[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton
mit hoher Trockenfestigkeit durch Zugabe (a) mindestens eines trivalenten Kations,
(b) mindestens eines wasserlöslichen kationischen Polymeren ausgewählt aus der Gruppe
der (i) Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren und (ii) Ethylenimineinheiten enthaltenden
Polymeren und (c) mindestens eines wasserlöslichen amphoteren Polymeren zu einem Papierstoff,
Entwässern des Papierstoffs unter Blattbildung und Trocknen des erhaltenen Papierproduktes,
wobei das (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymer und das (c) mindestens eine wasserlösliche
amphotere Polymer wie in den Ansprüchen 1 und 2 definiert sind.
[0002] Aus der Literatur sind bereits zahlreiche Papiere mit hoher Trockenfestigkeit sowie
die Verfahren zu ihrer Herstellung bekannt.
[0003] Aus
JP 54-030913 ist ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Trockenfestigkeit bekannt,
bei dem zum Papierstoff zunächst eine Aluminiumsulfatlösung zugegeben wird. Danach
wird ein wasserlösliches amphoteres Polymerisat zudosiert. Anschließend wird der Papierstoff
auf der Papiermaschine unter Blattbildung entwässert, und die Papierprodukte getrocknet.
Als amphoteres Polymerisat kommen beispielsweise Copolymere von Acrylamid, Acrylsäure
und Dimethylaminoethyl(meth)acrylat in Frage.
[0004] Aus der
DE 35 06 832 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Trockenfestigkeit bekannt,
bei dem man zum Papierstoff zunächst ein wasserlösliches kationisches Polymerisat
und anschließend ein wasserlösliches anionisches Polymerisat zugibt. Als anionische
Polymerisate kommen beispielsweise Homo- oder Copolymerisate von ethylenisch ungesättigten
C
3 - C
5-Carbonsäuren in Betracht. Die Copolymerisate enthalten mindestens 35 Gew.-% einer
ethylenisch ungesättigten C
3 - C
5-Carbonsäure (z.B. Acrylsäure) einpolymerisiert. Als kationische Polymerisate werden
in den Beispielen Polyethylenimin, Polyvinylamin, Polydiallyldimethylammoniumchlorid
und mit Epichlorhydrin umgesetzte Kondensationsprodukte aus Adipinsäure und Diethylentriamin
beschrieben. Auch die Verwendung von partiell hydrolysierten Homo- und Copolymerisaten
des N-Vinylformamids ist in Betracht gezogen worden.
[0005] Die
JP 02-112498 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Wellpappe, wobei man Alaun, eine Polyallylamin
und einen anionisches oder amphoteres Polymer zu einer Fasersuspension dosiert. Die
Kombination ergibt Papiere mit einer hohen Festigkeit.
[0006] In
JP 05-272092 wird ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Trockenfestigkeit beschrieben,
in dem man zum Papierstoff zunächst eine Aluminiumsulfatlösung zugibt, und danach
ein wasserlösliches amphoteres Polymerisat mit hohem Molekulargewicht zudosiert, anschließend
den Papierstoff auf der Papiermaschine unter Blattbildung entwässert und die Papierprodukte
trocknet. Als amphotere Polymerisate werden beispielsweise Copolymere aus Acrylamid,
Acrylsäure, Dimethylaminoethyl-(meth)acrylat, (Meth)acrylamid und Natrium(meth)allylsulfonat
genannt. Diese amphoteren Polymerisate zeichnen sich durch sehr hoch Molekulargewichte
und geringe Lösungsviskositäten aus.
[0007] Eine Variante des in
JP 05-272092 beschrieben Verfahrens ist in
JP 08-269891 offenbart. Bei diesem Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Trockenfestigkeit
wird zum Papierstoff ebenfalls zunächst eine Aluminiumsulfatlösung zugegeben, und
danach ein wasserlösliches amphoteres Polymerisat mit einem hohen Molekulargewicht
zudosiert, anschließend wird der Papierstoff auf der Papiermaschine unter Blattbildung
entwässert und die Papierprodukte getrocknet. Als amphotere Polymerisate werden beispielsweise
Copolymere aus Acrylamid, Acrylsäure, Dimethylaminoethylmethacrylate, (Meth)acrylamid,
Natrium(meth)allylsulfonat und einem Vernetzter wie Methylenbisacrylamide oder Triallylamin
verwendet. Diese amphoteren Polymerisate haben ein sehr hohes Molekulargewicht und
eine gegenüber
JP 05-272092 weiter reduzierte Lösungsviskosität.
[0008] Die
EP 0 659 780 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht von 1 500 000 bis 10 000 000 (a) und einem gewichtsmittleren quadratischen
Mittelwert-Radius von 30 bis 150 nm (b), wobei das Verhältnis (b)/(a) ≤ 0,00004 ist,
sowie deren Anwendung als Verfestigungsmittel.
[0009] WO 98/06898 A1 beschreibt ein Verfahren zur Papierherstellung, bei dem dem Papierstoff eine kationische
Stärke oder ein kationisches Nassfestmittel und ein wasserlösliches amphoteres Polymer
zugesetzt wird. Dieses amphotere Polymer ist aufgebaut aus den nicht ionischen Monomeren
Acrylamid und Methacrylamid, einem anionischen Monomer, einem kationischen Monomer
und einem Vernetzer, wobei die Menge von anionischem und kationischem Monomer nicht
mehr als 9 Gew.-% der gesamten im amphoteren Polymer verwendeten Monomere ausmacht.
[0010] Die
JP-A-1999-140787 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Wellpappe, wobei man zur Verbesserung
der Festigkeitseigenschaften eines Papierprodukts zum Papierstoff 0,05 bis 0,5 Gew.-%,
bezogen auf trockenen Papierstoff, eines Polyvinylamins, das durch Hydrolyse von Polyvinylformamid
mit einem Hydrolysegrad von 25 bis 100% zugänglich ist, in Kombination mit einem anionischen
Polyacrylamid zugibt, den Papierstoff dann unter Blattbildung entwässert und das Papier
trocknet.
[0011] Die
EP 0 919 578 A1 betrifft amphotere Polymere (Typ B), die mittels einer zweistufigen Polymerisation
hergestellt werden. Zunächst wird in einer ersten Stufe ein Polymer (Typ A) hergestellt
durch die Copolymerisation von Methallylsulfonsäure mit anderen Vinylmonomeren, dann
erfolgt in Gegenwart des Polameren vom Typ A eine weitere Polymerisation von Vinylmonomeren
zum Polymer vom Typ B, wobei die Polymere Typ A ein Molekulargewicht von 1 000 bis
5 000 000 und die Polymere Typ B ein Molekulargewicht von 100 000 bis 10 000 000 aufweisen.
Weiterhin umfasst diese Schrift die Verwendung der Polymere vom Typ B als Verfestigungsmittel
zur Papierherstellung sowie die damit hergestellten Papiere, wobei auch die Möglichkeit
einer Kombination mit Alaun und anionischen Polyacrylamiden beschrieben wird. Schließlich
wird auch die Möglichkeit der Modifikation der Polymeren vom Typ B durch einen Hofmann
Abbau erwähnt.
[0012] Aus der
JP 2001-279595 ist ein Papierprodukt mit verbesserten Festigkeitseigenschaften bekannt, welches
durch die Dosierung einer Mischung aus einem amphoteren, kationischen oder anionischen
Polymeren und einer wasserlöslichen Aluminiumlösung zu dem Faserstoff erhalten wird.
[0013] Die
JP 2001-279595 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Festigkeit, wobei eine
Mischung eines kationischen, anionischen oder amphoteren Polyacrylamids mit einer
wasserlöslichen Aluminiumverbindung den Fasern zugesetzt wird. Danach erfolgt eine
Zudosierung eines weiteren Polyacrylamids. Dadurch wird nicht nur die Festigkeit erhöht,
sondern gleichzeitig auch die Entwässerung verbessert.
[0014] Aus der
WO 03/052206 A1 ist ein Papierprodukt mit verbesserten Festigkeitseigenschaften bekannt, das dadurch
erhältlich ist, dass man auf die Oberfläche eines Papierprodukts ein Polyvinylamin
und eine polymere anionische Verbindung, die mit Polyvinylamin einen Polyelektrolytkomplex
bilden kann, oder eine polymere Verbindung mit Aldehydfunktionen wie Aldehydgruppen
enthaltende Polysaccharide aufbringt. Man erhält nicht nur eine Verbesserung der Trocken-
und Nassfestigkeit des Papiers, sondern beobachtet auch eine Leimungswirkung der Behandlungsmittel.
[0015] In
JP 2005-023434 wird ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Festigkeit beschrieben, welches
durch die Dosierung von zwei Polymeren erhalten wird. Bei dem ersten Polymeren handelt
es sich um ein verzweigtes amphoteres Polyacrylamid. Als zweites Polymer kommt ein
Copolymer eines kationischen Vinylmonomeren als Hauptmonomer in Betracht.
[0016] In der
DE 10 2004 056 551 A1 wird ein weiteres Verfahren zur Verbesserung der Trockenfestigkeit von Papier offenbart.
Bei diesem Verfahren erfolgt eine getrennte Zugabe eines Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymeren und einer polymeren anionischen Verbindung zu einem Papierstoff, Entwässern
des Papierstoffs und Trocknen der Papierprodukte, wobei man als polymere anionische
Verbindung mindestens ein Copolymerisat einsetzt, das erhältlich ist durch Copolymerisieren
von
- (a) mindestens eines N-Vinylcarbonsäureamids der Formel

in der R1, R2 = H oder C1- bis C6-Alkyl bedeuten,
- (b) mindestens eines Säuregruppen enthaltenden monoethylenisch ungesättigten Monomeren
und/oder deren Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalzen und gegebenenfalls
- (c) anderen monoethylenisch ungesättigten Monomeren, und gegebenenfalls
- (d) Verbindungen, die mindestens zwei ethylenisch ungesättigte Doppelbindungen im
Molekül aufweisen.
[0017] Aus der
WO 2006/075115 A1 ist die Verwendung von Hofmann-Abbauprodukten von Copolymeren des Acrylamids oder
Methacrylamids in Kombination mit anionischen Polymeren mit einer anionischen Ladungsdichte
von > 0.1 meq/g zur Herstellung von Papier und Karton mit einer hohen Trockenfestigkeit
bekannt.
[0018] In
WO 2006/120235 A1 wird ein Verfahren zur Herstellung von Papieren mit einem Füllstoffgehalt von mindestens
15 Gew.-% beschrieben, bei dem Füllstoff und Fasern gemeinsam mit kationischen und
anionischen Polymeren behandelt werden. Dabei erfolgt die Behandlung abwechselnd mit
kationischen und anionischen Polymeren und umfasst mindestens drei Schritte.
[0019] Die
WO 2006/090076 A1 betrifft ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung von Papier und Pappe mit hoher Trockenfestigkeit,
wobei dem Papierstoff drei Komponenten zugesetzt werden:
- (a) ein Polymer mit primären Aminogruppen und einer Ladungsdichte von > 1,0 meq/g,
- (b) ein zweites, anderes kationisches Polymer mit einer Ladungsdichte von > 0,1 meq/g,
das durch radikalische Polymerisation von kationischen Monomeren erhältlich ist, und
- (c) ein anionisches Polymer mit einer Ladungsdichte von > 0,1 meq/g.
[0020] Aus
EP 1 849 803 A1 ist ebenfalls ein Papieradditiv zur Festigung bekannt, dass als wasserlösliches Polymer
durch Polymerisieren von (Meth)acrylamid, einer α,β-ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure
oder Salzen davon, einem kationischen Monomer und einem vernetzenden Monomer erhalten
wird. In einer zweiten Stufe wird mit weiterem Persulfatkatalysator das verbliebene
Restmonomer polymerisiert.
[0021] Auch wenn schon zahlreiche Verfahren in der Literatur zur Herstellung von Papieren
mit hoher Trockenfestigkeit bekannt sind, besteht ein kontinuierlicher Bedarf in der
Papierindustrie an neuen, alternativen Verfahren zu den bereits bekannten.
[0022] Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein weiteres Verfahren
zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton mit hoher Trockenfestigkeit zur Verfügung
zu stellen, bei dem die Trockenfestigkeitseigenschaften der Papierprodukte gegenüber
denjenigen bekannter Produkte weiter verbessert wird, und bei dem gleichzeitig eine
schnellere Entwässerung des Papierstoffs ermöglicht wird.
[0023] Die Aufgaben werden erfindungsgemäß gelöst mit einem Verfahren zur Herstellung von
Papier, Pappe und Karton mit hoher Trockenfestigkeit, durch Zugabe
- (a) mindestens eines trivalenten Kations in Form eines Salzes,
- (b) mindestens eines wasserlöslichen kationischen Polymeren und (c) mindestens eines
wasserlöslichen amphoteren Polymeren
zum Papierstoff, Entwässern des Papierstoffs unter Blattbildung und anschließende
Trocknen der Papierprodukte, wobei das wasserlösliche kationische Polymere (b) ausgewählt
ist aus der Gruppe der (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymere und (ii) Ethylenimineinheiten
enthaltende Polymere, wobei das (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymer und das
(c) mindestens eine wasserlösliche amphotere Polymer wie in den Ansprüchen 1 und 2
definiert sind.
[0024] Die genannten Komponenten des Verfestigungssystems können in jeder belieben Reihenfolge
oder auch als Mischung von zwei oder mehr Komponenten dem Papierstoff zugesetzt werden.
[0025] Als Trivalente Kationen eignen sich in dem erfindungsgemäßen Verfahren prinzipiell
alle dreiwertigen Metall- oder Halbmetallkationen. Bevorzugte Metallkationen sind
Al
3+, Zr
3+ und Fe
3+. Ganz besonders bevorzugt ist Al
3+.
[0026] Die Metall- und Halbmetallkationen werden in Form ihrer Salze eingesetzt. Im Falle
von Al
3+ kann dieses beispielsweise in Form von Aluminiumsulfat, Polyaluminiumchlorid oder
Aluminumlactat eingesetzt werden.
[0027] Selbstverständlich können auch beliebige Mischungen der genannten dreiwertigen Metallkationen
eingesetzt werden, bevorzugt wird jedoch nur ein dreiwertiges Metallkation in dem
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt. Darüber hinaus können von diesem Metallkation
unterschiedliche Salze in beliebigen Mischungen eingesetzt werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein dreiwertiges Metallkation
in einer der beschriebenen Salzformen verwendet.
[0028] Die trivalenten Kationen werden üblicherweise in Mengen zwischen 3 und 100 Mol pro
t trockenes Papier dem Papierstoff zugesetzt, bevorzugt im Bereich von 10 bis 30 Mol
pro t trockenes Papier.
[0029] Das wasserlösliche kationische Polymere (b) ist ausgewählt aus der Gruppe der (i)
Vinylamineinheiten enthaltende Polymere und (ii) Ethylenimineinheiten enthaltende
Polymere.
[0030] Die kationischen Polymere (b) sind wasserlöslich. Die Löslichkeit in Wasser unter
Normalbedingen (20 °C, 1013 mbar) und pH 7,0 beträgt beispielsweise mindestens 5 Gew.-%,
vorzugsweise mindestens 10 Gew.-%.
[0031] Die Ladungsdichte der kationischen Polymeren (ohne Gegenion) beträgt beispielsweise
mindestens 1,0 meq/g und liegt vorzugsweise im Bereich von 4 bis 10 meq/g.
[0032] Die wasserlöslichen kationischen Polymere (b) weisen üblicherweise mittlere Molekulargewichte
im Bereich von 10 000 bis 10 000 000 Dalton, bevorzugt im Bereich von 20 000 bis 5
000 000 Dalton, besonders bevorzugt im Bereich von 40 000 bis 3 000 000 Dalton auf.
[0034] Vorzugsweise setzt man als (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymere die Reaktionsprodukte
ein, die durch Polymerisieren von N-Vinylformamid und anschließende Abspaltung von
Formylgruppen aus den in das Polymerisat einpolymerisierten Vinylformamideinheiten
unter Bildung von Aminogruppen erhältlich sind.
[0035] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind die Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymerisate amphoter, wenn sie eine kationische Gesamtladung aufweisen. Der Gehalt
an kationischen Gruppen im Polymeren soll dabei mindestens 5 Mol-%, vorzugsweise mindestens
10 Mol-% über dem Gehalt an anionischen Gruppen liegen. Solche Polymere sind erhältlich
durch Polymerisieren von
(1.) mindestens eines Monomeren der Formel

in der R1, R2 = H oder C1- bis C6-Alkyl bedeuten,
(2.1) mindestens jeweils eines eine Säurefunktion tragenden Monomeren ausgewählt aus
monoethylenisch ungesättigten Sulfonsäuren, monoethylenisch ungesättigten Phosphonsäuren
und monoethylenisch ungesättigten Carbonsäuren mit 3 bis 8 C-Atomen im Molekül und/oder
deren Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalzen,
(2.2) gegebenenfalls mindestens eines anderen neutralen und/oder eines kationischen
Monomeren und
(3.) gegebenenfalls mindestens eines vernetzend wirkenden Monomeren mit mindestens
zwei Doppelbindungen im Molekül
und anschließende teilweise oder vollständige Abspaltung der Gruppen -CO-R
1 aus den in das Polymerisat einpolymerisierten Einheiten der Monomeren (I) unter Bildung
von Aminogruppen, wobei der Gehalt an Aminogruppen im Copolymerisat mindestens 5 Mol-%
über dem Gehalt an einpolymerisierten Säuregruppen der Monomere (2.1) beträgt.
[0036] Von Interesse sind außerdem amphotere Vinylamineinheiten enthaltende Polymere, die
eine kationische Gesamtladung tragen und die beispielsweise durch Copolymerisieren
von
(1.) N-Vinylformamid,
(2.1) Acrylsäure, Methacrylsäure und/oder deren Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder
Ammoniumsalzen und
(2.2) gegebenenfalls Acrylnitril und/oder Methacrylnitril
und anschließende teilweise oder vollständige Abspaltung von Formylgruppen aus dem
in das Polymerisat einpolymerisierten N-Vinylformamid unter Bildung von Aminogruppen
erhältlich sind, wobei der Gehalt an Aminogruppen im Copolymerisat mindestens 5 Mol-%
über dem Gehalt an einpolymerisierten Säuregruppen der Monomere (2.1) beträgt.
[0037] Beispiele für Monomere der Formel (I) sind N-Vinylformamid, N-Vinyl-N-methylformamid,
N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methylacetamid, N-Vinyl-N-ethylacetamid, N-Vinylpropionamid
und N-Vinyl-N-methylpropionamid und N-Vinylbutyramid. Die Monomeren der Gruppe (a)
können allein oder in Mischung bei der Copolymerisation mit den Monomeren der anderen
Gruppen eingesetzt werden. Bevorzugt eingesetztes Monomer dieser Gruppe ist N-Vinylformamid.
[0038] Diese Polymere können gegebenenfalls modifiziert sein, indem die N-Vinylcarbonsäureamide
(1.) zusammen mit (2.) mindestens einem anderen monoethylenisch ungesättigten Monomeren
copolymerisiert und die Copolymerisate anschließend unter Bildung von Aminogruppen
hydrolysiert werden. Falls bei der Copolymerisation anionische Monomere eingesetzt
werden, so wird die Hydrolyse der einpolymerisierten Vinylcarbonsäureamideinheiten
so weit geführt, dass der molare Überschuss an Amineinheiten gegenüber den anionischen
Einheiten im Polymerisat mindestens 5 Mol-% beträgt.
[0039] Beispiele für Monomere der Gruppe (2.) sind Ester von α,β-ethylenisch ungesättigten
Mono- und Dicarbonsäuren mit C
1-C
30-Alkanolen, C
2-C
30-Alkandiolen und C
2-C
30-Aminoalkoholen, Amide von α,β-ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäuren und deren
N-Alkyl- und N,N-Dialkylderivate, Nitrile von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono-
und Dicarbonsäuren, Ester von Vinylalkohol und Allylalkohol mit C
1-C
30-Monocarbonsäuren, N-Vinyllactame, stickstoffhaltige Heterocyclen mit α,β-ethylenisch
ungesättigten Doppelbindungen, Vinylaromaten, Vinylhalogenide, Vinylidenhalogenide,
C
2-C
8-Monoolefine und Mischungen davon.
[0040] Geeignete Vertreter sind z.B. Methyl(meth)acrylat (worin (Meth)acrylat im Sinne der
vorliegenden Erfindung sowohl Acrylat als auch Methacrylat bedeutet), Methylethacrylat,
Ethyl(meth)acrylat, Ethylethacrylat, n-Butyl(meth)acrylat, Isobutyl(meth)acrylat,
tert.-Butyl(meth)acrylat, tert.-Butylethacrylat, n-Octyl(meth)acrylat, 1,1,3,3-Tetramethylbutyl(meth)acrylat,
Ethylhexyl(meth)acrylat und Mischungen davon.
[0041] Geeignete zusätzliche Monomere der Guppe (2.) sind weiterhin die Ester von α,β-ethylenisch
ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren mit Aminoalkoholen, vorzugsweise C
2-C
12-Aminoalkoholen. Diese können am Aminstickstoff C
1-C
8-monoalkyliert oder-dialkyliert sein. Als Säurekomponente dieser Ester eignen sich
z.B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Itaconsäure, Crotonsäure,
Maleinsäureanhydrid, Monobutylmaleat und Gemische davon. Bevorzugt werden Acrylsäure,
Methacrylsäure und deren Gemische eingesetzt. Dazu zählen beispielsweise N-Methylaminomethyl(meth)acrylat,
N-Methylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminomethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat,
N,N-Diethylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylat, N,N-Diethylaminopropyl(meth)acrylat
und N,N-Dimethylaminocyclohexyl(meth)acrylat.
[0042] Weiterhin sind als Monomere der Gruppe (2.) geeignet 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat,
2-Hydroxyethylethacrylat, 2-Hydroxypropyl(meth)acrylat, 3-Hydroxypropyl(meth)acrylat,
3-Hydroxybutyl(meth)acrylat, 4-Hydroxybutyl(meth)acrylat, 6-Hydroxyhexyl(meth)acrylat
und Mischungen davon.
[0043] Geeignete zusätzliche Monomere der Gruppe (2.) sind weiterhin Acrylsäureamid, Methacrylsäureamid,
N-Methyl(meth)acrylamid, N-Ethyl(meth)acrylamid, n-Propyl(meth)acrylamid, N-(n-Butyl)(meth)acrylamid,
tert.-Butyl(meth)acrylamid, n-Octyl(meth)acrylamid, 1,1,3,3-Tetramethylbutyl(meth)acrylamid,
Ethylhexyl(meth)acrylamid und Mischungen davon.
[0044] Darüber hinaus sind als weitere Monomere der Gruppe (2.) N-[2-(Dimethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[2-(Dimethylamino)ethyl]methacrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]acrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]methacrylamid,
N-[4-(Dimethylamino)butyl]acrylamid, N-[4-(Dimethylamino)butyl]methacrylamid, N-[2-(Diethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[2-(Diethylamino)ethyl]methacrylamid und Mischungen davon geeignet.
[0045] Weitere Beispiele für Monomere der Gruppe (2.) sind Nitrile von α,β-ethylenisch ungesättigten
Mono- und Dicarbonsäuren wie beispielsweise Acrylnitril und Methacrylnitril. Die Anwesenheit
von Einheiten dieser Monomeren im Copolymerisat führt während bzw. nach der Hydrolyse
zu Produkten, die Amidineinheiten aufweisen, vgl. z.B.
EP 0 528 409 A1 oder
DE 43 28 975 A1. Bei der Hydrolyse von N-Vinylcarbonsäureamidpolymeren entstehen nämlich in einer
sekundären Reaktion Amidineinheiten, indem Vinylamineinheiten mit einer benachbarten
Vinylformamideinheit oder- sofern eine Nitrilgruppe als benachbarte Gruppe im Polymerisat
vorhanden ist - damit reagieren. Im Folgenden bedeutet die Angabe von Vinylamineinheiten
in den amphoteren Copolymerisaten oder in nicht modifizierten Homo- bzw. Copolymerisaten
immer die Summe aus Vinylamin- und Amidineinheiten.
[0046] Geeignete Monomere der Gruppe (2.) sind weiterhin N-Vinyllactame und deren Derivate,
die z.B. einen oder mehrere C
1-C
6-Alkylsubstituenten (wie oben definiert) aufweisen können. Dazu zählen N-Vinylpyrrolidon,
N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyl-5-methyl-2-pyrrolidon, N-Vinyl-5-ethyl-2-pyrrolidon,
N-Vinyl-6-methyl-2-piperidon, N-Vinyl-6-ethyl-2-piperidon, N-Vinyl-7-methyl-2-caprolactam,
N-Vinyl-7-ethyl-2-caprolactam und deren Mischungen.
[0047] Weiterhin sind als Monomere der Gruppe (2.) N-Vinylimidazole und Alkylvinylimidazole
geeignet, insbesondere Methylvinylimidazole wie beispielsweise 1-Vinyl-2-methylimidazol,
3-VinylimidazolN-oxid, 2- und 4-Vinylpyridin-N-oxide sowie betainische Derivate und
Quaternisierungsprodukte dieser Monomere sowie Ethylen, Propylen, Isobutylen, Butadien,
Styrol, α-Methylstyrol, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid,
Vinylfluorid, Vinylidenfluorid und Mischungen davon.
[0048] Die zuvor genannten Monomeren können einzeln oder in Form von beliebigen Mischungen
eingesetzt werden. Typischerweise werden sie in Mengen von 1 bis 90 Mol%, bevorzugt
10 bis 80 Mol% und besonders bevorzugt 10 bis 60 Mol% eingesetzt.
[0049] Zur Herstellung von amphoteren Copoylmerisaten kommen als andere monoethylenisch
ungesättigte Monomere der Gruppe (2.) auch anionische Monomere in Betracht, die oben
als Monomere (2.1) bezeichnet sind. Sie können gegebenenfalls mit den oben beschriebenen
neutralen und/oder kationischen Monomeren (2.2) copolymerisiert werden. Die Menge
an anionischen Monomeren (2.1) beträgt jedoch höchstens 45 Mol-%, damit das entstehende
amphotere Copolymerisat insgesamt eine kationische Ladung aufweist.
[0050] Beispiele für anionische Monomere der Gruppe (2.1) sind ethylenisch ungesättigte
C
3-bis C
8-Carbonsäuren wie beispielsweise Acrylsäure, Methacrylsäure, Dimethacrylsäure, Ethacrylsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure, Mesaconsäure, Citraconsäure, Methylenmalonsäure,
Allylessigsäure, Vinylessigsäure und Crotonsäure. Als Monomere dieser Gruppe eignen
sich außerdem Sulfongruppen enthaltende Monomere wie Vinylsulfonsäure, Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure
und Styrolsulfonsäure sowie Phosphongruppen enthaltende Monomere wie Vinylphosphonsäure.
Die Monomeren dieser Gruppe können allein oder in Mischung miteinander, in teilweise
oder in vollständig neutralisierter Form bei der Copolymerisation eingesetzt werden.
Zur Neutralisation verwendet man beispielsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallbasen,
Ammoniak, Amine und/oder Alkanolamine. Beispiele hierfür sind Natronlauge, Kalilauge,
Soda, Pottasche, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumoxid, Calciumhydroxid, Calciumoxid,
Triethanolamin, Ethanolamin, Morpholin, Diethylentriamin oder Tetraethylenpentamin.
[0051] Eine weitere Modifizierung der Copolymerisate ist dadurch möglich, dass man bei der
Copolymerisation Monomere der Gruppe (3.) einsetzt, die mindestens zwei Doppelbindungen
im Molekül enthalten, z.B. Triallylamin, Methylenbisacrylamid, Glykoldiacrylat, Glykoldimethacrylat,
Glycerintriacrylat, Pentaerythrittriallylether, mindestens zweifach mit Acrylsäure
und/oder Methacrylsäure veresterte Polyalkylenglykole oder Polyole wie Pentaerythrit,
Sobit oder Glukose. Es handelt sich dabei um sogenannte Vernetzer. Falls mindestens
ein Monomer der vorstehenden Gruppe bei der Polymerisation eingesetzt wird, so betragen
die angewendeten Mengen bis zu 2 Mol-%, z.B. 0,001 bis 1 Mol-%.
[0052] Weiterhin kann es zur Modifizierung der Polymeren sinnvoll sein, den Einsatz vorstehender
Vernetzter mit dem Zusatz von Reglern zu kombinieren. Eingesetzt werden typischerweise
0,001 bis 5 Mol-%. Anwendung finden können alle literaturbekannten Regler, z.B. Schwefelverbindungen
wie Mercaptoethanol, 2-Ethylhexylthioglycolat, Thioglycolsäure und Dodecylmercaptan
sowie Natriumhypophosphit, Ameisensäure oder Tribromchlormethan sowie Terpinolen.
[0053] Zu den Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren (i) gehören auch hydrolysierte Pfropfpolymerisate
von beispielsweise N-Vinylformamid auf Polyalkylenglykolen, Polyvinylacetat, Polyvinylalkolhol,
Polyvinylformamiden, Polysacchariden wie Stärke, Oligosacchariden oder Monosacchariden.
Die Pfropfpolymerisate sind dadurch erhältlich, dass man beispielsweise N-Vinylformamid
in wässrigem Medium in Gegenwart mindestens einer der genannten Pfropfgrundlagen gegebenenfalls
zusammen mit copolymerisierbaren anderen Monomeren radikalisch polymerisiert und die
aufgepfropften Vinylformamideinheiten anschließend in bekannten Weise zu Vinylamineinheiten
hydrolysiert.
[0054] Die Hydrolyse der zuvor beschriebenen Copolymerisate kann in Gegenwart von Säuren
oder Basen oder auch enzymatisch durchgeführt werden. Bei der Hydrolyse mit Säuren
liegen die aus den Vinylcarbonsäureamideinheiten entstehenden Vinylamingruppen in
Salzform vor. Die Hydrolyse von Vinylcarbonsäureamidcopolymerisaten ist in der
EP 0 438 744 A1, Seite 8, Zeile 20 bis Seite 10, Zeile 3, ausführlich beschrieben. Die dort gemachten
Ausführungen gelten entsprechend für die Herstellung der erfindungsgemäß einzusetzenden
Vinylamineinheiten enthaltenden rein kationischen und/oder amphoteren Polymeren mit
einer kationischen Gesamtladung.
[0055] Die Herstellung der oben beschriebenen Vinylamineinheiten enthaltenden Homo- und
Copolymerisate (i) kann durch Lösungs-, Fällungs-, Suspensions- oder Emulsionspolymerisation
erfolgen. Bevorzugt ist die Lösungspolymerisation in wässrigen Medien. Geeignete wässrige
Medien sind Wasser und Gemische aus Wasser und mindestens einem wassermischbaren Lösungsmittel,
z.B. einem Alkohol, wie Methanol, Ethanol, n-Propanol oder Isopropanol.
[0056] Zu den Ethylenimineinheiten enthaltenden Polymeren (ii) gehören alle Polymere, die
durch Polymerisation von Ethylenimin in Gegenwart von Säuren, Lewisäuren oder Halogenalkanen
erhältlich sind wie Homopolymerisate des Ethylenimins oder Pfropfpolymerisate von
Ethylenimin, vgl.
US 2, 182, 306 oder
US 3,203,910. Diese Polymeren können gegebenenfalls nachträglich einer Vernetzung unterworfen
werden. Als Vernetzer kommen z.B. alle multifunktionellen Verbindungen in Betracht,
die gegenüber primären Aminogruppen reaktive Gruppen enthalten z.B. multifunktionelle
Epoxide wie Bisglycidylether von Oligo- oder Polyethylenoxiden oder anderen multifunktionellen
Alkoholen wie Gylcerin oder Zuckern, multifunktionelle Carbonsäureester, mulifunktionelle
Isocyante, multifunktionelle Acrylsäure- oder Methacrylsäureester, multifunktionelle
Acrylsäure - oder Methacrylsäureamide, Epichlorhydrin, multifunktionelle Säurehalogenide,
multifunktionelle Nitrile, α, ω-Chlorhydrinether von Oligo- oder Polyethylenoxiden
oder von anderen multifunktionellen Alkoholen wie Glycerin oder Zuckern, Divinylsulfon,
Maleinsäureanhydrid oder ω-Halogencarbonsäurechloride, multifunktionelle Halogenalkane
insbesondere α,ω-Dichloralkane. Weitere Vernetzer sind in
WO 97/25367 A1, Seiten 8 bis16 beschrieben.
[0058] Als (ii) Ethylenimineinheiten enthaltende Polymere verwendet man z.B. bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren mindestens ein wasserlösliches kationisches Polymer aus der Gruppe der
- Homopolymerisate des Ethylenimins,
- mit mindestens bifunktionellen Vernetzern umgesetzten Polyethylenimine,
- mit Ethylenimin gepfropften Polyamidoamine, die mit mindestens bifunktionellen Vernetzern
umgesetzt sind,
- Umsetzungsprodukte von Polyethyleniminen mit einbasischen Carbonsäuren zu amidierten
Polyethyleniminen,
- Michaeladditionsprodukte von Polyethyleniminenen an ethylenisch ungesättigte Säuren,
Salze, Ester, Amide oder Nitrile von monoethylenisch ungesätitgten Carbonsäuren,
- phosphonomethylierten Polyethylenimine,
- carboxylierten Polyethylenimine und
- alkoxylierten Polyethylenimine.
[0059] Polymere, die dadurch erhalten werden, dass man zunächst mindestens eine Polycarbonsäure
mit mindestens einem Polyamin zu Polyamidoamine kondensiert, dann mit Ethylenimin
pfropft und die Umsetzungsprodukte anschließend mit einer der oben genanten Verbindungen
vernetzt, gehören zu den bevorzugt in Betracht kommenden Ethylenimineinheiten enthaltenden
Verbindungen. Ein Verfahren zur Herstellung solcher Verbindungen ist beispielsweise
in
DE 24 34 816 A1 beschrieben, wobei α,ω-Chlorhydrinether von Oligo- oder Polyethylenoxiden als Vernetzer
Anwendung finden.
[0060] Besonders bevorzugt sind Produkte der beiden vorstehenden Typen, die einer Ultrafiltration
unterzogen und so in ihrer Molekulargewichtsverteilung optimiert wurden. Solche ultrafiltrierten
Produkte werden ausführlich in
WO 00/67884 A1 und
WO 97/25367 A1 beschrieben. Auf diese Publikationen und die darin enthaltende Offenbarung wird an
dieser Stelle ausdrücklich Bezug genommen.
[0061] Umsetzungsprodukte von Polyethyleniminen mit einbasischen Carbonsäuren zu amidierten
Polyethyleniminen sind aus der
WO 94/12560 A1 bekannt. Michaeladditionsprodukte von Polyethyleniminenen an ethylenisch ungesättigten
Säuren, Salzen, Estern, Amiden oder Nitrilen von monoethylenisch ungesätitgten Carbonsäuren
sind Gegenstand der
WO 94/14873 A1. Phosphonomethylierte Polyethylenimine werden ausführlich in der
WO 97/25367 A1 beschrieben. Carboxylierten Polyethylenimine sind beispielsweise mit Hilfe einer
Streckersynthese durch Umsetzung von Polyethyleniminen mit Formaldehyd und Ammoniak/Cyanwasserstoff
und Hydrolyse der Umsetzungsprodukte erhältlich. Alkoxylierte Polyethylenimine sind
durch Umsetzung von Polyethyleiminen mit Alkylenoxiden wie Ethylenoxid und/oder Propylenoxid
herstellbar.
[0062] In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann als wasserlösliches kationisches Polymer
(b) die (i) Vinylamineinheiten enthaltenden Polymere oder (ii) Ethylenimineinheiten
enthaltenden Polymere jeweils allein eingesetzt werden. Selbstverständlich können
auch beliebige Mischung aus (i) Vinylamineinheiten enthaltendem Polymer und (ii) Ethylenimineinheiten
enthaltendem Polymer eingesetzt werden. In einer solchen Mischung beträgt das Gewichtsverhältnis
von (i) Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren zu (ii) Ethylenimineinheiten enthaltenden
Polymeren beispielsweise 10:1 bis 1:10, vorzugsweise im Bereich von 5:1 bis 1:5, und
besonders bevorzugt im Bereich von 2:1 bis 1:2.
[0063] Das mindestens eine wasserlösliche kationische Polymere (b) wird in dem erfindungsgemäßen
Verfahren zur Herstellung von Papier beispielsweise in einer Menge von 0,01 bis 2,0
Gew.-%, vorzugsweise 0,03 bis 1,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 bis 0,5 Gew.-%,
jeweils bezogen auf trockenen Papierstoff, eingesetzt.
[0064] Die amphoteren Polymere (c) sind wasserlöslich. Die Löslichkeit in Wasser unter Normalbedingungen
(20 °C, 1013 mbar) und pH 7,0 beträgt beispielsweise mindestens 5 Gew.-%, vorzugsweise
mindestens 10 Gew.-%.
[0065] Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren wasserlöslichen amphoteren Polymere
(c) sind aus mindestens drei Struktureinheiten aufgebaut:
- (A) Struktureinheiten, die eine permanent kationische oder eine in wässrigen Medium
protonierbare Gruppe tragen,
- (B) Struktureinheiten, die eine in wässrigem Medium deprotonierbare Gruppe tragen,
und
- (C) nichtionische Struktureinheiten,
wobei man als Monomere, deren Polymere Struktureinheiten (B) enthalten, Monomere der
Formel (II) sowie deren Salze.
wobei R1 = H oder eine C1-C4-Alkylgruppe und
n eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 8ist,
verwendet.
[0066] Darüber hinaus können die wasserlöslichen amphoteren Polymere (c) noch Vernetzer
und/oder Regler enthalten. Bei derartigen Vernetzern und Reglern handelt es sich ebenfalls
um diejenigen, die bereits bei den wasserlöslichen kationischen Polymeren (b) Anwendung
finden.
[0067] Beispiele für Monomere, deren Polymere Struktureinheiten (A) enthalten, sind Ester
von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren mit C
2-C
30-Aminoalkoholen, Amide von α,β-ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäuren und deren
N-Alkyl- und N,N-Dialkylderivate, stickstoffhaltige Heterocyclen mit α,β-ethylenisch
ungesättigten Doppelbindungen und Mischungen davon.
[0068] Geeignete Monomere dieser Gruppe sind die Ester von α,β-ethylenisch ungesättigten
Mono- und Dicarbonsäuren mit Aminoalkoholen, vorzugsweise C
2-C
12-Aminoalkoholen. Diese können am Aminstickstoff C
1-C
8-monoalkyliert oder-dialkyliert sein. Als Säurekomponente dieser Ester eignen sich
z.B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Itaconsäure, Crotonsäure,
Maleinsäureanhydrid, Monobutylmaleat und Gemische davon. Bevorzugt werden Acrylsäure,
Methacrylsäure und deren Gemische eingesetzt. Dazu zählen beispielsweise N-Methylaminomethyl(meth)acrylat,
N-Methylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminomethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat,
N,N-Diethylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylat, N,N-Diethylaminopropyl(meth)acrylat
und N,N-Dimethylaminocyclohexyl(meth)acrylat.
[0069] Darüber hinaus sind als weitere Monomere dieser Gruppe N-[2-(Dimethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[2-(Dimethylamino)ethyl]methacrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]acrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]methacrylamid,
N-[4-(Dimethylamino)butyl]acrylamid, N-[4-(Dimethylamino)butyl]methacrylamid, N-[2-(Diethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[2-(Diethylamino)ethyl]methacrylamid und Mischungen davon geeignet.
[0070] Weiterhin sind als Monomere N-Vinylimidazole und Alkylvinylimidazole geeignet, insbesondere
Methylvinylimidazole wie beispielsweise 1-Vinyl-2-methylimidazol, 3-Vinylimidazol-N-oxid,
2- und 4-Vinylpyridin-N-oxide sowie betainische Derivate und Quaternisierungsprodukte
dieser Monomere und Mischungen davon.
[0071] Von den zuvor genannten Monomeren eignen sich ebenfalls die jeweiligen quartären
Verbindungen. Die quartären Verbindungen der Monomere werden erhalten, indem man die
Monomere mit bekannten Quaternisierungsmitteln umsetzt, z.B. mit Methylchlorid, Benzylchlorid,
Ethylchlorid, Butylbromid, Dimethylsulfat und Diethylsulfat oder Alkylepoxiden.
[0072] Monomere, deren Polymere Struktureinheiten (B) enthalten, sind solche der Formel
(II) sowie deren Salze

worin
wobei R1 = H oder eine C1-C4-Alkylgruppe und
n eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 8 ist,
bedeuten,
bevorzugt.
[0073] Die Monomeren dieser Gruppe können allein oder in Mischung miteinander, in teilweise
oder in vollständig neutralisierter Form bei der Copolymerisation eingesetzt werden.
Zur Neutralisation verwendet man beispielsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallbasen,
Ammoniak, Amine und/oder Alkanolamine. Beispiele hierfür sind Natronlauge, Kalilauge,
Soda, Pottasche, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumoxid, Calciumhydroxid, Calciumoxid,
Triethanolamin, Ethanolamin, Morpholin, Diethylentriamin oder Tetraethylenpentamin.
[0074] Monomere, deren Polymere Struktureinheiten (C) enthalten, sind Monomere der Formel
(I), Ester von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren mit C
1-C
30-Alkanolen und C
2-C
30-Alkandiolen, (Meth)acrylamide, Nitrile von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und
Dicarbonsäuren, Ester von Vinylalkohol und Allylalkohol mit C
1-C
30-Monocarbonsäuren, N-Vinyllactame und Mischungen davon.
[0075] Monomere der Formel (I) sind beispielsweise N-Vinylformamid, N-Vinyl-N-methylformamid,
N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methylacetamid, N-Vinyl-N-ethylacetamid, N-Vinylpropionamid
und N-Vinyl-N-methylpropionamid und N-Vinylbutyramid. Diese Monomere können allein
oder in Mischung bei der Copolymerisation mit den Monomeren der anderen Gruppen eingesetzt
werden. Bevorzugt eingesetztes Monomer dieser Gruppe ist N-Vinylformamid.
[0076] Geeignete Vertreter dieser Monomergruppe sind z.B. Methyl(meth)acrylat, Methylethacrylat,
Ethyl(meth)acrylat, Ethylethacrylat, n-Butyl(meth)acrylat, Isobutyl(meth)acrylat,
tert.-Butyl(meth)acrylat, tert.-Butylethacrylat, n-Octyl(meth)acrylat, 1,1,3,3-Tetramethylbutyl(meth)acrylat,
Ethylhexyl(meth)acrylat und Mischungen davon.
[0077] Weiterhin sind als Monomere dieser Gruppe geeignet 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, 2-Hydroxyethylethacrylat,
2-Hydroxypropyl(meth)acrylat, 3-Hydroxypropyl(meth)acrylat, 3-Hydroxybutyl(meth)acrylat,
4-Hydroxybutyl(meth)acrylat, 6-Hydroxyhexyl(meth)acrylat und Mischungen davon.
[0078] Geeignete zusätzliche Monomere sind weiterhin Acrylsäureamid, Methacrylsäureamid,
N-Methyl(meth)acrylamid, N-Ethyl(meth)acrylamid, n-Propyl(meth)acrylamid, N-(n-Butyl)(meth)acrylamid,
tert.-Butyl(meth)acrylamid, n-Octyl(meth)acrylamid, 1,1,3,3-Tetramethylbutyl(meth)acrylamid,
Ethylhexyl(meth)acrylamid und Mischungen davon.
[0079] Darüber hinaus eignen sich Nitrile von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren
wie beispielsweise Acrylnitril und Methacrylnitril.
[0080] Geeignete Monomere dieser Gruppe sind weiterhin N-Vinyllactame und deren Derivate,
die z.B. einen oder mehrere C
1-C
6-Alkylsubstituenten (wie oben definiert) aufweisen können. Dazu zählen N-Vinylpyrrolidon,
N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyl-5-methyl-2-pyrrolidon, N-Vinyl-5-ethyl-2-pyrrolidon,
N-Vinyl-6-methyl-2-piperidon, N-Vinyl-6-ethyl-2-piperidon, N-Vinyl-7-methyl-2-caprolactam,
N-Vinyl-7-ethyl-2-caprolactam und deren Mischungen.
[0081] Üblicherweise beträgt der Anteil an Monomeren, deren Polymere die Struktureinheiten
(C) enthalten, im wasserlöslichen amphoteren Polymeren mindestens 50 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht der Monomeren, die zur Herstellung des wasserlöslichen Polymeren
(c) eingesetzt werden. Bevorzugt beträgt der Anteil an Monomeren, deren Polymere die
Struktureinheiten (C) enthalten, mindestens 60 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens
75 Gew.-% und insbesondere bevorzugt mindestens 85 Gew.-%, jedoch nicht mehr als 98
Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren, die zur Herstellung des
wasserlöslichen Polymweren (c) eingesetzt werden.
[0082] Das molare Verhältnis der Monomeren, deren Polymere die Struktureinheiten (A) enthalten,
zu denjenigen, deren Polymere die Struktureinheiten (B) enthalten, liegt üblicherweise
im Bereich von 5:1 bis 1:5, bevorzugt 2:1 bis 1:2 und beträgt besonders bevorzugt
1:1.
[0083] Derartige wasserlösliche amphotere Polymere (c) sind in der Literatur bekannt, ebenso
wie ihre Herstellung. Beispielsweise können die amphoteren Polymere durch radikalische
Polymerisation der zuvor genannten Monomere in Lösung, als Gel-Polymerisation, Fällungspolymerisation,
Wasser-in-Wasser-Polymerisation, Wasser-in-Öl-Polymerisation oder durch Sprühpolymerisation
hergestellt werden.
[0084] Die Herstellung wird unter anderem in
JP 54-030913 beschrieben, auf deren Offenbarung an dieser Stelle ausdrücklich Bezug genommen wird.
[0086] Das mindestens eine wasserlösliche amphotere Polymere (c) wird in dem erfindungsgemäßen
Verfahren zur Herstellung von Papier beispielsweise in einer Menge von 0,01 bis 2,0
Gew.-%, vorzugsweise 0,03 bis 1,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 bis 0,5 Gew.-%,
jeweils bezogen auf trockenen Papierstoff, eingesetzt.
[0087] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch die nach dem zuvor beschriebenen
Verfahren hergestellten Papiere, sowie Pappe und Karton.
[0088] Für die Papierherstellung kommen als Faserstoffe zur Herstellung der Pulpen sämtliche
dafür gebräuchlichen Qualitäten in Betracht, z.B. Holzstoff, gebleichter und ungebleichter
Zellstoff sowie Papierstoffe aus allen Einjahrespflanzen. Zu Holzstoff gehören beispielsweise
Holzschliff, thermomechanischer Stoff (TMP), chemothermomechanischer Stoff (CTMP),
Druckschliff, Halbzellstoff, Hochausbeute-Zellstoff und Refiner Mechanical Pulp (RMP).
Als Zellstoff kommen beispielsweise Sulfat-, Sulfit- und Natronzellstoffe in Betracht.
Beispielsweise verwendet man ungebleichten Zellstoff, der auch als ungebleichter Kraftzellstoff
bezeichnet wird. Geeignete Einjahrespflanzen zur Herstellung von Papierstoffen sind
beispielsweise Reis, Weizen, Zuckerrohr und Kenaf.
[0089] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere für die Herstellung von trockenfest
ausgerüsteten Papieren aus Altpapier (umfassend deinktem Altpapier), das entweder
allein oder in Mischung mit anderen Faserstoffen eingesetzt wird. Man kann auch von
Fasermischungen aus einem Primärstoff und zurückgeführtem gestrichenem Ausschuss ausgehen,
z.B. gebleichtes Kiefernsulfat in Mischung mit zurückgeführtem gestrichenem Ausschuss.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton
aus Altpapier und in speziellen Fällen auch aus deinktem Altpapier von technischem
Interesse, weil es die Festigkeitseigenschaften der zurückgeführten Fasern deutlich
erhöht. Es hat besondere Bedeutung für die Verbesserung von Festigkeitseigenschaften
von graphischen Papieren und von Verpackungspapieren.
[0090] Der pH-Wert der Stoffsuspension liegt beispielsweise in dem Bereich von 4,5 bis 8,
meistens bei 6 bis 7,5. Zur Einstellung des pH-Wertes kann man beispielsweise eine
Säure wie Schwefelsäure oder Aluminiumsulfat verwenden.
[0091] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Reihenfolge der Zugabe der Komponenten
(a), (b) und (c) beliebig, wobei die Komponenten einzeln oder in jeder Mischung zur
Fasersuspension zugegeben werden können. Beispielsweise werden in dem erfindungsgemäßen
Verfahren zunächst die kationischen Komponenten, nämlich die (a) trivalenten Kationen
in Form eines Salzes und (b) wasserlöslichen kationischen Polymere, zum Papierstoff
dosiert. Die Zugabe der kationischen Komponenten (a) und (b) kann dabei getrennt oder
in Mischung zum Dickstoff (Faserkonzentration > 15 g/l, z.B. in dem Bereich von 25
bis 40 g/l bis zu 60 g/l) oder vorzugsweise in den Dünnstoff (Faserkonzentration <
15 g/l, z.B. in dem Bereich von 5 bis 12 g/l) erfolgen. Die Zugabestelle liegt vorzugsweise
vor den Sieben, sie kann jedoch auch zwischen einer Scherstufe und einem screen oder
danach liegen. Die Dosierung der kationischen Komponenten (a) und (b) zum Papierstoff
kann wie zuvor beschreiben nacheinander, gleichzeitig oder auch als Mischung von (a)
und (b) erfolgen. Wird im Falle der wasserlöslichen Komponente (b) eine Mischung aus
(i) Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren und (ii) Ethylenimineinheiten enthaltenden
Polymeren eingesetzt, so ist ebenfalls möglich, diese nacheinander, gleichzeitig oder
als Mischung von (i) und (ii) zu dosieren.
[0092] Das wasserlösliche amphotere Polymere (c) wird meistens erst nach der Zugabe der
kationischen Komponenten (a) und (b) zum Papierstoff zugegeben, kann aber auch gleichzeitig
und auch in Mischung mit (a) und (b) zum Papierstoff zugegeben werden.
[0093] Weiterhin ist es auch möglich, zuerst das wasserlösliche amphotere Polymere (c) und
nachfolgend die kationischen Komponenten (a) und (b) zuzugeben oder zunächst eine
der kationischen Komponenten (a) oder (b) zum Papierstoff zu dosieren, dann das wasserlösliche
amphotere Polymere (c) und anschließend die andere kationische Komponente (a) oder
(b) zuzugeben.
[0094] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bevorzugt
zunächst das (a) trivalente Kation in Form eines Salzes zugegeben, danach das (b)
wasserlösliche kationische Polymere und anschließend das (c) wasserlösliche amphotere
Polymere.
[0095] In einer anderen, ebenfalls bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgt zunächst die Zugabe des (a) trivalenten Kations in Form eines Salzes, danach
des (c) wasserlöslichen amphotere Polymeren und abschließend des (b) wasserlöslichen
kationischen Polymeren.
[0096] In einer dritten, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform erfolgt zuerst die Zugabe
einer Mischung des (a) trivalenten Kations in Form eines Salzes und des (c) wasserlöslichen
amphoteren Polymeren zum Papierstoff. Anschließend wird das (b) wasserlösliche kationische
Polymere zudosiert.
[0097] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können die üblicherweise bei der Papierherstellung
verwendeten Prozesschemikalien in den üblichen Mengen eingesetzt werden, z.B. Retentionsmittel,
Entwässerungsmittel, andere Trockenverfestiger wie beispielsweise Stärke, Pigmente,
Füllstoffe, optische Aufheller, Entschäumer, Biozide und Papierfarbstoffe.
[0098] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man trockenfest ausgerüstete Papiere,
deren Trockenfestigkeit gegenüber Papieren, die nach bekannten Verfahren hergestellt
werden, eine erhöhte Trockenfestigkeit aufweisen. Außerdem ist bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Entwässerungsgeschwindigkeit im Vergleich zu bekannten Verfahren verbessert.
[0099] Die Erfindung wird anhand der folgenden, nicht einschränkenden Beispiele näher erläutert.
[0101] Für die einzelnen Tests wurden in Laborversuchen Blätter in einem Rapid-Köthen-Laborblattbildner
hergestellt. Die Blätter wurden für 24 Stunden bei 23 °C und einer Luftfeuchtigkeit
von 50 % gelagert. Danach wurden folgende Festigkeitsprüfungen durchgeführt:
- Berstdruck nach DIN ISO 2758 (bis 600 kPa), DIN ISO 2759 (ab 600 kPa)
- SCT nach DIN 54518 (Bestimmung des Streifenstauchwiderstandes)
- CMT nach DIN EN 23035 (Bestimmung des Flachstauchwiderstandes)
- Naßreislänge nach TAPPI T 456
- Aschegehalt nach TAPPI T 413
- Entwässerungszeit nach ISO Standard 5267 (bestimmt mit einem Schopper-Riegler-Testgerät,
in dem man jeweils 1l der zu prüfenden Faseraufschlämmung mit einer Stoffdichte von
10 g/l darin entwässerte ind die Zeit in Sekunden bestimmte, die für den Durchlauf
von 600 ml Filtrat notwendig war)
Beispiele
[0102] In den Beispielen wurden folgende Komponenten bzw. Polymere verwendet:
Kation 1
[0103] Alaun (technisches Aluminiumsulfatpulver [Al
2(SO
4)
3·14H
2O])
Kation 2
[0104] Polyaluminumchlorid mit 18 % Al
2O
3 (Sedipur® PAC 18 der Firma BASF SE)
Polymer K1
[0105] Kationisches Polyvinylformamid, zu 30 Mol-% teilhydrolysiert, Molekulargewicht ca.
350 000 Dalton, Feststoffgehalt 16,4 Gew.-% (Luredur® PR 8095 der Firma BASF SE)
Polymer K2
[0106] Kationisches Polyethylenimin, Molekulargewicht ca. 1 000 000 Dalton (Polymin® SK
der Firma BASF SE)
Polymer K3 (für Referenzbeispiel *)
[0107]
[Tabelle 2a] Markierung als Referenzbeispiel hinzugefügt (siehe Ersatzseite 15)
[Tabelle 2b] Markierung als Referenzbeispiel hinzugefügt (siehe Ersatzseite 15)
[0108] Kationisches Polyvinylamin, Hofmann-Abbau-Produkt, Molekulargewicht ca. 25 000 Dalton,
Feststoffgehalt 8 Gew.-% (RSL HF 70D der Firma SNF SAS)
Polymer A1
[0109] Amphoteres Polyacrylamid, Feststoffgehalt 19,2 Gew.-% (Harmide® RB 217 der Firma
Harima)
Polymer A2
[0110] Amphoteres Polyacrylamid, Feststoffgehalt 20 Gew.-% (Polystron® PS-GE 200 R der Firma
Arakawa)
Polymer A3
[0111] Amphoteres Polyacrylamid, Feststoffgehalt 20 Gew.-% (Polystron® PS-GE 300 S der Firma
Arakawa)
[0112] In den Vergleichsbeispielen wurden gegebenenfalls zusätzlich folgende Vergleichspolymere
verwendet:
Polymer V1
[0113] Kationisches Polyacrylamid, Molekulargewicht ca. 1 000 000 Dalton, (Polymin® KE 440
der Firma BASF SE)
Polymer V2
[0114] Anionisches Polyacrylamid, Molekulargewicht ca. 600 000 Dalton, Feststoffgehalt 16
Gew.-% (Luredur® PR 8284 der Firma BASF SE)
Polymer V3
[0115] Polyallylamin, Molekulargewicht ca.15 000 Dalton, Feststoffgehalt 93 Gew.-% (PAA-HCI-3S
der Firma Nittobo)
Herstellung des Papierstoffs für die Beispiele und Vergleichsbeispiele
[0116] Ein Papier aus 100 % Altpapier (Mischung der Sorten: 1.02, 1.04, 4.01) wurde mit
Trinkwasser bei einer Stoffdichte von 4 % in einem Laborpulper stippenfrei aufgeschlagen
und in einem Laborrefiner auf einen Mahlgrad von 40 °SR gemahlen. Dieser Stoff wurde
anschließend mit Trinkwasser auf eine Stoffdichte von 0,7 % verdünnt.
Entwässerungsprüfung
[0117] In den Beispielen und Vergleichsbeispielen wurden jeweils 1 Liter des oben beschriebenen
Papierstoffs verwendet und jeweils nacheinander mit den in der Tabelle jeweils angegebenen
trivalenten Kationen und wasserlöslichen Polymeren unter Rühren versetzt und danach
mit Hilfe eines Schopper-Riegler-Entwässerungsprüfers entwässert, wobei man die Zeit
in Sekunden für eine Durchflussmenge (Filtrat) von 600 ml bestimmte. Die Konzentration
der wasserlöslichen kationischen und amphoteren Polymeren, die jeweils als Trockenverfestigungsmittel
für Papier getestet wurden, betrug jeweils 1 %, und die des trivalenten Kations in
wässriger Lösung betrug jeweils 10 %. Die Messergebnisse sind in den Tabellen 1, 2a
und 2b zusammengefasst, wobei die Angaben für den Berstdruck, SCT und CMT jeweils
als Steigerung in % relativ zur Nullwertbestimmung (Vergleich 0) dargestellt sind.
Die Werte zur Naßreislänge sind in m angegeben, und zwar als Differenzmessung zur
Nullwertbestimmung (Vergleich 0).
Blattbildung
[0118] In den Beispielen und Vergleichsbeispielen wurden dem oben beschriebenen Papierstoff
unter Rühren die in den Tabellen angegebenen trivalenten Kationen und Polymere nacheinander
zugesetzt. Die Polymerkonzentration der wässrigen Lösungen der kationschen und der
anionischen Polymeren betrug jeweils 1 %, und die des trivalenten Kations in wässriger
Lösung betrug jeweils 10 %. Darüber hinaus wurden in allen Beispielen und Vergleichsbeispielen
0,27 % eines handelsüblichen Entschäumers (Afranil® SLO der Firma BASF SE) eingesetzt.
In der Tabelle sind die jeweils eingesetzten Mengen der trivalenten Kationen und Polymere
in Gewichtsprozent, bezogen auf den Festgehalt des Papierstoffs angegeben. Nach der
letzten Zugabe eines wasserlöslichen Polymers zum Papierstoff wurde soviel Stoff abgenommen
(ca. 500 ml), um auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner ein Blatt mit einem Flächengewicht
von 120 g/m
2 herstellen. Die Blätter wurden, wie im Rapid-Köthen-Verfahren üblich, abgegautscht
und 8 Minuten bei 110 °C in einem Trockenzylinder getrocknet. Die Ergebnisse sind
in den Tabellen 1, 2a und 2b angegeben, wobei die Angaben für den Berstdruck, SCT
und CMT jeweils als Steigerung in % relativ zur Nullwertbestimmung (Vergleich 0) dargestellt
sind. Die Werte zur Naßreislänge sind in m angegeben, und zwar ebenfalls als Steigerung
zur Nullwertbestimmung (Vergleich 0).
[0119] Durch die erfindungsgemäßen Versuche Beispiele 1 bis 10 zeigt sich insbesondere die
überraschend gute Wirkung des aus drei Komponenten bestehenden Systems auf die Trockenfestigkeit
und gleichzeitig auf die Entwässerung.
Tabelle 1
| Beispiel |
Trivalentes Kation |
Dosierung [%] |
Kationisches Polymer |
Dosierung [%] |
Amphoteres Polymer |
Dosierung [%] |
Vergleichs polymer |
Dosierung [%] |
Berstdruck Steigerung [%] |
SCT Steigerung [%] |
CMT Steigerung [%] |
Naßreislänge Steigerung |
| Vergleich 0 |
-- |
|
-- |
|
-- |
|
Polymer V1 |
0,04 |
-- |
-- |
-- |
-- |
| Vergleich 1 |
-- |
|
Polymer K1 |
0,15 |
-- |
|
Polymer V2 |
0,15 |
18 |
16 |
18 |
145 |
| Vergleich 2 |
Kation 1 |
0,7 |
Polymer K1 |
0,15 |
-- |
|
Polymer V2 |
0,15 |
15 |
13 |
16 |
155 |
| Vergleich 3 |
Kation 1 |
0,7 |
-- |
|
Polymer A1 |
0,3 |
-- |
|
24 |
22 |
13 |
34 |
| Beispiel 1 |
Kation 1 |
0,7 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
24 |
26 |
23 |
92 |
| Beispiel 2 |
Kation 2 |
0,14 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
23 |
21 |
23 |
98 |
| Beispiel 3 |
Kation 1 |
0,7 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
19 |
18 |
22 |
116 |
| Beispiel 4 |
Kation 1 |
0,7 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
22 |
24 |
20 |
131 |
| Beispiel 5 |
Kation 1 |
0,7 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
20 |
23 |
21 |
125 |
| Vergleich 0: Nullwertbestimmung |
| Vergleich 1: Vergleich nach DE 10 2004 056 551 A1 |
| Vergleich 2: Vergleich analog DE 10 2004 056 551 A1 und zusätzlich Vordosierung eines trivalenten Kations |
| Vergleich 3: Vergleich nach EP 1849 803 A1 |
| Beispiel 1: Dosierreihenfolge: Kation 1, Polymer K1, Polymer A1 |
| Beispiel 2: Dosierreihenfolge: Kation 2, Polymer K1, Polymer A1 |
| Beispiel 3: Dosierreihenfolge: Polymer K1, Kation 1, Polymer A1 |
| Beispiel 4: Dosierreihenfolge: Mischung aus Kation 1 und Polymer K1, Polymer A1 |
| Beispiel 5: Dosierreihenfolge: Kation 1, Polymer A1, Polymer K1 |
Tabelle 2a: Dosierung
| Beispiel |
Trivalentes Kation |
Dosierung [%] |
Kationisches Polymer |
Dosierung [%] |
Amphoteres Polymer |
Dosierung [%] |
Vergleichspolymer |
Dosierung [%] |
| Vergleich 0 |
-- |
|
-- |
|
-- |
|
Polymer V1 |
0,04 |
| Vergleich 4 |
-- |
|
Polymer K1 |
0,15 |
-- |
|
Polymer V2 |
0,15 |
| Vergleich 5 |
Kation 1 |
0,5 |
Polymer K1 |
0,15 |
-- |
|
Polymer V2 |
0,15 |
| Vergleich 6 |
Kation 1 |
0,5 |
-- |
|
Polymer A1 |
0,3 |
-- |
|
| Vergleich 7 |
Kation 1 |
0,5 |
-- |
|
Polymer A2 |
0,3 |
-- |
|
| Vergleich 8 |
Kation 1 |
0,5 |
-- |
|
Polymer A3 |
0,3 |
|
|
| Vergleich 9 |
Kation 1 |
0,5 |
-- |
|
-- |
|
Polymer V3 |
0,15 |
| Polymer V2 |
0,15 |
| Vergleich 10 |
Kation 1 |
0,5 |
-- |
|
Polymer A1 |
0,15 |
Polymer V3 |
0,15 |
| Beispiel 6 |
Kation 1 |
0,5 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
| Beispiel 7 |
Kation 1 |
0,5 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A2 |
0,15 |
-- |
|
| Beispiel 8 |
Kation 1 |
0,5 |
Polymer K1 |
0,15 |
Polymer A3 |
0,15 |
-- |
|
| Beispiel 9 |
Kation 1 |
0,5 |
Polymer K2 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
| Beispiel 10 * |
Kation 1 |
0,5 |
Polymer K3 |
0,15 |
Polymer A1 |
0,15 |
-- |
|
| Vergleich 1: Nullwertbestimmung |
| Vergleich 4: Vergleich nach DE 10 2004 056 551 A1 |
| Vergleich 5: Vergleich analog DE 10 2004 056 551 A1 und zusätzlich Vordosierung eines trivalenten Kations |
| Vergleich 6: Vergleich nach EP 1 849 803 A1 |
| Vergleich 7: Vergleich nach JP 54-030913 A1 |
| Vergleich 8: Vergleich nach JP 54-030913 A1 |
| Vergleich 9: Vergleich nach JP 02-112498 A1 |
| Vergleich 10: Vergleich analog JP 02-112498 A1 |
| Beispiele 6 bis 10: Dosierreihenfolge jeweils: trivalentes Kation, kationisches Polymer,
amphoteres Polymer |
Tabelle 2b: Ergebnisse zu Tabelle 2a
| Beispiel |
Berstdruck Steigerung [%] |
SCT Steigerung [%] |
CMT Steigerung [%] |
Naßreislänge Steigerung [m] |
Aschegehalt [%] |
Entwässerungszeit [s] |
| Vergleich 0 |
-- |
-- |
-- |
-- |
7,6 |
58 |
| Vergleich 4 |
19 |
17 |
10 |
136 |
7,8 |
51 |
| Vergleich 5 |
15 |
8 |
9 |
123 |
8,0 |
50 |
| Vergleich 6 |
24 |
22 |
13 |
34 |
6,8 |
78 |
| Vergleich 7 |
13 |
18 |
14 |
60 |
7,1 |
60 |
| Vergleich 8 |
17 |
25 |
17 |
75 |
7,5 |
82 |
| Vergleich 9 |
7 |
9 |
16 |
98 |
7,9 |
50 |
| Vergleich 10 |
8 |
7 |
9 |
126 |
8,2 |
38 |
| Beispiel 6 |
24 |
26 |
23 |
110 |
8,0 |
30 |
| Beispiel 7 |
22 |
23 |
21 |
140 |
7,8 |
33 |
| Beispiel 8 |
23 |
24 |
23 |
135 |
7,9 |
40 |
| Beispiel 9 |
19 |
20 |
19 |
83 |
8,2 |
41 |
| Beispiel 10 * |
21 |
19 |
20 |
91 |
7,9 |
47 |
1. Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton mit hoher Trockenfestigkeit
durch Zugabe
(a) mindestens eines trivalenten Kations in Form eines Salzes,
(b) mindestens eines wasserlöslichen kationischen Polymeren und
(c) mindestens eines wasserlöslichen amphoteren Polymeren zum Papierstoff, Entwässern
des Papierstoffs unter Blattbildung und anschließende Trocknung der Papierprodukte,
dadurch gekennzeichnet, dass das wasserlösliche kationische Polymere (b) ausgewählt ist aus der Gruppe der (i)
Vinylamineinheiten enthaltenden Polymere und (ii) Ethylenimineinheiten enthaltenden
Polymere,
wobei man als (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymere Reaktionsprodukte einsetzt,
die erhältlich sind durch Polymerisieren von
(1.) mindestens eines Monomeren der Formel

in der R1, R2 = H oder C1- bis C6-Alkyl bedeuten,
(2.1) mindestens jeweils eines eine Säurefunktion tragenden Monomeren ausgewählt aus
monoethylenisch ungesättigten Sulfonsäuren, monoethylenisch ungesättigten Phosphonsäuren
und monoethylenisch ungesättigten Carbonsäuren mit 3 bis 8 C-Atomen im Molekül und/oder
deren Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalzen,
(2.2) gegebenenfalls mindestens eines anderen neutralen und/oder eines kationischen
Monomeren und
(3.) gegebenenfalls mindestens eines vernetzend wirkenden Monomeren mit mindestens
zwei Doppelbindungen im Molekül
und anschließende teilweise oder vollständige Abspaltung der Gruppen -CO-R
1 aus den in das Polymerisat einpolymerisierten Einheiten der Monomeren (I) unter Bildung
von Aminogruppen, wobei der Gehalt an Aminogruppen im Copolymerisat mindestens 5 Mol-%
über dem Gehalt an einpolymerisierten Säuregruppen der Monomere (2.1) beträgt, und
man als (c) wasserlösliche amphotere Polymere einsetzt, die aus mindestens drei Struktureinheiten
aufgebaut sind:
(A) Struktureinheiten, die eine permanent kationische oder eine in wässrigen Medium
protonierbare Gruppe tragen,
(B) Struktureinheiten, die eine in wässrigem Medium deprotonierbare Gruppe tragen,
und
(C) nichtionische Struktureinheiten, wobei man als Monomere, deren Polymere Struktureinheiten
(B) enthalten, Monomere der Formel (II) sowie deren Salze

wobei
R1 = H oder eine C1-C4-Alkylgruppe und
n eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 8 ist,
verwendet.
2. Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton mit hoher Trockenfestigkeit
durch Zugabe
(a) mindestens eines trivalenten Kations in Form eines Salzes,
(b) mindestens eines wasserlöslichen kationischen Polymeren und
(c) mindestens eines wasserlöslichen amphoteren Polymeren zum Papierstoff, Entwässern
des Papierstoffs unter Blattbildung und anschließende Trocknung der Papierprodukte,
dadurch gekennzeichnet, dass das wasserlösliche kationische Polymere (b) ausgewählt ist aus der Gruppe der (i)
Vinylamineinheiten enthaltenden Polymere und (ii) Ethylenimineinheiten enthaltenden
Polymere,
wobei man als (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymere die Reaktionsprodukte einsetzt,
die erhältlich sind durch Polymerisieren von N-Vinylformamid und anschließende Abspaltung
von Formylgruppen aus den in das Polymerisat einpolymerisierten Vinylformamideinheiten
unter Bildung von Aminogruppen, und man als (c) wasserlösliche amphotere Polymere
einsetzt, die aus mindestens drei Struktureinheiten aufgebaut sind:
(A) Struktureinheiten, die eine permanent kationische oder eine in wässrigen Medium
protonierbare Gruppe tragen,
(B) Struktureinheiten, die eine in wässrigem Medium deprotonierbare Gruppe tragen,
und
(C) nichtionische Struktureinheiten, und
wobei man als Monomere, deren Polymere Struktureinheiten (B) enthalten, Monomere der
Formel (II) sowie deren Salze

wobei
R1 = H oder eine C1-C4-Alkylgruppe und
n eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 8 ist,
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das (a) mindestens eine trivalente Kation ausgewählt ist aus Al3+, Zr3+ und Fe3+.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das (a) mindestens eine trivalente Kation in Form eines Salzes Aluminiumsulfat, Polyaluminiumchlorid
oder Aluminiumlactat ist.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das (a) mindestens eine trivalente Kation in Form eines Salzes in Mengen zwischen
3 und 100 Mol pro t trockenes Papier dem Papierstoff zugesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass man als (ii) Ethylenimineinheiten enthaltenden Polymere mindestens ein wasserlösliches
kationisches Polymer aus der Gruppe der
- Homopolymerisate des Ethylenimins,
- mit mindestens bifunktionellen Vernetzern umgesetzten Polyethylenimine,
- mit Ethylenimin gepfropften Polyamidoamine, die mit mindestens nellen Vernetzern
umgesetzt sind,
- Umsetzungsprodukte von Polyethyleniminen mit einbasischen Carbonsäuren zu amidierten
Polyethyleniminen,
- Michaeladditionsprodukte von Polyethyleniminenen an ethylenisch ungesättigte Säuren,
Salze, Ester, Amide oder Nitrile von monoethylenisch ungesätitgten Carbonsäuren,
- phosphonomethylierten Polyethylenimine,
- carboxylierten Polyethylenimine und
- alkoxylierten Polyethylenimine
einsetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man als (ii) Ethylenimineinheiten enthaltende Polymere Homopolymerisate des Ethylenimins
und/oder mit Ethylenimin gepfropfte und anschließend mit mindestens bifunktionellen
Vernetzern umgesetzte Polyamidoamine einsetzt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das (b) mindestens eine wasserlösliche kationische Polymere in einer Menge von 0,01
bis 2,0 Gew.-%, bezogen auf den trockenen Papierstoff, eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst das (a) trivalente Kation in Form eines Salzes dem Papierstoff zugegeben
wird, danach das (b) wasserlösliche kationische Polymere und anschließend das (c)
wasserlösliche amphotere Polymere.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst das (a) trivalente Kation in Form eines Salzes dem Papierstoff zugegeben
wird, danach das (c) wasserlösliche amphotere Polymere und anschließend das (b) wasserlösliche
kationische Polymere.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst die Mischung des (a) trivalenten Kations in Form eines Salzes und des (c)
wasserlöslichen amphoteren Polymere zum Papierstoff zugegeben wird und anschließend
das (b) wasserlösliche kationische Polymere.
12. Papiere, die nach einem Verfahren gemäß der Ansprüche 1 bis 11 erhältlich sind.
1. Method for the production of paper, board and cardboard with high dry strength by
adding
(a) at least one trivalent cation in the form of a salt,
(b) at least one water-soluble cationic polymer; and
(c) at least one water-soluble amphoteric polymer
to the paper stock, dewatering the paper stock with sheet formation and subsequent
drying of the paper products, wherein the water-soluble cationic polymer (b) is selected
from the group of (i) polymers containing vinylamine units and (ii) polymers containing
ethyleneimine units,
wherein the polymers used as (i) polymers containing vinylamine units are reaction
products obtainable by polymerizing
(1.) at least one monomer of the formula

in which R
1, R
2 = H or C
1- to C
6- alkyl,
(2.1) at least one monomer each carrying an acid function selected from monoethylenically
unsaturated sulfonic acids, monoethylenically unsaturated phosphonic acids and monoethylenically
unsaturated carboxylic acids having 3 to 8 C atoms in the molecule and/or their alkaline
metal, alkaline earth metal or ammonium salts,
(2.2) optionally at least one other neutral and/or cationic monomer, and
(3.) if necessary at least one crosslinking monomer with at least two double bonds
in the molecule and subsequent partial or complete separation of the groups -CO-R1 from the units of the monomers (I) polymerized into the polymer with the formation
of amino groups, the content of amino groups in the copolymer at least 5 mol% above
the content of polymerized acid groups of the monomers (2.1), and is used as (c) water-soluble
amphoteric polymers, which are composed of at least three structural units:
(A) structural units which carry a permanently cationic group or a group that can
be protonated in aqueous medium,
(B) structural units carrying a group that is deprotonatable in aqueous medium, and
(C) non-ionic structural units,
wherein the monomers whose polymers contain structural units (B) are monomers of formula
(II) and salts thereof

wherein
R1 = H or a C1-C4- alkyl group and
n is an integer ranging from 1 to 8.
2. Method for the production of paper, board and cardboard with high dry strength by
adding
(a) at least one trivalent cation in the form of a salt,
(b) at least one water-soluble cationic polymer; and
(c) at least one water-soluble amphoteric polymer
for paper stock, draining the paper stock with sheet formation and subsequent drying
of the paper products, wherein the water-soluble cationic polymer (b) is selected
from the group of (i) polymers containing vinylamine units and (ii) polymers containing
ethyleneimine units,
wobei man als (i) Vinylamineinheiten enthaltende Polymere die Reaktionsprodukte einsetzt,
die erhältlich sind durch Polymerisieren von N-Vinylformamid und anschließende Abspaltung
von Formylgruppen aus den in das Polymerisat einpolymerisierten Vinylformamideinheiten
unter Bildung von Aminogruppen, und man als (c) wasserlösliche amphotere Polymere
einsetzt, die aus mindestens drei Struktureinheiten aufgebaut sind:
wherein (i) the polymers containing vinylamine units are the reaction products obtainable
by polymerizing N-vinylformamide and subsequently removing formyl groups from the
vinylformamide units polymerized into the polymer to form amino groups, and (c) water-soluble
amphoteric polymers are used consisting of at least three structural units:
(A) structural units which carry a permanently cationic group or a group that can
be protonated in aqueous medium,
(B) structural units carrying a group that is deprotonatable in aqueous medium, and
(C) non-ionic structural units, and
wherein the monomers whose polymers contain structural units (B) are monomers of formula
(II) and salts thereof

wherein
R1 = H or a C1-C4- alkyl group and
n is an integer ranging from 1 to 8.
3. Method according to claim 1 or 2, wherein the (a) at least one trivalent cation is
selected from Al3+, Zr3* and Fe3+.
4. Method according to claim 3, wherein the (a) is at least one trivalent cation in the
form of a salt of aluminum sulphate, polyaluminum chloride or aluminum lactate.
5. Method according to any of the above claims, wherein the (a) at least one trivalent
cation in the form of a salt is added to the pulp in amounts between 3 and 100 moles
per ton of dry paper.
6. Method according to one of the preceding claims, wherein (ii) polymers containing
ethyleneimine units, at least one water-soluble cationic polymer from the group
- Homopolymers of ethyleneimine,
- polyethyleneimines reacted with at least bifunctional crosslinkers,
- polyamidoamines grafted with ethyleneimine, which are reacted with at least bifunctional
crosslinkers,
- Reaction products of polyethyleneimines with monobasic carboxylic acids to amidated
polyethyleneimines,
- Michael addition products of polyethyleneimines to ethylenically unsaturated acids,
salts, esters, amides or nitriles of monoethylenically unsaturated carboxylic acids,
- phosphonomethylated polyethyleneimines,
- carboxylated polyethyleneimines and
- alkoxylated polyethyleneimines
is used.
7. Method according to claim 6, characterized in that homopolymers of ethyleneimine and/or polyamidoamines grafted with ethyleneimine and
subsequently reacted with at least bifunctional crosslinkers are used as (ii) polymers
containing ethyleneimine units.
8. Method according to any one of claims 1 to 7, wherein the (b) at least one water-soluble
cationic polymer is used in an amount of 0.01 to 2.0% by weight, based on the dry
paper stock.
9. Method according to any of the above claims, wherein first the (a) trivalent cation
is added to the paper pulp in the form of a salt, then the (b) water-soluble cationic
polymer and then the (c) water-soluble amphoteric polymer.
10. Method according to one of claims 1 to 8, wherein first the (a) trivalent cation is
added to the paper pulp in the form of a salt, then the (c) water-soluble amphoteric
polymer and finally the (b) water-soluble cationic polymer.
11. Method according to any one of claims 1 to 8, wherein first the mixture of the (a)
trivalent cation in the form of a salt and the (c) water-soluble amphoteric polymer
is added to the paper pulp and then the (b) water-soluble cationic polymer.
12. Papers obtainable by a method according to claims 1 to 11.
1. Processus de production de papier, carton et carton à haute résistance à sec en ajoutant
(a) au moins un cation trivalent sous la forme d'un sel,
(b) au moins un polymère cationique hydrosoluble et
(c) au moins un polymère amphotère soluble dans l'eau
pour la pâte à papier, déshydratation de la pâte à papier avec formation de feuilles
et séchage ultérieur des produits en papier,
caractérisée en ce que les polymères cationiques solubles (b) sont choisis dans le groupe de (i) polymères
contenant de la vinylamine et (ii) contenant de l'éthylèneimine les polymères, étant
utilisés comme (i) polymères contenant des unités vinylamine, produits de réaction
pouvant être obtenus par polymérisation
(1.) au moins un monomère de formule
(2.)

avec R1, R2 = H ou C1- jusqu'à alkyle C6-,
(2.1) au moins un monomère porteur d'une fonction acide choisi parmi les acides sulfoniques
monoéthyléniquement insaturés, les acides phosphoniques monoéthyléniquement insaturés
et les acides carboniques monoéthyléniquement insaturés avec 3 à 8 atomes de carbone
dans la molécule et / ou leurs sels de métaux alcalins, alcalino-terreux ou d'ammonium,
(2.2) éventuellement au moins un autre monomère neutre et / ou cationique et
(3.) éventuellement au moins un monomère de réticulation avec au moins deux doubles
liaisons dans la molécule et séparation partielle ou complète ultérieure des groupes
-CO-R1 à partir des unités des monomères (I) polymérisés dans le polymère avec formation
de groupes amino, la teneur en groupes amino dans le copolymère étant d'au moins 5%
en mole supérieure à la teneur en groupes acides polymérisés des monomères (2.1),
et
(c) amphotère hydrosoluble Utilise des polymères constitués d'au moins trois unités
structurelles:
(A) des motifs structuraux qui portent un groupe cationique permanent ou un groupe
qui peut être protoné dans un milieu aqueux,
(B) des unités structurales qui portent un groupe qui peut être déprotoné dans un
milieu aqueux, et
(C) unités structurelles non ioniques,
où les monomères dont les polymères contiennent des unités structurales (B) sont des
monomères de formule
(II) et leurs sels

Avec
R1 = H ou un groupe alkyle en C1-C4- et
n est un entier allant de 1 à 8 est utilisé.
2. Procédé de production de papier, carton et carton à haute résistance à sec en ajoutant
(a) au moins un cation trivalent sous la forme d'un sel,
(b) au moins un polymère cationique hydrosoluble et
(c) au moins un polymère amphotère soluble dans l'eau à la pâte à papier, en asséchant
la pâte à papier avec formation de feuille, puis sessage du séchage des produits papetiers,
caractérisé en ce que le polymère cationique hydrosoluble (b) est choisi dans le groupe des (i) polymères
contenant de la vinylamine et (ii) contenant de l'éthylèneimine
les polymères,
où en tant que (i) polymères contenant des unités vinylamine, les produits de réaction
te utilisé, qui peut être obtenu par polymérisation du N-vinylformamide et par clivage
subséquent des groupes formyle à partir des unités vinylformamide polymérisées avec
formation de groupes amino, et est utilisé comme (c) des polymères amphotères solubles
dans l'eau, qui d'au moins trois unités structurelles sont constituées:
(A) des motifs structuraux qui portent un groupe cationique permanent ou un groupe
qui peut être protoné dans un milieu aqueux,
(B) des unités structurales qui portent un groupe qui peut être déprotoné dans un
milieu aqueux, et
(C) unités structurelles non ioniques, et
où les monomères dont les polymères contiennent des unités structurales
(B) sont des monomères de formule (II) et leurs sels

Avec
R1 = H ou un groupe alkyle en C1-C4- et
n est un entier allant de 1 à 8 est utilisé.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le (a) au moins un cation trivalent est choisi parmi Al3+, Zr3* and Fe3+.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le (a) est au moins un cation trivalent sous forme de sel sulfate d'aluminium, chlorure
de polyaluminium ou lactate d'aluminium.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le (a) au moins un cation trivalent sous forme de sel en des quantités comprises
entre 3 et 100 moles par t de papier sec est ajouté à la pâte à papier.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que comme (ii) polymères à motifs éthylèneimine, au moins un polymère cationique hydrosoluble
du groupe
- des homopolymères d'éthylèneimine,
- des polyéthylèneimines ont réagi avec au moins des réticulants bifonctionnels,
- des polyamidoamines greffées à l'éthylèneimine qui sont mises à réagir avec au moins
des réticulants bifonctionnels,
- Produits de réaction des polyéthylèneimines avec des acides monocarboxyliques pour
former des polyéthylèneimines amidées,
- les produits d'addition de Michael de polyéthylèneimines avec des acides, sels,
esters, amides ou nitriles à insaturation éthylénique d'acides carboxyliques à insaturation
monoéthylénique,
- polyéthylèneimines phosphonométhylées,
- polyéthylèneimines carboxylées et
- polyéthylèneimines alcoxylées.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que comme (ii) polymères contenant des unités éthylèneimine, on utilise des homopolymères
d'éthylèneimine et / ou de polyamidoamines greffées à l'éthylèneimine puis mises en
réaction avec au moins des réticulants bifonctionnels.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le (b) au moins un polymère cationique hydrosoluble est utilisé en une quantité de
0,01 à 2,0% en poids, par rapport au papier séché.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que tout d'abord le (a) cation trivalent est ajouté à la pâte à papier sous forme de
sel, puis le (b) polymère cationique hydrosoluble et ensuite le (c) polymère amphotère
hydrosoluble.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que tout d'abord le (a) cation trivalent est ajouté à la pâte à papier sous forme de
sel, puis le (c) polymère amphotère hydrosoluble et ensuite le (b) polymère cationique
hydrosoluble.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que tout d'abord le mélange du (a) cation trivalent sous forme de sel et du (c) polymère
amphotère hydrosoluble est ajouté au papier et ensuite le (b) polymère cationique
hydrosoluble.
12. Papiers pouvant être obtenus par un procédé selon les revendications 1 à 11.