar nach der an der Druckkante eingeleiteten Umformung in den
Druckkontakt mit der Stirndruckfläche zu bringen.
[0010] Der beim erfindungsgemäßen Bördeln im Werkstück ablaufende Umformprozess ist mit
demjenigen des Rollbördelns nicht vergleichbar. Zum einen wird die zum Umlegen erforderliche
Kraft nicht längs einer axialen Rollkontaktlinie einer Bördelrolle eingeleitet, sondern
an einer vorlaufenden Seite einer um die Rotationsachse des Bördelglieds umlaufenden
Druckkante. Zum anderen wird der Flansch im Druckkontakt mit der Druckkante und gleich
im Anschluss mit der Stirndruckfläche von der Bördelkante weg zum Rand des Flansches
hin gestreckt, vorzugsweise im vorlaufenden Bereich der Stimdruckfläche, also im Bereich
zwischen der Rotationsachse und der in Bezug auf die Vortriebsrichtung vorlaufenden
Seite des Bördelglieds. Im Ergebnis wird eine besonders konturtreue, verzugsarme bis
verzugsfreie Bördelkante erhalten. Diese Vorteile treten besonders zutage, wenn sich
die Bördelkante um eine zur Rotationsachse des Bördelglieds parallele Werkstückachse
erstreckt, wie dies beispielsweise bei röhrenförmigen Werkstücken der Fall ist. Die
vorhandene "Kurve" bleibt auch an der Bördelkante erhalten. In diesem Sinne ist das
Verfahren Kontur erhaltend, konturtreu. Es entstehen auch keine Verwerfungen wie etwa
Beulen. Die Bördelkante kann sich in Bezug auf die Rotationsachse des Bördelglieds
konvex krümmen, so dass der Flansch in den Innenbereich der gekrümmten Bördelkante
umgelegt wird. Bevorzugter ist die Bördelkante in Bezug auf die Rotationsachse des
Bördelglieds konkav gekrümmt, erstreckt sich also auch um die Rotationsachse des Bördelglieds,
so dass der Flansch nach außen umgelegt wird und daher im gekrümmten Werkstückbereich
eine zusätzliche Streckung erfährt.
[0011] Der Flansch wird bei dem Bördeln vorzugsweise gegen eine Anlage gedrückt, die das
Werkstück insbesondere auch im Bereich der Bördelkante stützen kann, so dass der Flansch
um eine entsprechend der Bördelkante geformte Anlagekante der Anlage umgelegt und
mit seiner Unterseite an eine Oberseite der Anlage angelegt wird. Die Oberseite der
Anlage ist der Stirndruckfläche des Bördelglieds zugewandt, vorzugsweise axial gegenüberliegend,
so dass zwischen der Oberseite der Anlage und der Stirndruckfläche ein Spalt verbleibt,
in dem der Flansch im Druckkontakt mit der Stirndruckfläche auch gezogen und dadurch
gestreckt wird. Beim erfindungsgemäßen Bördeln finden daher in bevorzugten Ausführungen
auch Umformprozesse wie bei einem Tiefziehen statt.
[0012] Die Anlage kann mit dem Bördelglied gemeinsam in die Vortriebsrichtung bewegt werden,
synchron mit dem Bördelglied. In ebenfalls vorteilhaften Ausführungen ist die Anlage
relativ zum Werkstück ortsfest, also unbeweglich. Die Anlage dient in beiden alternativen
Ausführungen als Matrize, einmal als mit dem Bördelglied gemeinsam relativ zum Werkstück
bewegliche und das andere Mal als relativ zum Werkstück unbewegliche Matrize. Bei
dem Bördeln kann das Werkstück und im Falle einer relativ zum Werkstück unbeweglichen
Anlage auch diese absolut ortsfest sein und das Werkzeug mit dem Bördelglied im Raum
dem Verlauf der Bördelkante folgend bewegt werden. Die Verhältnisse können jedoch
auch umgekehrt werden, so dass das Bördelglied bei dem Bördeln im Raum absolut ortsfest,
allerdings um die Rotationsachse drehbar, angeordnet ist und das Werkstück und im
Falle einer relativ zum Werkstück ortsfesten Anlage auch diese längs des Bördelglieds
dem Verlauf der Bördelkante entsprechend bewegt wird oder werden. Ferner können auch
das Werkstück und das Bördelglied während des Bördelns in koordinierter Weise dem
Verlauf der Bördelkante entsprechend relativ zueinander und jeweils auch absolut im
Raum bewegt werden.
[0013] Das Bördelglied kann in einfachen Ausführungen als auf das Werkstück wirkende Wirkelemente
nur die Stirndruckfläche und die Druckkante aufweisen. So kann das Bördelglied beispielsweise
einfach als Kreisscheibe mit der Stirndruckfläche an einer Stirnseite und um diese
umlaufend der Druckkante geformt sein. In bevorzugten Ausführungen weist das Bördelglied
jedoch noch wenigstens eine weitere Wirkfläche auf, die bei dem Bördeln in Kontakt
mit dem Werkstück ist. Diese weitere Wirkfläche ist eine um die Rotationsachse erstreckte
Umfangsfläche, mit der das Bördelglied beim Bördeln auf dem Werkstück abrollt und
die das Bördelglied längs der Bördelkante führt. Vorzugsweise rollt die Umfangswirkfläche
in einem Streifen des Werkstücks ab, der sich längs der Bördelkante erstreckt und
bei der Bördelkante unmittelbar an den Flansch grenzt, von diesem also nur über die
Bördelkante beabstandet ist. Die Umfangswirkfläche ist vorzugsweise unmittelbar bei
der Bördelkante des Werkstücks mit dem Werkstück im Rollkontakt, während das Bördelglied
den Flansch umlegt. Auch auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass die Bördelkante
in ihrer Längsrichtung konturtreu und verwerfungsarm, am besten verwerfungsfrei, ausgeformt
wird. Die Umfangswirkfläche bildet eine weitere Druckfläche des Bördelglieds und wird
daher im weiteren auch als Umfangsdruckfläche bezeichnet. Sie verfüllt in den besonders
bevorzugten Ausführungen neben der bereits genannten Führungsfunktion für das Bördelglied
auch eine Stützfunktion für das Werkstück.
[0014] Falls der Flansch wie bevorzugt über eine Kante einer Anlage umgelegt und im Druckkontakt
mit der erfindungsgemäßen Stirndruckfläche gezogen wird, bildet die Anlage vorzugsweise
auch der Umfangsdruckfläche radial gegenüberliegend eine Gegendruckfläche für einen
flächen- oder linienhaften Kontakt. Falls die Anlage während des Bördelns relativ
zum Werkstück unbeweglich ist, ist sie vorzugsweise in einem flächenhaften Kontakt
mit dem Werkstück. Falls sie gemeinsam mit dem Bördelglied im Raum bewegt oder mit
diesem stationär angeordnet ist, kann sie mit dem Werkstück ebenfalls in einem flächenhaften
Kontakt sein, in einem Gleitkontakt, oder alternativ in einem Linienkontakt, nämlich
dann, wenn sie als Anlagerolle gebildet ist, die an dem an die Bördelkante grenzenden
Werkstückstreifen abrollt.
[0015] Die Stirndruckfläche und die Umfangsdruckfläche sind relativ zueinander so angeordnet,
dass eine von der Stirndruckfläche weg nach außen gerichtete Flächenormale und eine
von der Rotationsachse weg nach außen gerichtete Flächenormale der Umfangsdruckfläche
aufeinander zu gerichtet sind. In den bevorzugten Ausführungen, in denen das Bördelglied
die Stirndruckfläche und die Umfangsdruckfläche aufweist, kann das Bördelglied insbesondere
einen stielförmigen Axialabschnitt mit der Umfangsfläche und einen demgegenüber verbreiterten
tellerförmigen Axialabschnitt aufweisen, an dessen der Umfangsdruckfläche zugewandten
Unterseite die Stirndruckfläche geformt ist. Das Bördelglied kann insbesondere aus
einem stielförmigen Axialabschnitt und einem sich axial daran unmittelbar anschließenden
Tellerabschnitt bestehen, so dass es im Ganzen pilzförmig mit einem Stiel und einem
demgegenüber breiteren Teller ist.
[0016] Die Stirndruckfläche ist in bevorzugten Ausführungen in Bezug auf die Rotationsachse
rotationssymmetrisch, was dementsprechend auch für die Druckkante gilt. Die Umfangsdruckfläche
ist vorzugsweise über ihre gesamte axiale Länge, mit der sie beim Bördeln im Rollkontakt
mit dem Werkstück steht, in Bezug auf die Rotationsachse rotationssymmetrisch. Bevorzugt
ist das Bördelglied zumindest überall dort rotationssymmetrisch, wo es beim Bördeln
mit dem Werkstück in Kontakt ist.
[0017] Die Stirndruckfläche geht in bevorzugten Ausführungen über eine Kehle bzw. Rundung
in die Umfangsdruckfläche über, wobei die Kehle oder Rundung in weiter bevorzugter
Ausführung an dem Querschnitt der zu erzeugenden Bördelkante angepasst geformt ist.
Die Stirndruckfläche und vorzugsweise auch die Umfangsdruckfläche läuft vorzugsweise
tangential in die Kehle ein, zumindest wird es bevorzugt, wenn im Übergangsbereich,
also in der Kehle kein Hinterschnitt vorhanden ist. Das Bördelglied steht bei solch
einer Formgebung im Bereich der Stimdruckfläche, im Bereich der Umfangsdruckfläche
und auch im Bereich der Kehle, des Übergangs der beiden Druckflächen, mit dem Werkstück
im Druckkontakt, vorzugsweise längs einer zusammenhängenden Linie.
[0018] In ersten Ausführungen ist die Umfangsdruckfläche zylindrisch und somit zumindest
im Wesentlichen orthogonal zu der Stimdruckfläche. Mit solch einem Bördelglied kann
der Flansch in einem einzigen Bördelschritt um 90° umgelegt werden, so dass er anschließend-in
einem Winkel von 90° von dem angrenzenden Streifen des Werkstücks, gegen den die Umfangsdruckfläche
beim Bördeln drückt, abragt. Die Umfangsdruckfläche kann alternativ aber auch konisch
sein, entweder sich axial in Richtung auf die Stirndruckfläche verbreitern, um den
Flansch um einen Winkel kleiner als 90° umzulegen, oder aber sich axial in Richtung
auf die Stirndruckfläche verjüngen, um den Flansch in einem einzigen Bördelschritt
um einen Winkel umzulegen, der größer als 90° list. Die Umfangsdruckfläche kann im
zentralen Längsschnitt des Bördelglieds gesehen auch eine Krümmung aufweisen. Die
Stirndruckfläche und die Umfangsdruckfläche können in zentralen Längsschnitten des
Bördelglieds gesehen in grundsätzlich jedem beliebigen Winkel größer als 0° und kleiner
als 180° zueinander weisen, zweckmäßig sind jedoch Winkel von wenigstens 50°. Falls
die Umfangsdruckfläche mit der Stirndruckfläche einen Winkel von 50° einschließt,
kann der Flansch immerhin in einem einzigen Bördelschritt um 140° umgelegt werden,
falls der Flansch nämlich vor dem erfindungsgemäßen Bördeln den über die Bördelkante
angrenzenden Streifen des Werkstücks axial gerade verlängert. Versuche haben völlig
überraschend ergeben, dass die Erfindung das Umlegen eines Flansches um solch große
Winkel auch in Krümmungsbereichen eines Werkstücks erlaubt, und die Bördelkante dennoch
konturtreu und frei von Beulen oder sonstigen Verwerfungen erzeugt wird. Andererseits
ist die Erfindung auch zum Bördeln in Anwendungsfällen geeignet, in denen ein Flansch
nur wie beim Rollbördeln üblich in einem Bördelschritt von höchstens 45° umgelegt
wird.
[0019] Um das Bördelglied axial zu entlasten, kann am Träger ein Stützglied axial abgestützt
sein, an dem das Bördelglied an einer von der Stirndruckfläche axial abgewandten Rückseite
mit einer äußeren Stützkraft beaufschlagbar ist, um die Stirndruckfläche gegen den
Flansch zu drücken. Das Stützglied kann eine einzelne Rolle, insbesondere eine zylindrische
oder konische Rolle, eine Kugel oder ein anders geformter Rotationskörper sein, der
an der Rückseite des Bördelglieds bei dessen Rotationsbewegung abrollt. Anstatt eines
Einzelstützglieds kann das Bördelglied an seiner Rückseite auch mittels eines Kranzes
von um die Rotationsachse des Bördelglieds angeordneten Rotationskörpern gestützt
sein. Solch ein um die Rotationsachse des Bördelglieds erstreckter Drehkranz kann
insbesondere in der Art eines Axiallagers, beispielsweise eines Axialkugellagers,
gebildet sein, über das das Bördelglied am Träger axial abgestützt ist, wobei das
Bördelglied auch nur über ein Axialdrehlager am Träger abgestützt sein kann. Solch
ein Lager kann vorteilhafterweise in Doppelfunktion die Drehlagerung und axiale Abstützung
des Bördelglieds am Träger bilden. Obgleich eine Abstützung über einen Rollkörper
bevorzugt wird, soll nicht ausgeschlossen werden, dass die Abstützung nur als Gleitabstützung
gebildet sein kann.
[0020] Die Erfindung eignet sich für das Bördeln von Blechprofilen, beispielsweise Winkelprofilen,
Rohren und Röhren, ferner auch zum Bördeln von Karosserieteilen von Fahrzeugen, insbesondere
Automobilen, sowie Anbauteilen von Fahrzeugen, beispielsweise beweglichen Anbauteilen
wie Türen, Hauben, Klappen und Schiebedächern oder im eingebauten Zustand nicht beweglichen
Anbauteilen wie etwa in Karosserieseitenteile integrierte Radhäuser. Die Erzeugung
von Flanschen an Auspuffrohren ist ein weiteres Anwendungsbeispiel. Die Erfindung
kann zwar mit Vorteil im Fahrzeugbau eingesetzt werden, ist hierauf jedoch nicht beschränkt.
Sie ist überall dort von besonderem Vorteil, wo in einem einzigen oder zumindest nur
wenigen Bördelschritten eine saubere Bördelung an Werkstücken erzeugt werden soll.
So ist die Erfindung auch von Vorteil für das Bördeln metallischer Gehäuse, beispielsweise
von Gehäusen für Solarzellen und -kollektoren. Vorteilhafte Anwendungsfelder eröffnen
sich auch im Bereich von Küchen- und Hausgeräten, beispielsweise zum Bördeln von Öfen
wie z. B. metallischer Öfeneinsätze und metallischer Komponenten von Waschmaschinen.
Die Erfindung eignet sich zum Bördeln von beispielsweise Stahlblechen, insbesondere
auch zum Bördeln von Edelstahlblechen, aber auch zum Bördeln von Leichtmetallblechen
wie etwa Alublechen.
[0021] Bevorzugte Merkmale werden auch in den Unteransprüchen und deren Kombinationen beschrieben.
[0022] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden jeweils einzeln und
in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Bördelanordnung eines ersten Ausführungsbeispiels in einer perspektivischen Sicht,
- Figur 2
- die Bördelanordnung der Figur 1 in einer Draufsicht,
- Figur 3
- die Bördelanordnung der Figur 1 in einem Schnitt,
- Figur 4
- die Bördelanordnung der Figur 1 in einem Schnitt und mit einem zusätzlichen Stützglied
einer ersten Variante,
- Figur 5
- die Bördelanordnung der Figur 1 in einem Schnitt und mit einem zusätzlichen Stützglied
einer zweiten Variante,
- Figur 6
- eine Bördelanordnung in einem zweiten Ausführungsbeispiel in einem Schnitt,
- Figur 7
- eine Bördelanordnung in einem dritten Ausführungsbeispiel in einem Schnitt,
- Figur 8
- eine Bördelanordnung in einem vierten Ausführungsbeispiel in einem Schnitt,
- Figur 9
- eine Bördelanordnung in einem fünften Ausführungsbeispiel in einem Schnitt,
- Figur 10
- eine Bördelanordnung in einem sechsten Ausführungsbeispiel in einem Schnitt bei Ausführung
eines ersten Bördelschnitts,
- Figur 11
- die Bördelanordnung der Figur 10 im Schnitt und bei Ausführung eines zweiten Bördelschnitts,
- Figur 12
- eine Bördelanordnung eines siebten Ausführungsbeispiels in einer Ansicht,
- Figur 13
- eine Bördelanordnung eines achten Ausführungsbeispiels in einem Schnitt,
- Figur 14
- eine Bördelanordnung eines neunten Ausführungsbeispiels in einer Ansicht,
- Figur 15
- das Bördelglied des neunten Ausführungsbeispiels,
- Figur 16
- die Bördelanordnung des neunten Ausführungsbeispiels in einem Schnitt,
- Figur 17
- eine Bördelanordnung eines zehnten Ausführungsbeispiels in einem Schnitt,
- Figur 18
- eine Bördelanordnung eines elften Ausführungsbeispiels in einem ersten Umformschritt
zum Formen eines Tropfenflansches,
- Figur 19
- die Bördelanordnung des elften Ausführungsbeispiels in einem zweiten Umformschritt
zum Formen des Tropfenflansches und
- Figur 20
- eine Bördelanordnung eines zwölften Ausführungsbeispiels beim Formen eines Tropfenflansches.
[0023] Figur 1 zeigt eine Bördelanordnung eines ersten Ausführungsbeispiels, mit der an
einem Werkstück 1 ein winkelig abragender Flansch 2 durch Bördeln geformt wird. Bei
dem Werkstück 1 handelt es sich um ein Blechprofil. Es ist um eine zentrale Werkstückachse
gekrümmt und weist zwei gerade Schenkel auf, die tangential in einen gekrümmten Bereich
einlaufen, der die beiden Schenkel miteinander verbindet. An einem axialen Ende des
Werkstücks 1 wird durch Bördeln besagter Flansch 2 um eine Bördelkante 3 umgelegt,
so dass der umgelegte Flansch 2 in Bezug auf den Krümmungsbereich des Werkstücks 1
nach außen absteht. Das Werkstück 1 ist vor dem Bördeln über die Bördelkante 2 hinweg
einfach gerade, der Flansch 2 ist noch "offen". Die Bördelkante 3 wird durch das Bördeln
erst geformt.
[0024] Bei dem Bördeln wird der Flansch 2 mit einem Bördelglied 10 eines nicht weiter dargestellten
Bördelwerkzeugs um die dabei geschaffene Bördelkante 3 umgelegt. Das Bördelglied 10
wirkt mit einer relativ zum Werkstück 1 nicht beweglichen Anlagestruktur 5 zusammen,
die bei dem Bördeln eine Matrize für das Werkstück 1 bildet. Die Anlagestruktur 5
weist an einer Oberseite eine Anlagefläche auf, an die der Flansch 2 sich bei dem
Umlegen mit seiner Unterseite anlegt. Die Anlagestruktur 5 bildet ferner eine Anlagekante,
um die der Flansch 2 unter Schaffung der Bördelkante 3 umgelegt wird, und an einer
Innenseite eine weitere Anlagefläche für das Werkstück 1, insbesondere für einen längs
der Bördelkante 3 bis unmittelbar zu der Bördelkante 3 sich erstreckenden Streifen
4 des Werkstücks 1. Vor dem Bördeln bilden der Streifen 4 und der Flansch 2 eine glatte
Fläche, im Ausführungsbeispiel eine axial gerade Fläche. Nach dem Bördeln sind der
Streifen 4 und der Flansch 2 genau durch die Bördelkante 2 voneinander getrennt, d.h.
der Streifen 4 geht über die Bördelkante 3 in den umgelegten Flansch 2 über.
[0025] Das Bördelwerkzeug umfasst einen Träger, der an einem im Raum gesteuert oder geregelt
beweglichen Aktor, beispielsweise an einem Ende eines Roboterarms eines Industrieroboters,
befestigt ist. Der Träger ist vorzugsweise lösbar mittels einer Kupplung am Aktor
befestigt und umfasst entsprechend eine Kupplungshälfte dieser Kupplung. Die Kupplung
ist vorzugsweise so gebildet, dass der Aktor den Träger automatisch an- und abdocken
kann.
[0026] Das Bördelglied 10 ist auf dem Träger um eine Rotationsachse R drehbar gelagert,
vorzugsweise frei drehbar. Das Bördelglied 10 besteht aus einem Teller 11 und einem
im Vergleich mit dem Teller 11 schlankeren Stiel 12, der von dem Teller 11 axial abragt.
Der Teller weist an einer dem Stiel 12 zugewandten Unterseite eine Stirndruckfläche
13 auf, mit der das Bördelglied 10 bei dem Bördeln mit einer zu der Rotationsachse
R parallelen Druckkraft gegen den Flansch 2 gedrückt wird. Die äußere Umfangsfläche
des Stiels 12 dient bei dem Bördeln als Umfangsdruckfläche 14, indem das Bördelglied
10 auf dem Streifen 4 des Werkstücks 1 längs der Bördelkante 3 abrollt. Das Bördelglied
10 wird im Ergebnis mit der axialen Druckkraft an seiner Stirndruckfläche 13 in den
Druckkontakt mit dem Flansch 2 und mit einer hierzu quer gerichteten Querkraft an
seiner Umfangsdruckfläche 14 in den Rollkontakt gedrückt. Zum Bördeln wird das Bördelglied
10 längs der Bördelkante 3 und der darunter befindlichen Anlagekante der Anlagestruktur
5 in die Vortriebsrichtung V bewegt, so dass es mit seiner Umfangsdruckfläche 14 auf
dem Streifen 4 des Werkstücks 1 abrollt und mit seiner Stirndruckfläche 13 über den
umgelegten Flansch 2 gleitet und relativ zu dem Flansch 2 somit eine rotatorische
Gleitbewegung ausführt. In Figur 1 nähert sich das Bördelglied 10 dem Krümmungsbereich
des Werkstücks 1.
[0027] In Figur 2, in der die Bördelanordnung in einer Draufsicht dargestellt ist, hat das
Bördelglied 10 den Krümmungsbereich des Werkstücks 1 erreicht und auch bereits über
eine Teillänge des Krümmungsbereichs den Flansch 2 umgelegt. Der in der Draufsicht
unter dem Teller 11 befindliche Bereich des Flansches 2, auf den das Bördelglied 10
mit seiner Stirndruckfläche 13 drückt, ist strichliiert dargestellt. Die Stirndruckfläche
13 führt in einem vorlaufenden Flächenbereich relativ zu dem Flansch 2 eine nach außen
gerichtete Gleitbewegung aus, so dass sie in ihrem vorlaufenden Flächenbereich den
Flansch 2 zieht und dadurch streckt mit einer Kraft, die von der axialen Druckkraft
abhängt, mit der die Stirndruckfläche 13 auf den Flansch 2 gedrückt wird.
[0028] Das Bördelglied 10 weist um die Stirndruckfläche 13 umlaufend eine Druckkante 15
auf, die die Stirndruckfläche 13 radial außen begrenzt. Der Teller 11 geht an seiner
Unterseite über die Druckkante 15 in axialer Richtung in eine bei dem Bördeln freie
Umfangsfläche über. Das Bördelglied 10 gelangt bei dem Umformprozess an seiner vorlaufenden
Seite zuerst mit seiner Druckkante 15 unmittelbar an der Bördelkante 3 in Kontakt
mit dem Flansch 2 und übt auf diesen mit der Druckkante 15 eine von der Bördelkante
3 weg nach außen gerichtete Zugkraft und auch eine Biegekraft aus, bevor unmittelbar
im Anschluss die Stirndruckfläche 13 ebenfalls an der vorlaufenden Seite des Bördelglieds
10 in den in Bezug auf die Rotationsachse R rein axialen Druckkontakt gelangt. Durch
den hinter der Druckkante 15 bereits bestehenden flächigen Druckkontakt wird der Flansch
2 unmittelbar vor der Druckkante 15 bereits um einen gewissen Winkel umgelegt, sozusagen
vorauseilend. Die Druckkante 15 und Stirndruckfläche 13 wirken im Ergebnis vorteilhaft
zusammen, so dass auch Bördelkanten 3 mit gekrümmtem Verlauf, insbesondere konkav
in Bezug auf die Rotationsachse R gekrümmte, also um die Rotationsachse R gekrümmte
Bördelkanten 3, sauber ausgeformt werden. Aufgrund der abrollenden Umfangsdruckfläche
14 wird das Bördelergebnis noch verbessert. Allerdings ist die Querkraft, mit der
das Bördelglied 10 gegen den Streifen 4 gedrückt wird, vorzugsweise kleiner als die
axiale Druckkraft, mit der die Stirndruckfläche 13 auf den Flansch 2 drückt.
[0029] Figur 3 zeigt die Bördelanordnung der Figuren 1 und 2 in einem Schnitt, der die Rotationsachse
R des Bördelglieds 10 enthält. Die im Druckkontakt vom Bördelglied 10 über die Stirndruckfläche
13 auf den umgelegten Flansch 2 ausgeübte axiale Druckkraft ist mit F bezeichnet.
Sie ist zur Rotationsachse R parallel. Der in Vortriebsrichtung V (Figuren 1 und 2)
weiter vor dem Bördelglied 10 befindliche und daher noch vollständig aufgerichtete
Flansch ist strichliiert dargestellt und mit 2' bezeichnet.
[0030] Die Stirndruckfläche 13 ist plan und erstreckt sich wie gesagt orthogonal zur Rotationsachse
R. Sie geht über die Druckkante 15 mit kleinem Krümmungsradius in die freie Umfangsfläche
des Tellers 11 über. Radial innen geht sie mit ebenfalls kleinem Radius unter Ausbildung
einer Kehle 16 in die Umfangsdruckfläche 14 über. Beim Bördeln hat das Bördelglied
beginnend mit der Druckkante 15 über die Stirndruckfläche 13 und die Kehle 16 bis
einschließlich der Umfangsfläche 14 durchgehenden Druckkontakt mit dem Werkstück 1,
nämlich mit dessen Flansch 2, der durch das Bördeln erzeugten Bördelkante 3 und dem
angrenzenden Streifen 4. Die Oberflächenkontur der Wirkelemente 13-16 begrenzt mit
der Anlagestruktur 5 einen Spalt. Das Werkstück 10 füllt den Spalt, ist also an und
beidseits der Bördelkante 3 mit seiner Innenseite an die Anlagestruktur 5 und mit
seiner Außenseite an das Bördelglied 10 angeschmiegt bzw. zwischen dem Bördelglied
10 und der Anlagestruktur 5 eingeklemmt. Auch diese im Umformbereich des Werkstücks
1 durchgehende Kontaktlinie, insbesondere des Bördelglieds 10, bevorzugt unterstützt
durch die Anlagestruktur 5, trägt ebenfalls zur Verbesserung des Bördelergebnisses
bei.
[0031] Die Kehle 16 ist so geformt, dass sowohl die Stirndruckfläche 13 als auch die Umfangsdruckfläche
14 in guter Näherung tangential in die Kehle 16 einlaufen und keine Ausbauchung nach
innen, in Richtung auf die Rotationsachse R entsteht. Es wäre jedoch durchaus denkbar,
die Kehle 16 nach radial innen auszubauchen, wobei in solch einer Abwandlung die Anlagekante
der Anlagestruktur 5 entsprechend ausgebaucht sein kann, um beispielsweise eine im
Querschnitt wulstförmig ausgebauchte Bördelkante 3 zu formen. Durch eine Ausbauchung
der Kehle 16 nach innen kann in noch einer Abwandlung ein Klemmen des Werkstücks unmittelbar
bei der Bördelkante 3 verhindert und dadurch das Fließverhalten des Werkstückmaterials
beeinflusst werden.
[0032] Figur 4 zeigt die Bördelanordnung des ersten Ausführungsbeispiels in einer ersten
Variante einer Weiterentwicklung. Um die Druckkraft F nicht allein über die axiale
Abstützung des Bördelglieds 10 aufbringen zu müssen, ist am Träger des Bördelwerkzeugs
ein Stützglied 8 axial abgestützt, das während des Bördelns eine axiale Stützkraft
auf das Bördelglied 10 ausübt. Das Stützglied 8 ist so angeordnet, dass es gegen eine
von der Stirndruckfläche 13 axial abgewandte rückwärtige freie Stirnfläche des Bördelglieds
10 in Richtung der Druckkraft F drückt und dadurch die axiale Abstützung des Bördelglieds
10 am Träger entlastet. Das Stützglied 8 ist ferner so angeordnet, dass es dem Flansch
2 axial gegenüber in Richtung der Druckkraft F gegen das Bördelglied 10 drückt und
dieses sozusagen zwischen dem Stützglied 8 und dem Flansch 2 eingeklemmt ist, sich
allerdings unter dem Stützglied 8 um seine Rotationsachse R drehen kann. Das Stützglied
8 ist vorteilhafterweise ein Rollstützglied, das auf dem Träger um eine Rotationsachse
R' drehbar gelagert ist, wobei die Rotationsachse R' so ausgerichtet ist, dass das
Stützglied 8 an der Rückseite des Bördelglieds 10 abrollt, wenn dieses sich um die
Rotationsachse R dreht. In der in Figur 4 dargestellten ersten Variante mit kreiszylindrischen
Stützglied 8 weist die Rotationsachse R' orthogonal zur Rotationsachse R.
[0033] Figur 5 zeigt die Bördelanordnung des ersten Ausführungsbeispiels in einer zweiten
Variante der Weiterentwicklung. Die zweite Variante entspricht in weiten Teilen der
in Figur 4 dargestellten ersten Variante. Sie unterscheidet sich von dieser lediglich
durch die Ausrichtung der Rotationsachse R' des modifizierten Stützglieds 9. Während
das Stützglied 8 der ersten Variante eine zylindrische Umfangsrollfläche aufweist,
ist die Umfangsrollfläche des Stützglieds 9 in Bezug auf die Rotationsachse R' konisch.
Die Rotationsachsen R und R' schneiden einander daher nicht im rechten Winkel, vielmehr
weist die Rotationsachse R' schräg zur Rotationsachse R. Im Übrigen gelten die Ausführungen
zur ersten Variante.
[0034] Figur 6 zeigt in einem die Rotationsachse R enthaltenden Schnitt eine Bördelanordnung
eines zweiten Ausführungsbeispiels, die sich von der Bördelanordnung des ersten Ausführungsbeispiels
allerdings nur dadurch unterscheidet, dass der Flansch 2, um einen Winkel umgelegt
wird, der kleiner als 90° ist. Beispielhaft wird der Flansch 2 aus dem aufgerichteten
Zustand um einen Winkel von etwa 60° umgelegt. Das Bördelglied 20 und die Anlagestruktur
6 sind gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel entsprechend modifziert. Das Bördelglied
20 entspricht im Bereich des Tellers 21 dem ersten Ausführungsbeispiel. Der Stiel
22 ist im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel bezüglich der Rotationsachse
R jedoch nicht zylindrisch, sondern konisch und verbreitert sich radial in Richtung
auf die Stirndruckfläche 23. Die wieder plane Stirndruckfläche 23 und die konische
Umfangsdruckfläche 24 weisen entsprechend dem Winkel, um den der Flansch 2 umgelegt
wird, zueinander, im Ausführungsbeispiel unter einem Winkel α von etwa 130°. Das Gleiche
gilt für die als Gegendruckflächen dienenden Anlageflächen der angepasst geformten
Anlagestruktur 6. Im Übrigen gelten die Ausführungen zum ersten Ausführungsbeispiel,
insbesondere weist die Rotationsachse R wieder orthogonal zum umgelegten Flansch 2.
Es kann zusätzlich auch eines der Stützglieder 8 und 9 vorgesehen sein.
[0035] Figur 7 zeigt eine Bördelanordnung eines dritten Ausführungsbeispiels, in dem der
Flansch 2 in einem einzigen Bördelschritt um einen Winkel umgelegt wird, der größer
als 90° ist. Im Ausführungsbeispiel wird der Flansch 2 um einen Winkel von etwa 120°
umgelegt. Die Stirndruckfläche 33 des modifizierten Bördelglieds 30 ist wieder plan
und orthogonal zur Rotationsachse R, die wie im ersten und im zweiten Ausführungsbeispiel
bei dem Bördeln orthogonal zum umgelegten Flansch 2 weist. Modifiziert ist beim Bördelglied
10 lediglich dessen Stiel 32, der in Anpassung an die Bördelaufgabe in Bezug zur Rotationsachse
R konisch ist und sich von der Stirndruckfläche 33 weg radial aufweitet, so dass die
konische Umfangsdruckfläche 34 und die plane Stirndruckfläche 33 dem Winkel des Umlegens
entsprechend unter einem Winkel α von etwa 70° zueinander weisen, also einen Winkel
α von etwa 70° miteinander einschließen. Die Anlagestruktur 7 ist im Bereich ihrer
Anlagekante und ihren beiden Gegendruckflächen angepasst geformt, also kongruent,
die beiden Gegendruckflächen schließen somit den gleichen Winkel α ein. Im Übrigen
gelten die zum ersten Ausführungsbeispiel gemachten Ausführungen. Das Bördelglied
30 ist ebenfalls mit einem der Stützglieder 8 und 9 kombinierbar, wie für das erste
Ausführungsbeispiel anhand der Figuren 4 und 5 erläutert wurde.
[0036] Figur 8 zeigt eine Bördelanordnung eines vierten Ausführungsbeispiels. Das Bördelwerkzeug
umfasst das Bördelglied 10 des ersten Ausführungsbeispiels. Im Unterschied zu den
bisherigen Ausführungsbeispielen, in denen eine relativ zum Werkstück 1 nicht bewegliche
Matritze in Form einer der Anlagestrukturen 5, 6 und 7 verwendet wird, kommt im vierten
Ausführungsbeispiel ein beim Bördeln synchron mit dem Bördelglied 10 längs der Bördelkante
2 bewegtes Anlageglied 18 zum Einsatz. Das Anlageglied 18 kann insbesondere am Träger
des Bördelwerkzeugs abgestützt sein. Es weist im dargestellten Schnitt, der die Rotationsachse
R des Bördelglieds 10 enthält, eine an die Unterseite des Bördelglieds 10 angeschmiegte
Kontur auf, so dass es wie die Anlagestrukturen 5, 6 und 7 mit dem Bördelglied 10
beim Umlegen einen Klemmspalt für das Werkstück 1 bildet. Das Anlageglied 18 ist um
eine Rotationsachse R" drehbar, die schräg zur Rotationsachse R weist und diese vorzugsweise
schneidet. Es führt beim Bördeln mit seinen beiden der Stirndruckfläche 13 und der
Umfangsdruckfläche 14 gegenüberliegenden Anlageflächen eine Roll-Gleit-Bewegung und
im Bereich seiner Anlagekante im Wesentlichen eine reine Rollbewegung relativ zum
Werkstück 1 aus.
[0037] Figur 9 zeigt eine Bördelanordnung nach einem fünften Ausführungsbeispiel, bei dem
die Matritze in Form eines Anlageglieds 19 ebenfalls synchron mit dem Bördelglied
10 in die Vortriebsrichtung V bewegt wird. Im Unterschied zum vierten Ausführungsbeispiel
ist die Rotationsachse R" des Anlageglieds 19 parallel zu der Rotationsachse R des
Bördelglieds 10. Das Anlageglied 10 weist eine plane Stirnfläche auf, gegen die der
Flansch 2 mit seiner Unterseite zur Anlage gelangt, und eine kreiszylindrische Umfangsfläche,
die beim Bördeln der Umfangsdruckfläche 14 gegenüberliegend auf dem Streifen 4 des
Werkstücks 1 abrollt. Aufgrund der Orientierung der Rotationsachse R" besteht im Bereich
des Streifens 4 nur Rollkontakt und im Bereich des Flansches 2 nur Gleitkontakt mit
dem Werkstück 1. Im Übergangsbereich, der Bördelkante 3, hat das Anlageglied 19 Roll-Gleit-Kontakt
mit dem Werkstück 1. Im Übrigen gelten die Ausführungen zum ersten und zum vierten
Ausführungsbeispiel.
[0038] Auch bei den Bördelanordnungen des vierten und des fünften Ausführungsbeispiels kann
das jeweilige Bördelglied 10 an seiner von der Stirndruckfläche 13 abgewandten Rückseite
mittels eines Stützglieds 8 oder 9 (Figuren 4 und 5) gestützt werden. Auch insoweit
gelten die dortigen Ausführungen gleichermaßen für das vierte und das fünfte Ausführungsbeispiel.
Des weiteren können auch bei Verwendung einer gemeinsam mit dem Bördelglied bewegten
Matritze Bördelglieder entsprechend dem Bördelglied 20 oder dem Bördelglied 30 des
zweiten und des dritten Ausführungsbeispiels und angepasst geformte, mitbewegte Anlageglieder
zum Einsatz gelangen. Anstelle eines drehbaren Anlageglieds kann in noch einer Abwandlung
das mitbewegte Anlageglied am Träger des Bördelwerkzeugs nicht drehbar angeordnet
sein, so dass es an der Außenseite des Werkstücks 1 längs der Bördelkante 3 gleitet,
während das Bördelglied 10, 20 oder 30 den Flansch 2 um und an das mitbewegte Anlagegleitglied
anlegt.
[0039] Die Figuren 10 und 11 zeigen eine vom ersten Ausführungsbeispiel abgeleitete Bördelanordnung
eines sechsten Ausführungsbeispiels, mittels der eine Falzverbindung geschaffen wird.
Mittels der Bördelanordnung werden das Werkstück 1 und ein weiteres Werkstück 1' formschlüssig
miteinander verbunden, indem der Flansch 2 des Werkstücks 1 in zwei Bördelschritten
um insgesamt 180° umgelegt und dadurch eine Falztasche geformt wird, in die ein Randstreifen
des Werkstücks 1' hineinragt. Indem die beiden Werkstücke 1 und 1' mittels solch einer
Falzverbindung längs eines äußeren Umfangsrands gefügt werden, werden die Werkstücke
1 und 1' im Ganzen gesehen formschlüssig zueinander fixiert. Auf diese Weise können
beispielsweise Anbauteile von Automobilen, wie etwa Türen, Motorhauben, Heckklappen
oder auch unbeweglich mit der Außenhaut eines Automobils verbundene oder zu verbindende
Werkstücke wie beispielsweise ein Schiebedachrahmen mit einer Dachhaut, gefügt werden.
Im Ausführungsbeispiel bildet das Werkstück 1 einen Schiebedachrahmen und das Werkstück
1' die Dachhaut eines Automobils.
[0040] Das Werkstück 1 ist an einer Unterseite an einem Falzbett 27 abgestützt und weist
einen um die Dachöffnung umlaufenden, von der Unterseite zumindest im Wesentlichen
senkrecht abragenden Steg auf, der in seinem Verlauf um die Dachöffnung unterbrochen
sein oder eine variierende Höhe aufweisen kann. Der Flansch 2 bildet einen äußeren
Rand dieses Stegs. Vor dem in Figur 10 dargestellten ersten Bördelschritt ist der
Steg bis einschließlich des vom Flansch 2 gebildeten äußeren Rands einfach gerade,
so dass der Flansch 2 zur Bildung der Falztasche um 180° umgelegt werden muss. Dies
geschieht in nur zwei Bördelschritten.
[0041] Figur 10 zeigt die Bördelanordnung während des ersten Bördelschritts, in dem das
Bördelglied 10 wie zum ersten Ausführungsbeispiel beschrieben den Flansch 2 um 90°
umlegt. Das Bördelglied 10 kommt in Kombination mit einem Anlageglied 28 zum Einsatz,
das wie zum vierten und fünften Ausführungsbeispiel beschrieben gemeinsam mit dem
Bördelglied 10 in der gezeigten relativen Position in die Vortriebsrichtung V bewegt
wird. Das Anlageglied 28 ist als Gleitstein gebildet. Es ist am Träger des Bördelwerkzeugs
angeordnet. Das Anlageglied 28 bildet eine der Stirndruckfläche 13 axial gegenüberliegende
erste Anlagefläche, gegen die der Flansch 2 angelegt wird, und der Umfangsdruckfläche
14 gegenüberliegend eine zweite Anlagefläche, mit der es den von der Unterseite des
Werkstücks 1 abragenden Steg im Bereich des Kontaktstreifens 4 gegen die Umfangsdruckfläche
14 quer zur Rotationsachse R abstützt. Das Anlagegleitglied 28 ragt fingerartig in
das im ersten Bördelschritt geformte U-Profil des Werkstücks 1. Um die Reibung zu
verringern kann eine Schmiermittelzuführung vorgesehen sein, beispielsweise am oder
im Anlagegleitglied 28, über die in den Spalt zwischen dem Werkstück 1 oder 1' und
dem Anlagegleitglied 28 Schmiermittel eingebracht wird.
[0042] Figur 11 zeigt das Bördelglied 10 während des anschließenden zweiten Bördelschritts,
dem Fertigbördelschritt, in dem der im ersten Bördelschritt um 90° umgelegte Flansch
2 um weitere 90° und somit vollständig bis gegen den in die so gebildete Falztasche
ragenden Randstreifen des Werkstücks 1' umgelegt wird. Das Bördelglied 10 nimmt relativ
zum Falzbett 27 eine gegenüber dem ersten Bördelschritt um 90° gekippte Lage ein,
so dass die Rotationsachse R wieder orthogonal zum Randflansch 2 weist. Die Bördelkante
3 ist auch beim Fertigbördelschritt in einem angeschmiegten Kontakt mit der Kehle
16 des Bördelglieds 10, das daher mit der Bördelkante 3 Rollkontakt und im Bereich
der Stirndruckfläche 13 wieder Gleitkontakt mit dem Flansch 2 hat. Im zweiten Bördelschritt
wirkt das Bördelglied 10 mit einem Anlageglied 29 zusammen, das den vom Falzbett 27
aufragenden Steg des Werkstücks 1 gegen die Druckkraft F des Bördelglieds 10 abstützt.
Das Anlageglied 29 ist ein am Träger des Bördelwerkzeugs um die Rotationsachse R"
drehbar gelagertes Anlagerollglied. Die Rotationsachsen R und R" sind zueinander orthogonal
und schneiden einander.
[0043] Figur 12 zeigt eine Bördelanordnung eines siebten Ausführungsbeispiels in einer Ansicht.
Die Bördelanordnung ist von der Bördelanordnung des ersten Ausführungsbeispiels abgeleitet.
Insbesondere wird mit dem Bördelglied 10 des ersten Ausführungsbeispiels gearbeitet.
Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel ist die Bördelkante 3 um eine quer zur
Rotationsachse R weisende Achse gekrümmt. In Bezug auf die Stirndruckfläche 13 ist
sie konvex gekrümmt, krümmt sich also von dem momentanen Ort der Rotationsachse R
aus gesehen nach beiden Seiten von der Stirndruckfläche 13 weg. Das Werkstück 1 kann
zusätzlich um eine zur Rotationsachse R parallele Werkstückachse gekrümmt sein, insbesondere
konkav in Bezug auf die Rotationsachse R.
[0044] In einer in Figur 13 dargestellten Bördelanordnung eines achten Ausführungsbeispiels
ist das Bördelglied 10 in einer Verwendung als Falzglied dargestellt, in der es zur
Schaffung einer Falzverbindung zweier Werkstücke 1 und 1' dient. Das Werkstück 1 kann
beispielsweise ein Außenblech einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs sein oder eines
Anbauteils solch einer Karosserie, wie beispielsweise das Außenblech einer Tür, Motorhaube
oder Heckklappe. Das Werkstücks 1' ist ein Innenteil, das durch Falzen formschlüssig
mit dem Werkstück 1 verbunden wird. Durch die erfindungsgemäße Umformung wird der
Flansch 2 in einem Schritt um in Figur 13 beispielhaft dargestellte 90° aus dem mit
2' bezeichneten Zustand bis auf einen äußeren Randstreifen des Werkstücks 1' umgelegt,
so dass für diesen Randstreifen eine Falztasche entsteht. Die Anlage 5 ist als feststehendes,
ortsfestes Falzbett dargestellt, könnte aber durch beispielsweise ein mit dem Bördelglied
10 mitlaufendes Anlageglied, insbesondere eine Gegenrolle, ersetzt werden.
[0045] Figur 14 zeigt eine Bördelanordnung eines neunten Ausführungsbeispiels in einer Ansicht.
Während im siebten Ausführungsbeispiel die dortige Bördelkante 3 um eine quer zur
Rotationsachse R weisende Achse in Bezug auf die Stirndruckfläche 13 des dortigen
Bördelglieds 30 konvex gekrümmt ist, krümmt sich die Bördelkante 3 im neunten Ausführungsbeispiel
in Bezug auf die Stirndruckfläche 13 konkav. Wäre die Stirndruckfläche 13 zwischen
der radial innenliegenden Kehle 16 und der Druckkante 15 plan und exakt orthogonal
zur Rotationsachse R, entstünde zwischen den in der Ebene der Ansicht einander gegenüberliegenden
Stellen der Druckkante 15 ein gewisser, wenn auch kleiner Hohlraum. Im neunten Ausführungsbeispiel
wird allerdings ein Bördelglied 40 verwendet, dessen Stirndruckfläche 13 von der Druckkante
15 nach radial innen eine geringe Neigung zur jeweils lokalen Radialen auf die Rotationsachse
R aufweist, von der Bördelkante 3 aus gesehen also konvex ist. Die Neigung beträgt
im Ausführungsbeispiel etwa 2°. Solch eine geringe Neigung verbessert den bei der
relativen Gleitbewegung auf den Flansch 2 ausgeübten Gleitzieheffekt, da die Krümmung
der in Bezug auf die Stirndruckfläche 13 konkaven Bördelkante 3 deutlich, in den meisten
Anwendungen vielfach größer ist als der Durchmesser des Bördelglieds 40. Ein im genannten
Sinne konkaver Verlauf der Bördelkante 3 kann beispielsweise beim Falzen von Radhäusern
angetroffen werden, grundsätzlich aber auch bei Anbauteilen wie etwa Türen, Motorhauben,
Heckklappen und Kofferraumdeckeln von Kraftfahrzeugen.
[0046] In Figur 15 ist das Bördelglied 40 einzeln dargestellt. Die im Beispielfall über
die gesamte Stirndruckfläche 13 vorhandene und ebenfalls nur beispielhaft überall
konstante Neigung ist mit "α" bezeichnet. Es entsteht eine Stirndruckfläche 13, die
zwischen der Druckkante 15 und der Kehle 16 eine geringe Konizität entsprechend der
Neigung α aufweist.
[0047] Figur 16 zeigt das Bördelglied 40 beim Falzen beispielsweise eines Radhauses oder
eines Anbauteils für ein Kraftfahrzeug, wobei die Bördelkante 3 von der Seite der
Stirndruckfläche 13 aus gesehen konkav gekrümmt wie in Figur 14 verlaufen kann. Die
Rotationsachse R ist beim Umlegen des Flansches 2 der Neigung α der Stirndruckfläche
13 angepasst in Bezug auf den umgelegten Flansch 2 geneigt bzw. angestellt, so dass
die Stirndruckfläche 13 beim Falzen satt auf dem umgelegten Flansch 2 aufliegt und
diesen mittels der beschriebenen Drehgleit- und somit Drehschleifbewegung im vorlaufenden
Bereich der Stimdruckfläche 13 streckt, wie dies bereits anhand des ersten Ausführungsbeispiels
erläutert wurde. Die Anlage 5 ist beispielhaft ein ortsfestes Falzbett.
[0048] Figur 17 zeigt eine Bördelanordnung eines zehnten Ausführungsbeispiels. Die Bördelanordnung
umfasst auf einem gemeinsamen Träger das Bördelglied 40 mit der geringfügig geneigten
Stirndruckfläche 13 und ein als Widerlager für das Bördelglied 40 dienendes Gegenglied
41, das beispielhaft als Gegenrolle gebildet und dementsprechend am gemeinsamen Träger
um eine Rotationsachse R" drehbar gelagert ist. Der Kraftfluss zwischen dem Bördelglied
40 und dem Gegenglied 41 ist über den Falzbereich der Werkstücke 1 und 1' und eine
Schutzstruktur 42 geschlossen. Die Schutzstruktur 42 dient dem Schutz des Werkstücks
1. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der geschützte Flächenbereich des
Werkstücks 1, der der Stirndruckfläche 13 gegenüberliegt, eine Sichtfläche des Werkstückverbunds,
beispielsweise des Außenblechs eines Radhauses oder eines Anbauteils eines Kraftfahrzeugs,
bildet. Solch eine Sichtfläche sollte keine Beschädigungen aufweisen. Vorteilhafte
Merkmale einer derartigen Schutzstruktur 42 werden in der
EP 1 640 080 B1 offenbart. Falls die Bördelkante 3 keinen in Bezug auf die Stirndruckfläche 13 konkav
gewölbten Abschnitt aufweist, kann das Bördelglied 40 gegen beispielsweise das Bördelglied
10 mit einer planen, zur Rotationsachse R orthogonalen Stirndruckfläche 13 ausgetauscht
werden. Dem Bördelglied 10 würde in derartigen Fällen auch gegenüber dem Bördelglied
40 der Vorzug gegeben werden.
[0049] In einer Weiterentwicklung kann die Schutzstruktur 42, und im Übrigen auch die Anlage
5 des achten und neunten Ausführungsbeispiels so modifiziert sein, dass sie wie in
den vorherigen Ausführungsbeispielen einen Streifen 4 aufweist, der in Anpassung an
die Neigung α so geformt ist, dass das Bördelglied 40 mit seiner Umfangsfläche 14
(Figur 15) an dem Streifen 4 solch einer modifizierten Schutzstruktur 42 abrollt.
[0050] Die Figuren 18 und 19 zeigen eine Bördelanordnung eines elften Ausführungsbeispiels
mit einem Bördelglied 40 bei der Schaffung eines so genannten Tropfenflansches. Bei
Erzeugung eines Tropfenflansches wird im Falzbereich der Werkstücke 1 und 1' die Falztasche
mit einem Hohlraum erzeugt, wie ihn beispielhaft Figur 20 zeigt. Im Hohlraum kann
insbesondere eine Dichtmasse, beispielsweise ein reines Versiegelungsmaterial oder
insbesondere ein Kleber eingebracht sein. Wie im zehnten Ausführungsbeispiel kommt
auch wieder der Schutzstreifen 42 zum Einsatz. Alternativ könnte das Gegenglied 41
auch direkt die Außenfläche des Werkstücks 1 kontaktieren, um als Widerlager für das
Bördelglied 40 zu dienen.
[0051] In Figur 18 wird mit dem Bördelglied 40 der Flansch 2 nicht vollständig umgelegt.
Der Flansch 2 ist nach diesem Umformschritt mit etwa der Neigung α zum Randstreifen
des Werkstücks 1' geneigt, spreizt sich also von der Bördelkante 3 aus gesehen geringfügig
von dem Randstreifen ab, wie dies in Figur 18 der Veranschaulichung wegen übertrieben
dargestellt ist.
[0052] In einem nachfolgenden Rollbürdelschritt wird der Flansch 2 wie in Figur 19 dargestellt
mittels einer Bördelrolle 43 gegen den Randstreifen des inneren Werkstücks 1' gedrückt.
Bei diesem letzten Falzschritt kann wie in Figur 19 erkennbar das gleiche Gegenglied
41 wie im vorherigen Umformschritt, dem Gleitziehen, verwendet werden, falls die Bördelrolle
43 und das Bördelglied 40 beispielsweise am Träger relativ zum gemeinsamen Gegenelement
41 beweglich angeordnet sind, um wahlweise entweder das Bördelglied 40 oder die Bördelrolle
43 mit dem Gegenglied 41 zum Einsatz zu bringen. Alternativ kann für die Bördelrolle
43 und das Bördelglied 40 jeweils ein eigenes Gegenglied entsprechend dem Gegenglied
41 vorgesehen sein.
[0053] Auch in Figur 20 ist das Bördelglied 40 bei der Erzeugung eines Tropfenflansches
2 dargestellt. Es hat sich völlig überraschend gezeigt, dass der Flansch 2 mittels
des erfindungsgemäßen Bördelglieds, beispielhaft des Bördelglieds 40, im gleichen
Umformschritt, unter Auslassung des in Figur 18 dargestellten Zwischenschritts, vollständig
umgelegt und wie dargestellt im gleichen Schritt bereits zu einem "Tropfen" geformt
werden kann. Der innere Spannungszustand des Werkstücks 1 ist derart, dass bei einem
Umlegen durch den erfindungsgemäßen Ziehprozess die Tropfenform von alleine entsteht,
wenn nämlich bei dem in dieser Modifikation letzten Umformschritt die Stirndruckfläche
13 parallel zum gegenüberliegenden Außenstreifen des Werkstücks 1 oder beim Falzen
zum in die Falztasche ragenden Randstreifen des Werkstücks 1' weist. Alternativ kann
das Bördelglied 40 in Bezug auf solch einen Referenzstreifen, bei einem reinen Bördeln
ohne Falzen der gegenüberliegende Außenstreifen des Werkstücks 1 und bei einem Falzen
der in die Falztasche ragende Randstreifen des Werkstücks 1', negativ angestellt sein.
In solch einer Modifikation wäre die Stirndruckfläche 13 nahe der Druckkante 15 im
Bördel- oder Falzbereich dem gegenüberliegenden Referenzstreifen des Werkstücks 1
oder 1' näher als im Bereich der Bördelkante 3. Solch eine negative Anstellung kann
aber allenfalls nur einige Winkelgrade betragen. Die Stirndruckfläche 13 wird in einem
gewissen Abstand zum Referenzstreifen geführt. Der Abstand hängt von der gewünschten
Dicke des Tropfens ab.
[0054] In der Modifikation des Verfahrens, wie sie in Figur 20 dargestellt ist, kann der
Flansch aus dem Zustand 2' in einem Schritt um beispielsweise 30° oder auch mehr,
im Beispiel um 90°, umgelegt, an den entsprechenden Referenzstreifen des Werkstücks
1 oder 1' angelegt und dabei gleichzeitig der Tropfen geformt werden. Das Bördelglied
40 kann gegen das Bördelglied 10 ausgetauscht werden oder auch gegen das Bördelglied
20 oder 30, insbesondere in Anwendungen, in denen die Bördelkante 3 zur Stirndruckfläche
13 nicht konkav gekrümmt ist. Es würde sich lediglich die Anstellung der Rotationsachse
R relativ zum Referenzstreifen des Werkstücks 1 bzw. 1' entsprechend ändern.
Bezugszeichen:
[0055]
- 1
- Werkstück
- 1'
- Werkstück
- 2
- Flansch
- 3
- Bördelkante
- 4
- Streifen
- 5
- Anlagestruktur
- 6
- Anlagestruktur
- 7
- Anlagestruktur
- 8
- Stützglied
- 9
- Stützglied
- 10
- Bördelglied
- 11
- Teller
- 12
- Stiel
- 13
- Stirndruckfläche
- 14
- Umfangsdruckfläche
- 15
- Druckkante
- 16
- Kehle
- 17
- Anlageglied
- 18
- -
- 19
- Anlageglied
- 20
- Bördelglied
- 21
- Teller
- 22
- Stiel
- 23
- Stirndruckfläche
- 24
- Umfangsdruckfläche
- 25
- Druckkante
- 26
- Kehle
- 27
- Anlageglied
- 28
- -
- 29
- Anlageglied
- 30
- Bördelglied
- 31
- Teller
- 32
- Stiel
- 33
- Stirndruckfläche
- 34
- Umfangsdruckfläche
- 35
- Druckkante
- 36
- Kehle
- 37
- -
- 38
- -
- 39
- -
- 40
- Bördelglied
- 41
- Gegenglied
- 42
- Schutzstruktur
- 43
- Bördelrolle
- F
- Druckkraft
- R
- Rotationsachse des Bördelglieds
- R'
- Rotationsachse des Stützglieds
- R"
- Rotationsachse des Anlageglieds oder Gegenglieds
- V
- Vortriebsrichtung
- α
- Neigung
1. Verfahren zum Bördeln eines Werkstücks, bei dem
a) ein um eine Rotationsachse (R) rotierendes Bördelglied (10; 20; 30; 40) längs eines
Flansches (2) des Werkstücks (1) in eine Vortriebsrichtung (V) bewegt,
b) das Bördelglied (10; 20; 30; 40) während dieser Vortriebsbewegung mit einer Druckkraft
(F) gegen den Flansch (2) gedrückt und
c) der Flansch (2) dadurch in Vortriebsrichtung (V) fortschreitend um eine in die
Vortriebsrichtung (V) weisende Bördelkante (3) umgelegt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
d) das Bördelglied (10; 20; 30; 40) mit einer Stirndruckfläche (13; 23; 33) und einer
um die Stirndruckfläche (13; 23; 33) umlaufenden Druckkante (15; 25, 35) während der
Vortriebsbewegung mit der Druckkraft (F) gegen den Flansch (2) gedrückt wird,
e) und die Rotationsachse (R) zumindest im Wesentlichen orthogonal zu dem umgelegten
Flansch (2) weist, so dass eine Relativbewegung, die das Bördelglied (10; 20; 30;
40) mit der Stirndruckfläche (13; 23; 33) relativ zu dem umgelegten Flansch (2) ausführt,
zumindest im Wesentlichen eine Gleitbewegung ist.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem das Bördelglied (10; 20; 30; 40)
während des Umlegens mit einer um die Rotationsachse (R) erstreckten Umfangsdruckfläche
(14; 24; 34) an einem längs der Bördelkante (3) an den Flansch (2) grenzenden Streifen
(4) des Werkstücks (1) abrollt.
3. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem das Bördelglied (10; 20; 30; 40)
den Flansch (2) in einem einzigen Bördelschritt um einen aus dem Bereich von 50° bis
140° gewählten Winkel umlegt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Bördelkante (3) mittels
der gegen den Flansch (2) drückenden Stirndruckfläche (13; 23; 33) und Druckkante
(15; 25; 35) erstmals geformt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem sich die Bördelkante (3)
um eine zu der Rotationsachse (R) des Bördelglieds (10; 20; 30; 40) parallele Werkstückachse
erstreckt, vorzugsweise konkav in Bezug auf die Rotationsachse (R).
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Bördelglied (10; 20;
30; 40) bei dem Umlegen in solch eine Drehrichtung dreht, dass die Stirndruckfläche
(13; 23; 33) an ihrer in Vortriebsrichtung (V) vorlaufenden Seite auf den Flansch
(2) eine von der Bördelkante (3) weg gerichtete Kraft ausübt, die eine Streckung des
Flansches (2) bewirkt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) das Bördelglied (10; 20; 30; 40) drückt den Flansch (2) mit der Stirndruckfläche
(13; 23; 33) gegen eine Anlage (5; 6; 7; 18; 19; 28, 29), die relativ zum Flansch
(2) ortsfest ist oder sich gemeinsam mit dem Bördelglied (10; 20; 30; 40) in die Vortriebsrichtung
(V) bewegt;
(ii) das Bördelglied (10; 20; 30; 40) drückt den Flansch (2) mit der Umfangsdruckfläche
(14; 24; 34) nach Anspruch 2 gegen eine Anlage (5; 6; 7; 18; 19; 28, 29), die relativ
zum Flansch (2) ortsfest ist oder sich gemeinsam mit dem Bördelglied (10; 20; 30;
40) in die Vortriebsrichtung (V) bewegt.
8. Werkzeug zum Bördeln eines Werkstücks mit
a) einem Träger
b) und einem an dem Träger um eine Rotationsachse (R) drehbar gelagerten Bördelglied
(10; 20; 30; 40),
dadurch gekennzeichnet, dass
c) das Bördelglied (10; 20; 30; 40) eine zu der Rotationsachse (R) zumindest im Wesentlichen
orthogonale Stirndruckfläche (13; 23; 33) aufweist, mit der das Bördelglied (10; 20;
30; 40) zum Umlegen eines Flansches (2) des Werkstücks (1) zumindest im Wesentlichen
parallel zu der Rotationsachse (R) gegen den Flansch (2) drückbar ist,
d) und eine Neigung (α), die die Stirndruckfläche (13; 23; 33) relativ zu einer Radialen
auf die Rotationsachse (R) aufweisen kann, maximal 10° beträgt.
9. Werkzeug nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Bördelglied (10; 20; 30; 40) eine um die Rotationsachse (R) erstreckte Umfangsdruckfläche
(14; 24; 34) aufweist, die in Bezug auf die Stirndruckfläche (13; 23; 33) so angeordnet
ist, dass sie bei dem Umlegen auf einem bei der Bördelkante (3) an den Flansch (2)
grenzenden Streifen (4) des Werkstücks (1) abrollbar ist.
10. Werkzeug nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirndruckfläche (13; 23; 33) mit der Umfangsdruckfläche (14; 24; 34) eine Kehle
(16; 26, 36) bildet, in der bei dem Umlegen des Flansches (2) die Bördelkante (3)
aufnehmbar ist, wobei die Kehle (16; 26, 36) vorzugsweise so geformt ist, dass sich
die Bördelkante (3) an die Kehle (16; 26, 36) anschmiegt.
11. Werkzeug nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) die Stirndruckfläche (13; 23; 33) und die Umfangsdruckfläche (14; 24; 34) weisen
unter einem Winkel (α) von wenigstens 50° zueinander;
(ii) die Stirndruckfläche (13; 23; 33) und die Umfangsdruckfläche (14; 24; 34) weisen
unter einem Winkel (α) von höchstens 140° zueinander.
12. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend ein am Träger abgestütztes
Stützglied (8; 9), mit dem das Bördelglied (10; 20; 30; 40) an einer von der Stirndruckfläche
(13; 23; 33) axial abgewandten Rückseite mit einer äußeren Kraft beaufschlagbar ist,
um die Stirndruckfläche (13; 23; 33) gegen den Flansch (2) zu drücken, wobei das Stützglied
(8; 9) vorzugsweise drehbar gelagert ist, um bei Ausübung der äußeren Kraft auf der
Rückseite abrollen zu können.
13. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine ortsfest angeordnete
oder während des Umlegens relativ zum Werkstück (1) unbeweglich gehaltene Anlagestruktur
(5; 6; 7), an die der Flansch (2) bei dem Umlegen mit einer von der Stirndruckfläche
(13; 23; 33) abgewandten Unterseite anlegbar ist und die vorzugsweise eine Anlagekante
aufweist, um die der Flansch (2) umlegbar ist.
14. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend ein mit dem Bördelglied
(10; 20; 30; 40) gemeinsam relativ zu dem Werkstück (1) in eine Vortriebsrichtung
(V) bewegliches, vorzugsweise am Träger abgestütztes Anlageglied (18; 19; 28, 29)
mit einer Anlagefläche für das Werkstück (1), wobei die Stirndruckfläche (13; 23;
33) des Bördelglieds (10; 20; 30; 40) und die Anlagefläche des Anlageglieds (18; 19;
28, 29) bei dem Umlegen des Flansches (2) einander zugewandt, vorzugsweise parallel
zueinander sind.
15. Werkzeug nach dem vorhergehenden Anspruch und wenigstens einem der folgenden Merkmale:
(i) das Anlageglied (18; 19) ist um eine Achse (R") drehbar gelagert, die zu der Rotationsachse
(R) des Bördelglieds (10; 20; 30; 40) parallel oder auf die Rotationsachse (R) des
Bördelglieds (10; 20; 30; 40) parallel projizierbar ist;
(ii) der Flansch (2) ist mit einer von der Stirndruckfläche (13; 23; 33) abgewandten
Unterseite an die Anlagefläche des Anlageglieds (18; 19; 28) anlegbar;
(iii) das Anlageglied (18; 19; 28) weist eine Anlagekante auf, um die der Flansch
(2) umlegbar ist;
(iv) das Anlageglied (29) ist um eine Achse (R") drehbar gelagert, die zu der Rotationsachse
(R) des Bördelglieds (10; 20; 30; 40) orthogonal weist oder auf eine zur Rotationsachse
(R) des Bördelglieds (10; 20; 30; 40) orthogonale Achse parallel projizierbar ist;
(v) das Anlageglied (29) stützt bei dem Umlegen des Flansches (2) das Werkstück (1)
in einem bei der Bördelkante (3) an den Flansch (2) grenzenden Streifen (4) gegen
die von der Stirndruckfläche (13; 23; 33) ausgeübte Druckkraft (F);
(vi) das Anlageglied (28) ist als Gleitglied gebildet, das bei dem Umlegen des Flansches
(2) über das Werkstück (1) gleitet, wobei eine Schmiermittelzuführung vorgesehen sein
kann, um ein Schmiermittel in einen Gleitspalt zwischen Werkstück (1) und Anlageglied
(28) führen zu können;
(vii) das Anlageglied (18; 19; 28) weist eine weitere Anlagefläche auf, die der Umfangsdruckfläche
(14; 24; 34) nach Anspruch 9 zugewandt ist, um das Werkstück (1) der Umfangsdruckfläche
(14; 24; 34) gegenüberliegend abzustützen.
1. A method for flanging a work piece, wherein:
a) a flanging member (10; 20; 30; 40) which rotates about a rotational axis (R) is
moved along a flange (2) of the work piece (1) in an advancing direction (V);
b) the flanging member (10; 20; 30; 40) is pressed against the flange (2) with a pressing
force (F) during said advancing movement; and
c) the flange (2) is thus progressively beaded in the advancing direction (V) around
a flanging edge (3) which points in the advancing direction (V),
characterised in that
d) an end-facing pressing area (13; 23; 33) of the flanging member (10; 20; 30; 40)
and a pressing edge (15; 25; 35) of the flanging member (10; 20; 30; 40) which encircles
the end-facing pressing area (13; 23; 33) are pressed against the flange (2) with
the pressing force (F) during the advancing movement,
e) and the rotational axis (R) points at least substantially orthogonally with respect
to the beaded flange (2), such that a relative movement which the end-facing pressing
area (13; 23; 33) of the flanging member (10; 20; 30; 40) performs relative to the
beaded flange (2) is at least substantially a sliding movement.
2. The method according to the preceding claim, wherein during beading, a circumferential
pressing area (14; 24; 34) of the flanging member (10; 20; 30; 40) which extends about
the rotational axis (R) rolls off on a strip (4) of the work piece (1) which borders
the flange (2) along the flanging edge (3).
3. The method according to the preceding claim, wherein the flanging member (10; 20;
30; 40) beads the flange (2) by an angle, selected from the range of 50° to 140°,
in a single flanging step.
4. The method according to any one of the preceding claims, wherein the flanging edge
(3) is shaped for the first time by means of the end-facing pressing area (13; 23;
33) and pressing edge (15; 25; 35) which press against the flange (2).
5. The method according to any one of the preceding claims, wherein the flanging edge
(3) extends about a work piece axis which is parallel to the rotational axis (R) of
the flanging member (10; 20; 30; 40), preferably concavely in relation to the rotational
axis (R).
6. The method according to any one of the preceding claims, wherein during beading, the
flanging member (10; 20; 30; 40) rotates in a rotational direction such that the side
of the end-facing pressing area (13; 23; 33) which leads in the advancing direction
(V) exerts a force on the flange (2) which is directed away from the flanging edge
(3) and which causes the flange (2) to be stretched.
7. The method according to any one of the preceding claims and at least one of the following
features:
(i) the end-facing pressing area (13; 23; 33) of the flanging member (10; 20; 30;
40) presses the flange (2) against an abutment (5; 6; 7; 18; 19; 28, 29) which is
stationary relative to the flange (2) or is moved together with the flanging member
(10; 20; 30; 40) in the advancing direction (V);
(ii) the circumferential pressing area (14; 24; 34) of the flanging member (10; 20;
30; 40) according to Claim 2 presses the flange (2) against an abutment (5; 6; 7;
18; 19; 28, 29) which is stationary relative to the flange (2) or is moved together
with the flanging member (10; 20; 30; 40) in the advancing direction (V).
8. A tool for flanging a work piece, comprising:
a) a bearer;
b) and a flanging member (10; 20; 30; 40) which is mounted on the bearer in such a
way that it can be rotated about a rotational axis (R),
characterised in that
c) the flanging member (10; 20; 30; 40) comprises an end-facing pressing area (13;
23; 33) which is at least substantially orthogonal to the rotational axis (R), wherein
the end-facing pressing area (13; 23; 33) of the flanging member (10; 20; 30; 40)
can be pressed, at least substantially parallel to the rotational axis (R), against
a flange (2) of the work piece (1) in order to bead the flange (2),
d) and an inclination (α) which the end-facing pressing area (13; 23; 33) can exhibit
relative to a radial onto the rotational axis (R) measures 10° at most.
9. The tool according to the preceding claim, characterised in that the flanging member (10; 20; 30; 40) comprises a circumferential pressing area (14;
24; 34) which extends about the rotational axis (R) and is arranged in relation to
the end-facing pressing area (13; 23; 33) such that it can roll off, during beading,
on a strip (4) of the work piece (1) which borders the flange (2) at the flanging
edge (3).
10. The tool according to the preceding claim, characterised in that the end-facing pressing area (13; 23; 33) and the circumferential pressing area (14;
24; 34) together form a hollow (16; 26; 36) in which the flanging edge (3) can be
accommodated while the flange (2) is beaded, wherein the hollow (16; 26; 36) is preferably
shaped such that the flanging edge (3) conforms to the hollow (16; 26; 36).
11. The tool according to any one of the preceding two claims and at least one of the
following features:
(i) the end-facing pressing area (13; 23; 33) and the circumferential pressing area
(14; 24; 34) point at an angle (α) of at least 50° to each other;
(ii) the end-facing pressing area (13; 23; 33) and the circumferential pressing area
(14; 24; 34) point at an angle (α) of at most 140° to each other.
12. The tool according to any one of the preceding claims, comprising a support member
(8; 9) which is supported on the bearer and via which an external force can be applied
to the flanging member (10; 20; 30; 40) on a rear side which faces axially away from
the end-facing pressing area (13; 23; 33), in order to press the end-facing pressing
area (13; 23; 33) against the flange (2), wherein the support member (8; 9) is preferably
mounted in such a way that it can be rotated, in order to be able to roll off on the
rear side when the external force is exerted.
13. The tool according to any one of the preceding claims, comprising an abutment structure
(5; 6; 7) which is arranged stationary or is held such that it cannot be moved relative
to the work piece (1) during beading, and onto which a lower side of the flange (2),
which faces away from the end-facing pressing area (13; 23; 33), can be placed during
beading, and which preferably comprises an abutment edge around which the flange (2)
can be beaded.
14. The tool according to any one of the preceding claims, comprising an abutment member
(18; 19; 28, 29) which can be moved together with the flanging member (10; 20; 30;
40) relative to the work piece (1) in an advancing direction (V) and is preferably
supported on the bearer and comprises an abutment area for the work piece (1), wherein
the end-facing pressing area (13; 23; 33) of the flanging member (10; 20; 30; 40)
and the abutment area of the abutment member (18; 19; 28, 29) face each other and
are preferably parallel to each other while the flange (2) is beaded.
15. The tool according to the preceding claim and at least one of the following features:
(i) the abutment member (18; 19) is mounted in such a way that it can be rotated about
an axis (R") which is parallel to the rotational axis (R) of the flanging member (10;
20; 30; 40) or can be projected in parallel onto the rotational axis (R) of the flanging
member (10; 20; 30; 40);
(ii) a lower side of the flange (2), which faces away from the end-facing pressing
area (13; 23; 33), can be placed onto the abutment area of the abutment member (18;
19; 28);
(iii) the abutment member (18; 19; 28) comprises an abutment edge around which the
flange (2) can be beaded;
(iv) the abutment member (29) is mounted in such a way that it can be rotated about
an axis (R") which points orthogonally with respect to the rotational axis (R) of
the flanging member (10; 20; 30; 40) or which can be projected in parallel onto an
axis which is orthogonal to the rotational axis (R) of the flanging member (10; 20;
30; 40);
(v) while the flange (2) is beaded, the abutment member (29) supports a strip (4)
of the work piece (1) which borders the flange (2) at the flanging edge (3) against
the pressing force (F) exerted by the end-facing pressing area (13; 23; 33);
(vi) the abutment member (28) is formed as a sliding member which slides over the
work piece (1) as the flange (2) is beaded, wherein a lubricant supply can be provided
in order to be able to guide a lubricant into a sliding gap between the work piece
(1) and the abutment member (28);
(vii) the abutment member (18; 19; 28) comprises another abutment area which faces
the circumferential pressing area (14; 24; 34) according to Claim 9, in order to support
the work piece (1) opposite the circumferential pressing area (14; 24; 34).
1. Procédé de bordage d'une pièce, comportant les étapes consistant à :
a) déplacer un élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) tournant autour d'un axe de
rotation (R) le long d'un rebord (2) de la pièce (1) dans une direction d'avance (V),
b) presser l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) contre le rebord (2) pendant ce
mouvement d'avance avec une force de pression (F) et
c) rabattre ainsi progressivement le rebord (2) dans la direction d'avance (V) autour
d'une arête de bordage (3) située dans la direction d'avance (V), caractérisé en ce que
d) l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) ayant une surface de pression frontale
(13 ; 23 ; 33) et une arête de pression circonférentielle (15 ; 25 ; 35) autour de
la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) est pressé contre le rebord (2) avec
la force de pression (F) pendant le mouvement d'avance,
e) et l'axe de rotation (R) est au moins sensiblement orthogonal au rebord rabattu
(2), de telle sorte qu'un mouvement relatif que l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30
; 40) réalise avec la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) par rapport au rebord
rabattu (2), est au moins sensiblement un mouvement de glissement.
2. Procédé selon la revendication précédente, dans lequel l'élément de bordage (10 ;
20 ; 30 ; 40) roule pendant le rabattement avec une surface de pression circonférentielle
(14 ; 24 ; 34) s'étendant autour de l'axe de rotation (R) sur une bande (4) de la
pièce (1) adjacente au rebord (2) le long de l'arête de bordage (3).
3. Procédé selon la revendication précédente, dans lequel l'élément de bordage (10 ;
20 ; 30 ; 40) rabat le rebord (2) lors d'une étape de bordage unique d'un angle choisi
dans la plage de 50° à 140°.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'arête de bordage
(3) est formée la première fois au moyen de la surface de pression frontale (13 ;
23 ; 33) et de l'arête de pression (15 ; 25 ; 35) qui exercent une pression contre
le rebord (2).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'arête de bordage
(3) s'étend autour d'un axe de pièce parallèle à l'axe de rotation (R) de l'élément
de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40), de préférence de manière concave par rapport à l'axe
de rotation (R).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel lors du rabattement,
l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) tourne dans un sens de rotation tel que la
surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) exerce sur le rebord (2), au niveau de
son côté situé en avant dans la direction d'avance (V), une force s'éloignant de l'arête
de bordage (3), laquelle force entraîne une extension du rebord (2).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes et présentant au moins l'une des
caractéristiques suivantes :
(i) l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) presse le rebord (2) avec la surface
de pression frontale (13 ; 23 ; 33) contre un élément d'appui (5 ; 6 ; 7 ; 18 ; 19
; 28, 29) qui est spatialement fixe par rapport au rebord (2) ou qui se déplace conjointement
avec l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) dans la direction d'avance (V),
(ii) l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) presse le rebord (2) avec la surface
de pression circonférentielle (14 ; 24 ; 34) selon la revendication 2 contre un élément
d'appui (5 ; 6 ; 7 ; 18 ; 19 ; 28, 29) qui est spatialement fixe par rapport au rebord
(2) ou qui se déplace conjointement avec l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40)
dans la direction d'avance (V).
8. Outil de bordage d'une pièce comportant :
a) un support
b) et un élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) monté sur le support de manière à
pouvoir tourner autour d'un axe de rotation (R),
caractérisé en ce que
c) l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) comporte une surface de pression frontale
(13 ; 23 ; 33) au moins sensiblement orthogonale à l'axe de rotation (R), au moyen
de laquelle l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) peut être pressé contre le rebord
(2) pour rabattre un rebord (2) de la pièce (1) de manière au moins sensiblement parallèle
à l'axe de rotation (R),
d) et une inclinaison (α) que la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) peut
avoir par rapport à une radiale sur l'axe de rotation (R) et égale à 10° maximum.
9. Outil selon la revendication précédente, caractérisé en ce que l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) comporte une surface de pression circonférentielle
(14 ; 24 ; 34) s'étendant autour de l'axe de rotation (R), qui est agencée par rapport
à la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) de telle sorte qu'elle peut être
roulée sur une bande (4) de la pièce (1) adjacente au rebord (2) pendant le rabattement.
10. Outil selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) forme une gorge (16 ; 26 ; 36) avec
la surface de pression circonférentielle (14 ; 24 ; 34), dans laquelle l'arête de
bordage (3) peut être reçue lors du rabattement du rebord (2), la gorge (16 ; 26 ;
36) étant de préférence formée de telle sorte que l'arête de bordage (3) épouse la
forme de la gorge (16 ; 26 ; 36).
11. Outil selon l'une des deux revendications précédentes et présentant au moins l'une
des caractéristiques suivantes :
(i) la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) et la surface de pression circonférentielle
(14 ; 24 ; 34) forment un angle (α) d'au moins 50° l'une par rapport à l'autre,
(ii) la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) et la surface de pression circonférentielle
(14 ; 24 ; 34) forment un angle (α) d'au plus 140° l'une par rapport à l'autre.
12. Outil selon l'une des revendications précédentes, incluant un élément d'appui (8 ;
9) pouvant venir en appui sur le support, au moyen duquel l'élément de bordage (10
; 20 ; 30 ; 40) peut exercer une force extérieure sur un côté arrière axialement opposé
à la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) afin de presser la surface de pression
frontale (13 ; 23 ; 33) contre le rebord (2), dans lequel l'élément d'appui (8 ; 9)
est de préférence monté de manière rotative afin de pouvoir rouler sur le côté arrière
lorsque la force extérieure est exercée.
13. Outil selon l'une des revendications précédentes, incluant une structure d'appui (5
; 6 ; 7) maintenue immobile par rapport à la pièce (1) pendant le rabattement ou agencée
de manière spatialement fixe, structure d'appui sur laquelle le rebord (2) peut porter
avec un côté inférieur opposé à la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33) et
comportant de préférence une arête d'appui autour de laquelle le rebord (2) peut être
rabattu.
14. Outil selon l'une des revendications précédentes, incluant un appui (18 ; 19 ; 28,
29) de préférence en appui sur le support, conjointement mobile avec l'élément de
bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) par rapport à la pièce (1) dans une direction d'avance
(V), avec une surface d'appui pour la pièce (1), dans lequel la surface de pression
frontale (13; 23 ; 33) de l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40) et la surface d'appui
de l'appui (18 ; 19 ; 28, 29) sont dirigées l'une vers l'autre pendant le rabattement
du rebord (2), et sont de préférence parallèles l'une à l'autre.
15. Outil selon la revendication précédente et présentant au moins l'une des caractéristiques
suivantes :
(i) l'appui (18 ; 19) est monté de manière à pouvoir tourner autour d'un axe (R")
qui est parallèle à l'axe de rotation (R) de l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ;
40) ou qui peut être projeté parallèlement sur l'axe de rotation (R) de l'élément
de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40),
(ii) le rebord (2) peut porter sur la surface d'appui de l'élément d'appui (18 ; 19
; 28) avec un côté inférieur opposé à la surface de pression frontale (13 ; 23 ; 33),
(iii) l'élément d'appui (18 ; 19 ; 28) comporte une arête d'appui autour de laquelle
le rebord (2) peut être rabattu,
(iv) l'élément d'appui (29) peut être monté de manière à pouvoir tourner autour d'un
axe (R") qui est orthogonal à l'axe de rotation (R) de l'élément de bordage (10 ;
20 ; 30 ; 40) ou qui peut être projeté parallèlement sur un axe orthogonal à l'axe
de rotation (R) de l'élément de bordage (10 ; 20 ; 30 ; 40),
(v) l'élément d'appui (29) supporte la pièce (1) lors du rabattement du rebord (2)
dans une bande (4) adjacente au rebord (2) sur l'arête de bordage (3) dans le sens
contraire à la force de pression (F) exercée par la surface de pression frontale (13
; 23 ; 33),
(vi) l'élément d'appui (28) est formé comme un élément glissant qui glisse sur la
pièce (1) pendant le rabattement du rebord (2), dans lequel une alimentation en lubrifiant
peut être prévue afin de pouvoir guider un lubrifiant dans un espace de glissement
entre la pièce (1) et l'élément d'appui (28),
(vii) l'élément d'appui (18 ; 19 ; 28) comporte une surface d'appui supplémentaire
qui est dirigée vers la surface de pression circonférentielle (14 ; 24 ; 34) selon
la revendication 9 afin de pouvoir supporter la pièce (1) face à la surface de pression
circonférentielle (14 ; 24 ; 34).