[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines warmpressgehärteten Bauteils
und eine Verwendung eines Stahlproduktes zur Herstellung eines warmpressgehärteten
Bauteils.
[0002] Um die im modernen Karosseriebau bestehende Forderung nach geringem Gewicht bei gleichzeitig
maximaler Festigkeit und Schutzwirkung zu erfüllen, werden heutzutage in solchen Bereichen
der Karosserie, die im Fall eines Crashs besonders hohen Belastungen ausgesetzt sein
können, aus hochfesten Stählen warmpressgeformte Bauteile eingesetzt.
[0003] Beim Warmpresshärten werden Stahlplatinen, die von kalt- oder warmgewalztem Stahlband
abgeteilt sind, auf eine in der Regel oberhalb der Austenitisierungstemperatur des
jeweiligen Stahls liegende Verformungstemperatur erwärmt und im erwärmten Zustand
in das Werkzeug einer Umformpresse gelegt. Im Zuge der anschließend durchgeführten
Umformung erfährt der Blechzuschnitt bzw. das aus ihm geformte Bauteil durch den Kontakt
mit dem kühlen Werkzeug eine schnelle Abkühlung. Die Abkühlraten sind dabei so eingestellt,
dass sich im Bauteil Härtegefüge ergibt. Dabei kann es ausreichend sein, wenn das
Bauteil ohne aktive Kühlung alleine durch den Kontakt mit dem Werkzeug abkühlt. Unterstützt
werden kann eine schnelle Abkühlung jedoch auch dadurch, dass das Werkzeug selbst
aktiv gekühlt wird.
[0005] Den Vorteilen der bekannten MnB-Stählen steht in der Praxis jedoch der Nachteil gegenüber,
dass hochmanganhaltige Stähle zu unbeständig gegen Nasskorrosion und nur schwer zu
passivieren sind. Diese im Vergleich zu niedriger legierten Stählen bei Einwirken
erhöhter Chloridionen-Konzentrationen große Neigung zu lokal zwar begrenzter, jedoch
intensiver Korrosion macht die Verwendung von zur Werkstoffgruppe der hochlegierten
Stahlbleche gehörenden Stählen gerade im Karosseriebau schwierig. Zudem neigen hochmanganhaltige
Stähle zu Flächenkorrosion, wodurch das Spektrum ihrer Verwendung ebenfalls einschränkt
wird.
[0006] Daher ist vorgeschlagen worden, auch Stahlflachprodukte, die aus hochmanganhaltigen
Stählen erzeugt sind, in an sich bekannter Weise mit einem metallischen Überzug zu
versehen, der den Stahl vor korrosivem Angriff schützt. Dabei ergab sich allerdings
das Problem, dass sich solche Stahlflachprodukte nur schlecht benetzen lassen und
infolgedessen die bei einer Kaltverformung von dem Überzug erforderliche Haftung auf
dem Stahlsubstrat unzureichend ist.
[0007] Es sind eine große Zahl von Vorschlägen gemacht worden, um aus einem hochmanganhaltigen
Stahl erzeugte Stahlflachprodukte mit einem vor Korrosion schützenden Überzug zu versehen,
der den in der Praxis gestellten Anforderungen gerecht wird (
DE 10 2005 008 410 B3,
WO 2006/042931 A1,
WO 2006/042930,
DE 10 2006 039 307 B3 und viele andere). Diesen Vorschlägen gemeinsam ist, dass das jeweils zu beschichtende
Stahlflachprodukt in einem aufwändigen und aufgrund der zu beachtenden Bedingungen
prozesstechnisch schwer zu beherrschenden Glühschritt geglüht werden muss, um anschließend
in einem geeigneten Beschichtungsverfahren mit dem Korrosionsschutzüberzug versehen
zu werden. Des Weiteren wurde aufgezeigt, dass die Beschichtung der Stahlflachprodukte
insbesondere an den Rollen der Öfen zu Abrieb führt. In Folge dieses Verschleißes
sind ein frühzeitiger Austausch oder andere Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich,
mit denen lange Stillstandszeiten verbunden sind.
[0008] Neben dem voranstehend erläuterten Stand der Technik ist aus der
DE 15 33 381 B1 die Verwendung eines Stahls zur Herstellung von Rasierklingen beschrieben, wobei
es sich dabei insbesondere um dünne bandförmige Rasierklingen handelt, die auf eine
Dicke von maximal 0,038 mm heruntergewalzt wurden. Diese Klingen werden einer Wärmebehandlung
unterzogen, die eine anfängliche Erhitzung auf eine Temperatur zwischen 1000 und 1150
°C umfasst, auf die eine Abkühlung auf Raumtemperatur folgt, wobei die Abkühlung zwischen
wassergekühlten Blöcken durchgeführt wird. Eine anschließende weitere Abkühlung auf
unter 0 °C und eine damit verknüpfte Vergütung bei Temperaturen zwischen 100 und 450
°C für kurze Zeit sollen dabei zu einer maximalen Vickershärte führen. Erst nach einer
solchen Wärmebehandlung erfolgt die Bearbeitung der Schneidkanten der kalten Klinge.
[0009] In der
DE 694 23 930 T2 ist des Weiteren ein rostfreier Martensitstahl beschrieben, der sich einfach verarbeiten
lassen soll und dabei eine gute Warm- und Kaltverformbarkeit bzw. Schmiedbarkeit,
gute mechanische Eigenschaften aufweisen und sich zudem gut Wärmebehandeln lassen
soll. Dabei wird betont, dass manche martensitischen Stahlsorten weichgeglüht werden,
wenn der betreffende Werkstoff anspruchsvollen Verarbeitungsgängen unterzogen werden
soll.
[0010] In der
FR 2 864 108 A1 ist schließlich rostfreier Stahl beschrieben, der eine austenitische Mikrostruktur
mit einer homogenen Verteilung an Martensit-Inseln zwischen 0,1 bis 0,2 Vol.-% aufweist.
Die Möglichkeit, einen solchen Stahl durch Warmpressformen zu einem Bauteil zu verformen,
das durch unmittelbar auf die Warmformgebung folgendes Härten die geforderte Festigkeit
erhält, ist nicht erwähnt.
[0011] Vor diesem Hintergrund bestand die Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren zu
nennen, mit dem sich hochfeste, vor korrosiven Angriffen geschützte Bauteile einfacher
herstellen lassen als mit den voranstehend erwähnten bekannten Verfahren.
[0012] Darüber hinaus sollte eine Verwendung eines Stahlprodukts genannt werden, welches
sich besonders gut für eine vereinfachte Herstellung von hochfesten Bauteilen eignet,
die unempfindlich gegen Korrosion sind.
[0013] In Bezug auf das Verfahren ist diese Aufgabe dadurch gelöst worden, dass erfindungsgemäß
bei der Herstellung eines hochfesten Bauteils aus einem Stahlflachprodukt die in Anspruch
1 angegebenen Arbeitsschritte durchlaufen werden.
[0014] In Bezug auf die Verwendung besteht die Lösung der oben genannten Aufgabe erfindungsgemäß
darin, dass erfindungsgemäß für die Herstellung eines Bauteils ein Stahlflachprodukt
nach Maßgabe des Anspruchs 12 verwendet wird.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden nachfolgend wie der allgemeine Erfindungsgedanke im Einzelnen erläutert.
[0016] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass sich eine bestimmte Klasse von
an sich bekannten nicht rostenden Stählen zum Warmpresshärten eignet. Neben einem
optimalen Gebrauchs- und Korrosionsverhalten im praktischen Einsatz hat die erfindungsgemäße
Verwendung solcher nicht rostender Stähle für das Warmpresshärten den Vorteil, dass
weder während der Warmformgebung noch während des Härtungsvorgangs trotz der dabei
gegebenen hohen Temperaturen die Gefahr einer Korrosion besteht. Stattdessen schützen
die in dem erfindungsgemäß verwendeten Stahl enthaltenen Legierungsbestandteile das
verarbeitete Stahlprodukt auch während dieser Verfahrensschritte vor korrosiven Angriffen.
Infolgedessen können bei erfindungsgemäßer Vorgehensweise und Verwendung hochfeste
und optimal vor Korrosion geschützte Bauteile durch Warmpresshärten erzeugt werden,
ohne dass dazu die bei niedrig legierten Stählen des bisher für das Warmpresshärten
eingesetzten Typs stets erforderlich Schutzmaßnahmen ergriffen werden. So ist es bei
erfindungsgemäßer Vorgehensweise weder erforderlich, das jeweils verarbeitete Stahlprodukt
mit einem vor Korrosion schützenden Überzug zu versehen, noch müssen bei der Erwärmung
besondere Vorkehrungen zum Schutz des Stahlproduktes vor Korrosion oder zur Herstellung
einer bestimmten Oberflächenbeschaffenheit getroffen werden.
[0017] Eine erste Gruppe der für das Presshärten geeigneten Stähle sind die unstabilisierten
Ferrite, zu denen beispielsweise der unter der Werkstoffnummer 1.4003 genormte Stahl
zählt. Ferritische Stähle können beim Abschrecken von Temperaturen oberhalb der Austenitisierungstemperatur
vollständig oder teilweise martensitisch umwandeln. Diese Stähle eignen sich vor allem
für das direkte Presshärten, können aber auch in indirekten Verfahren umgeformt werden.
[0018] Beim direkten, auch "einstufig" genannten Presshärten wird eine aus einem geeigneten
Stahlflachprodukt konfektionierte Blechplatine in einem Zug zu dem jeweiligen Bauteil
geformt und der zum Einstellen der jeweils gewünschten Härte erforderlichen Wärmebehandlung
unterzogen.
[0019] Beim indirekten, auch "zweistufig" genannten Pressformhärten wird die jeweilige Blechplatine
in einem ersten Schritt zu dem jeweiligen Bauteil geformt. Das erhaltene Bauteil wird
dann auf Härtetemperatur erwärmt und in einem weiteren Pressformwerkzeug im Zuge einer
abschließenden Pressformgebung in der für die Einstellung des jeweils gewünschten
Härtegefüges erforderlichen Weise wärmebehandelt.
[0020] Eine weitere Gruppe der für das Presshärten geeigneten nicht rostenden Stähle sind
Martensite. Diese Stähle weisen oberhalb von 900 bis 1000 °C ein austenitisches Gefüge
mit einer hohen Löslichkeit für Kohlenstoff auf. Während ihrer Abkühlung entsteht
Martensit. Als typische Vertreter dieser Stahlsorte sind die unter den Werkstoffnummern
1.4021 und 1.4034 bekannten Stähle zu nennen.
[0021] Auch martensitisch-ferrritische Stähle, bei denen das Gefüge neben Martensit höhere
Anteile an Ferrit enthält, können pressformgehärtet werden. Zu dieser Gruppe von Stählen
zählt beispielsweise der unter der Werkstoffnummer 1.4006 genormte Stahl.
[0022] Typische martensitische Stähle weisen Kohlenstoffgehalte von 0,08 - 1 Gew.-% auf.
Sie werden an Luft gehärtet. Ihre mechanische Festigkeit kann aber durch Abschrecken
mit höheren Abkühlraten weiter erhöht werden.
[0023] Martensitische Stähle mit geringen C-Gehalten bis max. 0,06 % werden teilweise mit
bis zu 6 % Nickel legiert. Diese Zusammensetzung bewirkt, dass nach dem Vergüten teilweise
Austenit entsteht. Stähle dieser Art werden als "nickelmartensitisch" oder auch "supermartensitisch"
bezeichnet. Solche Stähle eignen sich vor allem für das direkte Presshärten, können
aber auch in indirekten Verfahren umgeformt werden.
[0024] Bei ausscheidungshärtenden Stählen, wie beispielsweise dem unter der Werkstoffnummer
1.4568 geführten Stahl, führt nach dem Lösungsglühen und Abschrecken die Ausscheidung
intermetallischer Verbindungen sowie von Carbiden, Nitriden und Kupferphasen aus dem
martensitischen Gefüge zu einer erhöhten Festigkeit. Im direkten Presshärten können
auf diesem Wege Festigkeiten bis etwa 1000 MPa erreicht werden. Nach einer anschließenden
Anlassbehandlung kann die Festigkeit um bis zu 500 MPa angehoben werden. Durch die
gute Kaltumformbarkeit sind diese Stähle auch für indirekte Verfahren gut geeignet.
Ebenfalls besteht durch Einbringen einer gleichmäßigen Kaltverformung (Nachwalzen)
vor dem Umformen ein weiteres Härtungspotenzial.
[0025] Im Ergebnis erlaubt die erfindungsgemäße Verwendung von einem nicht rostenden Stahlprodukt
für die Herstellung von warmpressgehärteten Bauteilen und die sich daraus ergebende
Verfahrensweise eine gegenüber dem Stand der Technik des Warmpresshärtens deutlich
vereinfachte Herstellung von Bauteilen, die hinsichtlich ihrer mechanischen Eigenschaften
und ihres Korrosionsschutzes optimal für anspruchsvolle Anwendungen, wie beispielsweise
den Bau von Automobilkarosserien, geeignet sind.
[0026] Ein erfindungsgemäß warmpressgehärtetes Bauteil wird aus einem Stahlprodukt erzeugt,
das aus einem nicht rostenden Stahl besteht, der als Pflichtbestandteile (in Gew.-%)
C: 0,010 - 1,200 %, P: bis zu 0,1 %, S: bis zu 0,1 %, Si: 0,10 - 1,5 %, Cr: 10,5 -
20,0 % und als Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen enthält.
[0027] Durch die in einem erfindungsgemäß verwendeten Stahl enthaltene, im Bereich von 0,01
- 1,2 Gew.-% liegende Menge an Kohlenstoff lässt sich die Martensithärte des Stahls
steuern. Optimale Eigenschaften des erfindungsgemäß durch Warmpresshärten erzeugten
Bauteils ergeben sich in dieser Hinsicht dann, wenn der erfindungsgemäß verwendete
Stahl 0,01 - 1,0 Gew.-% C, insbesondere 0,01 - 0,5 Gew.-%, enthält.
[0028] Gehalte von 0,1 - 1,5 Gew.-% Si wirken als Antioxidant und erhöhen die Festigkeit
des Stahls.
[0029] Der hohe Cr-Anteil erfindungsgemäß verwendeter Stähle trägt insbesondere im Hochtemperatureinsatz
wesentlich zur Korrosionsbeständigkeit bei. Er führt bei Raumtemperatur wie auch bei
hohen Temperaturen zur Bildung einer Cr-Oxidschicht auf der Oberfläche, so dass das
erfindungsgemäß verarbeitete Stahlprodukt weder während der Wärmebehandlung noch im
späteren praktischen Einsatz einen zusätzlichen Korrosionsschutz benötigt. Der Cr-Anteil
im Werkstoff ist bei hohen Temperaturen, wie sie bei der erfindungsgemäßen Erwärmung
auf die jeweilige Austenitisierungstemperatur TA vorliegen, formstabiler als bei den
konventionell für das Warmpresshärten verwendeten, korrosionsempfindlichen MnB-Güten.
Dementsprechend einfacher ist es, erfindungsgemäß verwendete Stahlprodukte bei hohen
Temperaturen zu verarbeiten. Insbesondere kann auch der Transport von der Erwärmungseinrichtung
bis zum Einlegen in das jeweilige Presswerkzeug ohne die Gefahr einer das Verarbeitungsergebnis
beeinträchtigenden Oxidation der Oberfläche an Umgebungsluft erfolgen. Ein optimal
ausgewogenes Verhältnis an Legierungskosten und positiven Wirkungen des Cr-Anteils
eines erfindungsgemäß verwendeten Stahls ergibt sich dann, wenn sein Cr-Gehalt zwischen
11 und 19 Gew.-%, insbesondere 11 - 15 Gew.-%, liegt.
[0030] Die Gehalte an P und S sind jeweils auf 0,1 Gew.-% beschränkt, um negativen Auswirkungen
dieser Elemente auf die mechanischen Eigenschaften des erfindungsgemäß verarbeiteten
Stahls vorzubeugen.
[0031] Neben den voranstehend genannten Pflichtbestandteilen kann der erfindungsgemäß verwendete
Stahl optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Mn, Mo, Ni, Cu, N, Ti,
Nb, B, V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H" mit der Maßgabe enthalten, dass die betreffenden
Elemente - sofern anwesend - jeweils in folgenden Gehalten vorhanden sind (Angaben
in Gew.-%) Mn: 0,10 - 3,0 %, Mo: 0,05 - 2,50 %, Ni: 0,05 - 8,50 %, Cu: 0,050 - 3,00
%, N: 0,01 - 0,2 %, Ti: bis zu 0,02 %, Nb: bis zu 0,1 %, B: bis zu 0,1 %, V: bis zu
0,2 %, Al: 0,001 - 1,5 %, Ca: 0,0005 - 0,003 %, As: 0,003 - 0,015 %, Sn: 0,003 - 0,01
%, Sb: 0,002 - 0,01 %, Pb: bis zu 0,01 %, Bi: bis zu 0,01 % und H: bis zu 0,0025 %.
[0032] Die Anwesenheit von Mn in Gehalten von 0,10 - 3,0 Gew.-% unterstützt die gewünschte
Austenitbildung bei hohen Temperaturen, so dass das erfindungsgemäß angestrebte Härtegefüge
gebildet wird.
[0033] Molybdän in Gehalten von 0,05 - 2,50 Gew.-% trägt zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit
bei.
[0034] Nickel kann in einem erfindungsgemäß verwendeten nicht rostenden Stahl in Gehalten
von 0,05 - 8,50 Gew.-%, insbesondere 0,05 - 7,0 Gew.-%, vorhanden sein, um ebenfalls
die Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen und die Austenitbildung bei hohen Temperaturen,
wie sie bei erfindungsgemäßer Vorgehensweise während der dem Pressformen vorangehenden
Wärmebehandlung erreicht werden, zu unterstützen. Diese Wirkung tritt bereits bei
Gehalten von bis zu 1,5 Gew.-% Nickel mit ausreichender Effektivität ein, so dass
bei einer praxisgerechten Ausgestaltung der Erfindung die Obergrenze des Ni-Gehaltsbereichs
auf diesen Wert beschränkt sein kann.
[0035] Cu kann einem erfindungsgemäß verwendeten Stahl ebenfalls zur Unterstützung der für
die Entstehung des Härtegefüges gewünschten Austenitbildung in Gehalten von 0,050
- 3,00 Gew.-% zugegeben werden.
[0036] Über Stickstoff-Gehalte von 0,01 - 0,2 Gew.-%, insbesondere 0,01 - 0,02 Gew.-%, lässt
sich ebenfalls die Martensithärte des erfindungsgemäß verwendeten Stahls steuern.
[0037] Ti in Gehalten von bis zu 0,02 Gew.-% minimiert die Gefahr von Rissbildung während
des im Zuge der Herstellung eines erfindungsgemäß verarbeiteten Stahlprodukts erforderlichen
Vergießens des nicht rostenden Stahls.
[0038] Auch Gehalte bis zu 0,1 Gew.-% an Niob tragen zur Verbesserung der Umformbarkeit
des Stahles während der Herstellung des erfindungsgemäß verwendeten Stahlproduktes
bei.
[0039] B in Gehalten von bis zu 0,1 Gew.-%, insbesondere 0,05 Gew.-%, wirkt sich ebenfalls
positiv auf die Vermeidung von Rissen beim Bandguss eines erfindungsgemäß verarbeiteten
Stahls aus und vermindert beim konventionellen Strangguss die Gefahr von Oberflächenaufreißern.
Zudem lässt sich durch Zugabe von Bor auch die Martensithärte des erfindungsgemäß
verarbeiteten Stahls steuern.
[0040] V in Gehalten von bis zu 0,2 Gew.-%, insbesondere 0,1 Gew.-%, verbessert wie Nb die
Umformbarkeit während des Vergießens des erfindungsgemäß verwendeten Stahls.
[0041] Al in Gehalten von 0,001 - 1,50 Gew.-%, insbesondere 0,001 - 0,03 Gew.-%, und Ca
in Gehalten von 0,0005 - 0,003 Gew.-% tragen zur Optimierung des Reinheitsgrades eines
erfindungsgemäß verwendeten Stahls während seines Vergießens im Band- oder Strangguss
bei.
[0042] As in Gehalten von 0,003 - 0,015 Gew.-%, Sn in Gehalten von 0,003 - 0,01 Gew.-%,
Sb in Gehalten von 0,002 - 0,01 Gew.-%, Pb in Gehalten von bis zu 0,01 Gew.-% und
Bi in Gehalten von bis zu 0,01 Gew.-% werden erfindungsgemäßem Stahl zugegeben, um
beim Bandguss Rissbildung zu vermeiden oder um beim Warmwalzen von stranggegossenem
erfindungsgemäß verwendetem Stahl Oberflächenfehler zu vermeiden.
[0043] Die Gehalte an H werden bei einem erfindungsgemäß verarbeiteten Stahl schließlich
auf bis zu 0,0025 Gew.-% begrenzt, um die Entstehung von so genanntem "Delayed Cracking",
d.h. einer verzögerten, Wasserstoffinduzierten Rissbildung unter den im praktischen
Gebrauch herrschenden Bedingungen, zu vermeiden.
[0044] Bei dem erfindungsgemäß verwendeten, in der voranstehend erläuterten Weise zusammengesetzten
Stahlprodukt kann es sich um ein durch Warm- oder Kaltwalzen erzeugtes Stahlflachprodukt,
also beispielsweise einen aus einem warm- oder kaltgewalzten nicht rostenden Stahlblech
oder -band gewonnenen Zuschnitt handeln. Ebenso ist es aber auch möglich, als Stahlprodukt
ein Halbzeug zu verarbeiten, das aus einem entsprechenden Stahlflachprodukt vorgeformt
worden ist, bevor es in erfindungemäßer Weise verarbeitet wird.
[0045] Des Weiteren kann das erfindungsgemäß verwendete Stahlprodukt als so genanntes "Tailored
Blank" aus mindestens zwei miteinander verbundenen Stahlflachproduktzuschnitten gebildet
sein, die sich hinsichtlich ihrer Dicke oder physikalischen Eigenschaften voneinander
unterscheiden. Auf diese Weise lassen sich in der Praxis unterschiedlich belasteten
Abschnitten des erfindungsgemäß erzeugten und beschaffenen Bauteils den jeweils auftretenden
Belastungen optimal angepasste Materialien zuweisen. So ist es ebenfalls möglich,
dass nur ein Teilabschnitt des erfindungsgemäß verwendeten Stahlflachproduktes aus
einem nicht rostenden Stahl der erfindungsgemäß vorgegebenen Zusammensetzung besteht,
während ein anderer Abschnitt aus einem konventionellen niedrig legierten und rostempfindlichen
Stahl erzeugt ist, wenn dies unter Berücksichtigung der jeweils örtlichen Gegebenheiten
und Belastungen angezeigt ist, unter denen das erfindungsgemäß erzeugte Bauteil in
der Praxis eingesetzt ist.
[0046] Das entsprechend ausgebildete Stahlprodukt durchläuft erfindungsgemäß folgende für
das Warmpresshärten typische Arbeitsschritte:
- a) Bereitstellen eines in der voranstehend erläuterten Weise beschaffenen Stahlproduktes;
- b) Durcherwärmen des Stahlprodukts auf eine oberhalb der Ac3-Temperatur des nicht
rostenden Stahls liegenden Austenitisierungstemperatur;
- c) Warmpresshärten des erwärmten Stahlprodukts zu dem Bauteil in einem Presswerkzeug;
- d) Abkühlen mindestens eines Abschnitts des erhaltenen Bauteils mit einer Abkühlgeschwindigkeit,
die so hoch ist, dass sich in dem jeweils schnell abgekühlten Abschnitt Härtegefüge
bildet.
[0047] Durch die Höhe der jeweils erreichten Austenitisierungstemperatur lässt sich die
Ausbildung des Härtegefüges im nach dem Warmpresshärten erfindungsgemäß erhaltenen
Bauteils steuern. Um maximale Festigkeitswerte eines erfindungsgemäß erzeugten Bauteils
zu erreichen, wird das erfindungsgemäß verarbeitete Stahlprodukt im Zuge des Arbeitsschritts
b) auf eine Austenitisierungstemperatur erwärmt werden, die oberhalb der Ac3-Temperatur
des nicht rostenden Stahls liegt (Ac3-Temperatur: Temperatur, bei der die Umwandlung
in Austenit abgeschlossen ist). Das in diesem Fall vollständig austenitisierte Gefüge
wandelt beim anschließenden Abkühlen vollständig in Martensit um, so das eine hohe
Gefügehärte und damit einhergehend maximale Zugfestigkeiten erreicht werden.
[0048] Die zur Ausbildung des Härtegefüges erforderliche schnelle Abkühlung des erfindungsgemäß
warmpressgehärteten Bauteils kann in an sich bekannter Weise im Presswerkzeug selbst
erfolgen, das dazu mit einer geeigneten Kühleinrichtung versehen ist. Alternativ kann
die Abkühlung auch nach der Warmpressformgebung in einem separaten Arbeitsschritt
erfolgen, wenn gewährleistet ist, dass das Bauteil nach Beendigung des Warmpressvorgangs
noch eine ausreichend hohe Temperatur besitzt.
[0049] In ebenfalls an sich bekannter Weise kann sowohl die Erwärmung des Stahlproduktes
vor der Warmpressformgebung als auch die Abkühlung nach der Warmpressformgebung auf
bestimmte Abschnitte des Stahlproduktes beschränkt werden, wenn am fertigen Bauteil
Zonen mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften erzeugt werden sollen.
[0050] Die Erwärmung des Stahlflachproduktes erfolgt bevorzugt in einem geschlossenen Ofen.
Denkbar ist aber auch eine Erwärmung durch Induktion oder Konduktion.
[0051] Ein an jeder Stelle hoch belastbares Bauteil lässt sich demgegenüber in erfindungsgemäßer
Weise dadurch erzeugen, dass das Stahlformteil so erwärmt und abgekühlt wird, dass
sich über sein gesamtes Volumen Härtegefüge bildet.
[0052] Um die Entstehung von Härtegefüge (z.B. vollständig martensitisch) sicher zu gewährleisten,
sind bei erfindungsgemäßer Vorgehensweise Abkühlgeschwindigkeiten ausreichend, die
maximal 25 K/s, insbesondere maximal 20 K/s, betragen, wobei sich besonders gute Arbeitsergebnisse
einstellen, wenn die Abkühlgeschwindigkeit auf maximal 15 K/s beschränkt ist. Um die
Entstehung einer ausreichenden Härte zu gewährleisten, sollte die Abkühlrate jedoch
mindestens 0,1 K/s, insbesondere mindestens 0,2 - 1,3 K/s betragen. Abkühlraten oberhalb
von 25 K/s haben gezeigt, dass es zu einer ungewollt schnellen Aufhärtung kommt, die
zu einer eingeschränkten Umformbarkeit führt. Bevorzugt werden Abkühlraten zwischen
5 und 20 K/s eingestellt, wobei mit ansteigender Abkühlrate höhere Festigkeiten im
Bauteil erzielt werden können.
[0053] Die Ausbildung der einzelnen Zonen unterschiedlicher Beschaffenheit kann auch dadurch
beeinflusst werden, dass bestimmte Zonen der mit dem Stahlprodukt in Berührung kommenden
Flächen des Pressformwerkzeugs erwärmt sind, so dass dort eine zu Härtegefüge führende
Abkühlung des Stahlprodukts beispielsweise sicher vermieden wird.
[0054] Erfindungsgemäß erzeugte Bauteile weisen in den Bereichen, in denen sie Härtegefüge
besitzen, regelmäßig eine mindestens 900 MPa betragende Zugfestigkeit auf und besitzen
dort eine Dehnung A80 von mindestens 2 %.
[0055] Aufgrund ihrer praxisgerechten Kombination aus optimierten mechanischen Eigenschaften
einerseits und hoher Korrosionsbeständigkeit andererseits eignen sich erfindungsgemäß
durch Warmpresshärten eines aus einem nicht rostenden Stahl erzeugten Stahlprodukts
hergestellte Bauteile besonders als Teile von Karosserien für Kraftfahrzeuge, Nutzfahrzeuge
oder Schienenfahrzeuge, für Flugzeuge oder hochfeste Konstruktionselemente.
[0056] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0057] Fig. 1 zeigt ein Diagramm, in dem für verschiedene Stähle die Bruchdehnung A80 in
% über die Zugfestigkeit Rm in MPa aufgetragen ist.
[0058] Die Festigkeit der pressgehärteten Bauteile wird über die Härte und die in der DIN
50150 angegebenen Tabellen in eine Zugfestigkeit Rm überführt. Die in der DIN 50150
ausgewiesenen Werte für die Vickershärte HV10 und die Zugfestigkeit sind für unlegierte
und niedriglegierte Stähle ermittelt.
[0059] Referenzversuche, die für den Werkstoff 4003 und 4034 durchgeführt worden sind, ergeben
eine gute Übereinstimmung der Tabellenwerte mit den an gehärteten Zugversuchsproben
gemessenen HV10- bzw. Zugfestigkeitswerten. Die Ergebnisse der Referenzversuche sind
in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
| Stahl |
HV10 (gemessen) |
Zugfestigkeit (gemessen) [MPa] |
Zugfestigkeit (Umrechnung) [MPa] |
| 4003 |
320 |
1030 |
1075 |
| 4034 |
499 |
1629 |
1630 |
[0060] Unter Verwendung von aus Stählen S1 - S9 hergestellten Platinen sind verschiedene
Versuche durchgeführt worden. In Tabelle 2 sind die Werkstoffnummern ("Sorte") und
die die Eigenschaften bestimmenden Legierungsbestandteile der betreffenden Stähle
S1 - S9 eingetragen.
Tabelle 2
| |
Sorte |
C |
P |
S |
Si |
Cr |
Sonstige |
| S1 |
1.4003 |
0,011 |
0,025 |
0,0015 |
0,32 |
11,0 |
Mn: 1,03 |
| S2 |
1.4006 |
0,110 |
0,022 |
0,0027 |
0,89 |
13,61 |
|
| S3 |
1.4021 |
0,265 |
0,030 |
0,0021 |
0,27 |
13,17 |
|
| S4 |
1.4028 |
0,352 |
0,021 |
0,0024 |
0,37 |
13,17 |
|
| S5 |
1.4034 |
0,469 |
0,023 |
0,0021 |
0,41 |
15,31 |
|
| S6 |
1.4112 |
0,930 |
0,023 |
0,0019 |
0,78 |
18,81 |
Mo: 1,3 |
| V : 0,12 |
| S7 |
1.4418 |
0,031 |
0,027 |
0,0023 |
0,98 |
16,29 |
Mo: 1,5 |
| Ni: 6,0 |
| N : 0,03 |
| S8 |
1.4568 |
0,070 |
0,021 |
0,0025 |
0,25 |
18,0 |
Ni: 7,75 |
| Al: 1,5 |
| S9 |
1.4532 |
0,080 |
0,023 |
0,0025 |
0,41 |
15,7 |
Ni: 7,75 |
| Mo: 2,49 |
| Al: 1,5 |
[0061] In Tabelle 3 sind für aus den Stählen S1 - S7 erzeugte Platinen zusätzlich die jeweils
vor dem Presshärten ermittelte Zugfestigkeit und Vickershärte HV10 sowie die jeweilige
Ac1-, bei der die Umwandlung in Austenit einsetzt, und die Ac3-Temperatur eingetragen,
bei der die Umwandlung in Austenit und das Ende der Ferritauflösung abgeschlossen
ist.
[0062] Um einerseits hohe Umformgrade und andererseits optimale Festigkeiten zu realisieren,
wird vorliegend eine auf oberhalb Ac3 liegende Erwärmung vorgenommen, die abhängig
vom C- und Cr-Gehalt des nicht rostenden Stahls ist, um zu gewährleisten, dass sich
die Ferrite und Karbide gegebenenfalls vollständig auflösen. Karbide können sich bei
hohen Umformgraden störend auswirken und beispielsweise zu Rissen im Bauteil führen.
[0063] Oberhalb von Ac3 kann ein homogener Austenit als auch ein mit zunehmendem C-Gehalt
austenitisch-karbidisches Gefüge vorliegen.
Tabelle 3
| |
Rm |
A80 |
HV10 |
Ac1 |
Ac3 |
| S1 |
498 |
26,9 |
154 |
795 |
885 |
| S2 |
532 |
25,4 |
162 |
795 |
885 |
| S3 |
591 |
25,1 |
191 |
795 |
885 |
| S4 |
513 |
24,7 |
198 |
835 |
880 |
| S5 |
655 |
22,9 |
209 |
790 |
845 |
| S6 |
763 |
16,5 |
258 |
810 |
855 |
| S7 |
1110 |
8,2 |
370 |
600 |
720 |
[0064] Aus den aus den Stählen S1 - S7 erzeugten Platinen sind durch direktes, in einem
Zuge erfolgendes Pressformhärten Blechformteile geformt worden. Für die so erhaltenen
Blechformteile ist dann die Vickershärte HV10 gemessen und daraus die Zugfestigkeit
in der in der DIN 50150 beschriebenen Weise ermittelt worden.
[0065] Zwecks Verifizierung der erhaltenen Bauteileigenschaften sind Zugproben aus den Stählen
S1, S4 und S5 direkt pressgehärtet worden. An den gehärteten Proben S1', S4' und S5'
wurden dann nach DIN 10002 die Zugfestigkeit Rm und die Dehnung A80 ermittelt.
[0066] Die in der voranstehend beschriebenen Weise gemessenen und bestimmten Eigenschaften
der aus den Stählen S1 - S7 sind in Tabelle 4 eingetragen.
Tabelle 4
| |
HV10 |
Rm [MPa] |
Rm [MPa] |
A80 |
| gemessen |
ermittelt nach DIN 50150 |
gemessen DIN 10002 |
| S1, S1' |
335 |
1075 |
1030 |
8,8 |
| S2 |
417 |
1120 |
|
|
| S3 |
470 |
1520 |
|
|
| S4, S4' |
397 |
1278 |
1350 |
6,5 |
| S5, S5' |
500 |
1630 |
1621 |
4,1 |
| S6 |
561 |
1848 |
|
|
| S7 |
360 |
1155 |
|
|
[0067] Um den Einfluss der Abkühlrate auf die bei erfindungsgemäßer Vorgehensweise erzielte
Bauteilhärte zu ermitteln, sind Abkühlversuche durchgeführt worden. Dabei sind in
einem zweistufigen Verfahren Platinen, die jeweils aus einem der Stähle S3 - S8 bestanden,
zunächst warmpressgeformt, über unterschiedliche Abkühlzeiten t8/5 von 800 °C auf
500 °C und dann bis auf Raumtemperatur abgekühlt worden. Da im Bereich zwischen 800
°C bis 500 °C die wichtigsten Umwandlungen stattfinden, ist in diesem Bereich das
Einhalten der erfindungsgemäßen Abkühlrate von besonderer Bedeutung, um gezielt Einfluss
auf die Festigkeitswerte nehmen zu können. An den so erhaltenen Bauteilen ist dann
jeweils die Vickershärte HV10 gemessen worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen
sowie die im Zuge der Abkühlung erzielten Abkühlraten sind in Tabelle 5 eingetragen.
Tabelle 5
| |
Stahl S3 |
Stahl S4 |
Stahl S5 |
Stahl S6 |
Stahl S7 |
Stahl S8 |
| t8/5 [s] |
K [K/s] |
HV10 |
HV10 |
HV10 |
HV10 |
HV10 |
HV10 |
| 40 |
7,50 |
419 |
501 |
587 |
672 |
679 |
375 |
| 150 |
2,00 |
|
499 |
|
|
|
|
| 200 |
1,50 |
|
|
|
654 |
649 |
|
| 230 |
1,30 |
415 |
|
|
|
|
|
| 600 |
0,50 |
|
|
|
575 |
|
485 |
| 650 |
0,46 |
|
467 |
|
|
|
|
| 700 |
0,43 |
387 |
|
523 |
|
|
|
| 3500 |
0,09 |
|
|
250 |
|
|
|
| 5000 |
0,06 |
|
421 |
|
|
|
|
[0068] Demnach sind zur Ausbildung des Härtegefüges jeweils Abkühlraten ausreichend, die
deutlich unterhalb der üblicherweise beim Pressformhärten angewendeten Abkühlgeschwindigkeiten
liegen. Die erfindungsgemäß verarbeiteten Stähle wandeln bei langsamem Abkühlen immer
noch martensitisch um. Dies wirkt sich vorteilhaft auf den Fertigungsprozess aus,
da insbesondere beim einstufigen, direkt erfolgenden Pressformhärten das Umformwerkzeug
weniger stark gekühlt werden muss.
[0069] Durch direktes Pressformhärten erzeugte Bauteile durchlaufen in der Praxis häufig
noch eine Wärmebehandlung. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es sich bei den
Pressformteilen um Bauteile für Kraftfahrzeugkarosserien handelt, die im Zuge ihrer
Weiterverarbeitung einbrennlackiert werden. Der Einfluss einer solchen oder einer
vergleichbaren Anlassbehandlung auf die Festigkeits- und Dehnungswerte der in erfindungsgemäßer
Weise pressformgehärteten Bauteile ist anhand von aus jeweils aus einem der Stähle
S2, S3 und S7 bestehenden, in erfindungsgemäßer Weise durch direktes Pressformhärten
erzeugten Bauteilen überprüft worden, die unter den in Tabelle 6 angegebenen Bedingungen
angelassen worden sind und bei denen sich im Zuge der Anlassbehandlung die in Tabelle
6 ebenfalls angegebenen Eigenschaften eingestellt haben.
Tabelle 6
| Stahl |
Anlass-temperatur [°C] |
HV10 |
Rm, ermittelt nach DIN 50150 [MPa] |
| S2 |
170 |
351 |
1130 |
| 250 |
350 |
1126 |
| 500 |
346 |
1110 |
| S3 |
170 |
467 |
1510 |
| 250 |
467 |
1510 |
| 500 |
454 |
1470 |
| S7 |
170 |
356 |
1145 |
| 250 |
341 |
1145 |
| 500 |
311 |
998 |
[0070] Es zeigt sich, dass ein Anlassen in dem durch die Versuche abgedeckten Temperaturbereich
von 170 - 500 °C jeweils allenfalls zu einer sehr geringen Abnahme der Festigkeiten
der erfindungsgemäß erzeugten Bauteile führt.
[0071] Um den Prozess des indirekten Presshärtens zu erproben, ist eine aus dem Stahl S9
bestehende Platine verarbeitet worden. Nach einem Lösungsglühen wies die Platine eine
Zugfestigkeit Rm von 816 MPa auf. Die so beschaffene Platine ist dann zur Simulation
des Pressformvorgangs zu einem Bauteil umgeformt und über eine Dauer von 30 min bei
820 °C gehalten worden, um anschließend im Werkzeug abhängig vom Bauteilbereich bzw.
des Kontaktzeitpunkts mit einer Abkühlrate von ca. 15 K/s abgeschreckt zu werden.
Nach dem Abschrecken wies das Bauteil eine Härte HV10 von 340 auf, was einer Zugfestigkeit
Rm von ca. 1015 MPa entspricht.
[0072] Zum Vergleich ist ein aus demselben Werkstoff S9 bestehendes Blech auf eine Dicke
von 1 mm nachgewalzt worden. In Folge der im Zuge des Nachwalzens eingetretenen Verfestigung
lag beim nachgewalzten Blech eine Zugfestigkeit von 1500 MPa vor. Das in diesem Zustand
nur noch eingeschränkt umformbare nachgewalzte Blech ist anschließend mit einem Biegeradius
von 9 mm um 90° abgekantet worden. Das so erhaltene Winkelprofil ist im Ofen bei 550
°C eine Stunde lang angelassen und dann im Werkzeug abgekühlt worden. Die dabei erzielte
Abkühlrate betrug 10 K/s. Das abgekantete und ausgehärtete Profil erreicht eine Härte
HV10 von 571. Im als Fig. 1 beigefügten Diagramm ist für in erfindungsgemäßer Weise
aus Platinen, die aus den Stählen S1, S4, und S5 bestanden, erzeugte Bauteile E1,
E2, E3 jeweils die Dehnung A80 über die Zugfestigkeit Rm eingetragen. Zum Vergleich
sind in Fig. 1 für zwei Bauteile, die durch konventionelles Warmpressformhärten aus
dem für diesen Zweck üblicherweise verwendeten, C ≤ 0,2 %, Si ≤ 0, 4 %, Mn ≤ 1,4 %,
P ≤ 0,025 %, S ≤ 0,01 %, Cr+Mo ≤ 0,5 %, Ti ≤ 0,05 % und B ≤ 0,005 % (Angaben in Gew.-%)
enthaltenden Stahl MBW 1500 erzeugt worden sind, die Dehnwerte A80 über den jeweiligen
Zugfestigkeitswert Rm angeben.
[0073] Es zeigt sich, dass die aus dem ferritischen Stahl S1 und dem martensitischen Stahl
S4 erzeugten Bauteile E1,E2 eine den konventionell erzeugten Bauteilen überlegene
Kombination aus Dehnwert und Zugfestigkeit besitzen, während das dritte erfindungsgemäß
erzeugte Bauteile eine bessere Zugfestigkeit bei immer noch guten Dehnwerten aufweist.
Zudem sind erfindungsgemäß erzeugte Bauteile korrosionsbeständiger bzw. benötigen
keine zusätzlichen Korrosionsschutzbeschichtungen.
1. Verfahren zum Herstellen eines warmpressgehärteten Bauteils für eine Fahrzeugkarosserie,
für Flugzeuge oder für hochfeste Konstruktionselemente, umfassend folgende Arbeitsschritte:
a) Bereitstellen eines Stahlproduktes, das mindestens abschnittsweise aus einem nicht
rostenden Stahl mit folgender Zusammensetzung erzeugt ist (Angaben in Gew.-%)
C: 0,010 - 1,200 %,
P: bis zu 0,1 %,
S: bis zu 0,1 %,
Si: 0,10 - 1,5 %,
Cr: 10,5 - 20,0 %
sowie optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Mn, Mo, Ni, Cu, N, Ti,
Nb, B, V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H" mit der Maßgabe
Mn: 0,10 - 3,0 %,
Mo: 0,05 - 2,50 %,
Ni: 0,05 - 8,50 %,
Cu: 0,050 - 3,00 %,
N: 0,01 - 0,2 %,
Ti: bis zu 0,02 %,
Nb: bis zu 0,1 %,
B: bis zu 0,1 %,
V: bis zu 0,2 %,
Al: 0,001 - 1,50 %,
Ca: 0,0005 - 0,003 %,
As: 0,003 - 0,015 %,
Sn: 0,003 - 0,01 %,
Sb: 0,002 - 0,01 %,
Pb: bis zu 0,01 %,
Bi: bis zu 0,01 %,
H: bis zu 0,0025 %,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen;
b) Durcherwärmen des Stahlprodukts auf eine oberhalb der Ac3-Temperatur des nicht
rostenden Stahls liegenden Austenitisierungstemperatur;
c) Warmpresshärten des erwärmten Stahlprodukts zu dem Bauteil in einem Presswerkzeug;
d) Abkühlen mindestens eines Abschnitts des erhaltenen Bauteils mit einer Abkühlgeschwindigkeit,
die so hoch ist, dass sich in dem jeweils schnell abgekühlten Abschnitt Härtegefüge
bildet, wobei das erhaltene Bauteil in den Bereichen, in denen es Härtegefüge aufweist,
eine mindestens 900 MPa betragende Zugfestigkeit und eine Dehnung A80 von mindestens
2 % besitzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlformteil in dem Pressformwerkzeug so abgekühlt wird, dass sich das Härtegefüge
bildet.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mit dem Stahlprodukt in Berührung kommenden Flächen des Pressformwerkzeugs abschnittsweise
erwärmt sind.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlformteil so abgekühlt wird, dass sich über sein gesamtes Volumen Härtegefüge
bildet.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlgeschwindigkeit, mit der das Stahlprodukt mindestens abschnittsweise abgekühlt
wird, höchstens 25 K/s beträgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlgeschwindigkeit, mit der das Stahlprodukt mindestens abschnittsweise gekühlt
wird, mindestens 0,1 K/s beträgt.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlprodukt ein Stahlflachprodukt ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlprodukt ein vorgeformtes Halbzeug ist.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlprodukt aus mindestens zwei miteinander verbundenen Stahlflachproduktzuschnitten
gebildet ist, die sich hinsichtlich ihrer Dicke oder physikalischen Eigenschaften
voneinander unterscheiden.
10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der C-Gehalt des nicht rostenden Stahls auf 0,5 Gew.-% beschränkt ist.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Cr-Gehalt des nicht rostenden Stahls 11 - 19 Gew.-% beträgt.
12. Verwendung eines Stahlproduktes, das mindestens abschnittsweise aus einem nicht rostenden
Stahl, der (in Gew.-%)
C: 0,010 - 1,200 %,
P: bis zu 0,1 %,
S: bis zu 0,1 %,
Si: 0,10 - 1,5 %,
Cr: 10,5 - 20,0 %
sowie optional eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe "Mn, Mo, Ni, Cu, N, Ti,
Nb, B, V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H" mit der Maßgabe
Mn: 0,10 - 3,0 %,
Mo: 0,05 - 2,50 %,
Cu: 0,050 - 3,00 %,
Ni: 0,05 - 8,50 %,
N: 0,01 - 0,2 %,
Ti: bis zu 0,02 %,
Nb: bis zu 0,1 %,
B: bis zu 0,1 %,
V: bis zu 0,2 %,
Al: 0,001 - 1,50 %,
Ca: 0,0005 - 0,003 %,
As: 0,003 - 0,015 %,
Sn: 0,003 - 0,01 %,
Sb: 0,002 - 0,01 %,
Pb: bis zu 0,01 %,
Bi: bis zu 0,01 %,
H: bis zu 0,0025 %,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen, enthält, zur Herstellung eines warmpressgehärteten
Bauteils für eine Fahrzeugkarosserie, für Flugzeuge oder für hochfeste Konstruktionselemente,
wobei das erhaltene Bauteil in den Bereichen, in denen es Härtegefüge aufweist, eine
mindestens 900 MPa betragende Zugfestigkeit und eine Dehnung A80 von mindestens 2
% besitzt.
1. Method for manufacturing a hot press-hardened component for a vehicle body, for aircraft
or high-strength construction elements, comprising the following production steps:
a) providing a steel product produced at least in sections from a stainless steel
having the following composition (specified in %.wt.)
C: 0.010-1.200 %,
P: up to 0.1 %,
S: up to 0.1 %,
Si: 0.10-1.5 %,
Cr: 10.5-20.0 %
and optionally one or more elements from the group "Mn, Mo, Ni, Cu, N, Ti, Nb, B,
V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H" with the requirement
Mn: 0.10-3.0 %,
Mo: 0.05-2.50 %,
Ni: 0.05-8.50 %,
Cu: 0.050-3.00 %,
N: 0.01-0.2 %,
Ti: up to 0.02 %,
Nb: up to 0.1 %,
B: up to 0.1 %,
V: up to 0.2 %,
Al: 0.001-1.50 %,
Ca: 0.0005-0.003 %,
As: 0.003-0.015 %,
Sn: 0.003-0.01 %,
Sb: 0.002-0.01 %,
Pb: up to 0.01 %,
Bi: up to 0.01 %,
H: up to 0.0025 %,
remainder iron and unavoidable impurities;
b) heating the steel product through to an austenisation temperature above the Ac3
temperature of the stainless steel;
c) hot press-hardening the heated steel product into the component in a pressing die;
d) cooling at least one section of the component obtained at a cooling rate which
is high enough for a martensitic structure to form in the section which is rapidly
cooled in each case, wherein the component obtained, in the areas in which it has
a martensitic structure, has a tensile strength amounting to at least 900 MPa and
an elongation A80 of at least 2 %.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the steel formed part is cooled in the press forming die in such a way that the martensitic
structure forms.
3. Method according to either of the preceding claims, characterised in that the areas of the press forming die coming into contact with the steel product are
heated in sections.
4. Method according to either of Claims 1 and 2, characterised in that the steel formed part is cooled in such a way that a martensitic structure forms
over its entire volume.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the cooling rate, at which the steel product at least in sections is cooled, is at
most 25 K/s.
6. Method according to Claim 5, characterised in that the cooling rate, at which the steel product at least in sections is cooled, is at
least 0.1 K/s.
7. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the steel product is a steel flat product.
8. Method according to any one of Claims 1 to 6, characterised in that the steel product is a preformed semi-finished product.
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the steel product is formed from at least two steel flat product blanks which are
joined to one another and differ from one another in terms of their thickness or physical
properties.
10. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the C content of the stainless steel is limited to 0.5 % wt.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the Cr content of the stainless steel is 11-19 % wt.
12. Use of a steel product consisting at least in sections of a stainless steel which
contains (in % wt.)
C: 0.010-1.200 %,
P: up to 0.1 %,
S: up to 0.1 %,
Si: 0.10-1.5 %,
Cr: 10.5-20.0 %
and optionally one or more elements from the group "Mn, Mo, Ni, Cu, N, Ti, Nb, B,
V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H" with the requirement Mn: 0.10-3.0 %,
Mo: 0.05-2.50 %,
Ni: 0.05-8.50 %,
Cu: 0.050-3.00 %,
N: 0.01-0.2 %,
Ti: up to 0.02 %,
Nb: up to 0.1 %,
B: up to 0.1 %,
V: up to 0.2 %,
Al: 0.001-1.50 %,
Ca: 0.0005-0.003 %,
As: 0.003-0.015 %,
Sn: 0.003-0.01 %,
Sb: 0.002-0.01 %,
Pb: up to 0.01 %,
Bi: up to 0.01 %,
H: up to 0.0025 %,
remainder iron and unavoidable impurities,
for manufacturing a hot press-hardened component for a vehicle body, for aircraft
or high-strength construction elements, wherein the component obtained, in the areas
in which it has a martensitic structure, has a tensile strength amounting to at least
900 MPa and an elongation A80 of at least 2 %.
1. Procédé de fabrication d'une pièce trempée à chaud sous presse pour une carrosserie
de voiture, pour des avions ou pour des éléments de construction à haute résistance,
comportant les étapes de travail suivantes :
a) mise à disposition d'un produit en acier qui est fabriqué au moins partiellement
à partir d'un acier inoxydable ayant la composition suivante (% en poids)
C : 0,010 - 1,200 %,
P : jusqu'à 0,1 %,
S : jusqu'à 0,1 %
Si : 0,10 -1,5 %,
Cr : 10,5 - 20,0 %
ainsi qu'au choix un ou plusieurs éléments parmi le groupe constitué de « Mn, Mo,
Ni, Cu, N, Ti, Nb, B, V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H » à la condition que :
Mn: 0,10 - 3,0 %,
Mo : 0,05 - 2,50 %,
Ni : 0,05 - 8,50 %,
Cu : 0,050 - 3,00 %,
N : 0,01 - 0,2 %,
Ti : jusqu'à 0,02 %,
Nb : jusqu'à 0,1 %,
B : jusqu'à 0,1 %,
V : jusqu'à 0,2 %,
Al : 0,001 - 1,50 %,
Ca : 0,0005 - 0,003 %,
As : 0,003 - 0,015 %,
Sn : 0,003 - 0,01 %,
Sb : 0,002 - 0,01 %,
Pb : jusqu'à 0,01 %,
Bi : jusqu'à 0,01 %,
H : jusqu'à 0,0025 %,
le reste étant du fer et des impuretés inévitables ;
b) Réchauffement du produit en acier à une température d'austénitisation supérieure
à la température Ac3 de l'acier inoxydable ;
c) Trempage à chaud sous presse du produit en acier réchauffé pour obtenir une pièce
dans un outil de pressage ;
d) Refroidissement au moins d'une section de la pièce obtenue à une vitesse de refroidissement
qui est suffisamment élevée de sorte à ce qu'il se forme, dans la zone rapidement
refroidie respectivement, une structure de trempe, la pièce obtenue comportant, dans
les zones dans lesquelles elle présente une structure de trempe, une résistance à
la traction d'au moins 900 MPa, et un allongement A80 d'au moins 2 %.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la pièce en acier moulé est refroidie dans la matrice de moulage sous pression de
sorte à former une structure de trempe.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les surfaces de la matrice de moulage sous pression en contact avec le produit en
acier sont partiellement réchauffées.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la pièce en acier moulé est refroidie de sorte à ce qu'il se forme sur l'ensemble
de son volume une structure de trempe.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vitesse de refroidissement avec laquelle le produit en acier est au moins partiellement
refroidi, est tout au plus de 25 K/s.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que la vitesse de refroidissement avec laquelle le produit en acier est au moins partiellement
refroidi, est au moins de 0,1 K/s.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le produit en acier est un produit plat en acier.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le produit plat en acier est un produit semi-fini préformé.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le produit en acier est formé à partir d'au moins deux découpes de produit plat en
acier reliées l'une à l'autre qui se différencient par leur épaisseur ou leurs caractéristiques
physiques.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en C de l'acier inoxydable est limitée à 0,5 % en poids.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en Cr de l'acier inoxydable est de 11 - 19 % en poids.
12. Utilisation d'un produit en acier qui se compose au moins partiellement d'un acier
inoxydable qui contient (en % en poids)
C : 0,010 - 1,200 %,
P: jusqu'à 0,1 %,
S : jusqu'à 0,1 %,
Si : 0,10 - 1,5 %,
Cr : 10,5 - 20,0 %
ainsi qu'au choix un ou plusieurs éléments parmi le groupe constitué de « Mn, Mo,
Ni, Cu, N, Ti, Nb, B, V, Al, Ca, As, Sn, Sb, Pb, Bi, H » à la condition que :
Mn : 0,10 - 3,0 %,
Mo : 0,05 - 2,50 %,
Cu : 0,050 - 3,00 %,
Ni : 0,05 - 8,50 %,
N : 0,01 - 0,2 %,
Ti : jusqu'à 0,02 %,
Nb : jusqu'à 0,1 %,
B : jusqu'à 0,1 %,
V : jusqu'à 0,2 %,
Al : 0,001 - 1,50 %,
Ca : 0,0005 - 0,003 %,
As : 0,003 - 0,015 %,
Sn : 0,003 - 0,01 %,
Sb : 0,002 - 0,01 %,
Pb : jusqu'à 0,01 %,
Bi : jusqu'à 0,01 %,
H : jusqu'à 0,0025 %,
le reste étant du fer et des impuretés inévitables,
pour la fabrication d'une pièce trempée à chaud sous presse pour une carrosserie de
voiture, pour des avions ou pour des éléments de construction à haute résistance,
la pièce obtenue présentant, dans les zones dans lesquelles elle présente une structure
de trempe, une résistance à la traction d'au moins 900 MPa et un allongement A80 d'au
moins 2 %.