[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Abgaskrümmer für einen Verbrennungsmotor der
im Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art.
[0002] Abgaskrümmer werden häufig isoliert, insbesondere dann, wenn die Abgastemperatur
für nachgeschaltete Aggregate, wie beispielsweise einen Katalysator oder einen Turbolader
oder dgl., möglichst frühzeitig ein hohes Niveau erreichen soll, damit die nachgeschalteten
Aggregate korrekt arbeiten können bzw. die Konstruktion aus niederwertigen Materialien
aufgebaut werden können bzw. diese überhaupt funktionieren.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders wirksame Art einer Isolierung
für einen Abgaskrümmer bereitzustellen.
[0004] Die Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0005] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung als Isolierformteil auf der Basis eines Isolierfasergewebes
gestattet es, die Isolierung innen, d.h. zwischen dem abgasführenden Innenrohr und
der äußeren Ummantelung des Abgaskrümmers anzuordnen. Dadurch wird auch die äußere
Ummantelung gegen eine erhöhte Temperatur geschützt bzw. es wird im Abgas früher eine
Erhöhung des Temperaturniveaus für die nachgeschalteten Aggregate und gleichzeitig
ein gewisser Schallschutz erreicht. Durch die Ausgestaltung als Formteil auf der Basis
eines Gewebes aus Isolierfasern wird weiterhin ein mechanischer Zusammenhalt der Isolierung
ohne zusätzliche Vorkehrungen, beispielsweise ohne zusätzliche Folienbeschichtung
oder dgl. erreicht. Dadurch wird auf einfache und sichere Weise der beim Einbau vorgesehene
Luftspalt zwischen Ummantelung und Innenrohr auch unter rauen Betriebsbedingungen
aufrechterhalten und ein Ausblasen der Fasern verhindert.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Das Isolierfasergewebe besteht bevorzugt aus Silikatfasern, kann jedoch auch aus
Glasfasern oder dgl. bestehen.
[0008] Das zum Formpressen des Isolierformteiles verwendete Bindemittel ist Tonerde, insbesondere
Bentonit.
[0009] Das Isolierformteil wird bevorzugt so eingebaut, dass das Isolierfasergewebe oder
diejenige Seite des Isolierformteiles, die den größten Anteil an Isolierfasergewebe
enthält, einem Luftspalt benachbart ist.
[0010] Es ist weiterhin möglich, das Isolierformteil mit Pigmenten zu versetzen, die wärmeabsorbierend
bzw. wärmereflektierend wirken.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der einzigen Figur
erläutert, die einen Schnitt durch einen schematisch dargestellten, efindungsgemäßen
Abgaskrümmer zeigt.
[0012] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch einen Abgaskrümmer
1 für einen Verbrennungsmotor, bevorzugt für Kraftfahrzeuge.
[0013] Der Abgaskrümmer 1 enthält die üblichen abgasführenden Innenrohre 2, die im Abstand
A von einer Ummantelung 3 umgeben sind. Die Abgasrohre 2 und die Ummantelung 3 können
aus den üblichen Materialien, wie Guss oder Stahlblech, bestehen.
[0014] Im Abstand A ist eine Innenisolierung 4 untergebracht. Die Innenisolierung 4 bedeckt
bevorzugt die gesamte Innenoberfläche der Ummantelung 3, ist jedoch dünner als der
Abstand A, so dass trotz Einbau der Isolierung 4 ein isolierender Luftspalt 5 zum
Innenrohr 2 verbleibt.
[0015] Die Isolierung 4 ist zwischen 1 mm und 3 mm, bevorzugt zwischen 1,5 mm bis 2 mm dick,
so dass der Luftspalt 5 gegenüber dem Abstand A um diesen Betrag verringert wird.
[0016] Die Isolierung 4 ist als Isolierformteil ausgebildet. Das Isolierformteil enthält
eine Trägermatte in Form eines Gewebes aus isolierenden Fasern, insbesondere Silikatfasern,
aber auch Glasfasern oder dgl.. Die Isolierfasergewebe sind handelsüblich und bestehen
aus quer- und längsverlaufenden Fäden, die miteinander mit den unterschiedlichsten,
aus dem Textilbereich bekannten Bindungsarten verflochten sind. Ein besonders bevorzugtes
Ausführungsbeispiel eines Isolierfasergewebes ist unter der Marke Hakoterm® 1200 HG
1305 im Handel. Dieses Material besteht aus gezwirnten Silikatfasern, die zu einer
Gewebematte verwebt wurden.
[0017] Statt Gewebematten aus Silikatfasern sind jedoch auch Glasfasergewebe oder Gewebe
aus ähnlichen für eine Isolierung geeigneten Fasern, z.B. Mineralfasern, einsetzbar.
[0018] Zum Herstellen des Isolierformteiles wird ein passender Zuschnitt des Isolierfasergewebes
mit einem herkömmlichen Bindemittel, beispielsweise Tonerde in Form von Betonit, aufgeschlämmt
im Wasser, versehen und anschließend durch Heißpressen in Endform gebracht.
[0019] Dem Bindemittel können Farbpigmente zugesetzt werden, die die Wärmeabsorption und/oder
Wärmereflexion in einer Weise beeinflussen, dass einerseits die umgebenden Bauteile
gegen thermische Überlastung geschützt und andererseits dafür gesorgt wird, dass beim
Anfahren des Verbrennungsmotors sehr schnell eine Erhöhung der Abgasenergie erreicht
wird, was zu einem schnellen Anstieg der Temperatur in der Abgasleitung während der
Anlaufzeit und dadurch zu einer Reduzierung der NO
x-Werte und des CO
2-Ausstoßes führt.
[0020] Ein besonders geeignetes Farbpigment ist ein schwarzer Kupferchromitspinell, wie
er beispielsweise als Black 30C965 von der Firma "The Shepherd Color Company" erhältlich
ist. Dieses Farbpigment wirkt vorwiegend absorbierend. Ein bevorzugt reflektierendes
Farbpigment ist ein gelbes Farbpigment (Polier-Rutil auf Chrom/Antimon/Titan-Basis),
bevorzugt YELLOW 193 der gleichen Firma.
[0021] Die Farbpigmente werden bevorzugt dem Bindemittel zugemischt, können jedoch auf irgendeine
andere Weise auf oder in dem Isolierformkörper gelangen.
[0022] Der Einbau des Isolierformteiles 4 erfolgt derart, dass die Gewebeseite des Isolierformteiles,
d.h. diejenige Seite, die aus der Gewebematte besteht oder den größeren Anteil an
der Gewebematte aufweist, am Luftspalt 5 und die gegenüberliegende Seite an der Ummantelung
3 anliegt. Dadurch wird sichergestellt, dass ein größtmöglicher Schutz gegen das Ausblasen
und Lockerwerden durch Vibrationen oder dgl. von Bestandteilen der Isolierung gegeben
ist, so dass die Gefahr von Betriebsstörungen durch verblasene oder sonst wie verlagerte
Partikel im Abgassystem nicht gegeben ist. Das Isolierformteil 4, das auf diese Weise
hergestellt wurde, ist selbsttragend, so dass keine zusätzliche Schutzschicht, wie
beispielsweise eine Metallfolie oder dgl. zur Abgrenzung bzw. zur mechanischen Stabilisierung
notwendig ist. Das Isolierformteil 4 kann einfach an der äußeren Ummantelung 3 befestigt
und die Ummantelung 3 zusammen mit der Isolierung 4 mit dem erforderlichen Luftspalt
5 um die Innenrohre 2 herum befestigt werden.
1. Abgaskrümmer (1) für einen Verbrennungsmotor, mit einem abgasführenden Innenrohr (2),
einer äußeren Ummantelung (3) und einer Isolierung (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierung als in Form gepresstes Isolierformteil (4) ausgebildet und zwischen
der Ummantelung (3) und dem Innenrohr angeordnet ist und ein Isolierfasergewebe und
ein Bindemittel enthält.
2. Abgaskrümmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Isolierfasergewebe eine Fasermatte aus mineralischen Fasern, wie eine Glas- und/oder
Silikat- und/oder Keramikfaser-Gewebematte enthält.
3. Abgaskrümmer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel Tonerde, insbesondere Bentonit ist.
4. Abgaskrümmer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Isolierformteil (4) durch einen Luftspalt (5) vom Innenrohr (2) getrennt ist.
5. Abgaskrümmer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Isolierfasergewebe des Isolierformteiles (4) dem Luftspalt (5) benachbart angeordnet
ist.
6. Abgaskrümmer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Isolierformteil (4) wärmeabsorbierende und/oder wärmereflektierende Pigmente
enthält.