[0001] Gegenstand der Erfindung sind Mauerelemente zum Erstellen einer Mauer, Mauern mit
entsprechenden Mauerelementen, Verfahren zum Errichten einer entsprechenden Mauer.
Vorzugsweise geht es um Böschungsmauern, Gartenmauern, Schallschutzwände und andere
Mauern im Aussenbereich.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind sehr viele verschiedene Systeme bekannt, die zum Erstellen
von derartigen Mauern ausgelegt sind. Eine Lösung, die eine hohe Standsicherheit aufweist,
ist aus der Offenlegungsschrift
DE 3033650 A1 bekannt. In dieser Offenlegungsschrift wird vorgeschlagen, eine Mauer aus schweren,
aufeinandergesetzten, kastenförmigen Elementen so aufzubauen, dass die Mauer nach
oben hin - ähnlich einer Pyramide - schmaler wird. Auf diese Weise lässt sich zum
Beispiel eine Schallschutzwall aus den kastenförmigen Elementen erstellen. Die Tiefe
der kastenförmigen Elemente nimmt mit zunehmender Höhe der Mauer ab.
[0003] Aus der europäischen Patentanmeldung
EP 322667 A1 ist ein System bekannt, das hohle Bauelemente umfasst, aus denen sich Mauern erstellen
lassen. Die hohlen Bauelemente haben einen oben und unten offenen Hohlraum, der durch
mindestens eine von oben nach unten verlaufende Trennwand in zwei Kammern unterteilt
ist. Die Bauelemente werden versetzt aufeinander geschichtet und wenigstens teilweise
mit Erde gefüllt. Nur ein Teil der Kammern liegt an der Maueraussenseite. Wenigstens
ein Teil der nicht an der Maueraussenseite liegenden Kammern wird mit Beton befüllt.
[0004] Aus der Schweizer Patentanmeldung
CH 612238 A5 ist ein System bekannt, das Zweikammer-Bauelemente umfasst, aus denen sich Mauern
erstellen lassen. Diese Zweikammer-Bauelemente sind jedoch nicht flexibel einsetzbar.
[0005] Es gibt verschiedene andere Systeme und Module, die zum Einsatz kommen, um je nach
Situation und Vorgabe Mauern zu erstellen. Um diesen Mauern die erforderliche Stabilität
zu geben, werden sie entweder sehr massiv und schwer ausgelegt, oder sie werden mit
Ankern in dem abzufangenden oder abzustützenden Erdreich oder Felsen verankert.
[0006] Der Material- und Arbeitsaufwand ist dabei häufig sehr gross, zumal häufig neben
den statischen Vorgaben auch ästhetische Aspekte eine Rolle spielen können.
[0007] Es stellt sich daher die Aufgabe ein neues, modular aufgebautes System bereit zu
stellen, das es ermöglicht sehr stabile und optisch ansprechende Mauern zu erstellen.
Dabei soll möglichst mit wenigen Teilen gearbeitet werden, um den Aufwand bei der
Herstellung und der Lagerhaltung klein zu halten.
[0008] Gemäss Erfindung wird ein Mauerelement bereit gestellt, das speziell zum Erstellen
von Mauern ausgelegt ist. Das Mauerelement umfasst zwei Grundelemente und mindestens
ein Verbindungselement. Jedes der Grundelemente umfasst eine Lateralplatte mit einer
Aussenfläche und einer Innenfläche. Ausserdem ist mindestens ein Quersteg im Bereich
der Innenfläche angeordnet, der sich im Wesentlichen senkrecht zur Fläche der Lateralplatte
erstreckt. Im vormontierten Zustand, d.h. bevor eine Füllmasse in Innenräume zwischen
den Grundelementen eingefüllt wird, sind die beiden Grundelemente so angeordnet, dass
die Fläche der ersten Lateralplatte parallel zu der Fläche der zweiten Lateralplatte
steht und dass der Quersteg der ersten Lateralplatte fluchtend zum Quersteg der zweiten
Lateralplatte steht. Das erwähnte Verbindungselement dient dazu die beiden Grundelemente
mindestens temporär miteinander zu verbinden, um ihnen mindestens vor und während
des Befüllens Stabilität zu verleihen.
[0009] Je nach Ausführungsform dienen die Verbindungselement gleichzeitig auch dazu, den
Abstand der beiden Grundelemente vorzugeben.
[0010] Die Erfindung lässt sich auf Mauern, insbesondere Hangsicherungsmauern, Stützmauern,
Schallschutzwände, Gartenmauern, Böschungsmauern, Grenzmauern und andere Wände anwenden.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
und mit Bezug auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1A
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines Mauerelements, das
im vormontierten Zustand eine Doppel-T-Form aufweist;
- Fig. 1B
- eine stark vereinfachte perspektivische Darstellung der Doppel-T-Form des Mauerelements
nach Fig. 1A;
- Fig. 2A
- eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines Mauerelements, das
im vormontierten Zustand eine Doppel- π-Form aufweist;
- Fig. 2B
- eine stark vereinfachte perspektivische Darstellung der Doppelt-π-Form des Mauerelements
nach Fig. 2A;
- Fig. 3A
- eine Seitenansicht eines Grundelements der zweiten Ausführungsform;
- Fig. 3B
- eine Schnittansicht des Grundelements nach Fig. 3A;
- Fig. 3C
- eine Rückansicht des Grundelements nach Fig. 3A;
- Fig. 3D
- eine Vorderansicht des Grundelements nach Fig. 3A;
- Fig. 3E
- eine Draufsicht des Grundelements nach Fig. 3A;
- Fig. 4A
- eine Schnittansicht einer Mauer mit zwei übereinanderliegenden Mauerelementen nach
Fig. 2A, wobei die Mauer eine erste Tiefe hat;
- Fig. 4B
- eine Seitenansicht der Mauer nach Fig. 4A;
- Fig. 4C
- eine Draufsicht einer Reihe der Mauer nach Fig. 4A;
- Fig. 5
- eine Draufsicht einer Reihe einer weiteren Mauer mit Mauerelementen nach Fig. 2A,
wobei die Mauer eine zweite Tiefe hat;
- Fig. 6
- eine Vorderansicht eines Abschnitts einer Mauer;
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer Mauer im vormontierten Zustand;
- Fig. 8A
- eine Seitenansicht eines Zwischenprodukts;
- Fig. 8B
- eine Draufsicht des Zwischenprodukts nach Fig. 8A;
- Fig. 9A
- eine schematisierte Seitenansicht einer Ausführungsform einer Klammer, die als Verbindungselement
dient;
- Fig. 9B
- eine schematisierte Perspektivansicht einer weiteren Ausführungsform einer spangenartigen
Klammer, die als Verbindungselement dient;
- Fig. 9C
- eine schematisierte Draufsicht der Querstege zweier Grundelement mit einer spangenartigen
Klammer nach Fig. 9B;
- Fig. 9D
- eine schematisierte Draufsicht der Querstege zweier Grundelement mit einer Klammer,
die ähnlich wie in Fig. 9A ausgeführt sein kann.
[0012] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einiger Ausführungsbeispiele beschrieben.
Vorher werden zwei beispielhafte Mauerelemente 10 anhand von Fig. 1A und Fig. 2A erläutert.
Bei diesen beiden Mauerelementen 10 handelt es sich um Grundelemente, die in allen
Ausführungsformen zur Anwendung kommen können.
[0013] Jedes der Mauerelemente 10 ist speziell zum Erstellen einer Mauer 100 (siehe z.B.
Fig. 7) ausgelegt. Ein Mauerelement 10 zeichnet sich dadurch aus, dass es zwei Grundelemente
11.1, 11.2 und mindestens ein Verbindungselement 20 umfasst. Jedes der Grundelemente
11.1, 11.2 umfasst eine Lateralplatte 12.1, 12.2 mit einer Aussenfläche 13.1, 13.2,
die auch als Sichtfläche bezeichnet wird, und einer Innenfläche 14.1, 14.2, die nach
Innen gerichtet und daher im montierten Zustand nicht mehr sichtbar ist. Weiterhin
ist mindestens ein Quersteg 15.1, 15.2 pro Grundelement 11.1, 11.2 vorgesehen. Der
Quersteg 15.1, 15.2 ist im Bereich der Innenfläche 14.1, 14.2 angeordnet ist und erstreckt
sich im Wesentlichen senkrecht zur Fläche F.1, F.2 der Lateralplatte 12.1, 12.2. Die
besagten Flächen F.1, F.2 sind in Fig. 1A durch strichlierte Linien angedeutet. Die
Lateralplatte 12.1 spannt die Fläche F.1 und die Lateralplatte 12.2 spannt die Flächen
F.2 auf.
[0014] Im Folgenden wird zwischen dem vormontierten Zustand und dem endgültigen Zustand
unterschieden. Beim vormontierten Zustand handelt es sich um den Zustand während des
Erstellen einer Mauer 100. Im vormontierten Zustand sind die Innenräume 16.1 und/oder
16.2, die sich zwischen den Grundelementen 11.1, 11.2 ergeben, noch nicht mit einem
Füllmaterial (wie z.B. Erde und/oder Steine und/oder Zement) befüllt.
[0015] Im vormontierten Zustand sind die beiden Grundelemente 11.1, 11.2 so angeordnet bzw.
positioniert, dass die Fläche F.1 der ersten Lateralplatte 12.1 im Wesentlichen parallel
zu der Fläche F.2 der zweiten Lateralplatte 12.2 steht und dass der Quersteg 15.1
der ersten Lateralplatte 12.1 fluchtend zum Quersteg 15.2 der zweiten Lateralplatte
12.2 steht. Unter fluchtender Anordnung der Querstege 15.1, 15.2 ist hier eine Anordnung
zu verstehen, wo die Längsachse LA.1 des Querstegs 15.1 parallel zu der Längsachse
LA.2 des Querstegs 15.2 verläuft. Falls die beiden Grundelemente 11.1, 11.2 ideal
zueinander ausgerichtet sind, liegen die beiden Flächen F.1 und F.2 genau parallel
zueinander und die erwähnten Längsachsen LA.1, LA.2 der Querstege 15.1, 15.2 fallen
genau zusammen (d.h. LA.1 = LA.2).
[0016] Es kommt vorzugsweise pro Mauerelement 10 mindestens ein Verbindungselement 20 zum
Einsatz, um die beiden Grundelemente 11.1, 11.2 mindestens temporär miteinander zu
verbinden. Die Ausführungsform in Fig. 1A weist pro Grundelement 11.1, 11.2 nur einen
Quersteg 15.1, 15.2 und auch ein Verbindungselement 20 auf, während die Ausführungsform
in Fig. 2A zwei Querstege 15.1, 15.2 und auch zwei Verbindungselemente 20 pro Grundelement
11.1, 11.2 aufweist.
[0017] Diese ideale Positionierung ist in den Figuren 1A und 2A anhand von zwei unterschiedlichen
Ausführungsformen zu erkennen. Bei der Ausführungsform nach Fig. 1A weist das Mauerelement
10 im vormontierten Zustand eine Doppel-T-Form (in der Draufsicht betrachtet) auf.
Die Doppel-T-Form kann auch als H-Form betrachtet und bezeichnet werden. Eine stark
vereinfachte perspektivische Darstellung der Doppel-T-Form des Mauerelements nach
Fig. 1A ist in Fig. 1B durch dicke Striche angedeutet.
[0018] Bei der Ausführungsform nach Fig. 2A weist das Mauerelement 10 im vormontierten Zustand
eine Doppel-π-Form (in der Draufsicht betrachtet) auf. Die Doppel-π-Form kann auch
als Leiterform betrachtet und bezeichnet werden. Eine stark vereinfachte perspektivische
Darstellung der Doppel-π-Form des Mauerelements nach Fig. 2A ist in Fig. 2B durch
dicke Striche angedeutet.
[0019] Anhand der Figuren 1A und 2A werden nun beispielhafte Massangaben gemacht. Die Aussenfläche
13.1 des ersten Grundelements 11.1 und die Aussenfläche 13.2 des zweiten Grundelements
11.2 haben typischerweise eine quadratische oder rechteckige Grundform mit den Kantenmassen
L1 x H1. Der Abstand der Vorderkante der Aussenfläche 13.1 zur Vorderkante der Aussenfläche
13.2 wird mit T1 bezeichnet. Der Abstand T1 hängt davon ab, wie weit die Endflächen
17 (siehe Fig. 4C UND Fig. 5) der Querstege 15.1 und 15.2 voneinander beabstandet
sind.
[0020] Die Endflächen 17 der Querstege 15.1 und 15.2 können bei einer Ausführungsform plan
aneinander liegen. In diesem Fall ist der Stegabstand AS=0. Diese Montageposition
ergibt den Minimalabstand T1, der durch die folgenden Masse T1 = 2(DL + LS) bestimmt
ist.
[0021] Je nach Bedarf kann der Abstand AS zwischen den Querstegen 15.1 und 15.2 und damit
auch der Abstand T1 beliebig vergrössert werden. In den Figuren 4A - 4C ist ein Zustand
gezeigt, bei dem der Abstand T1 z.B. 50 mm beträgt. In Fig. 5 ist ein Zustand gezeigt,
bei dem der Abstand T1 z.B. 200 mm beträgt. Die folgenden Tabelle gibt weitere Details
zu beispielhaften Ausführungsformen:
|
Bevorzugter Bereich [mm] |
Konkretes Beispiel [mm] |
Länge L1 der Aussenfläche |
200 - 1000 |
500 |
Höhe H1 der Aussenfläche |
100 bis 500 |
200 |
Abstand T1 |
150 - 1000 |
500 |
Stegabstand AS |
0 - 700 |
200 |
Steglänge LS |
50 - 300 |
150 |
Mauerstärke |
= T1 |
5000*) |
Dicke der Lateralplatte DL |
20 - 200 |
55 |
*) Mauerstarke Im Fussbereich (Mauerfuss 30) der Mauer 100 |
[0022] In Fig. 6 ist eine Vorderansicht (Sichtseite) eines Teils einer Mauer 100 gezeigt,
die aus mehreren Mauerelementen 10 aufgebaut ist. Vorzugsweise haben die Mauerelemente
10 bei allen Ausführungsformen je eine umlaufende Fase oder gebrochene Kante 18.
[0023] Vorzugsweise haben die Mauerelemente 10 bei allen Ausführungsformen schräg angestellte
Hochkanten 19 (siehe z.B. Fig. 3C und Fig. 3E). Durch diese Massnahme ist es möglich
die Mauerelemente 10 so nebeneinander anzuordnen, dass sie einen Polygonenzug oder
einen angenäherten Kreisbogen ergeben. Falls die Mauerelemente 10 in einer geraden
Reihe nebeneinander angeordnet werden, ergibt sich aufgrund der schräg angestellte
Hochkanten 19 ein dreieckförmiger Ausschnitt 101 (siehe z.B. Fig. 5) im Zwischenbereich
zwischen zwei benachbarten Mauerelementen 10.
[0024] In Fig. 7 ist eine perspektivische Ansicht eines Teils einer Mauer 100 im vormontierten
Zustand gezeigt. Die gezeigte Mauer 100 umfasst hier drei Reihen von Mauerelementen
100, die hier versetzt aufeinander platziert wurden, um einen Verzahnungseffekt zu
erzielen. Die Mauerelemente 10 können aber auch ohne Versatz in Reihen und Spalten
aufeinander gesetzt werden, da sich die erforderliche Stabilität abschliessend durch
das Auffüllen der Hohlräume 16.1, 16.2 mit Füllstoff 50 ergibt. Der Füllstoff 50,
vor allem wenn Gips oder Zement verwendet wird, verbindet die einzelnen Mauerelement
10 fest miteinander. In Fig. 7 ist beispielhaft und schematisch anhand der untersten
Mauerreihe gezeigt, dass die Innenräume 16.1, 16.2 mit einem fliessfähigen Füllstoff
50 befüllt werden können. Der Innenraum 16.2 wurde hier nicht vollständig mit dem
Füllstoff 50 befüllt.
[0025] Vorzugsweise kommt bei allen Ausführungsformen ein fliessfähiger Füllstoff 50 zum
Einsatz, der aushärtet oder kompakt wird.
[0026] Vorzugsweise kommen bei allen Ausführungsformen Monierstahlelemente (nicht in den
Zeichnungen gezeigt) zum Einsatz, die in den Füllstoff 50 eingesetzt oder eingebracht
werden, um der Mauer 100 zusätzliche Stabilität zu verleihen. Besonders als Monierstahlelemente
bevorzugt sind Stahlanker, Stahlkörbe, Stahlbewehrungen, Stahlstäbe, oder Stahlmatten.
[0027] Vorzugsweise umfassen den Mauerelement 10 bei allem Ausführungsformen einen Rücksprung
oder eine Art Kavität 32, damit nach dem Befüllen mit Füllstoff 50 die beiden Grundelemente
11.1, 11.2 des Mauerelements 10 nicht mehr auseinander rutschen können. Ein solcher
Rücksprung oder eine solche Kavität 32 ist in Fig. 3E mit dem entsprechenden Bezugszeichen
versehen. In Fig. 7 ist zu erkennen, wie der Füllstoff 50 diesen Rücksprung bzw. diese
Kavität 32 auffüllt. Nach dem Aushärten des Füllstoffes 50 können die entsprechenden
Grundelemente 11.1, 11.2 nicht mehr voneinander getrennt werden.
[0028] Die Mauer 100, die in Fig. 7 gezeigt ist, hat am Mauerfuss 30 die selbe Dicke wie
an der Mauerkrone 31. Bei einer Mauer 100, die aus Mauerelementen 10 nach Fig. 2A
aufgebaut ist, ergeben sich zwei Arten von Innenräumen 16.1, 16.2. Die Innenräume
16.1 sind inhärent in den Mauerelementen 10 nach Fig. 2A vorhanden, d.h. jedes dieser
Mauerelementen 10, das eine Doppel-π-Form aufweist, umschliesst seitlich einen Innenraum
16.1. Zwischen zwei benachbarten Mauerelementen 10 ergibt sich im vormontierten Zustand
ein zweiter Innenraum 16.2, der hier auch als Zwischenraum bezeichnet wird. Bei dem
Aneinanderreihen von Mauerelementen 10 nach Fig. 1, ergeben sich jeweils nur Zwischenräume
16.2.
[0029] Vorzugsweise kommt bei allen Ausführungsformen ein Material aus der folgenden Gruppe
als Füllstoff zum Einsatz: Steine, Schotter, Beton, Mörtel, Kunststoff, Kunststoff-Beton,
Asphalt, Teer, oder eine Mischung von zwei oder mehr als zwei der genannten Materialien.
Als Füllstoff kann auch ein schallabsorbierender Füllstoff, z.B. ein spezieller Beton
eingesetzt werden.
[0030] Vorzugsweise sind die Mauerelementen 100 bei allen Ausführungsformen aus Stein, Beton,
Kunststoff-Beton, Kunststoff oder einer Mischung von zwei oder mehr als zwei der genannten
Materialien gefertigt. Besonders bevorzugt sind Mauerelemente, die aus einem oder
mehreren der genannten Materialien gegossen sind.
[0031] Falls die Mauerelemente 100 für eine Schallschutzwand eingesetzt werden sollen, werden
die Mauerelemente 100 vorzugsweise aus einem schallabsorbierenden Material gefertigt.
Besonders bevorzugt ist ein (Beton-)Granulat, das in die entsprechende Form gepresst
wird, um Mauerelemente 100 zu schaffen, deren Oberfläche offenporig oder porös ist.
[0032] Fig. 8A zeigt eine Seitenansicht eines vorteilhaften Zwischenprodukts 60, aus dem
gemäss Erfindung zwei Grundelemente 11.1, 11.2 gefertigt werden können. Das Zwischenprodukt
60 ist vorzugsweise so ausgelegt, dass es in einem Giessverfahren en-bloc hergestellt
werden kann. Nachdem das Material, das in eine entsprechende Giessform gegossen wurde,
ausgehärtet ist, wird die Giessform geöffnet und das Zwischenprodukt 60 wird entnommen.
Fig. 8B zeigt eine Draufsicht des Zwischenprodukts nach Fig. 8A nach der Entnahme
aus der Giessform. Nun werden die beiden Grundelemente 11.1, 11.2 getrennt, indem
die Lateralplatten 13.1, 13.2 durch Spalten, Sägen oder Schneiden getrennt werden.
Die Trennfläche ist in den Figuren 8A und 8B durch die Bezugszeichen X-X gekennzeichnet.
[0033] Vorzugsweise werden die beiden Grundelemente 11.1, 11.2 getrennt, indem ein keilförmiges
Element eingeschlagen oder eingepresst wird. Durch die Keilwirkung entstehen Bruchflächen,
die in den verschiedenen Figuren als gebrochenen Flächen bezeichnet werden. Eine solche
gebrochene Fläche hat eine leicht unregelmässige Oberflächenstruktur, was in etwa
der Struktur eines Natursteines entspricht. Dadurch ergibt sich für die Sichtfläche,
die aus den Aussenflächen 13.1 besteht, einen optisch sehr ansprechende Struktur.
[0034] Das Zwischenprodukt 60 zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass die beiden späteren
Aussenflächen fest miteinander verbunden sind. Die beiden Grundelemente 11.1, 11.2
bilden quasi ein einstückiges Zwischenprodukt 60. Die Querstege 15.1, 15.2 weisen
jeweils nach aussen. Die Grundelemente 11.1, 11.2 können, wie in Fig. 8B angedeutet,
schräge Hochkanten 19 aufweisen.
[0035] Vorzugsweise umfassen sowohl die Zwischenprodukte 60, als auch die Grundelement 11.1,
11.2 bei allen Ausführungsformen Löcher 21 zur Aufnahme der Verbindungselemente 20.
Entsprechende Ausführungsformen sind in den Figuren 1A, 2A, 3A - 3E, 4A - 4C, 5, 7
und 8B gezeigt. Zusätzlich zu diesen Löchern 21, oder als Alternative können die Zwischenprodukte
60 und auch die Grundelement 11.1, 11.2 bei allen Ausführungsformen Rücksprünge 22
(z.B. in schwalbenschwanz-artiger Ausführung) aufweisen, wie in den Figuren 9C und
9D angedeutet. Die Rücksprünge 22 sind vorzugsweise so an den Querstegen 15.1, 15.2
vorgesehen, dass durch das Aufsetzen einer Klammer (z.B. einer Klammer 20 nach Fig.
9A oder einer spangenartigen Klammer 20 nach Fig. 9B) die beiden Grundelemente 11.1,
11.2 zusammen gehalten werden. Eine Klammer 20 nach Fig. 9A kann aber auch in die
Löcher 21 eingesteckt werden, wie z.B. in Fig. 1A oder Fig. 2A gezeigt.
[0036] Gemäss Erfindung dienen die Grundelemente 11.1, 11.2 als Verschalungselemente zum
Erstellen/Errichten einer Mauer 100. Nachdem die Grundelemente 11.1, 11.2 vormontiert
und die jeweiligen Abstände AS zwischen den Grundelementen 11.1, 11.2 eingestellt
(und eventuell mit einem oder mehreren Verbindungselementen 20) fixiert wurden, können
die Innenräume 16.1, 16.2 mit dem erwähnten Füllstoff 50 befüllt werden. Die Grundelemente
11.1, 11.2 dienen dabei als Verschalung, um ein Wegfliessen oder Auslaufen des Füllstoffes
50 zu verhindern. Zusammen mit dem Füllstoff ergibt sich aus dem Grundelementen 11.1,
11.2 eine sehr stabile Mauer 100, die bei Bedarf eine gleichbleibende Dicke oder eine
pyramidenförmig abnehmende Dicke aufweisen kann. Eine Mauer 100 mit einer pyramidenförmig
abnehmenden Dicke hat im Fussbereich, d.h. am Mauerfuss 30 (siehe Fig. 7), die grösste
Mauerstärke und ist statisch besonders vorteilhaft. Eine Verankerung mittels Bodenankern
ist in vielen Fällen nicht mehr notwendig.
Bezugszeichenliste:
[0037]
- Mauerelement
- 10
- Grundelemente
- 11.1, 11.2
- Lateralplatte
- 12.1, 12.2
- Aussenfläche
- 13.1, 13.2
- Innenfläche
- 14.1, 14.2
- Quersteg
- 15.1, 15.2
- Innenraum
- 16.1, 16.2
- Endflächen der Querstege
- 17
- Fase oder gebrochene Kante
- 18
- Hochkanten
- 19
- Verbindungselement
- 20
- Löcher
- 21
- Rücksprung
- 22
- Mauerfuss
- 30
- Mauerkrone
- 31
- Rücksprung oder Kavität
- 32
- Füllstoff
- 50
- Zwischenprodukt
- 60
- Mauer
- 100
- dreickeckförmiger Ausschnitt
- 101
- Stegabstand
- AS
- Dicke der Lateralplatte
- DL
- Fläche
- F.1, F.2
- Höhe der Aussenfläche
- H1
- Längsachsen der Querstege
- LA.1, LA.2
- Länge der Aussenfläche
- L1
- Abstand
- T1
1. Mauerelement (10) zum Erstellen einer Mauer (100), das zwei Grundelemente (11.1, 11.2)
und mindestens ein Verbindungselement (20) umfasst, wobei jedes der Grundelemente
(11.1, 11.2) umfasst:
- eine Lateralplatte (12.1, 12.2) mit einer Aussenfläche (13.1, 13.2) und einer Innenfläche
(14.1, 14.2), und
- mindestens einen Quersteg (15.1, 15.2), der im Bereich der Innenfläche (14.1, 14.2)
angeordnet ist und sich im Wesentlichen senkrecht zur Fläche (F.1, F.2) der Lateralplatte
(12.1, 12.2) erstreckt,
wobei im vormontierten Zustand
- die beiden Grundelemente (11.1, 11.2) so angeordnet sind, dass die Fläche (F.1)
der ersten Lateralplatte (12.1) parallel zu der Fläche (F.2) der zweiten Lateralplatte
(12.2) steht und der Quersteg (15.1) der ersten Lateralplatte (12.1) fluchtend zum
Quersteg (15.2) der zweiten Lateralplatte (12.2) steht, und
- das Verbindungselement (20) die beiden Grundelemente (11.1, 11.2) mindestens temporär
miteinander verbindet.
2. Mauerelement (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der beiden Grundelemente (11.1, 11.2) zwei Querstege (15.1, 15.2) umfasst und
dass im vormontierten Zustand die beiden Grundelemente (11.1, 11.2) einen Innenraum
(16) umschliessen, der von oben und unten zugänglich ist.
3. Mauerelement (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es im vormontierten Zustand in der Draufsicht eine Doppel-T-Form aufweist.
4. Mauerelement (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es im vormontierten Zustand in der Draufsicht eine Doppel-π-Form aufweist.
5. Mauerelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es im vormontierten Zustand einen quadratischen oder rechteckigen Grundriss in der
Grundrissebene hat, die senkrecht zu der Fläche (F.1) der ersten Lateralplatte (12.1)
und der Fläche (F.2) der zweiten Lateralplatte (12.2) steht.
6. Mauerelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Verbindungselement (20) um eine Klammer, einen Bügel oder eine Spange
handelt.
7. Mauerelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es aus Stein, Beton, Kunststoff-Beton, Kunststoff oder einer Mischung von zwei oder
mehr als zwei der genannten Materialien gefertigt ist.
8. Mauerelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Grundelemente (11.1, 11.2) Gusselemente sind.
9. Mauerelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenflächen (13.1, 13.2) eine raue Oberflächenstruktur hat, die vorzugsweise
durch das Brechen oder Spalten einer Platte hergestellt wurde.
10. Zwischenprodukt (60) zum Herstellen eines Mauerelements (10) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 9, wobei das Zwischenprodukt (60) ein einstückiges Bauteil ist, das
durch einen Trennschritt in zwei Grundelemente (11.1, 11.2) zerlegbar ist.
11. Mauer (100) mit mehreren Mauerelementen (10), die in mindestens zwei Reihen übereinander
angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Mauerelemente (10) zwei Grundelemente (11.1, 11.2) umfasst, wobei jedes
der Grundelemente (11.1, 11.2) umfasst:
- eine Lateralplatte (12.1, 12.2) mit einer Aussenfläche (13.1, 13.2) und einer Innenfläche
(14.1, 14.2), und
- mindestens einen Quersteg (15.1, 15.2), der im Bereich der Innenfläche (14.1, 14.2)
angeordnet ist und sich im Wesentlichen senkrecht zur Fläche (F.1, F.2) der Lateralplatte
(12.1, 12.2) erstreckt,
wobei
- die beiden Grundelemente (11.1, 11.2) so angeordnet sind, dass die Fläche (F.1)
der ersten Lateralplatte (12.1) parallel zu der Fläche (F.2) der zweiten Lateralplatte
(12.2) steht und der Quersteg (15.1) der ersten Lateralplatte (12.1) fluchtend zum
Quersteg (15.2) der zweiten Lateralplatte (12.2) steht, und
- sich mehrere Innenräume (16) zwischen den Lateralplatten (12.1, 12.2) und den Querstegen
(15.1, 15.2) befinden, die mindestens teilweise mit einem Füllstoff aufgefüllt sind.
12. Mauer (100) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Mauer (100) über die Gesamthöhe eine gleichbleibende Dicke hat, die sich ergibt
aus der Dicke (DL) der beiden Lateralplatte (12.1), der Länge (LS) der beiden Querstege
(15.1, 15.2) und einem Abstand (AS) zwischen den beiden Querstegen (15.1, 15.2).
13. Mauer (100) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Mauer (100) über die Gesamthöhe eine Dicke hat, die nach oben hin abnimmt, und
wobei sich die Dicke dadurch ergibt , dass die Abstände (AS) zwischen den Querstegen
(15.1, 15.2) von einer untersten Mauerreihe zu einer obersten Mauerreihe abnimmt.
14. Mauer (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sie pro Mauerelement (10) mindestens ein Verbindungselement (20) umfasst, das vorzugsweise
von dem Füllstoff umgeben ist.
15. Verfahren zum Errichten einer Mauer (100) mit den folgenden Schritten:
- Anordnen von mehreren Mauerelementen (10) in einer ersten Reihe nebeneinander, wobei
jedes der Mauerelemente (10) zwei Grundelemente (11.1, 11.2) umfasst und wobei jedes
der Grundelemente (11.1, 11.2) umfasst:
- eine Lateralplatte (12.1, 12.2) mit einer Aussenfläche (13.1, 13.2) und einer Innenfläche
(14.1, 14.2), und
- mindestens einen Quersteg (15.1, 15.2), der im Bereich der Innenfläche (14.1, 14.2)
angeordnet ist und sich im Wesentlichen senkrecht zur Fläche (F.1, F.2) der Lateralplatte
(12.1, 12.2) erstreckt,
- Anordnen von weiteren Mauerelementen (10) in einer zweiten Reihe nebeneinander,
wobei die zweite Reihe auf der ersten Reihe sitzt,
- Auffüllen von Innenräumen (16.1, 16.2), die sich zwischen den Grundelementen (11.1,
11.2) ergeben, mit einem Füllstoff 50.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass je zwei der Grundelemente (11.1, 11.2) durch ein Verbindungselement (20) miteinander
verbunden werden, nachdem ein gewünschter Abstand (AS) zwischen den beiden Grundelementen
(11.1, 11.2) eingestellt wurde.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (AS) zwischen Grundelementen (11.1, 11.2) der zweiten Reihe kleiner ist
als der Abstand (AS) zwischen Grundelementen (11.1, 11.2) der ersten Reihe.